Montag, 15. Mai 2017

Reizwörter:
Flieder Muttertag spitzbübisch mitteilsam knurren





Leider gibt es diesmal keine Geschichte nur eine kleine Plauderei.

Von meinem Badezimmerfenster kann ich den Fliederbaum in Nachbarsgarten bewundern und dann muss ich daran denken wie sehr meine Mutter den Flieder liebte.
Und wie ich immer bemüht war diese wunderbar duftenden Blüten zu besorgen, um ihr am Muttertag eine Freude zu machen.
Das war gar nicht so leicht, wenn man in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten lebt.
Zum Glück war jeden Tag ja die Maiandacht und ich hatte deshalb eine Ausrede noch abends die Wohnung zu verlassen.
Zusammen mit meiner besten Freundin spazierten wir am Abend vor Muttertag durch den Ort, die Kirche bekam uns heute nicht zu sehen.
Wir nahmen auch den Nachbarsjungen mit, der gut zwei Köpfe größer war als wir, und besser mit seinem Arm an die Bäume gelangen konnte.
Er war nicht sehr mitteilsam und stapfte schweigend neben uns her, doch wenn wir in einem Garten einen Fliederbaum entdeckten, dann streckte er seine langen Arme und schnitt einige der duftenden Äste ab.
Manchmal warnte uns auch ein Knurren und wir eilten schnell weiter bevor der Hund an den Zaun kam.
Zuhause gelang es mir dann mit dem Strauß ungesehen in mein Zimmer zu kommen.
Meine Mutter freute sich riesig als der Strauß in einer schönen Vase auf dem Tisch prangte und seinen Duft verbreitete.
Sie fragte nie woher er wohl kam, aber sie bedachte mich mit einem spitzbübischen Lächeln.

(c) Lore Platz





Kommentare:

  1. Meine Mutter hatte zur Hochzeit am 5.4. Einen Brautstrauß aus weißem Flieder; und das 1941. Zur goldenen Hochzeit sollte sie auch einen solchen Strauß bekommen. Das war doch nicht so einfach, denn in den hiesigen Gärten blüht der Flieder noch nicht. LG Christa

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  2. Liebe Lore,
    das war eine wirklich nette Plauderei. Ich denke, Deine Mutter ahnte schon, woher der Flieder stammte und dachte sich sicherlich: "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!"
    Manchmal muss man der Mutter auch nicht alles verraten. So ein paar kleine Geheimnissse darf man als Kind schon haben.
    Manchmal sitze ich mit meiner Mutter zusammen und wir tauschen Erinnerungen aus. Dann kommt es schon mal vor, dass sie sagt: "Das hast du mir damals aber nicht erzählt!" ;-)
    LG
    Astrid

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  3. Liebe Lore,
    mir hat diese Plauderei sehr gut gefallen.
    Deine Mutti wusste genau, woher der Flieder stammte.
    Schön, dass sie nichts geagt hat.
    Einen sonnigen Wochenanfang wünscht dir
    Irmi

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  4. Das war doch eine Geschichte - eine kleine wunderbare Erinnerungsgeschichte! - Der Duft von Flieder in einem Raum ist betörend. Den mag ich auch! LG Martina

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  5. Liebe Lore, ich rieche den Flieder durch mein Tablett. Da hat sich deine Mutter bestimmt sehr gefreut. Liebe Grüße Eva

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  6. Liebe Lore,
    da hast Du aber Glück gehabt, dass Deine Mutter nicht geschimpft hat - denn sie wusste garantiert, dass Du den Flieder irgendwo gemopst hast ... Aber sie wollte Dir halt die Freude nicht verderben - und sich selber auch nicht! :-)
    Übrigens: Auch ich liebe Flieder sehr, und wir haben welchen im Garten - aber leider sehe ich ihn selten blühen. Oft ist er schon abgeblüht, wenn ich hinkomme unser Garten ist ein ganzes Stück von hier entfernt ... Schade!
    Aber Deine kleine Plauderei hat mir prima gefallen - und irgendwie ist es ja doch eine Geschichte - eine aus Deiner Vergangenheit!
    Liebe Grüße
    Christine

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  7. Hihi,
    Deine Mutter wird es wohl geahnt haben, liebe Lore.
    Wie schön, dass Du uns an Deinen Erinnerungen teilhaben lässt, vielen Dank!
    Herzliche Grüße
    Marle

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.