Montag, 20. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 5



Doch nun wollen wir das Zwergenreich verlassen und bei Lilofee vorbei schauen.
Den ganzen Vormittag hat die Königin des Zauberwaldes sich um die großen und kleinen Sorgen ihrer Freunde gekümmert, musste viel trösten, manchen Streit schlichten.
Nun sitzt sie in ihrem Garten und genießt die friedliche Stille.
Summend fliegt eine Biene auf die große Sonnenblume und Lilofee beobachtet sie lächelnd und erschrickt, als plötzlich anstelle der Biene ein großer, plumper Frosch die Blume ziert.
Natürlich ist er zu schwer für die arme Sonnenblume und sie neigt ihren Kopf und das grüne Ungetüm purzelt hinunter.
Verflixt und zugenäht,“ schimpft es los, „ nun habe ich schon wieder die Zaubersprüche verwechselt!“
Lilofee lacht herzlich: „ Nanu, die Stimme kenne ich doch?“
Der Frosch verschwindet und an seiner Stelle steht nun ein großer grauer Elefant.
Die Feenprinzessin tritt zu dem riesigen Tier.
Muhme Immerzerstreut, du lernst es wohl nie!“
Traraaaaa!“, trompetet der Elefant und verschwindet in Donner und Rauch und eine kleine zierliche Waldfee mit einem riesigen Blumenhut auf dem Kopf, erscheint an seiner Stelle.
Liebevoll umarmt Lilofee ihre Tante.
Schön dich zu sehen, Muhme.“
Ja,ja freu mich auch, wollte eigentlich deinen Vater besuchen,
aber wenn ich schon mal hier bin … .“
Geistesabwesend tätschelt sie die Schulter ihrer Nicht und sieht sich unruhig im Garten um.
Kind hast du irgendwo mein Gepäck gesehen?“
Lilofee schüttelt schmunzelnd den Kopf.
Wenn ich nur wüsste … ?“ murmelt Immerzerstreut und schnipst mit den Fingern.
Zwischen den Bäumen fliegt eine kunterbunte Reisetasche, an deren Griff ein rosaroter Schirm befestigt ist, heran.
Lilofee springt schnell zur Seite, die Tasche saust an ihr vorbei und klirrend durch Scheibe und landet mitten in der Küche.
Mathilda, das Känguruh kommt schreiend aus dem Haus gehüpft.
Ein Ungeheuer, ein Ungeheuer!“
Muhme Immerzerstreut betrachtet sie kopfschüttelnd.
Albernes Ding, das ist doch nur eine Tasche. Ich habe den Geschwindigkeitszauber verwechselt.“
Lilofee schnippt mit den Fingern, die Glassplitter schweben in die Höhe, setzen sich zusammen und gleiten in den Fensterrahmen.
Mathilda, bring das Gepäck in das Gästezimmer und mache uns dann einen Tee,“ bittet Lilofee ihr Hausmädchen.
Diese wirft Immerzerstreut noch einen bösen Blick zu und verschwindet leise schimpfend im Haus.
Lilofee führt ihre Tante zu der gemütlichen Bank unter der Kastanie.
Es ist schön, dass du gerade jetzt zu mir gekommen bist, denn ich muss für einige Tage verreisen und es würde mich freuen, wenn du während der Zeit hier bleiben würdest.“
Mathilde die gerade mit dem Tee in den Garten kommt, verzieht angewidert das Gesicht.
Das würde ein schöner Wirrwarr werden, wenn Immerzerstreut hier bleibt. Nicht auszudenken, was sie in ihrer Zerstreutheit alles anstellen wird.
Mit einem lauten Knall, der ihren Unmut zum Ausdruck bringt, stellt sie das Tablett auf dem Tisch ab.
Lilofee runzelt leicht die Stirn, doch Mathilda wirft ihr nur einen finsteren Blick zu und hüpft zurück ins Haus.
Muhme Immerzerstreut hat sich inzwischen Tee eingeschenkt und führt die Tasse zum Mund.
Pfui! Schmeckt der bitter!“ ruft sie und schüttelt sich.
Lilofee lacht vergnügt.
Du hast den Zucker vergessen!“
Schrecklich, schrecklich, was bin ich manchmal auch schusselig.“
Lilofee umarmt sie liebevoll.
Lass nur Tante, du bist einfach wunderbar und ich liebe dich.“


Wünsche euch einen schönen Wochenanfang





1 Kommentar:

  1. Liebe Lore,
    ich konnte ja einige Tage nicht kommentieren und kam auch nicht auf die Blogs.
    Ich habe alles nachgelesen. eine wunderschöne Geschichte.
    Einen schönen Abend wünscht
    Irmi

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.