Mittwoch, 12. Februar 2014

Das Findelkind Teil 7




Ein Eichkätzchen, das neugierig in die Höhle gekommen ist und die letzten Worte gehört, meint:
Ich weiß wo es Nüsse gibt!“
Dann dreht es sich um und flitzt hinaus.
Hat es Angst vor mir?“
Mariella versteht ja die Tiersprache nicht.
Nein, es will dir Nüsse bringen,“ erklären die kleinen Geister.
Marielle lächelt erfreut, denn nun spürt sie doch, dass sie Hunger hat.
Die Elfen aber verlassen ebenfalls die Höhle um nach essbaren Beeren zu suchen.
Zwei Eichkätzchen kommen herein und legen ihr Walnüsse und Haselnüsse vor die Füße, dabei keckern sie freundlich.
Das Mädchen versteht sie zwar nicht, aber sie nickt lächelnd und nimmt einen Stein und knackt die Nüsse.
Die Eichkätzchen drehen sich um und verlassen die Höhle.
Kurze Zeit später kommen die Elfen zurück. 
Sie tragen gemeinsam ein großes Blatt, gefüllt mit Blaubeeren.
War das ein Festschmaus.
Wir haben die Vögel gebeten allen Tiere in der Umgebung zu erzählen, dass du dich hier einige Monate versteckt halten musst und sie dich mit Lebensmittel versorgen sollen.“
Geht das denn?“ fragt Mariella zweifelnd.
Du wirst sehen, wie erfinderisch die Tiere sein können.“
Die Elfen kichern.
Als das Mädchen am nächsten Morgen mit knurrendem Magen erwacht, die Nüsse und Beeren war nicht so sättigend gewesen, musste sie erst überlegen wo sie war.
Die Elfen, die während der Nacht neben ihr geschlafen haben, sind nicht mehr zu sehen.
Mariella stolpert noch immer schlaftrunken zu der Quelle und nimmt einen tiefen Schluck von dem reinen kühlen Wasser.
Vorsichtig blickt sie dann hinaus, bevor sie zum Bach geht, um sich zu waschen.
Eine Kuh kommt plötzlich den Weg entlang gelaufen und schnell versteckt sich das Mädchen, doch Hortensie ist auf einmal da.
Komm nur, sie ist allein, sie will dir Milch bringen.“
Mariella läuft hinter Hortensie her zu der Kuh, auf deren Rücken die anderem beiden Elfen sitzen.
Liebevoll tätschelt sie den Hals des Tieres und wird mit einem freundlichem „Muh“ begrüßt.
Doch dann sieht sie nachdenklich auf das prall
gefüllte Euter.
Kannst du nicht melken,“ fragt Rosemarin.
Aber sicher, ich bin doch auf einem Bauernhof groß geworden.
Aber wie soll ich die Milch denn auffangen?“
Oooh?“ Die Elfen und auch die Kuh gucken ganz überrascht, daran hatte wohl keiner gedacht.
Mariella aber lacht auf einmal und schlägt sich gegen die Stirn.
Ich habe doch die Brotzeitbox, die mir Beatrice mitgegeben hat und die ist aus Blech.“
Sie dreht sich um und rennt in die Höhle.
Mit der Blechdose kommt sie zurück, geht vor der Kuh in die Hocke, hält mit einer Hand die Dose unter das Euter und mit der anderen Hand umfasst sie eine der Zitzen und bald ist das Gefäß gefüllt.
Mit strahlenden Augen trinkt sie die „kuhwarme“ Milch.
Die Elfen kichern.
Du hast einen Bart!“
Lachend wischt sich Mariella mit dem Handrücken über den Mund.“
Die Kuh wendet den Kopf und muht:
Lass es dir schmecken Kleine, ich werde versuchen jeden Morgen vorbei zu kommen, wenn ich es mal nicht schaffe vor dem Melken, dann schicke ich die Ziege.“
Die Elfen übersetzen und Mariella legt beide Arme um den Hals der Kuh.
Danke ,“ flüstert sie.
Während sie der Kuh nachschauen, die sich wieder auf den Rückweg gemacht hat, fragt das Mädchen woher sie denn eigentlich gekommen ist.
In der Nähe ist ein kleines Anwesen, das gehört dem Tierarzt Giovanni Markese und seiner Frau Francesa.
Sie sind sehr nette Menschen und die Tier dürfen sich auf dem Hof frei bewegen, das Gatter zur Koppel steht immer offen.“
Und so richtet sich das Mädchen in ihrer neuen Heimat ein.
Tagsüber bleibt sie in der Nähe der Höhle und
abends streift sie durch die Gegend.
Einmal entdeckt sie einen Müllplatz und findet einen verbeulten Kochtopf, sowie ein stumpfes Messer und einen alter Löffel.
Sie trägt alles in ihre Höhle.
Und mit dem Feuerzauber der Elfen kann sie aus den Kräutern und Pilzen sogar eine schmackhafte Suppe kochen.
Immer wieder tauchen Tiere auf und bringen ihr etwas zu essen.
Eine getigerte Katze ist besonders schlau, mal bringt sie verpacktes Brot, dann wieder hat sie ein Päckchen Butter im Maul und eines Tages zerrt sie sogar eine riesige Salami hinter sich her.
Kichernd erzählen ihr die Elfen, dass die Katze der Kramerin gehört.
 
So vergehen die Monate.
Im Winter wird es ein wenig schwieriger, aber mit Hilfe der Tiere und Elfen muss Mariella nicht hungern und jeden Abend kommen die Eichkätzchen und legen sich rechts und links neben das Mädchen und wärmen sie.
Es kommt ein neuer Frühling und ein neuer Sommer und die Elfen wissen, dass die einsame Zeit von Mariella bald vorbei ist.
Nur das Mädchen ahnt nichts davon, aber sie hat sich an ihr neues Leben gewöhnt und einsam fühlt sie sich nicht.
Sie hat die Tiere und die Elfen.



Kommentare:

  1. guten Morgen liebe Lore
    Ja Tiere haben den besseren Charakter als jeglicher Mensch, -Tiere sind ehrlich und treu.
    Lieben gruß Joachim

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  2. Kuhwarme Milch - da musste ich mich echt schütteln - aber was soll die Kleine machen.Bin gespannt, was sie noch alles erlebt.
    LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.