Posts mit dem Label Fuchs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fuchs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juli 2024

Geschichten aus dem Zauberwald Unwirsch 3








Goldflimmer sieht ihr sinnend nach, dann verlässt auch

sie das Zimmer.

Das Wetter ist herrlich.








Die Sonnenkinder spielen mit dem Gras und

spinnen ihre goldenen Fäden in den See.

Goldflimmer summt ein heiteres Liedchen und

lässt sich vom Wind tragen.

Nach einiger Zeit gleitet sie vorsichtig zu

Boden und geht zu Fuß weiter.

Träumend wandert sie durch die bunte

Blumenwelt und kommt schließlich zum See,

an dessen Ufer Frau Graugans steht mit

ihren Kindern.

Guten Tag Frau Graugans, guten Tag

Watschel, guten Tag Witschel, aber?”

 Sie sieht sich suchend um.
     
Wo ist denn Wutschel?”






Frau Graugans beginnt zu weinen.

Ach Goldflimmer, der Junge war unartig und

ich habe ihm den Flügel um die Ohren

gehauen, da ist er beleidigt davon gelaufen.

Ich mach mir so große Sorgen!”

Liebe Frau Graugans, nun weinen sie doch

nicht, ich helfe ihnen beim suchen.”

Goldflimmer erhebt sich in die Luft und fliegt

suchend am Ufer entlang.

Als sie einen schwachen Hilferuf vernimmt,

fliegt sie in diese Richtung und sieht wie das

Gänsejunge eilig durch das hohe Gras

watschelt verfolgt von einem Fuchs.

Schnell landet die kleine Elfe neben dem

erschrockenen Wutschel, der erleichtert

aufatmet als er seine kleine Freundin

erkennt.

Schnell versteck dich, ich werde den Fuchs

weglocken, “ flüstert Goldflimmer.

Wutschel kriecht unter einen Strauch und die

Elfe läuft nun weiter durch das hohe Gras und

schnattert dabei wie eine Gans.

 

 
Der Fuchs in der Meinung, den Gänsejungen

vor sich zu haben, folgt ihr.

Als sie schließlich den großen Wald erreichen, 
 
fliegt die Elfe in die Höhe, winkt dem Fuchs

vergnügt zu und ist bald seinen Blicken

entschwunden.

Der Fuchs, der merkt, dass er geprellt wurde,

läuft wütend nach Hause.

Goldflimmer aber fliegt schnell zurück zu

Wutschel, der völlig verängstigt im Gebüsch

kauert.

Der Fuchs ist weg, du musst keine Angst

mehr haben, aber nun lauf zu deiner Mama

zurück, die macht sich schon sorgen und sei

in Zukunft etwas braver.” mahnt die Elfe.

Wutschel nickt eifrig, bedankt sich und 

watschelt zum See hinunter.

Goldflimmer aber marschiert fröhlich weiter.

Als sie an das dumme Gesicht des geprellten

Fuchses dachte, muss sie kichern.




Hallo, Goldflimmer, willst du mir nicht

erzählen, was dich so belustigt?” ruft eine

feine Stimme hinter ihr.

Die kleine Elfe blickt sich um.

Guten Tag, Frau Königin” grüßt sie artig die

Biene.

Guten Tag, Goldflimmer, komm steig ein und

erzähle mir etwas fröhliches, ich langweile

mich schrecklich.”
 
Hurtig klettert die Elfe in die goldene Kutsche,

die von vier Heupferdchen gezogen wird.

Der Kutscher, ein Rosenkäfer, schnalzt mit

der Peitsche und der Wagen setzt sich in

Bewegung.

Die kleine Elfe erzählt nun der Bienenkönigin

von ihrem eben erlebten Abenteuer.

Diese amüsiert sich köstlich und immer

wieder klingt ihr fröhliches Lachen über die

Wiese.

Inzwischen sind sie am Bienenschloss, einem

mächtigen Baumstamm mitten im Wald,

angekommen,

 
Zwei Dienerinnen eilen herbei und helfen

ihnen aus der Kutsche.

Der Kutscher führt die Heupferde durch den

Eingang unter der Wurzel in den Stall.

Goldflimmer lehnt die freundliche Einladung

der Bienenkönigin mit ins Schloss zu

kommen, ab und spaziert weiter.

Am Bach beugt sie sich vorsichtig ins

Wasser , um zu trinken.




Ein plumper Frosch hüpft von einem

Seerosenblatt und spritzt sie voller Wasser.

Oh Entschuldigung werte Dame, das wollte

ich nicht, darf ich ihnen dafür ein Ständchen 

bringen.”
 
Er winkt seinen Freunden und voller

Begeisterung beginnen sie nun aus voller Kehle 

zu quaken.

Goldflimmer muss sich bemühen ein ernstes

Gesicht zu machen.

So entsetzlich und unmelidiös klingt der

Gesang, aber sie meinen es ja gut und reißen

voller Freude ihre breiten Mäuler auf.

Plötzlich ertönt der Ruf:

Achtung ein Storch!”

Und mit einem lauten Platsch verschwinden

die Sänger im Wasser.

Majestätisch stelzt der Storch auf seinen

langen Beinen durch den Bach, klappert mit

dem Schnabel, sieht sich suchend um und

schreitet weiter.

Goldflimmer aber erhebt sich in die Luft und

fliegt in Richtung Zwergenreich.

Sie verbringt eine vergnügte Stunde mit ihrer

Freundin Melisande und deren Eltern, die

gerade zu Besuch waren.

Später kommt dann noch Gaukelchen hinzu

und unterhält die kleine Gesellschaft mit

fröhlichen Geschichten.

Goldflimmer hat ihm die Einladung von Frau

Siebenpunkt ausgerichtet und er hat

angenommen.

Verträumt verlässt die Elfe das Schloss. Er

gefällt ihr dieser Gaukelchen, er gefällt ihr

sogar sehr gut.

Schmunzelnd entfaltet sie ihre Flügel und

fliegt über die Zwergenstadt in Gedanken

immer noch bei dem eleganten Ballettmeister.

Doch plötzlich stutzt sie.






In Viktors Garten pflückt doch jemand

Erdbeeren .

Die kleine Elfe fliegt näher und stellt empört

fest.

Das war doch ein Koboldmädchen!

Im Sturzflug fliegt sie nach unten und landet

direkt neben dem Mädchen.

Dieses lässt vor Schreck den Korb fallen und

die Beeren kullern ins Gras.

Mit blitzenden Augen, die Arme in die Seiten

gestemmt schimpft Goldflimmer.

Wie kannst du es wagen, hier in Viktors

Garten einfach die Erdbeeren zu stehlen. Man

wird dich in den Turm werfen.”

Mit offenem Mund starrt Trulla das

strahlende, gold glänzende Wesen an.

Bist du die Sonne?”

Nun muss Goldflimmer lachen.

Nein ich bin eine Blumenelfe und die Kusine

von Aurelia, deren Reich ihr beinahe zerstört

hättet!”

Trulla senkt den Kopf und dicke Tränen

kullern über ihre Wangen.

Ich weiß,” flüstert sie , unser König

Unwirsch war so verliebt in Aurelia und hätte

bald das ganze Koboldreich ins Verderben

gestürzt.”

Goldflimmer betrachtet das Koboldmädchen

nachdenklich.

Eigentlich sieht sie gar nicht so böse aus,

eher unglücklich und traurig.

Und aus einem Gefühl heraus fragt sie.

Du liebst Unwirsch?”

Trulla hebt den Kopf, wischt die Tränen ab,

schnieft und nickt .

Die Erdbeeren sind für ihn, er liebt

Erdbeerkuchen”, flüstert sie.




Und deswegen begibst du dich in Gefahr, du

musst ihn wirklich sehr lieb haben. Weißt du

denn nicht, dass die Kobolde verhasst sind

und bei den Zwergen ganz besonders. Wenn

man dich erwischt landest du im Turm.”

Trulla lächelt kläglich, “ und dabei beachtet er

mich kaum, nimmt alles wie

selbstverständlich hin, was ich für ihn tue und

schwärmt nur von den herrlichen Elfen.”

Dann solltest du vielleicht nicht mehr so viel

für ihn tun,”meint Goldflimmer und reicht ihr

eines ihrer fein gewebten Taschentücher.

Sie beginnt die Früchte aufzusammeln.

Wir sollten von hier verschwinden, bevor

uns noch jemand sieht. Amelie und Viktor

werden bald zurück kommen.”

Du wirst mich nicht verraten?”

Goldflimmer schenkt ihr ein strahlendes

Lächeln.


Nein, ich mag dich!”


Trulla lächelt scheu und gemeinsam sammeln

sie die Erdbeeren in den Korb.

Gemeinsam tragen sie auch den Korb und

unterwegs haben sie sich viel zu erzählen.

Als sie den Eingang zur Koboldhöhle erreicht

haben sind sie die besten Freundinnen.

Goldflimmer fliegt nach Hause und Trulla

betritt die Höhle.





Morgen geht es weiter

Dienstag, 26. März 2024

Der Tag an dem die Hühner streikten

 


 

 

Der Tag, an dem die Hühner streikten




Heute kann ich es euch ja erzählen, denn es ist alles gut ausgegangen und ich denke mal jeder hat seine Ostereier gefunden.

Dabei war vor einigen Tagen noch gar nicht so sicher, ob es diesmal klappt mit den Ostereiern.

Und das kam so.


Zwischen Himmel und Erde liegt das Zauberland und dort wohnt der Osterhase mit seiner Frau und seinen Kindern.

Das sind die drei Jungen Schlitzohr, Bertl und Angsthase und die drei Mädchen Myrtel, Fellchen und Samtpfote.

Sie wohnen inmitten einer großen Wiese in einem riesigen Haus, das aussieht wie ein Osterei.

Hinter dem Haus gibt es einen Garten, in dem Mutter Osterhase Karotten, Salat und verschiedene leckere Kräuter angepflanzt hat.

In dem schmucken Gartenhäuschen sind die Farbeimer und Pinsel, sowie der große gusseiserne schwarze Kessel in dem die Eier gekocht werden, untergebracht.

Alles ist sehr ordentlich, denn Frau Osterhase legt darauf großen Wert.

In der großen offenen Scheune am Rande der Wiese steht der Pritschenwagen, mit dem sie in der nahegelegenen Farm die Eier abholen und natürlich damit auch in die Menschenwelt fahren, um sie zu verstecken.

Schlitzohr liegt gerade unter dem Wagen und streckt die Hand aus.


Schraubenzieher!“

Welchen denn?“ fragt Bertl

Schlitzohr rutscht unter dem Wagen hervor und seine Brüder fangen an zu lachen, denn er ist ganz schwarz im Gesicht.

Vater Osterhase kommt in die Scheune und auch er schmunzelt.

Seid ihr so weit Jungs, wir müssen los.“

Gleich muss nur noch eine Schraube anziehen!“ ruft Schlitzohr, der sich inzwischen den Schraubenschlüssel selbst genommen hat.

Wenig später, nachdem sich der Hasenjunge noch schnell gewaschen hat, sind sie auf dem Weg zur Hühnerfarm.

Sie ahnen nicht, was dort auf sie wartet.



Auf der Hühnerfarm herrscht nämlich große Aufregung.

Die schöne Louisa thront auf dem großen Stein inmitten des Hofes und hält eine flammende Rede.

Die dicke Berta, die mit ihren Freundinnen bei einem gemütliche Tee zusammen sitzt, guckt aus dem Fenster.

Es ist Louisa, seit sie aus dem Ei geschlüpft ist hält sie sich für etwas besseres und verbreitet immer wieder Unruhe und besonders das Jungvolk hört auf sie. Was sie diesmal wohl wieder vorhat. Kommt wir wollen mal nachsehen.“

Berta und ihre drei Freundinnen verlassen das Häuschen und nähern sich dem Versammlungsort.

Wir werden, wenn heute der Osterhase kommt, die Eier nicht ausliefern!“ ruft Louisa gerade triumphierend und die anderen schreien begeistert „Jaaaaa!“

Nur einige der älteren Hühner sind still und machen ein bedenkliches Gesicht.

Berta drängt sich nach vorne.

Was soll denn der Unsinn, Louisa! Die Eier stehen doch schon verpackt in Körben im Schuppen. Was für eine verrückte Sache hast du dir denn jetzt wieder ausgedacht!“

Die junge Henne wirft ihr einen spöttischen Blick zu.

Seit Jahren arbeiten wir für den Osterhasen und welchen

Dank bekommen wir. Wir legen die Eier!!! Und nur weil der Osterhase ein paar Farbtupfer drauf gibt wird er gerühmt.

Manche Kinder glauben ja sogar, dass die Hasen auch noch die Eier legen. Habt ihr schon jemals ein Kind sagen hören, die lieben Hühner legen uns die Eier? Nein!, der liebe Osterhase bringt sie uns, ach wie ist er doch soooo lieb!“

Louisa hat sich richtig in Fahrt geredet und die anderen Hühner nicken zustimmend.

Berta aber schüttelt nur den Kopf.

So ein Unsinn, wir arbeiten für den Osterhasen und liefern die Eier, dafür besorgt er Futter für uns, hat uns diese hübschen Häuschen gebaut und außerdem den schützenden Zaun, durch den kein Fuchs oder Marder kommt.“

Louisa wirft ihr einen listigen Blick zu, dann wendet sie sich an die anderen.

Wer dafür ist, dass wir dem Osterhasen keine Eier ausliefern, der hebe den rechten Flügel.“

Fast alle Flügel schießen in die Höhe.

Und so kommt es, dass der Osterhase und seine Söhne vor verschlossenen Türen stehen, als sie wenig später die Eier abholen wollen.

Besorgt fahren sie wieder nach Hause, nachdem ihnen die dicke Berta gesagt hat, was los ist.

Mittlerweile ist es wieder ruhig geworden auf dem Hühnerhof. Die älteren Hühner haben sich besorgt in ihre Hütten zurückgezogen und das Jungvolk, das noch vor kurzem so begeistert 'Ja' geschrien hatte, schleicht leise über den Hof und wirft immer wieder einen scheuen Blick auf die Körbe voll Eier.

Louisa aber sitzt vor dem Spiegel und sieht sich selbstgefällig von allen Seiten an.

Sie ist sehr zufrieden mit sich, schon seit sie erfahren hat, wie beliebt der Osterhase bei den Kindern ist, war sie neidisch.

Dabei hat sie noch gar kein Osterfest erlebt, da sie ja noch sehr jung ist. Aber sie ist nun mal sehr eitel und alles soll sich nur um sie drehen.

Jetzt hat sie es diesen Osterhasen gezeigt, die werden sich ärgern, schade dass sie das nicht sehen kann. Warum eigentlich nicht? Sie würde heimlich die Osterwiese beobachten.

Vergnügt springt sie auf und verlässt den Hof.

Berta sieht zufällig aus dem Fenster, als Louisa durch das Tor schlüpft.

Dieses dumme Ding!“ schimpft sie leise, „sie weiß doch, dass draußen der Fuchs lauert.“

Berta wirft sich ihren Umhang um und verlässt ebenfalls ungesehen den Hof.

In der Ferne sieht sie die junge Henne, die stolz erhobenen Hauptes auf den Wald zu schreitet.

 

 


Aber Berta sieht auch ein rotbraunes Fell aufleuchten

und erschrickt. Der Fuchs!

Und dann hört sie schon Louisa kreischen und rennt los.

Gerade noch sieht sie wie der Rotpelz die zappelnde Henne in seinen Bau schleppt.

Tränen laufen der guten Berta über die Wangen.

Wenn Louisa auch keine besonders nette Henne ist, aber diesen Schicksal hat sie nicht verdient.

Der Fuchs kommt wieder aus dem Bau und rennt schnell durch den Wald.

Berta versteckt sich im Gebüsch, bis er vorüber ist, dann schleicht sie vorsichtig in die Höhle, voller Angst was sie da vorfindet.

Louisa lebt noch, aber sie steckt in einem Käfig und starrt mit vor Angst geweiteten Augen auf die Tür, die sich langsam öffnet.

Im hellen Licht, das von draußen herein kommt, erkennt sie Berta und atmet erleichtert auf, als sie die alte Henne erblickt.

Berta, bitte Hilf mir, der Fuchs ist zu seinem Freund dem Marder, um ihn zum Festessen einzuladen und auf der Speisekarte werde ich stehen.“

Louisa heult laut auf und zittert am ganzen Körper.

Berta untersucht das Schloss des Käfigs, aber sie stellt gleich fest: 'das kann sie nicht öffnen.'

Ich hole Hilfe!“

Bleib hier Berta!“ jammert Louisa, doch diese ist schon durch die Tür.

Und Berta rennt, als gelte es das eigene Leben und erst auf der Osterhasenwiese fällt sie außer Atmen ins Gras.

Die Hasen kommen angelaufen und nachdem Berta endlich wieder etwas Luft bekommt, erzählt sie was geschehen ist.

Vater Osterhase und die Jungen laufen sofort los, während Frau Osterhase mit Berta ins Haus geht, um ihr einen Beruhigungstee zu kochen.

Erschöpft lässt die Henne sich auf einen der gemütlichen Sessel fallen. Myrtel stopft ihr ein Kissen hinter den Rücken, Fellchen legt ein anderes unter ihre Füße und Samtpfötchen reicht ihr knicksend die Tasse mit heißem Tee.

Dann setzen sich die Hasenmädchen zu ihren Füßen und Berta muss erzählen wie sie in die Fuchshöhle geschlichen war.

Mutter Osterhase aber geht vors Haus, um auf die Retter zu warten.

Endlich kommen sie aus dem Wald und in ihrer Mitte eine zerzauste, verlegene aber auch glückliche Louisa.

Unterwegs hat sie sich mehrmals bei dem Osterhasen entschuldigt und versprochen, dass sie die Eier bekommen werden.

Die Hasen fahren auch gleich zusammen mit Louisa zur Farm, denn die Zeit drängt.

Berta aber schielt auf die leckeren Erdbeertörtchen auf dem Tisch und meint:

Ich bin noch viel zu erschöpft und kann mich kaum auf den Füßen halten.“

Dann nimmt sie ein Erdbeertörtchen und lässt es blitzschnell im Schnabel verschwinden.

Lautes Hupen verkündet die Ankunft des Wagens.

Auf der Ladefläche aber zwischen den Körben mit Eiern sitzt das ganze Federvolk und flattert nun gackernd auf die Wiese.

Herr Osterhase aber tritt zu seiner Frau, die etwas entsetzt auf die kreischenden Gäste blickt.

Ich habe sie eingeladen uns zu helfen. Vielleicht könntest du ja für sie deine berühmten Erdbeertörtchen backen, die Mädchen sollen dir helfen.“

Drei würdevolle ältere Hennen kommen nun auf sie zu.

Jede von ihnen trägt einen großen eleganten Hut, auf dem lustig eine Feder hin und her schwankt.

Höflich grüßen sie und fragen nach ihrer Freundin Berta.

Frau Osterhase führt sie ins Haus und aufgeregt gackernd umringen sie ihre Freundin, die wieder mit Genuss ihr Abenteuer erzählt. Dabei wird der Kuchenteller überraschend schnell leer.

Frau Osterhase winkt die Mädchen in die Küche und während Samtpfötchen und Fellchen im Garten Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren pflücken, bereiten die Mutter und Myrtel in der größten Schüssel den Teig zu.

Nur wie sie den Tee servieren soll, da sie nicht genügend Tassen hat, weiß Frau Osterhase nicht.

Herr Osterhase und seine Söhne haben inzwischen den großen Topf aus dem Schuppen gerollt, um schwirrt von dem lärmenden Hühnervolk.

Sie begleiten die Hasen zum Bach und sehen dann staunend zu, wie das Feuer unter dem großen Topf, der nun voll Wasser ist, entfacht wird.

Als es brodelt und sprudelt werden die Eier mit großen Löffeln vorsichtig im Wasser versenkt, begleitet von den

Ahh und Ohhs“ der Zuschauer.

Dann werden die Tische mit den Farbeimern aufgestellt und die Hasen beginnen zu malen.

Die Hennen aber drängen so nahe heran, dass sie die Künstler in ihrer Arbeit behindern.

Aber Herr Osterhase, den nichts aus der Ruhe bringt, lässt von Schlitzohr und Bengel einen extra Tisch aufstellen und bittet die Hühnern doch selbst einige Eier zu bemalen.

Nun bekommt jedes Huhn ein Ei, doch die beiden Hasenjungen erklären feixend, als der Vater außer Hörweite ist, leider gäbe es nicht genug Pinsel.

Aber womit sollen wir denn die Eier bemalen?“ rufen die zukünftigen Künstlerinnen enttäuscht.

Ihr habt doch eure eigenen Pinsel dabei,“ grinsen die Jungen und Kikki, die Kleinste, versteht sofort und taucht ihren Flügel vorsichtig in den Topf mit roter Farbe und fährt dann über das Ei, und freut sich über die roten Wellen, die sie hinterlässt.

Nun sind auch die anderen Hühner nicht mehr zu bremsen und bald sind sie bunter als die Eier.

Aber sie haben alle einen große Spaß und jubeln, kreischen und gackern.

So laut war es auf der Osterwiese noch nie.

Bald sind alle Eier trocken und in Körben verpackt zur morgigen Abfahrt bereit.

Die Hühner aber torkeln zum Bach, um sich zu waschen.

Dann gibt es Gebäck und Tee.

Frau Osterhase hat den Tee in einen großen Eimer geschüttet und ihre Gäste können daraus mit einer Schöpfkelle trinken.

Endlich flattern die müden, aber glücklichen Hühner auf den Pritschenwagen und Schlitzohr fährt sie nach Hause.

Erschöpft lehnt Frau Osterhase sich an ihren Mann. 

Was für ein Spektakel,“ stöhnt sie.

Der Osterhase grinst leicht verlegen.

Ich habe sie eingeladen nächstes Jahr wieder zu helfen.“

Oh nein!“ ruft seine Frau entsetzt, doch dann kichert sie.

Wenigstens ist ein ganzes Jahr dazwischen!“

Und lachend gehen sie ins Haus.


© Lore Platz