Donnerstag, 13. Februar 2014

Das Findelkind Teil 8




Obwohl es noch früh am Morgen ist herrscht in dem hübschen Einfamilienhaus der Familie Braun bereits reger Betrieb.
Türen schlagen, Stufen knarren von eifrigen Füßen, die auf und ab laufen.
Tierarzt Dr. Michael Braun belädt wie immer ruhig das große Familienauto.
Eigentlich ist er ja ein ausgesprochener Morgenmuffel, aber heute ist davon nichts zu spüren, denn er freut sich auf die Reise nach Italien.
Trifft er doch seinen ehemaligen Studienkollegen wieder, den er mehr als zehn Jahre nicht gesehen hat.
Kopfschüttelnd betrachtet er die Unmengen von Gepäck, dabei murmelt er vor sich hin.
Verena tritt neben ihn.
Was grummelst du denn?“
Wie kann man für eine Woche Urlaub so viel Zeug mit schleppen?“
Sein Frau lacht und gibt ihm einen Kuss.
Müssen wir ja nicht, das meiste ist doch für die Zwillinge. Ich denke nicht, dass deine Mutter acht Tage für unsere Babys im Doppelpack eingerichtet ist.“
Michael runzelt die Stirn.
Denkst du Mutter wird es nicht zu viel mit den Beiden?“
Sicher nicht, sie ist doch Oma mit Leib und Seele und außerdem wird Lilofee jeden Tag nach ihnen sehen.“
Na, hoffentlich bringt sie ihnen keine Zauberkunststücke bei,“ brummt Michael.
Verena lacht vergnügt, tätschelt ihm die Wange
und geht zurück ins Haus.
Als sie die Küche betritt sieht sie eine Tafel Schokolade durch die Luft schweben.
Sie schnippt mit den Fingern und fängt sie auf.
Kopfschüttelnd murmelt sie.
Noch nicht sprechen können, aber schon zaubern.
Lass das bloß deinen Vater nicht sehen, der bekommt sonst einen Herzinfarkt.“
Warum sollte ich denn einen Herzinfarkt bekommen?“ lacht Michael, der gerade herein kommt.
Er legt den Arm um die Schulter seiner Frau und meint schalkhaft.
Seit ich mit dir verheiratet bin, kann mich nichts mehr erschüttern.“
Da entdeckt er die Tafel Schokolade.
Ist die für mich?“
Er entwendet ihr die Packung, reißt sie auf und steckt sich genüsslich zwei Stückchen auf einmal in den Mund.
Als er die beleidigte Schnute von Franziska sieht, geht er in die Hocke und steckt ihr ein Stückchen in den Mund.
Der kleine Michael rutscht eilig näher und sperrt das Schnäbelchen auf wie ein Vogel und bekommt auch ein Stückchen.
Franziska aber blickt ihre Mutter triumphierend an.
Kleine Hexe!“ murmelt Verena.
Michael aber hebt beide Kinder aus dem Laufstall.
Ich bringe sie schon mal ins Auto.“
Peter und Vanessa poltern die Treppe herunter und wenig später sitzen alle im Auto und fahren zu Oma und Opa.
Frau Schrullig würde sich während ihrer Abwesenheit um Haus und Garten kümmern.
Den Schlüssel hatten sie gestern schon abgegeben.
Nach einer Stunde Fahrt haben sie das Forsthaus erreicht.
Oma, Opa und auch Tante Lilofee kommen aus dem Haus und Peter und Vanessa springen aus dem Auto und laufen auf sie zu.
Sie werden geherzt und geküsst.
Die Zwillinge, zappeln ungeduldig und Michael hat alle Hände voll zu tun, sie aus dem Babysitz zu befreien.
Sobald er sie abstellt watscheln sie auf ihren kleinen Beinchen freudestrahlend zu den Großeltern.
Verena aber nimmt ihre Schwester beiseite und erzählt ihr was sie heute Morgen beobachtet hat.
Lilofee lacht: „Ziemlich frühreif die Kleine. Und was ist mit dem kleinen Michael, hast du da schon Anzeichen entdeckt?“
Verena schüttelt den Kopf.
Vielleicht dauert es bei Jungen etwas länger,“ meint sie zögernd.
Oder er entwickelt gar keine Zauberkräfte.“ erklärt Lilofee.
Da würde sich Michael aber freuen, wenn wenigstens eines seiner Kinder normal wäre, und
noch dazu, dasjenige, das seinen Namen trägt.“
Die beiden Frauen kichern los.
Michael sieht zu ihnen hinüber und schüttelt den Kopf.
Ich verstehe nicht, was die immer zum Kichern haben.“
Sein Vater legt ihm die Hand auf die Schulter.
Versuchs gar nicht Junge, auch du wirst das Rätsel nicht lösen, wie Frauen wirklich funktionieren.“
Nach einem fröhlichen Abschied ist, die um zwei Personen kleinere Familie, auf dem Weg nach Italien.

Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Lustig ist es heute in Deiner Geschichte, so fängt der trübe Tag auch lustig an.
    Lieben Gruß Joachim

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  2. Eine Stelle in der Geschichte kam mir seeeeehr bekannt vor: Warum muss man für eine Woche Urlaub soviel mitnehmen - Keine Ahnung, wo ich das schon mal gehört habe ;-)
    LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.