Ich bin sicher, dass auch Lore gestern an uns gedacht hat und mit uns in ein hoffnungsvolles neues Jahr gestartet ist.
Von hier aus grüße ich sie und euch alle herzlich, habt einen guten Start und bleibt gesund.
Und damit es in Lores Blog auch etwas zum Lesen gibt, habe ich euch eine kleine Geschichte mitgebracht.
Schulterwärme
„Manchmal wünschte ich,
ich wäre ein Hund“, seufzte die Haflingerstute Noemi. „Dann dürfte ich auch im
warmen Zimmer sein und auf Renates Schoß sitzen.“
Ihre Freundin Nala wieherte albern. „Du bist wohl von allen guten Geistern
verlassen, meine Liebe.“
Noemi stampfte mit einem
Huf in den Schnee, dass kleine Kristalle aufstoben. „Ich meine das ernst“,
brummte sie. „Hunde bekommen Decken, Streicheleinheiten und warme Worte,
während wir hier stehen und uns den Winter aus dem Fell pusten lassen.“
Nala lachte, kam aber näher und schmiegte sich an Noemi. „Du lachst mich aus
und kuschelst dich dann an – eine schöne Freundin bist du!“
Noemi grinste ihr
breitestes Grinsen, denn das Kuscheln gefiel ihr doch sehr. „Wir haben doch ein
dickes Winterfell und müssen gar nicht frieren“, wandte Nala ein und rieb sich
an ihr.
Noemi seufzte noch einmal, diesmal leiser. „Vielleicht hast du recht. Zusammen
ist es jedenfalls deutlich wärmer als allein.“
„Es ist gut, dass wir uns
haben“, sagte Noemi schließlich.
„Oh ja“, stimmte Nala zu. „Ohne dich wäre das Leben nur halb so schön. Und wenn
ich könnte, dann würde ich dich auf den Schoß nehmen, wenn du dir das
wünschst!“
Nun war es an Noemi, laut
aufzulachen. „Das gäbe ein feines Bild, oder?“
Nala prustete los, schüttelte die Mähne, und ein paar Schneeflocken tanzten
durch die Luft. Schulter an Schulter standen sie da, atmeten weiße Wölkchen in
den Winter und wussten: Manche Wärme braucht keinen Ofen.
Nicht jeder Platz ist
ein Schoß –
aber jede Nähe kann wärmen.
© Regina Meier zu Verl
