Donnerstag, 27. März 2014

Dialekte - Erinnerung




Als ich kürzlich mit meiner Kusine Christa in Winterbach telefonierte, kamen wir auch auf einige saarländische Wörter zu sprechen über die ich mich früher immer köstlich amüsieren konnte.
Oder wisst ihr, dass es sich bei  "Gehannsdrouwe"  um Johannisbeeren handelt?
Oder gar das "Drooschele" Stachelbeeren sind?
Klingt ein wenig wie das bayrische "Trutscherl", so nennt man bei uns eine einfältige Person. 
Ich kann mich noch errinnern, wie meine Mutter immer wenn sie mit ihrer Schwester im Saarland telefonierte unweigerlich in den saarländischen Dialekt verfiel.
Oder gar mein Mann. Er stammt aus dem Elsaß und bisher hatte ich diesen Dialekt noch nie gehört.
Bei unserm ersten Besuch bei seiner Mutter wurden wir von seinem Bruder und dessen Frau am Bahnhof abgeholt und plötzlich verstand ich meinen Kurt nicht mehr.
Nein, er redete nicht französisch sondern einen Dialekt von dem ich kein Wort verstand.
Erst später, als ich mich daran gewöhnt hatte, begann ich die Gespräche zu verstehen und stellte sogar bei manchen Wörtern eine Ähnlichkeit mit dem saarländischen  Dialekt fest.
Im Internet wollte ich mich mal schlau machen und wissen wie viele Dialekte es eigentlich gab.
Doch selbst das Internet war damit überfordert.
Es gibt so viele Mundarten und da jede einzelne auch wieder viele Abweichungen hat, kann die genaue Zahl nicht ermittelt werden.
Allein in meiner Familie gibt es sechs Dialekte.
Mein Vater kam aus Pirmasens in der Pfalz.
Meine Mutter aus Landsweiler Reden im Saarland.
Wir drei Mädels sprachen ein gemäßigtes bayrisch.
Meine älteste Schwester heiratete einen Schwaben.
Meine jüngste Schwester einen Franken.
Und ich einen Elsässer.
Ziemlich verwirrend was? Nun stellt euch mal unsere Famileintreffen vor.
Das Dialekte auch peinlich werden können, das passierte meiner Schwester Karin.
In der Verlobungszeit trafen sich meine Schwester und mein Schwager mit dessen besten Freund, der auch Trauzeuge werden sollte.
Nach einem angenehmen fröhlichen Abend wollten sie gehen und Karin meinte seufzend: "O weh, morgen muss ich zum Fotzenspangler!"
Der junge Mann wurde rot wie eine Tomate.
Später klärte mein Schwager meine Schwester auf.
 "Fotze" bedeutet im Bayrischen " Mund"  und "Fotzenspangeler" Zahnarzt.
Im Schwäbischen aber bezeichnet das Wort "Fotze" einen anderen Teil des weiblichen Körpers, der den jungen Mann zum Erröten brachte.
Ein Glück, dass wir alle Deutsche sind und uns so gut verstehen.