Freitag, 31. Januar 2014

Geplauder und ein Gedicht


Vor einigen Jahren sagte eine Bekannte zu mir, nachden sie eine Geschichte von mir gelesen hatte:
"Deine Kinder in den Geschichten sind viel zu höflich."
Kann man denn wirklich zu höflich sein?
Und warum sollen Kinder das nicht sein?
Wir wurden sehr höflich erzogen und durften niemals frech zu älteren Personen sein.
Kürzlich habe ich einen alten Schwarz-weiß-Film aus den sechzigern gesehen und musste schmunzeln, als der sechsjährige Junge einer alten Frau die Hand gab und einen Diener machte.
Tatsächlich haben wir bei der Begrüßung schön unsere Patschhand gegeben und einen Knicks gemacht.
Mein Vater hatte einen Lieblinsspruch:
"Mit dem Hut in der Hand kommt man durch das ganze Land!"
Das habe ich mir gemerkt und lebe bis heute danach.
Ich muss gestehen, immer ist es nicht leicht, besonders wenn man bonierten Menschen begegnet, aber es gelang mir bisher immer die Höflichkeit zu wahren.
Vielleicht manchmal mit einem bissigen Unterton, aber der wurde sowieso von denjenigen nicht verstanden.
Gut, letztes Jahr habe ich einer automatische Ansage, nachdem sie mich zum xtenmal aufgefordert hatte, die Nummer 2,3 oder 1 zu drücken, das bekannte Zitat von Götz von Berlichingen an den Kopf geworfen.
Aber ich denke mal bei einem Roboter muss ich mich nicht entschuldigen. 
Und im Knigge gibt es auch keine Anweisungen wie man Roboter behandelt.
Auf jeden Fall macht die Höflichkeit den Umgang miteinander viel einfacher und da sollte man doch schon in der Kindheit damit anfangen.
Deshalb werden meine Kinder in meinen Geschichten weiterhin höflich sein.
Schließlich sind sie auch irgendwie meine Geschöpfe.

Am Sonntag soll es ja schneien, der Winter hat doch noch beschlossen uns zu beglücken.
Und mit einem schönen Gedicht über den Winter von meinem Freund "Die Nachtigall" möchte meine heutige Plauderei beschließen.



 





Es ist Winter
  
Nun hat er Winter mit kalter Hand
Weiß alles zugedeckt im ganzen Land
Die Flur erscheint im Nebel grau
Den Bäumen hat man alles Laub geraubt

Alle Blumen rot, blau und weiß
Liegen zugedeckt unter kaltem Eis
Doch liebe Blümchen hofft nun nicht
Wir verlieren ein holdes Angesicht

Auch von mir gibt es kein Sterbelied
Wir warten bis es wieder blüht
Ruhe gibt es in der Natur und Schweigen
Als wollt sie den Menschen die Vergänglichkeit zeigen

Die See hat eine Haut bekommen
Ein Fisch kommt angeschwommen
Unterm Eis ist er dann
Stößt vorsichtig mit der Nase dran

Der Winter aber ist nicht von Dauer
Trotz Schnee, Eis und Kälteschauer
Bald kommt die Sonne wieder mit warmen Schein
Und dann wird auch wieder Frühling sein 


Die Nachtigall




 

Kommentare:

  1. Dazu fällt mir auch ein Zitat ein: Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!!!
    Ich glaube allerdings nicht, dass es so ist. Mit Höflichkeit kommt man schon weiter - nur 'aufgesetzt' sollte sie nicht sein.
    Schön, dass 'deine' Kinder weiterhin höflich bleiben, davon können die 'Unhöflichen' nur lernen.
    Ein schönes Wochenende! Schnee - ne, nicht bei uns - hoffe ich auf jeden Fall!! LG Martina

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen liebe Lore
    Höflichkeit ist eine Zier,
    auch weiter kommt man ohne ihr.
    So ist es heute in den Meisten Köpfen der Menschen geworden. es gibt nur noch wenige im Verhältnis zur gesamten Menschheit, die den anderen Achten und Gegenseitig einen angemessenen Ton ansagen.Und dieses Unhöflichkeit erfährt man täglich, egal in welcher Situation.
    Wasist nur aus der menschheit geworden.
    Danke für Den Bericht und dem Gedicht
    Lieben gruß Joachim

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.