Mittwoch, 4. Februar 2026

Närrische Tage - neubelebt am 4.2.26

Lore hätte mit Sicherheit eine neue Geschichte zum bevorstehenden Karneval geschrieben - ich hole einen älteren Eintrag von ihr noch einmal nach oben zum Lesen - ich glaube, das würde ihr gefallen!
Herzliche Grüße an euch alle - Regina


Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig zu Lachen, ich freue mich morgen abend schon auf den Mainzer Karneval. Für mich ist er der Beste, allein schon wegen den klugen Büttenreden. (27.o2,2025 )



 

heute ist der unsinnige Donnerstag oder auch Weiberfastnacht.

Ich weiß noch, dass mein Mann an diesem Tag immer ohne Krawatte in die Arbeit ging.
Wisst ihr eigentlich wann vermutlich die erste Weiberfastnacht war?
Am Donnerstag vor Karneval tanzten und sprangen die Nonnen im Kölner Kloster St. Mauritius in weltlicher Kleidung durch die Hallen.
Das war im Februar 1729.
Da hätte ich zu gerne Mäuschen gespielt.

Je nach Region werden die närrischen Tage
Fastnacht – Karneval - Fasching
genannt.

Fastnacht setzt sich aus den Wörtern:
Fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) zusammen.
Was soviel wie Tag vor der Fastenzeit bedeutet

Karneval:
'carne levare' = Fleisch wegnehmen.

Fasching:
Diesen Wort ist hauptsächlich in Bayern und Österreich gebräuchlich.
Es leitet sich ab von dem Wort 'Vaschang' was soviel wie letzter Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit bedeutet.

Bereits vor 5000 Jahren wurde in Mesopotamien nach Neujahr, ein siebentägiges Fest als symbolische Hochzeit eines Gottes, gefeiert.
In einer babylonischen Schrift aus dem 3. Jahrtausend vor Christus stand geschrieben.
' Kein Getreide wird an diesem Tag gemahlen. Die Sklavin der Herrin gleichgestellt und der Sklave an der Seite des Herrn.
Der Mächtige und der Niedrige sind gleichgestellt.'
Hier wird zum ersten Mal bei ausgelassenen Festen die Gleichheit erwähnt, die bis heute ein charakteristischen Merkmal des Karnevals ist.
Heute werden hauptsächlich, wie es so schön in Bayern heißt; die Politiker dablääkt (verspottet).

Nun zu den Römern, die ja eigentlich viel in Europa geprägt haben.
Vom 17. Dezember bis 19. Dezember hielten die Römer ein öffentliches Gelage ab zu Ehren des Gottes Saturn.
Herren und Sklaven tauschen die Rollen, saßen zusammen mit Myrten bekränzt am Tisch, konnten frei reden und bewarfen sich mit kleinen Rosen.
Das dürfte der Ursprung des Konfetti sein.

Die spinnen die Römer!“ würde Asterix wohl sagen.

Zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert feierte man in der Kirche die Narrenfeste.
Wolfram von Eschenbach erwähnte im Jahre 1206 in seinem 'Parzival' erstmals die 'Fastnacht'
Die mittelalterliche Fastnacht stand für den 'Staat des Teufels' . 
Deshalb wurden die ausschweifende Feste auch von der Kirche geduldet, um zu zeigen, dass sowohl der 'Staat des Teufels', als auch der Mensch vergänglich sei und am Ende Gott siegt.
Mit dem Aschermittwoch musste dann der Karneval enden.

Bedenke, dass du Mensch Staub bist und wieder Staub wirst,“ dies murmelt der Pfarrer wenn er das Aschenkreuz auf die Stirn malt.
Ich habe es gehasst, denn einzelne Körner der Asche lösten sich immer und rieselten mir in die Augen.

Nun lasst euch die gute Laune von niemand verbieten, lacht, schunkelt und freut euch des Lebens.

Hellau!





Fasching

Nun ist sie da, die Faschingszeit,
darüber freuen sich viele Leut',
sie tanzen, jubeln ganz toll,
sie lachen, scherzen stimmungsvoll.

Sie setzen ihre Narrenkappen auf,
ziehen bunte Kleider an zuhauf,
es geht zu wie in einem Narrenhaus,
mancher schaut dabei ganz lustig aus.

Räuber kommen mit wildem Gesicht,
Rittersleut`reiten im Sonnenlicht,
Zigeuner dürfen auch nicht fehlen,
Diebe die nicht können stehlen.

Und aus Tirol kommt jener Gesell,
verkleidet als Wilhelm Tell,
Türken, Inder und noch mehr,
zwischendurch ein brauner Bär.

Musikkapellen zwischendurch,


Zwei Strolche auch, das Haar zerfurcht,
Ein Hauptmann sieht ganz strenge drein,
er humpelt mit dem rechten Bein.

Politiker die auf Wagen sitzen,
Plakate halten mit geschriebenen Spitzen,
und man sieht noch vieles mehr,
was so kommt maskiert daher.

Auf der Geige und auf dem Bass.
jeder spielt da irgendwas,
kunterbunt und kreuz und quer,
und klingen tut es wie noch mehr.

Kunterbunt der Maskenscherz,
viele Leute mit frohem Herz,
Alle Sorgen sind da wie weggeblasen,
mancher nimmt auch einen Schaden.

Lustig ist doch die Fastnachtszeit,
und jubeln tun da alle Leut',
Vergessen wird da jedes Ach,
aber was kommt dann danach?


© Die Nachtigall
 
Leider habe ich keine Faschingsgeschichte, vielleicht gefällt euch diese.


 

 
Einmal und nie wieder


Heute möchte ich euch erzählen, wie ich zum ersten und letzten Mal in meinem Leben total betrunken war.
Ich selbst konnte mich kaum noch daran erinnern, aber mein Mann erzählte es mir am nächsten Tag mit einem unverschämten Grinsen.
Mein Mann war Matrose und fuhr auch nach unserer Hochzeit weiter zur See, aber er heuerte auf einem Schiff an, das alle zwei Monate nach Europa kam und außerdem wurde ihm als verheirateter Matrose
eine Einzelkabine zugeteilt.
Dank meines wunderbaren Chefs, durfte ich alle zwei Monate eine Woche Urlaub nehmen, wenn das Schiff einen europäischen Hafen anlief.
Einmal fuhr ich wieder los, diesmal nach Rotterdam.
Dort lag das Schiff aber nicht direkt am Kai, sondern etwas außerhalb.
Man musste eine steile eiserne Leiter an der Kaimauer hinunter und dann in ein wackeliges Ruderboot klettern.
Keine leichte Übung für eine Landratte wie mich.
Als Kurtl mit seiner Arbeit fertig war, schlug er einen Ausflug an Land vor.
Obwohl mir ein wenig bange war vor dem schaukelnden Ruderboot, stimmt ich zu.
Wir gelangten glücklich an Land und verbrachten einen wunderschönen Nachmittag in Rotterdam.
Gegen Abend kehrten wir in einer Kneipe in der Nähe der Kaimauer ein.
Mein Mann bestellt sich ein Bier und mir einen Martini.
Ich vertrage so gut wie keinen Alkohol und nippte nur an meinem Glas.
Da ging plötzlich die Tür auf und einige Matrosen von unserem Schiff betraten die Kneipe.
Als sie uns sahen gab es ein großes Hallo und sie setzten sich zu uns.
Sie bemerkten, dass ich einen Martini vor mir stehen hatte und spendierten mir gleich den nächsten.
Wie gesagt, ich war Alkohol nicht gewohnt und trank höchstens einmal ein Glas Wein oder Sekt.
Aber ich wollte mich vor den Kumpels meines Mannes nicht blamieren und trank tapfer das zweite Glas und schon fing ich an zu kichern.
Diese Wirkung hat Alkohol auf mich.
Nach dem dritten Glas redete ich wie ein Wasserfall
und die Jungs wieherten vor Lachen.
Nicht weil ich so witzig oder geistreich war, sondern weil ihnen mein bayrischer Dialekt so gefiel.
Mein Mann hatte schon längst mit dem Trinken aufgehört und betrachtete das Ganze mit etwas Besorgnis.
Schließlich musste er mich ja noch sicher aufs Schiff bringen.
Als wieder, wie durch Zauberhand, ein Glas Martini vor mir stand, da ergriff er meine Hand und zerrte mich zum Ausgang.
An der Tür drehte ich mich noch einmal um und winkte den Jungs neckisch zu, dann stolperte ich hinter meinem Herrn und Meister aus dem Lokal.
War ich auf der Hinfahrt ängstlich wie ein Hase, so fühlte ich mich jetzt mutig wie ein Löwe.
An der Kaimauer angekommen packte ich das Geländer und schwang todesmutig mein Bein auf die erste Stufe der Leiter.
Mein Mann konnte sich gerade noch schnell über mich schwingen, sodass ich zwischen ihm und der steilen Leiter war.
Doch ich verfehlte keine einzige Sprosse und auch in das schaukelnde Ruderboot ließ ich mich vergnügt plumpsen.
Anschließend schob mein Mann mich dann die Gangway hinauf, die ich immer wieder kichernd als Hühnerleiter bezeichnete.
Erst als ich in der Koje lag, begann sich alles zu drehen.
Doch bald schlief ich ein.
Doch das Erwachen war fürchterlich.
Mein Mann, der überhaupt kein Mitleid mit meinem brummenden Schädel hatte, erzählte mir grinsend von meinen gestrigen Eskapaden.
Ich schwor nie wieder einen Martini auch nur anzusehen, so schlecht fühlte ich mich.
Auch genierte ich mich an Deck zu gehen.
Doch als ich den Jungs später begegnete, da lachten sie mich nur freundlich an und keiner erwähnte den vergangenen Abend.
Ich habe nie mehr so eine Kameradschaft kennengelernt wie auf dem Schiff.

© Lore Platz 31.05.2019



Montag, 19. Januar 2026

Schule - Erinnerungsgeschichte

Heute habe ich eine Erinnerungsgeschichte von Lore zum Lesen nach oben gestellt. Es gibt ja bald die Halbjahreszeugnisse - Lore hat sich darüber Gedanken gemacht und ein wenig von ihrer Schulzeit erzählt!


 

Am Freitag gab es Zwischenzeugnisse.
Da ich jahrelang Nachhilfe gegeben habe, weiß ich wie Kinder unter schlechten Noten leiden.
Selbst die abgebrühten, die die Schultern zucken und sagen "ist mir doch egal"
Der Druck nicht nur von der Schule, sondern auch vom Zuhause ist enorm.
Wollen viele Eltern doch, dass ihre Kinder es mal besser haben wie sie und die höhere Schule besuchen.
Damals dachte ich mir schon, wenn das Kind in der vierten Klasse Grundschule schon Nachhilfe braucht, wie soll es die höhere Schule schaffen.
Aber gegen ehrgeizige Eltern zu kämpfen ist ein Kampf gegen Windmühlen.
Sie merken gar nicht, dass sie ihren Kindern ein Stück ihrer unbeschwerten Kindheit nehmen.
Nach einer DAK Studie leidet fast jeder zweite Schüler unter Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen, infolge Stress, Mädchen noch mehr als Jungen.
Die Gründe sind hoher Leistungsdruck, schlechte Noten oder schlechtes Essen.





Erinnerungen

Auch für mich war das Jahr 1956 ein aufregender Tag und es gab sogar schon eine Schultüte, natürlich nicht so reich gefüllt wie sie heute sind.
Es gefiel mir auch ganz gut in der Schule, wenn nicht der lange Schulweg gewesen wäre.
Das Laufen machte mir nichts aus, denn ich war so ein richtiger "Hans-guck-in-die-Luft"
Meine Mutter schickte mich auch immer früher los, da sie wusste, dass ich eine kleine Trödelliese war.
Meine Schwester fuhr mit dem Rad.
Sie war fünf Jahre älter als ich und ein richtiger Wildfang und ihre Freunde auch.
Ich dagegen war ein schüchternes, ängstliches Dingelchen und eine  furchtbare Heulsuse.
Meine arme Schwester musste mich immer mitschleppen, was nicht leicht für sie war.
Denn meistens wenn ich endlich den Mut aufbrachte mit ihren wilden Spielen mitzumachen, dann passierte mir etwas.
Einmal hatte die ganze Bande ein lustiges Spiel im Heuschober entdeckt.
Sie rannten die hölzernen Stufen hinauf  auf den Heuboden und sprangen durch die Luke mit Geschrei und Hurra auf das darunter
liegende Heu.
Die Stufen hinauf bin ich ja noch gegangen, aber an der Luke blieb ich stehen und schaute schaudernd in die Tiefe.
Meine Schwester forderte mich ständig auf zu springen.
Endlich fasst ich mir ein Herz und sprang.
Aber in meiner Angst verkrampfte ich mich, kam mit dem Knie an meine Nase und fing fürchterlich an zu bluten.
Natürlich flossen meine Tränen reichlich



 


Und dann war da noch der Schulweg.
Auf meinem Schulweg musste ich an einer Tankstelle vorbei und der Sohn des Besitzers war ein richtiger Rüpel.
Jedes Mal, wenn ich vorbei ging, kam er wie ein "Schachterlteufel"
heraus geschossen und schmetterte frei nach der "Vogelhochzeit"
"Die Neuheule, die Neuheule, die macht ein groß Geheuheule!"
Dieses Geheule verleidete mir den ganzen Schulweg und ich sann, wie ich dem Entkommen konnte.
Als ich wieder einmal auf der Anhöhe stand , auf deren rechter Seite die Tankstelle war, klemmte ich meine Daumen unter die Lederriemen meines Schulranzens und rannte los.
Der Tornister auf meinem Rücken hüpfte auf und ab.
Die Schiefertafel und die Griffelschachtel klapperten, aber ich lief und lief und erst nachdem ich an der Tankstelle vorbei war, ging ich wieder langsamer.
Nach einiger Zeit hörte der "Spottgesang" auf.
Habt ihr schöne Erinnerungen an die Schule?
Meine erste Begegnung mit derLehrerin war fürchterlich.
Ich wurde nach meiner Taufpatin Elisabeth genannt und als zweiten Namen Eleonore, da dieser Name meiner Mutter so gefiel.
Und deshalb nannte mich auch niemand Elisabeth zuhause, sondern Eleonore.
Als wir mit unseren Schultüten aufgeregt in den noch ungewohnten Bänken saßen war die Welt noch in Ordnung.
Doch am nächsten Tag ging der Albtraum los.
Da die Lehrerin meine Geburtsurkunde vorliegen hatte, ging sie natürlich davon aus , dass ich Elisabeth hieß.
Da ich es nicht gewohnt war, reagierte ich nicht auf diesen Namen und fühlte mich nicht angesprochen.
Das machte sie so wütend, dass sie anfing mit Kreide nach mir zu werfen.
Als ich sie nur entsetzt und mit großen Augen ansah, brachte sie das noch mehr in Wut und sie raste wie eine Furie auf mich zu und schlug mir das staubige Kreidehandtuch um die Ohren, bis ich heulte.
Ich war natürlich total eingeschüchtert und verschreckt.
Am nächsten Tag musste meine Mutter in die Schule kommen und die Lehrerin teilte ihr mit,
dass ich bösartig und verstockt sei und nicht hören würde.
Meine Mutter konnte das gar nicht fassen, war ich doch ein schüchternes, verträumtes und vor allem sehr braves Mädchen.
Dann fragte sie einer Eingebung folgend wie Fräulein Hartleitner (nie werde ich diesen Namen vergessen) mich denn rufen würde.
Und dann klärte sich das Missverständnis auf.
Das Verhältnis zwischen der Lehrerin und mir entspannte sich etwas, aber wir wurden uns beide nie sympathisch.

© Lore Platz 2022














 
 

Montag, 12. Januar 2026

Magda Maus und der Handschuh

Eine Geschichte von Lore, die ich hier neu beleben möchte, weil sie gerade so schön passt!

Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann erinnert mich die Landschaft an mein Kindheit, als es wirklich noch Schnee in Mengen gab.
Sonntags bei unserem obligatorischen Familienausflug stapften wir vergnügt und warm verpackt durch den hohen Schnee. Rote Bäckchen aber mit strahlenden Augen liefen wir voraus. Unsere Jüngste saß in warme Decken gehüllt auf dem Schlitten dessen Rückenlehne verhinderte, dass die Kleine heraus fiel.
Der Blick aus meinem Fenster hat mich zu einer klitzekleinen Geschichte inspiriert.

Magda Maus und der Handschuh

Katrin, Alex und die kleine Jule dürfen das Wochenende bei ihren Großeltern verbringen.
Bei Oma und Opa ist es wunderschön, denn Opa ist Förster und wohnt mitten im Wald.
Seit Tagen hatte es schon geschneit und der Wald sah aus, als hätte jemand eine riesige Zuckerdose ausgeleert.
Katrin und Alex haben vor der Tür im kleinen Vorgarten einen großen Schneemann gebaut, während die kleine Jule auf ihrem Stühlchen in der Küche saß und der Oma beim Backen helfen durfte.
Später gab es dann Kakao für alle und Apfelkuchen.
Anschließend wollte der Opa noch die Futterstellen im Wald kontrollieren, natürlich durften die Kinder mit, selbst Jule wurde auf den Schlitten mit der Rückenlehne gepackt, damit Oma sich etwas ausruhen konnte.
Als sie sich der Futterstelle näherten, legte Opa den Finger auf den Mund und so konnten sie beobachten wie ein Hirsch mit stattlichem Geweih langsam und vorsichtig nach allen Seiten witternd auf die Krippe zu schritt. Ein Rudel Rehe folgte ihm.

Jule, die eingeschlafen war wurde wach und fing fröhlich zu krähen an und wie der Blitz verschwanden die Rehe zwischen den Bäumen.
Opa säuberte nun mit Hilfe von Alex und Katrin, den Weg, der zum Futterplatz führte, während Jule fröhlich vor sich hin plappert.
Dann ging es zurück ins warme Forsthaus.
Niemand bemerkte, dass Jule ihren roten Fausthandschuh verloren hatte.
Gegen Abend fing es heftig zu schneien an und ein kräftiger Wind ließ die Schneeflocken tanzen.Magda Maus war auf dem Weg nach Hause. Sie kämpfte verzweifelt gegen den kräftigen Wind. Wenn sie nur einen Unterschlupf fände bis die Natur sich wieder beruhigt hatte.
Natürlich hatte sie sich wieder verplaudert bei ihrer Kusine Greta und diese hatte ihr ja angeboten zu bleiben bis der Sturm vorbei war.
Aber Magda wollte unbedingt nach Hause, denn sie wusste, dass ihre Mama sich Sorgen machen würde. Und nun sah es so aus, als würde sie es gar nicht mehr nach Hause schaffen. Vor ihr wirbelte der Schnee auf und nahm ihr für einen Moment die Sicht.
Magda duckte sich und schloss die Augen und als sie diese wieder öffnete sah sie etwas Rotes vor sich schimmern.
Vorsichtig trippelte sie näher und beschnüffelte das seltsame Ding und schlüpfte hinein. Herrlich warm war es da drinnen und es war als würde der Wind draußen bleiben.
Zufrieden rollte sich Magda zusammen und schloss die Augen.
Hier wollte sie bleiben, bis das Unwetter vorüber war.

© Lore Platz 4.01.2019



Montag, 5. Januar 2026

Abschied

Liebe Freunde und Leser von Lores Märchenzauber,

heute steht hier im Blog ein virtueller Rosenstrauß für unsere Freundin Lore, die trotz aller Hoffnung am 3. Januar 2026 den Weg über die Regenbogenbrücke nehmen musste.

Sie wäre so gern noch geblieben und als ich das letzte Mal mit ihr telefonierte, sie lag da im Krankenhaus, war ihre Stimme hoffnungsvoll. Sie wollte weiterschreiben, hat sie gesagt. 

"Reginchen", hat sie gesagt, "Wir haben noch so viel zu erzählen!"

Lore war nicht nur eine gute Freundin für mich - sie hat die Welt mit ihren Geschichten bereichert, uns Märchen geschenkt, die gut getan haben - immer mal wieder zum Schmnzeln, aber auch mit einem tiefen wahren Kern, der zum Nachdenken angeregt hat.

Sie selbst war eine Frohnatur - eine Frau, die man selbst aus der Ferne in den Arm nehmen konnte. Wir sind uns nie persönlich begegnet, haben aber häufig miteinander telefoniert und uns alles anvertraut, was man Freunden so anvertrauen kann.

Ich bin sehr froh, dass ihre Tochter Claudia bei ihr war und sie nicht allein sein musste in den letzten Tagen ihres Lebens, das sie tapfer gemeistert hat mit ihrem Frohsinn und ihrer Geduld. 

Sie wird ihrem Mann Kurt nach Berlin folgen und dort im Friedwald beigesetzt, wie sie es sich gewünscht hat.

Ich bin sehr traurig! Mein tiefes Mitgefühl gilt ihrer Tochter Claudia und ihrem Mann Peter!

Dieses Bloghaus werde ich erhalten, damit wir alle nachlesen können, was Lore uns hinterlassen hat. Ihre Geschichten dürfen nicht verloren gehen. Wenn jemand von euch ihr noch etwas sagen möchte, dann kann er das gern unter diesem Beitrag tun. Claudia wird die Worte finden, die an Lore gerichtet sind!

Regina


Der Stein ist von Monika Mandelik aus Dresden - siehe Kommentar. Der Engel, der Lore den Weg weist ...


 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Neuanfang

 Ich bin sicher, dass auch Lore gestern an uns gedacht hat und mit uns in ein hoffnungsvolles neues Jahr gestartet ist.

Von hier aus grüße ich sie und euch alle herzlich, habt einen guten Start und bleibt gesund. 

Und damit es in Lores Blog auch etwas zum Lesen gibt, habe ich euch eine kleine Geschichte mitgebracht.



Schulterwärme

„Manchmal wünschte ich, ich wäre ein Hund“, seufzte die Haflingerstute Noemi. „Dann dürfte ich auch im warmen Zimmer sein und auf Renates Schoß sitzen.“
Ihre Freundin Nala wieherte albern. „Du bist wohl von allen guten Geistern verlassen, meine Liebe.“

Noemi stampfte mit einem Huf in den Schnee, dass kleine Kristalle aufstoben. „Ich meine das ernst“, brummte sie. „Hunde bekommen Decken, Streicheleinheiten und warme Worte, während wir hier stehen und uns den Winter aus dem Fell pusten lassen.“
Nala lachte, kam aber näher und schmiegte sich an Noemi. „Du lachst mich aus und kuschelst dich dann an – eine schöne Freundin bist du!“

Noemi grinste ihr breitestes Grinsen, denn das Kuscheln gefiel ihr doch sehr. „Wir haben doch ein dickes Winterfell und müssen gar nicht frieren“, wandte Nala ein und rieb sich an ihr.
Noemi seufzte noch einmal, diesmal leiser. „Vielleicht hast du recht. Zusammen ist es jedenfalls deutlich wärmer als allein.“

„Es ist gut, dass wir uns haben“, sagte Noemi schließlich.
„Oh ja“, stimmte Nala zu. „Ohne dich wäre das Leben nur halb so schön. Und wenn ich könnte, dann würde ich dich auf den Schoß nehmen, wenn du dir das wünschst!“

Nun war es an Noemi, laut aufzulachen. „Das gäbe ein feines Bild, oder?“
Nala prustete los, schüttelte die Mähne, und ein paar Schneeflocken tanzten durch die Luft. Schulter an Schulter standen sie da, atmeten weiße Wölkchen in den Winter und wussten: Manche Wärme braucht keinen Ofen.

 

 

Nicht jeder Platz ist ein Schoß –
aber jede Nähe kann wärmen.

© Regina Meier zu Verl


Samstag, 27. Dezember 2025

Zwischenmeldung

 Liebe Leser und Freunde von Lore,

Lore liegt derzeit im Krankenhaus, es geht ihr aber, den Umstämden entsprechend, gut und sie lässt euch herzlich grüßen.

Sobald sie kann, wird sie sich selbst her melden - solange übernehme ich mal für sie,

Herzliche Grüße

Regina