Samstag, 21. April 2018

Aurelia Fortsetzung 2





Mit langsamen, schleppenden Schritten tappt der Drache Kalypso durch den Wald.
Immer, wenn er einen Fuß aufsetzt, bebt die Erde.
Stille herrscht im Wald.
Das fröhliche Gezwitscher der Vögel ist verstummt.
Verängstigt kuscheln sie in ihren Nestern.
Eichkätzchen flitzen die Bäume hoch, um sich im dichten Geäst zu verstecken.
Füchse und Dachse huschen in ihren Bau.
Käfer und Ameisen krabbeln eilig davon, um nicht zertreten zu werden.
Tiefe Stille legt sich über den Wald.
Nur das Stampfen der Drachenbeine und das Klirren der Waffen von Unwirsch und seinen Soldaten ist zu hören.
In der Nähe des Schmetterlingsreiches kettet Unwirsch den Drachen an einen Felsen.
Liebevoll tätschelt er dessen Hals und Kalypso schließt mit wohligem Seufzer die Augen.
Der Koboldkönig tritt an das Tor und fordert die Wachen auf, die Königin zu holen.
Anmutig schwebt Aurelia durch den Garten, begleitet von den Wichteln und Elfen.
Die Wachen haben ihr bereits von dem Drachen erzählt, doch sie lässt sich ihre Sorgen nicht anmerken.
Kühl betrachtet sie Unwirsch.
Was willst du?“
Hämisch grinsend deutet der Kobold auf den Drachen.
Darf ich dir Kalypso mein liebes Haustier vorstellen?
Er wohnt sonst unter der Erde und wärmt unsere Höhlen.
Doch jetzt wird er deinen Garten bewachen und dafür sorgen, dass niemand hinein oder heraus kann.
Ich gebe dir drei Tage Zeit.
Wenn du bis dann nicht einwilligst meine Frau zu werden, wird  dein Reich vernichtet.
Du siehst, ich habe Kalypso so angekettet, dass sein Feueratem nur bis zum Tor reicht.
Aber wehe, du wirst nicht meine Königin, dann führe ich den Drachen an das Tor und dein Reich wird nur noch Asche sein!“
Unwirsch hebt drohend die Faust, dreht sich um und marschiert mit seinen Soldaten davon.
Ein vorwitziges Wichtelkind steckt neugierig seinen Kopf durch das Gitter.
Der Drache reißt das Maul auf und ein Feuerstrahl schießt auf das Tor zu.
Das Kind fällt vor Schreck rückwärts, bleibt aber unverletzt.
Aurelia hebt die Kleine auf, die sich zitternd an sie schmiegt.
Ernst sieht die Königin ihre Freunde, die sich um sie
scharren, an.
Keiner darf zu nahe an das Tor heran, gebt auf die Kinder acht.
Die Wichtel werden aus Steinen einen Schutzwall errichten, ansonsten geht alles weiter wie bisher.
Wir lassen uns von diesem Kobold nicht unterkriegen!“
Die Wichtel und Elfen jubeln ihrer König zu, was Kalypso veranlasst wieder einen Feuerstrahl loszulassen.

Freitag, 20. April 2018

Aurelia Fortsetzung 1




Wenn man dem Weg aus dem Wald folgt, erreicht man nach einiger Zeit einen Garten, der von einer schützenden Mauer umgeben ist.
Das große schmiedeeiserne Tor ist immer geöffnet und eine wahre Farbenpracht erfreut das Auge.
Blumen und Blüten wetteifern in allen Farben des Regenbogens.
Es ist das Reich der Schmetterlingskönigin Aurelia.
Zierliche Elfenmädchen laufen mit
kleinen Gießkannen zwischen den Blumen herum.
Elfenjungen und Wichteln schieben kleine Schubkarren.
Es ist ein Gerenne und Gewurrle.
Auf einer Blumenschaukel sitzt Aurelia und bindet aus Gänseblümchen einen Kranz, dabei summt sie leise vor sich hin.
Kichernd laufen Elfenmädchen vorbei und wispern:
Unsere Königin ist verliebt.“
Sie freuen sich, denn König Gernot ist ein liebenswerter, freundlicher Elf und wird bestimmt gut zu ihrer Königin sein.
Plötzlicher Lärm lässt Aurelia aufblicken.
Die Schnecke Esmeralda kriecht keuchend den Weg
entlang.
Aurelia! Der, der, der ...“
Da kommt auch schon der Koboldkönig Unwirsch angerannt, verfolgt von den beiden Torwächtern.
Er gibt der Schnecke einen Tritt, dass diese sich überschlägt.
Gerade noch rechtzeitig kann sie sich in ihr schützendes Haus zurückziehen, bevor sie unsanft aufprallt.
Aurelia legt den Kranz beiseite und steht auf, während zwei Elfenmädchen zu Esmeralda eilen.
Was soll das?“ fragt die Schmetterlingskönigin streng.
Der Koboldkönig baut sich drohend vor ihr auf und blickt sie zornig an.
Ich habe euch meinen Minister gesandt mit den herrlichsten Edelsteinen aus meinen Höhlen und ließ euch fragen, ob ihr meine Königin werden wollt.
Ihr habt mein Geschenk nicht angenommen und meinen Antrag abgelehnt,“ schreit Unwirsch und ballt die Hände zu Fäusten.
Aurelia setzt sich wieder auf die Schaukel.
Die Wichtel und Elfen sind näher gekommen und bilden einen Kreis um die Beiden.
Alle haben sich irgendwie bewaffnet, um ihrer Königin notfalls zu helfen.
Diese sieht den Koboldkönig ernst an.
Ich kann eure Königin nicht werden, das habe ich bereits eurem Minister erklärt.“
Unwirsch knirscht mit den Zähnen.
Ich bin der reichste König vom Zauberland.
Meine Schätze sind unermesslich.
Mein Palast besteht aus den schönsten und wertvollsten Edelsteinen. Was wollt ihr mehr!“
brüllt er.
Ich danke euch für die Ehre, aber ich kann nicht eure Frau werden.
Ich brauche Licht und Sonne zum Leben und könnte niemals in eurem Schloss unter der Erde glücklich werden. Außerdem ich liebe euch nicht.“
Liebe! Wer braucht schon Liebe!
Aber diesen Hungerleider aus dem Blumenreich, den liebt ihr wohl?“
Ja, ich liebe Gernot und werde sehr gerne seine Frau werden,“ bestätigt Aurelia glücklich lächelnd.
Das werdet ihr noch bereuen!“
Unwirsch dreht sich um und stapft davon.
Sehr besorgt sieht die Königin ihm nach.
Schließt das Tor und verstärkt die Wachen!
Auch müssen wir einen Boten zu Gernot schicken, ich fürchte die Kobolde werden uns angreifen.“
Ich, ich, ich werde zu Gernot gehen!“
Esmeralda, die sich wieder aus ihrem Haus gewagt hat, nachdem der Kobold gegangen ist, kriecht langsam heran.
Aurelia lächelt.
Das ist lieb von dir und es war sehr tapfer von dir, wie du dich Unwirsch in den Weg gestellt hast.“
Esmeralda errötet vor Freude, dann senkt sie traurig den Kopf.
Ich bin zu langsam.“
Ich fürchte ja, aber du wirst hier gebraucht.“
Aurelia teilt nun die Wachen ein, die in Abständen die Mauer abschreiten müssen.
Die Elfenjungen fliegen auf die höchsten Blüten um das Geschehen jenseits der Mauer zu beobachten.
Und der schnellste Läufer, der Wichtel Springinsfeld wird zu Gernot gesandt.
Das fröhliche Wispern, Lachen und Singen ist verstummt.
Unwirsch hat einen Hauch des Bösen hinterlassen.


Donnerstag, 19. April 2018

Aurelia

Bei diesem schönen Wetter muss ich doch meine Elfen fliegen lassen.
Viel Spaß beim Lesen!


Ein lieblicher Gesang ist zu hören.
Wie ein zartes Glockengeläut tönt es über die blühende bunte Wiese und die Blumen strecken ihre Köpfe, als der Gesang sie streichelt, wie eine sanfte Brise.
Die lieblichen Töne klettern über die Mauern, die das
Schmetterlingsreich wie eine Festung umgeben und erreichen den nahe gelegenen Wald.
Rehe hören auf zu äsen und heben lauschend die Köpfe.
Die kleinen Hasen, die sich übermütig balgen, kauern sich ins Gras und stellen lauschend die Löffel.
Die Näschen zucken voll Wohlbehagen.
Und die Vögel ringsum zwitschern begeistert mit.
Ruhe! Was soll denn dieser Lärm!“ schimpft Frau Eule und steckt ihren Kopf aus ihrer Wohnung.
Sie trägt eine Brille, denn tagsüber kann sie nicht gut sehen.
Ihre Augen, die hinter den Gläsern viel größer erscheinen, funkeln böse.
Kann denn niemand etwas Rücksicht nehmen! Ich muss schließlich schlafen!“
Wenn du nicht die ganze Nacht durch den Wald streifen würdest, um uns zu fangen, wärst du nicht so müde,“ piepst eine kleine Maus frech.
Doch als die großen Eulenaugen auf sie herunter schauen, verschwindet sie blitzschnell in ihrem Mauseloch.
Freche Göre,“ brummt Frau Eule.
Eine Elster fliegt heran und lässt sich auf einem Ast
nieder.
Sie ist eine alte Klatschbase und auch jetzt funkeln ihre Augen, als könnte sie es kaum erwarten eine Neuigkeit zu verkünden.
Wisst ihr denn, warum Aurelia heute so besonders schön singt?“
Nun sie hat eine wunderbare Stimme und hat mich schon oft in den Schlaf gesungen,“ brummelt Frau Eule und wirft einen finsteren Blick in die Runde.
Die Vögel ducken sich und versuchen sich ganz klein zu machen.
Und wenn dieses hirnlose Federvieh nicht so einen entsetzlichen Lärm gemacht hätte, würde ich auch schon längst schlafen.“
Aber ihr wisst nicht, warum Aurelia heute so ganz besonders glücklich ist!“ ruft die Elster und plustert ihre Federn auf.
Ein Rotkehlchen drängt sich nach vorn, doch die Elster hackt nach ihr und erschrocken weicht das Vögelchen zurück.
Nun erzähl schon, bevor du daran erstickst. Da ich tagsüber schlafe bekomme ich nicht alles mit was hier geschieht.“
Die Elster wirft einen triumphierenden Blick in die Runde.
Aurelia ist verliebt und Gernot hat um ihre Hand angehalten.“
Und deshalb die ganze Aufregung. Ich gehe jetzt schlafen.“
Die Vögel, die die Elster nicht leiden können, schwirren davon.
Nur das kleine Mäuschen schlüpft aus ihrem Loch,
nachdem es sich vergewissert hat, dass die Eule nicht mehr da ist.
Wer ist denn Gernot?“
Die Elster sieht sie finster an.
Ach halt doch den Mund!“ grollt sie ärgerlich und fliegt davon.
Das Mäuschen zuckt beleidigt mit dem Näschen und verschwindet in ihrem Erdloch.

Mittwoch, 18. April 2018

Ist das nicht herrlich?




Der Frühling verwöhnt uns dieses Jahr und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich lebe so richtig auf und heute Morgen habe ich schon mit den Vögeln um die Wette gesungen.
Ich singe überhaupt recht gern, obwohl einer meiner Neffen sich immer die Ohren zugehalten hat, wenn ich ihm ein gute Nacht Lied gesungen habe.
Bei uns zu Hause wurde viel gesungen. 
Wir hatten eine schöne Kindheit.
Es war keine heile Welt, es wurde auch gestritten, gezickt, gezankt und wir bekamen, wenn wir es verdienten auch eine auf den Popo.
Doch die vielen fröhlichen und glücklichen Stunden, sowie die Liebe und Geborgenheit begleiten uns ein Leben lang.
Bei uns wurde viel gesungen, besonders die alten Volkslieder, wenn wir drei Mädels abspülten sangen wir dabei und aus irgendeinem Zimmer fiel meine Mutter mit ein und manchmal brummte auch mein Vater dazwischen.
Mein Lieblingslied ist übrigens bis heute:
Am Brunnen vor dem Tore...“
 So singe ich heute noch gern und wenn ich mal falsch singe, hört's ja keiner.
Gut gelaunte Grüße aus dem schönen Bayernland.



Montag, 16. April 2018

Das Findelkind Ende






Nun sind alle erleichtert, während die Erwachsenen noch diskutieren, schlendern Peter und Vanessa in den Obstgarten.
Sie setzen sich unter einen Apfelbaum ins Gras.
Die drei Elfen Hortensie, Rosemarin und Vergissmeinnicht gesellen sich zu ihnen.
Unsere Aufgabe ist erfüllt. Mariella ist jetzt da wo sie hingehört und wir können zurück zu unseren Familien.“
Ist der Weg nicht zu weit für eure zarten Flügeln?“
Hortensie zeigt nach oben.
Ein Vogel sitzt wartend auf einem Ast.
Er bringt uns nach Hause.
Mariella aber wird mit der Zeit vergessen, dass sie jemals Elfen gesehen hat und das ist auch gut so. Lebt wohl!“
Sie fliegen hinauf zu dem Vogel und setzen sich auf seinen Rücken.
Ein fröhliches Winken und bald sind sie zwischen den dichten Bäumen des Waldes verschwunden.
Ich bin froh, dass wir die Elfen nicht vergessen müssen, denn wir haben doch ein tolles Leben. Immer wieder dürfen wir ganz besondere Abenteuer erleben,“ grinst Peter und Vanessa lächelt.
Nein auch sie möchte ihre Herkunft nicht missen.
Und so schlimm war es eigentlich gar nicht, beide Welten miteinander zu verbinden.
Sie gehen zurück ins Haus.
Auf dem Flur begegnen sie Giovanni und als sie die Küche betreten hören sie Francesca jammern.
Nun haben ich extra Kuchen für Mariella gebacken und nun sie sein nicht mehr hier.“
Kränke dich nicht mein liebes Weib,“ lacht
Giovanni, „ eben hat der Baron angerufen und uns für morgen eingeladen.
Er gibt ein großes Fest und Vanessa und Peter sind sie Ehrengäste.“
Oh bravissimo! Dann können nehmen Kuchen mit und ich werde backen noch einen für kleine Barnoness.“
Verena lächelt.
Ich werde dir helfen, wo ist denn Michael.“
wendet sie sich an Giovanni.
Der ist noch in der Praxis. Schade dass ihr übermorgen schon nach Hause fahrt. Ich habe mich an seine Hilfe gewöhnt.“
Am nächsten Morgen herrscht reger Betrieb im Hause Markese.
Besonders Francesca ist ganz aufgeregt und läuft wie ein aufgescheuchtes Huhn umher.
Sie hat Angst die Kuchen würden nicht schmecken, dann jammert sie weil sie kein passendes Kleid für die feine Gesellschaft findet, denn in jedem sieht sie aus wie ein Ballon.
Die Männer haben sich schon längst in die Praxis verdrückt, die zwar heute geschlossen ist, aber sie haben dort ihre Ruhe.
Verena und die Kinder gehen auf die Terrasse.
Eigentlich sollte ich die Koffer packen,“ meint Verena unschlüssig.
Warum schnippst du nicht einfach mit den Fingern?“ fragt Vanessa.
Ihre Mutter seufzt.
Dein Vater mag es nicht, wenn ich zaubere.“
Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß,“
grinst Peter.
Verena sieht ihn strafend an, dann lacht sie.
Ich gebe ein schlechtes Beispiel für meine Kinder ab, aber schließlich habe ich Urlaub und von Viola möchte ich mich auch noch verabschieden.“
Sie schnippst mit den Fingern und meint zufrieden.
Alles erledigt!“
Dann lehnt sie sich an das Küchenfenster und ruft:
Francesca, ich gehe noch ein wenig spazieren,
wenn du mich nicht mehr brauchst.“
Ja, ja geh`nur," kommt es zerstreut zurück.
Als ihre Mutter an ihrem Ring gedreht hat und verschwunden ist, fragt Peter.
Und wir, was machen wir ?“
Gehen wir noch einmal zur Höhle, um uns  von dem Eichkätzchen zu verabschieden.
Sicher will es auch wissen, was aus Mariella geworden ist.“
Am Nachmittag fahren sie dann alle zusammen zu Baron Grazione.
Mariella läuft ihnen freudestrahlend entgegen und umarmt sie alle der Reihe nach.
Der Baron und die Baronin folgen langsam.
Die Baronin bedankt sich mit Tränen in den Augen bei Peter und Vanessa, die ganz verlegen werden.
Mariella aber ist wieder zurück ins Schloss gelaufen und nun kommt sie die Treppe herunter, ein Mädchen hinter sich herziehend.
Arianne!“ rufen die Kinder und eilen ihnen entgegen.
War das eine Freude.
Mariellas Plappermäulchen steht keine Minute still und aufgeregt erzählt sie, dass sie mit ihren Eltern heute am Grab ihrer Pflegemutter war
und dort Blumen nieder gelegt hätten.
Dann wären sie zu Beatrice und Arianne gefahren und hätten sie ins Auto gepackt und mitgenommen.
Sie werden für immer hier bleiben und Papa wird das alte Kutscherhaus für die zwei renovieren lassen und sie können dann dort wohnen.
Arianne und sie werden einen Hauslehrer bekommen und später einmal zusammen aufs Internat gehen und Papa lässt die Höhle für sie und Arianne als Spielhöhle einrichten.
Peter und Vanessa schwirrt der Kopf von all den Neuigkeiten.
Wo ist denn Beatrice?“ wollen sie wissen.
Arianne und Mariella deuten in den Garten, wo
die Diener gerade ein Büfett herrichten unter den wachsamen Augen von Beatrice.
Die Erwachsen haben sich in einer gemütlichen Sitzgruppe in der Nähe niedergelassen und beobachten amüsiert wie die vier Kinder Beatrice bestürmen und auf sie einreden.
Der Baron wendet sich an seine Gäste.
Wir waren heute morgen am Grab von Signoria Eposito und haben dann Beatrice und ihre Tochter gleich mit hierher genommen.
Die Kinder sollen zusammen aufwachsen, wie sie es vorher ja schon taten.“
Ja und Beatrice, die meint sie habe kein Talent zur feinen Dame und will sich lieber nützlich machen, haben wir die Stelle als Hausdame angeboten,“ lächelt die Baronin.
Die Genannte kommt nun herüber im Schlepptau die Kinder und begrüßt die Gäste und verkündet gleichzeitig, das Büfett sei eröffnet.
Ich sehe so viele leckere Sachen, da wird mein Kuchen wohl nicht erwünscht sein,“ meint Francesca.
Mariella quietscht : „Meinen Lieblingskuchen!“
Beatrice nimmt die beiden Kuchen entgegen und stellt sie auf den Tisch.
Für die Kinder wird eine Decke auf den Boden gelegt und so können sie ein richtiges Picknick
machen.
Später sitzen die Erwachsenen noch gemütlich bei einem Gläschen Rotwein, während die Kinder
irgendwo im Garten spielen.
Als es dunkel wird werden Lampions angezündet und Beatrice setzt sich zu ihnen und auch die Kinder vom Spielen müde, setzen sich ins Gras.
Der Baron betrachtet sinnend seine Tochter und meint lächelnd:
Wie schön sich alles geregelt hat.
Aber zu gerne wäre ich heute morgen bei Eposito vorbei gegangen und hätte ihm die Meinung gesagt, wie er mit meiner Tochter umgesprungen ist.
Aber meine Frau hat mich daran gehindert, denn wir haben der verstorbenen Signoria sehr viel zu verdanken.“
Verena aber meint mit feinem Lächeln:
Ich denke sie werden ihre Strafe finden, so wie sie ihren Sohn erziehen. Vielleicht verspielt er einst Haus und Hof und sie landen im Armenhaus.“
Gestern Abend hatte sie ein längeres Gespräch mit Moira.
Würde ich ihnen wünschen,“ brummt der Baron, dann winkt er Vanessa und Peter zu sich.“
Na, ihr zwei, ich habt sehr viel für meine Tochter getan.
Ich würde euch gern einen Wunsch erfüllen.“
Jeden?“ fragt Vanessa.
Der Baron nickt mit einem feinen Lächeln.
Das Mädchen nimmt Peter an der Hand und zerrt ihn etwas abseits, dort stecken sie die Köpfe zusammen.
Ich fürchte das wird teuer,“ schmunzelt der Baron.
Auch die anderen beobachten die Kinder gespannt.
Die beiden treten entschlossen näher und sehen dem Baron ernst an.
Wir wünschen uns, dass ihr Onkel Giovanni das Grundstück für seinen Naturpark zu einem günstigen Preis verkauft.“
sagt Vanessa entschlossen und Peter nickt bekräftigend.
Aber ich habe das Geld noch nicht zusammen!“
ruft Giovanni und sieht gleichzeitig bang zu dem Baron hinüber.
Dieser ist tief in Gedanken versunken.
Denken sie daran, dass die Tiere Mariella geholfen haben im Wald zu überleben,“ mahnt Peter.
Mariella und Arianne haben sich zu den Geschwistern gestellt und der Baron sieht die vier Kinder lächelnd an, dann schüttelt er langsam den Kopf.
Nein, ich werde das Grundstück nicht verkaufen.“
Papa!“ ruft Mariella empört.
Ich werde das Grundstück als Sponsor kostenlos für den Naturpark zur Verfügung stellen und gleichzeitig versuchen bei meinen Bekannten weitere Sponsoren zu finden.
Sie aber Herr Markese,“
wendet er sich an Giovanni
werden der Leiter des Naturparks sein.
Ich denke das zusätzliche Gehalt, wird ihnen gut tun, bei ihrer wachsenden Familie.“
Schmunzelnd wirft er einen Blick zu Francesca.
Giovanni aber springt auf und zerquetscht die Hand des Barons zwischen seinen Pranken, dass dieser schmerzhaft das Gesicht verzieht.
Danke, Danke!“
Der Baron aber sieht lächelnd zu den Kindern.
Zufrieden?“
Peter und Vanessa nicken freudestrahlend und Mariella fällt ihrem Vater um den Hals.
Lange sitzen sie dann noch beisammen, bis Michael mahnt, dass sie morgen sehr früh abfahren wollen.
Die Kinder sind etwas traurig, doch dann meint Francesca.
Keine Sorge, in ein paar Monaten sie kommen wieder, da sein Taufe für unsere Bambino.“
Nun war der Abschied nicht gar so schwer.

Am nächsten Morgen dann geht es wieder nach Hause.
Und obwohl es ein schönes Abenteuer war, freuen sich die Kinder auf Oma und Opa, Tante Lilofee und die Zwillinge!


Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen und wünsche euch einen schönen Sonntag.
Eure Märchenfee

Sonntag, 15. April 2018

Das Findelkind Teil 24





Maria empfängt sie strahlend und nach reichlich mangiare übernachten sie wieder im Schuppen.
Am nächsten Morgen nach Milchkaffee und Marmeladenbroten, mit reichlich mangiare für unterwegs und einem liebevollen Abschied von den beiden lieben alten Leuten geht es weiter.
Diesmal trödeln sie nicht, denn es zieht sie nach Hause.
Und es ist kurz nach Mittag, als sie bei der Höhle von Mariella ankommen.
Von dem Mädchen ist aber weit und breit nichts zu sehen.
Ein Eichkätzchen kommt den Weg entlang.
Eure Mutter hat sie gestern Abend mit genommen.“
Als Peter und Vanessa den Hof betreten, läuft ihnen Mariella freudestrahlend entgegen.
Doch wie sieht sie aus, nicht wiederzuerkennen.
Ihre Haar sind zu zu einer hübschen Frisur geschnitten und sie trägt ein weißes Kleid, das mit Margeriten bestickt ist.
Wow! Du bist ja eine kleine Prinzessin!“ staunt Peter.
Mariella strahlt, hebt das Röckchen und dreht sich geziert im Kreis.
Schön nicht? Francesca hat mir die Haare geschnitten und eure Mama hat mir das Kleid gekauft. Aber nun kommt, sie warten schon alle auf euch!“
Sie dreht sich um und rennt zurück ins Haus, als wäre sie hier schon immer daheim.
Kopfschüttelnd folgen ihr die Kinder.
Im Flur legen sie ihre Rucksäcke ab und werden von Francesca begrüßt, als sie die Küche betreten
Mariella eilt zum Kühlschrank, holt einen Krug Zitronenlimonade heraus , schüttet sie in zwei
Gläser und bringt sie ihren Freunden.
Du kennst dich ja hier schon ganz schön aus,“ grinst Peter.
Sie helfen mir soviel, dabei sollte sie doch gar nicht, schließlich ist sie eine Principessa!“ sagt Francesca und streicht dem Mädchen liebevoll über die Haare.
Aber mir macht es doch großen Spaß, basta!“
Peter und Vanessa grinsen.
Das scheue Waldkind war ja sehr selbstbewusst geworden.
So musste sie gewesen sein bevor man sie vertrieben hatte.
Verena kommt herein.
Ach da seid ihr ja, und Erfolg gehabt?“
Die Kinder nicken.
Mariella sei doch so nett und suche Giovanni und Michael, sie möchten bitte in die Küche kommen.
Wie der Blitz saust die Kleine hinaus.
Francesca sieht ihr mit Tränen in den Augen nach.
Wenn man bedenkt, da lebt dieses arme Kind ganz in der Nähe in einer Höhle und wir wissen von nichts.“
Aber wenigsten hat sich jetzt aufgeklärt, warum unsere Kuh jeden Morgen bevor sie auf die Weide ging einen ausgiebigen Waldspaziergang machte,“ lacht Giovanni, der gerade mit Michael in die Küche kommt.
Hallo, ihr zwei Helden!
Mariella hat uns ja gestern schon erzählt wie es ihr ergangen ist und eure Mutter hat uns auf die Ähnlichkeit mit der Baronin hingewiesen, die wirklich erstaunlich ist.
Und auch, dass ihr nach R. gegangen seid, um nach Beweisen zu suchen, hattet ihr Erfolg?“
Die Kinder nicken und beginnen den aufmerksam Lauschenden ihre Abenteuer zu erzählen.
Als sie an die Stelle mit dem Mehl kommen wird herzlich gelacht und als dann Peter erzählt wie Filippo Arianne an den Haaren gezogen, dann auch noch Vanessa angreifen wollte und er ihn tüchtig verkloppt hat, springt Mariella auf, fällt ihm um den Hals und drückt ihm einen Kuss auf die Wange.
Entsetzt schuppst Peter sie weg und fährt sich mit dem Handrücken über die Backe.
Igitt, lass das bloß sein sonst bin ich die längste Zeit dein Freund gewesen.“
Aber Peter in zehn Jahren denkst du sicher anders darüber,“ lacht Giovanni.
Niemals!“ ruft Peter im Brustton der Überzeugung.
Schallendes Gelächter erfüllt die Küche.
Während Peter im Flur die Blechdose aus dem
Rucksack holt, erzählt Vanessa noch den Rest ihrer Erlebnisse und gibt auch die lieben Grüße von Beatrice und Arianne an Mariella weiter.
Dann wird der Inhalt der Dose auf dem Tisch ausgebreitet.
Giovanni liest das Geständnis vor.
Er lässt die Blätter sinken und blickt in die Runde.
Das Geständnis des ehemaligen Kindermädchens dürfte Beweis genug sein, dass es sich bei Mariella um die entführte Baroness Evangelina handelt.“
Er streichelt dem Mädchen das zwischen ihm und Francesca sitzt, und ganz vertieft die Bilder ihrer Eltern in dem Medaillon betrachtet, über den Kopf.
Mariella legt das Medaillon vorsichtig auf den Tisch und murmelt so leise, dass man sie kaum verstehen kann.
Und wenn sie mich nun gar nicht haben wollen?“
Francesca nimmt sie in ihre molligen Arme und knuddelt sie.
Du Dummerchen, warum sollten sie so etwas liebes wie dich nicht haben wollen, dann bekommen sie es aber mit mir zu tun.“
Mariella lacht.
Vanessa aber sieht sich suchend auf dem Tisch um.
Wo ist eigentlich der kleine Zettel, der in dem Medaillon war?“
Keiner hat ihn gesehen.
Verena räuspert sich und als Vanessa zu ihr hinüber sieht, schüttelt ihre Mutter leicht den Kopf.
Das Mädchen zuckt die Schultern und meint:
Dann haben wir ihn verloren, aber ich denke nicht, dass er wichtig ist.“
Giovanni schüttelt den Kopf.
Das Medaillon und das Geständnis genügen, auch habt ihr gesagt, dass Beatrice euch den Zettel vorgelesen hat.“
Es wir nun ausgemacht, dass Giovanni und Michael zum Baron gehen und mit ihm sprechen und der kann dann entscheiden wie es weitergeht.
Peter nehmen sie mit, kann er doch alles besser erzählen.
Francesca, die sich sehr gefreut hat, als Mariella ihr erzählt hat, wie gut ihr der Mandelkuchen geschmeckt hat, will nun backen und das Mädchen möchte ihr helfen.
Vanessa setzt sich mit ihrer Mutter auf die Veranda.
Als sie alleine sind fragt sie nach dem verschwundenen Zettel.
Verena lacht.
Es befand sich gar kein Zettel in dem Medaillon.
Die Elfen haben am Abend bevor ihr zu Beatrice gekommen seid, den Zettel erst hinein gelegt.
Sie wollten die Sache für dich und Peter einfacher machen.“
Das hat uns auch wirklich sehr geholfen.“
Verena erhebt sich.
Will mal sehen, ob ich in der Küche helfen kann.“
Vanessa aber schlendert hinüber zu den Tieren und setzt sich auf das Gatter.
Nun erzählt sie den aufmerksam Lauschenden
was inzwischen alles geschehen ist und dass
Mariella eine Heimat gefunden hat.
Alle freuen sich sehr nur die Ziege meckert:
Dann brauche ich wenigstens nicht mehr mitten in der Nacht in den Wald zu laufen.“
Vanessa wirft ihr nur einen Blick zu und die Noemi dreht sich um und versteckt sich in der entferntesten Ecke.
Der Jeep des Tierarztes kommt zurück und Vanessa läuft ins Haus.
Sie stutzt, denn auch der Baron ist da.
Er hält Mariella an den Händen und betrachtet sie lächelnd.
Ich bräuchte die Beweise gar nicht, mein liebes Kind, du siehst deiner Mutter so ähnlich.“
Gerührt nimmt er das Mädchen in die Arme.
Bald verabschiedet sich der Baron und nimmt Mariella mit.
Die Zurückbleibenden sind in einer seltsamen Stimmung.
Wie wird die Baronin wohl reagieren?
Das Telefon schrillt und Giovanni nimmt den Hörer ab, grinst und stellt auf laut.
Mariella ruft mit übersprudelnder Stimme:
Meine Mama hat sich ganz doll gefreut und kann gar nicht mehr aufhören zu weinen, aber sie sagt das ist vor lauter Freude. Sie sind alle so lieb hier. Es ist wunderschön hier und ich muss nun wieder zu meiner Mama!
Danke Peter, danke Vanessa!“
Der Hörer wird aufgelegt.