Donnerstag, 15. Juni 2017

Wieder etwas plaudern - Reizwortgeschichten


Reizwörter:

Krämerladen - Bierflaschen - suchen - lesen – staubig.


Sicher habt ihr schon gemerkt, dass es mir schwer fällt in letzter Zeit Geschichten zu schreiben. 
Ich muss gestehen, mir fällt  nix ein, denn irgendwie habe ich manchmal das Gefühl schon alles geschrieben zu haben.
Ich werde weiter suchen bis mir was einfällt und ihr wieder hier eine Geschichte lesen könnt.
Doch heute  will ich  einfach nur plaudern.

Meine große Schwester Karin

Heute ist ja Fronleichnam und als Kind fand ich das immer wunderschön, besonders als ich ein Kommunionkind war und an Fronleichnam dieses 
schöne weiße Kleid noch einmal tragen durfte.
Der Pfarrer schritt unter dem Himmel, das war ein golddurchwirkter schwerer Stoff, der durch  vier  Stangen zu einem Rechteck gespannt wurde.
Die vier Stangen wurden von kräftigen Männern getragen und unser Pfarrer schritt in seinem schönen prächtigen Gewand mit beiden Händen die sternenförmige Monstranz haltend.
Voran gingen zwei Weihrauch schwenkende Minstrianten.
Hinter dem 'Himmel' kamen die Kommunionkinder, die Mädchen in ihren weißen Kleider und dann die Buben in schwarzen Anzügen, frisch gerubelten Gesichtern und straff gekämmt.
So sauber habe ich die Dorfbuben selten gesehen.
Dann folgten die restlichen Dorfbewohner in ihren
Festtagskleidern, singend und betend.
Auch das Dorf war festlich aufgeputzt. 
Die staubige Straße gekehrt, die Häuser festlich geschmückt, vor dem Krämerladen waren die Bierflaschen entfernt und alles erstrahlte im festlichen Kranz.
In Abständen waren Altäre aufgestellt und an jedem wurde gebetet, bis man dann am Schluss singend in die Kirche zurück kehrte.
Ach ja und wir Mädchen durften auch noch Blumen streuen.
War das schön!

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!











Donnerstag, 1. Juni 2017

Das Mädchen Narges Reizwortgeschichte

Hilfe mein Computer spinnt. Er hüpft, bleibt stehen, verträgt wohl die Hitze nicht.
Hoffe er nimmt meine Geschichte an.

Reizwörter
Elan – Triumph – kümmern – provozieren – neidisch





Das Mädchen Narges

Voller Elan verlässt Ellen die Schwimmhalle.
Als sie ihren Freundinnen begegnet, hebt sie voller Triumph die Faust.
Ich habe es geschafft! Ich bin die Beste !“
Lilly und Mia kichern,“ Ja hast du die Neue gesehen, ängstlich wie ein Kaninchen starrte sie ins Wasser und wollte nicht hinein springen.“
Ellen grinste, „sie ist wohl wasserscheu“.
Rita schlendert aus der Umkleidekabine.
Da wo die herkommt gibt es bestimmt kein Wasser, das sieht man doch an ihrer dreckigen Haut und den hässlichen schmuddeligen Kleidern.“
Ellen sieht sie ernst an.
Das ist gemein. Narges ist nicht schmutzig, sie hat nur eine dunklere Haut und ihre Kleider sind sauber und ordentlich.“
Rita mustert sie spöttisch. „ Sie ist ein Flüchtling und hat hier bei uns nichts verloren. Soll sie doch dahin gehen wo sie herkommt. Wir wollen sie hier nicht haben.“
Ellen stemmt die Arme in die Hüfte.
In ihrem Land ist Krieg. Wie würdest du dich fühlen, wenn hier die Bomben fielen und du ständig um dein Leben bangen müsstest.“
Rita tritt einen Schritt auf sie zu, sodass ihre Nasen sich fast berührten.
Wir sind nicht die Wohlfahrt und müssen all den Pöbel aufnehmen, der sich hier bloß von uns durchfüttern lassen will.“
Ach ich habe nicht gemerkt, dass dir etwas abgeht. Dein Pausenbrot war vom feinsten und du trägst nur Markenkleidung.“
Wir können uns das ja auch leisten!“
Ellen ballt die Fäuste, doch Mia und Lilly ziehen sie zurück.
Lass dich nicht provozieren, kümmere dich nicht um ihr dummes Geschwätz, die ist doch bloß neidisch, weil Narges in manchen Fächern besser ist wie sie, außerdem müssen wir zurück ins Klassenzimmer.“
Frau Sandmann betrachtet sie Stirn runzelnd.
Schön, dass ihr auch noch kommt. Setzt euch, ich habe gerade erklärt, dass ihr bis nächsten Dienstag ein Referat vorbereiten sollt. Ihr arbeitet immer zu zweit und das Thema dürft ihr jeweils selbst bestimmen“.
Natürlich wollen die drei Freundinnen am liebsten zu dritt das Referat halten, doch die Lehrerin bestimmt, dass Mia und Lilly sich zusammen taten und da Ellen die beste Note in Deutsch hatte sollte sie Narges helfen.
Nach der Stunde gibt Ellen dem Mädchen einen Zettel mit ihrer Adresse und bittet sie heute Nachmittag am 15Uhr zu ihr zu kommen.
Etwas scheu und ängstlich betritt Narges das schöne Einfamilienhaus und folgt Ellen in ihr Zimmer.
Staunend sieht sie sich in dem großen hellen freundlichen Raum um.
Gehört dies ganz allein dir?“
Ellen nickt. „Hast du kein Zimmer?“
Wir haben im Wohnheim einen viel kleineren Raum und dort leben wir zu sechst. Meine Eltern, ich und meine drei Schwestern.“
Allmählich verliert das Mädchen ihre Scheu und als Ellen sie fragt, warum sie so wasserscheu sei, erzählt sie, dass sie bei der Flucht auf dem Meer beinahe ertrunken wäre.
Und Ellen denkt beschämt und wir haben sie ausgelacht.
Nach und nach erfährt sie Narges Geschichte.
Narges war gerade elf Jahre als ein Mann der Taliban
zu ihrem Vater kam und sie mit einem seiner Krieger verheiraten wollte.
Da haben ihre Eltern noch in derselben Nacht das nötigste eingepackt und sind mit ihren vier Mädchen geflohen.
Gespannt und entsetzt lauscht Ellen den Schilderungen der Flucht und dann kommt ihr eine Idee.
Sie sollten das Referat über die Geschichte von Narges halten, damit sich ihre Schulkameraden ein Bild von ihrem Schicksal machen konnten.
Narges ist sofort einverstanden.
Als die beiden Mädchen in der folgenden Woche ihr Referat halten schwimmen Tränen in den Augen der
Kinder und selbst Rita macht ein betroffenes Gesicht.

© Lore Platz

Eva


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Dienstag, 30. Mai 2017

Was mich wütend macht






Ich bin wütend!
Nun bin ich fast siebzig Jahre alt und immer noch bringt mich das Verhalten mancher Menschen zum Kopf schütteln.
Ein älteres Ehepaar (64 und 65) hat mit einer Greifzange aus einem Container Pfandflaschen geangelt und wurde von den Anwohner angezeigt wegen Diebstahls.
Als ich das im Radio gestern hörte verschlug es mir erst mal die Sprache und das geschieht bei mir höchst selten.
Der Staatsanwalt beantragte Strafbefehle wegen Diebstahls.
Doch das Amtsgericht München lehnte diesen ab, da keine Straftat vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wandte sich daraufhin an das Landgericht München und hatte auch da keinen Erfolg!
Zum Glück!
Was für ein Aufwand:
Die menschenfreundlichen Anwohner erstatten Anzeige bei der Polizei
Diese gibt es weiter an die Staatsanwaltschaft
Der Staatsanwalt stellt Strafbefehl wegen Diebstahl
Das Amtsgericht weist die Klage zurück
Die Staatsanwaltschaft wendet sich darauf hin an das Landgericht und hatte auch hier keinen Erfolg.
Und dies alles für ein Pfand von 1,44 €
Spielt das Märchen von den Schildbürgern sich nicht in Deutschland ab?



Freitag, 26. Mai 2017

Narzissmus








Narzissmus bedeutet umgangssprachlich selbstverliebt und voller Bewunderung für sich selbst und wer darunter leidet bemerkt nie, wie lächerlich er doch von anderen empfunden wird.



Was gibt es Törichteres als von seinen eigenen guten Eigenschaften bezaubert, von seinen eigenen Verdiensten entzückt zu sein?

(1469 - 1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist, nannte sich Desiderius Erasmus, eigentlich Gerhard Gerhards
Quelle: Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit (Encomium moriae), 1509 oder 1510

Gestern konnte man im TV diese spezielle Gattung beobachten.
Er hat das höchste Amt in der USA und macht dieses Land auf der ganzen Welt lächerlich.


https://web.de/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/donald-trump-schubst-montenegros-premier-dusko-markovic-32345462

Bilder sagen mehr als Worte.

Montag, 22. Mai 2017




Ist es nicht wunderschön, endlich ist der Himmel so weißblau wie er in Bayern sein soll. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht aber wenn die Sonne scheint, dann fühle ich mich beschwingt und erwische mich dabei, wie ich  fröhlich  mit den Vögeln um die Wette trällere.
Doch woher kommt es, dass die Sonne uns so beflügelt? 
Schuld daran ist ein kleines Organ im Gehirn, die Zirbeldrüse.
Sie steuert die Hormonproduktion, die über unsere Stimmung entscheidet.



Ist es grau in grau, dann überwiegt das Hormon Melatonin, das zu dem berühmten Winterblues führen kann.




Doch Sonnenschein entzündet einen wahren Freudentaumel und  das Gute Laune Hormon Serotonin gewinnt die Oberhand.
Kein Wunder, dass die Südländer immer so gut gelaunt sind. (zwinkern) 
Nun genießt die Sonne solange sie scheint.







Johann Wolfgang von Goethe
 

(1749 - 1832),


Montag, 15. Mai 2017

Reizwörter:
Flieder Muttertag spitzbübisch mitteilsam knurren





Leider gibt es diesmal keine Geschichte nur eine kleine Plauderei.

Von meinem Badezimmerfenster kann ich den Fliederbaum in Nachbarsgarten bewundern und dann muss ich daran denken wie sehr meine Mutter den Flieder liebte.
Und wie ich immer bemüht war diese wunderbar duftenden Blüten zu besorgen, um ihr am Muttertag eine Freude zu machen.
Das war gar nicht so leicht, wenn man in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten lebt.
Zum Glück war jeden Tag ja die Maiandacht und ich hatte deshalb eine Ausrede noch abends die Wohnung zu verlassen.
Zusammen mit meiner besten Freundin spazierten wir am Abend vor Muttertag durch den Ort, die Kirche bekam uns heute nicht zu sehen.
Wir nahmen auch den Nachbarsjungen mit, der gut zwei Köpfe größer war als wir, und besser mit seinem Arm an die Bäume gelangen konnte.
Er war nicht sehr mitteilsam und stapfte schweigend neben uns her, doch wenn wir in einem Garten einen Fliederbaum entdeckten, dann streckte er seine langen Arme und schnitt einige der duftenden Äste ab.
Manchmal warnte uns auch ein Knurren und wir eilten schnell weiter bevor der Hund an den Zaun kam.
Zuhause gelang es mir dann mit dem Strauß ungesehen in mein Zimmer zu kommen.
Meine Mutter freute sich riesig als der Strauß in einer schönen Vase auf dem Tisch prangte und seinen Duft verbreitete.
Sie fragte nie woher er wohl kam, aber sie bedachte mich mit einem spitzbübischen Lächeln.

(c) Lore Platz