Donnerstag, 29. November 2012

Jasper, das besondere Rentier, Teil 1








Viele Tage ist Jasper nun schon unterwegs. Wenn er einer Herde begegnet versteckt er sich und zieht dann wieder allein weiter.
Nahrung zu finden unter Schnee und Eis ist sehr schwer und oft schläft er abends hungrig ein.
Eines Tages überschreitet er, ohne es zu merken die magische Grenze zum Reich des Weihnachtsmanns.
Als er durch den tiefen Schnee trottet steigt ihm der Geruch von Pilzen in die Nase.
Pilze im Winter?
Doch da erblickt er viele Pilze unter einem kahlen Baum und läuft darauf zu.
Endlich nach langem kann er sich wieder richtig satt fressen.
Als er fertig ist, senkt sich der Baum und auf seinen kahlen Ästen erblühen junge frische Triebe.
Was für ein Festschmaus.
Jasper wird ganz vergnügt und marschiert fröhlich weiter.
Auf einmal hört er Stimmen und sieht vor sich einen dicken Schneemann und um ihn herum sitzen viele Schneeflöckchen, die fröhlich kichern.
Als der Schneemann ihn sieht, winkt er mit seinem roten Regenschirm.
Komm zu uns, ich erzähle den Kleinen gerade eine Geschichte.“
Vorsichtig und auch ein wenig ängstlich tritt Jasper näher und sein Geweih flackert unruhig auf und ab.
Die Schneeflöckchen jubeln ,fliegen zu ihm und setzen sich auf Geweih und Rücken.
Das ist ja schön, wie machst du das?“ wollen sie wissen.
Der Schneemann lacht dröhnend, dass es vom Berg widerhallt.
Du hast ja einen tollen Apparat auf dem Kopf.
Der gefällt mir. Übrigens bin ich Anton und wer bist du?“
Ich heiße Jasper, und wie das mit meinem Geweih funktioniert, das weiß ich nicht. Dort wo ich herkomme nannte man mich eine Missgeburt.“
Missgeburt, was für ein dummes Wort! Du bist etwas Besonderes,
sonst hättest du nicht die magische Grenze überschreiten können.“
Wo bin ich denn hier?“
Anton lacht vergnügt.
Na, beim Weihnachtsmann und wir alle hier sind etwas ganz Besonderes.“
Meine Mutter hat das auch immer gesagt, dass ich etwas Besonders bin,“ murmelt das Rentier.
Siehst du, Mütter wissen so etwas!“
Jasper betrachtet den gemütlichen dicken Kerl und grinst.
Was ist denn an dir so besonders, du siehst aus wie ein ganz gewöhnlicher Schneemann.“
Anton lacht. „Gewöhnlicher Schneemann? Hast du schon mal einen Schneemann gesehen, der Beine hat.?“
Er springt auf und läuft auf seinen langen Beinen davon und die Schneeflocken folgen ihm kichernd.
Jasper sieht ihnen grinsend nach.
Hier gefällt es ihm.
Und vergnügt trabt er weiter.
Einige Zeit ist er schon gegangen, da hört er hinter sich rufen:
Achtung da vorne, weg da.“
Erschrocken springt Jasper zur Seite und haarscharf an ihm vorbei flitzt ein schneeweißes Männchen auf Holzskiern.
Es bremst scharf und der aufwirbelnde Schnee hüllt Jasper ein
und sein Geweih beginnt wieder heftig zu blinken.
Das Männchen schlägt einen Bogen und kommt auf ihn zu.
Aufmerksam betrachtet er Jasper.
Tolles Ding hast du da auf dem Kopf. Wie funktioniert das?“
Weiß nicht genau? Immer wenn ich eine Gemütsbewegung habe, dann blinkt es.“
Gefällt mir, komm mit, das müssen die Anderen auch sehen.“
Er wendet seine Ski und fährt davon.
Jasper grinst und läuft hinterher.
Vor einem großem Berg hält das Männchen mit der weißen Pelzkappe an und zieht an einer großen Glocke.
Wie von Zauberhand öffnet sich das große Tor.
Staunend folgt Jasper seinem Begleiter in die große Halle.
Wohlige Wärme empfängt ihn und überrascht sieht er auf das bunte Treiben.
Unzählige Kobolde und Elfen sind beschäftigt mit allerlei Arbeiten.
Die Einen hämmern und klopfen an Spielzeugen herum.
Elfenmädchen sitzen an schnurrenden Nähmaschinen. Kobolde mit Kochmützen laufen mit Backblechen voller Plätzchen herum.
Und die Luft ist erfüllt mit köstlichen Düften, fröhlichem Singen und Lachen und Rufen.
Jaspers Geweih beginnt vor Freude zu blinken und plötzlich wird es still im Raum.
Dann hört man das Trappeln von kleinen Füßen und alle die Winzlinge stürzen auf Jasper zu und umringen ihn.
Oh wie ist das schön, wie machst du das, kannst du es uns noch einmal zeigen,“ so schwirrt es durcheinander.
Und Jasper spürt dass die freundlichen kleinen Wesen ihn nicht verspotten und so blinkt er voller Freude.
Viele „Aaah“und „Ooooh“ ertönen.
Was ist denn hier los!“ ertönt eine laute Stimme und ein dicker Kobold bahnt sich einen Weg durch die Menge.
Nachdenklich betrachtet er Jasper, dann nickt er und murmelt.
Das ist die Lösung unseres Problems!“
Dann wendet er sich an das Männlein, das Jasper in die Halle gebracht hat.
Sag mal Schneemännchen, wo stecken eigentlich deine Schneeflocken wieder, Frau Holle sucht sie schon ganz verzweifelt.“
Diese seufzt: „ Ach Knurrjan, ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten als diese Gören. Sicher sitzen sie bei dem dicken Anton und lassen sich Geschichten erzählen. Ich werde sie holen.“
Er dreht sich um und verlässt die Halle.
Knurrjan dreht sich um und klatscht in die Hände.
Auf, auf, geht zurück an eure Arbeit, oder sollen die Kinder weinend unter einem leeren Weihnachtsbaum stehen?“
Bald wird wieder gehämmert, geklopft, gescherzt, gelacht und die Nähmaschinen schnurren.
Und du,“ wendet sich Knurrjan an das Rentier, „ kommst mit zum Weihnachtsmann. Wie heißt du überhaupt?“
Jasper!“
Gut Jasper, dann komm!“
Er führt ihn durch die Halle in einen langen Flur, von dem rechts und links mehrere Türen abgehen. An der letzten Tür bleibt er stehen und klopft an.
Ein kräftiges „Herein!“ ertönt.

Mittwoch, 28. November 2012

Jasper, das besondere Rentier








Am Sonntag haben wir den ersten Advent. Ich liebe diese Zeit, das hängt wohl mit meinen schönen Kindheitserinnerungen zusammen.
Obwohl die Nachkriegszeit noch recht ärmlich war, haben meine Eltern es doch verstanden uns Kindern diese Zeit besonders schön und auch geheimnisvoll zu gestalten.
In der Küche stand ein Holz- und Kohlenofen und verströmte behagliche Wärme. Das Holz knisterte und knackte und die ganze Familie hielt sich in der Küche auf, da es da einfach am wärmsten war.
Während meine Mutter Plätzchen backte und uns der herrliche Duft umschmeichelte, saßen wir Kinder am Tisch und mein Vater las uns aus einen dicken Buch, dass er aus der Pfarrbücherei entliehen hatte, Märchen vor.
Manchmal sangen wir auch Lieder und eins meiner Lieblingslieder damals war:
In Mutters Stüberle, da geht der Hm,hm,hm
in Mutters Stüberle da geht der Wind.“
Und wenn mal ein Blech mit den Plätzerln missglückte, durften wir die leicht angekokelten essen.
Die anderen Herrlichkeiten wurden verpackt und gut versteckt und erst am heiligen Abend bekam jeder dann seinen extra Weihnachtsteller.
An den Nikolaustag habe ich keine so gute Erinnerungen, denn der freundliche heilige Mann wurde immer von dem grausligen Knecht Rupprecht begleitet und der jagte mir schreckliche Angst ein.
Unter der Maske verbargen sich junge Kerle, denen es diebisches Vergnügen bereitete die Kinder zu erschrecken.
Bei mir haben sie das geschafft.
Ich weigert mich wenn es abends dunkel wurde mit der Milchkanne beim Bauern im Stall die frische warme Kuhmilch zu holen und ging nur, wenn meine große Schwester mich begleitete.
Später eroberte unser Land der Weihnachtsmann. Er war ein kräftiger laut polternder Kerl mit vergnügten Augen und einem großen Herz für Kinder.
Lange schon habe ich überlegt, wie es wohl wäre, wenn diese zwei so verschieden Männer, die doch eigentlich beide nur das eine wollen, die Kinder glücklich, sich begegnen würden.
Dieses Jahr in meiner neuen Weihnachtsgeschichte habe ich diese Begegnung herbei geführt.
Geholfen hat mir dabei ein ganz besonderes Rentier, das eine leichte Behinderung hat, aber ein selten liebes Tier ist.
Nein es ist nicht Rudolf mit der roten Nase, sondern Jasper mein Freund mit dem blinkenden Geweih.



Es ist Frühling in Norwegen.
Der Ren-Hirsch Tundor steht auf einer Anhöhe und lässt stolz seinen Blick über seine kleine Herde gleiten.
Er hat sie hier auf diese geschützte Bergwiese geführt, damit seine Kühe in Ruhe ihre Kälber zur Welt bringen können.
Neun junge Rentiere springen bereits munter über die Wiese.
Nur Alleschja seine Lieblingskuh hat noch nicht geworfen.
Mit besorgtem Blick sucht er sie in der Herde und bemerkt wie sie zu Boden sinkt.
Er dreht sich um und galoppiert den steilen Weg hinunter. Steinchen lösen sich unter seinen Hufen und kullern über den mit Gras bewachsenen steinigen Boden.
Als er bei Alleschja ankommt, stupst er sie sanft mit der Nase an und bemerkt nicht die eifersüchtigen Blicke der anderen Kühe.
Alleschja stöhnt auf und der kleine Ren-Hirsch ist geboren.
Stolz beobachten die Eltern wie der Kleine tolpatschig versucht auf die Beine zu kommen und immer wieder umkippt. Endlich hat er es geschafft und bleibt schließlich noch etwas zittrig stehen.
Mit tapsigen Schritten stolpert er zu seiner Mutter und hat bald die Zitzen gefunden und beginnt gierig zu trinken.
Jasper wächst zu einem hübschen jungen Rentier heran, auch hat er ein freundliches, vertrauensvolles Gemüt und ist viel zu arglos, um zu erkennen, dass die anderen Jungtiere, aufgestachelt von ihren Müttern ,ihn nicht leiden können.
Aber da er der Liebling von Tundor ist, wagen sie es nicht es offen zu zeigen.
Wieder kommt ein Frühling und Jasper ist nun ein Jahr alt und sein Geweih beginnt sich langsam zu bilden.
Und Jasper ist mächtig stolz auf die kleinen Sprossen auf seiner Stirn.
Im Sommer hat er schon ein stattliches Geweih .
Eines Tages , als er voller Freude über die Wiese und direkt zu seiner Mutter galoppiert, glaubt diese, dass ein Blitzen von Jaspers Geweih aus geht.
Aber als er dann vor ihr steht, denkt sie nur die Sonne hätte sie geblendet.
Bald aber bemerkt sie, dass mit ihrem Sohn nicht alles in Ordnung war.
Immer wenn Jasper sich freut, erschrickt oder
übermütig ist, beginnt sein Geweih zu leuchten und zu blitzen.
Nicht lange und auch die anderen Rentiere bemerken es.
Eines Tages, als Tundor zu Alleschja und seinem Sohn geht, läuft ihm Jasper voller Freude entgegen und dabei blinkt und leuchtet sein Geweih in schönstem Rot.
Tundor bleibt stehen und starrt seinen Sohn an.
Alleschja stellt sich neben Jasper und wirft Tundor einen herausfordernden Blick zu.
Dieser sieht sie an. In seinem Blick liegt Entsetzen, Bedauern und Verachtung. Dann wendet er sich um und geht.
Seit diesem Tag meidet er Alleschja und seinen Sohn.
Sobald die anderen Jungtiere mit bekommen, dass Jasper nicht mehr unter Tundors Schutz steht, beginnen sie ihn zu hänseln und zu ärgern.
Jasper wird immer stiller und all seine Fröhlichkeit ist verschwunden.
Er weicht seiner Mutter kaum noch von der Seite und beide halten sich abseits von der Herde.
Inzwischen ist es Herbst geworden.
Jasper liegt neben seiner Mutter im Gras und blickt hinauf zu den Sternen.



Mama, ist es wegen meinem Geweih, dass alle so gemein zu mir sind und selbst Papa mich nicht mehr lieb hat, obwohl ich doch niemand etwas Böses getan habe ?“
Alleschja schließt die Augen, um die Tränen zurück zu halten.
Liebevoll fährt sie mit der Zunge ihrem Sohn über den Kopf.
Ich hab dich doch lieb und dein Geweih ist etwas ganz besonderes. Die anderen sind nur zu dumm ,um das zu erkennen.
Der große Herr der Tiere, der im Himmel wohnt hat sich bestimmt etwas dabei gedacht. Sicher wartet eine große Aufgabe auf dich.“
Jasper lächelt , legt seinen Kopf auf die Beine und schließt zufrieden die Augen.
Alleschja aber sieht voller Sorgen hinauf in den Sternenhimmel
Am nächsten Tag haben die beiden die Herde verlassen.

Nun ziehen Alleschja und ihr Sohn allein über die weiten Flächen von Norwegen.
Wenn sie einer Herde begegnen weichen sie aus, denn sie fürchten Häme und Spott.
Alleschja lehrt ihrem Sohn wie man in der Wildnis überlebt.
Diesmal kommt der Winter sehr früh und mit eisiger Kälte.
Die Nahrungssuche wird immer schwerer und oft denkt Alleschja, ob es nicht doch besser wäre den Schutz bei einer der großen Rentierherden zu suchen.
Doch dann fällt ihr Blick auf ihren Sohn und sie verwirft den Gedanken.
Eines Abends lagern sie in einer Höhle.
Jasper schläft bereits tief und fest, doch Alleschja hebt lauschend den Kopf.
Wölfe!
Sie springt auf beugt sich über ihren Sohn, und streicht mit der Nase zart über seine Wange.
Jasper lächelt im Schlaf und sein Geweih flackert freundlich.
Alleschja geht zum Ausgang, dann dreht sie sich noch einmal Abschied nehmend um und sieht mit traurigen Blick auf den Schlafenden.
Leb `wohl mein Junge, du bist stark und tapfer und wirst nun deinen Weg alleine schaffen.“
Hoch erhobenen Hauptes verlässt sie die schützende Höhle und trabt den Wölfen entgegen.
Als sie ihre Witterung aufnehmen, läuft sie los, um die Wölfe möglichst weit von ihrem Sohn weg zu locken.
Endlich umkreist sie doch das Rudel und als einer der Wölfe ihr mit gefletschten Zähnen an die Kehle springt, stürzt sie mit einem wehen Laut zu Boden.




Jasper in seiner Höhle hebt den Kopf. Obwohl seine Mutter viel zu weit weg ist, als dass er ihren Todesschrei gehört hätte, weiß er doch ,dass etwas Schreckliches geschehen ist und er nun ganz allein weiter wandern muss.
Er springt auf und verlässt die Höhle.
Und während die Tränen in den Schnee fallen wandert er ins Ungewisse.






Montag, 26. November 2012

Das Weihnachtswunder Ende




Als sie am nächsten Morgen erwachte, fühlte sich sich so leicht und voller Hoffnung, als hätte ein Engel sie gestreichelt.
Sie kochte sich wieder einen Tee, gab reichlich Zucker hinein und er wärmte und füllte ihren Magen.
Um zehn Uhr musste sie ins Gemeindehaus, um den Saal zu schmücken und dort waren immer Schalen mit Plätzchen, das würde ihr über den ärgsten Hunger hinweg helfen.
Sie lächelte.
Seltsam, sie hatte auf einmal so ein leichtes Gefühl, als würde alles gut werden.
Und als sie unter der Dusche stand, summte sie sogar ein Weihnachtslied.
Birgit schloss gerade das Gemeindehaus auf, als Lieselotte ankam.
Fröhlich schwatzend betraten sie die Halle.
Der Hausmeister hatte gestern Abend noch die hohe Tanne aufgestellt.
Und auf einem kleinen Tischchen stand eine Tupperschüssel mit Plätzchen, die seine Frau für die fleißigen Helfer gebacken hatte.
Lieselotte holte sich gleich einige der köstlichen Kekse.
Ich habe heute noch nicht gefrühstückt,“ erklärte sie.
Birgit lachte.
Ich habe zwar schon gefrühstückt, aber sie sehen so verlockend aus.“
Sie pickte sich eine Kokosmakrone heraus.
Nach und nach trudelten die Frauen ein und bald herrschte ein geschäftiges Treiben und fröhliches Lachen.
Weihnachtslieder tönten aus den Lautsprechern.
Lieselotte fühlte sich immer wohler und da Ursel auch noch einige Stollen mitgebracht hatte, war auch ihr ärgster Hunger gestillt.
Nicole beteiligte sich kaum an dem fröhlichen Geplauder.
Sie war auffallend still und warf immer wieder einen seltsamen Blick zu Lieselotte.
Als diese dann abkommandiert wurde, um in der kleinen Küche den Glühwein warm zu machen, eilte Nicole ihr nach.
Schweigend arbeiteten die beiden Frauen zusammen, dann brach es aus Nicole heraus:
Dank deiner Hilfe hatte meine Familie und ich letztes Jahr ein schönes Weihnachtsfest und auch im neuen Jahr hat unser Glücksstern uns nicht verlassen. Mein Mann hat eine Arbeit gefunden, ich eine Halbtagsstelle im Supermarkt an der Kasse und im Laufe des Jahres ging es uns wieder besser.“
Lieselotte drehte die Flamme etwas kleiner, denn schließlich sollte der Glühwein nicht kochen.
Das ist doch schön und freut mich,“ meinte sie freundlich.
Ja, aber weißt du, schon lange wollte ich dir das Geld zurück geben, aber es kam halt immer etwas dazwischen.“
Sie kramt in ihrer Schürze und zog ein Kuvert heraus und reichte es Lieselotte.
Diese sah hinein und stammelt. „500 Euro!“
Nicole lächelte strahlend.
Sind Zinsen dabei!“
Mit Tränen in den Augen umarmte Lieselotte die junge Frau.
Ausgerechnet heute, du weißt gar nicht, wie sehr ich es gebrauchen kann.“
Und sie vertraute Nicole ihren Kummer an.
Aber wie kam es, dass du mir gerade jetzt das Geld zurück gibst?“
Tja, das war ganz seltsam. Ich hatte die ganze Nacht einen unruhigen Schlaf und immer wieder kam mir dein Name in den Sinn und die 400 Euro, die du mir letztes Weihnachten gegeben hast. Und so bin ich heute auf dem Weg hierher schnell noch auf die Bank, um das Geld zu holen.
Ich glaube, der liebe Gott hat dein Schimpfen Ernst genommen.“
Die beiden Frauen brachen in herzliches Lachen aus.
Ursel und Birgit erschienen an der Tür.
He trinkt ihr den Glühwein ganz alleine!“
Es wurde noch ein wunderschöner Tag und Lieselotte fühlte sich leicht und beschwingt und sehr glücklich.
Während die anderen sich auf den Heimweg machten, huschte sie hinüber in die Kirche.
Sie kniete sich vor den Altar und dankte Gott.
Die Krippe mit dem Jesuskind war schon aufgestellt und während die Frau betete, brach sich ein Sonnenstrahl im bunten Kirchenfenster und landete genau auf dem Christkind.
Und als Lieselotte sich zum Gehen umwandte, glaubte sie das Kind lächeln zu sehen.

Auf dem Heimweg kaufte sie sich noch ein kleines Festmahl für die Feiertage und leistete sich sogar eine gute Flasche Wein.
Und ihr erstes Weihnachtsfest in Freiheit wurde das Schönste und Glücklichste, das sie je erlebt hatte.
Im neuen Jahr sollte ihr Glücksstern weiter über ihr leuchten.
Als ihre Tochter sich nach den Feiertagen bei ihr meldete, erzählte ihr Lieselotte alles und diese wurde so wütend, dass sie sich sofort mit dem Vater in Verbindung setzte und ihm die Hölle heiß machte.
Sie drohte, nie wieder ein Wort mit ihm zu sprechen, wenn er nicht endlich der Mutter den Unterhalt zahlen würde.
Das half!
Ihr Noch- Ehemann überwies ihr den ausstehenden Unterhalt, der die Schulden auf der Bank tilgte und leistete dann regelmäßige Zahlungen.
Lieselotte konnte jetzt, wenn zwar bescheiden, jedoch sorgenfrei der Zukunft entgegen sehen.


Ende




Sonntag, 25. November 2012

Das Weihnachtswunder Teil 3





dreamies.de


Auch an Silvester hörte sie weder von ihrem Mann noch von den Kindern etwas.
Erst am Neujahrsabend rief ihre Tochter an und wünschte ihr ein frohes neues Jahr, auch dass Papa ihr ein frohes Neujahr wünsche.
Langsam legte Lieselotte den Telefonhörer auf.
Ihr Mann war nicht einmal fähig, ihr das selbst zu sagen.
Oh, ja, Schweigen war schon immer seine Waffe, um sie klein zu kriegen.
Sie erinnerte sich an die Reise nach Griechenland.
Sie waren etwa sieben Jahre verheiratet und die beiden Kinder noch klein.
Da sah sie in einem Geschäft ein schönes rotes Kleid und beschloss spontan es für den Urlaub zu kaufen und als sie es anprobierte meinte die Verkäuferin:
Sie sehen aus wie Schneewittchen, mit ihren langen schwarzen Haaren!“
Sie freute sich und präsentierte es stolz ihrem Mann, für den sie schließlich schön sein wollte.
Da war er total ausgerastet und brüllte:
Wie sie nur so sinnlos Geld verprassen konnte!“
Beinahe wäre der Urlaub geplatzt, wenn er nicht schon gebucht hätte.
Doch die ganzen drei Wochen in Griechenland hatte er kein einziges Wort mit ihr gesprochen.
Damals schon hatte sie an Scheidung gedacht, doch die Kinder waren noch klein und hingen sehr an ihrem Vater.
Und sie wollte nicht, dass sie so aufwuchsen wie sie.
Ihre Mutter hatte die Familie verlassen, da war Lieselotte erst zehn Jahre alt und musste sich dann um ihre vier kleineren Geschwister kümmern.
Von dem strengen verschlossenem Vater bekam sie keine Hilfe.

Aber jetzt, warum nicht?
Die Kinder waren groß und hatten bereits ihre eigenen Familien und sollte man das neue Jahr denn nicht mit guten Vorsätzen beginnen.
Gab es einen besseren Vorsatz, als eine lieblose Ehe durch ein Scheidung zu beenden?

Ein Jahr war vergangen.
Man schrieb den 22. Dezember.
Lieselotte verließ die Bank.
Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie an das Gespräch mit dem Filialleiter dachte.
Die Bank weigerte sich ihr Geld zu geben, da der Überziehungskredit überschritten war und bevor sie nicht diesen Kredit ausglich würde sie kein Geld mehr bekommen.
Sie verfluchte ihren Noch-Ehemann, nun hatte er sie soweit, wie er sie haben wollte.
Was war in diesem Jahr geschehen?
Lieselotte hatte ihre guten Vorsätze wahr gemacht und sich einen Anwalt gesucht und sobald sie eine Wohnung hatte, war sie ausgezogen.
Ein halbes Jahr war das nun her.
Ihr Mann hatte getobt und wollte sie nicht gehen lassen.
Er verweigerte ihr die Unterhaltszahlung und hatte sogar bei ihrer Chefin angerufen, um sie schlecht zu machen.
Da war er bei Ella aber an die Rechte gekommen!
Seine Absicht war es ,wenn sie ihre Arbeit verlor, dann käme sie reumütig zurück gekrochen.
Wütend schüttelt Lieselotte den Kopf.
Lieber würde sie verhungern.
Die Menschen die an ihr vorbei hasteten, sahen sie verwundert an.
Lieselotte musste lächeln. Die halten mich wohl für verrückt.
Doch dann kamen ihr wieder die Tränen, aber war sie denn nicht verrückt, war ihre Freiheit dies alles wert?
Unwillkürlich straffte sie die Schultern.
Ja, das war es wert! Irgendwie würde es schon weiter gehen. Und gleich nach den Feiertagen wollte sie ihren Anwalt aufsuchen und die Klage auf Unterhalt einreichen.
Aber wovon sollte sie bis dahin leben?
Ihre Kinder waren verreist und seit der Scheidungsklage sowieso nicht gut auf sie zu sprechen.
Und Ella war schon seit zwei Wochen in Italien, da ihr Vater schwer erkrankt war.
Ein tiefer Seufzer entfuhr Lieselotte und dann bemerkte sie, dass sie schon vor ihrer Haustür stand.
Sie schloss auf und schleppte sich wie eine alte Frau die Treppen hoch.
Glücklicherweise war es warm in der Wohnung.
Sie hängte den schweren Mantel auf und zog die Stiefel aus.
Ihre ganzen Bewegungen erinnerten an einen Roboter.
Müde sank sie auf das Sofa und dann kam das ganze Elend über sie.
Sie vergrub den Kopf in dem Kissen und ließ ihren Tränen freien Lauf.
Als ihr Magen zu knurren begann, erhob sie sich schleppend und öffnete den Kühlschrank.
Gähnende Leere, nicht einmal ein Becher Joghurt war noch da.
Wieder rannen ihr die Tränen über die Wangen.
Geldbeutel leer, Kühlschrank leer, am besten sie legte sich schlafen.
Doch nein, sie wollte noch nicht aufgeben.
Hoffnungsvoll durchstöberte sie die Schränke, doch außer einigen Teebeuteln fand sie nichts.
Sie stellte Wasser auf und der heiße Tee füllte etwas ihren leeren Magen, dann kroch sie ins Bett und vergrub sich in der Decke.
Spät in der Nacht, nach einem unruhigen Schlaf, wachte sie auf.
Wieder machte sie sich einen heißen Tee und stellte sich mit der Tasse ans Fenster.
Es war ein sternenklarer Himmel, was bedeutete, dass es kalt werden würde.
Sinnend sah Lieselotte hinauf in das unendliche Universum und plötzlich überkam sie eine entsetzliche Wut und sie begann mit Gott zu hadern.
Schau mich an, was habe ich jemals Böses getan. Habe ich mich nicht um meine kleinen Geschwister gekümmert, als unsere Mutter weg gelaufen war und war doch selbst noch ein Kind. Habe ich den Kleinen zuliebe nicht die bösen Launen unseres Vaters ertragen.
Vielleicht war es ein Fehler, dass ich in eine Ehe geflüchtet bin, um von zuhause weg zu kommen. Aber ich war meinen Kindern eine gute Mutter und bin nicht weg gelaufen. Habe mein eigenes Ich zurückgestellt, um ihnen die Familie zu erhalten.
Und du hast du nur einmal, nur ein einziges Mal etwas für mich getan.
Weißt du was? Ich habe es satt. Wenn du mich diesmal wieder im Stich lässt, dann kündige ich dir die Freundschaft!“
Sie stellte die Tasse auf der Fensterbank ab und kroch zurück ins Bett.
Als wäre durch das Hadern mit Gott eine Last von ihrer Schulter genommen schlief sie tief und traumlos.




Samstag, 24. November 2012

Das Weihnachtswunder Teil 2









Als sie eintrat wurde sie fröhlich begrüßt.
Weihnachtslieder ertönten aus einem CD-Player
in der Ecke.
Ursel eine fröhliche mollige Frau stand auf der Leiter und brachte eine Girlande an.
Am Fuß der Leiter stand Birgit und dirigierte mit laut tönender Stimme:
Mehr nach rechts, halt, halt mehr nach links!“
Schnell entledigte sich Lieselotte ihres Mantels und trat zu dem Weihnachtsbaum und bald hängte auch sie Kugeln und Lametta auf.
Dabei schwatzte sie glücklich mit Ria und Betty.
Die Tür ging auf und ein Schwall kalter Luft, begleitet von Schneeflocken drang ins Zimmer.
Entschuldigt meine Verspätung, aber meine Kleine hat Husten, „ meinte Nicole und schüttelte den Schnee aus ihrem Kopftuch.
Du hättest doch zu Hause bleiben können,“ rief Ursel von der Leiter herunter, doch Nicole schüttelte den Kopf.
Schließlich dürfen meine Kinder morgen hier bei der Bescherung dabei sein. Deshalb ist es Ehrensache, wenn ich bei den Vorbereitungen helfe.“
Betty beugt sich vertraulich zu Lieselotte.
Wird ein trauriges Weihnachtsfest bei den Stegners dieses Jahr. Ihr Mann ist schon längere Zeit arbeitslos, die kleine Jule hat einen bösen Husten und der kleine Armin kann nicht in den Kindergarten, weil das Geld knapp ist.
Geld für einen Weihnachtsbaum und gar für Geschenke ist keines da.
Und auch das Essen wird wohl mager ausfallen.
Sie kommen Morgen auch zur Bescherung.
Es ist schon traurig, wie schnell man in die Armutsgrenze fällt.“
Sie wendet sich wieder der Schachtel mit den schimmernden Christbaumkugeln zu und wählt dann eine lila Kugel aus und befestigt sie an einem Zweig, der etwas höher liegt.
Sie muss sich auf die Zehenspitzen stellen, um ihn zu erreichen.
Lieselotte hat ein Büschel silbernes Lametta in der Hand und beginnt sie einzeln auf den Zweigen zu verteilen, dabei hängt sie ihren Gedanken nach.
Sie kennt Nicole schon längere Zeit.
Eine liebenswerte freundlich Frau und ihre beiden Kinder, der fünfjährige Armin und die achtjährige Jule sind zwei gut erzogene liebe Kinder.
Auch den Mann hatte sie einmal bei einer Feier gesehen und sich gefreut, wie liebevoll er mit den Kindern und seiner Frau umgegangen ist
und nun dieses Unglück.
Wenn man noch so unglücklich war, wie sie in ihrer Ehe, so traf man doch immer wieder auf Menschen, denen es noch schlechter ging.
Hatte sie doch eine warme hübsche Wohnung, einen gefüllten Kühlschrank und es ging ihr finanziell gut, dafür sorgte ihr Mann, der einen guten Job hatte.
Und ihre schönen eleganten Kleider, finanzierte sie mit ihrem Nebenjob und Liebe, die konnte man sowieso nicht kaufen.
Hier nun waren vier Menschen, die sich liebten und zusammen hielten und ihnen fehlte das Geld für ein schönes behagliches Weihnachtsfest.
Kauf dir was schönes,“ hörte sie Ellas Stimme und gab es etwas Schöneres, als Menschen, die es verdienten, glücklich zu machen?
Lieselotte lächelte und ein glückliches Gefühle durchströmte sie, denn sie wusste nun, was sie tun würde.
Leise vor sich hin summend schmückte sie weiter die riesige Tanne.
Nach einiger Zeit waren sie fertig und für die Bescherung der Waisenkinder morgen war alles bereit.
Müde aber glücklich zogen die Frauen ihre Mäntel an und verabschiedeten sich voneinander.
Nicole verließ als Erste das Gemeindehaus, denn es drängte sie nach Hause zu ihrem kranken Kind.
Lieselotte eilte ihr nach.
Nicole warte auf mich!“
Die Frau drehte sich ungeduldig um, doch da war Lieselotte auch schon bei ihr und drückte ihr das Kuvert mit dem Geld in die Hand.
Mach deinen Kinder und deinem Mann ein schönes Weihnachtsfest, „ murmelte sie, umarmte die Verdutzte und eilte beschwingt nach Hause.
Sie fühlte sich unendlich glücklich.
Am nächsten Tag im Gemeindehaus begegnete sie vier glücklich strahlenden Menschen, die sich immer wieder bei ihr bedankten.
Bis es ihr zuviel wurde und sie drohte, ihnen die Freundschaft zu kündigen, wenn sie das Wort „Danke“ noch einmal hörte.
Es wurde ein wunderschöner Hl. Abend, wie er sein sollte, die Kinder freuten sich über die liebevoll verpackten Geschenke und überhaupt lag über dem Ganzen die Liebe und der Frieden, den Jesus durch seine Geburt in die Welt gebracht hatte.
Dieses wunderbare Gefühl nahm Lieselotte mit nach Hause und selbst, als auf ihrem Anrufbeantworter weder von ihrem Ehemann noch von ihren Kinder eine Nachricht war, konnte dies ihre gute Laune nicht mindern.
Sie schenkte sich ein Gläschen Wein ein, legte eine schöne CD auf und ließ den Abend mit einem frohen Gefühl und schönen Gedanken ausklingen.

Freitag, 23. November 2012

Das Weihnachtswunder Teil 1





Endlich schloss sich mit einem Klingeln die Tür hinter dem letzten Kunden.
Heute am Tag vor Weihnachten war der Trubel besonders groß.
Gerade die Männer , die ja immer kurz vor Hl. Abend etwas besorgen, wollten ein schönes Schmuckstück für ihre Frauen kaufen.
Aufatmend begann Lieselotte die einzelnen verstreuten Tabletts mit den herrlichen glitzernden Kostbarkeiten in die Vitrine zu räumen, dann ging sie an die Auslage, um mit gekonnter Hand die weihnachtlichen Dekorationen wieder zurecht zu rücken.
Sie trat einen Schritt zurück, um ihr Werk zu betrachten.
Obwohl sie nicht gelernte Dekorateurin war, waren ihre Schaufenster wunderschön und oft blieben die Leute draußen stehen, um die schönen Schmuckstücke, die in stilvoller, nicht zu auffälliger Art präsentiert wurden, zu bewundern.
Ella, ihre Chefin, erzählte ihr immer, wie begeistert sich die Kunden über die Schaufensterdekorationen geäußert hätten.
Lieselotte, die schon seit Jahren als 400Euro Kraft hier arbeitete und ein freundschaftliches Verhältnis zu ihrer Chefin hatte, lächelte bei dem Gedanken daran.
Gerne arbeitete sie hier, konnte sie doch für ein paar Stunden dem lieblosen, kalten Zuhause entfliehen.
Auch konnte sie sich etwas eigenes Taschengeld verdienen, denn ihr geiziger Mann hielt sein Geld eisern unter Verschluss.
Nur das Nötigste rückte er heraus, wenn es um sie ging.
Den beiden Kindern gegenüber war er stets großzügig.
Ella kam aus dem Hinterzimmer.
Mach Schluss für heute. Ich habe uns einen Tee gekocht.“
Bald saßen die beiden Frauen an dem kleinen Tischchen und plauderten, während sie die von Lieselotte gebackenen Plätzchen knabberten.
Ella würde morgen wie jedes Jahr mit ihrer Familie nach Italien zu ihren Eltern fahren.
Taktvoll fragte sie, wie Lieselotte den morgigen Tag verbringen würde, denn sie wusste, dass deren Mann heute auf Kur gefahren war und erst im nächstes Jahr wieder kommen würde.
Lieselotte zuckte die Schultern, da ihre Kinder mit ihren Familien auch weg gefahren waren, würde sie den Abend wohl allein verbringen.
Als sich die beiden Frauen verabschiedeten, drückte Ella ihr ein Kuvert in die Hand.
Kauf dir was schönes und mach es dir gemütlich,“ murmelte sie und umarmte Lieselotte.
Erst als die gut aussehende Mitvierzigern den Laden verlassen hat, warf sie einen Blick in das Kuvert.
400 Euro, ein ganzer Monatslohn, was für ein Geschenk!
Sie drehte sich um und sah Ella, die ihr grinsend winkte und dann fielen die Jalousien im Laden herunter.
Es hatte zu schneien begonnen und Lieselotte stellte den Kragen ihres Mantels auf, dann ging sie in Richtung ihrer Pfarrgemeinde, bei der sie ehrenamtlich mit half.
Viele bewundernde Blicke folgten der gepflegten Frau, doch sie bemerkte sie gar nicht.
Ihre Gedanken waren bei ihrer Familie.
Ihr Mann war auf Kur gefahren ohne sich von ihr zu verabschieden.
Ihre Kinder waren mit ihren Familien in wärmere Länder gereist und vor ihr lag ein einsames Weihnachtsfest.
Aber das störte sie nicht!
Einsamkeit hatte sie in ihrer lieblosen Ehe genügend kennen gelernt.
Deshalb war sie auch ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde tätig.
Sie schmückten bei besonderen Anlässen die Kirchen, bastelten gemeinsam und betreuten die Kinder während der Predigt.
Auch teilten sie Suppen und Kleider an Obdachlose aus.
Es war eine schöne Aufgabe, die sie von ihren Sorgen ablenkte und sie tat gerne etwas Gutes.
Vor sich sah sie schon die Kirche und daneben das erleuchtete Gemeindehaus.





Donnerstag, 22. November 2012

Das Weihnachtswunder






Vorwort zu Weihnachtswunder




Letztes Jahr habe ich mit einer Freundin über den Glauben geredet. Ich selbst bin ein gläubiger Mensch, der oft im Gebet Ruhe findet.
Früher wenn mich Sorgen quälten bin ich entweder in den Wald oder in eine leere Kirche geflüchtet.
Und in der Stille und Ruhe, die mich umgab, fand ich meinen Frieden wieder.
Nun zu meiner Freundin, sie hatte kein leichtes Leben hinter sich. Ihre Mutter hatte sie und ihre Geschwister verlassen, als sie zehn Jahre alt war und als Älteste musste sie sich um ihre vier kleinen Geschwister kümmern.
Von ihrem Vater, einem verbitterten, wortkargen, strengen Mann bekam sie wenig Hilfe.
Früh flüchtete sie sich dann in eine Ehe, die aber leider genauso lieblos und kalt war. Ihren Kindern zuliebe aber hat sie dreißig Jahre lang ausgehalten.
Trotzdem ist meine Freundin eine fröhliche, optimistische, lebensbejahende sehr schöne gepflegte Frau geblieben.
Und sie hat niemals ihren Glauben an Gott verloren.
Lachend erzählte sie mir:
Weißt du ich schimpfe oft mit dem Herrgott und rede ihn auch manchmal ziemlich schwach an.“
Und dann erzählte sie mir eine Geschichte, wie einmal ihr Schimpfen mit dem lieben Gott ihr tatsächlich geholfen hat.
Diese Geschichte habe ich als Weihnachtsgeschichte geschrieben und ihr geschenkt.
Sie hat sich sehr gefreut.
Die Szenen einer Ehe und auch das Wunder entsprechen der Wahrheit.


Das Weihnachtslied


Es ist ein leises Ahnen
Auf einmal in der Luft
Auf Wolken grauen Bahnen
Ein Hauch von Tannenduft

Ein Singen und ein Klingen
Durch meine Seele zieht
Sanft wie auf Engels Schwingen
Ein süßes kleines Lied

Doch in des Alltagsrauschen
Verklingt die Melodie
Und wie du auch magst lauschen
Den Ton, den hältst du nie


E. Ammerich





Morgen werde ich mit der Geschichte beginnen und hoffe, dass sie euch gefällt.