Sonntag, 23. Februar 2014

Das Findelkind Teil 18




Bevor sie sich an den Tisch setzen nimmt Vanessa ihren Bruder beiseite und weiht ihn in kurzen Worten schnell ein.
Peter ist begeistert und freut sich auf das Abenteuer.
Am Tisch geht es wie immer fröhlich und lebhaft zu.
Besonders wenn Francesca mit Armen und Beinen zappelnd und in ihrem herrlichen Akzent etwas zum Besten gibt, dann ist das Gelächter groß.
Peter erklärt nach dem Frühstück, dass er und Vanessa noch eine kleine Wanderung unternehmen wollen.
Oh, du müssen aber nicht zu lange bleiben, wir heute eingeladen bei Baron Graziano , das sein große Ehre, und kommen müsst mit.
Aber natürlich ihr können ein wenig wandern, nur nicht zu weit, ich packen euch mangiare ein.“
Können wir auch von dem Mandelkuchen haben?“ fragt Vanessa, die sich erinnert wie gut der Mariella geschmeckt hat.
Francesca schlägt ihr molligen Hände zusammen und ruft überglücklich.
Dir haben meine Kuchen geschmeckt, es sein noch ein großes Stück da, ich packen ein.“
Auf dem Weg zu der Höhle erzählt Vanessa ihrem Bruder etwas genauer, um was es geht und auch von ihrer Vermutung, dass es sich bei Mariella vielleicht um die entführte Tochter des Barons handeln könnte.
Peter ist begeistert, das hört sich doch nach einem tollen Abenteuer an.
Deshalb ist er etwas enttäuscht, als er das verwahrloste Mädchen sieht, das freudestrahlend aus der Höhle gelaufen kommt.
Ne, wie eine Prinzessin sieht die nicht aus!
Mariella aber bleibt erschrocken stehen, als sie Peter sieht.
Keine Bange, „ grinst Vanessa, „das ist mein Bruder Peter, er nervt zwar manchmal aber er ist ein toller Bruder, und bestimmt nicht wie Filippo.“
Peter grinst und streckt ihr die Hand hin.
Brauchst dich nicht fürchten, ich haue keine Mädchen, aber wenn ich den Filippo erwische, dann kriegt er eine Abreibung, das verspreche ich dir.“
Ein scheues Lächeln erscheint auf dem Gesicht des Mädchens.
Kommt doch herein.“
Wow! Du hast es aber gemütlich hier,“ staunt der Junge.
Wir haben dir etwas zu Essen mitgebracht,“ verkündet er und legt den Rucksack auf den Boden.„Aber ich habe doch noch etwas von gestern,“ sagt Mariella schüchtern.
Ach davon kann man nie genug haben, der Tag
ist noch lang.“
Peter beginnt die Lebensmittelpakete auszupacken.
Und ich habe einige Sachen zum Anziehen, Seife und Shampoo dabei, komm mit, wir gehen hinaus an den Bach.“
Und ich werde mal die Höhle erforschen, toll ist es hier!“
Die Mädchen laufen hinaus und nachdem sich Mariella mit glücklichem Gesicht mit der Seife von oben bis unten abgewaschen hat, hilft ihr Vanessa beim Haarwaschen.
Mit verklärten Gesicht hüllt sich Mariella in das kuschelige weiche Badetuch und reibt sich trocken.
Sie schlüpft in Unterwäsche und Jeans und Shirt, die Vanessa mitgebracht hat und fühlt sich so sauber wie schon lange nicht mehr.
Damit ihr Vanessa das hüftlange Haar trocken rubbeln kann, setzt sie sich auf einen Stein.
Die müssen unbedingt geschnitten werden, du siehst ja aus wie Rapunzel.“
Wer ist Rapunzel?“
Das ist ein deutsches Märchen.“
Und während Vanessa ihr einen Zopf flechtet, erzählt sie ihr das Märchen von Rapunzel.
Das war schön,“ seufzt Mariella.
Als sie in die Höhle zurück gehen starrt Peter sie mit offenen Mund an.
Du siehst ja doch aus wie ein Prinzessin!“
Die Mädchen lachen und fröhlich setzen sie sich auf den Boden wo Peter all die Leckereien, die Francesca ihnen mitgegeben hat ausgebreitet hat.
Mariella strahlt, als sie den Kuchen entdeckt, der ihr gestern schon so gut geschmeckt hat.
Als sie Peters begehrlichen Blick sieht, hält sie ihm die Dose hin.
Doch der Junge wehrt mit beiden Händen ab.
Nein, nein, der ist doch für dich!“
Doch Mariella bricht ein Stück von dem Kuchen ab und drückt es ihm in die Hand.
Iss!“
Peter grinst, „ wenn du mich zwingst,“ und stopft fast das ganze Stück in den Mund.
Vanessa schüttelt den Kopf.
Während Peter mit beiden Backen kaut, erzählt nun Vanessa von dem Besuch der Elfen bei ihr und was sie ihr berichtet haben.
Auch dass Peter und sie nach der blauen Kiste suchen wollen.
Ebenso spricht sie von ihrer Vermutung, dass es sich bei Mariella um das entführte Kind der Grazianos handeln könnte.
Sie lassen sich nun noch genau erklären, woher Mariella kommt.
Peter hat seine Landkarte dabei und das Mädchen zeigt ihm das Dörfchen R., das ungefähr 35 Kilometer entfernt ist.
Und wo ich gefunden wurde als Baby, das kann euch Beatrice bestimmt erklären, bitte grüßt sie und auch Arianne von mir.“
Sag mal, wieso sprichst du eigentlich so gut deutsch?“ will Peter wissen.
Richtig, wir sind ja in Italien!“ruft Vanessa lachend.
Sie hatten von Anfang deutsch miteinander gesprochen.
Peter schüttelt nur den Kopf.
Mariella aber berichtet ihnen, dass ihre Pflegemutter sie zweisprachig aufwachsen ließ, da sie doch in einem Grenzgebiet wohnen.
Jedenfalls macht es das leichter für uns,“ brummt Peter.
Wenn nicht, dann wären bestimmt die Elfen hier und würden übersetzten, kichert Mariella.
Außerdem können viele Leute in R. deutsch sprechen, es liegt ja direkt an der Grenze.“
Wir müssen nun gehen,“ mahnt Vanessa,
heute Nachmittag sind wir bei Baron und Baronin Graziano eingeladen, die vielleicht deine Eltern sind.“
Mariella steht noch lange am Höhleneingang und sieht ihnen nach.
Beide Hände hat sie auf das wild pochende Herz gedrückt.
Deine Eltern!“ Wie schön das klingt, ach wenn es doch wahr wäre!
Nicht mehr so einsam sein, nicht mehr so allein.
Eine Mutter die sie liebevoll in den Arm nimmt
und mit ihr singt, lacht und ihr Geschichten erzählt.
Einen Vater, sie weiß eigentlich gar nicht wie ein richtiger Vater war, aber jedenfalls wäre er nicht so böse wie der olle Eposito.


Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Nun werde ich bald erfahren wer die Eltern von Mariella sind und dann werden bestimmt alle sehr glücklich sein und ich auch.
    Lieben Gruß und einen schönen Sonntag von Joachim

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  2. Liebe Lore, wir hier in Preußen kauen immer mit den Zähnen!! Ha, Ha, Ha!!!
    Mit den 'Backen' klingt aber einfach viel märchenhafter!!! LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.