Donnerstag, 27. Februar 2014

Das Findelkind Teil 22

Die Kellnerin eilt in die Gaststube.
Peter sieht seine Schwester kopfschüttelnd an.
Du hast doch den noch gar nicht aufgegessen.“
Der ist ja auch nicht für mich.
Siehst du das Mädchen dort drüben, das ist Arianne, von der Mariella gesprochen.
Ich werde sie mal zu uns holen.“
Doch als Vanessa die Straße überquert, dreht sich die Kleine um und läuft weg.
Warte!“ ruft Vanessa, „ ich soll dir liebe Grüße von Mariella ausrichten!“
Das Mädchen bleibt stehen und kommt zögernd zurück.
Du hast Mariella getroffen?“
Ja, komm mit an unseren Tisch, dann erzähle ich dir von ihr.“
Peter von einem Ohr bis zum anderen mit Eis verschmiert grinst sie an und löffelt dann weiter.
Die Kellnerin kommt mit einem riesigen
Eisbecher und stellt ihn freundlich lächeln vor
Arianne ab.
Lass ihn dir gut schmecken.“
Zu den Kinder aber sagt sie leise.
Möge die Madonna euch segnen .“
Mit leuchtenden Augen, jeden Löffel Eis genießend leert Arianne ihren Becher.
Die Geschwister warten bis sie fertig ist, dann erzählen sie ihr wo Mariella jetzt lebt und dass sie ihnen liebe Grüße aufgetragen hat für sie und ihre Mutter.
Nachdem sie die Eisbecher bezahlt haben, wollen sie zu Beatrice.
Als sie an einem Lebensmittelladen vorbeikommen, wendet sich Vanessa an das Mädchen.
Wir sollten deiner Mutter etwas mitbringen, was wünscht sie sich denn am meisten.“
Als Arianne zögert, meint Peter aufmunternd.
Nur zu, geniere dich nicht, wir haben genügend Geld dabei.“
Arianne tritt verlegen von einem Fuß auf den anderen.
Mama hat schon lange keinen Bohnenkaffee mehr kaufen können.“
Und was möchtest du?“
Verschämt deutet das Mädchen auf eine riesige Salami, die im Schaufenster hängt, dann keucht sie erschrocken auf und versteckt sich hinter Peter.
Die neue Frau Eposito und der böse Filippo sind
im Laden,“ flüstert sie.
Die wollen wir uns doch mal genauer ansehen.“
lacht Peter.
Am besten du kommst nicht mit, versteckt dich drüben in der Toreinfahrt, wir holen dich dann ab.“
Ein leises Bimmeln ertönt, als sie die Ladentür öffnen.
Mit einem freundlichen „Guten Tag“ treten sie ein.
Während Vanessa die Lebensmittel in den Regalen betrachtet , stellt sich Peter in die Nähe der Tür, die Arme verschränkt und den Blick auf Filippo gerichtet.
Dieser fühlt sich allmählich unbehaglich und tritt einen Schritt auf Peter zu.
Warum glotzt du so dämlich?“
Ist das in eurem Land verboten?“ fragt Peter spöttisch.
Weißt du wer ich bin, meinem Vater gehört der reichste Bauernhof hier und du hast mich gefälligst nicht so blöd anzugucken.“
Ach und du meinst er ist so mächtig, dass er bestimmen kann, wohin ich schaue.“
Ja, und er wird dich einsperren lassen, wenn du frech zu mir bist.“
Ach du meine Güte, du bist ja noch dümmer, als man mir erzählt hat,“ lacht Peter spöttisch.
Ich werd`s dir zeigen, ich bin nicht dumm!“
brüllt Fillipo und will sich mit geballten Fäusten auf Peter stürzen.
In dem Moment tritt Vanessa von einem Regal
zurück, eine Tüte Mehl in der Hand, rempelt gegen den Jungen, der stürzt zu Boden und das
ganze Mehl ergießt sich über Filippo.
Vanessa hat die Tüte ein wenig angeritzt.
Einen Moment liegt der Rüpel wie erstarrt, dann reißt er plötzlich den Mund auf und kreischt mit durchdringender Stimme.
Maaaammmmaaaaa!“
Dann fängt er zu heulen an und die Tränen hinterlassen hässliche verkleisterte Spuren in seinem Gesicht.
Seine Mutter dreht sich um und läuft zu ihrem Sohn, hilft ihm auf und klopft ihn ab.
Vanessa springt schnell zurück, damit sie der Mehlstaub nicht trifft.
Die Frau aber wirft einen giftigen Blick auf die Geschwister, sagt einige Worte in italienisch packt ihren Bengel und verlässt den Laden.
Kaum ist sie draußen, da prustet sie Kramerin schon los.
Was für ein Bild!“
Sie hält sich den Bauch vor Lachen.
Vanessa sieht etwas verlegen auf die Unordnung, die sie angerichtet hat.
Wenn sie mir bitte einen Besen geben würden, dann mache ich es wieder sauber,“
meint sie, als die Kramerin sich beruhigt hat.
Sich die Tränen aus den Augen wischend deutet die Frau hinter dem Ladentisch in eine Ecke.
Während Vanessa flink den Boden säubert,
fragt Peter :
Was hat die Frau eigentlich zu uns gesagt?“
Ach mein Junge, das wollt ihr bestimmt nicht wissen. Ich kann dir nur sagen, Signoria Eposito ist keine Dame.
Ach die erste Signoria, das war eine liebe freundliche Dame und alle haben gerne für sie gearbeitet.
Aber nun wechselt ständig das Personal.
Aber unser Dorfklatsch interessiert euch sicher nicht, was wollt ihr denn kaufen?“
Bald liegt ein Päckchen feinster Bohnenkaffee, die lange Salami aus dem Schaufenster, frisches Brot, Butter und noch einige feine Sachen auf dem Ladentisch.
Die Kramerin aber will für die Tüte Mehl kein Geld annehmen, denn das war ihr die Sache wert
und wieder fängt sie zu lachen an.
Als die Kinder mit zwei dick bepackten Einkaufstüten die Stufen hinuntergehen sind sie sich einig.
Filippo und seine Mutter sind im Dorf nicht sehr beliebt.
Arianne kommt aus ihrem Versteck und fragt neugierig, was denn im Laden geschehen ist, weil Filippo weiß wie ein Gespenst heraus kam.
Die Geschwister erzählen es ihr und sie lachen noch, als sie das Häuschen erreichen, das
Beatrice mit ihrer Tochter bewohnt.
Die Oma war vor zwei Monaten gestorben wie ihnen Arianne erzählt hat.



1 Kommentar:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Strafe muss sein und das haben die Kinder sehr gut gemacht ,stelle mkr da bildlich vor und amüsiere mich köstlich.
    Liebe Gruß Joachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.