Dienstag, 11. Februar 2014

Das Findelkind Teil 6





Als sie wieder erwacht dämmert es bereits.
Sie setzt sich auf und sieht sich um.
Im ersten Moment weiß sie gar nicht, wo sie sich befindet.
Dann fällt ihr alles wieder ein und ihre Augen füllen sich mit Tränen und hinterlassen Spuren auf ihren schmutzigen Wangen.
Nicht weinen, es wird alles wieder gut,“
tröstet eine feine Stimme neben ihr und ein zartes hübsches Wesen mit Flügeln setzt sich auf ihre Hand.
Mariella hebt vorsichtig die Hand, blinzelt die Tränen weg und betrachtet staunend das hübsche kleine Ding.
Wer bist du?“
Mein Name ist Rosemarin und das ist meine Schwester Hortensie und meine Kusine Vergissmeinnicht.“
Die beiden Elfen setzten sich lächelnd ebenfalls auf ihre Hand und Mariella kichert, denn es kitzelt ein wenig.
Doch dann schließt sie die Augen und schüttelt den Kopf.
Das war doch sicher nur ein Traum?
Aber die kleinen zierlichen Gestalten sitzen immer noch auf ihrer Hand, als sie die Augen öffnet.
Grinsend sehen sie zur ihr auf und Rosemarin meint :
Es ist kein Traum. Wir wurden geschickt um dir zu helfen, bis...“
Sie schlägt sich erschrocken mit der Hand auf den Mund,
Wir dürfen dir nicht alles verraten, nur sollst du wissen, dass wir an deiner Seite sind, bis sich dein Schicksal zum Guten wendet.“
Ein dicker Käfer kommt brummend angeflogen.
Versteckt euch, der Schäfer ist auf dem Weg nach Hause.“
Die Elfen fliegen auf und Mariella rafft ihre Sachen zusammen und folgt ihnen.
Sie kauern sich hinter einen Busch und beobachten wie der Schäfer einen langen Ast als Gehhilfe benutzend den steinigen Pfad herauf kommt.
Die Schafe ergießen sich rechts und links auf den
Weiden, doch zwei Hunden treiben sie kläffend zusammen.
Einer der Hunde kommt sogar bis ans Gebüsch, schnüffelt ein wenig, doch er schlägt nicht an.
Alle Tiere werden dir helfen, Mariella, denn du musst dich für einige Monate verstecken.
Nun aber komm wir haben ein gutes und sicheres Versteck.“
Noch immer etwas verwundert folgt das Mädchen den Elfen.
Sie marschieren die ganze Nacht und Mariella hat schon Blasen an den Füßen, doch sie klagt nicht.
Glühwürmchen haben sich inzwischen zu ihnen gesellt und leuchten ihnen auf dem Weg.
Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als sie in einem Wald ankommen.
Neben einem klaren Bächlein führt ein Weg in eine Höhle.
Hier kannst du bleiben, denn selten kommt jemand in diesen Wald.
Er gehört dem Baron Tommaso di Graziano.“
Die Elfen zwinkern sich zu.
Das Mädchen aber beachtet sie gar nicht.
Sie streift ihr Socken ab und steckt die schmerzenden Füße ins Wasser.
Ach du Arme, warte.“
Die Elfen fliegen davon und kommen wenig später mit einigen Kräutern wieder, sie wickeln sie um die schmerzenden Wunden, streichen zart darüber und alles ist heil.
Danke, ihr könnt zaubern?“
Ein wenig, und nur im Notfall dürfen wir unsere Kräfte einsetzen,“ meint Hortensie bescheiden.
Aber nun sieh dir die Höhle an.“
Barfuß folgt ihnen das Mädchen in die Höhle.
Sie ist zwar klein aber doch geräumig.
Im Hintergrund sprudelt eine Wasserquelle und Mariella beugt sich und trinkt durstig von dem klaren reinen Wasser.
Dann hört man plötzlich ein Grummeln und Mariella wird rot.
Die Elfen aber sehen sich erschrocken um, war die Höhle doch nicht sicher?
Das war mein Magen,“ murmelt das Mädchen verlegen.
Ach du brauchst ja was zu Essen,“ zwitschern die Elfen aufgeregt.



Kommentare:

  1. Gut, dass die Elfen bei ihr sind. Man kann sich vorstellen, wie hungrig und durstig das Mädchen ist.
    LG Martina

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Lore,
    ich bin jeden Morgn gespannt, was das Findelkind
    erlebt und durchmacht. Jetzt behüten es die Elfen.
    Einen sorgenfreien Dienstg wünscht Dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
  3. Guten Morgen liebe Lore
    Nun sehe ich, es wendet sich langsam zum Guten und die Elfen werden auch weiter helfen, Es ist wirklich schön, Deine Geschichten zu lesen, sie faszienieren auch noch im Alter.
    Lieben Gru´ü Joachim

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.