Dienstag, 27. Oktober 2015

Einfach nur quatschen - Reizwortgeschichte

So eine Woche ist doch immer schnell vorbei und wieder gibt es eine Reizwortgeschichte.
Diesmal sind es die Wörter:  
Decke,  Wagen, bunt, erklären, armselig




Einfach nur quatschen


Sicher könnt ihr es euch denken und ich muss es nicht extra erklären.
Mir ist diesmal keine Geschichte eingefallen.
Also erzähle ich euch einfach ein bisschen.
Über was soll ich reden, was haben wir denn für ein Wort?
Ah Decke!
Das erinnert ich mich an eine schöne bunte Decke, die ich für unser erstes Auto gehäkelt habe.
Kurtl war ja schon vierzig, als er seinen Führerschein machte, da er, solange er zur See fuhr, kein Auto brauchte.
Umso stolzer war er dann auf seinen ersten Wagen und wir fuhren gleich als erstes drei Wochen durch das Elsass.
Frisch verheiratet und verliebt, stolze Besitzer eines goldenen Mitsubishis fühlten wir uns wie Könige.
Die ersten Jahre einer Ehe sind einfach die schönsten, findet ihr nicht auch.
Später holt einem dann der Alltag und die Sorgen ein, aber das schweißt noch mehr zusammen.
Entspannter wird es dann wieder, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Mann in Rente ist.
Dann hat man auch wieder mehr Zeit füreinander.
Ich hatte ja das Glück, alle drei Phasen der Ehe erleben zu dürfen.
Natürlich war der Übergang von der Arbeit zur Rente nicht einfach für meinen Mann und MICH!
Er wusste nämlich so gar nichts mit sich anzufangen.
Also begann er mir im Haushalt zu helfen. Schon immer hatte es ihn gestört, dass ich nicht immer gleich nach dem Frühstück abwasche.
Ich ließ nämlich das Geschirr vom Frühstück und Mittagessen zusammen kommen.
Kurtl begann nun sofort nach dem Frühstück abzuwaschen, während ich noch gemütlich meine letzte Tasse Kaffee genoss.
Als er mir aber dann meine halb leer getrunkene Tasse fast aus der Hand riss, da reichte es mir.
Mein Mann spielte gerne „Mensch ärgere dich nicht“.
Also schlug ich ihm vor, wer verliert muss abspülen.
So schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe.
Ich konnte in Zukunft meinen Kaffee in Ruhe trinken und mein Mann freute sich auf das Spiel und war für eine Weile beschäftigt.
Mit der Zeit fand er dann seinen Renten – Rhythmus und einige Monate später einen Nebenjob, der nicht zu anstrengend aber ihm doch Spaß machte und mir eine Verschnaufpause gönnte.





Was ich euch nun erzähle ist echt wahr.
Gestern Nacht wache ich auf, halb eins nach neuer Zeit und auf einmal erscheint im Gang ein überirdisches Licht.
Schreck, Angst, gruseln!
Mein erster Gedanke: EINBRECHER
Ich halte den Atem an und lausche, absolute Stille
Nach langem Zittern und Überlegen, wälze ich mich aus dem Bett und gehe dem Lichtschein nach.
In der Küche über der Anrichte habe ich eine Neonröhre, die aber schon seit Urzeiten kaputt ist.
Die brennt nun plötzlich und der Einschaltknopf ist nach unten gedrückt.
Ich mache sie aus, aber ganz wohl ist mir nicht in meiner Haut.
Es gibt nun zwei Erklärungen:
Mein Neffe hat mir im Flur an der Decke die Glühbirne ausgewechselt und die Leitungen hängen irgendwie zusammen.
Oder es ist ein Gruß meines Mannes.
Obwohl ja die Seelen der Verstorbenen erst am 31.10.
für eine Nacht auf die Erde dürfen.
Die Kelten glaubten nämlich fest daran, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht vom 31. Oktober als Geister auf die Erde zurückkommen, um in ihre Häuser zurückzukehren.
Doch die Geister die den Weg zurück nicht fanden und verzweifelt umher irrten, die spukten durch die Nacht und erschreckten die Menschen.
Deshalb verkleiden sich Groß und Klein als schreckliche Monster und haben ihren Spaß die Leute zu erschrecken.
Besonders in Amerika wird Halloween ja ganz groß gefeiert und dort gibt es wirklich die abscheulichsten Verkleidungen.
Heidi Klum liebt ja dieses Fest und denkt sich jedes Jahr etwas aus und das mit einem großem Medienrummel.
Der Brauch wurde von irischen Einwandern in das Land er unbegrenzten Möglichkeiten gebracht und kam auch im
19. Jahrhundert nach Europa.
Doch bei uns hat Halloween nicht gar so große Bedeutung.
Vielmehr ist der 31. Oktober der Allerseelen – Tag und wir gedenken dann unserer lieben Verstorbenen.
Und im katholischen Bayern ist es sogar ein Feiertag.




Wisst ihr warum an Halloween Kürbisse ausgehöhlt werden und man ein Licht hineinstellt.
Ursprünglich waren es ja Rüben, aber in Amerika gab es nicht so viel Rüben, also nahmen die Iren Kürbisse.
Und so entstand der Brauch in Kürbisse Fratzen zu schneiden und diese dann von innen zu beleuchten.
Doch ich wollte euch ja erzählen warum das so ist.
Der alte irische Hufschmied Jack, ein Tunichtgut und Trunkenbold, saß mal wieder in seinem Lieblingspub und war nicht mehr ganz nüchtern.
Da erschien der Teufel und wollte seine Seele. Jack stierte in sein fast leeres Glas und bat den Herrn der Finsternis, ihm noch einen Drink zu spendieren.
Der Teufel aber hatte kein Geld dabei und verwandelte sich in eine Münze.
Jack nahm diese und steckte sie in seine Lederbörse, auf der ein Kreuz aufgenäht war.
Erst als der Teufel ihm versprach, ihn ein Jahr in Ruhe zu lassen, ließ er ihn frei.
Nach einem Jahr kam der Höllenfürst wieder und verlangte die Seele von Jack.
Dieser bat, der Teufel möge ihm doch einen Apfel pflücken.
Kaum saß Luzifer aber auf dem Baum, ritzte Jack ein Kreuz in die Rinde.
Und nun musste der Teufel  versprechen ihn in Ewigkeit in Ruhe zu lassen.
Jack wurde ein alter Mann und starb.
Am Himmeltor aber wies man ihn wegen seinem schlechten Lebenswandel ab und der Teufel konnte ihn nicht aufnehmen, da er sein Ehrenwort gegeben hatte.
Der Teufel aber hatte Mitleid mit ihm und schenkte ihm eine magische glühende Kohle, die niemals erlosch und
Jack steckte diese in eine ausgehöhlte Rübe.
So wandert Jacks Seele bis zum heutigen Tag durch die ewige Dunkelheit.
Ich merke gerade, ich habe das Wort armselig vergessen, aber dazu fällt mir jetzt nichts ein.
Aber ich habe es wenigstens erwähnt, dass müsste doch genügen?
Nun wünsche ich euch einen gemütlichen Tag.


© Lore Platz











Kommentare:

  1. Liebe Lore,
    die Plauderei mit Dir war sehr angenehm und hat mir gut gefallen.
    Für das Licht Deiner eigentlich kaputten Neonröhre gibt es sicherlich eine logische Erklärung, aber ein bisschen unheimlich ist es trotzdem.
    Übrigens, Dein Trick mit dem "Mensch ärgere dich nicht Spiel" war genial. Dein Mann hat ihn sicher durchschaut, aber trotzdem gerne mitgespielt. Ihr wart ein tolles Team.
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Lore
    es war schön deine Plauderrei zu lesen und nach zuspüren die Zeit mit deinem Mann und wer weis vielleicht wollte dein verstorbener Mann ein Zeichen setzen ich denke an dich und bin ganz nah da!
    Die Erklärung von den Fratzen im Kürbis wusste ich auch noch nicht!
    Ich wünsche dir eine schöne Herbstwoche!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  3. Guten Morgen, Lore,
    es muss nicht immer eine Geschichte sein! Ich liebe die Berichte aus Deinem Leben - und Du weißt auch so viel zu erzählen über die Sitten und Gebräuche anderer Völker - das finde ich hochinteressant!
    Übrigens - die Geschichte mit dem Geschirrspülen hat mich an meine Eltern erinnert! Als mein Vater in Rente ging, hing er anfangs auch den lieben langen Tag meiner Mutter am Rockzipfel und wollte ihr im Haushalt helfen ... Sie war es jedoch jahrzehntelang gewohnt, den ganzen Tag alleine zu sein, ihren Haushalt zu managen und die drei Kinder zu versorgen.. Naja, natürlich gab es ab und zu schon mal Schwierigkeiten.

    Zum Glück hatte mein Vater einen Schrebergarten, und meine Mutter schickte ihn dann ab und zu mit den Bio-Abfällen dorthin. Dann hatte sich mal eine Weile ihre Ruhe! **grins**.Aber das hat sich irgendwann eingespielt - genau wie bei Euch.

    Diesmal war es wieder seeehr interessant, festzustellen, was fünf Personen doch für unterschiedliche Beiträge aus den Reizwörtern "basteln" können!

    Liebe Grüße aus Nürnberg
    Christine

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Lore, Christine hat soooo recht: Es muss nicht immer eine erdachte Geschichte sein. Deine heutige hat mir sehr gut gefallen und sie war sogar ein bisschen gruselig. Also: Mir hätten auch die Haare zu Berge gestanden, wegen der plötzlich brennenden Lampe. --- Ja das Rentnerdasein. Das haben wir ja noch vor uns und ich bin schon ganz gespannt darauf wie es so wird. Ich werde dann berichten! :-) LG Martina

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Lore, das war schön, wie bei meiner Oma,wenn sie Geschichten aus ihrem Leben erzählte. Ich will noch mehr lesen. Liebe Grüße Eva

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Lore,
    auch ich habe deinem Geplauder gern gelauscht und da wir uns ja gut kennen, hatte ich dabei sogar deine Stimme im Ohr, herrlich!
    Herzliche Grüße
    Regina

    AntwortenLöschen
  7. Guten Morgen liebe Lore
    Es ist doch komisch mir uns Menschen, auch wenn man mal nichts weiß und plaudert so vor sich hin,
    da kommt doch immer was sinnvolles raus.
    Danke für Deine Plaudergeschichte.
    Ein schönes Wochenende und löiebe Grüße von Joachim

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.