Mittwoch, 26. Februar 2014

Das Findelkind Teil 21


Mariella sitzt in der Höhle und grübelt.
Wenn man sie als Baby entführt hat, dann wurde sie ja gar nicht ausgesetzt, weil ihr Mutter sie nicht mehr haben wollte.
Deine Mutter wollte dich schon nicht haben und hat dich weggeworfen wie einen wertlosen Sack mit Müll!“
gellen ihr noch die bösartigen Worte von Filippo in den Ohren.
Von all seinen Gemeinheiten hatten diese Worte am meisten geschmerzt.
Denn oft schon hat sie darüber nachgedacht, warum ihre Mutter sie einfach ausgesetzt hat.
Und trotz all der Liebe die sie von Signoria Elena bekommen hat, war doch immer eine gewisse Leere in ihr gewesen.
Mariella springt auf.
Es hält sie nicht länger in der Höhle.
Sie weiß von ihren nächtlichen Streifzügen, dass
im hintersten Ende des Gartens im Anwesens der Grazianos eine Lücke im Zaun ist.
Sie schlüpft durch das Loch und wandert durch die schön angelegten Blumenbeete.
Heute hat sie keine Angst, trotzdem erschrickt sie als die Baronin aus dem Gewächshaus tritt.
Hallo, wo kommst du denn her, bist du bei jemanden hier zu Besuch?“ fragt diese freundlich.
Einen Moment starrt Mariella die schöne Dame an, dann dreht sie sich um und rast davon.
Was für ein seltsames Kind denkt die Baronin amüsiert.
Aber irgendwie hat sie ihr Herz berührt.
Nachdenklich geht sie ins Haus zurück.
Das Mädchen aber rennt und hält nicht eher an, bis sie in der Höhle ist.
Völlig außer Atem sinkt sie auf den Boden.
Wie schön die feine Dame doch war, ach wäre sie doch ihre Mutter.
Mariella zieht die Knie an, legt die Arme darum und fängt an zu träumen.

Als Vanessa erwacht, weiß sie im ersten Moment nicht wo sie sich befindet und was sie geweckt hat.
Dann sieht sie Fernando, der sich ausgiebig putzt und spottet.
Na endlich, war ein ganz schönes Stück Arbeit dich wach zu bekommen.
Alfredo belädt schon seinen Anhänger.“
Vanessa stößt Peter in die Seite.
Verschlafen taucht sein verstrubbelter Kopf unter der Decke hervor.
Komm, Alfredo wird bald fahren.“
Sie sammeln ihre Sache zusammen und verlassen die Scheune.
Am Brunnen wird sich schnell ein wenig gewaschen, dann gehen sie in die Küche, wo sie von Maria mit strahlendem Lächeln erwartet werden.
Sie stellt ihnen Milchkaffee und frisches Brot, Butter und Marmelade hin.
Der Kater, der sich wieder neben sie gesetzt hat,
übersetzt, dass Alfredo bereits gefrühstückt hat
und nur noch den Wagen belädt, da er sehr früh auf dem Markt sein will.
Die Kinder beeilen sich, umarmen Maria zum Abschied mit einem „Mille Gracia“ und sitzen wenig später eingekeilt zwischen Körben voll Obst und Gemüse, einem Käfig mit Hühnern und zwei Schafen.
Nach einer gut zehn Kilometer langen Fahrt erreichen sie den Markt in M.
Alfredo zeigt ihnen noch, in welche Richtung sie gehen müssen und mit einem herzlichen Dankeschön verabschieden sie sich von dem alten Mann.
Sie folgen der Bergstraße, die eingebettet in Olivenhaine, saftige Wiesen und Weingärten direkt bis R. führt.
Gleich am Ortseingang liegt ein kleines Gasthaus.
Sie setzen sich an einen Tisch unter einem Sonnenschirm und gleich kommt eine junge Kellnerin heraus.
Scheinbar hat sie die Kinder sofort als Touristen
erkannt, denn sie spricht sie in deutscher Sprache an.
Erfreut bestellen die Geschwister einen großen Eisbecher.
Vanessa fällt ein ärmlich gekleidetes Mädchen auf, dass am Straßenrand lungert und sehnsüchtig auf ihre Eisbecher schaut.
Sie fragt die freundliche Kellnerin, die den Tisch neben ihnen abwischt.
Wer ist das Mädchen?“
Das ist Arianne, sie und ihre Mutter sind sehr arm.
Vor einem Jahr noch hat Beatrice bei einer reichen Bäuerin gearbeitet und es ging ihnen gut.
Aber als die gute Frau Eposito starb, da wurde sie von der neuen Frau raus geworfen.
Seitdem bringt sie sich und ihr Kind mehr recht als schlecht durch.“
Bringen sie mir noch einen Eisbecher,“ bittet Vanessa.
Die Kellnerin eilt in die Gaststube.

1 Kommentar:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Deine Geschichte wird immer interessanter, ich warte schon wieder auf Morgen.
    Lieben Gruß Jopachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.