Dienstag, 30. April 2013

Pension Eulenspiegel Fortsetzung 1



Wochen vergingen.
Matthias hatte seinem Sohn kurz nach der Ankunft in Hamburg einen Brief geschrieben, seitdem hatte der Junge nichts mehr von ihm gehört.
Naja, es war ja auch nicht so einfach von der Bohrinsel aus Post zu versenden.


Patrick liegt auf dem Heuboden und beobachtet durch die Luke die langsam verblassenden Sterne.
Bald muss er aufstehen und dann würde er bis tief in die Nacht arbeiten müssen.
Außer dem alten Tobias und Gertrude der Wirtschafterin waren keine Helfer am Hof, denn niemand hielt es bei dem alten Geizkragen lange aus.
Zur Schule ging Patrick schon lange nicht mehr, denn der Bauer hielt dies für verschwendete Zeit.
Patrick hatte seine Schulbücher hier oben versteckt, doch wenn er abends herauf kam, fielen ihm vor Müdigkeit die Augen zu.
Nur am Sonntag hatte er manchmal Zeit zum Lernen.
Quietschend wird die Tür des Stalles geöffnet und Tobias holt Amanda, die einzige Eselstute des Bauern heraus.
Diese ist trächtig und trotzdem muss sie sich mit den schweren Mehlsäcken abplagen.
Plötzlich schreit Amanda qualvoll auf und gleich darauf hört man die grobe Stimme des Müllers poltern.
Was soll das, warum liegt die Eselstute hier mitten auf dem Hof?“

Patrick springt vom Heuboden, ohne die Leiter zu benützen und saust wie der Blitz hinaus auf den Hof.
Er sieht gerade noch, wie der Müller die Eselstute mit dem Fuß tritt und diese qualvoll aufschreit.
Nein!“ schreit der Junge und stellt sich schützend vor das arme Tier.
Sie bekommt doch ihr Junges!“
Der Bauer sieht ihn an, als hätte er nicht übel Lust nun Patrick zu verprügeln, doch da mischt sich der alte Tobias ein.
Lasst es gut sein Herr, der Bub hat recht, es ist soweit und wenn ihr Amanda tot schlägt, habt ihr keinen Esel mehr.“
Der Bauer wendet sich stumm um und stapft ins Haus.
Nun schnell, bevor er es sich anders überlegt!“
Tobias holt ein paar alte Mehlsäcke und vorsichtig rollen sie die kläglich wimmernde Eselstute darauf und schleifen sie in den Stall.
Nach qualvollen Minuten ist der kleine Eselhengst geboren und versucht tollpatschig auf die Beine zu kommen.
Amanda ist viel zu schwach, um sich um ihren Sohn
zu kümmern, aber der alte Knecht und der Junge reiben den kleinen Esel mit Stroh kräftig trocken.
Amanda wimmert und Patrick ist sofort an ihrer Seite.
Mit großen fiebrig glänzenden Augen sieht die Eselstute den Jungen an.
Liebevoll streichelt er den Hals der todkranken Freundin und wie unter Zwang sagt er plötzlich:
Keine Angst Amanda. Ich werde für deinen Sohn sorgen!“
Als hätte die Eselstute ihn verstanden schließt das arme Tier die Augen, ein Zittern geht durch den geplagten Körper und Amanda ist tot.
Schluchzend wirft sich Patrick über das tote Tier.
Tobias streicht ihm unbeholfen über das Haar.
Der Bauer erscheint an der offenen Tür.
Wie sieht`s aus?“
Amanda ist tot!“ ruft Patrick anklagend.
Grabt sie ein und das Junge gleich mit!“
Nein!“ schreit Patrick und spürt die Hand von Tobias auf der Schulter, der ihn beruhigend drückt.
Lass mich nur machen,“ flüstert dieser.
Der alte Knecht nimmt den Bauern am Arm und führt ihn hinaus.
Mit bangem Herzen, beide Arme um den kleinen Esel geschlungen, wartet Patrick.
Endlich kommt Tobias zurück und zwinkert verschmitzt.
Wir dürfen den kleinen Esel mit der Milchflasche groß ziehen. Der Gedanke, Geld für einen neuen Esel auszugeben, hat ihn in Angst und Schrecken versetzt.
Hurra!“
Der Junge umarmt den alten Mann.
Sachte, sachte, ich musste dem alten Geizkragen versprechen, dass wir währenddessen die Arbeit des Esels übernehmen, bis er kräftig genug ist.“
Kein Problem, schaffe ich eben die Säcke mit der Schubkarre zu den Bauern!“
Der alte Knecht betrachtet traurig die kräftige Gestalt .
Viel zu viel musste der Junge schon arbeiten.
Ob sein Vater wusste, was er ihm angetan hatte, als er ihn bei seinem Vetter ablieferte?
Doch dann schüttelt er die traurigen Gedanken ab und fragt vergnügt:
Hast du schon einen Namen für unseren kleinen Freund?“
Patrick sieht in die verschmitzt funkelnden Augen des kleinen Esels und grinst.
Eulenspiegel!“
Tobias lacht, dann nickt er.
Er muss so gewitzt wie Eulenspiegel sein, um mit dem Bauern klar zu kommen. Aber nun an die Arbeit, sonst gibt es Ärger!“



Montag, 29. April 2013

Pension Eulenspiegel

Rumpelnd fährt das Fahrzeug in den Hof.
Der Mann auf dem Kutschbock dreht sich um.
Wir sind da, Patrick.“
Der Junge macht ein missmutiges Gesicht und klettert vom Wagen.
Neugierig sieht er sich auf dem verwahrlosten Hof um.
Matthias, tritt neben seinen Sohn und legt ihm liebevoll die Hand auf die Schulter.
Patrick, es muss sein, mach es mir bitte nicht so schwer.“
Der Junge nickt.
Er will ja tapfer sein.
Die Tür des Hauses öffnet sich und der Bauer tritt heraus.
Kritisch mustert er die Beiden.
Was wills`n Vetter?“
Kein Willkommen, kein freundliches Grüß Gott, das kann ja heiter werden, denkt Patrick.
Matthias streckt dem Vetter freundlich die Hand entgegen.
Grüß dich Gott, Bertl!“
Der Bauer ignoriert die Grußhand, spuckt seinen Zigarrenstummel in hohem Bogen aus und nuschelt ungnädig.
Kommt herein, aber ich habe nicht viel Zeit.“
Sie folgen ihm in die spärlich eingerichtete Wohnstube.
Nicht Armut herrscht hier, sondern Geiz!
Der Bauer lässt sich auf der Bank nieder, ohne
seinen Gästen einen Platz anzubieten.
Matthias setzt sich ihm gegenüber, während der Junge am Fenster stehen bleibt und hinaus sieht.
Du hast sicher gehört, dass die Firma Merzig Konkurs anmelden musste und ich deshalb meinen Arbeitsplatz verloren habe.
Hab davon gehört, Vetter, aber wenn du Geld brauchst, ich hab keins!“
Nein Vetter, Geld brauche ich nicht und Arbeit habe ich auch schon. Ich habe mich für zwei Jahre auf einer Bohrinsel in der Nordsee verpflichtet.
Nur kann ich meinen Buben nicht mitnehmen und deshalb bitte ich dich, dass er so lange bei dir bleiben kann.“
Der Bauer runzelt die Stirn und presst die Augen zusammen.
Bertl, du bist mein einziger Verwandter. Ich werde dir auch jeden Monat Kostgeld schicken.“
Nun gut,“ der Bauer taxiert mit schlauem Blick die kräftige Gestalt des Jungen.
Unter einer Bedingung, der Junge muss mir auf dem Hof und in der Mühle helfen. Mein Geselle ist mir nämlich davon gelaufen.“
Matthias atmet auf.
Sicher Bertl, Patrick ist ein lieber fleißiger Junge und wird dir nur Freude machen.“
Schnell, damit der Vetter es sich nicht noch einmal überlegen kann, verabschiedet er sich und verlässt die Stube.
Patrick folgt seinem Vater langsam.
Matthias holt den Rucksack vom Wagen und räuspert sich.
Ich wollte, ich müsste das nicht machen, aber zwei Jahre sind schnell vorbei und im Urlaub komme ich dich besuchen. Außerdem habe ich auf der Bohrinsel die Möglichkeit sehr viel Geld zu verdienen und vielleicht können wir uns dann ein kleines Anwesen kaufen.“
Beide haben Tränen in den Augen.
Matthias springt auf den Wagen.
Die Peitsche zischt über den Kopf des Pferdes und ohne sich noch einmal umzusehen verlässt der Vater den Hof.
Patrick schaut ihm lange nach, bis er nur noch ein kleiner schwarzer Punkt in der Ferne ist.
Dann wendet er sich um und geht mit schleppenden Schritten in sein neues Zuhause.



Sonntag, 28. April 2013

Erster Amselschlag




Hörst du die Amsel im Garten
Sie singt ihr erstes Lied
Das nach langem, langem Warten
Voll Glück in`s Herz dir zieht.


In geheimnisvolle Tiefen
Dringt seine Zaubermacht
Die Knospen die noch schliefen
Sind farbenfroh erwacht.


Und jedes Lied weckt auf`s neue
Blüten ohne End und Zahl
Es leuchtet des Himmels Bläue
Frühling wird`s überall.


Die Menschen hoffen und träumen
Ihr Herz das weint und lacht
O Amsel sing ohne Säumen
Hast ein Wunder vollbracht

E. Ammerich



Morgen erzähle ich Euch dann eine Geschichte von der Freundschaft eines Jungen und einem Esel.





Samstag, 27. April 2013

Unsere Miezie - Eine Erinnerungsgeschichte





 Sicher hatten viele von euch auch ein Haustier in eurer Kindheit.
Ich finde es schön, wenn man mit einem Tier zusammen aufwächst.


Wir hatten eine Katze, die hieß Miezie.
Ich habe die Endung absichtlich mit „ie“ geschrieben, weil wir die Katze immer Mieziiiiiiiiiii gerufen haben, wenn wir sie suchten.
Eigentlich war sie die Katze meiner Mutter und hat den Rest der Familie nur geduldet.
Da wir auf dem Land lebten, durfte die graue Tigerkatze natürlich über Flur und Feld streifen.
An unserer Wohnungstür war unten eine schmale Luke aus Metall für den Briefträger.
Wenn Miezie von ihren Streifzügen nach Hause kam, klapperte sie mit dem Deckel, bis jemand öffnete.
Dann stolzierte sie mit hoch erhobenen Schwanz wie eine Königin an dem „Türöffner“ vorbei, warf ihm ein kurzes gnädiges „Miau“ zu und schritt dann weiter zur Küche.
Wehe, die Futterschüssel war leer, dann wurde sie solange mit der Pfote bearbeitet bis ein diensteifriger Lakai angelaufen kam und sie füllte.

Miezie war aber auch eine gute Mäusefängerin.
Ich weiß aber nicht, ob sie je eine Maus gefressen hat, denn meisten spielte sie nur mit ihnen, denn an den seltsamsten Orten fanden wir tote Mäuse.
Einmal kam ich nicht in meine im Keller stehenden Gummistiefel, etwas weiches hinderte mich daran.
Als ich den Stiefel ausschüttete, fiel eine tote Maus heraus.

Ein anderes Mal hatten wir Besuch von einem mit meinen Eltern befreundeten Ehepaar.
Die Frau wollte am Sonntag in die Kirche gehen.
Als sie die Wohnungstür öffnete, fing sie entsetzlich zu kreischen an.
Fein säuberlich hatte unsere Miezie drei tote Feldmäuse nebeneinander auf dem Fußabtreter aufgereiht.
Sie wollte uns nur zeigen wie fleißig sie die Nacht gearbeitet hatte.

Meine Schwester bekam wegen unser Katze einmal eine ordentlich mit der Rute gewischt.
Der Bischof Nikolaus und sein scheußlich aussehender Knecht Ruprecht waren gerade bei uns.
Ich durfte den Stab halten, zitterte aber vor Angst und bemühte mich den rauen Gesellen neben dem heiligen Mann nicht zu beachten.
Miezie hatte da kein Bedenken.
Sie sprang auf den Sack, den der Krampus auf dem
Rücken hatte.
Mein Schwester Karin fing an zu kichern und schon hatte sie die Rute im Gesicht.
Zimperlich waren die rauen Gesellen, die den Nikolaus begleiteten, damals nicht.

Überhaupt waren die Sechziger eine rauere Zeit wie heute.
Es war noch nicht üblich die Katzen sterilisieren zu lassen und damit die Vermehrung nicht überhand nahm, wurden die Kleinen gleich nach der Geburt entsorgt.
Unserer Miezie passierte das nur einmal, denn sie war schlau.
Als sie wieder einmal dem betörendem Gesang eines Katers nicht widerstehen konnte und trächtig wurde, verschwand sie eines Tages.
Mutti machte sich große Sorgen um die Katze, aber sie blieb unauffindbar.
Wir dachten schon es wäre ihr was passiert.
Doch als meine Mutter eines Tages aus dem Küchenfenster sah, wer kam da nicht mit hocherhobenem Schwanz mit drei kleinen Katzen die Straße herunter? Miezie!

Als mein kleine Schwester Renate geboren wurde, kam Mutti für einige Tage ins Krankenhaus.
Von diesem Tag an hörte Miezie auf zu fressen.
Wir bettelten, wir schmeichelten und hielten ihr die schönsten Leckereien unter die Nase.
Miezie hob nur kurz den Kopf und ließ ihn dann apathisch wieder sinken.
Wir fürchteten schon, sie würde eingehen.
Kaum aber war Mutti wieder zuhause, kam Leben in die Katze.
Sie schnurrte wieder, sie fraß wieder und lief unserer Mutter auf Schritt und Tritt nach.
Ich denke kein Mensch kann so treu sein, wie ein Tier!


Montag, 22. April 2013

Die Klassenfahrt Ende

Nach den Osterferien bringt jedes der Kinder etwas Geld mit.
Vor der ersten Pause, nachdem Katja das Zimmer verlassen hat, geben sie es Frau Streit, die extra eine leere Dose von zu Hause mitgebracht hat.
Sie bittet die Kinder nach der letzten Stunde
noch da zu bleiben.
Die Lehrerin blickt schmunzelnd in die erwartungsvollen Gesichter.
Ich habe mir folgendes ausgedacht,“ beginnt sie.
Ihr habt doch an Fasching alle so fleißig beim Dekorieren und auch bei den Spielen geholfen und deshalb werden wir behaupten, dass eine Fahrt nach Kelheim umsonst ist.
Da es ungerecht wäre, wenn wir einfach
jemanden bestimmen würden, soll das Los entscheiden.“
Aber wie soll Katja denn das richtige Los ziehen?“ fragen die Kinder.
Auch dazu habe ich eine Lösung gefunden.
Wir werden Lose basteln und diese mit einem Bild bemalen und auf das Los mit dem Gewinn kommt ein goldener Stern, den darf Elke malen.
Und wenn das Körbchen mit den Losen herum gereicht wird, dürft ihr natürlich nicht nach dem Stern greifen.“
Warum darf Elke den Stern malen?“ mault Mandy.
Weil Elke aufmerksam war und sich um ihre Klassenkameradin Gedanken gemacht und mir von Katjas Kummer berichtet hat.
Aber nun ab in die Pause!“
Lärmend stürmen die Kinder hinaus, aber als sie die Treppe hinunter in den Hof laufen und Katja sehen, werden sie ganz leise.

Katja sitzt schon lange auf ihrem Platz, als die Kinder zurück kommen.
In der letzten Stunde haben sie Kunst und Frau
Streit berichtet nun von der Verlosung der Klassenfahrt, damit auch Katja es erfährt und dannn basteln sie alle an ihren Losen.
Die Kinder kichern und stoßen sich gegenseitig an und manch verstohlener Blick wandert zu Katja.
Diese bemerkt es nicht, wie immer hat sie sich gegen die Außenwelt abgeschirmt.
Sie zeichnet ein Pferd. Tiere kann sie am Besten malen und einen Moment wünscht sie sich, dass sie das Los mit dem Gewinn ziehen würde.
Aber sie weiß, Wünsche gehen selten in Erfüllung!
Elke sitzt tief über ihr Blatt gebeugt und malt mit ihrem goldenen Glitzerstift einen wunderschönen Stern.
Steffen sammelt die Zettel ein und gibt sie der Lehrerin.
Als die Kinder nach der letzten Stunde die Treppe hinunter gehen, sind sie sehr still.
Sie fühlen sich seltsam und sehr glücklich.
Michelle meint: „Das ist schöner wie Weihnachten.“
Selbst die Jungs ärgern heute die Mädchen nicht.
Frau Streit aber sitzt am Pult und faltet die Zettel und dabei spielt ein versonnenes Lächeln um ihre Lippen.
Sie ist stolz auf ihr 4b!
Am anderen Morgen ist ein Wispern und Summen im Raum und unterdrückte Spannung macht sich breit.
Endlich kommt die Lehrerin.
Sie spürt die Spannung im Raum und meint schmunzelnd:
Was meint ihr, sollen wir vor der Verlosung nicht noch schnell eine Kurzprobe in Mathe schreiben?“
Ein Stöhnen geht durch die Klasse.
Lachend stellt Frau Streit das Körbchen mit den Losen auf die erste Bank.
Jeder holt sich nun ein Los und reicht das Körbchen weiter.
Luca zieht wie immer eine Schau ab.
Er lässt die Hand über dem Korb kreisen und murmelt:
Welches ist der Hauptgewinn, was für ein Los soll ich nur nehmen.“
Alle lachen.
Nun gib schon weiter,“ brummt Paul ungeduldig.
Endlich landet der Korb am vorletzten Tisch bei Mandy und Elke.
Mandys Hand schließt sich um das Los mit dem Stern, doch Elke stößt sie in die Seite und sie lässt es fallen und nimmt sich ein anderes.
Nachdem auch Elke sich bedient hat, reicht sie
das Körbchen in dem nur noch ein einziges Los, das mit dem goldenen Stern, liegt an Katja weiter.
Die Klasse hält den Atem an.
Lustlos öffnet das Mädchen das zusammen gefaltete Papier und stutzt.
Ich habe gewonnen,“ stammelt es.
Die Klasse jubelt und Luca wirft beide Arme in die Luft und schreit:
Oberaffengeil!“
Die Kinder verlassen ihre Plätze und umringen Katja.
Und zum ersten Mal seit das Mädchen bei ihnen ist, lächelt es. 


Ich hoffe es hat euch gefallen.
Nun mache ich einige Tage Pause bis zum Wochenende.
Ich wünsche euch ein schöne Zeit!
Eure Märchenfee 

Übrigens wurde mein Blog so verändert, dass jetzt jeder kommentieren kann.
Würde mich riesig freuen, wenn ihr mir berichtet, ob euch meine Geschichten gefallen.
Ihr wisst ja Aplaus ist das Brot des Künstlers.  

   




Sonntag, 21. April 2013

Die Klassenfahrt Fortsetzung 3

Am letzten Schultag vor den Osterferien bat die Lehrerin die Kinder, nachdem Katja das Zimmer verlassen hatte, sich wieder zu setzen.
Erwartungsvoll sehen die Kinder ihre Lieblingslehrerin an.
Frau Streit räuspert sich:
Sicher habt ihr schon mitbekommen, dass die Arbeitslage in Deutschland zur Zeit sehr schlecht ist und es sehr viele Arbeitslose gibt, die mit wenig Geld auskommen müssen.
Auch Katjas Vater war lange Zeit arbeitslos und deshalb muss Katja auch gebrauchte Kleider und Schuhe tragen und niemand sollte sich darüber lustig machen.“
Ein strafender Blick trifft Mandy.
Elke hat nun zufällig beobachtet, wie Katja die

Mitteilung über die Klassenfahrt zerrissen hat, um ihren Eltern Kummer zu ersparen, weil diese das Geld nicht haben.
Wenn jeder von uns nun ein wenig Geld mitbringen würde, könnten wir die Klassenfahrt für Katja finanzieren.“
In Gedanken nimmt sie sich vor, den Rest aus eigener Tasche zu bezahlen.
Paul hebt die Hand.
Kann denn die Schule Katja nicht umsonst mitfahren lassen?“
Das wäre möglich, aber ihr kennt nun Katja schon einige Zeit. Sie ist sehr stolz und lässt niemand an sich heran, weil sie Angst hat verletzt zu werden.
Wenn wir ihr nun die Fahrt schenken, dann würde sie sich schämen und noch mehr verschließen.
Habt ihr eine Idee, wie wir ihr helfen können?“
Die Kinder diskutieren aufgeregt und viele Vorschläge werden gemacht und wieder verworfen.
Aber jeder hat eine gute Idee wie er zu Geld kommt, um es zu spenden.
Die meisten wollten sich statt Süßigkeiten zu Ostern lieber Geld wünschen und es spenden.
Frau Streit freut sich über ihre Klasse.
Was waren es doch für tolle Kinder.
Obwohl Katja sich immer abseits hielt und nichts mit ihnen zu tun haben wollte, waren doch alle bereit ihr zu helfen.
Nun nicht alle.
Mandy äußerte sich nicht, sie zog nur ein spöttisches Gesicht.
Aber Mandy war ja immer gegen alles.
So, nun aber Schluss, ab in die Osterferien!“
Lärmend verlässt die Klasse das Schulhaus.


Samstag, 20. April 2013

Die Klassenfahrt Fortsetzung 2

Elke trägt die Diktat-Hefte ins Lehrerzimmer und als sie ins Freie tritt sind alle Kinder schon weg.
Sie will gerade den Schulhof verlassen, da hört sie leises Weinen.
Als sie um die Ecke spät, sieht sie Katja und gerade als sie zu ihr gehen will, kommt Nele gelaufen.
Schnell huscht Elke hinter ein Gebüsch.
Was flennst du denn?“ will Nele von Katja wissen.
Diese schnieft und fährt sich mit dem Handrücken über die Augen.
Stumm hält sie ihrer Schwester das Mitteilungsblatt hin.
Ojemine, 148 Euro für die Klassenfahrt!“
Nele verzieht das Gesicht.
Katja nickt: „Verstehst du jetzt? Du weißt wie glücklich Papa gestern von der Arbeit nach Hause gekommen ist. Soll ich ihnen wieder neuen Kummer machen, weil sie meine Klassenfahrt nicht bezahlen können.“
Eine Weile stehen die Schwestern stumm da, dann nimmt Katja das Blatt und zerreißt es in viele kleine Schnipsel und wirft es in den Abfallkorb.
Bist du verrückt!“ kreischt Nele.
Es ist besser so!“
Katja nimmt Nele an der Hand und sie verlassen den Schulhof.
Elke tritt aus dem Gebüsch und geht sehr nachdenklich nach Hause.

Grübelnd stochert sie in ihrem Essen herum und ihre Mutter beobachtet sie eine Weile, dann fragt sie:
Was ist los, schlechte Note?“
Elke schüttelt den Kopf und schiebt ihre Kartoffel von links nach rechts.
Ihre Mutter hält ihre Hand fest.
Dich bedrückt doch etwas, hör auf die Kartoffel zu quälen und erzähle mir, was du auf dem Herzen hast.“
Elke legt ihre Gabel hin und erzählt ihrer Mutter
von dem Erlebnis auf dem Schulhof.
Eine Weile ist es still am Tisch, dann seufzt Frau Ellermann:
Arme Kleine, man müsste ihr helfen.“
Eifrig nickt Elke.
Mama, ich könnte doch von dem Sparbuch das Oma mir angelegt hat, das Geld nehmen und Katja geben.“
Ihre Mutter lächelt und streicht ihr liebevoll über den Kopf.
Das ist lieb von dir und spricht für dein gutes Herz, aber die Sache ist nicht so einfach.“
Aber warum?“
Weißt du, wenn Menschen in Schwierigkeiten geraten, dann ist es oft nur noch ihr Stolz, der sie aufrecht hält. Katja würde sich wohl sehr schämen, wenn du einfach hin gehst und ihr die 148 Euro in die Hand drückst.“
Elke überlegt eine Weile, dann nickt sie.
Glaubst du, dass Katja deshalb nicht mit uns redet, weil sie Angst hat, wir könnten mitbekommen wie arm sie sind?“
Kann gut sein, aber weißt du was, sprich doch morgen mal mit Frau Streit, die ist doch eine prima Lehrerin, vielleicht kann sie helfen.“

Am nächsten Tag nach der letzten Stunde trödelte Elke extra lang herum und als alle
Kinder das Klassenzimmer verlassen haben geht sie nach vorne an das Pult.
Die Lehrerin hebt den Kopf.
Nun Elke hast du ein Problem?“
Das Mädchen erzählt nun von ihrer Beobachtung im Schulhof.
Auch Frau Streit hat großes Mitleid mit Katja
aber sie lächelt Elke an.
Mache dir keine Sorgen, ich werde mir überlegen, wie wir dem Mädchen helfen können, ohne seine Gefühle zu verletzen.“

Freitag, 19. April 2013

Die Klassenfahrt Fortsetzung 1

Eines Morgens kommt die Sekretärin herein mit mehreren Blättern, die sie an Leopold weiterreicht, der sie austeilt.
Die Schulsekretärin bittet die Kinder diese Mitteilung von ihren Eltern unterschrieben wieder mitzubringen.
Es handelt sich um die Klassenfahrt in den Pfingstferien und das Geld dafür sollte bis Ostern überwiesen sein.
Als die Sekretärin das Zimmer verlässt, reden alle durcheinander und Frau Streit erzählt ihnen, dass sie in einer Jugendherberge in der Nähe von Kelheim wohnen werden und von dort aus Ausflüge zu der Befreiungshalle , der Tropfsteinhöhle Schulerloch und auch zum Naturschutzgebiet der Weltenburger Enge machen würden.
Die Lehrerin benützt die Gelegenheit zu einem kleinen Geschichtsunterricht.
Sie erzählt von den Kelten, die hier ihre Stadt Alkimoennis errichtet hatten, den Römern die die Donau überquert haben und den Limes bauten, später herrschten von hier aus die Wittelsbacher über ihr Reich.
Die Brüder Asam hinterließen herrliche Bauten im Stil des Barock.
König Ludwig der I. von Bayern ließ hoch über der Stadt die Befreiungshalle, zum Gedenken an die siegreichen Schlachten 1813-1815 gegen Napoleon, errichten.
Ebenso erhob er 1840 das Gebiet um die Weltenburger Enge zum ersten Naturschutzgebiet Bayerns.
Auch erzählt sie ihnen von der schönen faszinierenden Tropfsteinhöhle Schulerloch.
Der Name wird teils abgeleitet von der keltischen Druidenschule, die einer Legende nach dort war und teils von dem altbayerischen Wort „Schuller“ für Räuber.
Einer Sage nach wurde dort ein gotteslästerlicher Räuber zur Strafe mitsamt seinem Hund in Stein verwandelt.
Die Kinder freuen sich riesig auf die Reise und was sie alles erleben würden und reden alle durcheinander.
Nur Katja beteiligt sich nicht an der Diskussion. Stumm starrt sie auf das Blatt Papier, das vor ihr liegt.
Die Reise würde 148 Euro kosten, das konnte sie ihren Eltern nicht antun!
Der Gong ertönt und immer noch aufgeregt und voller Vorfreude auf die baldige Klassenfahrt nach Kelheim verlassen die Kinder das Schulgebäude.

Donnerstag, 18. April 2013

Die Klassenfahrt

He, Elke, was ist drei plus drei?“ ruft Lukas.
Das Mädchen verdreht genervt die Augen.
Sechs mit „ch“. „
Lukas grinst.
Dennis und Paul bombardieren Ricarda, Solveig und Michelle mit Papierkügelchen, die kreischend in Deckung gehen.
Die Tür öffnet sich und eine hübsche, junge Lehrerin betritt das Klassenzimmer.
Sofort eilen die Kinder auf ihre Plätze und sitzen da, als könnten sie kein Wässerchen trüben.
Nur ein einsames Papierkügelchen rollt über den Boden auf das Pult zu.
Hinter Frau Streit schiebt sich ein Mädchen durch die Tür.
Die hellblonden Haare sind zu sauberen Zöpfen geflochten und sie trägt ein blaues Hängekleid, nicht mehr ganz modern, aber sauber und weiße Schuhe, die an manchen Stellen schon abgewetzt sind.
Die Lehrerin nimmt die Kleine an der Hand und zieht sie ins Klassenzimmer.
Kein Angst, Katja.“
Sie wendet sich an die Klasse.
Das ist Katja Bauer und sie ist vor kurzem mit ihren Eltern hierher gezogen. Sie kommt aus Berlin und ich hoffe, ihr helft ihr, dass sie sich
bei uns wohlfühlt.“
Das Mädchen steht nur stumm da und fixiert einen Punkt hinten an der Wand.
Nun Katja, setze dich in die letzte Bank.“
Die Neue nimmt ihren Schulranzen und schlendert durch die Reihen.
Als sie an Mandy vorbei kommt, meint diese spöttisch:
Die hat wohl ihre Kleider auf dem Flohmarkt gekauft.“
Elke, die zur Zeit neben Mandy sitzt, schnaubt empört.
Auch Katja hat die dumme Bemerkung gehört.
Sie presst ärgerlich die Lippen zusammen.
Was wussten die schon!
So lange war ihr Vater schon arbeitslos und je länger er keine Arbeit fand, umso trauriger wurde er.
Auch Mutz, die so gerne lachte und sang, war immer stiller geworden.
Nele, ihre kleine Schwester und sie hatten nicht geklagt, wenn sie in den Ferien nicht ins Schwimmbad konnten, oder ins Kino, oder zum Eisessen.
Nein, sie wollten ihre Eltern nicht noch trauriger machen.
Auch als sie von Berlin wegziehen mussten, weil ihr Vater hier in diesem bayrischen Dorf
eine neue Stelle gefunden hatte, waren sie sofort einverstanden gewesen, obwohl sie alle ihre Freunde zurücklassen mussten.
Und ihre Kleider waren nicht vom Flohmarkt, wohl aber aus der Kleidersammlung.
Das Mädchen seufzt.
Was hatte Mutz gesagt, als sie bemerkte, dass Katja ihre Kleider schrecklich fand.
Nicht die Kleidung macht den Menschen.“
Trotzdem, Katja fühlte sich nicht wohl hier.
Alles war so fremd und sie hatte Angst verletzt zu werden.
Am besten sie sprach mit niemanden.
Die hatten hier sowieso einen komischen Dialekt, den sie kaum verstand.
Elke dreht sich um und schenkt der Neuen ein freundliches Lächeln, doch diese sieht starr nach vorne auf die Tafel, wo Frau Streit gerade die Satzergänzung im dritten Fall erklärt.
Enttäuscht dreht Elke sich um und konzentriert sich nun auch auf die Erklärungen der Lehrerin.
Als der Pausengong ertönt, verlässt Katja als erste das Klassenzimmer.
Auf dem Pausenhof steht sie zusammen mit ihrer Schwester Nele abseits von allen Kindern und und isst einen Apfel.
Elke, die bei Silke, Nadine, Claudia und Melissa stand, sieht zu ihr hinüber und überlegt, ob sie
zu ihr hinüber gehen soll, doch da kommt Luca und schnappt sich Claudias Mütze und wirft sie Daniel zu, der sie an Steffen weitergibt und kreischend laufen die Mädchen ihnen nach.
Nach der letzten Stunde ist es wieder die Neue, die als erste das Klassenzimmer verlässt.
Bald haben sich die Kinder daran gewöhnt, dass die Neue immer als Erste das Klassenzimmer verließ und nicht mit ihnen sprach.
 
Nur Frau Streit macht sich manchmal Gedanken, denn Katja war so verschlossen und sie kam einfach nicht an sie heran.

Mittwoch, 17. April 2013

Erinnerung an die Schulzeit






Heute möchte ich euch einmal meinen Arbeitsplatz vorstellen.
Die Bäume im Garten meines Nachbarn sind so hoch, dass ich manchmal das Gefühl habe mitten im Wald zu leben.
Besonders jetzt, da endlich der Frühling seine wärmenden Strahlen auf die Erde sendet, kann ich bei weit offenem Fenster an meinem Laptop sitzen und meine Märchen schreiben.
Das vielstimmige Gezwitscher der Vögel ist schöner als ein Konzert in der Philharmonie und oft sehe ich sie gegenüber auf dem Dach mit einem Halm im Schnabel.
Denn bald müssen die Nester fertig sein, wenn der Nachwuchs kommt.
In den Bäumen gegenüber wohnen auch zwei Eichkätzchen und manchmal spielen sie fangen auf dem Dach unseres Fahrradschuppens.
Ihr seht der ideale Platz um Geschichten zu erfinden.
Morgen werde ich euch eine kleine Schulgeschichte erzählen.
Habt ihr schöne Erinnerungen an die Schule?
Meine erste Begegnung mit der Schule war fürchterlich.
Ich wurde nach meiner Taufpatin Elisabeth genannt und als zweiten Namen Eleonore, da dieser Name meiner Mutter so gefiel.
Und deshalb nannte mich auch niemand Elisabeth zuhause, sondern Eleonore.
Als wir mit unseren Schultüten aufgeregt in den noch ungewohnten Bänken saßen war die Welt noch in Ordnung.
Doch am nächsten Tag ging der Albtraum los.
Da die Lehrerin meine Geburtsurkunde vorliegen hatte, ging sie natürlich davon aus , dass ich Elisabeth hieß.
Da ich es nicht gewohnt war, reagierte ich nicht auf diesen Namen und fühlte mich nicht angesprochen.
Das machte sie so wütend, dass sie anfing mit Kreide nach mir zu werfen.
Als ich sie nur entsetzt und mit großen Augen ansah, brachte sie das noch mehr in Wut und raste wie eine Furie auf mich zu und schlug mir das staubige Kreidehandtuch um die Ohren, bis ich heulte.
Ich war natürlich total eingeschüchtert und verschreckt.
Am nächsten Tag musste meine Mutter in die Schule kommen und die Lehrerin teilte ihr mit,
dass ich bösartig und verstockt sei und nicht hören würde.
Meine Mutter konnte das gar nicht fassen, war ich doch ein schüchternes verträumtes und vor allem sehr braves Mädchen.
Dann fragte sie einer Eingebung folgend wie Fräulein Hartleitner (nie werde ich diesen Namen vergessen) mich denn rufen würde.
Und dann klärte sich das Missverständnis auf.
Das Verhältnis zwischen der Lehrerin und mir entspannte sich etwas, aber wir wurden uns beide nie sympathisch.



Montag, 15. April 2013

Geschichten aus dem Alltag

Kann ein Ei explodieren?





Entweder das oder mein Mann hat einen neuen Sprengstoff erfunden.
Bereits am Mittwoch spürte ich, dass ich krank wurde und als ich am Donnerstag meine tränenden Augen aufschlug fühlte ich mich hundeelend.
Nachdem es mir gelungen ist mit einer ganzen Packung Taschentücher meine Nase freizubekommen, ignorierte ich meinen schmerzenden Hals, das Blei in den Knochen und quälte mich aus dem Bett.
In der Küche stellte ich das Teewasser auf und öffnete den Computer, um schnell die Fortsetzung für meine Märchenfreunde in die TB zu kopieren.
Dann schlurfte ich mit einem dicken Halswickel und einer Tasse Tee ins Bett zurück.

Seit über hundert Jahren versuchen nun schon mehrere wunderbare Frauen uns Frauen die Emanzipation und Gleichberechtigung zu verschaffen.
Sie haben viel erreicht, doch ganz wird es nie gelingen und daran sind die Gene schuld!
Die verschiedenen Gene von Mann und Frau.
Zum Beispiel schafft es eine Frau, die sich schlecht fühlt und krank ist, nicht, ungestört einen Tag im Bett zu verbringen, wenn sie zuhause einen Mann hat.
Als mein Mann bemerkte wie schlecht es mir ging, versicherte er mir:
„Lorele, bleib ruhig liegen, ich kümmere mich um alles. Du brauchst auch nicht kochen, ich mache mir Rühreier mit Pilzen.“
Gerührt, weil ich so einen lieben Mann hatte, drehte mich um und schlief ein.
Irgendwann weckte mich ein entsetzliches Zischen, dem ein lauter Fluch folgt.
Voller böser Vorahnung krabbelt ich aus dem Bett und schleppte mich in die Küche.
Mein Mann kniete vor dem Herd und wischte hastig eine gelbe Masse auf.
In der Pfanne brodelte ein Gemisch aus Pilzen und Eiern und der halbe Ofen war übersät mit gelben Punkten.
Mit einem verlegenen Grinsen erklärte mein begnadeter Koch.
„Als ich die Eier zu den Pilzen schüttete sind sie explodiert.“
Kurz streifte mich der Gedanke, ob ich vielleicht ein Genie geheiratet hatte, das einen neuen Sprengstoff erfunden hat.
Nachdem mein Göttergatte mir versicherte, er hätte alles unter Kontrolle und würde dann auch später den Ofen säubern, wenn er abgekühlt war, ging ich wieder ins Bett.
Schlafen aber konnte ich nicht, denn ich wartete auf eine neue Katastrophe.
Als ich merkte, mein Mann machte seinen Mittagsschlaf schlich ich in die Küche, und säuberte den Ofen, denn ich wollte nicht riskieren, dass mein Ceranfeld verkratzt würde.

Die nächsten zwei Tage durfte mein Liebster nur noch Dosen öffnen und den Inhalt aufwärmen.
Am Samstag konnte ich dann schon für zwei Tage vorkochen und heute geht es mir wieder besser.


Das ganze so geschehen vor ungefähr vier Wochen.




Sonntag, 14. April 2013

Goldene Sternlein







Es schwebt ein weißer Schleier
Ganz sachte übers Land
So zauberhaft gewoben,
Als wär`s von Engelshand

Und kleine gold`ne Sternlein
Darinnen sind verstreut
Auch manche bitt`re Stunde
Das Schicksal hält bereit

Von Anfang ist schon jedem
Bestimmt sein Erdenlos
Doch manchem wirft das Schicksal
Ein Sternlein in den Schoß

Wenn dir das Glück nicht lächelt
Nicht in den Schoß dir fällt,
Geh doch mit offenen Augen
Durch Gottes schöne Welt.

Er hüllt die öden Fluren
Ganz leise über Nacht
Mit einem weißen Schleier
In eine Märchenpracht


E. Ammerich

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sonntag

Eure Märchenfee
 


Samstag, 13. April 2013

Unwirsch Ende





Unwirsch und Harro sitzen zusammen und beraten. Der Koboldkönig hat seinem Freund und Minister alles erzählt und nachdem ihn dieser erst einmal kräftig ausgeschimpft hat, hat er ihm aber sofort angeboten zu helfen.
Es war nicht einfach einen Weg aus dieser misslichen Lage zu finden und mehr als ein Plan wurde schon verworfen.
Wurzel betritt den Raum und geht mit ihren energischen Schritten auf die beiden jungen Männer zu.
Na, was habt ihr denn so wichtiges zu bereden?”
Unwirsch sieht seine Patentante erschrocken an und Harro neigt grüßend den Kopf.
Wurzel schaut spöttisch auf den König.
Willst du deiner alten Patentante denn keinen Platz anbieten?”
Harro springt auf und holt einen Stuhl herbei .
Wurzel setzt sich und meint beiläufig:
Worüber habt ihr denn geredet, geht es um Flip und Flap?”
Sie weiß es!” stöhnt Unwirsch, lässt sich in seinen Sessel zurück fallen und schließt die Augen.”
Ja ich weiß es, dank der klugen Schwester von Harro! Sie und Goldflimmer haben mich um Hilfe gebeten.”
Trulla?”
Ja, Trulla, ein sehr kluges Mädchen und sehr hübsch! Der Zauberer aus dem Riesenland war gerade bei mir.
Er war auf der Suche nach den Ausreißern.
Er hat sie mitgenommen auf sein Schloss und wird dafür sorgen, dass sie nie mehr ausreißen können.”
Harro und Unwirsch atmen erleichtert auf.
Ein Lärm entsteht auf der Flur.
Trulla tritt ein und die Kobolde drängen hinter ihr in den Raum.
Doch wie sieht Trulla aus!
Sie trägt ein rotes Kleid, das wie eine Rose geformt ist und strahlt wie eine kleine Sonne.
Ein süßer Duft nach Lavendel und Rosen breitet sich im Saal aus.
Harro starrt seine völlig veränderte Schwester mit offenen Mund an und Unwirsch springt auf und geht Trulla entgegen.
Du bist wunderschön!”
Trulla errötet vor Freude.
Unwirsch kniet sich nieder und sagt feierlich:
Trulla, willst du meine Frau werden?”
Die Kobolde halten den Atem an.
Trulla aber verschränkt die Arme vor der Brust und fragt spöttisch.
Warum, weil ich nun aussehe wie eine Elfe?”
Nein!
Unwirsch schüttelt heftig den Kopf.
Ich habe dich schon immer geliebt, es ist mir nur nicht bewusst gewesen.
Erst als du böse auf mich warst und mich tagelang nicht mehr besucht hast, habe ich gemerkt wie sehr du mir fehlst und dass ich dich liebe.”
Ein strahlendes Lächeln zieht über Trullas Gesicht.
Nun, wenn das so ist, dann nehme ich deinen Antrag gerne an.”
Unwirsch springt auf und nimmt sie stürmisch in die Arme.
Die Kobolde jubeln und Wurzel lächelt still
Mit diesem klugen und energischen Mädchen an der Seite würde Unwirsch ein guter König werden und bestimmt nicht mehr auf Abwege geraten.

Goldflimmer und Trulla feierten eine Doppelhochzeit bei der die Wesen der unteren Welt und die Wesen der oberen Welt eingeladen waren.
In das Koboldreich kehren Fröhlichkeit, Licht und bunte Farben ein.
Denn begeistert von den neuen schönen Kleidern der Königin wollten nun alle Koboldamen auch so gekleidet sein.
Und die Frau von Meister Kutte heizte ihm ganz schön ein, damit der sich mehr Mühe gäbe und schönere Schnittmuster anfertigte.

Die aus Blumen gewebten Stoffe lieferten die Elfen und bald hatte jede der Koboldfrauen und Mädchen ein schönes buntes Kleid und die einstmals graue triste Höhle war bunt und hell, denn Trulla hatte von Goldflimmer ein Döschen mit Feenstaub bekommen und leuchtete wie eine kleine Sonne.
So lebten die untere Welt mit der oberen Welt wieder in Freundschaft und Frieden, weil ein Elfenmädchen und ein Koboldmädchen Freundinnen wurden.

Ihr wollt wissen was aus Flip und Flap geworden ist?
Vortreffliche Diener!
Das Schloss des Zauberers glänzt von oben bis unten vor Sauberkeit.
Am Anfang wollten die bösen Buben immer wieder ausreißen, doch bei jedem Schlupfloch, das sie fanden prallten sie an eine unsichtbare Mauer.
Dann weigerten sie sich zu arbeiten, doch jede Arbeit, die sie ablehnten, verdoppelte sich auf wunderbare Weise und sie hatten noch mehr zu tun.
Dann streikten sie, verschränkten ihre Arme und wollten gar nichts mehr tun.
Da löste sich ein grober Stock von der Wand und versohlte ihnen den Hintern.
Heute sind die beiden die perfekten Diener, trotzdem lässt der Zauberer sie nicht aus den Augen, denn so ganz vertraut er ihnen doch nicht.