Donnerstag, 6. März 2014

Ausflug in die Kindheit


 
Als vor zwei Jahren mein Schwager verstarb mussten wir eine Dolmtscherin für die Abwicklung mit den französischen Behörden hinzuziehen.
Mit dieser jungen Dame bin ich heute noch in Verbindung und sie kommt öfter mal auf eine Tasse Kaffee vorbei, wenn sie in meiner Nähe ist.
Als sie vor kurzem bei mir war, kamen wir auf das Gespräch über Kinderbücher und ich erzählte ihr, dass ich mit „Försters Pucki“ aufgewachsen bin und diese Bücher gerne noch einmal lesen würde, doch leider kann man sie nicht mehr kaufen.
Da lachte sie und meinte:
Auch ich bin mit diesen Büchern aufgewachsen und habe alle Bände zu Hause. Leider wollte meine Tochter sie niemals lesen und ich hatte schon die Absicht, die Kinderbücher aus meiner Kindheit zu entsorgen.“
Nein!“ schrie ich, ja ich schrie regelrecht vor Schreck, „ dann gib sie doch mir!“
Am Rosenmontag stand sie dann vor der Tür eine Kiste mit Kinderbüchern im Arm.
Alle Pucki-Bände, Hanni und Nanni, Dolly, und sogar ein Buch von Marie Louise Fischer, einige vom Schneiderverlag, das war   d e r   Kinderbuchverlag früher.
Wisst ihr, dass ich im zarten Alter meiner Jugend, einmal eine meiner Geschichten an den Schneiderverlag geschickt habe?
Was wartete ich damals bang auf eine Antwort und ich bekam sie, freundlich, nett aber doch eine Absage.
Vor einigen Jahren sah ich in einer Talkschau Tine Wittler, die ja bereits einige Bücher geschrieben hat, und sie erzählte, dass sie in jungen Jahren ein Manuskript an den Schneiderverlag geschickt hat und sie erhielt eine Absage, die im Wortlaut genau meinem Brief von damals ähnelte.
Da habe ich doch tatsächlich mit einer berühmten Person etwas gemeinsam.
Nun werde ich genüsslich einen kleinen Ausflug in die Kindheit machen und noch einmal „Försters Pucki „ lesen, heute vielleicht mit anderen Augen, wie als Kind, aber bestimmt mit Freude.