Samstag, 15. Dezember 2018

Die Geschichte von Willibald Kohlenknopf


Die Geschichte von Willibald Kohlenknopf

Der Schneemann Willibald Kohlenknopf stand im Vorgarten und ärgerte sich. Als die Kinder ihn gebaut hatten, war es ein großes Hallo gewesen, nun aber stand er schon seit drei Tagen da und niemand beachtete ihn mehr. Langweilig war das, auch die Menschen, die noch fröhlich rufend vorbeigingen, als sie ihn sahen, warfen nun keinen Blick mehr auf ihn.
Als wäre er überhaupt nicht mehr da, als wäre er Luft. Dabei war er doch ein besonders stattlicher Schneemann, wie es keinen in der ganzen Straße gab.
Sehnsüchtig schaute Willibald gen Himmel. Er wünschte sich Schneeflocken herbei, denn dann wäre es möglich, dass die Kinder ihm einen Gefährten bauen würden. Ach, das wäre so schön. Es ist traurig, wenn man immer allein ist, sehr traurig. 
Langsam senkte sich die Dämmerung über das Land und es wurde immer dunkler. Der Mond stand als gelbe runde Scheibe am Himmel und viele Sterne funkelten. Willibald Kohlenknopf erblickte einen goldenen Schweif, der auf die Erde zu fallen schien.
Eine Sternschnuppe! 
Er hatte die Kinder darüber sprechen hören, dass Wünsche in Erfüllung gingen, wenn man eine Sternschnuppe sah und schnell wünschte er sich Schnee und eine Gefährtin.
Dann schlief er ein.
Als er am Morgen die Augen öffnete, staunte er. Über Nacht war Schnee gefallen und hatte die Welt um ihn herum in ein weißes weiches Tuch gehüllt; noch immer kamen große Flocken vom Himmel. 
„Willibald, du bist ein Glückspilzschneemann!", rief er voller Freude. Er musste auch gar nicht lange warten, da stürmten Micha und Lisa aus dem Haus.
„So ein Glück!", rief Lisa. Mit beiden Händen griff sie in den Schnee und warf ihn in die Höhe. „Komm, Micha, wir bauen dem Herrn Kohlenknopf eine Frau!"
Sofort fingen sie damit an. Sie rollten dicke Kugeln und setzten sie aufeinander. Ihre Wangen waren vor Anstrengung und Freude gerötet. Willibald ließ die beiden nicht aus den Augen. Was für ein Tag, schöner hätte es nicht sein können. 
Langsam entstand neben ihm eine prachtvolle Gestalt. Willibald wurde leicht rot, als Micha grinsend zwei Schneebälle auf die Brust der Schneefrau knallte.
„Hihi, sie hat einen Busen, so wie Mama!", rief Lisa begeistert. „Warte, ich hole eine von meinen gebastelten Ketten und vielleicht hat Mama einen schönen Hut übrig. Wir könnten einen aus der Verkleidungskiste nehmen!"
Willibald konnte sich nicht sattsehen an seiner Gefährtin, noch war sie nicht ganz fertig, aber dafür würden die Kinder schon sorgen. 
Wie staunte er, als er wenig später hinüber linste und die Schneefrau geschmückt mit einer Kette erblickte. Auf dem Kopf trug sie einen großen Hut mit Federn. Sie sah so wunderschön aus, dass sein Herz heftig zu klopfen begann. 
Doch leider beachtete sie ihn gar nicht.
Erst als die Kinder am Nachmittag ins Haus gingen, riskierte die Schneefrau einen Blick und betrachtete schüchtern ihren Nebenmann. 
"Hallo!", hauchte sie. "Ich bin Wilhelmine. Und wer bist du?"
Willibald musste lachen. Das passte ja gut, Willibald und Wilhelmine, wenn das nicht super war!
"Gestatten, Willibald, Willibald Kohlenknopf!", sagte er und versuchte eine leichte Verbeugung. Nur ganz vorsichtig, denn er war nicht sicher, ob sein Kopf fest genug auf dem Rumpf saß.
Wilhelmine versuchte zu knicksen, doch auch sie befürchtete einen Riss in ihrem wohlgeformten Bauch zu hinterlassen.
Beide mussten lachen über ihr vergeblichen Bemühungen.
"Weißt du, dass ich mir gestern Abend, als eine Sternschnuppe vom Himmel fiel, eine Gefährtin wünschte?"
"Und nun stehe ich hier neben dir."
"Ja und bist noch schöner, als ich es mir in meinem Träumen vorstellte."
"Schmeichler!"
Willibald wurde verlegen, obwohl er doch die Wahrheit gesagt hatte. Wilhelmine war wirklich wunderschön und es wurde ihm ganz warm ums Herz. 
Zwei ganze Wochen hatten die beiden miteinander, dann kam die Sonne und sie schmolzen langsam vor sich hin. Die Kinder waren traurig, aber die beiden, Willibald und Wilhelmine, waren glücklich bis zu ihrem letzten Tag!

© Regina Meier zu Verl & Lore Platz



Freitag, 14. Dezember 2018

Zwurrli feiert Weihnachten


In zehn Tagen ist bereits Heiligabend, wie die Zeit doch rasend schnell vergeht.
Die Zeit vor Weihnachten ist für mich immer die schönste, einfach eine Märchenzeit.
Und ich, die ich dieses Jahr keine einzige Geschichte geschrieben habe, bekomme wieder Lust zum schreiben und hoffe die mit ins neue Jahre mitzunehmen.
Nun wollen wir wieder das nächste Türchen öffnen und wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


 14. Türchen

 
Roswitha B.


Zwurrli feiert Weihnachten


Der Wichtel Zwurrli setzte sich laut gähnend im Bett auf und wusste im ersten Moment nicht wo er war.
Dann fiel es ihm wieder ein.
Es hatte seit Tagen so heftig geschneit, dass sie ihre Wohnung unter der Wurzel des Birnbaums nicht mehr verlassen konnten.
Biggi hatte den Schnee vor der Tür weg gefegt und ihnen dann vorgeschlagen, die Wintertage doch im Schuppen zu verbringen.
Der lange Kerl hatte schon vor einigen Wochen die Wände des Schuppens isoliert, wie Biggi das nannte, damit es Susi mit ihren Kindern Annabell und Gustav schön warm hatte.
Kaspar, der ja eigentlich während des Winters im Haus schlafen durfte, war zu seiner Adoptivfamilie in den Schuppen gezogen.
 
Foto von meinerTochter

Der lange Kerl hatte auch für Orlando, den Igel eine Kiste gezimmert, in der er seinen Winterschlaf halten konnte.
Als Biggi nun vorschlug, dass sie zu ihren Freunden in den Schuppen ziehen sollten, waren sie sofort einverstanden.
Nur Großvater Knorrwurzel, der seit kurzem bei ihnen wohnte, war dagegen.
Ein echter Wurzelwichtel wohnt unter den Wurzeln eines Baumes und nicht bei den Menschen!“ hatte er gewettert.
Donar hatte wie immer den Kopf eingezogen, wenn sein Vater schimpfte, doch Fuchsia hatte die Hände in die Seiten gestemmt und gefaucht:
Deshalb wohnst du jetzt ja auch bei uns, weil du allein in deiner Wohnung im Wald nicht mehr zurecht kommst.
Wir werden in den Schuppen ziehen, solange das Wetter so schlecht ist, pasta! Du kannst ja hier bleiben und dich einschneien lassen!“
Donar hatte seine Frau bewundernd angesehen, er hätte niemals den Mut gehabt seinem Vater zu widersprechen.
So hatten sie also gestern ihre Sachen zusammengepackt und waren in den Schuppen gezogen und der Opa war, wenn auch murrend mitgekommen.
Biggi hatte in einem Spielwarengeschäft hübsche kleine Möbel besorgt und ihnen eine kleine Wohnung in der Ecke gebaut.
Opa Knorrwurzel hatte wieder gegrummelt, dass ein echter Wurzelwichtel unten zu den Wurzeln gehört, hatte es sich aber sofort in dem bequemen Ohrensessel gemütlich gemacht.
Zwurrli schlüpfte leise aus dem Bett, denn selbst die kleinen Katzen schliefen noch.
Nachdem er sich warm angezogen hatte verließ er den Schuppen durch die kleine Tür, die Biggi „Katzenklappe“ genannt hatte.
Über Nacht war wieder Schnee gefallen, aber Zwurrli liebte es, durch den Schnee zu laufen, wenn er auch manchmal einsank.
Gerade ging der lange Kerl pfeifend zur Straße. Im Winter fuhr er mit dem Zug zur Arbeit.
Zwurrli huschte schnell zum Haus und kratzte an der Tür.
Gleich darauf ließ seine Menschenfreundin ihn herein und wohlige Wärme umfing ihn.
Er folgte ihr in die Küche, in der es herrlich duftete.
Auf dem Tisch lagen viele Blätter und der Wichtel kletterte hurtig am Stuhlbein hinauf und sprang dann auf den Tisch.
Aufmerksam betrachtete er die bunt bemalten Blätter.
Aber das bin ja ich!“

Bärbel W.

Biggi, die gerade ein Marmeladenbrot in ganz kleine Stück schnitt und in eine Puppentasse Milch goss, kam an den Tisch.
Sie räumte die Blätter beiseite und stellt das Frühstück vor den Wichtel, der es sich schmecken ließ.
Ich arbeite gerade an einem Bilderbuch. Morgen habe ich Abgabetermin, damit es bis Weihnachten noch fertig wird.“
Und in dem Buch komme ich vor?“
Ja, du und deine Familie feiert Weihnachten bei mir und Ricky in dem Buch, ach und auch der Onkel Theobald feiert mit.“
Die junge Frau zog ein Blatt hervor, auf dem der Professor zu sehen war.
Zwurrli kicherte als er seinen Freund sah.
Was ist eigentlich Weihnachten?“
Nun am 24. Dezember feiern wir die Geburt von Jesus Christus, der einst auf die Erde kam, um die Welt zu retten.
Und da wir deshalb so glücklich sind, stellen wir an diesem Tag einen schönen leuchtenden Tannenbaum in unser Zimmer und die Kinder werden von dem Christkind beschenkt, denn das freut sich, dass wir seinen Geburtstag so schön und festlich feiern.
Und die Erwachsenen beschenken sich gegenseitig, da sie besonders an diesem Tag daran erinnern wollen wie lieb sie sich haben.
Zwurrli hat den letzten Krümmel gegessen und trank nun einen großen Schluck seiner Milch.
Biggi fuhr flink mit dem Stift über ein weißes Blatt Papier und der Wichtel staunte, als er einen großen geschmückten Baum sah und darunter waren er und seine Familie zu sehen und selbst Opa Knorrwurzel stand mit grimmigen Gesicht etwas abseits.
Seine Menschenfreundin malte nun alles mit Buntstiften aus, dann hob sie es hoch, damit der Wichtel es besser sehen konnte.
Denkst du, dass ihr gemeinsam mit uns Weihnachten feiern könntet?
Außerdem würde ich mich freuen, wenn Ricky euch endlich auch kennen lernen würde.“
Zwurrli besah sich das hübsche Bild und nickte.
Ehe er sich versah hatte Biggi ihm einen Kuss gegeben und jubelte:
Dann weiß ich auch schon das Ende meiner Geschichte und kann sie morgen zum Verlag bringen!“
Sie sammelte die Blätter und legte sie beiseite.
Hilfst du mir das Frühstück für deine Familie zu bereiten? Denkst du deinem Opa würde ein Grießbrei schmecken?“
Zwurrli kicherte und meinte listig, wenn du einen Klecks deiner leckeren Erdbeermarmelade darauf gibst.“
Leckermaul!“ grinste Biggi.
Später dann brachten sie die Mahlzeit zum Schuppen. Fuchsia hatte bereits den Tisch gedeckt und der Großvater hatte als erstes seinen Teller leer, was ihn aber nicht hinderte immer wieder einen zornigen unfreundlichen Blick zu Biggi hinüber zu werfen, die gerade die Katzen fütterte.
Nachdem die junge Frau noch nach dem schlafenden Igel gesehen hatte verließ sie den Schuppen.
Zwurrli aber berichtete seiner Familie, dass sie zum Weihnachtsfest bei den Menschen drüben im Haus eingeladen waren.
Alle freuten sich, nur der Opa maulte wieder:
Unfug, Wurzelwichtel habe bei den Menschen nichts verloren!“
Doch niemand achtet auf ihn, so zog er sich schmollend auf seinen Sessel zurück und paffte sein Pfeifchen.

Biggi hatte das fertige Bilderbuch zum Verlag gebracht und die versprachen es pünktlich zum Weihnachtsverkauf in die Geschäfte zu liefern.
Nun konnte die junge Frau mit den Vorbereitungen zu dem ungewöhnlichen Weihnachtsfest beginnen.
Ricky erzählte sie natürlich nicht, dass außer Onkel Theobald auch die Wichtelfamilie kommen würde.
Wie sie sich auf sein Gesicht freute, denn oft genug hatte er sie wegen den Wichteln verspottet.
Zuerst galt es Geschenke zu besorgen, dass erledigte sie immer schon vor dem ersten Samstag zum Advent, denn da konnte man noch durch die Geschäfte schlendern ohne erdrückt werden.
Für Onkel Theobald fand sie einen großen Bildband über Botanik. Dazu noch einen warmen weichen Kaschmirschal und passende Handschuhe.
Ricky bekam eine neue Aktentasche, denn seine sah schon recht schäbig aus, dazu einige Romane seines Lieblingsschriftstellers.
Und dann betrat sie freudig erregt das große Spielwarenhaus.
Die Verkäuferin, die sie das letzte Mal bedient hatte erkannte sie sofort wieder und kam freudestrahlend auf sie zu.
Guten Tag, haben ihrer Tochter die Puppenmöbel gefallen?“
Biggi wurde etwas rot.
Haben sie auch Puppenkleider?“
Welche Größe?“
Biggi zeigte mit beiden Händen die Größe der Wichtel an.
Bald stand sie an einem Stand mit einem riesigen Sortiment von Kleidungsstücken, von Unterwäsche bis Schuhe gab es alles.
Der Einkaufskorb wurde immer voller.
Selbst ein Pelzmantel für Fuchsia war dabei und für jeden ein paar pelzgefüttert Stiefel und für den Opa noch ein paar flauschige Pantoffel.

Zuhause wurden die Geschenke gut versteckt.
In der Adventszeit durften Zwurrli und seine Geschwister beim Plätzchen backen helfen. War das ein Gekicher und Vergnügen und ein Chaos in der Küche.
Aber alle hatten eine Menge Spaß.
Ihre Menschenfreundin hatte jedem einen Fingerhut zum Ausstechen gegeben und so entstanden ganz kleine Plätzchen.
Natürlich durften sie auch beim Verzieren der großen Plätzchen helfen und dabei kamen die lustigsten Kreationen zustande.
Anschließend bekamen sie für jeden Wichtel ein Plätzchen mit, der Rest kam in großen Dosen.
Klein und Groß schön getrennt.
Der Opa freute sich ganz besonders immer, wenn seine Enkel mit einem der leckeren Kekse für ihn zurückkamen, aber das hätte er um nichts in der Welt zugegeben.

 
Eva V.


Am heiligen Abend saß Biggi im Schneidersitz neben dem Christbaum und ließ ihren Blick liebevoll durch das Zimmer gleiten.
Neben ihr lag Susi und schnurrte behaglich unter ihrer streichelnden Hand.
Kasper lag vor dem Kamin und beobachtete seine beiden Adoptivkinder, die versuchten das Wollknäuel zu erhaschen, das Onkel Theobald vor ihnen baumeln ließ. Fuchsia bewunderte immer wieder ihren Pelzmantel, während Donar mit Trollo und Tauperle das Kricketspiel ausprobierte.
Opa Knorrwurzel betrachtete glückselig seine neuen Pantoffel und wendete die Füße hin und her vor Behagen.
Als er ihren Blick spürte verfinsterte sich sein Gesicht.
Biggi schmunzelte und sah hinüber zu ihrem Mann, der mit Zwurrli auf dem Sofa saß, scheinbar in eine ernsthafte Unterhaltung verstrickt.


Sie musste grinsen, als sie an den entsetzten Blick ihres Mannes dachte, wie sie mit der Wichtelfamilie ins Wohnzimmer marschierte.
Zärtliche umfasste ihr Blick alle ihre Lieben und dann strich sie leicht über ihren Bauch.
Nächstes Weihnachten würde ihr kleine Familie sich um ein
Mitglied vergrößern.
Ja Ricky würde heute noch eine Überraschung bevorstehen.

© Lore Platz


Donnerstag, 13. Dezember 2018

Jasper findet das Weihnachtsland

Es wird immer weihnachtlicher. In dieser Zeit ist sogar die Werbung schön (zwinkern)
Dann öffnen wir das nächste Türchen und begleiten Jasper ins Weihnachtsland.
Viel Spaß beim lesen!

13. Türchen

Eva V.


Jasper findet das Weihnachtsland


Viele Tage ist Jasper nun schon unterwegs. Wenn er einer Herde begegnet versteckt er sich und zieht dann wieder allein weiter.
Nahrung zu finden unter Schnee und Eis ist sehr schwer und oft schläft er abends hungrig ein.
Eines Tages überschreitet er, ohne es zu merken die magische Grenze zum Reich des Weihnachtsmanns.
Als er durch den tiefen Schnee trottet steigt ihm der Geruch von Pilzen in die Nase.
Pilze im Winter?
Doch da erblickt er viele Steinpilze unter einem kahlen Baum und läuft darauf zu.
Endlich nach langem kann er sich wieder richtig satt fressen.
Als er fertig ist, senkt sich der Baum und auf seinen kahlen Ästen erblühen junge frische Triebe.
Was für ein Festschmaus.
Jasper wird ganz vergnügt und marschiert fröhlich weiter.

 
Eva V.

Auf einmal hört er Stimmen und sieht vor sich einen dicken Schneemann und um ihn herum sitzen viele Schneeflöckchen, die fröhlich kichern.
Als der Schneemann ihn sieht, winkt er mit seinem roten Regenschirm.
Komm zu uns, ich erzähle den Kleinen gerade eine Geschichte.“
Vorsichtig und auch ein wenig ängstlich tritt Jasper näher und sein Geweih flackert unruhig auf und ab.
Die Schneeflöckchen jubeln ,fliegen zu ihm und setzen sich auf Geweih und Rücken.
Das ist ja schön, wie machst du das?“ wollen sie wissen.
Der Schneemann lacht dröhnend, dass es vom Berg widerhallt.
Das ist ja schön, das gefällt mir. Übrigens bin ich Anton und wer bist du?“
Ich heiße Jasper, und wie das mit meinem Geweih funktioniert, das weiß ich nicht. Dort wo ich herkomme nannte man mich eine Missgeburt.“
Missgeburt, was für ein dummes Wort! Du bist etwas Besonderes,
sonst hättest du nicht die magische Grenze überschreiten können.“
 Wo bin ich denn hier?“
Anton lacht vergnügt.
Na, beim Weihnachtsmann und wir alle hier sind etwas ganz Besonderes.“
Meine Mutter hat das auch immer gesagt, dass ich etwas Besonders bin,“ murmelt das Rentier.
Siehst du, Mütter wissen so etwas!“
Jasper betrachtet den gemütlichen dicken Kerl und grinst.
Was ist denn an dir so besonders, du siehst aus wie ein ganz gewöhnlicher Schneemann.“
Anton lacht. „Gewöhnlicher Schneemann? Hast du schon mal einen Schneemann gesehen, der Beine hat.?“
Er springt auf und läuft auf seinen langen Beinen davon und die Schneeflocken folgen ihm kichernd.
Jasper sieht ihnen grinsend nach.
Hier gefällt es ihm.
Und vergnügt trabt er weiter.
Einige Zeit ist er schon gegangen, da hört er hinter sich rufen:
Achtung da vorne, weg da.“
Erschrocken springt Jasper zur Seite und haarscharf an ihm vorbei flitzt ein schneeweißes Männchen auf Holzskiern.
Es bremst scharf und der aufwirbelnde Schnee hüllt Jasper ein
und sein Geweih beginnt wieder heftig zu blinken.
Das Männchen schlägt einen Bogen und kommt auf ihn zu.
Aufmerksam betrachtet er Jasper.
Tolles Ding hast du da auf dem Kopf. Wie funktioniert das?“
Weiß nicht genau? Immer wenn ich eine Gemütsbewegung habe, dann blinkt es.“
Gefällt mir, komm mit, das müssen die Anderen auch sehen.“
Er wendet seine Ski und fährt davon.
Jasper grinst und läuft hinterher.
Vor einem großem Berg hält das Männchen mit der weißen Pelzkappe an und zieht an einer großen Glocke.
Wie von Zauberhand öffnet sich das große Tor.
Staunend folgt Jasper seinem Begleiter in die große Halle.
Wohlige Wärme empfängt ihn und überrascht sieht er auf das bunte Treiben.
 
Eva V.

Unzählige Kobolde und Elfen sind beschäftigt mit allerlei Arbeiten.
Die Einen hämmern und klopfen an Spielzeugen herum.
Elfenmädchen sitzen an schnurrenden Nähmaschinen. Kobolde mit Kochmützen laufen mit Backblechen voller Plätzchen herum.
Und die Luft ist erfüllt mit köstlichen Düften, fröhlichem Singen und Lachen und Rufen.
Jaspers Geweih beginnt vor Freude zu blinken und plötzlich wird es still im Raum.
Dann hört man das Trappeln von kleinen Füßen und alle die Winzlinge stürzen auf Jasper zu und umringen ihn.
Oh wie ist das schön, wie machst du das, kannst du es uns noch einmal zeigen,“ so schwirrt es durcheinander.
Und Jasper spürt dass die freundlichen kleinen Wesen ihn nicht verspotten und so blinkt er voller Freude.
Viele „Aaah“und „Ooooh“ ertönen.
Was ist denn hier los!“ ertönt eine laute Stimme und ein dicker Kobold bahnt sich einen Weg durch die Menge.
Nachdenklich betrachtet er Jasper, dann nickt er und murmelt.
Das ist die Lösung unseres Problems!“
Dann wendet er sich an das Männlein, das Jasper in die Halle gebracht hat.
Sag mal Schneemännchen, wo stecken eigentlich deine Schneeflocken wieder, Frau Holle sucht sie schon ganz verzweifelt.“
Diese seufzt: „ Ach Knurrjan, ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten als diese Gören. Sicher sitzen sie bei dem dicken Anton und lassen sich Geschichten erzählen. Ich werde sie holen.“
Er dreht sich um und verlässt die Halle.
Knurrjan dreht sich um und klatscht in die Hände.
Auf, auf, geht zurück an eure Arbeit, oder sollen die Kinder weinend unter einem leeren Weihnachtsbaum stehen?“
Bald wird wieder gehämmert, geklopft, gescherzt, gelacht und die Nähmaschinen schnurren.


© Lore Platz

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Lilaluna, Anneliese und der Schmetterling im Weihnachtsbaum

Peter S,
Zum Gedenken an Heide Marie

Still und friedlich hast du uns verlassen
Hast die Last, den Schmerz dieser Welt hinter dir gelassen
Was uns bleibt
Die Dankbarkeit, dich gekannt zu haben
Die wunderbaren Gedanken, die du mit uns geteilt hast
Die herrlichen kreativen Dinge, die du mit deinen Händen geschaffen hast.
Und all die Liebe und Güte, die du in deiner Umgebung so verschwenderisch verteilt hast.
Sie bleiben zurück
Du aber bist nun im Licht und vielleicht werden wir uns einmal wiedersehen.

Heide Marie hat für meine Geschichten viele Bilder gemalt.
Wer sich noch an meinen alten Blog erinnern kann, konnte sie dort sehen.
 Heide Marie ich bin nicht traurig, dass du gegangen, ich bin froh, dass ich ein Stück des Weges mit dir gehen durfte.

 
bonmomo




Nun wollen wir gemeinsam ganz leise ein neues Türchen öffnen.  

12. Türchen


bonmomo


Lila-Luna, Anneliese und der Schmetterling im Weihnachtsbaum


Anneliese kehrt die letzten mit Reif überzogenen Blätter auf die Schaufel und leert sie in die Biotonne.
Bi-bi bist du endlich fertig?“
Anneliese sieht sich um und entdeckt Lila-Luna die beide Arme um sich geschlungen auf dem untersten Ast des Kirschbaumes sitzt.
Was machst du denn hier? Solltest du nicht schon längst unter der Erde zum Überwintern sein?
Ja, aber ich möchte diesmal bei dir überwintern, aber nun lass uns schnell hingehen, bevor ich erfriere.“
Wenig später sitzt die kleine Elfe neben dem Ofen und allmählich hört sie auf zu zittern.
Du hast mir soviel letztes Jahr von dem Weihnachtsfest erzählt, dass ich auch einmal eines erleben möchte. Die Elfenkönigin hat es erlaubt, besonders weil du ihr letztes Jahr das Leben gerettet hast. Nur meinen Zauberstab durfte ich nicht mitnehmen, da sie nicht eingreifen kann wenn ich mal wieder einen Fehler mache.“
Anneliese lacht. „Ist auch besser so, du würdest uns bestimmt in eine Klemme bringen.“
Naja,“ dann muss die kleine Elfe aber auch lachen.
Das Telefon klingelt.
Hallo Süße,“ hört sie ihre Mutter. „Bei uns ist der Teufel los, wir haben einige Notfälle herein bekommen und ich kann nicht früher nach Hause
gehen.“
Aber wir wollten doch heute zusammen in die Stadt fahren,“ meint Anneliese traurig.
Morgen habe ich frei, dann holen wir es nach.“
Wann kommst du nach Hause.“
Es kann spät werden.“
Okay, dann bis heute Abend.“ Anneliese legt den Hörer auf.
Was ist los?“ fragt Lila-Luna, als sie das traurige Gesicht ihrer Freundin sieht.
Mama kommt erst heute Abend nach Hause und wir wollten doch in die Stadt.“
Warum gehen wir nicht zusammen.“
Das ist eine gute Idee, dann kann ich auch gleich Mamas Weihnachtsgeschenk besorgen.“
Was willst du denn deiner Mama schenken?“
Den neuesten Krimi von J:D:Robb.“
Hast du denn Geld?“ fragte die kleine Elfe, die wusste, dass ihre Freundin und deren Mutter nicht sehr reich waren.
Ja, in den Sommerferien war ich doch bei meinem Papa und der hat mir zum Abschied 50 € gegeben und die habe ich aufgehoben.“
Magst du jetzt deinen Papa wieder?“
Ja, am Anfang war ich ja schrecklich wütend auf ihn, weil er uns verlassen hat, aber nun ist soviel Zeit vergangen. Seine neue Frau ist eigentlich ganz nett und ich habe zwei Halbgeschwister. Zwillinge Paul und Paula.“
Und deine Mama?“
Die ist auch darüber hinweg. Sie hat mir mal erzählt. Papa und sie hätten viel zu jung geheiratet und dann sich auseinander gelebt. Mama liebt ihren
Beruf als Krankenschwester und ist zufrieden,doch nun lass uns in die Stadt fahren.“
Anneliese zieht sich warm an und lässt die kleine Elfe unter ihre Wollmütze schlüpfen.
Anfangs hielt sie das für eine gute Idee, doch schnell bereute sie es. Während der Busfahrt war es noch ruhig unter ihrer Mütze, aber sobald sie in der Stadt waren, krabbelte Lila-Luna von einer Seite auf die andere, denn es gab soviel zu sehen.
Gib endlich Ruhe!“ zischt Anneliese und geht mit schnellen Schritten in das nächste Kaufhaus direkt in die Spielzeugabteilung. Bald hat sie gefunden was sie gesucht hat. Sie bezahlt an der Kasse und geht zu den Damentoiletten. Nachdem sie sich vergewissert hat, dass die Kabinen leer sind, zieht sie die Mütze vom Kopf und die Elfe setzt sich auf das Waschbecken. Anneliese fährt mit der Bürste kräftig durch ihre Haare.
Ich fühle mich, als wäre eine Kompanie Ameisen über meinen Kopf gewandert.“ brummt sie.
Dann öffnet sie die kleine Geschenkschachtel und hilft der Elfe in den roten warmen Mantel.
Entzückend sah sie aus in dem bodenlangen Mantel mit Kapuze. Wie eine kleine Puppe.
Lila-Luna schlägt begeistert die Hände zusammen, als Anneliese sie hochhebt und sie sich im Spiegel sieht.
So nun kannst du in meine Manteltasche kriechen und viel besser sehen.“
In der Buchabteilung hat Anneliese bald das Buch für ihre Mutter gefunden, das auf dem Tisch für Neuerscheinungen liegt.
Auch ein dickes Geschichtenbuch, hübsch illustriert, liegt auf dem Tisch und Anneliese blättert darin.
Gefällt es dir, ich könnte es dir in deine Tasche zaubern?“
Welch ein Glück, dass du deinen Zauberstab nicht hast, du würdest mich ganz schön in die Klemme bringen, denn sie würden mich als Dieb verhaften.“
Ach ja, habe ich ja ganz vergessen,“ seufzt die Elfe, „ Dabei wollte ich dir doch eine Freude machen.“
Anneliese grinst nur und geht an die Kasse.
Sie bummelt nun durch die Stadt und beantwortet Lila-Lunas unermüdliche Fragen.
Erklärt ihr, warum der Weihnachtsbaum aufgestellt war und was die vielen Holzbuden darum bedeuten.
Die kleine Elfe quiekt vor Freude, als ihr Anneliese berichtet, dass sie Morgen Abend mit ihrer Mutter auf den Weihnachtsmarkt gehen.
Zuhause macht Anneliese für sie beide einen Kakao den Lila -Luna aus einen Fingerhut trinkt und gar nicht genug bekommen kann.
Später kommt die Mutter nach Hause, todmüde und Anneliese umsorgt sie. Die Elfe ab versteckt sich ganz oben auf dem Schrank.
Später schläft sie dann mit Anneliese im Bett, auf dem Kopfkissen.
Am nächsten Tag ist Samstag und die Mutter hat frei. Sie schläft sehr lange und Anneliese und ihre kleine Freundin bereiten dann Frühstück.
Als die Mutter noch etwas verschlafen in die Küche taumelt verschwindet die Elfe schnell wieder auf den Schrank.
Abends darf sie dann wieder in ihr hübsches Mäntelchen schlüpfen und die drei machen sich auf den Weg in die Stadt zum Weihnachtsmarkt.
Lila-Luna kommt aus dem Staunen nicht heraus. All diese Lichter und Sterne. Was gab es auch alles zu sehen. Lebkuchen und alle Arten von Süßigkeiten, Kugeln in allen Farben, Glöckchen, Krippenfiguren
und vieles mehr.
Plötzlich bleibt die Mutter stehen und hebt eine Schneekugel hoch. „Genauso eine hatte ich als Kind, das es die heute noch gibt.“
Was wurde aus deiner Kugel?“ will Anneliese wissen.
Ich weiß nicht, aber irgendwie ist sie verloren gegangen.“
Bedauernd legt ihre Mutter die Kugel zurück, für sie war dies Luxus.
Sie gehen weiter,dann ruft Anneliese.
Ich habe meinen Handschuh verloren.“
Gut wir treffen uns am Würstelstand.“
Das Mädchen läuft zurück.
Da hast doch deinen Handschuh eben in die Manteltasche gesteckt.?“
Ja aber ich brauchte doch eine Ausrede, denn ich möchte die Schneekugel für meine Mama kaufen.“
Oh, noch ein Weihnachtsgeschenk.“
Anneliese gibt keine Antwort, denn sie haben nun den Stand erreicht. Bald ist die Kugel hübsch verpackt in ihrer Tasche.
Ihre Mutter wartet an der Imbissbude und nachdem sie genüsslich eine Bratwurst verspeist haben und einen alkoholfreien Glühwein getrunken, gehen sie
zum Bus.
Am nächsten Tag ist der zweite Advent und Lila-Luna staunt, als Anneliese mitten auf den Tisch einen Adventskranz stellt und zwei Kerzen anzündet.
Als die Mutter in die Küche kommt verschwindet die kleine Elfe wieder auf dem Schrank und sieht mit glücklichen Augen hinunter. Nein sie hat es nicht bereut, dass sie diesen Winter bei ihrer Freundin verbringt. So viel schönes hat sie nun schon erlebt.
Später backen Anneliese und ihre Mutter und ein herrlicher Duft zieht durch die Küche.
Abends als die beiden Freundinnen in Annelieses Zimmer sind darf Lila-Luna ein Plätzchen probieren.
Die Elfe ist etwas traurig, sie wollte doch auch so gerne Plätzchen backen. Doch Anneliese
verspricht ihr morgen wenn die Mutter in der Arbeit ist, mit ihr zu backen.
Vor Aufregung kann Lila-Luna kaum schlafen und sobald Anneliese aus der Schule komm drängt sie ihre Freundin nun endlich mit dem Backen anzufangen.
Gutmütig holt diese die Schüssel aus dem Schrank und was sie sonst noch brauchen.
Die Beiden haben viel Spaß zusammen und albern und kichern. Die Elfe wäre beinahe einmal in den Teig geplumpst, wenn Anneliese sie nicht geistesgegenwärtig davor bewahrt hätte.
Aber trotzdem füllten sie eine Dose nach der anderen mit Plätzchen.
Eine davon ist für die alte Kräuterfrau bestimmt, die damals der Elfenkönigin geholfen hatte und die Anneliese seitdem immer wieder einmal besucht.
Die alte Frau lebt ganz allein in einem Häuschen am Rande des Waldes und würde auch Weihnachten allen sein. Anneliese will sie am HL. Abend besuchen und ihr ein Geschenk und die Plätzchen vorbei bringen.
Die Tage vergehen sehr schnell und die beiden Freundinnen haben viel Spaß zusammen.
Während das Mädchen in der Schule ist sitzt die Elfe meistens am Fenster und beobachtet wie der Schnee in dicken Flocken vom Himmel fällt.
Auch den Vögeln, die sich am Futterhäuschen tummeln sieht sie so gern zu.
Trotzdem freut sie sich, wenn Anneliese endlich von der Schule nach Hause kommt.
Einmal fahren sie noch miteinander in die Stadt und das Mädchen kauft in der besten Konditorei Pralinen für ihre Mutter, die diese so gerne aß.
Dann entdeckt sie in einem Schaufenster kleine Jutensäckchen.
Sie nur, das wäre ein Geschenk für die Kräuterfrau.“
Anneliese kauft fünf Stück und noch einen Bogen mit leeren Aufklebern.
Nun habe ich alle Geschenke.“
Dann kannst du doch für dich das Buch kaufen.“
Nein, dazu reicht das Geld nicht mehr.“
Zwei Tage vor Weihnachten wird von der Gärtnerei der Baum geliefert und der Gärtner ist sogar so nett, ihn aufzustellen.
Lila-Luna fühlt sich als wäre sie im Wald.
Sie ist ein bisschen traurig, weil Anneliese mit ihrer Mutter am Abend den Baum schmücken will. Doch das Mädchen verspricht ihr, dass sie dafür am nächsten das Lametta aufhängen darf.
Bei fröhlicher Weihnachtsmusik, bei der sie vergnügt mitsingen schmücken Anneliese und ihre Mutter den Baum.
Lila-Luna hat sich auf die Vorhangstange gesetzt und betrachtet fasziniert das Geschehen. Dabei kann sie keinen Moment stillsitzen und fliegt immer wieder von der Vorhangstange zum Schrank und zurück.
Plötzlich schüttelt die Mutter den Kopf uns sieht sich im Zimmer um.
Hast du das auch gesehen. Ich glaube wir haben einen Schmetterling im Zimmer.“
Anneliese lacht etwas gekünstelt.
Ach Mama, da hast du dich getäuscht.“
Achselzuckend nimmt die Mutter die nächste Kugel und hängt sie an den Baum.
Als sie dann das Lametta im Karton sucht, nimmt Anneliese sie am Arm und führt sie zum Sofa.
Das mache ich Morgen, gleich fängt auch der Weihnachtsfilm an. Ich mache uns nur schnell einen Kakao.“

Am nächsten Tag, während Anneliese in der Schule und die Mutter im Krankenhaus, fliegt die kleine Elfe immer wieder staunend um den geschmückten Baum herum.
Dann setzt sie sich neben die Krippe und betrachtet das kleine Kind, das so lieblich lächelt und von dem ihr Anneliese soviel erzählt hat.
Weihnachten hat viel mit Liebe zu tun, das durch die Geburt diesen Kindes wieder in die Welt gekommen ist. Und deshalb beschenken sich auch die Menschen um einander zu zeigen wie lieb sie sich haben.
Auch Lila-Luna hat sich ein Geschenk für ihre Freundin ausgedacht und hofft so sehr, dass es geklappt hat.
Als Anneliese aus der Schule kommt ruft sie überglücklich.
Wir haben Ferien!“
Wollen wir jetzt das Lametta auf dem Baum verteilen.“
Anneliese lacht.
Nun lass uns erst mal essen.“
In dem Moment klingelt es.
Der Postbote drückt ihr ein großes Paket in die Hand.
Von Papa,“ ruft das Mädchen überrascht. Sie unterschreibt den Zettel und stellt das Paket in den Flur.
Willst du es denn nicht aufmachen!“
Lila-Luna ist aufgeregter als ihr Freundin.
Diese lacht. „Das macht Mama heute Abend. Sie legt die Geschenke unter den Weihnachtsbaum.“
Ach das dauert doch soooo lange!“

Am nächsten Morgen weckt die Elfe das Mädchen schon ziemlich früh, sie selbst hat vor Aufregung kaum geschlafen.
Obwohl Anneliese noch müde ist steht sie doch auf, denn sie versteht die kleine Freundin und deren Aufregung.
Ist es doch Lila - Lunas erstes Weihnachtsfest.
Leise schleichen sie in die Küche, um die Mutter nicht zu wecken und bei Kakao und Plätzchen erzählt Anneliese von vergangenen Weihnachten, als sie noch ein kleines Kind war und ihr Vater noch bei ihnen war.
Die Elfe fliegt schnell auf den Schrank als die Mutter in die Küche kommt.
Diese schüttelt den Kopf.
Ich glaube ich habe schon wieder den Schmetterling gesehen.“
Anneliese senkt den Kopf und grinst.
Später gehen die beiden Freundinnen zu der alten Kräuterfrau.
Über Nacht hat es geschneit und es ist wunderschön durch den schneebedeckten Wald zu wandern.
Noch schöner aber ist die Freude der alten Frau über die Geschenke.
Und dann ist es endlich soweit!
Lila-Luna kann sich gar nicht sattsehen an dem leuchtendem Baum. Im Hintergrund ist leise Weihnachtsmusik zu hören.
Die Mutter freut sich so sehr über die Geschenke, besonders über die Schneekugel und immer wieder umarmt sie ihre Tochter.
Doch Anneliese staunt als sie die Geschenke ihres Vaters aufmacht. Neben Winterstiefeln, einem Mantel, sogar einem Muff, ist auch das von ihr so sehr gewünschte Geschichtenbuch.
Sie wirft einen fragenden Blick zu Lila-Luna, die vergnügt grinst und dann ganz nach oben auf den Weihnachtsbaum fliegt und sich direkt neben den Engel sitzt.
Die Mutter ruft.
Ich hatte doch Recht, sieh mal da oben auf dem Weihnachtsbaum sitzt ein Schmetterling.
Später als die beiden Freundinnen in Annelieses Zimmer sind fragt diese:
Hast du etwas mit dem Buch zu tun?“
Die Elfe nickt heftig.
Ich habe einen der Vögel die am Futterhäuschen sind zur Elfenkönigin geschickt und sie gebeten einen Telepathie -zauber zu deinem Vater zu schicken.“
Anneliese schüttelt staunend den Kopf.
Dann ist das Buch eigentlich ein Geschenk von dir und ich habe gar nichts für dich.“
Du hast mir doch den schönen Mantel und die wunderbare Zeit die wir zusammen verbringen geschenkt.
Hast du nicht gesagt :
Weihnachten bedeutet Liebe und füreinander da zu sein?“


© Lore Platz