Freitag, 4. Dezember 2020

Die Hl. Barbara



 

Heute ist ja der Tag der Hl. Barbara. 

Die heilige Barbara ist die Schutzheilige der Bergleute

Diese lebte im 3. Jhrdt in Kleinasien und wurde von ihrem Vater sehr geliebt. Da er aber sehr eifersüchtig und argwöhnisch war, sperrte er sie in einen Turm, wenn er verreisen musste.

Das erinnert doch sehr an das Märchen Rapunzel!

Obwohl Barbara reich war, war sie doch auch sehr einsam und unglücklich und als sie die christliche Religion kennen lernte, gab das ihrem Leben einen Sinn.

Ihr Vater selbst zeigte sie an, der Legende nach und er enthauptet sie selbst. Den Vater aber traf kurz darauf der Blitz.

Ebenfalls der Legende nach sollen die im Winter verdorrten Blüten am 24. Dezember auf Barbaras Grab jedes Jahr erblühen.

Daher auch der Brauch, am 4. Dezember einen Zweig ins Haus zu holen und in eine Vase zu stellen und wenn er am Hl. Abend blüht dann bedeutet das Glück.

Auch Hochzeiten soll der Zweig voraus sagen und früher haben die Mädchen einen Zettel mit den Namen Ihr Verehren in die Zweige gehängt und wessen Zweig blühte, der war dann der Auserwählte.

 

 

 

 

 


 

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Advent bei Oma und Opa

Regina und ich haben etwas Neues ausprobiert. Wir haben eine Geschichte gemeinsam geschrieben.
Wie das geht?
Nun Regina fing  an, schickte die Zeilen per Mail an mich und ich musste dann die Geschichte fortsetzten, und das ging dann immer fröhlich hin und her.
Das erinnert mich an ein Spiel in meiner Kindheit, dass ich mit meinen Freunden immer gespielt habe.
Wir setzten uns in einem Kreis zusammen. 
Mit einem Los wurde ein Spieler ausgewählt, der dann eine Geschichte begann, abrupt aufhörte und dann musste der rechts neben ihm weitererzählen, das ging dann den Kreis herum, bis einer nicht mehr weiter wusste.
Nun bin ich gespannt wie euch unsere gemeinsame Geschichte gefällt.

Viel Spaß beim Lesen







 Advent bei Oma und Opa


In den Fenstern des Dorfes war das letzte Licht erloschen. Die Menschen hatten sich unter ihre Decken gekuschelt und ruhten sich aus. Großvater Schinkel hatte eine Nachtmütze aufgesetzt, weil er kein Haar mehr hatte und am Kopf immer so fror. Seine Frau hatte sich zuerst darüber lustig gemacht, dann aber sah sie ein, dass es sich mit warmem Kopf besser schlafen ließ und sie gewöhnte sich an den Anblick.
Im Zimmer nebenan schliefen die Enkelkinder, die für ein paar Tage zu Besuch waren, weil die Eltern eine Geschäftsreise machen mussten. Die Großeltern glaubten jedenfalls, dass die Kinder längst im Land der Träume angekommen waren.
In seinem Korb im Flur schlief Leo, der Neufundländer.
Doch die Mädchen hatten sich mucksmäuschenstill unter der Bettdecke verkrochen und erst als sie den Opa leise aus dem Nebenzimmer schnarchen hörten, kamen sie hervor.
Sie setzen sich auf die Fensterbank, die schön warm war, da darunter der Heizkörper stand. Renate hatte die Arme um die angezogenen Knie geschlungen und sah hinaus in die dunkle Nacht. Vereinzelt fielen Schneeflocken vom Himmel.
Meinst du es liegt morgen so viel Schnee, dass wir rodeln können?“, fragte sie ihre, um ein Jahr jüngere, Schwester Susi.
Diese schrak aus ihren Gedanken auf.
Mir egal.“ Susi zuckte mit den Schultern.
Was hast du denn? Du bist den ganzen Tag schon so muffig und als Mama und Papa sich verabschiedeten, hast du sie kaum eines Blickes gewürdigt. Mama hat richtig traurig geguckt.“ Renate sah ihre Schwester vorwurfsvoll an.„Ach, das findest du wohl in Ordnung, dass sie uns hier abliefern, wie ein Paket“, ereiferte sich Susi.
Das ist doch Unsinn! Papa muss geschäftlich vereisen und wollte Mama unbedingt mitnehmen. Wir sind doch schließlich keine Babys mehr und bei Oma und Opa ist es doch auch schön!“
Susi schluckte und Tränen traten ihr in die Augen.
Aber wir waren doch noch nie von Mama getrennt!“, schluchzte sie. Ihre Schultern bebten. Renate versuchte die kleine Schwester zu trösten. „Komm!“, sagte sie und stand auf. Sie hob ihre Bettdecke einladend an. „Du darfst mit in meinem Bett schlafen und ich erzähle dir eine Geschichte. Magst du?“
Das ließ sich Susi nicht zweimal sagen. Mit einem Satz hüpfte sie ins Bett und zog die Decke bis zum Kinn.
Fang an!“, forderte sie Renate auf.
Die Große überlegte einen Moment und begann dann zu erzählen:
„Es waren einmal zwei Mädchen …“
„Die hießen Susi und Renate“, setzte Susi fort und schaute ihre Schwester gespannt an.
„Na gut, die hießen Susi und Renate und sie lebten mit ihren Eltern in einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Eines Tages erzählte ihnen die Mutter, dass sie eine Überraschung für sie habe. Sie mussten nur noch warten, bis der Vater von der Arbeit nach Hause kam. Gemeinsam richteten sie das Abendessen her und die Mädchen deckten den Tisch ganz besonders schön, mit Servietten und Blumen, die sie aus Seidenpapier falteten. Schön sah das aus. Die Augen der Mutter strahlten und dann war es auch bald soweit, der Vater kam nach Hause.
Lächelnd musterte er den gedeckten Tisch.
„Was ist denn heute für ein besonderer Tag. Habe ich etwa Susis Geburtstag vergessen oder war es Renates?“
Vergnügt zwinkerte er ihnen zu.
Die Mädchen kringelten sich vor Lachen.
„Aber Papa du vergisst doch nie unseren Geburtstag und außerdem würde Mama dich dann daran erinnern.“
„ Ja, aber warum ist dann hier alles so schön und feierlich gedeckt, wenn niemand Geburtstag hat?“
Der Vater setzte sich auf seinen Stuhl und die Mädchen schmiegten sich rechts und links an seine Seite.
„Die Mama hat eine Überraschung für uns, aber sie will es erst sagen wenn du da bist“, erklärte Susi.
„Na, das bin ich ja dann wohl!“, erklärte der Vater und die Mutter sah drei erwartungsvoll blickende Augenpaare auf sich gerichtet.
Du machst es aber spannend! Nun sag schon, Renate, was ist es für eine Überraschung?“, fragte Susi, die wie gebannt an den Lippen ihrer Schwester hing. „Bekommt Susi etwa endlich die Puppe, die sie sich schon lange wünscht?“
Du denkst immer nur an dich!“, schimpfte Renate. „Es ist doch eine Überraschung für alle, also auch für mich und Papa.“
Susi schob die Unterlippe vor und schmollte. Aber nur einen kleinen Moment, dann wollte sie unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Ich hätte dich auch mal mit der Puppe spielen lassen und sicher hätte ich sie Rena genannt, weil du doch dann ihre Tante gewesen wärst!“, schmeichelte sie.
Renate lachte. Sie konnte ihrer kleinen Schwester nicht böse sein, also erzählte sie weiter:
Lieber Heinz, liebe Kinder“, begann die Mutter. „Wir werden demnächst ein neues Familienmitglied bei uns begrüßen dürfen.“
„Oh!“, rief die kleine Susi, die es nicht erwarten konnte. „Bekommen wir einen Hund?“
„Pst!“, machte die große Schwester.
Die Eltern lachten und Mama sprach weiter.
„Nein, es ist kein Hund. Wir bekommen ein Kind und ihr Mädchen bekommt ein Geschwisterchen!“
Papa sprang auf und nahm Mama in den Arm und die Kinder waren außer sich vor Freude.
Och, das ist aber keine tolle Überraschung“, maulte Susi, „deine Geschichte gefällt mir gar nicht.“
Dann krauste sie die Stirn.
Oder willst du mir damit sagen, dass Mama schwanger ist?“
Unsinn, woher soll ich das wissen!“
Ist auch besser so, ein Hund wäre mir nämlich viel lieber“, trotzte Susi.„Du hast ja bloß Angst, dass du dann nicht mehr das Nesthäkchen bist. Außerdem hast du doch Minka. Wo ist sie überhaupt?“Suchend sah Renate sich um.
Die Katze, die auch mitkommen durfte zu Oma und Opa, schließlich konnte man sie ja nicht allein zu Hause lassen, war nirgends zu sehen.
Besorgt schlüpfte Renate aus dem Bett und tappte barfuß zur Tür, die sie leise öffnete.
Dann grinste sie und winkte ihre Schwester heran.
Das kleine graue Fellbündel schlief eng an den Neufundländer geschmiegt. Leo öffnete die Augen, sah die Mädchen kurz an, dann schlief er weiter.
Kichernd schlüpften diese wieder ins Bett.„Aber nun erzähl weiter“, forderte Susi energisch. „Nö, dir gefällt ja immer nicht, was ich erzähle, außerdem ist es schon spät und wir sollten endlich schlafen!“ Renate gähnte und drehte sich auf die Seite.
Ich kann aber nicht schlafen!“, jammerte Susi. „Du, Renate, könnte es wirklich sein, dass Mama noch ein Kind bekommt?“
Ja klar, warum auch nicht. Sie ist ja noch jung – und ich würde mich sehr freuen. Du doch auch, gib es zu!“
Susi antwortete nicht mehr. Wenn sie sich auch gewehrt hatte, so war die Müdigkeit doch stärker gewesen. Behutsam deckte Renate ihre kleine Schwester zu. Sie lag noch eine Weile wach und dachte darüber nach, wie es sein würde, wenn ein Baby ins Haus einziehen würde. Der Gedanke gefiel ihr und lächelnd schlief sie ein.
Renate wachte auf, weil eine große schlabberige Zunge ihr über das Gesicht fuhr. Leo stand vor dem Bett und wedelte mit dem Schwanz.
Igitt!“ rief das Mädchen und fuhr sich mit dem Ärmel über das Gesicht. Hinter ihr quietschte Susi: „Minka, lass das sein!“
Die Katze war mit allen Vieren auf das Mädchen gesprungen, drehte sich im Kreis und sauste dann über das Bett.
Die Oma stand an der Tür und hielt sich den Bauch vor Lachen.
Haben sie euch endlich wach gekriegt ihr Langschläfer.“
Wie spät ist es denn?“, fragte Renate.
Neun Uhr, ab ins Bad, dann runter zum Frühstück!“
Bald saßen sie in der Küche und verzehrten mit sichtlichem Appetit die riesigen Marmeladenbrote, die Oma ihnen geschmiert hat und dazu gab es leckeren Kakao.
Der Opa kam durch die Hintertür.
Ach die Damen sind auch schon wach, hab schon gedacht ich muss ganz alleine in den Wald gehen.
Was sollen wir denn im Wald?“ fragte Susi mit vollem Mund.
Na Morgen ist doch der erste Adventssonntag, da wollen wir Grünzeug holen, damit wir das Haus schmücken können.
Nun waren die Kinder nicht mehr zu halten.
Schnell wurde noch der letzte Kakao ausgetrunken und kurze Zeit später liefen sie dick vermummt neben dem Opa, der einen leeren Leiterwagen hinter sich her zog.
Obwohl es in der Nacht geschneit hatte und alles weiß gepudert aussah, war es für den Schlitten noch zu früh. Aber es machte auch so Spaß, die ersten Spuren in den Schnee zu machen und zu beobachten, welche Tiere schon ihre kleinen Fußabdrücke hinterlassen hatten.
Auf einmal rief Susi:
Schaut doch mal hier. Es sieht aus, als sei ein winzig kleiner Mensch hier lang gegangen. So kleine Füße haben doch eigentlich nur Babys.“
Renate beugte sich tief über die kleinen Spuren, um sie ganz genau zu betrachten.
Opa, komm!“, rief sie aufgeregt, „Susi hat Recht!“
Auch der Opa schaute sich die Fußabdrücke an. Er nickte wissend.
Ja, ja, das war sicher der Hermann. Der läuft immer am frühen Morgen durch die Gegend und besucht seine Freunde!“
Der Hermann?“, riefen beide Mädchen im Duett.
Ja, das ist ein Troll, der hier im Wald wohnt. Ich kenne ihn schon sehr lange.“
Ein Troll, das sind doch furchtbar hässliche und böse Geschöpfe, pfui und du kennst ihn!“, rief Susi.
Renate aber lachte.„0pa, du flunkerst!“
Der Opa zog ein beleidigtes Gesicht.
Aber nein, Hermann gibt es wirklich und außerdem ist er ein ganz lieber Troll, deshalb hat ihn ja der Feenkönig auch verschont, als er auszog um die bösen Trolle zu vernichten.“
Oh“, Susi sah sich vorsichtig um“, glaubst du, dass wir ihm begegnen?“
Na ja, er ist ziemlich scheu, ich weiß nicht?“, zweifelte der Großvater.
Renate aber verzog spöttisch den Mund.
Seht mal hier der Baum hat schöne Zweige!“ rief Großvater und steuerte auf eine Tanne zu. Er nahm das kleine Beil und hackte einige Zweige ab, die er dann in den kleinen Wagen legte.
Dann ging er suchend weiter und bald lagen auch noch einige Fichtenzweige daneben.
Er deutete unter den Baum und befahl den Mädchen: „Fegt mal den Schnee beiseite und dann löst vorsichtig etwas Moos aus dem Boden.“
Wofür brauchen wir das denn?“
Für die Krippe“, sagte der alte Mann geheimnisvoll.
Wir bauen eine Krippe!“, quietscht Susi begeistert.„Ja, das heißt, der Stall und die Figuren sind schon vorhanden, aber das ganze drum herum baue ich jedes Jahr neu und ihr dürft mir diesmal helfen.“
Ich kann mich noch erinnern, wie schön deine Krippe immer war“, meinte Renate nachdenklich.
Aber jetzt lasst uns nach Hause gehen, es ist kalt“ schlug der Opa vor und betrachtete zufrieden die Schätze in dem Leiterwagen.
Vergnügt schritten sie durch den Wald und der Schnee knirschte unter ihren Schuhen.
Hinter einem Busch kauerte ein kleiner Wicht und sah ihnen grinsend nach.
Zu Hause angekommen luden die drei die Zweige im Schuppen ab. Später wollte Großvater sich dann darum kümmern, dass sie in die rechte Form gebracht würden.
Jetzt aber ab ins Haus, Oma macht uns einen heißen Kakao, damit wir wieder warm werden!“, ordnete Großvater an.
Oma wartete schon in der Küche, wo es gemütlich warm war. Sie setzte einen Topf mit Milch auf den Herd und fragte:
Na, wie war es im Wald?“
Wir haben Fußspuren gefunden und Opa hat erzählt, dass sie von einem Troll stammen“, erzählte Susi aufgeregt.
Das war sicher der Hermann!“, rief Oma.
Nun hatten die Mädchen keine Zweifel mehr, wenn Oma das auch sagte. Sie bedrängten den Großvater, am nächsten Tag wieder in den Wald zu gehen, um nach Hermann zu schauen. Vielleicht hätten sie ja Glück.
Wir sollten ihm etwas zu essen mitnehmen, vielleicht können wir ihn so aus seinem Versteck locken“, schlug Renate vor.
Gute Idee! Sollen wir heute noch Plätzchen backen?“, fragte Oma und begeistert stimmten die Kinder zu.
Oh ja, das machen wir und dann nehmen wir morgen einige mit in den Wald!“, rief Susi.
Bald darauf sah die Küche wie ein Schlachtfeld aus und die Mädchen standen mit hochrotem Kopf am Tisch und stachen verschiedene Formen aus. Einige Bleche voll standen schon zum Abkühlen neben der Spüle und gerade holte die Oma ein neues aus dem Ofen. Der herrliche Duft kitzelte in der Nase und lockte auch den Opa an.
Kann man schon kosten?“
Später, du Naschkatze, hast du die Zweige zurecht geschnitten?“
Liegen bereits im Wohnzimmer, was ist Kinder wollt ihr beim Schmücken helfen?“
Ja geht nur, für heute sind wir mit dem Backen fertig,“ nickte die Oma und schnell zogen die Mädchen die riesigen Schürzen aus, warfen sie auf einen Stuhl und folgten dem Opa ins Wohnzimmer.
Hier roch es wie im Wald und die Zweige lagen auf einem Haufen vor dem Kamin.
Der Opa deutete auf einen Karton in der Ecke.
Dort sind Schleifen und Weihnachtsschmuck, ihr schmückt die Zweige und ich hänge sie auf.
Sehr viel später dann war das ganz Wohnzimmer geschmückt und der Opa kehrte noch die kleinen Ästchen Tannennadeln zusammen und warf sie in den Kamin.
Das riecht dann schön wenn wir Feuer machen.“ erklärte er.
Die Oma kam herein und bewunderte ihr Werk.
Nun aber kommt, es gibt Kakao und Plätzchen.“
Als sie dann um den liebevoll gedeckten herum saßen, da stand das Plappermäulchen der Kinder keine Minute lang still. Die alten Leute aber sahen sich lächelnd an. Schön war es, wenn die Kinder im Advent bei ihnen waren.
Später als Renate und Susi im Bett lagen, murmelte die Kleine schon halb im Schlaf:„Schön war es heute und morgen bringen wir Hermann Weihnachtsplätzchen.“
Dann fielen ihr die Augen zu und sie bekam gar nicht mehr mit, dass Minka aufs Bett sprang und sich zwischen sie kuschelte.
Renate streichelte die Katze, die zu schnurren begann, dann schlief auch sie ein.
Am nächsten Morgen.
Es war Sonntag und der erste Advent am Abend mussten die Mädchen wieder nach Hause, denn bevor es in die Weihnachtsferien ging, waren noch einige Schultage angesagt.
Oma war schon früh auf den Beinen und richtete das Frühstück für Opa und die Kinder. Während sie dann in die Kirche ging, wanderten die Kinder mit dem Opa in den Wald.
Renate trug eine kleine Schüssel mit Plätzchen in ihrem Rucksack, die sie Hermann mitbringen wollten.
Im Wald kam ihnen der Förster entgegen. Opa und er unterhielten sich. Die Mädchen warteten ungeduldig und atmeten erleichtert auf, als der Förster sich verabschiedete.
Sie stapften neben dem Opa durch den tiefen Schnee. Vor einer großen Tanne hielt er und meinte dann : „Oje!“
Was ist?“
Seht ihr hier an der Tanne den roten Streifen?“
Die Mädchen nickten.
Förster Baumann hat mir gerade berichtet, dass morgen die Holzfäller den Weihnachtsbaum für die Kreisstadt fällen und das ist ausgerechnet dieser Baum.“
Aber das ist doch eine wunderschöne Tanne!“ riefen die Mädchen.
Ja, aber es ist auch Hermanns Zuhause.“
Oje!“ Nun waren auch Renate und Susi besorgt.
Der Opa klopfte kräftig an den Stamm.
Eine bisher verborgene Tür öffnet sich knarrend und der zottelige Kopf des Trolls sah heraus.
Was willst du?“ fragte er grimmig.
Du hast ja heute wieder eine Laune!“
Wer sind die Langhaare?“ Der Kleine deutete mit dem Finger auf die Mädchen.
Das sind meine Enkelinnen, Renate und Susi, sie wollten dich kennen lernen.“
Na nun kenne sich mich!“
Der Troll wollte zurück in seine Wohnung, doch blitzschnell packte ihn der alte Mann am Rockzipfel und zog ihn zu sich heran.
Hiergeblieben, du kannst hier nicht bleiben, dieser Baum wird morgen gefällt.“
Was heißt gefällt, niemand kann meine Wohnung fällen, ich werde sie alle verzaubern!“
Du vergisst nur, dass dir deine Zauberkräfte genommen worden sind. Aber ich habe eine Lösung, du kannst bei mir im Schuppen überwintern und im Frühjahr suchen wir einen Baum, der bestimmt nicht gefällt wird.“
Ich will aber nicht bei dir wohnen, ich will hier im Wald bleiben!“
Wütend stapfte der kleine Gnom mit dem Fuß auf, dann setzte er sich plötzlich in den Schnee und begann lauthals zu heulen.
Mitleidig beugten sich die Mädchen zu ihm hinab
Renate aber nahm die Plätzchen aus ihrem Rucksack und als sie den Deckel öffnete, versiegten die Tränen so schnell wie sie gekommen waren. 
Die kleine Hand des Trolls fuhr in die Schüssel, stopfte sich die Plätzchen in den Mund und ruckzuck waren sie weg.
Opa und die Mädchen lachten.
Du kannst aber geschwind essen,“ staunte Susi.
Der Kleine gab ihr keine Antwort, sprang auf und verschwand im Baum.
Kurze Zeit später kam er mit einem Bündel wieder heraus und stapfte los.
Die drei sahen sich grinsend an und gemeinsam ging es nun zurück nach Hause.
Auch die Oma, die inzwischen wieder von der Kirche zurück war, half mit, um es Hermann so gemütlich wie möglich im Schuppen zu machen.
Als spät abends die Eltern kamen, um die Mädchen abzuholen, zogen diese lange Gesichter.
Der Vater lachte. „ Erst wolltet nicht hierher, weil es hier ja sooo langweilig ist und jetzt habt ihr keine Lust mehr mit uns zu kommen.Aber Morgen ist leider Schule.“
Aber wir wollten doch mit Opa die Krippe noch bauen.“
Bis Weihnachten ist ja noch hin,“ tröstete der Opa, „ wie wäre es, wenn ihr jedes Wochenende zu uns kommt, dann können wir gemeinsam die Krippe bauen und in den Weihnachtsferien bleibt ihr dann hier.“
Jubelnd fielen die Mädchen ihm um den Hals.


© Regina Meier zu Verl
© Lore Platz


Nun wünsche ich euch einen schönen und besinnlichen ersten Advent.


Mittwoch, 2. Dezember 2020

Plauderecke

Diese Woche steht ja ganz im Zeichen des Nikolaus.
Ob die Kinder in der heutigen Zeit auch noch so zittern, wie wir damals.



Bei uns kam der Nikolaus immer am Abend des 5.Dezembers.
Hattet ihr als Kinder auch immer so Angst vor dem Nikolaus?
Mir war immer so bange, denn der begleitende Knecht Ruprecht war ein rauer Geselle und mit der Rute nicht zimperlich.
Einmal ist unsere Katze auf seinen Sack mit den Geschenken gesprungen und meine Schwester Karin kicherte, bautsch , da hatte sie eine mit der Rute bekommen.
Von meinem Mann wurde eine Geschichte überliefert, die mich immer wieder zum Lachen brachte:
Die Familie saß wartend auf den Nikolaus um den Tisch herum, da stellte sich Klein-Kurtl mitten ins Zimmer und prahlte:
Ich habe keine Angst vor dem Nikolaus, wenn der kommt, dann hau ich ihm eine runter, dass er denkt das Christkind ist ein Adler!“
Da klopfte es an der Tür.
Der noch eben so mutige Prahlhans sprang quer über den Tisch
auf den Schoß seiner Oma.
Heute gibt es ja außer dem Nikolaus und dem Christkind noch den Weihnachtsmann, was für ein Kind ganz schön verwirrend sein kann.
So ging es auch der kleinen Lena, aber die Oma kann es ihr durch eine Geschichte  erklären. 
 
 





Lena öffnete leise die Tür.

 „Oma möchtest du sehen, was der Nikolaus mir im 

Kindergarten gebracht hat?“

Aber sicher mein Schatz komm nur herein.“

Lena leert die hübsch bemalte Papiertasche auf der Decke, 

die über Omas Beine gebreitet ist, aus.

Ein Apfel, eine Orange, einige Walnüsse und ein dicker 

Weihnachtsmann aus Schokolade kullern auf der bunten 

Decke herum.

Da hat euch der Hl. Nikolaus aber viel geschenkt, ihr müsst 

ja sehr brav gewesen sein.“

Lena lässt einen tief von Herzen kommenden Seufzer hören.

Auf den fragenden Blick der Oma erklärt sie.

Du hast mir doch erzählt, dass der Hl. Bischof ein guter 

Mann war und den Menschen geholfen hat und deshalb darf 

er am sechsten Dezember vom Himmel kommen und den 

guten Kindern etwas schenken. Und an Hl. Abend kommt 

dann das Christkind und feiert seinen Geburtstag mit uns und 

weil es uns so lieb hat beschenkt es uns.“

Oma Karin legt die Gaben auf das Tischchen neben sich und 

hebt ihre Enkelin auf ihren Schoß.

Warum fragst du?“

Lena kuschelt sich an die Oma und deutet auf den 

Schokoladenmann.

Der sieht dem HL. Nikolaus im Kindergarten überhaupt nicht 

ähnlich und mein Freund Toby hat gesagt, dass das ein 

Weihnachtsmann ist, denn in vielen Ländern kommt gar 

nicht das Christkind, sondern der Weihnachtsmann am HL. 

Abend.“

Frau Jomsom schließt einen Moment die Augen, dann lächelt 

sie.

Ich werde dir erzählen warum, das so ist.



Warum es einen Weihnachtsmann gibt.



Vor vielen vielen Jahren, als das Christkind noch nicht geboren war, da wurden die Kinder von Frau Holle beschenkt und begleitet wurde diese von Jack Frost. Denn auch damals gab es böse, freche Kinder. Doch wenn Jack Frost mit der Rute drohte, oder gar seinen Stab hob, mit denen er sie zu Eis erstarren lassen konnte, wurden selbst die frechsten Buben ganz kleinlaut.




So vergingen viele hundert Jahre und das Christkind wurde geboren und brachte die Freundlichkeit und Liebe in die Welt.

Als es dann zurück zu seinem Vater in den Himmel kam, da überzeugte es auch diesen, dass nicht alle Menschen so böse sind. Gott Vater war nämlich oft sehr wütend über die Menschen, wenn sie mal wieder Kriege anfingen, Menschen töteten und alles zerstörten was er ihnen doch als Geschenk gegeben hatte.

Jesus aber bat seinen Vater, wenn dieser die Erde für immer zerstören wollte, den Menschen doch eine Chance zu geben.

Und eines Tages schlug er ihm vor, dass er einmal im Jahr an seinem Geburtstag auf die Erde gehen und den Menschen die Herzen für die Liebe öffnen wollte.

Und so beschenkte er die Kinder an seinem Geburtstag und zeigte ihnen die Liebe, die er für sie fühlte.

Doch die Welt wurde immer größer, die Menschen immer mehr und nicht alle glaubten an das Christkind.

Da Jesus aber ein gutes Herz hatte und besonders die Kinder liebte, tat es ihm weh, dass nicht alle Kinder beschenkt wurden.

Also fragte er Frau Holle und diese erzählte ihm, dass sie einst mit Jack Frost die Kinder beschenkt hätte.

Jesus wanderte zum Nordpol und fragte den grimmigen Alten, ob er nicht die Kinder zu denen er nicht kommen konnte, weil sie nicht an ihn glaubten, beschenken wollte.

Dieser sah ihn kopfschüttelnd an und seine dicken Augenbrauen wölbten sich wie Würmer.

Du bist ein komischer Kauz, warum willst du denn die Kinder beschenken, die nicht an dich glauben.“

Ein leises Lächeln glitt über das Gesicht von Gottes Sohn.

Weil ich alle Menschen liebe und wenn man jemanden liebt muss man ihm auch die Freiheit lassen anders zu denken und zu sein. Es gibt so viele Religionen auf der Welt und jeder sucht für sich den richtigen Weg. Und ich liebe die Kinder ganz besonders, egal welche Religion oder Hautfarbe sie haben. Darum bitte ich dich als Weihnachtsmann an meiner Stelle diese Kinder zu beschenken. Glaube mir sie werden dich und deine poltrige Art lieben.“


Und so wurde aus Jack Frost der Weihnachtsmann, der jedes Jahr mit seinem Renntierschlitten auf den Dächern landet und durch den Kamin rutscht, um die Päckchen für die Kinder unter den Weihnachtsbaum zu legen.“


Lena ist sehr still, dann sagt sie leise.

Im Kindergarten ist ein Junge, er heißt Achmed und hat eine andere Religion. Sie feiern bei ihm zu Hause auch nicht Weihnachten. Weißt du was, ich werde ihm am letzten Tag im Kindergarten etwas schenken und ihm sagen, das ist, weil wir den Tag der Liebe feiern.“

Oma Karin gibt ihr einen Kuss.


© Lore Platz




 

 

Montag, 30. November 2020

Herr Oskar und der Weihnachtsbaum










Herr Oskar und der Weihnachtsbaum



Herr Oskar sieht sich vergnügt um.
Seit Tagen schon lässt Frau Holle die Schneeflocken auf die Erde rieseln und hat den Wald in eine weiße flauschige Decke gehüllt.
Klein Oskar, Bruno und Bellinda toben jauchzend durch den Schnee und bewerfen sich mit Schneebällen.
Katrin klettert nach vorn und sieht stillvergnügt ihren Kindern zu.
Danke auch Herr Oskar, dass sie Frau Eule das Versprechen abgenommen haben uns in Ruhe zu lassen.“
Gerne doch Frau Katrin, möchte ja meine Familie nicht verlieren,“ schmunzelt Oskar, „ aber trotzdem wäre es geraten nachts hier drinnen zu bleiben, denn die Augen von Frau Eule sind sehr schlecht.“
Frau Katrin lacht: „Schön, dass sie uns zu ihrer Familie zählen, überhaupt ist mein Leben nur noch wunderbar seit ich sie getroffen habe.“
Herr Oskar schmunzelt, „ aber meines auch und die Kinder machen mir große Freude, aber wo ist denn Max?“
Frau Blaumeise hat ihm eine Nachricht von seinem Vetter, der Kirchenmaus gebracht.“
Ach ja die Vögel sind schon einige Zeit nicht mehr hier, sind doch nicht alle in den Süden geflogen?“
Nein, aber diejenigen, die hier überwintern sind näher zur Stadt gezogen, denn dort stellen die Menschen Vogelhäuschen mit Futter auf.“
Das ist aber nett! Herr Armin ist heute Morgen mit seinen Damen in den Wald gegenüber gegangen, da dort die Menschen Futterkrippen aufgestellt haben.“
Miranda, das Eichkätzchen schlüpft durch das Fenster und seufzt:
Bin vor Hunger aufgewacht und wollte an meine Vorräte, habe aber wieder einmal vergessen wo ich sie vergraben habe.“
Herr Oskar lacht: „ Welch ein Glück, dass ich aufgepasst habe. Sehen sie da vorne die große alte Tanne? Darunter liegen ihre Nüsse.“
Danke, sie sind ein Schatz!“
Schmunzelnd beobachten sie wie Miranda zu graben beginnt, der Schnee fliegt nur so nach allen Seiten.
Neugierig sehen die drei Mäusekinder zu, wie nun eine Nuss nach der anderen zum Vorschein kommt.
Das Wasser läuft ihnen im Mund zusammen.
Miranda beginnt nun eine Nuss nach der anderen in ihren Kobel hoch oben im Baum zu tragen.
Die letzten zwei Nüsse aber knackt sie, sagt etwas zu den Kindern und verschwindet.
Das ist aber nett, sie hat den Kindern die letzten Nüsse geschenkt, ich werde mal nachsehen.“
Bald erscheinen die vier Mäuse gesättigt und zufrieden und klettern ins Auto.
Katrin trägt ein Stück der Nuss und meint:
Ich habe für Max ein Stück aufgehoben, der wird sicher Hunger haben nach der langen Reise.“
Gegen Abend kommt der Mäuserich dann nach Hause und verkündet freudestrahlend , dass Vetter Heinrich sie alle über Weihnachten eingeladen hat, denn nirgends wird dieses Fest so schön gefeiert wie in der Kirche.
Auch er hat etwas für die Speisekammer mitgebracht, einen großen runden Keks, den er vor der Kirche gefunden hat.





Bald liegt die kleine Familie gesättigt und müde in der Höhle von Wolle unter dem Rücksitz und Herr Oskar träumt von früher. Der Duft des Weihnachtskeks erinnert ihn an seine erste Besitzerin, die mit Geschenken auf dem Rücksitz und einer Tüte dieser duftenden Kekse zu ihren Eltern gefahren ist.
Überall waren die Straßen geschmückt und auf dem Marktplatz stand ein leuchtender großer Tannenbaum und seine Besitzerin sang fröhlich die Lieder, die aus dem Radio erklangen mit.
Das war schön!
Mit einem Lächeln schläft Herr Oskar ein.

 
 

 
Ein bitterliches Weinen schreckt ihn aus seinem tiefen Schlummer.
Herr Oskar lässt seine vorderen Scheinwerfer leuchten, doch kann er niemand entdecken. Auch der frisch gefallene Schnee zeigt keine Spuren.
Da sieht er, dass an dem alten Tannenbaum, unter dem Miranda ihre Nüsse vergraben hatte, dicke große harzige Tränen den Stamm herunterrollen.
Herr Tannenbaum, warum weinen sie denn so schrecklich!“
Entschuldigen sie Herr Oskar, habe ich sie geweckt?
Aber dieses ganze Gerede über Weihnachten hat mich so traurig gemacht.
Meine Großmutter hat mir einst erzählt, dass wir Tannenbäume eine große Bedeutung haben.
Wir werden auserwählt in den Stuben der Menschen zu leuchten am Geburtstag des Herrn Jesus.
Kurze Zeit später wurde sie abgeholt und auch Jahre darauf mein Vater.
Doch dann starb der alte Herr, dem Wald gehört und seine Erben sind in alle Winde verstreut.
Seitdem kümmert sich niemand mehr um diesen Wald und die Weihnachtsbäume werden gegenüber geholt.
Und ich bin der Einzige aus meiner Familie, der niemals zu Ehren des Christkindes leuchten wird. Es ist schon traurig!“
Wieder laufen die Tränen den Stamm hinunter.
Herr Oskar ist traurig und weiß nicht was er sagen soll.
Gerade ist er wieder eingeschlafen, da klopft es an die
Scheibe.
Herr Oskar öffnet das Fenster und Frau Eule schlüpft herein.
Schließen sie das Fenster,“ befiehlt sie.
Gehorsam lässt Herr Oskar die Scheiben nach oben gleiten.
Frau Eule hat es sich inzwischen auf dem Sitz bequem gemacht.
Sehr gemütlich hier.
Ich habe das Gespräch zwischen ihnen und dem alten Tannenbaum mit angehört.
Er steht schon seit vielen Jahrzehnten hier.
Meine Großmutter kannte ihn schon und wusste nur Gutes zu berichten.
Und darum dachte ich, wir sollten ihm etwas schenken und seinen Wunsch erfüllen und aus ihm einen Weihnachtsbaum machen.“
Aber wie soll das denn gehen? Ach vielleicht die Elfen?“
Nein die schlafen doch im Winter unter der Erde bei den Wurzeln ihrer Blumen.
Aber in der Nähe ist das Wichteldorf und vor vielen Jahren hat der Tannenbaum den Sohn des Königs gerettet, als er von einem Fuchs gejagt wurde.
Das hättet ihr sehen sollen.
Mit seinem untersten Zweig hat er dem Fuchs so einen Schlag versetzt, dass der rückwärts einen Salto geschlagen hat und mit eingezogenem Schwanz davon schlich.“
Sie meinen also, dass die Wichtel den Baum schmücken können, aber ist er nicht zu hoch für sie?“
Die Wichtel sollen nur die Girlanden basteln und die Vögel werden sie dann um den Baum winden.“
Und ich will das Christkind überreden, dass es hier vorbeikommt!“
Max, der der Unterhaltung gelauscht hat kommt nun nach vorn, bleibt aber in sicherer Entfernung zu der Eule.
Kennst du denn das Christkind?“ fragt diese erstaunt.
Nein, aber mein Vetter, denn es kommt jedes Jahr zur Christmette in die Kirche, wo er wohnt.“
Gut dann werde ich morgen zu den Wichtel fliegen, lass mich bitte hinaus Oskar, bevor dein kleiner Freund noch vor Angst in die Hosen macht!“
Max schnaubt empört, die Eule grinst und verlässt mit rauschenden Flügel das Auto.
Und nun beginnt ein heimliches Wirken.
Alle Tiere sind inzwischen eingeweiht und freuen sich schon auf Hl.Abend und die große Überraschung für die Tanne.
Am Morgen des lang ersehnten Tages kommt Armin von Hohenwalde durch den Wald geschritten und trägt auf seinem Geweih viele bunte glitzernde Girlanden.
Neben ihm trippeln kichernd und schwatzend viele kleine Wichtel.
Vor dem alten Tannenbaum bleiben sie stehen.
Armin neigt sein Haupt und die Girlanden fallen in den Schnee.
Nachdem die Wichtel sie entwirrt haben kommen aus den umliegenden Bäumen die Vögel und winden sie um den alten Tannenbaum, der aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt.
Danke, danke!“ stammelt er nur immer wieder.
Armin von Hohenwalde aber erklärte ihm, dass sie heute Nacht sich alle hier zusammen finden werden, um gemeinsam den Geburtstag des Christkinds zu feiern.
Und so war es dann auch.
Sie versammeln sich unter dem Baum, der voller Stolz seinen schönen Schmuck trägt und der König des Waldes Armin erzählt die Weihnachtsgeschichte, wie er sie schon von seiner Mutter gehört hatte.
Dann singen sie Weihnachtslieder und auch Herr Oskar brummt mit.
 
 

 
 
Auf einmal erklingt ein liebliches klingeln und ein goldener Schlitten kommt herunter geschwebt.
Grinsend springen Max und seine Familie in den Schnee und das Christkind im goldenem Gewand tritt zu dem Tannenbaum und sagt mit lieblicher Stimme.
Ich habe gehört, dass es dein größter Wunsch war für mich an meinem Geburtstag zu leuchten. Dafür danke ich
dir aus vollem Herzen.Und damit du auch wirklich leuchtest schicke ich dir meine Sterne vom Himmel:“
Es hebt die Hand und die Sterne fallen vom Himmel und setzen sich auf die Zweige und der Baum erstrahlt in einem hellen Licht.
Der alte Tannenbaum ist überwältigt vor Glück und stammelt nur immer wieder: „ Danke, danke!“
Das Christkind lächelt freundlich und meint:
Die Sterne werden bis zum Dreikönigstag bei dir bleiben, dann kehren sie zurück an den Himmel. Nun lebt wohl meine lieben Freunde.“
Der Schlitten erhebt sich und fährt zu den Wolken.
Unter dem Baum aber türmen sich Säcke voll mit den herrlichsten Dingen. Äpfel und Birnen, Heu und Hafer, Nüsse, Kastanien und Karotten, selbst an Speck und Käse für die Mäuse hat das Christkind gedacht.
Der alte Tannenbaum aber träumte noch viel Jahre davon, wie er einmal ein Weihnachtbaum sein durfte.

© Lore Platz



 



Wünsche euch noch einen schönen Tag und hoffe auch ihr habt so gute Freunde die euch überraschen!







Freitag, 27. November 2020

Das kleine rote Auto - Erinnerungsgeschichte








 Das kleine rote Auto


Manchmal ist es gar nicht so gut, wenn man einen tiefen gesunden Schlaf hat.
Wir haben unserer Tochter den Führerschein bezahlt und von dem Geld, das sie sich bei einem Praktikum verdient hat, kaufte sie sich ein kleines rotes Auto.
Und nun machten sie und ihre Freundinnen jedes Wochenende die Gegend unsicher.
In den Ferien beschlossen sie eine Fahrt quer durch Deutschland zu machen.
Übernachten wollten sie in Jugendherbergen oder im Zelt.
Vier Mädels, übermütig, fröhlich und mit dem Gefühl:
Mir gehört die ganze Welt!“, düsten sie los.
Damals gab es noch kein Handy und so rief meine Tochter immer wenn es ihr möglich war, von einer Telefonzelle aus an, da sie wusste, dass ich mir Sorgen machte.
 Als die Reise sich dem Ende näherte, beschloss eines der Mädchen noch ein paar Tage bei ihrem Freund zu verbringen und sie fuhren sie in Aachen an den Bahnhof.

 
                             
 
Da es zu spät zum weiterfahren war, beschlossen sie gleich auf dem Parkplatz im Auto zu übernachten.
Die drei Grazien in der Sardinenbüchse.
So etwas kann man nur machen, wenn man jung ist.
Es war heiß und sie ließen die Fenster herunter und das Mädel, das auf der Rückbank schlief, hatte die Füße auf dem offenen Fenster abgestützt.
Mitten in der Nacht wurde meine Tochter wach, stieß ihre Freundin, die neben ihr auf dem Beifahrersitz schlief, an und grummelte: „ Ich glaube, da draußen ist jemand.“
Unsinn! Schlaf weiter!“

Strahlender Sonnenschein empfing sie am nächsten Morgen und eine böse Überraschung.
Während sie tief und fest schliefen wie die Murmeltiere hatte man ihnen die Radkappen und die Nummernschilder geklaut.

Lachen konnten sie erst später, denn erst einmal kamen einige Probleme auf sie zu.
Ein Glück, dass die Aachener Polizei so freundlich und hilfsbereit war.


© Lore Platz

Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende

Mittwoch, 25. November 2020

Plauderecke

 
 







Ich bin eine Leseratte!
Ich weiß ja nicht, ob ich als Baby schon das Verlangen hatte zu lesen, aber mein Vater hat uns immer, besonders in der Winterzeit, Märchen vorgelesen.
Noch heute spüre ich die Wärme des Ofen und höre das knacken und knistern des Holzes.
Meine Schwester und ich kuschelten auf dem Sofa in der Küche, mein Vater saß auf seinem Stuhl und las uns mit verstellten Stimmen aus einem dicken Buch vor, dass er sich aus der Pfarrbücherei geliehen hatte.
Meine Mutter kochte oder backte und die herrlichen Düfte schmeichelten sich in unsere Nasen.
Keine Zentralheizung kann diese Gemütlichkeit erzeugen.
Ich entwickelte mich jedenfalls zu einer Leseratte, die alles las, was sie in die Finger bekam.
Viele Kinderbücher gab es ja noch nicht damals und geschenkt bekamen wir zum Geburtstag und Weihnachten meistens nützliche Dinge.
Aber zum Glück hatte ich ja eine Schwester, die mehrere Jahre älter war, und die ich sehr liebte.
Karin las zwar nicht so gerne, aber sie war eine Sportskanone.
Einmal erreichte sie bei dem jährlichen Sportfest den ersten Platz und bekam als Preis einen Tennisschläger und ein Buch, das sie sofort an mich weiter reichte.
Es war ' Gritlis Kinder' von Johanna Spyri.
Außerdem gab es da noch die Reclam Hefte, die sie im Unterricht lesen musste.

So lernte ich in sehr frühen Jahren 'Pole Poppenspäler' und den Dichter Theodor Storm (1817 – 1888) kennen und lieben.
Eine Liebe, die bis heute gehalten hat.
Leider aber traf ich auch ' Die schwarze Spinne', 
eine Novelle von Jeremias Gotthelf (1797 – 1854).
Eine schauerliche Geschichte, die mir Albträume und eine lebenslange Angst vor Spinnen bescherte.
Nicht jede Lektüre ist für kleine naseweise Mädchen geeignet.

Als mir, da war ich ungefähr zehn Jahre, das Christkind dann mein erstes eigenes Buch brachte, war ich selig.
Es war wunderschön, hatte einen goldenen Einband und hieß : 
' Das goldene Märchenbuch'.
Darin befanden sich Märchen, die ich noch nie gehört hatte, Märchen aus aller Welt, und es war mein größter Schatz.
Diese Buch besitze ich heute noch.
Der Einband ist inzwischen verschwunden und es sieht auch ziemlich ramponiert aus vom vielen Lesen.
Aber schließlich ist dieses Buch 60 Jahre alt und wurde sehr sehr oft in die Hand genommen.
Ich weiß nicht, ob es am Mangel von Lesestoff lag, aber ich begann schon sehr früh mir Geschichten auszudenken, die ich meinen kleinen Freunden dann erzählt, die nie genug davon bekamen.
Als ich besser schreiben konnte, schrieb ich sie auf und las sie im Familienkreis vor.
Eine dieser Geschichten handelte von einem wilden schwarzen Hengst.
Ihr ahnt sicher wer mich dazu inspiriert hat, die Fernsehserie  'Fury'.

Dieses 'nonstop' Fernsehen wie heute gab es ja zu unserer Zeit noch nicht und wir freuten uns regelrecht darauf, wenn etwas für uns Kinder kam.
Samstag Nachmittag gab es eine Sendung für die ganz Familie, die dann mit den Schlümpfen endete.
Was habe ich diese kleinen blauen Zwerge geliebt.
Und sonntags wurde  'Fury' oder 'Rin Tin Tin' gesendet.
Bei einem Abenteuer dieses deutschen Schäferhundes im wilden Westen, wäre mir einmal beinahe das Trommelfell geplatzt.


Meine Firmpatin kam an einem Sonntag mit ihrer Familie zu Besuch und während die Großen sich unterhielten, saßen wir Kinder auf dem Boden vor dem Fernseher und sahen uns 'Rin Tin Tin' an.
Als der Hund in eine besonders gefährliche Situation kam, sprang der Sohn meiner Patin auf, riss seine Trillerpfeife aus der Hosentasche und ließ einen ohrenbetäubenden Pfiff ertönen.
Das nennt man wohl mitten im Geschehen sein.

© Lore Platz
 
Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch, macht das Beste aus dieser nicht einfachen Zeit.