Samstag, 29. März 2014

Der Garten - Gedicht - Erinnerung






Nun sieht man sie wieder, die fleißigen Gärtner, überall wird geharkt, gesät, die ersten vorwitzigen Unkrautpflänzchen beseitigt.
Ich habe ja zwei scharze Daumen und jede Pflanze, die ich in die Finger bekomme, verdorrt.
Meine leider inzwischen verstorbene Bekannte Josefa schenkte mir einmal einen Kaktus mit den Worten:
"Den bekommst nicht mal du kaputt."
Ich schaffte es!
Danach hat sie mir nie wieder eine Pflanze anvertraut und alle meine Freunde und Bekannten wissen, der Lore nur ja keinen Blumentopf schenken.
Josefa hatte ja zwei grünen Daumen und wurde in dem Dorf in dem ich damals lebte nur die Blumenfrau genannt.
Ihr kleines Häuschen am Rande des Dorfes war im Sommer das reinste Blumenmmeer.
Ringsum blühte und wucherte es in allen Farben, herrlich anzusehen.
Und obwohl ich so eine Niete in puncto Pflanzen war, mochte sie mich doch gerne und ich habe manche Tasse Kaffee mit ihr getrunken.
Für die "Wurzel" in Aurelia diente Josefa mir als Vorbild, denn so war sie.
Rauh aber herzlich, sie nahm kein Blatt vor den Mund und hielt mit ihrer Meinung nie hinterm Berg, aber sie hatte ein Herz aus Gold und wenn man in Not war, konnte man auf sie zählen.

Gegenüber unserer derzeitigen Wohnung wohnt ein Mann, der ist schon über neunzig Jahre alt, aber er arbeitet immer noch in seinem Garten.
Bewundernswert!

Der Schwiegervater meiner älteren Schwester ging jeden Morgen barfuß durch das taufrische Gras.
Er wurde auch weit über neunzig!

Also arbeiten im Garten ist gesund und erhöht die Lebenserwartung.
Arme Lore und dabei will ich doch uralt werden!

Nun noch ein Gedicht von meinem Freund "Die Nachtigall"
Ich weiß, dass es aus Kummer über seinen Garten entstanden ist, den er aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr pflegen kann.



Der traurige Garten

Wie weh tut doch ein Scheiden,
das Herz wird mir ganz wund,
so lauf ich in den Weiten,
und traure in stiller Stund.

Der Stunden sind`s noch  viele,
mein Herz trägt heimlich Leiden,
ich mit den Gedanken spiele,
so kann es doch nicht bleiben.

Viele Gärten hatte ich beschauet,
mit Blumen und grünen Klee,
hatte selbst mein Gärtchen gebauet,
jetzt tut es meinem Herzen weh.

Ist alles kahl im Mondenschein,
Unkraut wächst hier viel lieber,
kein Blümlein findet hier sich ein,
ich glaub das Gärtchen liegt im Fieber.

Die Blümlein die ich meine,
Die sind von edler Art,
in aller Tugend nur noch Steine,
ist nicht die feine Art.

Mich dünkt in meinen Sinnen,
wenn ich das alles seh`,
ist es in meiner Brust hier drinnen,
genau wie ein toter See.

Wird nicht mehr daran denken,
die Zeiten sind vorbei,
ein anderes tut mir Blümlein schenken,
und ich bin glücklich dann dabei.

Die Nachtigall