Montag, 27. Oktober 2025

guten Morgen

 

C LP)
 

 




 

Einige von euch kennen mich ja schon länger und wissen wie sehr mir die Natur am Herzen liegt und ich schon einige Geschichten darüber geschrieben habe. 

Denn die Natur braucht nicht den Menschen, sondern der Mensch braucht die Natur. Oft hat es mich wütend gemacht wenn man so unachtsam mit der uns anvertrauten Natur umgeht. 

Viel Spaß beim Lesen! 


dann starten wir mal in die Woche mit vielen positiven Gedanken, denn so wie die Sonne die dunklen Wolken vertreibt, so können Hoffnung und gute Gedanken auch das Böse besiegen.


 

 Loriot sagte:

In einer Krise sucht der Kluge nach einer Lösung, der Dumme nach einem Schuldigen.

Konrad Adenauer:   

Nehmen sie die Menschen wie sie sind andere gibt es nicht

 

 


 

Der Wald

Am 22. März 2025 ist der Tag des Waldes, das ist auch für mich ein ganz besonderer Tag, denn ich liebe den Wald und ich hatte das Glück auf dem Land aufzuwachsen, umgeben von herrlichen Wäldern.
Wie schön war es frühmorgens mit meinem Vater, nachdem wir Pilze gesammelt hatten, noch ein wenig auf einem Hochsitz zu verweilen und die Stille zu genießen und besonders schön war es wenn wir das Glück hatten, einige Rehe zu beobachten.
Auch der Geruch des Waldes ist so einzigartig. Die Luft ist so rein und sauber, es riecht nach Harz, Moos und Laub und Pilzen.
Kein Wunder, dass so viele meiner Geschichten im Wald spielen, denn dort fühle ich mich wohl und zuhause.
Vor einigen Tagen kam im Radio, dass 80% der bayrischen Wälder wieder gesund sind.
Eine schöne Nachricht, denn der Wald ist so wichtig für uns.
Er schützt uns vor Hochwasser.
Mit Hilfe des Humus, den Wurzelkanälen und Tiergängen kann der Waldboden viel Wasser aufnehmen und schützt uns so bei Dauerregen und Schmelzwasser.
Auch reinigt er das Wasser, denn das im Boden versickerte Wasser ist sauerstoffreich, sauber und als Trinkwasser geeignet.
Dabei liegt die Wassermenge bei Laubbäumen höher als bei Nadelbäumen, da bei diesen das Wasser schneller verdunstet.
Der Wald gleicht auch Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Tau - Bildung.
Außerdem filtert der Wald Staub, Ruß und gasförmige Luft und schützt uns vor schädlichen Wind und Frost.
Durch die zahlreichen Wurzelkanäle verhindert er das Abrutschen des Bodens.
2007 hielt der 9jährige Felix Finkbeiner aus Bayern, ein Referat über den Klimaschutz und beendete es mit dem Ausruf:
„Wir Kinder sollten in jedem Land eine Million Bäume pflanzen!“
Und so wurde eine Idee geboren und mittlerweile sind weltweit Milliarden von Bäumen gepflanzt worden.
Viele reden über die Klimakrise, doch die Kinder der Welt haben begonnen zu handeln.

„ Ein Gramm Handeln ist besser als eine Tonne Predigt“

Mahatma Gandhi 

 

 

 


 

Elfinchen und Mutter Erde


Vor der Stadt K. breitete sich eine großflächige Grünanlage aus.
Das viele Hektar große Grundstück zu dem auch der angrenzende Wald gehörte wurde von einem wohlgesinnten Bürger dem Naturschutz vermacht.
Sehr zum Ärger seiner Erben, die dachten nach dem Tod des alten Herrn so richtig schalten und walten zu können.
Wollten sie doch das millionenschwere Projekt an einen großen Konzern verkaufen, der dort ein riesiges Hotel mit einer Golfanlage bauen wollte.
Nun aber war hier ein Naturschutzgebiet entstanden, in dem Pflanzen, Käfer, Schnecken, Regenwürmer, Bienen, Hummeln, Schmetterling, Wühlmäuse, Maulwürfe sich frei entfalten konnten und nur ihre natürlichen Feinde fürchten mussten, die ebenso zum Kreislauf der Natur gehörten.
Im nahen Wäldchen tummelten sich Rehe, Füchse, Hasen und Eichhörnchen.

Die Vögel zwitscherten voller Freude ihre Lieder und Frau Eule schimpfte ab und zu, wenn sie nicht schlafen konnte.
Ein kleines Paradies war hier entstanden, wovon es leider in der heutigen Zeit nur noch wenige gibt.

Auf dieser Wiese lebten aber auch die Elfen und ihre Aufgabe war es die Blumen zu pflegen und die kleinen Tiere zu behüten und helfen wenn sie in Not waren.
Elfinchen war eine dieser Elfen.
Sie war die Jüngste und noch nicht lange hier.
Elfen werden ja geboren, wenn ein Tautropfen in einer Blüte von einem Sonnenstrahl geküsst wird.
Eflinchen war sehr eifrig, aber auch sehr tolpatschig und wurde deshalb immer von den anderen Elfen verspottet.
Heute hatte sie die Aufgabe, die schöne blaue Glockenblume mit Tau zu begießen.
Eifrig flog sie hin und her und sammelte viele Tautropfen, die sie dann über die Blume schüttete.
Zuerst war die Blume glücklich und froh und streckte ihre Blüte der Sonne entgegen.
Doch als Elfinchen in ihrem Eifer immer mehr Wasser über sie schüttete, da wurde sie böse und schimpfte.
„Nun höre aber auf, ich habe ja schon ganz nasse Füße, du sollst mich tränken aber nicht baden, du dummes Ding!“
In diesem Moment kamen Lupina und Millana vorbei und riefen lachend.
„Seht doch, Fräulein Tolpatsch wollte die ihr anvertraute Blume ertränken.“
Die anderen Elfen kamen angeflogen und betrachteten kichernd die kleine Elfe, die mit blutrotem Gesicht und Tränen in den Augen ihre Blume betrachtete.
Die Elfenkönigin kam herbei.
„Was ist los hier!“
Lachend erzählten die Elfen ihr von Elfinchens Missgeschick.
Seufzend betrachtete die Königin die kleine Elfe.
„Elfinchen, was soll ich nur mit dir machen, gestern hättest du beinahe Herrn Hirschkäfer ein Bein ausgerissen, als er auf den Rücken fiel und du ihm aufhelfen wolltest.
Eduard dem Regenwurm wolltest du aus der Erde helfen und hättest ihn dabei beinahe geköpft.
Am besten, du machst mal eine Pause, bis ich weiß welche Aufgabe du übernehmen kannst.“
Elfinchen drehte sich um und ging mit gesenktem Kopf weg, verfolgt von dem Gelächter der anderen.




Als die anderen Elfen sie nicht mehr hören und sehen konnten, warf sie sich ins Gras und weinte bitterlich.
Eine Hand legte sich auf ihre Schultern und Elfinchen sah durch ihren Tränenschleier hindurch eine nicht mehr ganz junge Frau vor sich stehen.
Ihr erdfarbenes Haar in das Blumen eingeflochten waren durchzogen von einigen Silberfäden und in ihrem schönen Gesicht hatten sich einige Falten eingegraben.
„Elfinchen, warum weinst du denn?“
„Ihr kennt mich?“
„Ich kenne alle meine Geschöpfe, ich bin Mutter Erde.“
Die Elfe setzte sich auf und starrte ehrfürchtig die hohe Frau an.
Mutter Erde lächelte und setzte sich neben Elfinchen ins Gras.
„Willst du mir denn nicht erzählen, was dich bedrückt?“
Die Elfe senkte traurig den Kopf und flüsterte:
„Ich bin so ungeschickt, immer passieren mir schlimme Sachen und die anderen Elfen lachen mich aus. Eben habe ich die Blume, die mir anvertraut wurde, beinahe ertränkt.“
Mutter Erde lachte leise.
„Wie kannst du zartes kleines Wesen denn die Blumen ertränken. Weißt du nicht, dass, wenn es regnet die Pflanzen viel mehr Wasser abbekommen und es ihnen niemals schadet. Denn Frau Sonne wird später ihre nassen Füße trocknen.“
Elfinchen hob den Kopf und rief empört.
„Das stimmt, dann war es aber gemein von der Blume mich zu beschimpfen und von den anderen mich auszulachen!“
„Das war es,“ schmunzelte Mutter Erde.
„Weißt du Elfinchen, dass ich extra wegen dir hierher gekommen bin?“
„Wegen mir?“ staunte die Elfe.
„Ja, denn alle hundert Jahre wird eine ganz besondere
kleine Elfe geboren und die darf mir dann hundert Jahre dienen. Willst du das?“
„Ja, aber kann ich das denn, ich weiß doch noch so wenig?“
„Ich werde dich lehren.
Bellinda, die mir bisher diente und half die Erde zu bewahren, ist nun ins andere Reich gewechselt, um dort ihre wohlverdiente Ruhe zu finden.
Und du wurdest gerade zum richtige Zeitpunkt geboren.“
„Was habe ich denn zu tun?“
„Die Natur arbeitet in einem ewigen Kreislauf und darin hilft jeder jedem.
Die Bäume im Wald holen sich Gase aus der Luft, Wasser und Nahrung schenkt ihnen die Erde und die Sonne hilft ihnen beim Wachsen.
Die Bäume aber wiederum ernähren die Waldtiere mit Laub, Nüssen und Beeren. Selbst die welken Blätter und kleinen Zweige haben ihre Bestimmung, sie verwandeln sich in organische Stoffe, die von den kleinen Lebewesen, die sich auf dem Boden tummeln, gefressen werden und sich in Pflanzennahrung verwandeln.
So wird alles umgewandelt und nichts ist überflüssig.
Hast du verstanden?
Die Erde ernährt die Pflanzen, die Pflanzen ernähren die Tiere, die Tiere ernähren die Erde.
Das ist ein ewiger Kreislauf.
Ebenso ist es mit dem Wasser. Die Sonne erwärmt das Wasser, unsichtbarer Dampf steigt auf und wird zu Wolken.
Hier verwandelt sich dann das Wasser wieder zu Tropfen und fällt als Regen auf die Erde. Siehst du wie wunderbar die Natur eingerichtet ist.“
Elfinchen nickte und freute sich, dass sie alles verstanden hatte, doch eine Frage quälte sie.
„Mutter Erde?“
„Ja mein Kind?“
„Herr Maulwurf hat neulich sehr geschimpft über die
Menschen und dass die Natur bald untergehen wird!“
Ein dunkler Schatten fiel über das Gesicht von Mutter Erde.
„Ja, die Menschen, sie greifen viel zu oft in den natürlichen Kreislauf der Natur ein, aber Herr Maulwurf hat trotzdem nicht Recht, die Natur wird niemals untergehen.
Sie ist stark und besteht schon seit tausenden von Jahren, und hat sich bisher immer von den Wunden und Schmerzen, die die Menschen ihr zugefügt haben wieder erholt.
Und wenn diese es gar zu toll trieben, dann haben sich Feuer, Wasser und Wind zusammen getan und den Menschen gezeigt, dass die Natur die Stärkere ist.
Früher lebten die Menschen mit der Natur im Einklang, doch mittlerweile haben sie die Liebe zur Natur verloren!“
Mutter Erde deutete auf die Hochhäuser der weit entfernten Stadt.
„Sie leben in großen Betonbauten, weit weg von der Natur. Und wenn man etwas nicht kennt, wie soll man es dann auch schätzen.
In jeder Generation werden Menschen geboren, die die Natur missachten, ausbeuten, vergiften, zerstören.
Aber es werden auch Menschen geboren die das nicht zulassen.
Das ist wohl der Kreislauf der Menschen, dass die Guten immer gegen die Bösen kämpfen müssen.
Wenn die Menschen noch klein sind, dann sind sie noch reinen Herzens und hier beginnt eine sehr wichtige Aufgabe für dich.
Du musst dich in die Herzen und Träume dieser kleinen Menschen einschleichen und ihnen über die Natur erzählen und wie wichtig diese auch für das Überleben der Menschheit ist.“
Mutter Erde schwieg und ließ versonnen ihren Blick über das schöne Land vor ihren Augen streifen.
Auch Elfinchen schwieg, soviel hatte sie nachzudenken über all das was sie erfahren hatte und dann lächelte sie und freute sich, dass sie Mutter Erde bei der wichtigen Arbeit helfen durfte und sie fühlte sich glücklich.
Diese wandte sich nun an die kleine Elfe.
„Hast du dich entschieden, willst du mir die nächsten hundert Jahre helfen, die Natur zu bewahren?“
Elfinchen nickte mit strahlenden Augen.
Mit einer weit ausholenden Bewegung zeigte Mutter Erde auf das schöne Land vor ihnen.

„Als der Besitzer dieses Grundstücks noch ein kleiner Junge war, gab es die große Stadt noch nicht.
Hier waren nur einige kleine Häuser und in einem davon lebte der Junge mit seinen Eltern und den Großeltern.
Sein Großvater streifte mit ihm jeden Tag durch die herrliche Natur und zeigte ihm die Pflanzen, welche heilen können und welche giftig sind. Auch nahm er ihn oft mit in dem Wald und und erklärte ihm den Kreislauf der Natur und wie wichtig die Bäume für diese und das Klima sind. Und wenn ein Baum abgeholzt würde, dann müsse man sofort einen neuen pflanzen, damit das Gleichgewicht erhalten bliebe.
Und die Großmutter erzählte ihm Geschichten von Elfen und Wichteln, die sich bemühten die Natur zu bewahren, ebenso die Tiere, die alle ihre Aufgabe hatten, um das Gleichgewicht zu erhalten.
Und wenn der Junge schlief, dann schickte ich ihm Bellinda in seine Träume, die ihm berichtete von ihren Aufgaben und wie wichtig die Natur auch für die Menschheit sei.
Und wir alle haben ein Samenkorn in sein Herz gepflanzt, das zu einer großen Liebe für die Natur heran wuchs.
Als dann die Stadt immer größer wurde und die Grundstückspreise enorm stiegen, dann sollte auch er sein Grundstück hergeben. Doch er weigerte sich und blieb bescheiden in seiner kleinen Hütte wohnen.
Das brachte ihm viel Ärger und Beschimpfungen und es wurde ihm vorgeworfen, dass er dem Fortschritt im Wege stand.
Doch ihn kümmerte das nicht.
Als er fühlte, dass die Zeit gekommen war, um ins andere Reich zu wechseln, da ließ er einen Notar kommen und vermachte dieses herrliche Stück Erde dem Naturschutzverband.

Aber nun komm, wir wollen nach deiner Blume sehen.“
Mutter Erde erhob sich und nahm Elfinchen an der Hand und zusammen schritten sie über die Wiese.
Die Glockenblume stand aufrecht da und reckte froh ihr Gesicht der Sonne entgegen, die ihr längst schon die nassen Füße getrocknet hatte.
Die Elfenkönigin schwebte auf sie zu und verneigte sich ehrfürchtig vor Mutter Erde.
Auch die anderen Elfen kamen herbei.
Der Blick der Königin fiel auf Elfinchen und sie runzelte die Stirn.
„Elfinchen ist ihnen doch nicht lästig gefallen?“
„Nein, ich fand sie weinend auf der Wiese, da sie hier verhöhnt und ausgelacht wurde.“
„Nun Elfinchen ist mein Sorgenkind, sie hat bisher keine, der ihr gestellten Aufgabe richtig gemacht,“ meinte die Elfenkönigin, der es eigen wurde unter dem strengen Blick der Erdenmutter.
„Habt ihr denn überhaupt nicht bedacht, dass Elfinchen die Jüngste hier ist und noch nicht alles wissen kann.
Doch anstatt ihr zu helfen und ihr beizubringen, was sie wissen muss wurde sie nur verlacht und verspottet.
Da ist es doch nicht verwunderlich, dass sie nur unsicherer wurde und noch mehr Fehler machte.
Ihr wisst warum ich gekommen bin?“
„Ihr seid auf der Suche nach der besonderen Elfe, die euch helfen soll?“
Die Elfenkönigin war froh, dass Mutter Erde das Thema gewechselt hatte.



 




 

Die anderen Elfen aber drängten sich nach vorne, denn sie hofften, dass Mutter Erde eine von ihnen erwählen würde.
Diese aber lächelte und deutete auf Elfinchen.
„Ich habe sie gefunden.“
„Elfinchen?“ stammelte die Elfenkönigin erstaunt und auch die Elfen starrten fassungslos auf die Kleine, die unter all den Blicken rot wurde und sich an Mutter Erde drängte.
„Ja, Elfinchen ist diese besondere Elfe,“ erklärte Mutter Erde.
Sie nahm die Elfe an der Hand, drehte sich um und wanderte mit ihr über die Wiese, bis sie in den Wolken verschwanden.

© Lore Platz (2021)





 

 

 




Sonntag, 26. Oktober 2025

Einen schönen Sonntag

wünsche ich euch, ich hatte gar keine Lust mehr zum Schreiben, denn was zur Zeit auf der Welt so vor sich geht, das ist erschreckend. Vor einigen  Jahren war es auch sehr schlimm und damals habe ich in einem Forum einen Artikel eingesetzt und die Seite  H wie Hoffnung geschaffen. Ich durchsuchte das Internet nach den kleinen Geschichen am Rande für euch, die auch passieren, aber Presse und Internet nicht  wichtig sind, schließlich bringen Aufreißer mehr Kohle und Leser. Sicher muss man informiert sein, aber nur noch darüber schreiben, was richtet das in der Seele der sensiblen Menschen aus, besonders der Kinder und Jugendlichen.

 

 2015 Mein damaliger Artikel

 Das Böse schreit immer so laut, dass man das Gute oft nicht hört

Gestern sagte eine junge Frau zu mir:
„Seit dem Krieg ging es in Deutschland immer aufwärts, wir sind die erste Generation bei der es nur noch abwärts geht und bald werden wir dieselben Zustände haben wie in den Dreißigern. Ich habe Angst vor der Zukunft!“
Das hat mich sehr erschüttert!
Täglich werden wir mit schlechten Nachrichten überhäuft. Weltwirtschaftskrise, Instabilität des Euros, Krieg, Terror, Folterungen und nun die IS-Miliz und die Kreise die sie auch in unserem Land zieht. Millionen Menschen, die auf der Flucht sind und von denen auch viele in unser Land kommen und viele Bürger sich durch sie in ihrer Existenz bedroht fühlen
Als in Köln Rechtsextreme in Gemeinschaft mit den Hooligans gegen Salafisten vorgingen und dabei fast fünfzig Polizisten verletzt wurden, kam es auf allen Kanälen im TV und nur auf einem kam am Ende des Berichts ein Satz, dass die Gegendemonstration friedlich verlaufen ist.
Warum wird eigentlich so wenig von den guten Dingen berichtet.
Von all den Tausenden ehrenamtlichen stillen Helfern, die zupacken statt zu jammern.
Menschen die mit offenen Augen durch die Welt gehen und helfend ihre Hand ausstrecken wenn jemand in Not ist.
Menschen die Zivilcourage zeigen und einschreiten wenn Unrecht geschieht.
Und Menschen die den Flüchtlingen helfend die Hand reichen, sie willkommen heißen, sich um sie kümmern und ihnen das Gefühl geben sie willkommen heißen, sich um sie kümmern und ihnen das Gefühl geben sie sind dem Schrecken entkommen und nicht in einem neuem anderen Schrecken gelandet.
Dem Schrecken der Ablehnung und des Hasses.
Menschen die wissen, dass man Probleme, die nun einmal da sind, nicht durch Schimpfen und Schuldzuweisungen lösen kann, sondern allein durch Zupacken und Eigeninitiative.
Warum schaffen es alle diese stillen Helden des Alltags nie in die Schlagzeilen.
Weil sie zu langweilig sind?
Dabei sind sie unsere Hoffnung!

© Lore Platz  2015

 

 

Gestern habe ich diese kleine Alltagsgeschichte im Radio gehört : In der USA rief ein vierjähriger Junge den Notruf an, und verlangte empört, die Polizei soll kommen und seine Mutter ins Gefängnis sperren. Der Grund, seine Mutter hatte das letzte Eis gegessen. Am nächsten Tag kamen die Polizisten wieder und brachten dem Kleinen ein großes Eis.

 

nun wünsche ich euch noch einen schönen gemütlichen Tag, genießt die Sonne.

 

(c) LP

 

Samstag, 25. Oktober 2025

Der Streit der Buchstaben

Denkt daran, dass heute Nacht uns eine Stunde geschenkt wird.
 
 







Der Streit der Buchstaben


Schrill ertönt die Schulglocke und lärmend stürzen die Erstklässler in den Schulhof, wo sie von ihren Müttern oder Omas bereits erwartet werden.
Johanna und ihre Freundin Christa dürfen schon allein nach Hause gehen, denn sie wohnen ganz in der Nähe.
Johanna winkt ihrer Freundin nach, als diese durch das Gartentor zu ihrem Haus läuft, dann hüpft sie vergnügt weiter.
Frau Baumann schneidet gerade einen Kopf Salat vorsichtig ab und blickt lächelnd ihrer kleinen Tochter entgegen.
Du kommst aber früh heute?“
Die letzte Stunde ist ausgefallen, Kaplan Werder ist krank.“
Das Essen ist aber noch nicht fertig.“
Das macht nichts, ich habe noch keinen Hunger, dann kann ich gleich meine Hausaufgaben machen und nach dem Essen zu Christa gehen. Wir wollen eine Karte für Frau Kebinger zeichnen, weil sie doch bald Geburtstag hat“
Johanna darf nämlich erst zum Spielen, wenn die Hausaufgaben gemacht sind.
Wenig später sitzt sie am Küchentisch. Ihre Mutter beugt sich über ihre Schulter.
Eifrig erklärt ihr das Mädchen:
Heute haben wir die letzten drei Buchstaben des Alphabets gelernt, X,Y, und Z. Siehst du...“
Sie deutet auf die linke Heftseite auf der 'Zebra' steht.
Das Zebra beginnt mit Z und wir müssen die ganze Seite
mit diesem Wort schreiben und hier...“
Johanna zeigt auf die rechte Seite des Hefts auf der ein sehr langes Wort steht, das die ganze Zeile füllt.
Das heißt Xylo.., Xylof..., Xylofo..., Xylofon und es ist ein X und ein Y drin. Damit kann man Musik machen. Weißt du wie es aussieht?“
Hat euch Frau Kebinger das nicht gezeigt?“
Johanna schüttelt den Kopf. „Nein sie hatte leider kein Bild.“
Dann wollen wir doch mal in Papas Lexikon nachsehen!“
Das Mädchen strahlt.
Das Lexikon ihres Vater war ein dickes in Leder gebundenes Buch mit vielen bunten Bildern und Papa hütete es wie einen Schatz.
Er hatte es von seinem Opa, der leider schon tot war, zum Schulabschluss bekommen.
Johanna war es verboten es anzufassen, nur wenn Mama oder Papa dabei waren.
Als die Mutter das Buch aus dem Regal im Wohnzimmer zieht, berührt Hanna ehrfürchtig das braune Leder.
Sie setzen sich auf das Sofa und Frau Baumann sucht die Seite mit dem Buchstaben 'X'.
Als das Mädchen das Musikinstrument sieht, ruft sie:
Aber das kenne ich, so etwas hat mir doch Tante Grete einmal geschenkt, nur waren Frösche darauf und immer wenn ich mit dem Hämmerchen auf einen Ton geklopft habe, dann haben sie gequakt.“
Sie runzelt die Stirn.
Eines Tages war es verschwunden und ich konnte es nicht mehr finden?“
Ihre Mutter wird ein wenig rot, denn daran war sie schuld, das Ding machte einen grässlichen misstönenden Lärm, dass sie es einfach heimlich entsorgte, als Hanna im Kindergarten war.
Um das Kind abzulenken, blättert sie schnell weiter zum Z
und deutet auf das Zebra.
Johanna winkt ab. „Das habe ich doch im Zoo gesehen.“
Frau Baumann stellt das Buch zurück und sie gehen in die Küche.





Es ist Abend und der gute alte Mond wandert seine Bahn.
Vor Johannas Fenster verweilt er und lässt einen seiner silbernen Strahlen in das Zimmer gleiten.
Lächelnd betrachtet er das vom Schlaf zart gerötete Gesicht und streichelt sanft über die Wange des Mädchens, das leise lächelt.
Doch dann runzelt der alte Geselle die Stirn.
Die pinkfarbene Schultasche öffnet sich und ein leises Schimpfen und Murmeln ist zu hören.
Buchstaben verlassen die Mappe und klettern an dem Tischbein empor, um auf dem Tisch heftig zu streiten anzufangen.
Der Mond spitzt die Ohren.
Ich bin der wichtigste Buchstabe, denn ich stehe für 'Anfang',“ ruft das A.
Wenn das so ist, dann bin ich der wichtigste, denn ich stehe für Ende!“ brüllt das E.
Unsinn!“ behauptet sich das S , „für das Wort 'Schluss' bin ich verantwortlich.
Quatsch! Was wären die Menschen wohl ohne Leben, also bin ich am allerwichtigsten, „ meldet sich das L.
Ach ja und gäbe es das Feuer nicht, könnten die Menschen gar nicht kochen,“ ereifert sich das F.
Und was ist mit dem Licht!“ ruft das L „ und was mit dem Bett,“ meint das B.
Ich kann Wunder vollbringen, Wünsche erfüllen und das ist wirklich wunderbar!“ erklärt das W.
Und nun rufen alle durcheinander, jeder weiß ein anderes besonders wichtiges Wort und will die anderen damit übertrumpfen.
Nur das K steht mit verschränkten Armen etwas abseits und betrachtet Kopf schüttelnd die Streithähne.
Das fällt dem D auf und es stellt sich breitspurige
vor das K .
Du bist ja so still, gibt wohl kein Wort das wichtig wäre.“
Das K zieht eine Augenbraue nach oben und lächelt überlegen.
Oh doch, es gibt sogar ein sehr wichtiges Wort an dessen Anfang ich stehe und es ist sogar das Gegenstück zu einem Wort von dir?“
Pah, und was wäre das?“
Die Klugheit!“
Einen Moment sind die Buchstaben still, doch dann ruft das vorwitzige V:
Und das Gegenstück ist die Dummheit. Das D ist dumm!“
Alle fangen zu lachen an und das O lässt sich sogar auf den Rücken fallen und strampelt mit Armen und Beinen.
Das D aber wird puterrot, ballt die Fäuste und macht einen Schritt auf das K zu.
Schnell stellt sich das F dazwischen, denn schließlich ist es für den Frieden verantwortlich.
Das K aber bleibt ganz ruhig und wartet bis seine Kameraden sich wieder beruhigt haben.
Dann aber sagt es ernst:
Ihr streitet euch wer für das wichtigste Wort verantwortlich ist, dabei habt ihr aber vergessen, dass ein einzelner Buchstabe kein Wort bilden kann.
Nur mit Hilfe eurer Kameraden entstehen doch Wörter.
Was wäre der Apfel ohne das p – f - e und l, der Wind ohne das i - n und d und die Sonne ohne das o – die n-Zwillinge und das e.
Die Buchstaben schweigen betroffen und senken beschämt die Köpfe.
Daran haben sie nicht gedacht, nur das K. 
Kein Wunder, dass es für das Wort Klugheit verantwortlich ist.


Dann aber lachen sie fröhlich und befreit auf, fassen sich an den Händen und tanzen jubelnd um das K herum.
Als Johanna sich unruhig im Bett bewegt, werden sie ganz leise, rutschen das Tischbein hinunter und verschwinden im Schulranzen.
Der Mond aber zieht lächelnd weiter

© Lore Platz (2012)


Übrigens hatte meine Tochter ein so grässliches Frosch-Xylofon. Aber ich habe es NICHT heimlich verschwinden lassen.

Freitag, 24. Oktober 2025

Eine glückliche Familie

Gerade in Zeiten, wenn es mal nicht so gut läuft, ist die Familie das Wichtigste.

 


 

"Das hört doch überhaupt nicht mehr auf. Schnee nichts als Schnee," brummte die Oma und guckte über ihre Brille hinaus in den Garten, während die Stricknadeln in ihren Händen eifrig klapperten. 

Der Opa hob den Blick von  der Zeitung. "Wurde auch langsam Zeit, schon lange gab es keinen richtigen Winter mehr. Was glaubst du wie die Kinder sich freuen, wenn sie am Wochenende kommen."

"Sicher, aber bis dahin muss ich noch ein paar Stunden im Akkord stricken, sonst haben sie keine warmen Socken und kalte Füße sind das schlimmste überhaupt!", meinte Oma und strickte gleich noch ein wenig schneller.

Opa betrachtete sie schmunzelnd und wandte sich wieder seiner Zeitung zu. Er freute sich auch auf das Wochenende und seine Enkel Tom und Birgit. 

Seit sie ausgezogen waren, vermisste er sie sehr und viel zu ruhig war es jetzt im Haus. Aber sein Schwiegersohn hatte eine besser bezahlte Stellung in der Stadt gefunden und seine Familie nur am Wochenende zu sehen, hatte er abgelehnt.

"Steht der Schlitten der Kinder eigentlich noch im Schuppen, oder haben sie den mitgenommen?", fragte Opa und stand gleich aus seinem Sessel auf, um nachzusehen. "Ich gehe mal gucken!", sagte er und schon war er draußen.

"Typisch Heinz, Stellt eine Frage und wartet die Antwort nicht einmal ab!", schimpfte Oma, grinste aber in sich hinein, denn sie wusste genau, wo der Schlitten war.

Am Samstag Vormittag war der Tisch liebevoll gedeckt, ein großer Gugelhupf thronte auf dem Tisch und Oma hatte ihr bestes Kaffeegeschirr aus dem Schrank geholt. Opa war mit der Schneeschippe draußen, obwohl er doch heute Morgen die Straße schon frei gemacht hatte. Elisabeth schmunzelte, sie wusste er konnte die Ankunft der Kinder gar nicht erwarten. 

Auch sie freute sich sehr, aber man musste die Jugend ziehen lassen und es war doch schön, dass sie jedes Wochenende zu Besuch kamen.

"Irgendwo hatte ich doch noch Süßigkeiten versteckt für die Kinder", murmelte Oma und zog eine Schranktür nach der anderen auf. Wo waren die denn nur. 

Sie musste alles verstecken, sonst aß Opa Heinz bis zum nächsten Enkelbesuch alles auf. Er war nämlich ein ganz Süßer, ihr Heinz. Während sie die Süßigkeiten suchte, fiel ihr auch der Schlitten wieder ein. Ob Heinz den gefunden hatte? Sie hatte ihn gar nicht danach gefragt.

Ein Hupen ertönte und schnell eilte die alte Frau zur Tür. Die Kinder hingen schon an Opas Hals und grinsend standen ihre Tochter Marion und ihr Schwiegersohn Thomas daneben. 

Als Marion ihre Mutter entdeckte lief sie zur ihr und nahm sie in die Arme. "Mama, wie schön wieder bei euch zu sein, in der Stadt kann ich einfach nicht heimisch werden."

"Das kann ich gut verstehen, mir würde das auch nicht gefallen und außerdem vermisse ich euch hier sehr!", sagte Elisabeth, die sich nichts sehnlicher wünschte, als ihre Kinder wieder in ihrer Nähe zu haben. 

Aber sie verstand auch, dass Thomas nicht jeden Tag den weiten Weg auf sich nehmen konnte. Sie seufzte: "Aber nun seid ihr ja erstmal da, das wollen wir genießen!"

Vergnügt saßen sie später am Kaffeetisch und die Kinder kringelten sich vor Lachen über Opas lustige Späße zu denen er immer alberne Grimassen schnitt. Später gingen die Männer mit den Kindern zum Schlittenfahren, während Mutter und  Tochter sich zu einem gemütlichen Plausch ins Wohnzimmer setzten.

Oma holte ihr Strickzeug und schmunzelte. 

"Eigentlich wollte ich die Socken für die Kinder fertig haben bis ihr kommt, Aber an Tobias Socke fehlt noch die Ferse." 

Marion schmunzelte und  fragte dann spitzbübisch: " Mama kannst du auch Babyschühchen stricken?" 

"Das weißt du doch, schließlich habe ich für Tom und Birgit die ganze Babyausstattung gestrickt."  

Dann fiel bei Oma der Groschen! Bekommst du , bist du..." stammelte sie. Lachend fiel Marion ihrer Mutter um den Hals." Im September wirst du wieder Oma!"

Als die Kinder wieder gefahren waren, saßen die beiden Alten gemütlich in ihrem Wohnzimmer. 

Eigentlich war es auch ganz schön wieder allein zu sein. Wenn man älter wird konnte man den Trubel doch nicht mehr so vertragen. 

Und dass sie sich jedes Wochenende  hier in ihrem Elternhaus trafen war zu einem schönen Ritual geworden. 

Bald würde sich die Familie vergrößern und sie freuten sich schon darauf.

Heinz und Elsabeth sahen sich an und dachten: Wir sind eine große glückliche Familie.

 

© Lore Platz  23.2.2021

 

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Schönheitswahn und Liebe


Viele meiner Geschichten haben einen wahren Kern, die böse Erfahrung mit ihrem Freund passierte einem jungen Mädchen aus meinem Bekanntenkreis  vor Jahren.
Heute ist sie glücklich und wird so geliebt wie sie ist.
Übrigens hat und hatte sie schon immer  Größe 40. 
Viel Spaß beim Lesen!





Schönheitswahn und Liebe


Lustlos stochert Beate in ihrem Salat herum. Seit einigen Tagen machte sie eine Schlankheitskur.
Genau genommen seit dem Tag, als ihr Freund Robert sich beim Rasieren um gedreht, als sie gerade aus der Dusche kam, und sie von Kopf bis Fuß musterte und mit gerunzelter Stirn meinte:
Du hast schon wieder zugelegt! Außerdem um auf unser gestriges Gespräch zurückzukommen, von wegen deine biologische Uhr tickt und du willst ein Baby. Daraus wird nichts, denn einer meiner Gründe ist, dass du bei deiner Veranlagung nach der Geburt wie ein Walross aussehen wirst und ich habe keine Lust mich bei meinen Freunden mit dir zu blamieren.“
Als er das Bad verlassen hatte war sie weinend auf dem Boden zusammengebrochen. Wenig später hatte sie die Tür ins Schloss fallen hören. Er war einfach in die Arbeit gegangen, obwohl er sie gehört haben musste.
Sie hatte sich dann aufgerappelt und hatte sich in die Arbeit geschleppt. Doch den Tag hatte sie wie in Trance verbracht.
Nach der Arbeit war sie in den Supermarkt gegangen und hatte sich mit Salat, Karotten, Sellerie und Äpfel eingedeckt.
Nun aß sie seit Tagen nur noch Salat und trank dazu Wasser mit einigen Spritzer Zitronen.
Sie konnte das Grünzeug schon bald nicht mehr sehen und war auch ständig hungrig.




Auch ihr fröhliches Lachen war verschwunden. Sie reagierte gereizt und nervös. Ihre Kollegen hatten sie schon besorgt gefragt ob sie krank sei.
Und Robert, der machte zur Zeit sowieso Überstunden und war selten zu Hause und es fiel ihm gar nicht auf, dass sie sich seinetwegen so abquälte.
Es klingelte Sturm an der Tür.
Ricarda ihr Freundin umarmte sie fröhlich, „zieh dich schick an, wir gehen aus. Mein Göttergatte macht heute den Babysitter, damit ich wieder unter Leute komme.
Küche Herd,Windel und Babygeschrei, das zehrt an den Kräften.
Also hat mein Liebster beschlossen mir einmal in der Woche einen freien Abend zu verschaffen.“
Ricarda hatte vor einigen Monaten Zwillinge bekommen und trotzdem ihr schlanke Figur behalten, beneidenswert.
Nun fiel Ricarda erst auf, dass Beate auffallend still war und einen ziemlich zerzausten Eindruck machte.
Sie sah die Schüssel mit Grünzeug auf dem Tisch.
Machst du etwa eine Diät, warum?“
Weil ich fett bin!“
Spinnst du, du hast Größe 40!“
Beate schluchzte laut auf und erzählte ihr von Roberts verletzenden Worten.
Ricarda schlug wütend mit der Hand auf den Tisch.
Dieser arrogante Schnösel, ich konnte ihn noch nie leiden und habe nie verstanden, wie du es nun schon vier Jahre mit ihm aushalten kannst! Wo ist er überhaupt?“
Er macht Überstunden!“
Kühl dir deine Augen, zieh dich nett an, wir gehen aus. Ich lade dich zum Chinesen ein und anschließend tanzen wir uns die Kalorien im Pigadilli wieder herunter.




Das Tanzcafé war voll und zu flotter Musik drehten sich die Paare.
Ricarda schlängelte sich mit Beate im Schlepptau durch die Menge.
Diese knallte plötzlich an einen großen harten Körper.
Hoppala, nicht so stürmisch!“
Beate sah in zwei fröhlich braune Augen.
Ricarda drehte sich um und rief vergnügt: „ Felix, schön dich zu sehen!“
Der junge Mann grinste ließ aber dabei Beate nicht aus den Augen.
Willst du mich nicht deiner hübschen Freundin vorstellen?“
Das ist Felix ein Arbeitskollege von Ralf und das ist meine beste und liebste Freundin Beate.“
Felix sah Beate mit bewunderndem Blick an. „Freut mich...“
Felix wo bleibst du denn!“
Einige junge Männer winkten von einem Tisch in der Ecke.
Der junge Mann seufzte: „Mein kleiner Bruder hat heute Junggesellenabschied und ich als Trauzeuge muss aufpassen, dass es nicht zu sehr ausartet.“
Er beugte sich schnell nach vorn und drückte einen Kuss auf Beates Wange, dann verschwand er in der Menge.
Ricarda schmunzelte und dachte vergnügt, sie würde dafür sorgen, dass die beiden sich wieder über den Weg liefen, denn Felix war Solo und ein sehr lieber Mensch.
Siehst du andere Männer finden dich hübsch.“
Ach das hat er doch nur gesagt, weil er freundlich sein wollte.“
Du spinnst doch, Robert hat dir dein ganzes Selbstbewusstsein genommen. Ach wenn man vom Teufel spricht, von wegen Überstunden!“
 Robert hatte eben das Pigadilli betreten mit einer atemberaubend schönen Blondine und nun tanzten sie eng umschlungen auf der Tanzfläche.
 Lass uns bloß gehen!“ flüsterte Beate voller Panik.





Draußen atmete sie erst einmal tief durch, dann begann sie zu lachen.
Ach Ricarda, ich war so entsetzlich dumm und wegen diesem Egoisten, der schon längst eine Andere hat, quäle ich mich so ab!“ 
Tränen liefen über ihr Gesicht.
Mitfühlend legte ihre Freundin den Arm um ihre Schultern.
Du kannst heute bei uns im Gästezimmer schlafen. Sieh mal eine Sternschnuppe, schnell wünsche dir was!“
Beate schloss die Augen und wünschte sich einen Mann, der sie so liebte wie sie war und ein Kind. 
Und seltsamerweise sah der Mann aus, wie Felix.




Beate summte leise die Melodie des Weihnachtsliedes, das im Radio erklang mit, während sie Plätzchen auf dem bunten Teller dekorierte.
Mit dem Gebäck in der Hand betrat sie das Wohnzimmer und blieb einen Moment stehen, um das schöne Bild in sich aufzunehmen.
Vor dem hell leuchtenden Weihnachtsbaum kniete ihr Mann Felix und ließ vor ihrem Sohn Bastian ein Holzpferdchen wiehernd über den Teppich springen.
Der Junge drehte sich um und rief strahlend:
Mama, Papa ässt ütteott üpfen!“
Felix sah seine Frau liebevoll an und zärtlich dachte Beate.
Wenn Basti im Bett ist, dann werde ich Felix sagen, dass wir nächsten Jahr Weihnachten zu viert feiern.“

© Lore Platz  ( 2012) 

Dienstag, 21. Oktober 2025

Herbststurm

  


 Herbststurm



Andabar setzt sich in seinen gemütlichen Ohrensessel und sieht sich in seiner kleinen Stube um. Wie ruhig es doch ist und er genießt es.
Mit Hilfe der Biber hatte er sich diese Stube mitten in einem Baum gebaut, als er damals in den Wald weit weg von seiner Heimat kam.
Ein großer Erdrutsch hatte die kleine Zwergenstadt vernichtet und seinen Großvater und seine Großmutter  unter  Steinen und Geröll begraben.
Die anderen Zwerge, die überlebt hatten, waren ins nächste Dorf zu ihren Verwandten gegangen.
Doch er,  Andabar, stand ganz allein auf der Welt und deshalb beschlossen auf Wanderschaft zu gehen.
Er schmunzelt bei dem Gedanken, was er alles erlebt und gesehen hat. Schließlich war er bei 
einem alten Einsiedler gelandet und hatte dort die Heilkunst erlernt.

 


 

Doch dann trieb es in wieder weiter und nach vielen Jahren war er dann hier im Wald gelandet und es hatte ihm gleich gefallen.

Und als dann sein Stübchen im Baum bezugsfertig war und er sich seine Möbel gezimmert hatte und die Tiere des Waldes ihn eines Tages mit einer weichen Decke und einem Kissen für sein Bett überrascht hatten, das Madame Spinne und ihren Helferinnen gefertigt hatten, da fühlte er sich endlich angekommen.

Und seitdem war der Wald seine Heimat und alle Bewohner darin seine Freunde.

Nachdenklich runzelt er die Stirn. Heute war ein seltsamer Tag, die Vögel waren verstummt und hatten sich verkrochen. Die Tiere waren unruhig und manche sogar aggressiv. Mehr als einmal musste er einen Streit schlichten oder kleine Wunden verbinden.

In der Luft lag eine Schwüle und ein ungutes Flimmern.

Andabar hebt lauschend den Kopf. Ein Heulen und Rauschen ist plötzlich zu hören.

Er klopft seine Pfeife aus, legt sie auf den Tisch und tritt vor die Tür.

Der Wind haut ihn fast um und schlägt hinter ihm die Tür ins Schloss.

Blätter, kleine Äste und Sand vor sich her treibend jagt der Sturm durch den Wald.

Der Zwerg hört über sich ein knacken und kann gerade noch zur Seite springen, denn ein großer Ast fällt vom Baum.

Seine Mütze fest haltend dreht er sich um und will zurück in seine Wohnung.

Doch der dicke Ast liegt direkt vor seiner Tür.

Aus dem Unterholz stürmen die Tiere und laufen blindlings in Panik an ihm vorbei, aber alle in eine Richtung.

„Wo wollt ihr hin!“ ruft Andabar.

Ein Dachs dreht sich kurz um. „Zur Bärenhöhle!“

Nun läuft auch der Zwerg los, doch seine dicken kurzen Beine sind nicht so schnell. Auch bremst ihn der Wind und treibt ihm Sand in die Augen.

 


Doch dann steht Schlitzohr, der Fuchs auf einmal neben ihm.

„Steig auf meinen Rücken, Andabar!“

Der Zwerg klettert auf den Rücken seines Freundes und ab geht die wilde Jagd.

Als sie die schützende Höhle erreichen ist sie voll von Tieren der verschiedensten Art.

Ein Rudel Rehe steht dichtgedrängt beieinander, Dachse sitzen neben Hasen, Marder neben Eichhörnchen, eine Mäusefamilie hat sich eingefunden und selbst die scheue Schlange Millie liegt in einer Ecke, etwas abseits von den anderen.

Bruno, der Bär kommt nach vorne und heißt seine unerwarteten Gäste herzlich willkommen.

Andabar bedankt sich im Namen aller, dann setzt er sich mitten in den Raum und langsam kommen die Tiere näher und bilden einen Kreis.

Stumm beobachten sie das Toben vor dem Eingang.

Eine Blätterkugel wird von einem Windstoß herein gewirbelt und bleibt still liegen.

Neugierig beobachten die Tiere die seltsame Kugel, die sich auf einmal bewegt und die Nase und zwei vergnügt funkelnde Augen von Isidor, dem Igel, erscheint.

Tag, alle Miteinander, das war eine Fahrt. Ich konnte nicht so schnell laufen wie ihr und habe mich zum Ausruhen eingeigelt, da packt mich plötzlich der Wind und rollte mich direkt hierher.“ Er kichert: „ So schnell bin ich noch nie vorwärts gekommen.“

Alle lachen und die trübe Stimmung ist vorbei. Die Tiere machen es sich gemütlich und beginnen fröhlich zu plaudern.

Andebar aber klaubt vorsichtig die Blätter von den Stacheln des Igels und schichtet sie in eine Ecke.

Plötzlich springt Schlitzohr auf und schüttelt seinen buschigen Schwanz.

Eine Ameise fliegt heraus, schlägt einen Salto in der Luft und landet ziemlich unsanft auf dem Boden.

„Musst du denn so grob sein!“ schimpft der Ameisenjunge.

„Ja Fridolin, wo kommst du denn her, solltest du nicht in eurem Bau sein, dort wärst du doch sicher.“ ruft Andabar erstaunt.

Der Junge errötet, „ich war wohl zu langsam und dann habe ich mich auch noch verirrt.“

„Da hast wohl mal wieder geträumt.“

Fridolin nickt verlegen, doch dann lacht er.

„ Aber es ist doch alles gut gegangen, ich sah wie der Fuchs dich auf seinen Rücken steigen ließ und habe mich schnell in seinen Schwanz gehängt.“

„Bin ich ein Ameisentaxi?“ brummt Schlitzohr, doch niemand beachtet ihn.

Andabar nimmt seine Mütze und legt sie auf den Boden.

Fridolin, klettere auf meine Mütze, da bist du in Sicherheit,“ brummt er gutmütig und meint dann grinsend:

„Und dort oben darfst du träumen soviel die willst.“

Die Tiere lachen und der Ameisenjunge klettert schnell auf die rote Mütze, die sich der Zwerg dann wieder auf den Kopf stülpt.

Der Eingang verdunkelt sich und Bertold der Hirsch und sein Frau Felina wanken in die Höhle.

Müde lassen sie sich zu Boden fallen. Bertold fehlt ein Stück seines Geweihs und Felina lehnt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an seine Schulter.

Auf die besorgten Blicke der Tiere erklärte der Hirsch schwer atmend:“ Beinahe hätte uns ein umstürzender Baum unter sich begraben.“

„Deshalb fehlt dir ein Stück von deinem Geweih?“ meint Andabar mitfühlend.

„Das ist nicht so schlimm,“ wehrte der Hirsch ab ,“aber Felina ist verwundet, der Baum hat ihre Hinterhand gestreift.“

Der Zwerg beugt sich über die Wunde.

„Sie ist zum Glück nicht tief, aber sie kann sich entzünden. Ich muss sie säubern.“

Bruno, der Bär ruft: „Weiter hinten in der Höhle ist eine Quelle.“

Frau Eichhorn, die Andabar schon oft assistiert hat, nimmt das Taschentuch, das dieser ihr reicht und läuft neben Bruno zur Quelle.

Dankend nimmt der Zwerg das nasse Taschentuch und beginnt vorsichtig die Wunde aus zu waschen.

Obwohl sich in Felinas Augen Tränen sammeln vor Schmerz, gibt sie keinen Laut von sich.

Sie legt nur ihren Kopf an Bertolds Hals und dieser bedeckt

ihn tröstend mit seinem Haupt.

Dann ist Andabar fertig und reicht das Tuch an Mirella Eichhorn, die nochmal zur Quelle springt, um es auszuwaschen.

 


Andabar aber sieht sich suchend in der Höhle um, dann fällt sein Blick auf die Blätter und er strahlt.

Da waren doch auch Arnikablätter dabei. Schnell wühlt er in dem Haufen und findet was er sucht.

Zwischen den Händen zerreibt er das Arnika, streut es in die Wunde und legt das sauber ausgewaschene Taschentuch darüber.

Felina wirft ihm einen dankbaren Blick zu und schmiegt sich an ihren Mann.

Auch Bertold bedankt sich.

Der Zwerg setzt sich mit gekreuzten Beinen wieder auf den Boden und hört lächelnd der gemurmelten Unterhaltung zu.

„Ich habe Hunger!“ quengelt Susi, die jüngste der Hasenkinder.

 


Schlitzohr springt auf, fixierte sie und fährt mit der Zunge über seine Lippen.

„Ich habe auch Hunger,“ meint er gedehnt.

Susi verschwindet quietschend hinter ihrer Mutter, die dem Fuchs einen kampfeslustigen Blick zu wirft.

Andabar aber gibt dem Fuchs einen leichten Klaps auf die Schnauze.

„Benimm dich, du erschreckst nur die Kleine, hier wird niemand gefressen!“

„Spielverderber!“ knurrt Schlitzohr, verzieht sich in die Ecke, rollt sich ein, legt die Schnauze auf seinen buschigen Schwanz und schließt die Augen.

Draußen aber toben noch immer die entfesselten Winde und treiben ihr wildes Spiel, als würden sie niemals müde werden. Langsam senkt sich die Nacht über den Wald.

Die Hasenkinder, die bisher herum getollt haben kuscheln sich müde an ihre Eltern.

Und Frau Hase beginnt erst leise zu summen, dann singt sie mit zarter Stimme ihre Kinder in den Schlaf.

Doch nicht nur die Hasenkinder schlafen ein, auch über die kleine Gesellschaft legt sich die Musik wie ein zarter Schleier und lässt sie den schrecklichen Sturm draußen vergessen und schickt sie ins Land der Träume.

Andabar ist der Erste, der am nächsten Morgen erwacht.

Er tritt vor die Höhle.

Der Sturm hat sich endlich zurück gezogen aber eine schreckliche Verwüstung hinterlassen.

Die Tiere kommen alle aus der Höhle und auch sie betrachten besorgt ihren schönen Wald.

„Bald wird der Förster und seine Waldarbeiter kommen und alles wieder in Ordnung bringen,“ tröstet der Zwerg.

 

 


„Rechts, links, eins, zwei!“ ertönt es plötzlich und eine Schwadron Ameisen kommt bahnt sich einen Weg durch Äste und Blätter.

General Zack Zack bleibt vor ihnen stehen.

„Guten Tag, habt ihr meinen Neffen Fridolin gesehen. Der dumme Junge hat wohl wieder geträumt und nicht mehr zurück in den Bau gefunden. Mache mir große Sorgen!“

„Hier bin ich Onkel!“ ruft Fridolin und klettert von Andabars Mütze.

Die Augen des Generals werden einen Moment feucht, doch dann befiehlt er.

„Reihe dich ein mein Junge, es geht nach Hause!“

„Kehrt marsch, rechts um, links, rechts, eins zwei...“

„Wir sollten auch nach Hause gehen,“ murmelt Bertold und bald steht nur noch der Zwerg neben dem Bären.

„Vor meiner Tür liegt ein dicker Ast, ich kann nicht in meine Wohnung.“

„Das ist für mich kein Problem, steig auf meinen Rücken,“ brummt Bruno.

Bald sitzt Andabar wieder in seiner kleinen gemütlichen Stube, raucht sein Pfeifchen und ist glücklich.



© Lore Platz (2021)