Sonntag, 2. März 2014

Das Findelkind Ende






Nun sind alle erleichtert, während die Erwachsenen noch diskutieren, schlendern Peter und Vanessa in den Obstgarten.
Sie setzen sich unter einen Apfelbaum ins Gras.
Die drei Elfen Hortensie, Rosemarin und Vergissmeinnicht gesellen sich zu ihnen.
Unsere Aufgabe ist erfüllt. Mariella ist jetzt da wo sie hingehört und wir können zurück zu unseren Familien.“
Ist der Weg nicht zu weit für eure zarten Flügeln?“
Hortensie zeigt nach oben.
Ein Vogel sitzt wartend auf einem Ast.
Er bringt uns nach Hause.
Mariella aber wird mit der Zeit vergessen, dass sie jemals Elfen gesehen hat und das ist auch gut so. Lebt wohl!“
Sie fliegen hinauf zu dem Vogel und setzen sich auf seinen Rücken.
Ein fröhliches Winken und bald sind sie zwischen den dichten Bäumen des Waldes verschwunden.
Ich bin froh, dass wir die Elfen nicht vergessen müssen, denn wir haben doch ein tolles Leben. Immer wieder dürfen wir ganz besondere Abenteuer erleben,“ grinst Peter und Vanessa lächelt.
Nein auch sie möchte ihre Herkunft nicht missen.
Und so schlimm war es eigentlich gar nicht, beide Welten miteinander zu verbinden.
Sie gehen zurück ins Haus.
Auf dem Flur begegnen sie Giovanni und als sie die Küche betreten hören sie Francesca jammern.
Nun haben ich extra Kuchen für Mariella gebacken und nun sie sein nicht mehr hier.“
Kränke dich nicht mein liebes Weib,“ lacht
Giovanni, „ eben hat der Baron angerufen und uns für morgen eingeladen.
Er gibt ein großes Fest und Vanessa und Peter sind sie Ehrengäste.“
Oh bravissimo! Dann können nehmen Kuchen mit und ich werde backen noch einen für kleine Barnoness.“
Verena lächelt.
Ich werde dir helfen, wo ist denn Michael.“
wendet sie sich an Giovanni.
Der ist noch in der Praxis. Schade dass ihr übermorgen schon nach Hause fahrt. Ich habe mich an seine Hilfe gewöhnt.“
Am nächsten Morgen herrscht reger Betrieb im Hause Markese.
Besonders Francesca ist ganz aufgeregt und läuft wie ein aufgescheuchtes Huhn umher.
Sie hat Angst die Kuchen würden nicht schmecken, dann jammert sie weil sie kein passendes Kleid für die feine Gesellschaft findet, denn in jedem sieht sie aus wie ein Ballon.
Die Männer haben sich schon längst in die Praxis verdrückt, die zwar heute geschlossen ist, aber sie haben dort ihre Ruhe.
Verena und die Kinder gehen auf die Terrasse.
Eigentlich sollte ich die Koffer packen,“ meint Verena unschlüssig.
Warum schnippst du nicht einfach mit den Fingern?“ fragt Vanessa.
Ihre Mutter seufzt.
Dein Vater mag es nicht, wenn ich zaubere.“
Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß,“
grinst Peter.
Verena sieht ihn strafend an, dann lacht sie.
Ich gebe ein schlechtes Beispiel für meine Kinder ab, aber schließlich habe ich Urlaub und von Viola möchte ich mich auch noch verabschieden.“
Sie schnippst mit den Fingern und meint zufrieden.
Alles erledigt!“
Dann lehnt sie sich an das Küchenfenster und ruft:
Francesca, ich gehe noch ein wenig spazieren,
wenn du mich nicht mehr brauchst.“
Ja, ja geh`nur," kommt es zerstreut zurück.
Als ihre Mutter an ihrem Ring gedreht hat und verschwunden ist, fragt Peter.
Und wir, was machen wir ?“
Gehen wir noch einmal zur Höhle, um uns  von dem Eichkätzchen zu verabschieden.
Sicher will es auch wissen, was aus Mariella geworden ist.“
Am Nachmittag fahren sie dann alle zusammen zu Baron Grazione.
Mariella läuft ihnen freudestrahlend entgegen und umarmt sie alle der Reihe nach.
Der Baron und die Baronin folgen langsam.
Die Baronin bedankt sich mit Tränen in den Augen bei Peter und Vanessa, die ganz verlegen werden.
Mariella aber ist wieder zurück ins Schloss gelaufen und nun kommt sie die Treppe herunter, ein Mädchen hinter sich herziehend.
Arianne!“ rufen die Kinder und eilen ihnen entgegen.
War das eine Freude.
Mariellas Plappermäulchen steht keine Minute still und aufgeregt erzählt sie, dass sie mit ihren Eltern heute am Grab ihrer Pflegemutter war
und dort Blumen nieder gelegt hätten.
Dann wären sie zu Beatrice und Arianne gefahren und hätten sie ins Auto gepackt und mitgenommen.
Sie werden für immer hier bleiben und Papa wird das alte Kutscherhaus für die zwei renovieren lassen und sie können dann dort wohnen.
Arianne und sie werden einen Hauslehrer bekommen und später einmal zusammen aufs Internat gehen und Papa lässt die Höhle für sie und Arianne als Spielhöhle einrichten.
Peter und Vanessa schwirrt der Kopf von all den Neuigkeiten.
Wo ist denn Beatrice?“ wollen sie wissen.
Arianne und Mariella deuten in den Garten, wo
die Diener gerade ein Büfett herrichten unter den wachsamen Augen von Beatrice.
Die Erwachsen haben sich in einer gemütlichen Sitzgruppe in der Nähe niedergelassen und beobachten amüsiert wie die vier Kinder Beatrice bestürmen und auf sie einreden.
Der Baron wendet sich an seine Gäste.
Wir waren heute morgen am Grab von Signoria Eposito und haben dann Beatrice und ihre Tochter gleich mit hierher genommen.
Die Kinder sollen zusammen aufwachsen, wie sie es vorher ja schon taten.“
Ja und Beatrice, die meint sie habe kein Talent zur feinen Dame und will sich lieber nützlich machen, haben wir die Stelle als Hausdame angeboten,“ lächelt die Baronin.
Die Genannte kommt nun herüber im Schlepptau die Kinder und begrüßt die Gäste und verkündet gleichzeitig, das Büfett sei eröffnet.
Ich sehe so viele leckere Sachen, da wird mein Kuchen wohl nicht erwünscht sein,“ meint Francesca.
Mariella quietscht : „Meinen Lieblingskuchen!“
Beatrice nimmt die beiden Kuchen entgegen und stellt sie auf den Tisch.
Für die Kinder wird eine Decke auf den Boden gelegt und so können sie ein richtiges Picknick
machen.
Später sitzen die Erwachsenen noch gemütlich bei einem Gläschen Rotwein, während die Kinder
irgendwo im Garten spielen.
Als es dunkel wird werden Lampions angezündet und Beatrice setzt sich zu ihnen und auch die Kinder vom Spielen müde, setzen sich ins Gras.
Der Baron betrachtet sinnend seine Tochter und meint lächelnd:
Wie schön sich alles geregelt hat.
Aber zu gerne wäre ich heute morgen bei Eposito vorbei gegangen und hätte ihm die Meinung gesagt, wie er mit meiner Tochter umgesprungen ist.
Aber meine Frau hat mich daran gehindert, denn wir haben der verstorbenen Signoria sehr viel zu verdanken.“
Verena aber meint mit feinem Lächeln:
Ich denke sie werden ihre Strafe finden, so wie sie ihren Sohn erziehen. Vielleicht verspielt er einst Haus und Hof und sie landen im Armenhaus.“
Gestern Abend hatte sie ein längeres Gespräch mit Moira.
Würde ich ihnen wünschen,“ brummt der Baron, dann winkt er Vanessa und Peter zu sich.“
Na, ihr zwei, ich habt sehr viel für meine Tochter getan.
Ich würde euch gern einen Wunsch erfüllen.“
Jeden?“ fragt Vanessa.
Der Baron nickt mit einem feinen Lächeln.
Das Mädchen nimmt Peter an der Hand und zerrt ihn etwas abseits, dort stecken sie die Köpfe zusammen.
Ich fürchte das wird teuer,“ schmunzelt der Baron.
Auch die anderen beobachten die Kinder gespannt.
Die beiden treten entschlossen näher und sehen dem Baron ernst an.
Wir wünschen uns, dass ihr Onkel Giovanni das Grundstück für seinen Naturpark zu einem günstigen Preis verkauft.“
sagt Vanessa entschlossen und Peter nickt bekräftigend.
Aber ich habe das Geld noch nicht zusammen!“
ruft Giovanni und sieht gleichzeitig bang zu dem Baron hinüber.
Dieser ist tief in Gedanken versunken.
Denken sie daran, dass die Tiere Mariella geholfen haben im Wald zu überleben,“ mahnt Peter.
Mariella und Arianne haben sich zu den Geschwistern gestellt und der Baron sieht die vier Kinder lächelnd an, dann schüttelt er langsam den Kopf.
Nein, ich werde das Grundstück nicht verkaufen.“
Papa!“ ruft Mariella empört.
Ich werde das Grundstück als Sponsor kostenlos für den Naturpark zur Verfügung stellen und gleichzeitig versuchen bei meinen Bekannten weitere Sponsoren zu finden.
Sie aber Herr Markese,“
wendet er sich an Giovanni
werden der Leiter des Naturparks sein.
Ich denke das zusätzliche Gehalt, wird ihnen gut tun, bei ihrer wachsenden Familie.“
Schmunzelnd wirft er einen Blick zu Francesca.
Giovanni aber springt auf und zerquetscht die Hand des Barons zwischen seinen Pranken, dass dieser schmerzhaft das Gesicht verzieht.
Danke, Danke!“
Der Baron aber sieht lächelnd zu den Kindern.
Zufrieden?“
Peter und Vanessa nicken freudestrahlend und Mariella fällt ihrem Vater um den Hals.
Lange sitzen sie dann noch beisammen, bis Michael mahnt, dass sie morgen sehr früh abfahren wollen.
Die Kinder sind etwas traurig, doch dann meint Francesca.
Keine Sorge, in ein paar Monaten sie kommen wieder, da sein Taufe für unsere Bambino.“
Nun war der Abschied nicht gar so schwer.

Am nächsten Morgen dann geht es wieder nach Hause.
Und obwohl es ein schönes Abenteuer war, freuen sich die Kinder auf Oma und Opa, Tante Lilofee und die Zwillinge!


Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen und wünsche euch einen schönen Sonntag.
Eure Märchenfee

Kommentare:

  1. Obwohl ich die Geschichte durch SB schon kannte habe ich sie jetzt noch einmal
    im Zusammenhang gelesen. Das ist so schön geschrieben, wenn es doch auch im
    realen Leben mal so etwas gäbe. Einen recht schönen Sonntag und ich freue mich schon auf
    die nächste Geschichte.LG Christa

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  2. Guten Morgen liebe Lore
    Esd war so schön zu lesen, traurig, hoffnungsvoll und freudig, tiefsinnig.Danke man kann es mit Worten gar nicht aussprechen.
    Liebe Grüße Joachim

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  3. Und ob uns deine Geschichte gefallen hat, liebe Lore! Hör bloß niemals auf zu schreiben!!!
    Bis dann! Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.