Dienstag, 21. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 6


Nun folgt mir wieder ins Zwergenreich.

Mateo schlendert in Gedanken versunken am Bach entlang und setzt sich in der Nähe des Ufers ins Gras.
Silberne Forellen schlängeln blitzschnell durch das klare Wasser.
Libellen sausen dicht über der Wasseroberfläche auf Jagd nach Beute.
Ein dicker Frosch quakt und plumpst in den Bach.
Der Himmel spiegelt sich in dem ruhig dahin fließendem Wasser und die Sonne wirft goldene Pünktchen in die klare Oberfläche des Baches.
Mateo spürt, wie seine traurigen Gedanken verschwinden und sein Herz auf einmal ganz leicht wird.
Es raschelt in den Büschen und ein Zwergenmädchen bahnt sich einen Weg durch das Gebüsch, einen Korb mit schmutziger Wäsche unterm Arm.
Erschrocken bleibt es stehen, als es den Kobold erblickt.
Mateo springt auf, stolpert und landet bäuchlings vor dem Mädchen.
Kläglich lächelt er.
Du musst keine Angst haben.“
Das Mädchen lacht fröhlich und reicht ihm die Hand.
Das denke ich auch,“ meint es vergnügt und betrachtet den verlegenen Mateo.
Ich habe von dir gehört, du wohnst bei Zenko.
Zenko ist mein Patenonkel und wenn er dir vertraut, dann vertraue ich dir auch.“
Dieser Meinung sind nicht viele hier,“ murmelt Mateo bitter.
"Die Kobolde haben mich verstoßen und die Zwerge können mich nicht leiden.
Ich bin ein Heimatloser, eine Niemand!“
Lass ihnen Zeit, die Wut auf die Kobolde ist sehr groß, seit der Prinz verschwunden ist,“ tröstet ihn das Mädchen.
Sie geht zum Ufer und stellt den Korb ab.
Mateo wendet sich um und will gehen.
Bleib doch, ich will dich nicht vertreiben, ich heiße übrigens Melisande.“
Du hast nichts dagegen?“
Nein, Mateo!“ Das Mädchen schenkt ihm ein strahlendes Lächeln.
Gemeinsam knien sie nun am Bach und schwenken die Wäsche.
Während die sauberen Teile dann ausgebreitet im Gras in der Sonne trocknen, lassen die zwei ihre nackten Füße im Wasser baumeln.
Mateo erzählt von seinem Leben bei den Kobolden und dass er sich immer als Außenseiter gefühlt hat.
Und Melisande erzählt von ihrem Zuhause.
Von ihrem Vater, der Gärtner ist und ihrer Mutter, die das Kindermädchen von dem kleinen verschwundenem Prinzen war.
Die Königin besucht sie heute noch oft, um mit ihr über den verschwundenen Sohn zu plaudern.
Als die Wäsche trocken ist, sind sie bereits die besten Freunde.
Gemeinsam legen sie die sauberen Stücke zusammen und tragen dann den Korb durch das Dorf.
Manch verwundeter Blick folgt ihnen und am Brunnen stehen
einige junge Mädchen und stecken kichernd die Köpfe zusammen.
Hallo, Melisande, ist das dein Freund!“ ruft ein besonders keckes junges Fräulein.
Melisande hebt stolz und Kopf und sieht sie ruhig an.
Ja, das ist mein Freund!“
Dann geht sie weiter, begleitet von einem schweigenden Mateo.

1 Kommentar:

  1. Guten Abend liebe Lore
    Habe mich bei meiner Tochter im Computer angemeldet, musstest doch Deine Ausführungen vom Kobolde weiter lesen. Bei meinem Computr mus alles neu Installiert werden. dazu brauche ich aber meuoenen Sohn und er wird versuchgen am Donnerstag einen Tag Urlaub zu bekommen. ich hoffe doch dass es klappt.
    Wünsche noch einen schönen Abend und liebe Grüße von Joachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.