Donnerstag, 31. Januar 2013

Die Zaubergeige Teil 6



Die Eishexe hat ihn nach einigen Tagen aus seinem eisigen Gefängnis befreit.
Und obwohl er seitdem unter Beobachtung steht, ist es ihm doch gelungen seiner Mutter eine Nachricht zu senden und zu berichten, was er erlauscht hatte.
Mutter Erde macht sich sofort auf die Suche nach der Zaubergeige.
Der weiße Wolf hatte dasselbe Ziel im Auftrag der Eishexe.


Mühsam schält sich Pascal aus den vielen Decken in die ihn seine besorgte Mutter gewickelt hat und klettert aus dem Bett.
Einen Moment trifft ihn die Kälte wie eine Faust und er beginnt zu zittern.
Schnell schlüpft er in seine Hausschuhe, nimmt seine Kleider und eilt ins Bad, das seine Mutter extra für ihn geheizt hatte, obwohl dass Heizmaterial immer knapper wird.
Er dreht das eiskalte Wasser auf.
Es kostet ihn immer eine Überwindung sich damit zu waschen, obwohl er sich danach frisch und wach fühlt.
Als der Junge dann in die Küche kommt, sieht er seine Eltern eng umschlungen vor dem Ofen stehen und seine Mutter weint und flüstert.
Der Kohlenhändler hat schon wieder die Preise erhöht, bald werden wir sie nicht mehr bezahlen können. Pascal wird wieder krank werden.“
Mama, ich bin kerngesund hat Doktor Wendel bei der letzten Untersuchung gesagt.“
Die Eltern drehen sich um.
Schnell wischt die Mutter die Tränen ab.
Sie eilt zu ihrem Sohn und umarmt ihn fest und drückt ihn an sich.
Pascal befreit sich aus ihren Armen und meint leise.
Du sollst dir nicht immer Sorgen machen. Ich bin genauso gesund wie die anderen Kinder.
Ich habe nur ein lahmes Bein und das schon seit fünf Jahren. Es stört mich nicht und es tut auch nicht weh. Ich spiele sowieso lieber Geige als Fußball!“
Sein Vater grinst.
Recht so mein Junge.“
Dann zwinkert er und flüstert verschwörerisch:
Aber weißt du mein Sohn, Mütter müssen sich immer sorgen, das liegt bei ihnen in den Genen.“
Seine Frau gibt ihm einen Klaps auf die Schulter.
Lachend wirbelt er sie herum und Pascal kichert.
Fröhlich frühstücken sie zusammen und der Vater bringt die Mutter immer wieder zum Lachen.
Ein kurzes Klopfen und die Tür wird aufgerissen und die Nachbarin Frau Bernhuber stürmt herein und bringt einen Schwall Kälte mit.
Schnell schließt sie die Tür hinter sich und platzt heraus: „Die alte Leni ist in ihrer Hütte erfroren!“
Erst jetzt bemerkt sie Pascal, der sie mit offenem Mund anschaut.
Solltest du nicht schon längst auf den Weg zur Schule sein? Astrid ist schon unterwegs.“
meint sie verlegen.
Die Mutter sieht zur Uhr und springt auf.
Tatsächlich, wir haben heute ein wenig die Zeit vergessen.“
Sie hilft Pascal, der noch den letzten Bisses seines Brotes in den Mund stopft, in den Mantel. Setzt ihm die Mütze auf und schlingt den Schal um seinen Hals.
Nachdem der Junge noch die Fäustlinge angezogen hat, nimmt er den Ranzen und verlässt das Haus.
Auf dem Weg zur Schule grübelt er darüber nach, wie es wohl war, wenn man erfriert.
Ob es so ähnlich war wie bei ihm, wenn er abends im kalten Zimmer unter die Decke schlüpft und bibbert, bis ihm endlich warm wird und er dann einschläft.
Hat Leni auch erst gefroren, dann wurde ihr warm und sie ist eingeschlafen?
Nur ist sie dann nicht mehr aufgewacht.
Stimmen und Lachen reißen ihn aus seinen Gedanken.
Bald sitzt er auf seiner Bank in der Schule und für den Moment hat er die alte Leni vergessen.


Wieder sind einige Wochen vergangen.
Die Düsternis und die Kälte schlägt sich allmählich auf das Gemüt der Menschen.
Selbst die Kinder haben die Lust an Schnee und Eis verloren.
Und Arne lässt seinen ganzen Frust an Pascal aus und treibt es ärger als sonst.
Dieser versucht so gut es geht ihm aus dem Weg zu gehen.
Pascal ist auch der einzige, der sich von der allgemeinen Stimmung nicht nieder drücken lässt.
Jeden Abend holt er seine Geige hervor und versucht die Traurigkeit aus den Augen der Eltern und ein Lächeln in ihre Gesichter zu zaubern.

Der Bürgermeister hat nach dem Tod der alten Leni angeordnet, dass Bäume im Gemeindewald gefällt werden und jeder Bewohner bekam Holz zum Heizen zugeteilt.
Natürlich wurden sie angewiesen sparsam damit umzugehen, denn niemand wusste wie lange der Winter noch dauert.
Die Kinder saßen in der Schule in dicken Jacken und so sehr Lehrer Hempel sich bemühte, hatten sie doch wenig Lust zum Lernen.
Nur Pascal hörte aufmerksam zu und schrieb nur Einsen.
Was Arne, der nur schlechte Noten bekam, nur noch mehr gegen ihn aufbrachte.
Heute hatten sie eine Deutsch – Probe herausbekommen und wie nicht anders zu erwarten hatte er eine Fünf.
Das würde wieder Backpfeifen vom Vater geben und seine Mutter würde Jammern und Klagen, dann würden sie zu streiten anfangen und sich gegenseitig die Schuld an ihrem missratenem Sohn geben.
Und bei all dem Gezanke würden sie gar nicht bemerken, dass er schon längst das Haus verlassen hatte, um ihren streitenden Stimmen zu entgehen.
Sein Blick fiel auf den strahlenden Pascal und er wurde wütend.
Sicher hatte der wieder eine Eins, das Muttersöhnchen und Liebling der Lehrer und wurde auch besser benotet, weil er ja ein lahmes Bein hatte, der arme Junge.
Ja genauso war es!
Und er bekam nur schlechte Noten, weil er ja sowieso nichts taugte, wie ihm seine Eltern jeden Tag klar machten.
Aber er würde es diesem lahmen Weichling heimzahlen!
Und sofort wurde seine Laune wieder besser.
















Mittwoch, 30. Januar 2013

Die Zaubergeige Teil 5




Was ist denn hier so lustig?“ fragt die Feuerhexe, die zusammen mit ihren Schwestern die Halle betritt.
Die Eishexe betrachtet sie aus zusammen gekniffenen Augen.
Was wollt denn ihr schon wieder hier, was verschafft mir das Vergnügen!“
Aber Schwesterherz,“ kichert die Meerhexe.
erst flehst du uns an, dir zu helfen, damit du die Weltherrschaft antreten kannst und nun nachdem wir dir geholfen haben den Frühling zu fangen, sind wir dir lästig.“
Ach nein, ihr seid mir doch nicht lästig,“ säuselt die Eishexe und beobachtet aus den Augenwinkeln die Feuerhexe, die einzige ihrer Schwestern, die sie fürchtete.
Diese mustert sie spöttisch und deutet dann auf den eingefrorenen Winter.
Sperrst du nun schon deine Helfer ein.“
Die Eishexe wirft einen düsteren Blick auf den Eisblock, in dem der Winter wütend gegen die Innenwand schlägt.
Leider brauche ich ihn noch, aber ich will ihm etwas Respekt beibringen und vor allem soll er lernen, wer hier der Herr ist.“
Ihre Schwestern kichern.
Aber was führt euch zu mir?“
Auf einmal ist sie besorgt:
Ist euch der Frühling entkommen?“
Die Meerhexe winkt ab.
Keine Bange, der schläft tief und friedlich in meinem Reich in einer Höhle, die nicht einmal der Wassermann kennt.“
Aber es gibt trotzdem ein Problem,“ murmelt die Moorhexe und wagt es nicht ihrer Schwester in die Augen zu sehen.
Die Eishexe richtet sich kerzengerade auf ihrem Thron auf und ihre Stimmer klirrt vor Kälte, als sie drohend fragt:
Was für ein Problem?“
Ihre Schwestern sehen sich an, dann ergreift die Feuerhexe das Wort:
Du weißt, dass der Frühling vor uns geflohen ist und es einige Zeit gedauert hat, bis wir ihn eingefangen haben. Während dieser Zeit ist es ihm gelungen seine Zaubergeige zu verstecken.“
Die Eishexe lacht und lehnt sich entspannt zurück.
Und deshalb macht ihr euch Sorgen? Er schläft doch, was kann er mit der Geige schon anrichten.“
Nun Mutter Erde hat sie ihm geschenkt, als er ein kleiner Junge war und er kann damit die Tier und Pflanzen aus dem Winterschlaf wecken,“ erklärt die Moorhexe leise.
Na und, er kann ja wohl jetzt nichts mehr damit anfangen. Pech für die Tier und Pflanzen, sie müssen nun ewig schlafen!“
Die Eishexe lacht trillernd.
Was ist?“ will sie wissen, als sie die verlegenen Blicke bemerkt, die sich ihre Schwestern zuwerfen.
Wieder ist es die Feuerhexe, die das Wort ergreift:
Wenn jemand die Zaubergeige findet, kann sie vielleicht doch eine Gefahr für deine Pläne werden.“
Warum, ich denke nur der Frühling kann darauf spielen?“
Und ein Mensch mit reinem Herzen.“
Erleichtert lehnt sich die Eishexe zurück.
Menschen mit reinem Herzen gibt es nicht!“
Doch Kinder!“
Wieder ist es die Moorhexe , die dies leise ausspricht.
Die Eishexe fängt an zu toben.
Warum bin ich nur mit solchen Schwestern geschlagen, nichts könnt ihr richtig machen!
Macht euch gefälligst auf den Weg und sucht diese verflixte Geige!“
Stopp!“
Die Feuerhexe sieht sie wütend an, hebt den Zeigefinger und der Feuerstrahl, der heraus schießt trifft den Eiszapfen, der dicht neben ihrer Schwester hängt und verwandelt ihn in einen dampfenden Wassertropfen.
Die Eishexe zuckt zusammen und einen kurzen Moment blitzt Angst in ihren Augen auf.
Du hast uns angefleht dir zu helfen die Weltherrschaft zu erlangen und wir haben dir geholfen. Wir haben den Frühling gejagt und er machte es uns bestimmt nicht leicht. Trotzdem haben wir ihn gefangen, eingeschläfert und versteckt. Das mit der Geige ist ein bedauerlicher Fehler, den wir leider nicht mehr rückgängig machen können.“
Die Eishexe wirkt auf einmal ziemlich kleinlaut.
Tut mir leid, dass ich euch beschimpft habe, aber ihr werdet doch nach der Geige suchen?“
Nein! Du beherrscht inzwischen die Hälfte der Erde durch unsere Hilfe. Bisher hast du noch keinen Finger gerührt. Um die Zaubergeige kümmere dich nun selbst!“
Die Feuerhexe dreht sich um und verlässt mit ihren Schwestern den Eispalast.
Die Eishexe schimpft wütend vor sich hin, aber leise, denn sie fürchtet sich vor der Feuerhexe.
Dann begibt sie sich auf die Suche nach dem weißen Wolf.
Der Winter in seinem Eisblock hat sich ganz still verhalten, damit ihm nicht ein Wort entgeht.

Dienstag, 29. Januar 2013

Die Zaubergeige Teil 4


dreamies.de




Wieder sind einige Wochen vergangen und Mutter Erde wird immer besorgter.
Die Eisdecke über der Erde hatte sich weiter ausgebreitet und die kalte Luft, die nach oben zieht hält Mutter Sonne und ihre Töchter gefangen.
Die guten Geister habe sich auf die Suche nach dem Frühling gemacht, doch er war nirgendwo zu finden.
Bekümmert betrachtet Mutter Erde ihren Garten und bemerkt voller Schrecken, dass die Frühlingsblumen ihren Glanz verloren hatten und einige sogar schon ihre Köpfe hängen lassen.
Die Zeit drängt.


Die Eishexe lümmelt auf ihrem Thron und blickt voller Spott den Winter an, der mit grimmigem Gesicht vor ihr steht.
Du wagst es mir zu drohen, du kümmerlicher Wicht!“
Wütend funkelt der Winter sie an.
Gib meinen Bruder frei, damit die Welt ihre Ordnung hat. Auch sind wir Wintergeschöpfe müde und möchten endlich schlafen.“
Die Eishexe richtet sich auf.
Willst du mir drohen? “
Mit geballten Fäusten tritt der Winter einen Schritt auf sie zu.
Wo hast du meinen Bruder versteckt, sprich Weib!“
Die Eishexe lacht schrill.
Deine Respektlosigkeit habe ich mir lange genug gefallen lassen. Wenn ich dich nicht brauchen würde, hätte ich dich schon längst vernichtet.
Und glaube nicht deine Mutter kann dich noch lange beschützen, bald wird sie ihre Macht verloren haben!“
Sie schnippt mit dem Finger und der Winter ist in einem Eisblock gefangen.
Verzweifelt schlägt er dagegen.
Die Eishexe tritt dicht an ihn heran.
Du wolltest dich doch ausruhen, nun das kannst du nun tun. Nutze die Zeit und überlege wem du dienen möchtest!“
Ihr Lachen lässt die Eiszapfen klirren.




Montag, 28. Januar 2013

Die Zaubergeige Teil 3




dreamies.de


Ein kleiner Junge steht am Fenster und sieht traurig den tobenden Kindern zu, die sich vergnügt mit Schneebällen bewerfen.
Weiter hinten auf dem zugefrorenen Weiher drehen einige ihre Runden auf Schlittschuhen.
Er seufzt leise, wir gerne würde er auch einmal mit Schlittschuhen über die glatte Fläche gleiten zu den Klängen der Musik, die er im Kopf hören würde.
Ein Lächeln spielt um seine Lippen.
Vor sechs Jahre, im Alter von drei Jahren hatte er Kinderlähmung und seitdem war sein linkes Bein lahm.
Lange war er traurig gewesen, obwohl er es seinen Eltern nie gezeigt hatte, denn er wollte ihnen keinen Kummer machen.
Doch eines Tages hatte er im Radio die
Träumerei“ von Robert Schumann gehört und sie wurde von einem bekannten Violinisten gespielt.
Und seitdem hatte er den Wunsch mit der Geige zu spielen .
Als er seinen Wunsch einmal seinen Eltern anvertraute, lag unter dem Weihnachtsbaum eine wunderschöne rotbraun glänzende Geige.
Seitdem bekam er Unterricht und er lernte schnell dieses Instrument zum Singen zu bringen.
Bald stellte sein Lehrer die außerordentliche Begabung des Jungen fest und legte den Eltern nahe,
diese zu fördern und schlug ihnen Herrn Bellini vor, einen der besten Lehrer.
Deshalb waren sie hierher gezogen.
Pascal, du musst zum Unterricht.“
Die Mutter kommt herein, in der einen Hand seinen Mantel, in der anderen seinen Geigenkasten.
Vor der Haustür legt sie ihm noch einen dicken Schal um den Hals, gibt ihm einen Kuss auf die Stirn und geht zurück ins Haus.
Dies alles wird von Arne beobachtet und es macht ihn wütend , obwohl er nicht sagen kann warum.
Aber eigentlich ist ihm dieser „Krüppel“ vom ersten Augenblick an zuwider gewesen.
Er winkt seinen Freunden, Rudi und Andreas und grinsend stellen sich die drei Pascal in den Weg.
Da kommt ja unser Muttersöhnchen und wie elegant er wieder schreitet.“
Arne ahmt das Hinken des Jungen nach und seine Freunde kichern.
Pascal beachtet ihn nicht und geht unbeirrbar weiter.
Doch plötzlich umkreisen sie ihn und zwingen ihn zum stehenbleiben.
Ich habe dich was gefragt, Hinkebein!“ schnauzt Arne ihn an.
Pascal betrachtet ihn ruhig.
Da ich meine Geige dabei habe, sollte es wohl klar sein, wohin ich gehe.“
Ach natürlich unser Wunderknabe, der besser musizieren, als Laufen kann und außerdem der Liebling der Lehrer ist, geht zu Herrn Bellini!“ spottet Arne und zieht Pascal schnell seine Mütze vom Kopf und wirft sie Rudi zu.
Nun spielen sie mit der Mütze und werfen sie sich gegenseitig zu, während Pascal sich hilflos im Kreis dreht und versucht sie zu erwischen.
Als die Mütze zu Boden fällt kicken die frechen Jungen sie wie einen Fußball durch die Gegend.
Herr Belline, der alles vom Fenster aus beobachtet hat, kommt nun aus dem Haus und auf sie zu.
Lachend laufen die Jungen weg.
Pascal bückt sich, hebt die klatschnasse Wollmütze vom Boden auf und schüttelt sie, dann steckt er sie in die Tasche.
Herr Bellini hat ihn nun erreicht und meint grimmig.
Ein übler Bursche dieser Arne, mit dem nimmt es einmal ein schlechtes Ende. Aber nun komm ins Warme.“
Er legt seinem Lieblingsschüler den Arm um die Schultern und führt ihn ins Haus.
Bald sitzt Herr Bellini in seinem großen Ohrensessel, die Hände über den Bauch gefaltet, die Augen geschlossen und lauscht entzückt , den wundervollen Klängen die Pascal seiner Geige entlockt.



Sonntag, 27. Januar 2013

Die Zaubergeige Fortsetzung 2


Kurze Zeit später steht sie vor der Höhle der Eishexe.
Ein tiefes Knurren lässt sie inne halten.
Lautlos ist der weiße Wolf aus der Höhle aufgetaucht und fletscht seine kräftigen Zähne und tief aus seinem Inneren dringt ein bösartiges Knurren.
Mutter Erde bleibt stehen und sieht ihn streng an.
Der Wolf beginnt zu winseln und verschwindet mit eingezogenem Schwanz.
Mutter Erde geht weiter und steht bald der Eishexe gegenüber, die auf ihrem Thron aus Eis lümmelt und ihr spöttisch entgegensieht.
Wie ich sehe bist du an meinem Wächter vorbei gekommen?“
Nun ich bin Mutter Erde!“
Ach und wie komme ich zu der Ehre des Besuches der mächtigen Mutter Erde?“
Was hast du mit meinem Sohn, dem Frühling gemacht?“
Dem Frühling, ich hatte noch nicht die Ehre ihn kennen zu lernen. Wie du weißt, wenn er erwacht, muss ich schlafen gehen.“
Sie gähnt theatralisch.
Ich habe mir schon gedacht, er ist spät dieses Jahr und dabei bin ich doch schon soooo müde.“
Wieder hebt sie die Hand um ein Gähnen zu unterdrücken, doch dabei funkeln ihre Augen vor Vergnügen.
Mutter Erde wendet sich zum Gehen.
Ich weiß nicht, wie du es gemacht hast, aber ich komme dahinter!“
Viel Vergnügen!“
Das schrille Lachen der Eishexe lässt die Eiszapfen an den Wänden erzittern.
Mutter Erde ist sehr besorgt, als sie in ihr Wolkenschloss zurückkehrt.



Samstag, 26. Januar 2013

Die Zaubergeige Fortsetzung 1





Durch wirbelnden Schnee folgt sie der Himmelstraße und betritt kurze Zeit später das Haus von Frau Holle.
Diese sitzt zusammen gesunken auf ihrem Sessel.
Hallo Mutter Erde,“ murmelt sie müde.
Hallo, Frau Holle, du siehst ja elend aus.“
Ist es ein Wunder? Mein Rücken schmerzt, meine Arme kann ich kaum noch heben, vor lauter Betten ausschütteln und ich bin entsetzlich müde.“
Sie schließt einen Moment die Augen.
Was ist nur mit deinen Kindern los? Ich weiß ja, dass der Winter und der Frühling sich nicht vertragen, aber müssen wir darunter leiden. Warum hat dein Sohn das Zepter noch nicht an seinen Bruder weitergegeben?“
Sie fährt sich stöhnend über den schmerzenden Rücken.
Mutter Erde hat inzwischen Tee gekocht und beobachtet zufrieden wie sich nach dem ersten Schluck ein seliges Lächeln über Frau Holles Gesicht ausbreitet.
Dann vertraut sie ihrer Freundin ihre Sorgen an.
Frau Holle nickt ernst.
Das ist bedenklich, was kann geschehen sein? Der Frühling ist der fröhlichste und leichtfertigste deiner Söhne und das ist wohl auch der Grund, wieso er sich mit dem schwerfälligen Winter nicht verträgt. Aber er würde nie seine Pflichten vernachlässigen. Es muss ihm etwas zugestoßen sein.“

Sie reißt den Mund zu einem herzhaften Gähnen auf und schlägt sich erschrocken die Hand auf den Mund.
Entschuldige, bitte! Aber ich bin sooo müde, doch bevor der Winter das Zepter nicht abgibt, darf ich nicht schlafen und so sehr meine Arme und mein Rücken schmerzen, muss ich auch die Betten ausschütteln, denn die Pflanzen unter der Erde müssen gut mit Schnee zugedeckt werden, damit sie vom Frost der Eishexe geschützt sind.“
Mutter Erde nickt ernst.
Es muss etwas passiert sein, wenn ich nur wüsste was?“
Frau Holle zieht nachdenklich die Stirn kraus.
Ob die Eishexe dahinter steckt?“
Mutter Erde winkt ab.
Die Eishexe hat nicht die Macht, dem Frühling zu schaden.“
Täusche dich nicht! Sie hat schon öfter geäußert sie möchte die Weltherrschaft an sich reißen und wenn sie sich mit ihren Schwestern verbündet, dann haben sie zusammen eine Menge Macht.“
Die Eishexe, die Meerhexe, die Moorhexe und die Feuerhexe, die Macht der Vier,“ murmelt Mutter Erde.
Es sind trübe und sorgenvolle Gedanken die sie beherrschen, als sie Frau Holle verlässt.
Zuhause sieht sie nach ihrem Sohn, dem Sommer. Liebevoll streicht sie im über das Haar, das gelb wie der Weizen unter der Decke hervor schimmert.
Ein sonniges Lächeln erscheint auf seinem Gesicht.
Durch die Verbindungstür geht sie zu ihrem Sohn dem Herbst, dessen karottenroter Schopf wie Stacheln nach allen Seiten absteht.
Ein vergnügtes Grinsen liegt auf seinem Gesicht, als würde er selbst im Traum noch etwas aushecken.
Im Zimmer des Frühlings bleibt sie gedankenverloren stehen und sieht sich um.
Sie schüttelt das Bett auf, räumt die herum liegenden Kleidungsstücke auf und denkt daran, wie vergnügt er sich vor zwei Tagen verabschiedet hat.
Was war nur geschehen, dass er nicht rechtzeitig zum Treffpunkt kam, um das Zepter aus den Händen seines Bruders entgegen zu nehmen.
Ruhelos wandert sie hin und her, dann hüllt sie sich in ihren braunen Pelz und verlässt den Himmel.


Zur Zeit habe ich Probleme mit den Einträgen, ihr habt sicher schon bemerkt, dass das Schriftbild viel zu goße Abstände hat. Da ich euch aber nicht auf die Fortsetzung warten lassen möchte, bitte ich dies in Kauf zu nehmen, bis ich eine Lösung des Problems gefunden habe. 









Freitag, 25. Januar 2013

Die Zaubergeige






Dieses Wochenende soll es ja sehr eisig werden, bevor die Temperaturen dann wieder zurück gehen.
Zeit also, wer zuhause bleiben kann, sich auf das Sofa zu kuscheln, einen heißen Tee zu trinken und eine Geschichte zu lesen.
Zufällig habe ich eine Geschichte für Euch, die davon erzählt ,wie es der Eishexe einmal beinahe gelungen wäre die Weltherrschaft an sich zu reißen.



Mutter Erde tritt aus ihrem Wolkenschloss und lässt zufrieden den Blick über ihren Garten schweifen.
Vier Beete liegen fein säuberlich nebeneinander.
Jeder ihrer Söhne hatte sein eigenes Beet.
Bunt und voller herrlicher Fülle wucherten tausende von Blumen und Blüten auf dem Beet ihres Sohnes, dem Frühling.
Daneben die satten Früchte und goldgelbes Getreide ihres Sohnes, dem Sommer.
Ihr Sohn, der Herbst und auch der farbenprächtigste und fröhlichste ihrer Söhne hatte sein Beet mit den schönsten Farben des Regenbogens geschmückt.
Mutter Erde lächelt, dann gleitet ihr Blick zum Beet ihres Sohnes, dem Winter.
Schmucklos und weiß war dieses und nur wenige Blumen streckten ihre Köpfe hervor.
Eine Gestalt kommt den Weg herauf.
Mutter Erde beschattet die Augen.
Ihr Sohn Winter kommt zurück.
Sie hat ihn bereits gestern schon erwartet, sein Bett ist bereit.
Sie dreht sich um und geht in die Küche.
Kurz darauf poltert der Winter herein und brüllt:
Wo steckt er, der Nichtsnutz, der Bruder Leichtfuß, der Schelm!“
Mutter Erde sieht ihn streng an.
Ich wünsche dir auch einen schönen Tag!
Der Winter errötet.
Guten Tag, Mutter.“
Müde setzt er sich auf den Stuhl und nimmt einen Schluck von dem Eistee, den ihm seine Mutter hingestellt hat.
Mutter Erde blickt überrascht auf das Zepter, das ihr Sohn neben sich auf den Tisch gelegt hat.
Warum hast du das Zepter nicht an deinen Bruder weitergegeben?“ fragt sie erstaunt.
Der Winter sieht sie finster an.
Weil mein Herr Bruder nicht am vereinbarten Treffpunkt aufgetaucht ist!“
Mutter Erde setzt sich.
Aber er ist vor zwei Tagen aufgebrochen, um dich zu treffen.“
Aber er ist nicht gekommen, wer weiß wo er sich herumtreibt, leichtfertig wie er ist. Wahrscheinlich schäkert er mit den Töchtern der Sonne.“
Seine Mutter schlägt mit der Hand auf den Tisch, dass das Eis in dem Teeglas klirrt.
Unsinn! Wenn er auch nicht so schwerfällig ist wie du und gerne Späße macht, so ist er doch pünktlich und gewissenhaft. Er weiß genau was es für die Erde bedeutet, wenn sie aus dem Rhythmus kommt.“
Sie steht auf und nimmt ihm das Glas ab, aus dem er gerade trinken wollte.
Geh zurück auf die Erde, ich werde mich darum kümmern.“
Mit einem Schnauben verlässt der Winter das Schloss, einen eisigen Schauer hinter sich lassend.
Besorgt sieht seine Mutter ihm nach, dann holt sie ihren Umhang und macht sich auf den Weg zur Frau Holle.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Mein Nachbar - Eine kleine Bildergeschichte

Wir alle kennen eigentlich unsere direkten Nachbarn.
Doch diesen Nachbarn hatten wir bisher noch nicht persönlich kennen gelernt 
Seine Stimme war uns allerdings bekannt.
Denn jeden Morgen, zu einer Zeit, da wir uns noch die Decke über den Kopf zogen, begann er mit lautem fröhlichem "Kikerikieeee" die Sonne zu bergüßen.
Letzten Sommer nun stattete er uns einen Besuch ab.
Ich weiß nicht, vielleicht hatte er Fernweh oder er wollte einfach mal Ruhe haben.
Denn ich kann mir vorstellen so als einziger Hahn unter vielen gackernden Hühnern ist die Sehnsucht nach friedlicher Stille bestimmt sehr groß.
Er flog also über die Mauer, eine beträchtliche Leistung für einen Hahn und marschierte über unsere Terrasse in unser Wohnzimmer, wo wir ihn mit einem herzlichen Lachen begrüßten.
Mit der Kamera habe ich seinen Besuch festgehalten und möchte euch nun diese Bilder zeigen.
  
 
Seltsame Schlafgewohnheiten haben die Menschen, da lobe ich mir meine Stange.



 Genug gesehen, da gehe ich doch lieber ins Freie!



Was ist denn dort drüben los? Es raschelt so seltsam?





 Muss ich doch mal näher ran gehen. Verflixt nichts zu sehen!







Sehr groß ist dieser Hof ja nicht, aber herrlich ruhig!
   .








So ein Ausflug macht doch müde.



Unser Gast blieb bis zum Abend, so gut hat es ihm gefallen.
Dann holte der Bauer den Ausreißer zurück.
Was Herr Hahn wohl am Abend seinen Damen zu erzählen hatte? 


  


Donnerstag, 17. Januar 2013

Robins Wiese Ende




Wieder knallen Autotüren und einige Männer kommen den Gehweg entlang und bleiben neben dem Bagger stehen.
Es sind der Bürgermeister, der Stadtrat und der Chef des Konzerns.
An diesen wendet sich der Bürgermeister und bei dem Gedanken an den dicken Scheck in seiner Tasche ist sein
Lächeln fast ehrlich.
Bald wird hier ein großes Warenhaus stehen, Herr Meinert.
Sie werden sehen, sie werden es nicht bereuen.“
Ungeduldig winkt dieser ab und knurrt:
Anfangen!“
Der Bürgermeister gibt dem Baumeister ein Zeichen und dieser nickt dem Baggerfahrer zu, der in den Wagen klettert.
Er dreht den Schlüssel um, ein Rattern, dann Stille.
Noch einmal versucht er es, nichts!
Schnell klettert Toni aus dem Führerhaus und öffnet die Motorhaube.
Oje! Die Schläuche sind alle hin!“
Sofort richtet der Bürgermeister seinen finsteren Blick auf Lehrer Fröhlich, der inzwischen mit seiner Familie gekommen war.
Abwehrend hebt dieser beide Hände.
Ich habe nichts damit zu tun!“
Nö, Chef,“ brummt Toni, das war kein Mensch, sondern ein Tier, wahrscheinlich ein Marder.“
Der Hase kichert in seinem Versteck.
Primelchen streicht liebevoll über sein Fell.
Gut gemacht, Hoppelchen, aber nun geh zu Annegret, sie wartet auf dich.“
Die Elfen umringen den Hasen, küssen und streicheln ihn. Alle haben Tränen in den Augen.
Nun geh!“ flüstert Primelchen und Hoppelchen jagt blind vor Tränen im Zickzack über die Wiese und springt direkt in Annegrets ausgebreitete Arme.
Auch ihre Eltern streicheln den neuen Hausgenossen und sein Nase zuckt aufgeregt.
Laute Stimmen lenken sie ab.
Der Millionär hat wütend an seiner Zigarre gezogen, dass sie dampft wie eine Lokomotive und nun grollt er ärgerlich:
Gute Arbeit sieht anders aus!“
Er fixiert Baumeister Spachtel mit einem finsteren Blick.
Noch so ein Patzer und sie sind gefeuert!“
Er dreht sich um und stapft zu seinem Wagen.
Der Bürgermeister und sein Freund beginnen zu streiten.
Annegret kümmert sich nicht um die Streithähne.
Sie beobachtet den Himmel, dann lächelt sie, beugt sich zu Hoppelchen und flüstert.
Mohnblüte kommt.“
Aufmerksam verfolgen sie nun, wie die Schwalbe sich einem Strauch nähert, umdreht und zurück fliegt.
Aus dem Beerenstrauch aber steigt eine Wolke auf, formiert sich und folgt dem Vogel.
Die Menschen am Rande der Wiese starren staunend auf das Schauspiel.
Was war denn das?“ stammelt der Bürgermeister.
Annegret dreht sich um, den Hasen liebevoll an sich gedrückt und meint gelassen:
Das waren die Elfen. Sie fliegen in ihre neue Heimat, wo keine bösen Menschen die Natur zerstören.“
Hoheitsvoll dreht sich das kleine Persönchen um und schreitet davon.
Die Eltern folgen ihr lächelnd.
Frau Fröhlich beugt sich zu ihrem Mann.
Was glaubst du, waren das wirklich Elfen?“
Dieser lacht herzlich.
Unsinn! Das waren wohl Schmetterlinge!“
Annegret aber, die ihre Eltern gehört hat, lächelt wissend.





Mittwoch, 16. Januar 2013

Robins Wiese Teil 12




Am anderen Morgen werden sie von lauten Stimmen, groben Schlägen und berstendem Holz geweckt.
Vorsichtig spähen sie aus ihren Blüten und sehen zwei Männer, die mit großen Äxten auf den Zaun einschlagen.
Erschreckt ziehen sie sich wieder zurück.
Primelchen fliegt von Blüte zu Blüte und flüstert:
Nehmt eure Koffer und kommt zu mir unter die Sträucher.“
Bald sind sie unter dem Himbeerstrauch dicht gedrängt an den zitternden Hoppelchen.
Nach einiger Zeit ist der schützende Zaun gefallen und die Männer stappeln die Holzplatten an der Wand der Hütte.
Dann stapfen sie über die Wiese, denn gegenüber steht ihr Auto.
Einer der Männer bleibt plötzlich stehen und ruft:
Sieh doch Ernst, ein Himbeerstrauch!“
Gleich darauf tauchen unter dem Strauch grobe braune Schuhe auf.
Die Elfen weichen zurück.
Eine große Hand greift in den Strauch und pflückt ein paar Beeren.
Die Zweige zittern und einige Himbeeren prasseln zur Erde.
Die kleinen Wesen müssen schnell zur Seite springen, damit sie nicht getroffen werden.
Nun komm schon, Bruno, der Chef mag es nicht, wenn wir trödeln.“
Brummend folgt dieser seinem Kollegen.
Ein Motor brummt auf und das Auto fährt weg.
Die Elfen atmen auf und wagen sich langsam wieder aus ihrem Versteck.
Besorgt blickt Primelchen zum Himmel.
Hoffentlich kommt Mohnblüte bald.
Sie fordert nun die Elfen auf, noch einmal die Blumen zu versorgen.
Diesmal singen und plaudern die kleinen Geschöpfe nicht bei der Arbeit.
Eine große Traurigkeit liegt über der Wiese.







Dienstag, 15. Januar 2013

Robins Wiese Teil 11



Primelchen aber ist zur Wiese zurück geflogen.
Vorher hat sie noch an der großen Kastanie Anton und seine Familie besucht, die sich freuten, als sie von der neuen Heimat der Elfen erfuhren.
Auf der Wiese angekommen erzählt sie den Anderen , was
sie mit Annegret ausgemacht hat und dass Hoppelchen nun auch eine neue und sehr schöne Heimat haben wird.
Der Hase ist erleichtert und die Elfen freuen sich für ihn, obwohl ihnen allen die Trennung weh tu.
Doch bald schwirren sie alle wieder vergnügt über die Wiese, denn wie schon erwähnt, Elfen belasten sich nicht lange mit trüben Gedanken.
Gegen Abend aber ist plötzlich ein schreckliches Geräusch zu hören.
Eine große mächtige Maschine fährt mit Ächzen und Stöhnen die Straße herauf.
Dicker Qualm steigt auf und das Rattern schmerzt die empfindlichen Ohren der Elfen.
Erschrocken flüchten sie unter die Sträucher.
Das riesige Ding hält genau vor dem Zaun und ein Mann springt heraus.
Er wirft einen Blick über den Zaun und meint zu dem anderen Mann, der ihm mit einem PKW gefolgt war, um ihn wieder mit in die Stadt zu nehmen.
Morgen früh, geht es dann los!“
Dann steigt er in das Auto, der Motor heult auf und sie fahren weg.
Nun aber wird es lebendig auf der Wiese.
Elfen sind ja entsetzlich neugierig und so fliegen sie über den Zaun, setzen sich auf das Ungetüm und klettern durch den Spalt der nicht ganz geschlossenen Scheibe.
Und nun wird das seltsame Ding untersucht und die Luft schwirrt von ihrem fröhlichen Schwatzen.
Primelchen aber steht neben Hoppelchen und betrachtet besorgt den großen Bagger.
Hoffentlich kommt Mohnblüte rechtzeitig,“ murmelt sie.
Dann aber ruft sie die Elfen und bald liegen alle in ihren Blüten und lassen sich zum letzten Mal vom Abendwind in den Schlaf wiegen.
Der kleine Hase aber schlüpft durch den Zaun und besieht sich den großen furchterregenden Drachen und sein kleines Näschen zuckt aufgeregt.


Montag, 14. Januar 2013

Robins Wiese Teil 10





Später beim Abendessen fragt Annegret dann ihren Vater.
Papa, darf ich morgen früh mit dir zur Elfenwiese gehen und zuschauen?“
Herr Fröhlich sieht sie nachdenklich an.
Kind, das ist bestimmt keine schöne Sache, wenn sie die Wiese zerstören und du wirst traurig sein.“
Nein, Papa, das kann man eben nicht ändern, was der olle Bürgermeister macht. Aber ich muss unbedingt dort hin und Hoppelchen retten. Außerdem muss ich den Elfen winken, denn sie fliegen morgen in ihre neue Heimat.“
Die Eltern sehen sich an und lächeln über die Fantasie ihrer Tochter.
Aber, wer ist denn Hoppelchen, den du unbedingt retten musst?“ erkundigt sich der Vater schmunzelnd.
Aber Papi, das ist doch der kleine Zwerghase, der auf der Wiese wohnt! Du hast ihn doch schon gesehen, wenn wir Herrn Robin besucht haben.“
Natürlich, da ist tatsächlich so ein kleiner Hase durch das Gras geflitzt. Selbstverständlich müssen wir ihn retten, wenn er sich retten lässt,“ schmunzelt der Vater.
Keine Bange, Papa, Primelchen, die Elfenkönigin, hat ihm schon gesagt, dass er jetzt bei mir wohnen wird, denn er
kann mit den Elfen nicht mitfliegen, wenn sie in ihre neue Heimat reisen.“
Wieder sehen sich die Eltern lächelnd an.
Doch Herr Fröhlich meint ernst.
Wenn das so ist, Kind, müssen wir deinem Freund natürlich helfen. Wir gehen morgen alle zusammen zur Wiese von Herrn Robin.“
Jubelnd springt Annegret auf und umarmt stürmisch ihren Papa.
Dieser lacht und gibt ihr einen Kuss, dann hebt er das Mädchen auf seinen Schoß und sieht seine Frau vergnügt an.
Was würdet ihr dazu sagen, wenn wir uns auch eine neue Heimat suchen und vielleicht habe ich sie schon gefunden.“
Auf den erstaunten Blick seiner beiden Mädels, erklärt er.
Ich habe mich für das nächste Schuljahr bei einer kleinen Dorfschule beworben und heute eine Zusage bekommen.
Wir ziehen aufs Land.“
Der Jubel ist groß!
Lehrer Fröhlich sieht seine Frau an und meint dann etwas zögernd:
Das Gehalt ist aber kleiner als jetzt?“
Diese winkt lächelnd ab und meint glücklich.
Wir kommen zurecht.“
Ihr Mann nickt und meint:
Das denke ich auch, denn neben der Schule steht ein kleines Haus mit Garten und dies würde uns die Gemeinde mietfrei zur Verfügung stellen.“
Das ist doch wunderbar und ich werde Gemüse pflanzen und Blumen...“
Mit einem Blick auf ihre Tochter meint sie grinsend, „...vorausgesetzt der kleine Hase knabbert nicht alles an.“
Annegret winkt ab, „ ich werde ihm schon sagen, dass er das nicht darf.“
Die Eltern lachen und nun wird noch lange über die neue Heimat gesprochen und drei glückliche Menschen freuen sich auf die Zukunft.