Sonntag, 10. Februar 2013

Karneval in Venedig




Als ich vor kurzem einige wundervolle venezianische Masken sah, war meine Neugier geweckt und ich wollt mehr über diesen Karneval in Venedig erfahren.
Also rein ins Internet.
Übrigens eine feine Sache dieses Internet.
Wenn ich früher bei der Hausaufgabenbetreuung meinen „Kindern“ bei einem Referat half, wie viele Bücher musste ich da wälzen und nun brauche ich nur im Computer eingeben was ich wissen will und sofort habe ich eine Fülle von Informationen.

Aber zurück zum Karneval.
Im Jahr 1094 wurde der „Carnevale di Venezia“
zum ersten Mal von dem Dogen Vitale Falier in einer seiner Schriften erwähnt.
Nach christlicher Auslegung deutet es auf die letzte Nach vor der Fastenzeit hin.
Carne vale = Fleisch lebe wohl“
Ursprünglich aber war es ein Fest zum Einzug des Frühlings.
Erst 1420 bekam es die heutige Bedeutung.
Der damalige Doge ließ zu Ehren des Sieges der Venezianer über das nördliche Aquileia eine Feier abhalten.

Dabei wurde ein Ochse und 12 Schweine, als Symbol für die feindlichen Aquileia geschlachtet.

Diese Feier wurde dann jedes Jahr wiederholt und wurde zu einem wahren Volksfest.
Während der Karnevalstage wurde die strenge Hierarchie der Dogen aufgehoben und jeder Bürger ob arm oder reich war offiziell gleichgestellt.
Unter diese vorgegaukelte Gleichstellung fiel natürlich die Meinungsfreiheit und so entstanden die Straßentheater, wie die „Commedia dell`Arte“.



Im Schutz der Masken wurde das öffentliche Leben auf lustige Art dargestellt und auch kritisiert.
Gaukler, Narren, Quacksalber, Hellseher und Akrobaten traten auf und der Karneval in Venedig war geboren.




Im 18ten Jahrhundert dauert der Karneval oftmals bis zu sechs Monaten und einer der Höhepunkte waren die prachtvollen Gondelumzüge der Adeligen.
Aber wie immer, wenn man die Dinge übertreibt, dann arten sie aus.
Die Sitten wurden immer zügelloser und die Späße im Schutz der Masken immer derber.
Deshalb ließ Napoleon im Jahre 1707 den Karneval verbieten.



Erst 1979 wurde er von findigen Geschäftsleuten wieder entdeckt und sie kurbelten damit die Wirtschaft in Venedig an.
Kostüm- und Maskenhersteller boomten und die Hotels waren zur Karnevalszeit ausgebucht.
Venedig entwickelte sich zur Hochburg des Karnevals in Europa und zieht noch heute viele Besucher an.










Donnerstag, 7. Februar 2013

Unsinniger Donnerstag





Heute beginnt die heiße Phase des Karnevals und geht durch bis Dienstag um Mitternacht.
Am Aschermittwoch beginnt dann die österliche Fastenzeit, die bis Ostersonntag dauert.
Deshalb hieß der Unsinnige Donnerstag auch ursprünglich Schmotziger Donnerstag von dem alemanischen Wort Schmotz für Fett, Schmalz.

In Bayern heißt der Karneval Fasching und der heutige Tag "Unsinniger Donnerstag."

Im Rheinland nennt man diesen Tag den Weiberfasching, da hauptsächlich die Frauen unterwegs sind und den Herren die Krawatten abschneiden.

Ich bin ja ein Faschingsmuffel, immer schon gewesen, aber ich gönne jedem diese tollen Tage!




Ich wünsche euch eine vergnügte Zeit melde mich nach den fröhlichen Tagen wieder mit einer neuen Geschichte


Montag, 4. Februar 2013

Die Zaubergeige Ende






Auf einmal steht Mutter Erde neben ihnen.
Spiel weiter Pascal!“
Und obwohl sein Magen sich vor Angst verkrampft, lässt der Junge die Geige singen und jubilieren und es ist als würde sie von selber spielen.
Der weiße Wolf bleibt auf einmal stehen, setzt sich auf die Hinterläufe und beginnt fürchterlich zu heulen.
Pascal aber lässt sich nicht beirren, er spielt weiter.
Das Heulen des Wolfes geht in ein Winseln über, er dreht sich um und läuft davon.
Wir haben sie besiegt, wir haben die Eishexe besiegt!“ jubelt Mutter Erde.
Spiel weiter mein Junge, spiel weiter, vielleicht weckst du meinen Sohn!“
Und Pascal spielt und die Töne umschmeicheln das Land und der Schnee beginnt zu schmelzen.
In den Häusern ringsum gehen die Lichter an und die Menschen kommen aus ihren Häusern.
Ein Rauschen und Brausen ertönt und das Meer beginnt wilde Wellen zu schlagen und aus den Fluten steigt ein junger schöner Mann.
Er ist ganz in Grün gekleidet und in seinem langen goldbraunen Haar sind Blumen geflochten.
Und als er den Boden betritt, erblühen unter jedem seiner Schritte die schönsten Blumen.
Die Menge teilt sich, als er auf sie zu schreitet.
Er verneigt sich vor Mutter Erde und diese nimmt ihn mit Tränen in den Augen in den Arm.
Dann wendet sie sich an die Menschen, die sie voller Staunen betrachten.
Wir alle waren in großer Gefahr. Die Eishexe wollte die Weltherrschaft erringen und hat meinen Sohn, den Frühling gefangen genommen.
Zum Glück konnte er auf der Flucht seine Zaubergeige verstecken.
Diese beiden mutigen Jungen haben sie gefunden und zum Spielen gebracht und so konnte der Bann der Eishexe gebrochen werden.“
Hoch Pascal, hoch Arne!“ rufen die Kinder und die anderen stimmen mit ein.
Pascal sieht zu seinen Eltern, die ihm mit Tränen in den Augen zulächeln.
Auch Arnes Blick gleitet über die Menge, doch er kann sein Eltern nirgends entdecken.
Der Frühling aber beugt sich zu Pascal und streckt die Hand aus.
Nun werde ich weiter spielen und die Natur zum Leben erwecken.“
Fröhliche Weisen spielend dreht er sich um und ringsum beginnt der Schnee restlos zu schmelzen.
Alles fängt an zu blühen und selbst an der großen Kastanie sprießen die ersten Triebe.
Mutter Sonne und ihre Töchter schieben mit ganzer Kraft die dicken Wolken weg und senden ihr Licht und ihre Wärme auf die Erde.
Die Leute jubeln und strecken ihre Gesichter der Sonne entgegen.
Mutter Erde hebt die Hand und Stille tritt ein.
Da diese beiden tapferen Jungen uns alle aus einer großen Gefahr gerettet haben, werde ich jedem einen Wunsch erfüllen. Nun Arne, was wünscht du dir?“
Arne senkt den Kopf und sagt so leise, dass nur Mutter Erde ihn verstehen kann.
Ich habe nichts verdient.“
Mutter Erde beugt sich zu ihm hinunter und flüstert:
Durch deine gute Tat hast du deinen Fehler wieder gut gemacht, aber ich werde mir für dich einen Wunsch ausdenken.“
Sie richtet sich auf und sagt.
Unser Arne ist noch so überwältigt, dass ihm gar nichts einfällt, also werde ich mir für ihn etwas ausdenken.“
Alles lacht.
Und was wünscht du dir denn Pascal?“ fragt Mutter Erde.
Lass dir dein lahmes Bein wegzaubern!“ ruft Arne.
Pascal lächelt, dann sucht sein Blick seine Eltern und langsam schüttelt er den Kopf.
Nein, ich habe mein lahmes Bein schon so lange und es stört mich nicht, aber...“
Er wendet sich an Mutter Erde und murmelt:
Ich hätte so gerne eine neue Geige.“
Lächelnd streckt Mutter Erde die Hand aus und hält auf einmal eine wunderschöne glänzende Geige in den Händen und reicht sie an Pascal weiter.
Sie ist viel viel schöner als seine alte Geige und als er den Bogen ansetzt, erklingen die Töne so zart und so rein.
Pascal lacht fröhlich und beginnt eine übermütige Weise zu spielen und die Menschen tanzen auf der inzwischen grünen blühenden Wiese.
Mutter Erde aber wendet sich um und geht leise davon.

Nun gibt es nicht mehr viel zu erzählen.
Arne und Pascal wurden die besten Freunde.
Und wehe, einer schaute Pascal nur schief an, dann war Arne schon da mit geballten Fäusten.
Arnes Eltern schafften es endlich sich zu trennen und ließen sich scheiden.
Da keiner von beiden aber Arne wollte, ging der Vater von Pascal zum Bürgermeister und setzte es durch, dass Arne bei Ihnen bleiben durfte.
Arne war nun der glücklichste Junge auf der Welt und dachte im Stillen, ob das wohl der Wunsch für ihn von Mutter Erde war.

Pascal wurde, wie nicht anders zu erwarten ein weltberühmter Geiger und Arne?
Nun der wurde … Geigenbauer!
Doch die Freundschaft der Beiden hielt bis an ihr Lebensende.







Sonntag, 3. Februar 2013

Die Zaubergeige Teil 9







Der Mond war inzwischen aufgegangen und taucht die eisige Landschaft in sein silbernes Licht.
Plötzlich sieht Arne gegenüber etwas aufblitzen.
Er wischt sich über die Augen, die Tränen haben ihm wohl einen Streich gespielt
Wieder ein Blinken, es kommt aus der Höhle in den Felsen.
Arne glaubt nicht an die Legende, dass ein Pirat in einer der Höhlen einen Schatz versteckt hat, aber er ist doch neugierig.
Er umrundet die Klippen und klettert vorsichtig die steile Wand hinunter und springt auf den Absatz der in die Höhle hinein führt.
Dunkelheit umgibt ihn, denn das Mondlicht dringt nicht bis in das Innere der Höhle.
Vorsichtig tastet Arne sich an den kahlen Wänden entlang.
Enttäuscht will er schon umkehren, als es aus der hintersten Ecke wieder aufblitzt.
Seine Augen haben sich schon ein wenig an das Dunkel gewöhnt und so geht er weiter.
Wieder blinkt es und zwar direkt vor ihm.
Der Junge bückt sich und keucht überrascht auf.
Vor ihm liegt eine Geige, die nun zu strahlen beginnt, als hätte sie nur auf ihn gewartet, um ihr Licht zu entfalten.
Sie ist aus Glas und in ihrem Innern leuchtet es, als wäre die Sonne darin gefangen.
Arne lacht glücklich und die Felsenwände werfen sein Lachen mehrfach zurück.
Schnell bückt er sich, hebt behutsam das Instrument mitsamt dem Bogen auf und schiebt es unter seine Jacke.
Dann macht er sich an den schwierigen Aufstieg.
So schnell er kann läuft er nach Hause und es ist, als würden ihn seine Beine von selber tragen.
In seinem Zimmer wickelt er das kostbare Instrument in eine Decke und schiebt es unter das Bett.
Gleich morgen früh würde er die Geige zu Pascal bringen.
Glücklich schläft er ein.
Als er am nächsten Tag erwacht ist es noch dämmrig draußen.
Aber er fühlt sich frisch und ausgeruht.
Schnell springt er aus dem Bett, bückt sich und zieht das Paket hervor.
Vorsichtig wickelt er die Geige aus der Decke und betrachtet sie staunend.
Wie wunderschön sie ist.
Behutsam fährt er mit der Hand über das Gehäuse und zupft ganz zart mit dem Finger die Saiten.
Er schlüpft in seine Jacke, wickelt die Geige wieder in die Decke und klettert aus dem Fenster.
Es ist noch sehr früh und das Dorf ist wie ausgestorben.
Arne klopft an Pascals Fenster.
Das verschlafene Gesicht des Jungen erscheint und verschwindet wieder.
Verzweifelt klopft Arne noch einmal.
Die Tür öffnet und sich und Pascal sieht ihn wütend an.
Du weckst ja meine Eltern auf. Was willst du?“
Komm mit, ich muss dir was zeigen!“
Pascal knöpft sich seinen Mantel zu und folgt etwas misstrauisch dem Jungen.
Arne wartet unter der großen Kastanie in der Ortsmitte auf ihn.
Etwas verlegen sieht er Pascal entgegen, dann sagt er ernst:
Es tut mit leid, dass ich deine Geige kaputt gemacht habe, es war dumm und gemein von mir und ich danke dir, dass du mich nicht verraten hast. Doch sieh mal,was ich in einer der Höhlen in den Klippen gefunden habe.“
Er wickelt das Instrument aus und Pascal bekommt kugelrunde Augen.
Die ist ja wunderschön,“ flüstert er ehrfürchtig und nimmt die Geige in die Hand.
Sie ist vollkommen aus Glas, wie sie wohl klingt?“
Spiel,“ flüstert Arne.
Pascal stützt die Geige unterm Kinn ab und fährt sachte mit dem Bogen über die Saiten.
Er zarter heller Ton erklingt.
Und dann beginnt Pascal zu spielen, zuerst ein Menuett von Mozart, dann einen Walzer von Johann Brahms und schließlich die Träumerei von Robert Schumann.
Und die Geige jauchzt, jubelt und singt und es ist als würden die Töne zum Himmel aufsteigen.
Plötzlich ist ein tiefes Grollen zu hören, als würde ein Gewitter aufziehen.
Ein großer weißer Wolf taucht am Ortseingang auf und kommt auf sie zu, die Lefzen zurückgezogen und aus seinen roten Augen schießen kleine Blitze.
Die beiden Jungen rücken ängstlich zusammen.





Samstag, 2. Februar 2013

Die Zaubergeige Teil 8




Arne liegt in seinem Bett, die Arme unter dem Kopf verschränkt und starrt zur Decke.
Von unten hört er das Brüllen seines Vaters und die klagende, jammernde Stimme seiner Mutter.
Sie streiten mal wieder.
Arne ist das egal.
Schon lange hört er nicht mehr hin.
Was ihn nicht schlafen lässt, ist sein schlechtes Gewissen.
Immer wieder sieht er das mit Tränen überströmte Gesicht von Pascal vor sich und hört seine anklagenden Worte.
Das hatte er nicht gewollt!
Warum hasst du mich so!“ hatte Pascal geschrien.
Arne presst die Lippen zusammen um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.
Weinen ist unmännlich !“ hatte sein Vater gebrüllt, als er ihn geschlagen hatte und Arne losheulte.
Seitdem hat er keine Träne mehr vergossen.
Wie war es nur soweit mit ihm gekommen?
Von Anfang an hat er Pascal gehasst, als er zum ersten Mal in die Schule kam und vom Lehrer vorgestellt wurde.
Er wirkte so freundlich und jeder hatte ihn sofort gemocht.
Ihn Arne mochten ja nicht einmal seine eigenen Eltern.
Und in der Schule konnte er sich nur durchsetzen, weil er kräftig war und die anderen ihn ein wenig fürchteten.
Und Rudi und Andreas waren eigentlich auch keine richtigen Freunde, das hatte sich jetzt gezeigt, als sie einfach weg liefen und ihn und Pascal allein mit der kaputten Geigen ließen. Dabei hatten sie doch auch mitgemacht.
Nein! Er, Arne hatte sie angestiftet und er allein trug auch die Schuld.
Er wollte es dem Muttersöhnchen zeigen.
Ja oft hatte er beobachtet, wie liebevoll die Eltern zu Pascal waren und wie oft die Mutter ihn in den Arm nahm.
Ihn hatte seine Mutter noch nie in den Arm genommen, immer nur beschimpft und manchmal erwischte er sie dabei, wie sie ihn ansah, als wäre er ein lästiges Insekt.
Erschrocken keuchte Arne auf.
Er war eifersüchtig auf Pascal!
Auf seine guten Noten, auf die Liebe seiner Eltern und auf sein wunderbares Talent.
Wie schön hat Pascal bei der Weihnachtsfeier gespielt.
Es hatte ihm gefallen, aber der Neid und Hass haben das nicht zugelassen und so hat er sich immer wieder Gemeinheiten ausgedacht, um den Jungen zu ärgern.
Und nun hatten dieser Neid und Hass ihn dazu getrieben die Geige zu zerstören.
Nein das hatte er nicht gewollt!
Arne schämte sich.
Was war nur aus ihm geworden?
Er war schlecht und gemein und ein Versager, wie seine Eltern ihm es immer vorwarfen.
Er war so wütend an diesem Tag gewesen.
Als er die Probe mit der Fünf auf den Tisch legte zum Unterschreiben, hatte sein Vater gebrüllt, er hätte einen Versager in die Welt gesetzt!
Und seine Mutter kreischte, genau wie sein Vater und wenn sie damals nicht schwanger gewesen wäre, hätte sie ihn niemals geheiratet.
Und schon waren sie wieder im schönsten Streit.
Arne hatte das Haus verlassen, sie haben es nicht einmal bemerkt.
In ihm aber war soviel Wut, Hass und Verzweiflung und da kam Pascal daher und irgendwie ist dann alles aus dem Ruder gelaufen.
Arne hält es nicht länger im Bett aus er zieht sich an und springt aus dem Fenster.
Schneidende Kälte umfasst ihn.
Die Hände tief in den Taschen vergraben, den Kopf eingezogen stapft er durch den Schnee.
Sein Weg führt ihn zu den Klippen.
Dort zieht es ihn immer hin, wenn er vor Kummer nicht mehr weiter weiß.
Er lehnt sich an den Felsen und betrachtet den sternenklaren Himmel.
Er spürt die Kälte nicht mehr und dann legt er den Kopf auf die Knie und weint, wie er noch nie in seinem Leben geheult hat.
Und all die Verzweiflung und der Hass von vielen Jahren löst sich und er fühlt, wie die Kruste um sein Herz sich auflöst und er nichts weiter ist als ein verzweifelter kleiner Junge.
Und dann wusste er, was er zu tun hatte.

Morgen würde er zu dem Vater von Pascal gehen und ihm anbieten eine neue Geige zu kaufen. Er würde sich nach der Schule einen Job suchen und sie abstottern.
Mutlos lässt er die Schultern sinken.
Was so eine Geige wohl kosten würde?
Der Mond war inzwischen aufgegangen und taucht die eisige Landschaft in sein silbernes Licht.





Freitag, 1. Februar 2013

Die Zaubergeige Teil 7


Als am Nachmittag Pascal zum Geigenunterricht geht, stellt sich ihm Arne in den Weg.
Na, wenn das nicht Meister Hinkebein persönlich ist,“ höhnt er.
Pascal versucht an ihm vorbei zu kommen, doch da tauchen wie aus dem Nichts Rudi und Andreas auf.
Grinsend umkreisen sie ihn und hilfesuchend sieht Pascal sich um.
Doch bei dieser Kälte bleiben die Bewohner lieber zuhause.
Obwohl ihm etwas mulmig zumute ist sieht er doch die drei Flegel ruhig an.
Lasst mich bitte vorbei, ich komme zu spät zum Unterricht.“
Arne lacht spöttisch:
Ich komme zu spät zum Unterricht,“ äfft er ihn nach und mit einer blitzschnellen Bewegung entreißt er Pascal den Geigenkasten und läuft davon.
Johlend jagen seine Freunde hinterher und sie beginnen sich den Geigenkasten gegenseitig zuzuwerfen.
Entsetzt verfolgt Pascal wie der schwarze Behälter wirbelnd durch die Luft fliegt und so schnell es sein lahmes Bein zulässt rennt er den Jungen hinterher.
Immer übermütiger werden diese und dann passiert es.
Arne stolpert, fällt rückwärts und der Geigenkasten fliegt über ihn hinweg und kracht zu Boden.
Andreas und Rudi bleiben erschrocken stehen, drehen sich um und laufen davon.
Pascal ist inzwischen neben seinem Kasten in die Knie gegangen und öffnet ihn vorsichtig.
Entsetzt keucht er auf, als er die zerbrochene Geige sieht.
Arne ist  aufgestanden und steht nun neben Pascal ebenso entsetzt wie dieser.
Das hatte er nicht gewollt!
Pascal aber sieht zu ihm auf.
Die Tränen strömen über sein Gesicht und anklagend ruft er.
Bist du nun zufrieden! Ich kann nicht Fußball spielen wie du, ich kann auch nicht auf dem Weiher Schlittschuh laufen, obwohl ich es gerne täte. Ich kann vieles nicht mit meinem lahmen Bein, aber ich liebe die Musik und das Geigen spielen und deshalb haben meine Eltern mir diese Geige geschenkt.
Weißt du, dass mein Vater Überstunden machte und meine Mutter drei verschiedene Putzplätze angenommen hat, damit sie mir die Geige kaufen konnten. Und du hast sie einfach kaputt gemacht, nur aus Langweile. Warum hasst du mich so?“
Mühsam steht Pascal auf, nimmt den Geigenkasten und geht mit gesenktem Kopf nach Hause, während die Tränen über sein Gesicht laufen.
Arne aber steht mit hängenden Armen da und sieht der traurigen kleinen Gestalt nach.

Besorgt kommt ihm die Mutter entgegen, als Pascal das Haus betritt.
Was ist passiert? Herr Bellini hat schon angerufen, wo du bleibst.
Pascal schluchzt auf, „die Geige ist kaputt“
Die Mutter erschrickt, nimmt ihn tröstend in die Arme und packt ihn dann ins Bett.
Der Junge ist froh, dass sie nicht weiter fragt, denn aus irgendeinem Grund will er Arne nicht verraten und seine Mutter anlügen möchte er auch nicht.
Am nächsten Tag hat er hohes Fieber. Nervenfieber wie der Arzt meinte.
Arne sieht immer wieder auf den verwaisten Stuhl in der Schule und atmet auf, als nach einer Woche Pascal wieder in die Schule kommt.
Herr Bellini leiht Pascal seine Geige und so kann er weiter Unterricht nehmen, aber er weigert sich diese Geige zum Üben mit nach Hause zu nehmen, fürchtet er doch dass die bösen Buben auch dieses schöne Stück zerstören.
Irgendwie hat er auch die Freude am Spielen verloren.