Montag, 24. September 2018

Die alte Vogelscheuche

Das Weizenfeld war abgeerntet und nur noch Stoppeln ragen aus der Erde. 

Die alte Vogelscheuche blickt traurig unter ihrem zerbeulten Hut in die Ferne.

Der Sommer war vorbei und ihre Arbeit getan. Keinem Vogel konnte sie mehr Angst machen, keine Rehe mehr erschrecken.
„Hallo, Herr Vogelscheuche“, piepst eine zarte Stimme.
„Guten Tag, Frau Feldmaus, ich habe von ihrem Unglück gehört.“
„Ach ja, mein armer Mann. Frau Eule hat ihn erwischt und nun bin ich Witwe und muss meine fünf Kinderchen alleine aufziehen.“
Sie wischt sich eilig mit der Pfote über die Augen.
„Mein herzlichstes Beileid!“
„Danke, ob ich wohl ein paar der abgefallenen Körner nehmen darf?“
fragt sie schüchtern.
„Aber sicher, sehen sie dort drüben, nicht weit von ihrer Wohnung liegt eine ganze Ähre.“
Der Wind gibt der Vogelscheuche einen Schubs und sie dreht sich so, dass ihr
ausgestreckter Arm auf die herabgefallene Ähre zeigt.
„Vielen herzlichen Dank!“
Die kleine Feldmaus trippelt zu der Stelle und nimmt das Ende der Ähre ins Mäulchen und zerrt und schleift sie in ihre Höhle.




Die Vogelscheuche seufzt.
Wie gerne hätte sie geholfen, doch sie muss ja hier stramm und steif stehen.
Zwei Krähen fliegen herbei und setzen sich auf ihre Schultern, ohne sich durch ihren grimmigen Gesichtsausdruck stören zu lassen.
Ein ungehobeltes Volk diese Krähen!
Sie tratschen über alles mögliche und fliegen dann über das Stoppelfeld in den nahe gelegenen Wald.
Wildgänse fliegen kreischend über das Feld und traurig sinniert die Vogelscheuche , wie schön es doch wäre, fliegen zu können und fremde Länder zu sehen.
Maxl, der Sohn des Bauern kommt mit mürrischem Gesicht angelaufen.
Wütend gibt er ihr einen Tritt, dass sie empört ächzt.
„Blöder, alter, vergammelter Trampel,“ schimpft der Junge zornig.
Er war kurz davor, Schusserkönig zu werden, als sein Vater ihn rief und befahl die alte Vogelscheuche in den Schuppen zu bringen.
Nun würde wohl der Jokel gewinnen!
Der Gedanke macht ihn noch wütender und er umfasst mit beiden Händen das alte Ding, reißt es aus der Erde und pfeffert es auf den Boden.
Maxl packt nun die Vogelscheuche und schleift sie über Sand und Kies zum Schuppen.
Immer dünner wird diese, denn unterwegs verliert sie das ganze Stroh, mit dem sie gepolstert war.
Der Junge öffnet die Schuppentür und wirft die Vogelscheuche in die Ecke.
Sie knallt gegen einen verrosteten Pflug, streift einige alte Melkeimer und landet, oh Wunder, auf mehreren alten Säcken.
Zufrieden wälzt sie sich in eine bequeme Lage.
Wegen dem Stroh macht sie sich keine Gedanken. Sie weiß , im Frühjahr wird sie wieder frisch ausgestopft.

Maxl, aber hat seine Freunde noch nicht erreicht, da taucht sein Vater auf.
Mit grimmigem Gesicht deutet der auf den Weg.Vom Feld bis zum Schuppen war alles voller Stroh.
„Nimm sofort den Besen und mach den Weg sauber!“knurrt der Bauer.
Maxl seufzt.
Das Schusserspiel konnte er für heute vergessen.

Im Schuppen aber grinst die Vogelscheuche und schließt zufrieden die Augen.

(c) Lore Platz

Samstag, 22. September 2018

Oktoberfest - Erinnerungsgeschichte


Habt ihr euch auch schon mal Gedanken gemacht, warum dieses Fest Oktoberfest heißt, obwohl es doch eigentlich im September beginnt.
Mich hat das interessiert und so habe ich mich mal schlau gemacht.

Am 12. Oktober 1810, 4 Jahre nach der Erhebung Bayerns zum Königreich, wurde die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen gefeiert. Fünf Tage dauerte das Fest und wurde ein richtiges Volksfest und zum Abschluss fand auf der vor den Toren gelegenen Wiese ein Pferderennen statt. Diese Wiese wurde zu Ehren der Prinzessin „Theresienwiese“ genannt.

Nun fanden hier jedes Jahr Pferderennen statt und gleich im ersten Jahr kam auch noch eine landwirtschaftliche Ausstellung dazu.
1818 erhielt Anton Gruber die Lizenz in seiner Bude Speisen und Bier zu verkaufen.
Auch das erste Karussell, zwei Schaukeln und ein Tontauben-Schießstand wurden aufgestellt.
Da im Oktober aber das Wetter schon sehr kalt war und oft bereits Schneestürme wüteten, stellte man den Antrag das Fest um einen Monat vorzuverlegen.
Der Stadtrat lehnte ab, da die Umgebung der „Wiesn“ noch landwirtschaftlich genutzt wurde und erst die Ernte abgewartet werden musste, bevor die Besucher über die Felder trampelten.
Erst als 1872 die Felder ringsum in Bauland umgewandelt wurden, konnte man den Beginn des Oktoberfestes auf den September verlegen.


ERINNERUNGEN AN 1980

Dass das Leben manchmal an einem seidenen Faden hängt musste ich am 26.9.1980 feststellen.
An diesem Tag ging um 22.20 an einem der Eingänge des Festplatzes eine Bombe hoch und tötete vier Menschen und verletzte 140 Menschen, viele mit Spätfolgen.
Unsere Firma machte an diesem Tag einen Betriebsausflug auf die Wiesn.
Ein Lehrmädchen aus unserem Betrieb, das in meiner Nähe wohnte wurde später von ihrem Freund abgeholt und bot mir an,dass ich mit ihnen fahren könnte.
Da sie nicht in unserer Abteilung arbeitete verabredeten wir uns an eben diesem Eingang.
Während wir dem jungen Mann durch einige Seitengassen zu seinem Auto folgten, hörten wir schon die Sirenen.

München ist eine Großstadt und wir dachten uns nichts dabei.
Auch hatte der junge Mann in seinem alten VW keinen Autoradio und so fuhren wir unbeschwert die fast 70 Kilometer nach Hause.
Als ich die Wohnungstür aufschloss ,fand ich meinen Mann total verzweifelt im Wohnzimmer.
Er hatte von dem Attentat in den Nachrichten gehört und machte sich große Sorgen.
Auch meine Mutter hatte schon bei ihm angerufen, denn auch auch sie war voller Angst um mich. Damals gab es ja noch kein Handy!

Zuerst beruhigten wir meine Eltern, dann verfolgte ich die schreckliche Tragödie im Fernsehen.
Kein schöner Abschluss eines fröhlichen Abends.

(c) Lore Platz

Sonntag, 16. September 2018

Die Klassenfahrt Ende




Nach den Osterferien bringt jedes der Kinder etwas Geld mit.
Vor der ersten Pause, nachdem Katja das Zimmer verlassen hat, geben sie es Frau Streit, die extra eine leere Dose von zu Hause mitgebracht hat.
Sie bittet die Kinder nach der letzten Stunde
noch da zu bleiben.
Die Lehrerin blickt schmunzelnd in die erwartungsvollen Gesichter.
Ich habe mir folgendes ausgedacht,“ beginnt sie.
Ihr habt doch an Fasching alle so fleißig beim Dekorieren und auch bei den Spielen geholfen und deshalb werden wir behaupten, dass eine Fahrt nach Kelheim umsonst ist.
Da es ungerecht wäre, wenn wir einfach
jemanden bestimmen würden, soll das Los entscheiden.“
Aber wie soll Katja denn das richtige Los ziehen?“ fragen die Kinder.
Auch dazu habe ich eine Lösung gefunden.
Wir werden Lose basteln und diese mit einem Bild bemalen und auf das Los mit dem Gewinn kommt ein goldener Stern, den darf Elke malen.
Und wenn das Körbchen mit den Losen herum gereicht wird, dürft ihr natürlich nicht nach dem Stern greifen.“
Warum darf Elke den Stern malen?“ mault Mandy.
Weil Elke aufmerksam war und sich um ihre Klassenkameradin Gedanken gemacht und mir von Katjas Kummer berichtet hat.
Aber nun ab in die Pause!“
Lärmend stürmen die Kinder hinaus, aber als sie die Treppe hinunter in den Hof laufen und Katja sehen, werden sie ganz leise.

Katja sitzt schon lange auf ihrem Platz, als die Kinder zurück kommen.
In der letzten Stunde haben sie Kunst und Frau
Streit berichtet nun von der Verlosung der Klassenfahrt, damit auch Katja es erfährt und dannn basteln sie alle an ihren Losen.
Die Kinder kichern und stoßen sich gegenseitig an und manch verstohlener Blick wandert zu Katja.
Diese bemerkt es nicht, wie immer hat sie sich gegen die Außenwelt abgeschirmt.
Sie zeichnet ein Pferd. Tiere kann sie am Besten malen und einen Moment wünscht sie sich, dass sie das Los mit dem Gewinn ziehen würde.
Aber sie weiß, Wünsche gehen selten in Erfüllung!
Elke sitzt tief über ihr Blatt gebeugt und malt mit ihrem goldenen Glitzerstift einen wunderschönen Stern.
Steffen sammelt die Zettel ein und gibt sie der Lehrerin.
Als die Kinder nach der letzten Stunde die Treppe hinunter gehen, sind sie sehr still.
Sie fühlen sich seltsam und sehr glücklich.
Michelle meint: „Das ist schöner wie Weihnachten.“
Selbst die Jungs ärgern heute die Mädchen nicht.
Frau Streit aber sitzt am Pult und faltet die Zettel und dabei spielt ein versonnenes Lächeln um ihre Lippen.
Sie ist stolz auf ihr 4b!
Am anderen Morgen ist ein Wispern und Summen im Raum und unterdrückte Spannung macht sich breit.
Endlich kommt die Lehrerin.
Sie spürt die Spannung im Raum und meint schmunzelnd:
Was meint ihr, sollen wir vor der Verlosung nicht noch schnell eine Kurzprobe in Mathe schreiben?“
Ein Stöhnen geht durch die Klasse.
Lachend stellt Frau Streit das Körbchen mit den Losen auf die erste Bank.
Jeder holt sich nun ein Los und reicht das Körbchen weiter.
Luca zieht wie immer eine Schau ab.
Er lässt die Hand über dem Korb kreisen und murmelt:
Welches ist der Hauptgewinn, was für ein Los soll ich nur nehmen.“
Alle lachen.
Nun gib schon weiter,“ brummt Paul ungeduldig.
Endlich landet der Korb am vorletzten Tisch bei Mandy und Elke.
Mandys Hand schließt sich um das Los mit dem Stern, doch Elke stößt sie in die Seite und sie lässt es fallen und nimmt sich ein anderes.
Nachdem auch Elke sich bedient hat, reicht sie
das Körbchen in dem nur noch ein einziges Los, das mit dem goldenen Stern, liegt an Katja weiter.
Die Klasse hält den Atem an.
Lustlos öffnet das Mädchen das zusammen gefaltete Papier und stutzt.
Ich habe gewonnen,“ stammelt es.
Die Klasse jubelt und Luca wirft beide Arme in die Luft und schreit:
Oberaffengeil!“
Die Kinder verlassen ihre Plätze und umringen Katja.
Und zum ersten Mal seit das Mädchen bei ihnen ist, lächelt es. 


(c) Lore Platz

   




Samstag, 15. September 2018

Die Klassenfahrt Fortsetzung 3



Am letzten Schultag vor den Osterferien bat die Lehrerin die Kinder, nachdem Katja das Zimmer verlassen hatte, sich wieder zu setzen.
Erwartungsvoll sehen die Kinder ihre Lieblingslehrerin an.
Frau Streit räuspert sich:
Sicher habt ihr schon mitbekommen, dass die Arbeitslage in Deutschland zur Zeit sehr schlecht ist und es sehr viele Arbeitslose gibt, die mit wenig Geld auskommen müssen.
Auch Katjas Vater war lange Zeit arbeitslos und deshalb muss Katja auch gebrauchte Kleider und Schuhe tragen und niemand sollte sich darüber lustig machen.“
Ein strafender Blick trifft Mandy.
Elke hat nun zufällig beobachtet, wie Katja die
Mitteilung über die Klassenfahrt zerrissen hat, um ihren Eltern Kummer zu ersparen, weil diese das Geld nicht haben.
Wenn jeder von uns nun ein wenig Geld mitbringen würde, könnten wir die Klassenfahrt für Katja finanzieren.“
In Gedanken nimmt sie sich vor, den Rest aus eigener Tasche zu bezahlen.
Paul hebt die Hand.
Kann denn die Schule Katja nicht umsonst mitfahren lassen?“
Das wäre möglich, aber ihr kennt nun Katja schon einige Zeit. Sie ist sehr stolz und lässt niemand an sich heran, weil sie Angst hat verletzt zu werden.
Wenn wir ihr nun die Fahrt schenken, dann würde sie sich schämen und noch mehr verschließen.
Habt ihr eine Idee, wie wir ihr helfen können?“
Die Kinder diskutieren aufgeregt und viele Vorschläge werden gemacht und wieder verworfen.
Aber jeder hat eine gute Idee wie er zu Geld kommt, um es zu spenden.
Die meisten wollten sich statt Süßigkeiten zu Ostern lieber Geld wünschen und es spenden.
Frau Streit freut sich über ihre Klasse.
Was waren es doch für tolle Kinder.
Obwohl Katja sich immer abseits hielt und nichts mit ihnen zu tun haben wollte, waren doch alle bereit ihr zu helfen.
Nun nicht alle.
Mandy äußerte sich nicht, sie zog nur ein spöttisches Gesicht.
Aber Mandy war ja immer gegen alles.
So, nun aber Schluss, ab in die Osterferien!“
Lärmend verlässt die Klasse das Schulhaus.


Freitag, 14. September 2018

Die Klassenfahrt Fortsetzung 2




Elke trägt die Diktat-Hefte ins Lehrerzimmer und als sie ins Freie tritt sind alle Kinder schon weg.
Sie will gerade den Schulhof verlassen, da hört sie leises Weinen.
Als sie um die Ecke spät, sieht sie Katja und gerade als sie zu ihr gehen will, kommt Nele gelaufen.
Schnell huscht Elke hinter ein Gebüsch.
Was flennst du denn?“ will Nele von Katja wissen.
Diese schnieft und fährt sich mit dem Handrücken über die Augen.
Stumm hält sie ihrer Schwester das Mitteilungsblatt hin.
Ojemine, 148 Euro für die Klassenfahrt!“
Nele verzieht das Gesicht.
Katja nickt: „Verstehst du jetzt? Du weißt wie glücklich Papa gestern von der Arbeit nach Hause gekommen ist. Soll ich ihnen wieder neuen Kummer machen, weil sie meine Klassenfahrt nicht bezahlen können.“
Eine Weile stehen die Schwestern stumm da, dann nimmt Katja das Blatt und zerreißt es in viele kleine Schnipsel und wirft es in den Abfallkorb.
Bist du verrückt!“ kreischt Nele.
Es ist besser so!“
Katja nimmt Nele an der Hand und sie verlassen den Schulhof.
Elke tritt aus dem Gebüsch und geht sehr nachdenklich nach Hause.

Grübelnd stochert sie in ihrem Essen herum und ihre Mutter beobachtet sie eine Weile, dann fragt sie:
Was ist los, schlechte Note?“
Elke schüttelt den Kopf und schiebt ihre Kartoffel von links nach rechts. Ihre Mutter hält ihre Hand fest.
Dich bedrückt doch etwas, hör auf die Kartoffel zu quälen und erzähle mir, was du auf dem Herzen hast.“
Elke legt ihre Gabel hin und erzählt ihrer Mutter
von dem Erlebnis auf dem Schulhof.
Eine Weile ist es still am Tisch, dann seufzt Frau Ellermann:
Arme Kleine, man müsste ihr helfen.“
Eifrig nickt Elke.
Mama, ich könnte doch von dem Sparbuch das Oma mir angelegt hat, das Geld nehmen und Katja geben.“
Ihre Mutter lächelt und streicht ihr liebevoll über den Kopf.
Das ist lieb von dir und spricht für dein gutes Herz, aber die Sache ist nicht so einfach.“
Aber warum?“
Weißt du, wenn Menschen in Schwierigkeiten geraten, dann ist es oft nur noch ihr Stolz, der sie aufrecht hält. Katja würde sich wohl sehr schämen, wenn du einfach hin gehst und ihr die 148 Euro in die Hand drückst.“
Elke überlegt eine Weile, dann nickt sie.
Glaubst du, dass Katja deshalb nicht mit uns redet, weil sie Angst hat, wir könnten mitbekommen wie arm sie sind?“
Kann gut sein, aber weißt du was, sprich doch morgen mal mit Frau Streit, die ist doch eine prima Lehrerin, vielleicht kann sie helfen.“

Am nächsten Tag nach der letzten Stunde trödelte Elke extra lang herum und als alle
Kinder das Klassenzimmer verlassen haben geht sie nach vorne an das Pult.
Die Lehrerin hebt den Kopf.
Nun Elke hast du ein Problem?“
Das Mädchen erzählt nun von ihrer Beobachtung im Schulhof.
Auch Frau Streit hat großes Mitleid mit Katja
aber sie lächelt Elke an.
Mache dir keine Sorgen, ich werde mir überlegen, wie wir dem Mädchen helfen können, ohne seine Gefühle zu verletzen.“

Donnerstag, 13. September 2018

Die Klassenfahrt Fortsetzung 1






Eines Morgens kommt die Sekretärin herein mit mehreren Blättern, die sie an Leopold weiterreicht, der sie austeilt.
Die Schulsekretärin bittet die Kinder diese Mitteilung von ihren Eltern unterschrieben wieder mitzubringen.
Es handelt sich um die Klassenfahrt in den Pfingstferien und das Geld dafür sollte bis Ostern überwiesen sein.
Als die Sekretärin das Zimmer verlässt, reden alle durcheinander und Frau Streit erzählt ihnen, dass sie in einer Jugendherberge in der Nähe von Kelheim wohnen werden und von dort aus Ausflüge zu der Befreiungshalle , der Tropfsteinhöhle Schulerloch und auch zum Naturschutzgebiet der Weltenburger Enge machen würden.
Die Lehrerin benützt die Gelegenheit zu einem kleinen Geschichtsunterricht.
Sie erzählt von den Kelten, die hier ihre Stadt Alkimoennis errichtet hatten, den Römern die die Donau überquert haben und den Limes bauten, später herrschten von hier aus die Wittelsbacher über ihr Reich.
Die Brüder Asam hinterließen herrliche Bauten im Stil des Barock.
König Ludwig der I. von Bayern ließ hoch über der Stadt die Befreiungshalle, zum Gedenken an die siegreichen Schlachten 1813-1815 gegen Napoleon, errichten.
Ebenso erhob er 1840 das Gebiet um die Weltenburger Enge zum ersten Naturschutzgebiet Bayerns.
Auch erzählt sie ihnen von der schönen faszinierenden Tropfsteinhöhle Schulerloch.
Der Name wird teils abgeleitet von der keltischen Druidenschule, die einer Legende nach dort war und teils von dem altbayerischen Wort „Schuller“ für Räuber.
Einer Sage nach wurde dort ein gotteslästerlicher Räuber zur Strafe mitsamt seinem Hund in Stein verwandelt.
Die Kinder freuen sich riesig auf die Reise und was sie alles erleben würden und reden alle durcheinander.
Nur Katja beteiligt sich nicht an der Diskussion. Stumm starrt sie auf das Blatt Papier, das vor ihr liegt.
Die Reise würde 148 Euro kosten, das konnte sie ihren Eltern nicht antun!
Der Gong ertönt und immer noch aufgeregt und voller Vorfreude auf die baldige Klassenfahrt nach Kelheim verlassen die Kinder das Schulgebäude.

Morgen geht es weiter