Donnerstag, 21. Januar 2016

Das Fahrrad

Das schöne am Internet ist, dass man die Möglichkeit hat hier so vielen kreativen Menschen zu begegnen.
Sicher erinnert ihr euch noch an die schönen Bilder, die Heide Marie zu meinen Geschichten gezeichnet hat.
Nun hat sie auf Evas Blog auch eine herrliche Erinnerungsgeschichte erzählt, bei der ihr euch kringeln könnt vor Lachen.
Ich stell euch mal den Link ein

Eine andere langjährige Internetfreundin hat mir ein Bild von einer Bastelarbeit ihrer Schwester gesandt.
Ein Fahrrad gefaltet in 3 D Origami.
Ich bewundere ja Menschen, die so geschickte Hände haben und aus einem quadratischem Stück Papier solche Kunstwerke zaubern.
Origami ist eine uralte Kunst.
Im Jahre 610 brachten buddhistische chinesische Mönche das Papier nach Japan. In den Jahren 1322 – 1868 erlebte es dort seine Blüte.
Im 16. Jahrhundert breitete es sich über Ägypten, Mesopotamien und Spanien in Westeuropa aus.
Das beliebteste Modell war der Kranich.
Eine japanische Legende erzählt, dass derjenige, der 1000 Kraniche faltet von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommt.
Das Atombombenopfer Sadako Sasaki versuchte vergeblich durch das Falten von Origami - Kranichen gegen ihre Leukämie anzukämpfen.
Nach ihrem Tod wurde der Origami – Kranich zum Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstandes gegen den Atomkrieg.
Nun will ich euch noch das schöne Foto von dem
3D Origami – Fahrrad zeigen und ein Gedicht von meinem Internetfreund „Die Nachtigall“, der von seinem alten Fahrrad erzählt.






Ein altes Fahrrad nenn' ich mein
Damit konnte ich immer glücklich sein
Obwohl es keine Gänge hat
Fuhr ich damit oft in die Stadt

Der Sattel ist ganz aus Leder
So etwas Schönes hat nicht jeder
Der Korb dahinter ist gebogen
Und sehr groß, ist nicht gelogen

Es ist schmucklos, aber stabil
Und in den Korb passt auch sehr viel
Und mit seinen Gummireifen
Kann man durch die Gegend streifen

Das Fahrrad auch zwei Bremsen hat
Die braucht man in der Stadt
Wenn man kräftig in die Pedale tritt
Und plötzlich etwas in der Quere ist.

Am Lenker eine Klingel sitzt
Die manchmal geht und manchmal nicht
Eine Lampe ist vorn angebracht
Die braucht man meistens in der Nacht

Dieses Fahrrad hat mich sehr froh gemacht
Und mich täglich zur Arbeit gebracht
Fuhr nicht bergauf, aber schnell bergab
Bergauf, da stieg ich einfach ab

Das Fahrrad ist mir immer treu geblieben
Fahrraddiebe ließen es links liegen
Stand stundenlang vor dem Haus
Sah aber doch sehr schmucklos aus

Mein Fahrrad war schon genial
Verlassen hat es mich nicht einmal
Hat mir immer Freude gemacht
Ist gefahren bei Tag und bei Nacht

Es fuhr zu jeder Jahreszeit
Auch im Winter wenn es schneit
Und wenn es mal sehr glatt war, meine Lieben
Nahm ich es am Heck und tat es schieben

Nun steht es ungenutzt noch hier
Keiner interessiert sich mehr dafür
Es steht ganz verlassen und einsam da
Ach, wie glücklich es doch einmal war.

© Die Nachtigall