Mittwoch, 13. April 2016

Pinselchen sucht Freunde






Darrrrrrr, darrrrr klang es im Wald . Ein Specht war am Werk, um sich ein neue Höhle zu bauen, da die alte schon ein anderer bezogen hatte. Er war zu spät gekommen. "Egal, war sowieso fällig," sagte der Specht und hämmerte voller Tatendrang auf die alte Fichte ein, dass die Späne nur so flogen.
Das hörte der kleine Luchs und schon war er draußen, um zu sehen, wo der Krach herkam.
Es dauerte auch nicht lange und er war am Baum angekommen.
"He, du da warum machst du so einen Lärm und wer bist du überhaupt?"


"He du da unten, was geht das dich an, du kleiner Wicht!"
"Ich bin kein Wicht, ich bin Pinselchen der schlaue Luchs und Du?"
"Ich bin Dieter, der Buntspecht und Zimmermann und baue eine neue Höhle für meine Familie."
"Wir haben auch eine Höhle, aber in der Erde."
"Pah! In der Erde kann ich nicht leben! Ich brauche den Himmel über mir, damit ich fliegen kann."
"Ich will auch fliegen können!"
"Pah, kannst du aber nicht, musst ewig laufen," lachte der Specht und hämmerte weiter.
Bald war es Pinselchen langweilig, dem Specht zu zuschauen und er trollte sich davon.
Ein paar Tannenmeisen saßen in den Bäumen und zwitscherten sich Neuigkeiten zu, doch als sie den kleinen Luchs bemerkten, flogen sie davon.
 Enttäuscht sah Pinselchen ihnen nach. Schade wieder keine Freunde.
Nun aber hörte er ganz unbekannte Laute, die von einer Lichtung kamen. Als er näher am, sah er kleine gesteifte Vierbeiner, die so groß waren wie er.
Voller Vorfreude auf die neuen Freunde lief er auf sie zu.
"Hallo wer seid ihr denn und was macht ihr da?"
"Wir sind Frischlinge und suchen nach Wurzeln und Würmer."
"Wurzeln und Würmer, kann man das fressen?"
"Natürlich, das ist lecker, versuch es mal."
Der Luchs schnappte sich einen Wurm und spuckte ihn aus.
"Bäh, der ist ja eklig und zappeln tut er auch. Da ist mir meine Milch schon lieber."
"Milch ist doch was für Babys!" lästerten die Frischlinge.


Die Bache kam auf die Lichtung und was sie sah, gefiel ihr gar nicht. Sie rannte auf den Luchs zu und schrie schon von weitem:
"Mach, dass du fort kommst oder ich mach dir Beine, ich will dich hier nicht haben!"
Sie gab ihm einen Stoß, dass er um fiel und er kugelte und kugelte, bis ein Baumstamm ihn auffing. Mit Tränen in den Augen rappelte Pinselchen sich auf. Warum war die Wildschweinmutter denn so böse, er wollte doch nur Freunde finden. 
Da sah er die Bache, die wieder näher kam und rannte davon.
Vor ihm tauchte ein Höhle auf und schnell verschwand er darin.
In der Höhle war es finster und es roch auch so komisch.



Auf einmal stand ein großes schwarz-weiß- gestreiftes Tier vor ihm.
"Hallo, du kleiner Kerl, was willst du denn hier?"
"Ich bin kein kleiner Kerl, ich bin Pinselchen der schlaue Luchs und ich suche Freunde. Und wer bist du?
"Ich bin Bruno, der Dachs und Freunde wirst du hier unten nicht finden und nun verschwinde bevor ich unfreundlich werde."
Traurig schlich Pinselchen aus der Höhle.
Alle waren heute gar nicht nett zu ihm und niemand wollte sein Freund sein.

(c) Roswitha Borgfeldt

Nächste Woche begleiten wie Pinselchen wieder


 

1 Kommentar:

  1. Liebe Lore,
    wieder wundervoll erzählt.
    Eine reizvolle Geschichte.
    Einen angenehmen Wochenteiler wünscht Dir
    Irmi

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.