Mittwoch, 31. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 14

Viola und die blaumützigen Zwerge kreisen mit den Einhörnern über dem dunklen Wald.
Ein Rauschen geht durch die Blätter und Luftikus steht neben ihnen.
Schnell nehmt meine Hand!“ ruft er, denn schon saust ein riesengroßer Feuerball auf sie zu.
Er umfasst die Hand von Angela und zieht sie alle fünf mit nach oben.
Ein wütender Schrei ertönt und der Feuerball folgt ihnen.
Doch eine freundliche dicke Wolke taucht auf und lässt einen Schwall Wasser auf das Feuer fallen, das zischend erlischt.
Schwarzer, stinkender Rauch hüllt sie ein und reizt sie zum Husten.
Auf einmal wird es hell.
Sie sind dem dunklem Wald und der Feuerhexe entkommen.
Viola nimmt Angela vor sich aufs Pferd und die anderen werden von den Zwergen aufgenommen.
Schnell wie der Wind und doch elegant fliegen die wunderschönen Tiere durch die immer heller werdenden Wolken.
Luftikus begleitet sie noch eine Weile, dann dreht er einen Salto, winkt ihnen fröhlich zu und verschwindet.
Bald sehen sie Violas Insel unter sich.
Mit rauschenden Flügeln landen die Einhörner
auf der Wiese bei einem großen blauen See.
Nachdem sie die Freunde abgesetzt haben, fliegen die Zwerge mit den Einhörner zu den Ställen, um sie vom Ruß zu säubern.
Auch unsere Abenteurer sehen schrecklich aus.
Die Kleider schwarz, teilweise angesengt und stinkend nach Ruß.
Viola bleibt bei ihnen.
Ihr könnt euch im See waschen. Eure Kleider werden wir vernichten. Ernesto wird euch neue bringen.“
Bald tummeln sie übermütig kreischend und lachend im Wasser.
Mit all dem Schmutz und Rauch fällt auch die
Müdigkeit ab, als wäre der See magisch.
Ernesto erwartet sie am Ufer.
Während sie sich fröhlich plaudernd anziehen ertönt ein lautes eigenartig lang gezogenes Grollen.
Sie werden still und sehen sich ängstlich um.
Hieronymus bekommt einen roten Kopf und gesteht beschämt:
Das war ich.“
Dein großes Loch im Bauch!“ rufen die Anderen lachend und selbst Ernesto schmunzelt.
Wenn ihr mir dann folgen würdet,“ meint er dann wieder ganz der ernste Zwerg.
Er führt sie auf eine Lichtung, wo sie bereits von Viola erwartet werden.
Die Zwerge haben auf einer bunten Decke ein herrliches Picknick vorbereitet, bei dessen Anblick sich Kasperles großes Loch im Bauch wieder meldet.
Der Wald hallt von ihrem fröhlichen Gelächter.
Rosalinde trippelt zwischen den Bäumen hervor und klatscht begeistert in die Hände.
Welch lustige Gesellschaft. Darf ich mich zu euch setzen?“
Natürlich Tantchen, vorausgesetzt du verwandelst die Wiese nicht in einen rosa Teppich.“
Rosalinde runzelt überlegend die Stirn.
Ein interessanter Gedanke.“
Tantchen,“ warnt Viola.“
Vergnügt plaudernd schmausen sie, wobei Hieronymus darauf bedacht ist, möglichst weit weg von der rosa Hexe zu sitzen.
Diese erhebt sich nach einer Weile und tänzelt zurück in den Wald.
Gesättigt und müde legen sich Peter, Fridolin und auch Hieronymus ins Gras, kauen an einen Halm und beobachten die ziehenden Wolken.
Die Mädchen unterhalten sich leise mit Viola.
Plötzlich richtet sich das Kasperle auf.
Bei all der Aufregung haben wir Direktor Quirin vergessen.
Und der Ballon ist zerstört, was wird der Professor bloß sagen,“ seufzt Peter.
Wir werden ihm alles erklären,“ tröstet Vanessa.
Das finde ich keine so gute Idee,“ meint ihre Tante,“ oder wie wird er wohl reagieren, wenn ihr ihm von der Feuerhexe, den Einhörner und den sprechenden Winden erzählt?“
Du hast recht, Tante Viola,“ stimmen die Kinder kleinlaut zu.
Nun ist doch egal was ihr dem ollen Schrullig erzählt,“ mault Hieronymus, „ wichtig ist doch, dass wir Quirin finden.“
Ich weiß, wo er sich befindet, wenigstens noch vor ein paar Tagen.“
Alle Augen richten sich auf Viola und dann beginnen alle durcheinander zu reden.
Die junge Hexe hebt die Hand.
Sachte, sachte, beruhigt euch, ich werde euch erzählen, was ich in Erfahrung bringen konnte.“
Viola hatte die Vögel ausgesandt nach dem Direktor zu suchen und erfahren, dass er zuletzt in einer üblen Spelunke als Hausdiener gearbeitet hatte, aber vor kurzem hinaus geworfen wurde, weil er zu schwach und krank war.
Von dort verlor sich dann jede Spur.
Still und betroffen sitzt die kleine Gesellschaft da und über Hieronymus Wangen kullern dicke Tränen.
Er muss hungern, huhuhuuuu, er ist krank, huhuhuuuuu und sie sind gemein und böse zu meinem lieben Direktor, huhuhuuuuu,“ heult der kleine Bengel mit dem großen Herzen.
Viola nickt ernst.
Es ist ihm nicht gut gegangen bei den Menschen, bei denen er gelandet ist. Aber er hat einen guten Freund bei sich, hat man mir berichtet.“
Cäpt`n Cook!“ ruft Fridolin.
Viola lacht bestätigend.
Nun das ist ja alles gut und schön,“ murmelt Peter, „ aber wir wissen immer noch nicht, wie wir von hier wegkommen.“
Dann hellt sich sein Gesicht auf.
Die Einhörner!“
Seine Tante schüttelt bedauernd den Kopf.
Ich kann es nicht riskieren meine Einhörner dieser Gefahr auszusetzen. Nur in der Zauberwelt sind sie sicher.“
Enttäuscht lassen alle die Köpfe sinken.
Nun seid nicht traurig. Ich habe eine Idee,“ tröstet Viola.
Zehn Augenpaare blicken sie voller Hoffnung an.
Übermorgen ist Ostersonntag und der Osterhase muss in die Menschenwelt.
Meine Einhörner werden euch zum Osterhasen bringen und von dort könnt ihr dann weiter reisen.“
Die Kinder jubeln und umarmen ihre Tante stürmisch und Vanessa ruft mit leuchtenden
Augen.
Dann treffen wir sicher auch Stummelschwänzchen, Schnucki und Mama und Papa Langohr wieder!“
Viola lacht. „ Ihr werdet euch wundern, die beiden sind schon erwachsen und haben bereits selber Kinder.“
Hieronymus aber springt plötzlich auf und stürmt los.
Wo willst du denn hin?“ ruft Peter ihm nach.
Zu den Koppeln, wir müssen los!“
Stopp!“ ruft Viola und das Kasperle bleibt mitten im Lauf stehen.
Viola und seine Freunde eilen zu ihm.
Was soll das!“ brüllt Hieronymus und versucht vergebens eine Fuß zu heben.
Zornig funkelt er die junge Hexe an.
Beruhige dich, heute ist es zu spät. Es wird bald dunkel und dann ist es zu riskant für meine Einhörner.
Zu viele böse Geister sind um diese Zeit unterwegs.“
Sie schnippt mit den Fingern und Kasperle kann sich wieder bewegen.
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu Violas Häuschen.
Hieronymus schmollt noch eine Weile, doch bald lacht er wieder, besonders als sie an einigen pinkfarbenen Bäumen und Sträuchern vorbei kommen.
Viola stöhnt: „ Sie kann`s nicht lassen!“
Es wird noch ein vergnüglicher Abend und als sie alle müde in ihren Betten kuscheln, haben sie das böse Abenteuer fast vergessen.
Viola steht in ihrem Zimmer am offenen
Fenster und blickt auf einen blinkenden Stern am Horizont.
Er sendet einen goldschimmernden Strahl auf die Erde, der vor ihrem Fenster endet.
Das Sandmännchen rutscht darauf herunter und landet vor ihrem Zimmer.
Guten Abend, Viola du hast mich gerufen?“
Ja, liebes Sandmännchen, meine Gäste hatten heute ein schlimmes Erlebnis mit der Feuerhexe. Ich bitte dich, ihnen einen guten Schlaf und schöne beruhigende Träume zu schenken.“
Das Sandmännchen nickt ernst, klettert durch das Fenster und folgt Viola in das Zimmer der Schlafenden.
Es greift in seinen Sack und der schimmernde Sand rieselt über die Betten.
Sie bleiben noch eine Weile stehen und als auf den Gesichtern der Schlafenden ein glückliches Lächeln erscheint, verlassen sie leise das Zimmer.

Wünsche euch einen schönen Tag und hoffe ihr seid für die neue Hitzewelle gewappnet.






Dienstag, 30. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 13


Sie setzen sich auf den Boden des Korbes und überlegen, wo sie mit ihrer Suche beginnen sollen.
Alle waren sich einige, dass sie in der Hafenkneipe beginnen sollten, in der die Zirkusleute sich von dem Direktor verabschiedet haben.
Das sanfte Schwanken des Luftschiffes macht sie schläfrig, hat doch keiner von ihnen vergangene Nacht besonders gut geschlafen.
Bald liegen sie aneinander gekuschelt und schlafen
So bemerken sie auch nicht die unheildrohende
schwarze Wolke über sich und das bösartig grinsende Gesicht von Taifu.
Sie werden erst wach, als der Ballon wild durch
die Luft schleudert, durch Äste kracht und hart auf den Boden aufschlägt.
Ein böses grausiges Lachen ist zu hören – dann Stille.
Benommen bleiben sie einen Moment liegen, dann klettern sie aus dem Korb.
Sie befinden sich mitten in einem dunklen Wald.
Gruselig ist es hier. Es ist, als würden unheimlich böse Wesen sie beobachten. Selbst die Bäume scheinen Gesichter zu haben und sie böse anzustarren.
Mit einem Zischen fährt ein Feuerball durch die Zweige und verwandelt Ballon und Korb in eine leuchtende rote Kugel, die zusammenfällt und nur noch ein Häufchen schwarze Asche übrig bleibt.
Die Feuerhexe!“ flüstert Angela.
Ängstlich rücken sie zusammen und sehen sich furchtsam um.
Angela umklammert das Amulett ihrer Mutter, das Viola ihr zum Abschied gegeben hat und sie spürt wie die Angst von ihr weicht und sie ganz ruhig wird.
Wir müssen versuchen den Weg aus dem schwarzen Wald zu finden,“ fordert sie ihre Freunde auf und ihre Ruhe überträgt sich auf die anderen.
Wie selbstverständlich übernimmt das junge Mädchen die Führung.
Sie zwängen sich durch dichtes dorniges Gebüsch und zwingen sich die drohend blickenden Augen ringsum nicht zu beachten.
Doch der Wald scheint immer dichter zu werden und sie haben das Gefühl im Kreis zu laufen.
Endlich lichten sich die Bäume und sie laufen schneller, um dann enttäuscht stehen zu bleiben.
Ein düsteres, mächtiges Gebäude ragt vor ihnen auf.
Das Schloss der Feuerhexe.
Sie wollen umkehren, doch ihre Füße versagen ihren Dienst, als wären sie festgewachsen.
Eine leise zarte Stimme wispert:
Nehmt euch bei den Händen und egal was passiert, lasst die Hand des anderen nicht los, dann kann euch die Feuerhexe nichts anhaben.
Das Amulett wird euch schützen.“
Schnell fassen sie sich an den Händen, entschlossen sich gegenseitig nicht los zu lassen.
Das Tor der Burg öffnet sich knarrend und zwei große schwarze Hunde mit Augen wie glühende Kohlen rasen auf sie zu und umkreisen sie knurrend.
Bebend vor Angst, aber die Hände fest miteinander verbunden, warten die Fünf was passieren wird.
Eine Frau mit feuerroten Haaren und glühenden schwarzen Augen schlendert die Stufen herunter lächelt sie freundlich an.
Wen haben wir den da, liebe Gäste. Seid willkommen. Wollt ihr nicht eintreten und euch an meinem Feuer wärmen?“
Peter schüttelt heftig den Kopf und umklammert fest die Hand seiner Schwester, die wiederum Hieronymus an der Hand hält, der Fridolin umfasst und dieser fest Angela gepackt hat.
So bilden die Fünf eine Einheit.
In den Augen der Hexe blitzt es kurz auf und ihre eben noch freundliche Stimme klingt ärgerlich.
Dummköpfe! Warum klammert ihr euch so aneinander. So werdet ihr niemals durch die Tür des Schlosses kommen.“
Angela hebt stolz den Kopf und sieht der Hexe furchtlos ins Gesicht.
Wir verzichten auf eure falsche Gastfreundschaft. Ihr habt meine Mutter getötet aus reiner Bosheit und niemals werden wir euer Haus betreten.“
Die Anderen nicken zustimmend.
Wütend zischt die Hexe.
Du bist genauso frech und vorlaut wie deine Mutter. Die hielt sich immer für etwas besseres diese Kräuterhexe. Hahahaaaa!
Und als sie dann einmal ihr schützendes Amulett vergessen hatte, gehörte sie mir!!!!“
Während sie sprach war sie immer größer geworden und eine blutrote Feuerkugel umgab sie.
Die Hund heulen auf und ducken sich ängstlich und die Freunde rücken enger zusammen.
Angela umklammert mit ihrer freien Hand das Amulett ihrer Mutter und sie spürt, wie ein tiefe
Ruhe sie erfüllt und ihre Furcht verschwindet.
Sie drückt beruhigend Fridolins Hand und wie eine Welle strömt die Furchtlosigkeit durch die verschlungen Hände.
Hieronymus blickt die Hexe keck an und meint spöttisch:
Wen willst du mit deiner Kugel beeindrucken?
Da habe ich im Zirkus schon tollere Kunststücke gesehen!“
Die Feuerkugel verschwindet und die Hexe sieht ihn wütend an.
Ihre Hände sind zu Fäusten geballt und sie bebt vor Zorn.
Du nichtsnutziger kleiner Bengel, weißt du wie
wunderbar du brennen wirst!
Das Holz aus dem du geschnitzt bist ist alt, morsch und verfault!“ giftet sie.
Und du freches Ding einer frechen Mutter,“ wendet sie sich an Angela.
Dein Freund ist auch aus Holz, mal sehen wie wunderbar er brennen wird.“
Sie hebt die Hand und ein Feuerblitz schießt aus ihrem Finger und direkt auf Fridolin zu.
Da kommt aus dem Amulett ein goldener Strahl und wehrt das Feuer ab.
Dieses fährt in den nächsten Baum, der hell wie eine Fackel auflodert und dann zu Asche zerfällt.
Mit einem wütendem Aufschrei verschwindet die Feuerhexe zusammen mit ihren Hunden im Schloss.
Sich fest an den Händen haltend gehen die fünf Freunde im Gänsemarsch zurück, in der Hoffnung aus dem düsteren Wald wieder herauszufinden.
Bange ist ihnen ums Herz und ringsum wispert und zischt es.
Immer wieder lodern kleine Flammen auf und lassen sie entsetzt zurück weichen.
Der Wald scheint sie mit dunklen Händen zu umfassen, als wollte er sie nie mehr loslassen.
Mutlos stolpern sie vorwärts.
Jedes Mal wenn sie denken einen Pfad aus dem Wald gefunden zu haben, schieben sich dichte dornige Büsche zusammen und stellen sich ihnen in den Weg.
Wenn wir nur den Ballon noch hätten,“ murmelt Peter und die anderen nicken.
Sie sind müde, wagen es aber nicht sich zu setzen.
Ihre Hände sind immer noch miteinander verbunden.
Ein heller Lichtstrahl fährt aus dem Amulett und lenkt ihre Blicke nach oben.

Montag, 29. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 12




Der schwarze Hengst wiehert freudig und zerrt an dem Zügel, dass Fridolin, der ihn führt, ins Stolpern gerät.
Das Pferd erkennt seine Heimat und als es los prescht haben unsere Freunde alle Mühe ihm zu folgen.
Sie erreichen eine riesige Weidefläche mit mehreren Koppeln, in dessen Hintergrund sich
ein weißes großes Haus mit mehreren Stallungen erstreckt.
Der Hengst stößt ein lautes triumphierendes Wiehern aus und einige Leute, die an den Koppeln standen, kommen auf sie zu gerannt.
Es sind Don Fernando, Kasimir und Muck und Puck.
Jubelnd läuft Hieronymus ihnen entgegen.
Das Wiedersehen der Zirkusfreunde ist einfach rührend.
Als sie später in der gemütlichen Bauernstube sitzen nimmt das Erzählen kein Ende und manche Träne fließt, als sie über den guten Direktor Quirin sprechen.
Leider wissen auch die wiedergefundenen Freunde nicht, wo sich der Direktor befindet
Ebenso wie Angela und Fridolin haben sie ihn zuletzt in der Hafenkneipe gesehen, als er ihnen das Geld übergab.
Auch was aus Cäptn Cook und Eulenspiegel, sowie Gina geworden ist können sie nicht sagen.
Kasimir seufzt:
Ich habe mich noch einmal umgedreht, als wir hinaus gingen.
Er wirkte so unendlich traurig, verwirrt und verloren.
Am liebsten wäre ich umgekehrt und hätte ihn
mitgenommen. Doch ich weiß, dass er das nicht gewollt hätte.“
Bis tief in die Nacht sitzen die Freunde und erzählen.
Immer wieder kommt das Gespräch auf Direktor Quirin.
Don Fernando und seine Freunde wären gerne mitgefahren, doch sie können ihre Pferde nicht im Stich lassen.
Außerdem wäre im Ballon sowieso kein Platz für sie alle gewesen.

Es war früh am nächsten Morgen als Hieronymus nach einer unruhigen Nacht aufwacht.
Böse Träume hatten ihn gequält.
Als er sein Zimmer verlässt begegnen ihm Fridolin und Angela, die ebenfalls nicht mehr schlafen können.
Nach einem gemeinsamen Frühstück in der großen Küche mit den Freunden, die ebenfalls schon wach sind, wollen sie aufbrechen.
Peter beugt sich zu seiner Schwester und murmelt leise:
Der Ballon steht doch noch bei Viola.“
Doch als sie das Haus verlassen steht der Ballon abflugbereit auf dem Hof und Luftikus lehnt lässig dagegen.
Der schon wieder,“ grollt Peter und schon fährt ihm ein Windstoß durch die Haare.
Die Anderen lachen.
Nach einem herzlichen Abschied und dem Versprechen mit Direktor Quirin wiederzukommen, steigen die fünf Kameraden in den Korb und mit Hilfe von Luftikus fliegen sie bald neuen Abenteuern entgegen.
Nachdem der Windgeist sich verabschiedet hat, nicht ohne Peter noch kräftig die Haare zu strubbeln, segeln sie gemütlich durch den
blauen Himmel.

Sonntag, 28. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 11

Staunend betrachten sie die edlen Tiere.
Deshalb liegt auch ein Zauberkreis um meine
Insel, denn kein menschliches Auge darf die
Einhörner sehen.“ erklärt Viola.
Vanessa wirft einen scheuen Blick auf Angela.
Viola lächelt und streicht Angela über das Haar.
Angela ist nur zur Hälfte Mensch, wie ihr auch, sonst hätte sie den Zauberkreis nicht durchbrechen können.
Ihre Großmutter und Mutter waren Pflanzenhexen und konnten die heilende Wirkung der Kräuter nutzen.“
Angela nickt langsam.
Ich kann mich erinnern, meine Großmutter hatte immer getrocknete Kräuter in der Hütte und hat daraus heilende Säfte gemacht.
Manchmal hatte ich das Gefühl als würde sie mit den Blumen und Pflanzen sprechen.
Viola nickt lächelnd, doch dann wird sie traurig.
Deine Mutter war meine beste Freundin. Sie wurde ein Opfer der Feuerhexe.“
Angelas Augen füllen sich mit Tränen.
Ich war noch so klein, als sie starb und kann mich kaum an sie erinnern.“
Tröstend nimmt Viola sie in die Arme.
Sie war eine wundervolle Mutter und so stolz auf dich und hat dich sehr geliebt.
Noch im Sterben bat sie mich, immer auf dich aufzupassen und ich habe dich nie aus den
Augen verloren, auch als du nach dem Tod deiner Großmutter die Insel verlassen hast, um zum Zirkus zu gehen.
Einer meiner Schutzgeister war immer in deiner Nähe.
Ich werde immer für dich da sein!“
Vanessa, Peter und Hieronymus streicheln die
Einhörner, die zutraulich an den Zaun traben.
Sie wiehern freudig, als Viola mit Angela und Fridolin näher kommt.
Peter deutet auf eine entfernte Koppel, in der ein prachtvoller schwarzer Hengst herum tobt.
Das ist doch kein Einhorn?“
Nein, er ist meinem Nachbarn entwischt und durch eine Lücke des Zauberkreises geschlüpft, die Fabulo leider offen ließ.“
Lachend wendet sich Viola an Hieronymus.
Da du mit meinem Nachbarn befreundet bist, bitte ich dich den Hengst zurückzubringen.“
Das Kasperle starrt sie mit offenem Mund an.
Ich war noch niemals in Spanien, wie also soll ich deinen Nachbarn kennen!“
Verzweifelt schlägt er sich auf die Stirn.
Was ist bloß los hier!
Erst ein Panther, der eine Hexe ist, dann eine Hexe, die mich rosa färbt und nun soll ich auch noch Leute kennen, die ich noch nie gesehen habe.“
Viola schmunzelt.
Nun an der rosa Farbe ist deine Naschsucht schuld.
Für den kleinen Scherz mit dem Panther bitte ich um Verzeihung, aber wenn du
Don Fernando, Kasimir, Muck und Puck nicht kennst, dann habe ich mich wohl geirrt.“
Hieronymus fährt hoch wie eine Rakete.
Was!“ schreit er, “sie sind hier!“
Viola nickt.
Ja, das sind meine Nachbarn, aber brülle nicht so laut, die Einhörner werden unruhig, sie befürchten eine Gefahr.“
Leise wiehernd traben die edlen Tiere durch die Koppel.
Immer wieder bleiben sie stehen und heben witternd die schönen Köpfe.
Allmählich beruhigen sie sich wieder und beginnen zu grasen.
Viola ist mit ihren Gästen zur Koppel des schwarzen Hengstes getreten.
Sie legt einen Apfel auf die flache Hand und lockt.
Komm mein Guter, komm mein Schöner.“
Vorsichtig, misstrauisch und stolz kommt das edle Tier näher und nimmt den Apfel entgegen.
Krachend zermalmt er ihn zwischen seinen kräftigen Zähnen.
Schnaubend schüttelt er seinen schönen Kopf und lässt sich von Viola streicheln.
Ernesto bringt das Zaumzeug.
Wie immer verzieht er keine Miene.
Nach einem liebevollen Abschied von Viola folgen sie dem Zwerg, der sie durch den Zauberkreis führen soll.
Nach einem langen Weg durch Wiesen und Wälder erreichen sie einen Wasserfall.
Wilde Wassermassen stürzen über die Felsen.
Ernesto berührt sie mit einem Stab und das wild rauschende Wasser verschwindet wie durch Geisterhand und sie können auf der anderen Seite das Tal sehen.
Ernesto hebt mahnend den Finger.
Ihr dürft niemanden verraten was sich hinter dem Wasserfall befindet.
Er tritt zurück, hebt grüßend den Sternstab und die Wassermassen stürzen wieder donnernd ins Tal.

Samstag, 27. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 10




Von weitem schon hören sie das Kasperle jammern.
Als sie dann das Häufchen Elend sehen, das zusammengesunken auf einem Hocker kauert, können sie sich nur mit Mühe das Lachen verbeißen.
Er sieht auch zu komisch aus, dieser Traum in Rosa.
Eine kleine zierliche rosarot gekleidete Dame
trippelt ihnen entgegen.
Ist er nicht entzückend! Diesmal habe ich mich selbst übertroffen. Das ist das schönste Rosa, das ich jemals gebraut habe.“
Sie klatscht begeistert in die Hände.
Die weiße Katze faucht verächtlich und schlägt mit ausgefahrenen Krallen nach der rosa Spinne, die eilig in ihr ebenfalls rosafarbenes Netz krabbelt.
Die alte Dame umkreist bewundernd das Kasperle und murmelt.
Ist er nicht entzückend?“
Viola kämpft gegen ihr Lachen, räuspert sich und meint liebevoll tadelnd.
Tante Rosalinde, wie konntest du nur?“
Hieronymus hebt den Kopf und blickt mit Tränen in den Augen in die Runde.
Sie, sieeeee,“ er deutet auf die kleine Hexe,
sie hat mich verzaubert und nun kann ich nie mehr unter die Leute.
Alle werden über mich lachen!“
Aber Hieronymus, die Leute lachen doch sowieso, wenn sie dich sehen,“ meint Fridolin.
Hieronymus setzt sich kerzengerade hin.
Die Leute lachen, weil ich so tolle Kunststücke mache und so ein lustiges Kerlchen bin, aber doch nicht weil ich wie ein...,“
er sucht nach Worten, „wie ein rosarotes Knallbonbon aussehe!“
Nun können sich die Anderen nicht mehr halten, sie brechen in brüllendes Gelächter aus.
Hört sofort auf!“ schreit das Kasperle und stampft wütend mit dem Fuß auf.
Langsam verebbt das Gelächter.
Hieronymus ganze Wut richtet sich auf die Hexe.
Anklagend weist er mit dem Finger auf sie.
Die ist an allem schuld!“
Aber hör mal!“
Aufgeregt trippelt die kleine Dame durch den Raum.
Du hast doch den Becher, den ich zum Abkühlen beiseite gestellt habe, einfach ausgetrunken!“
Weil du immer so verfressen bist, dachtest wohl es wäre Suppe!“ feixt Peter.
Mit geballten Fäusten geht das Kasperle auf den Jungen los, doch Viola hält ihn fest.
Stopp!“
Sie wendet sich an ihre Tante.
Tante Rosalinde, würdest du bitte einen Gegenzauber brauen?“
Die Hexe nickt mit einem bedauernden Blick auf ihr rosarotes Werk.
Und wir,“ wendet sich Viola an ihre Gäste,
gehen zum Essen.
Bei diesen Worten beginnt Hieronymus zu strahlen.
Vergessen ist die rosarote Bescherung, sein Mund zieht sich von einem Ohr zum anderen in einem breiten Grinsen.
Wenig später sitzen sie gemütlich in dem kleinen Salon und die Küchenzwerge tragen mit
feierlicher Miene die duftenden Speisen auf.
Aus der Küche dringen fröhliche Stimmen, das Klappern der Teller und das Klirren des Bestecks.
Viola lächelt.
Der Rest der Zwerge ist eingetroffen, ihr werdet sie später noch kennen lernen, aber nun lasst es euch schmecken.“
Hieronymus lässt sich das nicht zweimal sagen.
Blitzschnell verschwindet ein Happen nach dem anderen in seinem rosenroten Mund.
Aufgeregt zwitschernd wirbelt Rosalinde durch die Tür.
Ich habe das Gegenmittel!“ verkündet sie stolz.
Hast du es getestet?“ will ihre Nichte wissen.
Ja,ja!“
Die alte Dame wedelt ungeduldig mit der Hand.
Ich habe es an einer meinen Spinnen ausprobiert und nun ist sie wieder so grässlich
schwarz wie vorher. Brrrr!“
Sie schüttelt sich.
Das Kasperle legt seine Gabel nieder und sieht die Hexe erwartungsvoll an.
Diese betrachtet ihn mit schief geneigtem Kopf.
Ts,ts,ts, willst du das wirklich? Du siehst so entzückend aus.
Du könntest als Lehrling bei mir bleiben, Fabulo ist sowieso zu nichts zu gebrauchen, auch weigert er sich eine rosa Färbung anzunehmen.“
Seufzend zupft sie an den rosaroten Locken des Kasperles.
Dieser nimmt ihr das Glas aus der Hand und stürzt es mit Todesverachtung hinunter.
Eine Rauchwolke hüllt ihn ein und als der Dunst sich verzogen hat, sitzt der alte Hieronymus grinsend da, ohne einen Hauch von Rosa.
Mit einem bedauernden „Ts,ts,ts“ verlässt Rosalinde den Raum.
Die Freunde umringen lachend das Kasperle und klopfen ihm begeistert auf die Schulter.
Angela gibt ihm ein Küsschen.
Du siehst noch viel besser aus, als vorher,“ behauptet sie.
Hieronymus blickt mit einem breiten Grinsen von einem zum anderen.
Viola klatscht in die Hände.
Kommt ich möchte euch mit den blaumützigen Zwergen bekannt machen.“
In der Küche sitzen die Zwerge noch immer fröhlich schmatzend und schwatzend am Tisch.
Nun lernen unsere Freunde auch noch den Rest der neun Zwerge kennen.
Grummolito mit dem grimmigen Gesicht, Ernesto, den Ernsten,
Bernando, den Gemütlichen,
Fernando, den Schüchternen und
Brüllito, bei dessen lauten Hallo ihnen die Ohren klingen.
Dann führt Viola sie hinaus über eine blühende Wiese, vorbei an einem munteren Bächlein, durch ein kurzes Waldstück, auf eine große weite Lichtung.
Staunend bleiben sie stehen.
Vor ihnen liegen riesige Koppeln und darin weiden zahlreichen weiße Pferde und jedes trägt ein goldenes glitzerndes Horn auf der Stirn.
Einhörner,“ flüstert Vanessa ehrfürchtig.
Viola nickt stolz.
Sind sie nicht wunderschön? Ich bin die Hüterin der Einhörner und die blaumützigen Zwerge helfen mir dabei.“
Staunend betrachten sie die edlen Tiere.




Freitag, 26. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 9



Der Weg führt durch einen dichten dunklen Wald, in dem es flüstert, wispert, kichert und raschelt.
Vanessa meint sogar zwei große Augen in einem Gebüsch zu sehen.
Sie läuft schneller, um näher bei ihrer Tante zu sein, die mit weit ausholenden Schritten auf eine Lichtung zusteuert.
Wie schön!“ rufen die Mädchen, als sie inmitten einer blühenden Wiese ein strohgedecktes Häuschen mit holzverzierten Giebeln erblicken.
Auf beiden Seiten ist das Gebäude durch einen Anbau erweitert.
Immergrüne pflanzen schlängeln sich an den bunten Glasfenstern vorbei.
Viola führt sie in eine helle gemütliche Stube.
Vanessa setzt sich sofort in den Schaukelstuhl am Fenster, während die anderen es sich auf dem Sofa gemütlich machen.
Dann werde ich einmal in der Küche nachsehen, was unser Koch heute zu bieten hat,“ erklärt Viola schmunzelnd.
Suchend blickt sie sich um.
Aber wo ist denn euer immer hungriger Freund?“
Der hat sicher bereits die Küche gefunden,“ grinst Peter.
Lachend folgen sie Viola in die Küche.
Drei Zwerge stehen am Ofen und rühren in großen Töpfen, aus denen köstliche Düfte steigen.
Habt ihr ein lustig aussehendes Holzmännlein gesehen?“ fragt Viola die Zwerge.
Der Älteste, der gerade mit einem großen Löffel die Suppe probiert schüttelt den Kopf und die beiden anderen zucken nur die Schultern.
Naja, er wird sich schon einfinden.
Darf ich euch mit meinen Freunden, den blaumützigen Zwergen bekanntmachen?
Amilo, der mit der Brille und dem Suppenlöffel in der Hand,
Manolito, zu erkennen an den großen Ohren und dem Lausbuben Gesicht und
und hier... .“
Viola deutet auf einen Zwerg, der sie schläfrig grinsend anschaut.
das ist Schlafito unser immer müder Kamerad.“
Nun stellt Viola ihre Freunde vor.
Amilo verbeugt sich.
Herzlich willkommen, das Essen wir bald fertig sein und ihr könnt dann in der guten Stube speisen.“
Wie schade,“ bedauert Vanessa, „können wir denn nicht hier essen?“
Sie deutet auf einen langen Tisch in der Ecke, der bereits gedeckt ist.
Bedaure, mein Fräulein, aber der Tisch ist für mich und meine Kameraden reserviert.“
Das Mädchen zählt schnell die Gedecke.
Es gibt neun blaumützige Zwerge,“ ruft es lachend.
Viola schmunzelt.
Ja und ihr werdet sie bald kennen lernen.“
In diesem Moment stürzt ein Zwerg in die Küche, er sieht genauso aus wie Manolito.
Er brüllt vor Lachen, wirft sich auf den Boden und strampelt mit den Füßen.
Das müsst ihr euch anschauen,“ keucht er,
rosa, alles rosa, selbst seine große Nase, rosa!“
Begeistert trommelt er mit Händen und Füßen auf den Fußboden.
Oweh!“ ruft Viola
Was ist los?“ wollen die vier Freunde wissen.
Meine Tante Rosalinde hat einen Rosa -Tick.
Immer wieder braut sie neue Zauber-tränke, die alles rosa färben.
Einmal hat sie sogar ihrer weißen Katze etwas ins Futter gemischt und diese war wochenlang verschwunden, so beleidigt war sie.
Heute hat sie wieder ihr schönes weißes Fell, nur die Augen haben noch einen rosa Schimmer.
Ich fürchte, euer Freund steckt in ernsthaften Schwierigkeiten.“
Sie folgen den Zwergen, die bereits voraus geeilt sind in den Anbau, in dem sich Rosalindes Hexenküche befindet.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 8

Gemächlich schweben sie dahin.
Das Dorf mit seinen freundlichen Bewohnern ist schon lange nicht mehr zu sehen.
Unter ihnen schimmert das Meer in verschiedenen Farben, von türkis, himmelblau und dunkelblau.
Auf einmal verfinstert sich die Sonne.
Ein tiefes Grollen ertönt.
Dunkle Wolken umgeben den Ballon.
Eine dicke weiße Wolke zwängt sich schützend
zwischen die drohende schwarze Wand.
Doch mit einem gewaltigen Schlag wird sie beiseite geschleudert und vor dem Korb baut sich ein finsterer Geselle unheildrohend auf.
Entsetzt kreischend klammern sich die Insassen aneinander, als der Korb langsam umkippt.
Hieronymus, der dem Rand am nächsten ist, purzelt hinaus.
Geistesgegenwärtig greift er nach dem Tau und klammert sich daran fest.
Von seinen Freunden kann ihm niemand helfen, denn die müssen selbst kämpfen um nicht herauszufallen.
Ein schriller Pfiff ertönt und Luftikus und Blasebalg gefolgt von einem Heer kleiner grauer Kapuzenmännchen stürzen sich auf den Unhold mit den bösen Augen.
Der Korb schaukelt hin und her bei dem heftigen Kampf und die Freunde klammern sich angstvoll an den Rand, während das Kasperle mit dem Tau durch die Luft gewirbelt wird.
Dann ist es auf einmal still.
Der Korb pendelt in seine normale Lage und nun können die Freunde das Kasperle herein holen.
Erstaunt beobachten sie, wie das wütend brüllende Monster verfolgt von Luftikus, Blasebalg und den Windmännchen in der Ferne verschwindet.
Das Meer unter ihnen wirft hohe Wellen, als die wilde Jagd darüber fegt.
Die freundliche Wolke, die sie vorhin beschützen wollte, taucht neben ihnen auf.
Ein strahlendes Lächeln auf dem pausbäckigen Gesicht fragt sie:
Alles in Ordnung bei Euch?“
Die erschöpften Freunde nicken.
Das war Taifu! Er hat hier im Mittelmeerraum eigentlich nichts zu suchen.
Seine Mutter, die Feuerhexe, hat ihn sicher auf euch gehetzt, denn sie ist mit dem Feenkönig
verfeindete. Aber da kommt Luftikus zurück, lebt wohl.“
Mit einem fröhlichen Winken schwebt sie davon.
Luftikus setzt sich auf den Korbrand, streicht über seine zerzausten Haare und setzt sein keckes Mützchen auf.
Während er einige Fusel von seine Anzug zupft, meint er so nebenbei.
Wenn ihr eure bezaubernde Tante wieder trefft, vergesst nicht zu erwähnen, welch ein Held ich bin.“
Sprach`s und kippt rückwärts vom Korb.
Was für ein alberner Geck,“ spottet Peter.
Ein Windstoß fährt durch seine Haare und bläht sein Hemd.
Luftikus lugt grinsend über den Rand des Korbes.
Alte Spottdrossel!
Übrigens hat euch Taifu sogar einen Gefallen getan.
Durch seinen bösartigen Überfall seid ihr viel schneller in Spanien. Seht nur nach unten.“
Was sollen wir in Spanien?“ fragt Vanessa.
Luftikus aber schlägt einen Purzelbaum in der Luft und verschwindet lachend.
Peter schnaubt verächtlich.
Als unter ihnen der weiße Strand auftaucht,
zieht Fridolin behutsam an dem Hebel und langsam entweicht die Luft.
Der Korb schwankt und trudelt langsam nach unten.
Mit einem harten Ruck setzt der Korb auf und lachend klettern sie heraus und kugeln über den weißen Sand.
Es ist schön wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Glücklich bleiben sie liegen.
Der Schrecken sitzt ihnen doch noch in den Knochen.
Es ist schön wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Angela setzt sich plötzlich auf und starrt entsetzt auf das nahegelegene Gebüsch.
Seht doch,“ wispert sie.
Zwischen den Sträuchern steht ein wunderschöner schwarzer Panther, der sie aus leuchtend blauen Augen anstarrt.
Hieronymus wirft sich bäuchlings auf den Boden und schließt die Augen, während die anderen wie vor Angst gelähmt auf das Tier starren.
Vanessa blinzelt und beobachtet das regungslose Tier, das sie aus blauen..., blaue Augen? Seit wann haben Panther blaue Augen?
Vanessa lacht, springt auf und läuft auf das
Raubtier zu.
Bist du verrückt, Nessa, komm zurück!“ schreit Peter und das Kasperle heult:
Er wird sie fressen, er wird sie fressen!“
Angela und Fridolin halten sich stumm umschlungen.
Doch Vanessa geht unbeirrt weiter.
Kurz vor dem Panther bleibt sie stehen, stemmt beide Arme in die Seiten und fordert streng:
Lass den Unsinn, Tante Viola!“
Der Panther schnaubt leise, es klingt fast wie ein Kichern und gleich darauf steht eine junge hübsche Frau vor Vanessa.
Wie hast du mich erkannt?“
Panther haben keine blauen Augen.“
Kluges Mädchen, du würdest eine gute Hexe abgeben.“
Pah!“ schnaubt das Mädchen.
Mein Leben ist schon aufregend genug!“
Viola lacht und nimmt sie bei der Hand.
Peter kommt ihnen entgegen.
Er ist etwas verlegen, weil er so ängstlich war.
Viola verstrubbelt sein Haar.
Brauchst dich nicht zu schämen, Panther sind wirklich gefährlich.
Aber lustig war es doch, wie ihr vor Angst geschlottert habt, besonders der Kleine.“
Das Kasperle wirft ihr einen finsteren Blick zu.
Ist es ein Wunder? Erst dieser schreckliche Taifu und dann noch ein Panther!“
Viola wird ernst.
Ja, ich habe davon gehört. Aber auf meiner Insel seid ihr sicher. Ich habe einen Schutzzauber um sie gelegt.“
Sie zwinkert dem Kasperle vergnügt zu.
Was macht dein großes Loch im Bauch? Bist du noch böse auf mich, wenn ich euch zu einem super tollen Essen einlade?“
Hurra!“ Hieronymus wirft seine Mütze in die Höhe, verbeugt sich vor der jungen Hexe und einträchtig folgen sie Viola.


Mittwoch, 24. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 7



Peter wird durch das Klappern der Fensterläden geweckt.
Als er vor die Tür tritt, sieht er Luftikus gemütlich unter einem Baum liegen und mit dem Schwenken seines Hütchens bringt er die Fensterläden in Bewegung.
Lass den Unfug, du weckst ja alle auf!“ schnauzt ihn der Junge an.
Oh, was haben wir heute schlechte Laune, wohl zu viel gefeiert gestern Abend.“
Was geht das dich an,“ grollt Peter.
Luftikus erhebt sich geschmeidig.
Ein leichter Wind fährt durch die Blätter der Bäume und lässt sie leise seufzen.
Mit unvermindert guter Laune gleitet Luftikus an Peter vorbei ins Haus.
Wie von Zauberhand fliegen die Bettdecken durch die Luft und vier verschlafene Gesichter blicken den Störenfried unfreundlich an.
Diesen stört das nicht.
Er setzt sich auf die Tischkante, lässt die Beine baumeln und ruft fröhlich:
Guten Morgen ihr Schlafmützen!“
Peter ist inzwischen auch herein gekommen.
Mister „Leichte Brise“ ist heute besonders gut aufgelegt,“ spottet er.
Luftikus grinst und lässt den Wind durch Peters Haare fahren.
He, lass das,“ knurrt der empört.
Der Wind zuckt die Schultern und wendet sich ab.
Fridolin zeigt seinen Gästen, wo sie sich waschen können und dann geht er mit einem Korb in den Hühnerstall.
Angela will zum Frühstück Pfannkuchen backen.
Bald hat jeder einen Pfannkuchen und ein Glas Milch vor sich stehen.
Luftikus, der inzwischen auf der Fensterbank sitzt und die Katze grault, sieht ihnen vergnügt
zu.
Als sie fertig sind, meint er nur:
Na endlich, warum ihr Menschen nur soviel Zeit mit essen verschwenden müsst.
Aber nun kommt, Blasebalg wartet schon.“
Angela bleibt zurück, um das Haus aufzuräumen, während die anderen Luftikus zum Strand folgen.
Blasebalg sitzt mit dick gefüllten Bauch neben dem umgestürzten Korb.
Endlich!“ stöhnt er und ein Wirbel entweicht seinem Mund.
Lange kann ich die Luft nicht mehr halten!“
Luftikus bläst eine leicht Brise in die schillernde Seide des Ballons und diese breitet sich über dem Strand aus.
Auf allen Vieren kriecht Blasebalg zu der Öffnung des Ballons und pustet mit aller Kraft.
Während der Wind immer dünner wird, wird der Ballon immer praller.
Schließlich steigt er langsam nach oben, der Korb wankt, schleift über den Boden und bleibt mit einem Ruck stehen.
Denn die Kinder hatten den Ballon mit einem der Tau an einen Baum gebunden.
Lachend und schwatzend kommen die Dorfbewohner mit Angela an den Strand.
Sie betrachten erst einmal staunend das
Luftgefährt, dann umringen sie die kleine Reisegesellschaft.
Viele Hände müssen geschüttelt werden.
Der Bürgermeister verspricht sich um die Hütte und die Tiere zu kümmern, während der Abwesenheit von Fridolin und Angela.
Dann klettern die Freunde in den Ballon und mit Hilfe von den zwei Winden erhebt sich dieser in die Luft.
Lange winken die Dorfbewohner ihnen noch nach.
Dann werden sie immer kleiner und verschwinden dann ganz.
Auf zu neuen Abenteuern!“ ruft Peter und seine Freunde nicken begeistert.
Luftikus und Blasebalg fliegen noch eine Weile neben dem Ballon, dann wenden sie und verschwinden in den Wolken.
Luftikus kann es nicht lassen.
Er schlägt einen waghalsigen Salto in der Luft, wirft ihnen eine Kusshand zu und ruft.
Grüßt mir eure liebreizende Tante!“
Vanessa kichert: „ Er ist in Tante Lilofee verliebt.“
Peter lacht geringschätzig.
Dieser Windbeutel hat doch nicht die geringste Chance!“
Das habe ich gehört!“ ertönt es über ihnen
und Luftikus fröhliches Gesicht erscheint plötzlich zwischen der Wolkendecke.
Das sieht so ulkig aus, dass sie lachen müssen.

Gemächlich schweben sie dahin.