Dienstag, 10. Juni 2014

Reizwortgeschichte - Lilaluna besucht Anneliese

Diesmal sind die Wörter

Wolke – Duft – leben – öffnen – wohltuend

unterzubringen






Lila – Luna besucht Anneliese


Anneliese springt die letzten Stufen des Busses hinunter und die Tür schließt sich zischend hinter ihr.
Vergnügt stapft das Mädchen die Straße der kleinen Siedlung entlang. Morgen ist Sonnabend und schulfrei und Fräulein Seifert hat ihnen keine Hausaufgaben gegeben.
Hallo Anneliese!“ ruft Frau Jakobsen.
Anneliese grüßt freundlich die Nachbarin und diese reicht ihr eine Schale mit Erdbeeren.
Sind schon gewaschen, lasse sie dir gut schmecken, Übrigens deine Mutter lässt dir ausrichten, dass es heute etwas später wird.“
Das Mädchen bedankt sich und betritt den Garten.Als sie die Tür zu dem kleinen Häuschen öffnet, quietscht diese lang und jämmerlich und Anneliese grinst.
Seit Wochen schon jammert ihre Mutter, dass sie die Tür endlich mal ölen müsste, doch immer wieder vergisst sie es.
In dem kleinen Flur stellt sie den Schulranzen ab und geht in die Küche.
Auf dem Tisch liegt ein Brief mit lauter bunten Stickern verziert und das Mädchen strahlt.
Der ist von ihrer Freundin Evelyn aus Wiesbaden und während sie sich eine Erdbeere in den Mund steckt liest sie den fröhlichen Brief.
Ihr Gesicht beginnt zu strahlen, denn Evelyn schreibt, dass sie gerne an Pfingsten zu ihr kommen möchte, ihre Eltern
hätten es erlaubt und wollten nur wissen, ob auch ihre Mutter zustimmen würde.
Gleich wenn die Mutter nachher nach Hause kommt, will sie diese fragen und dann gleich an Evelyn schreiben.
Anneliese lehnt sich zurück und denkt an Wiesbaden, als der Papa noch bei ihnen war, wie schön und lustig es doch war und die Mutter musste nicht immer so viel arbeiten, hatte viel mehr Zeit für sie.
Doch dann hatte Papa auf einmal eine andere Frau lieb und hat jetzt eine neue Familie.
Mama weinte damals sehr viel,aber nur heimlich.
Doch oft bemerkte es Anneliese und es machte sie sehr traurig.
Dann war der Brief vom Notar gekommen. Großtante Kunigunde hatte der Mama dieses Häuschen hier in Bayern vermacht.
Das Haus war nicht groß, aber für sie beide genügte es. Ein kleiner Flur, eine Wohnküche und zwei Zimmer. Hinten raus war noch ein Abstellraum, in dem die Waschmaschine stand.
Als Mama dann noch die Stelle als Krankenschwester im hiesigen Krankenhaus bekam, da hatte sie zum ersten Mal wieder richtig gelacht.
Sie hatte Anneliese an beiden Händen genommen und war mit ihr durch die Wohnung getanzt.
Die Möbel in Wiesbaden verkauften sie, um sich hier neu einzurichten
Die altmodische Küche blieb so wie sie war, nur ein neuer Elektroherd wurde gekauft.
Der alte gemütliche Holzofen blieb auch stehen, denn der wärmte im Winter das ganze Haus.
Aus den beiden Zimmern wurden Wohn-Schlafräume gemacht.
Eines für die Mama und eines für Anneliese.
Es war schön hier und auch der kleine Garten war eine Wucht.
Nur der Abschied von Evelyn war sehr schwer und
tränenreich.
Fest hielten sie sich umschlungen und versprachen sich jede Woche einen Brief zu schreiben und das hielten sie auch ein. Und nun wollte Evelyn sogar zu Besuch kommen.
Anneliese hatte hier noch keine Freunde gefunden. Die sprachen hier aber auch einen Dialekt, den sie kaum verstand.
Außerdem half sie auch ihrer Mutter, die immer so müde von der schweren Arbeit im Krankenhaus war, so viel sie konnte.
Nach und nach hielt sie alles im Haus in Ordnung, nur an den Ofen und die Wachmaschine ließ die Mutter sie nicht.
Mein kleines Hausmütterchen, wenn ich dich nicht hätte!“
sagte die Mutter oft und nahm sie zärtlich in die Arme.
Das Mädchen sieht zur Spüle, in dem das Frühstücksgeschirr steht, das will sie doch gleich mal abwaschen.
Auf dem Herd ist ein Topf mit Bohnensuppe, den die Mutter bevor sie in die Arbeit ging, gekocht hat.
Die Suppe werden sie essen, wenn diese nach Haus kommt.
Anneliese steckt sich noch eine Erdbeere in den Mund, dann öffnet sie das Fenster über der Spüle.
Die Sonne wirft goldene Kringel in den Raum. Eine Amsel sitzt auf einem Baum und singt ihr schönstes Lied.
Bienen um schwirren summend das Blumenbeet und der Duft des weißen Fliederbaumes, der direkt neben dem Fenster steht, strömt in das Zimmer.
Ihre Mutter liebt den Baum. „Flieder ist wohltuend für die Seele“, sagt sie immer.
Anneliese versteht das zwar nicht, aber sie freut sich, dass die Mutter so glücklich ist, seit sie hier leben.
Das Mädchen lässt Wasser einlaufen und beobachtet vergnügt wie sich der Schaum des Spülmittels über dem
Geschirr wölbt.
Ein leises Kichern lässt sie hoch sehen.
Lila – Luna!“
Die kleine Elfe lacht und es klingt, als würde ein kleines silbernes Glöckchen läuten.
Anneliese fährt sich über die Augen, doch die Elfe sitzt immer noch da.
Und ich dachte schon, es wäre alles nur ein Traum gewesen, das Fest auf der Wiese,“ stammelt das Mädchen.
Wieder lacht Lila-Luna. „ Nein, Frau Elektra hat dich nur ins Traumland geschickt und dich zurück in dein Bett gezaubert.“
Sie deutet auf den Schaum.
Hast du eine Wolke eingefangen?“
Anneliese schüttelt grinsend den Kopf.
Das entsteht, wenn man Seife mit Wasser vermischt.“
Die Elfe zuckt die Schultern. „Verstehe ich nicht!“
Pass auf!“ ruft Anneliese und pustet kräftig in den Schaum.
Kleine Schaumwölkchen fliegen in die Höhe und jubelnd folgt ihnen Lila – Luna.
Eine Weile ergötzen sie sich an dem Spiel, doch dann wäscht Anneliese das Geschirr, denn ihr Mutter kommt bald.
Als alles sauber im Schranke verstaut ist, setzen sich die beiden so ungleichen Freundinnen an den Tisch.
Anneliese schneidet eine Erdbeere in klitzekleine Stückchen und Lila – Luna lässt sich auf dem Tellerrand nieder und futtert vergnügt die köstliche Frucht.
Dabei steht ihr Mündchen nicht still, sie erzählt vom Elfenland, richtet ihr Grüße von Dr. Wichtel aus und auch von Brummer.
Dann fragt sie ihre Menschenfreundin, ob sie nicht wieder mal zu ihnen ins Elfenreich kommen wolle.
Da keine Schule und Mama sowieso arbeitete, könnte ich bereits schon morgen kommen."
Prima!“ jubelt die kleine Elfe. „Ich werde dann Brummer mitbringen, dann kannst du auf ihm fliegen, denn leider hast du ja keine Flügel.“
Dann musst du aber auch Dr. Wichtel mitbringen, damit er mich klein zaubern kann,“ lacht Anneliese.
Aber das kann doch ich! Hast du vergessen, dass ich zusammen mit meinen Flügeln auch meinen Zauberstab bekommen habe. Soll ich dir mal zeigen wie es geht?“
Nein, nein!“ Das Mädchen hebt abwehrend beide Hände.
Meine Mutter kommt jeden Moment nach Hause.“
Dann will ich mich verabschieden, also dann bis Morgen!“
Lila – Luna gibt Anneliese ein Küsschen auf die Nase und schwirrt winkend aus dem Fenster.
Das Mädchen aber lehnt sich glücklich lächelnd zurück.
Nein sie war nicht mehr einsam.
Sie hatte eine kleine Elfenfreundin, mit der sie Abenteuer erleben würde und Evelyn, die sie Pfingsten besuchen kommt.
Wie schön war doch die Welt!






Nun wünsche ich euch einen schönen Tag, genießt den Sonnenschein, wer weiß wie lange er bleibt.





Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore,
    eine wunderschöne Geschichte! Ja, die Zeit, wo der Flieder duftet, geniesse ich auch immer ganz besonders!
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥
    Noch scheint die Sonne, aber mit vielen Wolken am Himmel .....

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  2. Bezaubernde Geschichte, danke Lore!

    Alles Liebe
    Eva :)

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  3. Liebe Lore,
    die Geschichte gefällt mir sehr, auch das Wiedersehen mit Lila-Luna. Sicher gibt es demnächst noch mehr von ihr zu lesen, oder?
    Herzliche Grüße
    Regina

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  4. Lila-Luna und du, ihr seid schon jetzt untrennbar miteinander verbunden! Danke für die schöne Geschichte - ich freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung. Einen sonnigen Tag! Martina

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  5. Liebe Lore
    Manchmal wünschte man sich auch so eine kleine Elfe.
    Danke auch für die schöne Geschichte freue mich schon auf den nächsten Dienstag
    Liebe Grü´ße von Joachim

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  6. Wieder eine wunderschöne Geschichte, vielen Dank liebe Lore.
    Liebe Grüße Christa

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  7. Liebe Lore,
    Lila-Luna wird uns doch sicher noch öfter erfreuen, oder?
    Wieder eine ganz wunderschöne Geschichte, die die Seele
    berührt.
    Liebe Grüße schickt dir
    Irmi

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  8. Wie immer eine wunderbar Geschichte Lore, läd zum Täumen ein. Renate

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.