Freitag, 17. April 2015

Betrachtung über Hände



 Sicher habe ich schon mal erwähnt, dass ich bei seniorbook in der 'Schreibwerkstatt' teilnehme.
Jeden Monat wird dort ein Reizwort verlost. Ich habe zwar nicht immer Zeit daran teilzunehmen und manchmal fällt mir auch nichts dazu ein.
Diesmal aber war es das Wort 'Hände'
Nun habe ich ja hier schon aber über  Die Hände einer Mutter
geschrieben, die ja auch einige biographische Momente meiner Eltern beinhaltet, also musste ich mir erneut Gedanken über 'Hände' und ihre Bedeutung manchen.
Vielleicht interessiert euch ja meine kleine philosophische Betrachtung. 




Hände haben mich schon immer fasziniert und wenn ich einem Menschen zum ersten Mal begegnete, dann sah ich zuerst auf seine Hände.
Dabei weiß ich nicht einmal warum, vielleicht aus einem Instinkt heraus, denn es ist wichtig welchen Händen man sich anvertraut.
Mein Vater hatte große, warme Hände, Hände denen man sich anvertrauen konnte. Wenn die ganze Familie sonntags zu einem Spaziergang aufbrach, dann schlüpfte meine kleine Hand in seine große und ich wusste, es kann mir nichts geschehen.
Diese Gefühl hatte ich bis zu seinem Tod.
Es war auch das Bild der betenden Hände von Albrecht Dürer, das sein Sterbebildchen zierte.
Albrecht Dürer schuf diese Zeichnung wohl nach seinen eigenen Händen, gedacht war sie für einen im Jahre 1507 von Josef Heller, einen Frankfurter Patrizier, bestellten Altar und galt wohl als Vorlage für eine Apostelfigur.
Für uns aber war sie das Sinnbild für die arbeitsamen Hände unseres Vaters, der immer für seine Familie da war und oft seine Hände schützend über uns hielt.
Meine Mutter hatte feine zarte Hände, Künstlerhände und unter ihren Händen entstanden auch die schönsten Handarbeiten.
Doch der Krieg und die Zeit danach hat diese Hände auch zu groben Arbeiten gezwungen. Von Holzhacken bis stundenlang am Waschbrett stehen musste sie alle Arbeiten verrichten und blieb doch immer Dame dabei.
Mein Mann war kein Schönling, aber er hatte starke, sensible Hände, denen man sich anvertrauen konnte und ich habe es nie bereut.
Je mehr man über Hände nachdenkt merkt man, wie wichtig diese doch sind und vor allem wie sehr man doch aufpassen muss, sich den richtigen Händen anzuvertrauen.
Denn Hände können nicht nur Schönes schaffen, sie können auch zerstören.
Sie können unendlich zärtlich sein, aber auch grausam und brutal.
Sie können erschaffen und zerstören!
Sie können Wunderschönes schreiben, aber auch Hassparolen an die Wände schmieren.
Ich wünsche mir, dass die Welt immer in guten starken Händen liegt, damit die bösen zerstörerischen Hände niemals die Oberhand gewinnen.



 
© Lore Platz 


Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende