Mittwoch, 20. Januar 2016

Magda Maus und der rote Handschuh






Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann erinnert mich die
Landschaft an mein Kindheit, als es wirklich noch Schnee in Mengen gab.
Sonntags bei unserem obligatorischen Familienausflug stapften wir vergnügt und warm verpackt durch den hohen Schnee. Rote Bäckchen aber mit strahlenden Augen liefen wir voraus. Unsere Jüngste saß in warme Decken gehüllt auf dem Schlitten dessen Rückenlehne verhinderte, dass die Kleine heraus fiel.
Der Blick aus meinem Fenster hat mich zu einer klitzekleinen Geschichte inspiriert.





Magda Maus und der Handschuh

Katrin, Alex und die kleine Jule dürfen das Wochenende bei ihren Großeltern verbringen.
Bei Oma und Opa ist es wunderschön, denn Opa ist Förster und wohnte mitten im Wald.
Seit Tagen hatte es schon geschneit und der Wald sah aus, als hätte jemand eine riesige Zuckerdose ausgeleert.
Katrin und Alex haben vor der Tür im kleinen Vorgarten einen großen Schneemann gebaut, während die kleine Jule auf ihrem Stühlchen in der Küche saß und der Oma beim Backen helfen durfte.
Später gab es dann Kakao für alle und Apfelkuchen.
Anschließend wollte der Opa noch die Futterstellen im Wald kontrollieren, natürlich durften die Kinder mit, selbst Jule wurde auf den Schlitten mit der Rückenlehne gepackt, damit Oma sich etwas ausruhen konnte.
Als sie sich der Futterstelle näherten, legte Opa den Finger auf den Mund und so konnten sie beobachten wie ein Hirsch mit stattlichem Geweih langsam und vorsichtig nach allen Seiten witternd auf die Krippe zu schritt. Ein Rudel Rehe folgte ihm.
Jule, die eingeschlafen war wurde wach und fing fröhlich zu krähen an und wie der Blitz verschwanden die Rehe zwischen den Bäumen.
Opa säuberte nun mit Hilfe von Alex und Katrin, den Weg, der zum Futterplatz führte, während Jule fröhlich vor sich hin plappert.
Dann ging es zurück ins warme Forsthaus.
Niemand bemerkte, dass Jule ihren roten Fausthandschuh verloren hatte.
Gegen Abend fing es heftig zu schneien an und ein kräftiger Wind ließ die Schneeflocken tanzen.
Magda Maus war auf dem Weg nach Hause. Sie kämpfte verzweifelt gegen den kräftigen Wind. Wenn sie nur einen Unterschlupf fände bis die Natur sich wieder beruhigt hatte.
Natürlich hatte sie sich wieder verplaudert bei ihrer Kusine Greta und diese hatte ihr ja angeboten zu bleiben bis der Sturm vorbei war.
Aber Magda wollte unbedingt nach Hause, denn sie wusste, dass ihre Mama sich Sorgen machen würde. Und nun sah es so aus, als würde sie es gar nicht mehr nach Hause schaffen. Vor ihr wirbelte der Schnee auf und nahm ihr für einen Moment die Sicht.
Magda duckte sich und schloss die Augen und als sie diese wieder öffnete sah sie etwas Rotes vor sich schimmern.
Vorsichtig trippelte sie näher und beschnüffelte das seltsame Ding und schlüpfte hinein. Herrlich warm war es da drinnen und es war als würde der Wind draußen bleiben.
Zufrieden rollte sich Magda zusammen und schloss die Augen.
Hier wollte sie bleiben, bis das Unwetter vorüber war.

© Lore Platz

Kommentare:

  1. Liebe Lore,
    wie schön für das Mäuschen, dass es einen warmen Schlafplatz gefunden hat! Schön, dass du wieder schreibst, ich freue mich!
    Herzliche Grüße
    Regina

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Lore,
    auch ich freue mich wieder von Dir zu lesen.
    Magda Maus hat wirklich Glück gehabt. Hätte Jule nicht ihren roten Fausthandschuh verloren, wer weiß ob Magda so einen schönen Unterschlupf gefunden hätte. So ist irgendwie des einen "Unglück" des anderen "Glück".
    Ich schicke Dir liebe Grüße aus dem kalten Cottbus.
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Für deine Verhältnisse war das wirklich eine Mini-Geschichte!! :-) Das heißt aber ganz und gar nicht, dass sie mir nicht gefallen hat!!! --- Wie schön, dich wieder aktiv zu sehen - hier in deinem Blog!!! LG Martina

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.