Samstag, 31. Mai 2014

Der Rabe

ist einer der faszinierendsten Vögel. Ab und zu sehe ich einen in unserem Garten, seine krächzende Stimme ist öfter zu hören.
Man sagt den Raben die größte Intelligenz unter den Vögeln nach.




Verschiedene Experimente haben gezeigt, dass er Handlungen im voraus planen und auch die Verstecke von Futter sich gut merken kann.
Außerdem hat man schon beobachtet, dass er zum Knacken von Nüssen und Früchten den Straßenverkehr nutzt.




In der Mythologie, Sagen und Märchen kommt der Rabe sehr oft vor.
Götter und Könige nutzen hier oft ihre Intelligenz und Flugfähigkeit.
In vielen Märchen ist häufig vom weisen Wanderer "röiven" die Rede, der Verirrten den richtigen Weg zeigt.
In der nordischen Mythologie sympolisiert der Rabe die Weisheit und der Gott Odin trug auf der Schulter zwei Raben "Hugin" und "Munin", die ihm berichteten , was auf der Erde vor sich ging.
Noah ließ Raben fliegen.
Der Prophet Elija wurde von Raben versorgt.
Doch nach der Christianisierung wurde aus dem Raben ein böses Tier, besonders im Mittelalter.
Da die Gehenkten zur Abschreckung hängen blieben wurde der Rabe auch zum Galgenvogel.
Es gibt auch ein Sternbild des Rabens.
In der griechischen Mythologie wird der Rabe mit den Sternbildern Becher und Wasserschlange in Verbindung gebracht.
Der griechische Gott Apollon schickte einen Raben mit einem Becher zu einer Quelle.
Das Wasser sollte eine Opfergabe für seinen Vater Zeus sein. 
Unterwegs sah der Vogel einen Feigenbaum, dessen Früchte noch nicht ganz reif waren. Er wartete bis sie reif und saftig waren und fraß sich satt.
Um seine Verspätung zu erklären schnappte er sich eine Wasserschlange und behauptete diese hätte die Quelle versperrt.
Apollon durchschaute diese Lüge und verbannte den Raben mit Becher und Wasserschlange an den Himmel.



Eine Legende, die bis ins heutige Zeitalter ihre Auswirkungen zeigt, das ist die Legende vom Tower in London.
Im 17Jhrdt wurde Karl II geweissagt, dass der White Tower, der Turm im Herzen der Festung, einstürzen würde, wenn die Raben den Tower verlassen würden.




Deshalb befinden sich immer sechs Raben im Tower von London, die von einem Ravenmaster versorgt und behütet werden.
Den Raben werden die Flügel gestutzt und sie dürfen sich frei innerhalb der Festung bewegen.
Abends kommen sie dann in eine großen Voliere.
2013 hat ein Fuchs zwei der Raben getötet, doch glücklicherweise waren acht Raben im Tower, sodass sechs lebende Raben erhalten blieben.

Eine kleine unangenehme Bedeutung hat der Rabe auch für uns, meine Damen.
In unseren Augenwinkeln nisten sich kleine Krähenfüße ein.
Aber nicht doch, wir haben nur Lachfalten.

Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende mit hoffentlich viel Sonnenschein und fröhlichen Lachen.







Donnerstag, 29. Mai 2014

Ich habe eine Macke



und das sind Bücher.
Vor einiger Zeit habe ich sie mal gezählt und bei 1o87 aufgehört.
Dabei waren das nicht alle, denn bei dem letzten Umzug, von einem Haus in eine Wohnung, musste ich viele schöne Bücher verschenken, mit blutendem Herzen.
Eine entfernte, ja schon weit entfernte Bekannte, hat mich schon als Messi bezeichnet, weil ich so viele Bücher sammle.
Nur wenige Menschen können verstehen, dass ich Bücher nicht nur gerne lese und das oft mehrmals, sondern sie auch gerne in der Hand halte, anschaue und darin blättere.




Auch muss ich gestehen, dass es mich einfach glücklich macht, wenn ich meinen Blick über die voll gefüllten Regale  schweifen lasse.





Lesen ist einfach etwas wunderschönes, man taucht ab in eine andere Welt und lässt für kurze Zeit den grauen Alltag zurück.
Auch kann man viel lernen, selbst von Märchen oder einfach nur Romanen, denn jeder Schriftsteller gibt bei seinen Erzählungen auch ein Stück von sich und seinen Ansichten auf das Leben preis.
Ich komme aus einer Familie bei der das Lesen schon immer wichtig war.
Damals gab es ja noch keinen Fernseher und wenn wir im Bett waren und meine Mutter nähte oder flickte, hat mein Vater ihr vorgelesen.
Besonders heimelig war es in der Adventszeit, wir saßen um den Küchentisch und während meine Mutter Plätzchen backte und der köstliche Duft unseren Nasen schmeichelte, las Vati uns Märchen vor.
Das erst Buch, das mir das Christkind brachte war:
"Das goldene Märchenbuch" 
Es hatte einen golden Umschlag und enthielt Märchen aus der ganzen Welt.
Ich habe es behütet wie einen goldenen Schatz und habe es heute noch.
Als ich zehn Jahre alt war hatte mein Vater einen schweren Herzinfarkt  und war für mehrere Wochen ans Bett gefesselt, bitter für so einen aktiven Menschen.
Ich durfte ihm dann nachmittags nach den Hausaufgaben immer vorlesen.
Wie wichtig das Lesen für die Entwicklung des Kindes ist, hat eine Studie gezeigt, die englische Studenten vor Jahrzehnten durchgeführt haben.
Sie haben Kindern aus den ärmsten Vierteln, vom Babyalter an, vorgelesen.
Die Kinder, denen sie vorgelesen haben, entwickelten sich besser und waren klüger.
Natürlich habe ich auch meiner Tochter von frühester Kindheit an vorgelesen und wir haben auch viel gesungen.
Ein Bilderbuch mit Kinderliedern und herrrlichen Zeichnungen dazu, das liebte sie besonders.
Eines Tages kam ein Kollege meines Mannes zu Besuch und während wir uns unterhielten wurde es Claudia langweilig.
Sie nahm ihr geliebtes Bilderbuch und begann zu singen.
Unser Besucher schaute entgeistert auf das kleine Kind, das noch in den Windeln steckt und meinte fassungslos:
"Kann die schon lesen!"
Claudia hatte die richtige Seite im Buch aufgeschlagen und sang fehlerfrei den Liedertext.
Keine Angst ich habe kein Genie in die Welt gesetzt.
Meine Tochter konnte sehr früh laufen und sprechen, aber den Satz:
"Mama, ich muss aufs Töpfchen," den hat sie sehr spät gelernt.





Bücher

Vor einem großem Schreine
Ziehe ich das grüne Tuch
Dort sieht man im Lampenscheine
In Reihe stehe Buch um Buch

Diese ganze Bücherreihe
Ist von meiner Hand mal aufgebaut
Und im Ernste dieser Weihe
Ist vieler Inhalt mir vertraut

Man versenkt sich in mein Leben
Wer diese Bücher liest
Man kann da oft entschweben
Wer manchen Schleier sieht

Ich habe von Kindheitstage
Blatt für Blatt im guten Sinn
Sorgsam und lesend umgeschlagen
Wer es liest, weiß wer ich bin

Nun mag man auch bedenken
Will man lesen Buch um Buch
Da darf man keine Zeit verschenken
Oder man legt wieder darüber das Tuch


 Die Nachtigall
 

 

 

Dienstag, 27. Mai 2014

Reizwortgeschichte Erinnerungen

Reizwörter:

Chaos, Papierkram, verzweifelt, entsetzt, froh






Erinnerungen

Hannelore ging langsam den Kiesweg entlang und blieb dann vor dem Grab ihrer Oma stehen.
Sie legte den bunten Blumenstrauß ab und zog die gläserne Vase aus der schwarzen weichen Erde inmitten des steinernen Vierecks.
Am nahegelegenen Kompost entsorgte sie die verwelkten Blumen, spülte die Vase aus und füllte sie mit frischem Wasser.
Während sie die Blumen liebevoll arrangierte, liefen ihr die Tränen über das Gesicht.
Oma, ich vermisse dich so, hast dich einfach still und heimlich davon geschlichen, während ich mitten im Examen steckte. Nichts gesagt hast du mir, wie krank dein armes Herz war, wolltest mich nicht belasten.
Aber wenigstens hat der Arzt gesagt, du bist ganz friedlich eingeschlafen. Dabei wollte ich dir doch Lutz vorstellen, du hättest ihn sicher gemocht. Ach Omi, ich lieb dich so!“
Das Mädchen erhob sich, faltete die Hände zu einem stummen Gebet und verließ mit gesenktem Kopf den Friedhof.
Wenig später hielt ihr Auto vor dem kleinen ärmlichen Häuschen der Oma.
Beide Hände auf dem Lenkrad betrachtete sie den verwilderten Garten, den Apfelbaum an dem noch die Schaukel hing, die der Opa ihr aufgehängt hatte, als sie damals nach der Scheidung ihre Eltern von ihrer Mutter bei
deren Eltern abgeliefert wurde wie ein lästiges Paket.
Weder der Vater noch die Mutter wollten sie in ihr neues
Leben mitnehmen.
Mit unendlicher Liebe hatten sich die Großeltern dem verstörten Kind angenommen.
Nach dem Abitur hatte sie dann weiter entfernt einen Studienplatz bekommen und konnte nur noch gelegentlich zu Besuch kommen, denn das Fahrgeld war teuer und sie hatte auch noch einen Job als Kellnerin in einem Studenten- Cafe.
Als sie im zweiten Semester war, starb der Großvater und sie war sofort nach Hause geeilt, um der Großmutter zur Seite zu stehen.
Als alles erledigt und vorüber war, hatte die Oma sie energisch weg geschickt, denn der Opa würde sich freuen wenn sie ein gutes Examen machte.
War er doch so stolz auf seine kluge Enkelin.
Und sie hatte sich noch mehr in ihre Studien gestürzt, erstens, um zu vergessen, aber auch um ihren Großeltern zu danken, die soviel für sie getan hatten.
Dann hatte sie ihr Examen mit Eins gemacht und gerade ihre Koffer gepackt, Lutz, den sie ihrer Oma vorstellen wollte wartete schon unten in seinem alten VW-Käfer, da kam das Telegramm.
Verzweifelt und entsetzt hatte sie dagesessen bis Lutz herauf kam und sie in die Arme nahm.
Und statt auf Besuch waren sie zu einer Beerdigung gefahren.
Da kein Testament vorhanden war, hatte ihre Mutter das Haus geerbt und schnellst möglichst verkauft.
Sie hatte ihre Tochter aufgefordert, ihre persönlichen Sachen und das der Oma aus dem Haus zu holen, bevor am Montag die Firma, die das Haus ausräumen würde, kommt.
Hannelore nahm den Schlüssel aus dem Blumentopf neben dem Eingang und betrat das Haus.
Im Flur hingen mehrere Mäntel und Jacken übereinander auf den Hacken. Verschiedene Schuhe lagen kreuz und quer darunter.
Liebevoll lächelnd betrachtete das Mädchen das Chaos. Von Ordnung hielt Oma nie viel.
Eine Wohnung ist keine Schonung, man muss sehen, dass darin das Leben stattfindet,“ pflegte sie zu sagen, wenn der Opa über ihre Unordnung meckerte.
Hannelore ging in die kleine beige geflieste Küche. Wie viele gemütliche Stunden hatten sie drei hier verbracht. Opa hatte die Oma immer geneckt, und die sich vergnügt zu wehren gewusst.
Hannelore hatte gekichert und sich gewünscht, auch einmal so eine glückliche Ehe zu führen.
Sie ging hinüber in die kleine Wohnstube, öffnete das Fenster, um die abgestandene Luft hinaus zu lassen.
Eine Biene kam summend herein geflogen, prallte gegen die Wand, dann gegen die Scheibe und fand endlich wieder den Weg in den Garten.
Hannelore strich liebevoll über die Lehne des alten Sessels. Hier hatte die Oma immer gesessen und ihr aus einem alten zerfledderten Märchenbuch vorgelesen, während sie auf dem Fußbänkchen saß, den Kopf an Omas Knie gelehnt und lauschte.
Der Opa war am Tisch gesessen, die geliebte Pfeife im Mund und tat als würde er Zeitung lesen.
In Wirklichkeit hörte er auch zu, aber dass hätte er niemals zugegeben.
Hannelores Blick wanderte zum Schrank, auf dessen unterer Ablage große ziemlich schiefe Stapel alter Zeitungen sich türmten.
In dem Regal darüber lagen kunterbunt durcheinander einige Bücher.
Das Mädchen holte das Märchenbuch heraus und blättert versonnen darin.
Träumst du mal wieder, Sprösschen,“ erklang Lutz Stimme hinter ihr.
Jubelnd fiel sie ihm um den Hals.
Wo kommst du denn her!“
Hab mir frei genommen, konnte dich doch nicht allein
lassen mit dem ganzen Kram hier.“
Grinsend sah er sich um.
Jetzt weiß ich woher du deinen Hang zur Unordnung hast.“
Spielerisch knuffte sie ihn in die Seite.
Nun begannen sie alle Dinge, die Hannelore gern behalten wollte in die Umzugskartons zu packen.
Die Schubladen, die vor Papieren überquollen schütteten sie in einen Wäschekorb.
Den Papierkram wollten sie zu Hause erledigen.
Die Fotoalben und Bücher legten sie dazu.
Zwei Stunden später lümmelten sie erschöpft aber froh auf dem alten Sofa.
Lutz ließ grinsend seinen Blick durch den Raum gleiten.
Gemütlich hier!“
Trotz Unordnung?“ spottete Hannelore.
Lutz küsste sie auf die mit Sommersprossen übersäte Nase, deshalb nannte er sie auch Sprösschen, und erklärte.
Seit ich dich kenne, liebe ich Unordnung geradezu!“
Das Mädchen rammte ihm den Ellbogen in die Seite.
Aua!“
Dann legte sie ihren Kopf an seine Schulter und Lutz schmiegte seine Wange auf ihr Haar.
Hannelore war, als hörte sie ihre Oma kichern.
Oh ja, Lutz hätte der Oma gefallen.

© Lore Platz







Montag, 26. Mai 2014

Aus der Werkstatt eines Dichters

 
Wie entsteht eigentlich so eine Geschichte?
Zuerst einmal ist da so eine Idee und morgens nach dem Aufwachen bleibe ich immer etwas liegen und spiele mit dieser Idee.
Nach einigen Tagen ist die Geschichte fix und fertig im Kopf.
Doch nun beginnt  die eigentliche Arbeit, denn die Geschichte muss mit vielen hunderten von Buchstaben aufgeschrieben  werden.
Die Rohfassung schreibe ich immer mit der Hand und während ich sie dann in den Computer übertrage, feile ich an der Formulierung.
Manchmal fallen mir dann auch noch einige Szenen ein, die ich mit einbaue.
Dann wird die fertige Geschichte noch einmal durchgelesen und auf ihre logische Abfolge geprüft, dann ausgedruckt und abgelegt.
Und meine Märchensammlung ist wieder um eine Geschichte reicher.
Morgen gibt es wieder eine neue Reizwortgeschichte, also nicht versäumen.
Wünsche euch noch einen schönen Tag heute.

Freitag, 23. Mai 2014

Pfingstrosen

Bei diesem herrlichen Wetter verbringe ich mehr Zeit auf meiner schönen Veranda, als am Computer.
Gestern fotografierte ich die erste Pfingstrose.


 Ich kann mich noch errinnern, wie begehrt die Blüten der schnell verblühende Rose bei uns Kindern war.
Hatten wir doch die wichtige Aufgabe bei der Fronleichnahmsprozession Blumen zu streuen.

Die Legende erzählt, dass in Galiläa eine Frau namens Ruth lebte, die eine große Verehrerin von Jesus war.
Als sie hörte, dass dieser gekreuzigt worden ist, lief sie in ihren Rosengarten und weinte bitterlich.
Da erklang eine wunderschöne Musik und sie fühlte sich getröstet.
Einige Zeit später begegnete sie einem Jünger Jesus, der ihr freudestrahlend erzählte, dass Jesus auferstanden sei und er erzählte ihr auch von dem Pfingstfest.
Da lief Ruth voller Freude in ihren Rosengarten und siehe da, alle Rosen hatten ihre Dornen verloren.
Und Ruht dachte: 
" Gott hat das Leid in Freude verwandelt!"

Nun wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende






Dienstag, 20. Mai 2014

Lila- Luna, die kleine Elfe

Reizwörter:
Hummel – Kleid – singen – lösen – lila








Lila - Luna, die kleine Elfe


Anneliese kaut gedankenverloren an ihrem Bleistift.
Traurig sieht sie durch das Fenster hinaus in den Garten. Es ist so schönes Wetter und sie muss Hausaufgaben machen, die wie immer viel zu viel sind.
Eine Hummel kommt brummend angeflogen, stößt gegen die Scheibe und landet dann auf der Fensterbank.
Anneliese grinst, was für ein Tolpatsch, dann stutzt sie, denn der lila Punkt auf ihrem Rücken, der ihr jetzt erst auffällt, bewegt sich.
Das Mädchen springt auf und geht zum Fenster.
Doch wie staunt sie über das kleine zarte Wesen in einem lila Kleid, das sie freundlich ansieht.
Wer bist denn du?“
Das kleine Wesen strahlt.
Ich bin Lila–Luna eine Elfe, leider noch ohne Flügel,“ nun wird ihr Gesicht traurig, „ und so wie es aussieht werde ich auch dieses Jahr ohne Flügel bleiben, dabei habe ich alle zehn Aufgaben gelöst und die Prüfung bestanden.“
Auf den fragenden Blick von Anneliese erklärt sie ihr, dass ihr Freund Brummer sie auf die große Festwiese hinter dem Wald bringen wollte, wo heute alle Absolventen der Elfenschule ihre Flügel bekommen.
Leider hatte sich Brummer gestern erkältet und Fieber bekommen und ist nun zu schwach, um weiter zu fliegen.
Kann ich dir helfen?“ fragt Anneliese spontan.
Die kleine Elfe betrachtet sie einen Moment nachdenklich, dann strahlt sie.
Du könntest mich auf die Festwiese tragen, mit deinen
Riesenfüßen sind wir bestimmt bald da.
Aber vorher müssen wir Brummer noch zu Doktor Wichtel bringen.“
Anneliese legt die Hummel vorsichtig in ein Taschentuch, setzt die zierliche kleine Elfe auf ihr Schulter und verlässt mit den Beiden das Haus.
Den Wald haben sie bald erreicht und Lila-Luna bittet das Mädchen sie bei einer großen knorrigen Eiche herunterzulassen.
Während Anneliese die Hummel vorsichtig ins Gras legt, klopft die Elfe an die kleine Tür.
Ein Wichtel steckt seinen Kopf heraus und erschrickt ein wenig als der Anneliese sieht, doch dann bemerkt er die Elfe und kommt heraus.
Guten Tag Doktor Wichtel, Brummer ist sehr krank, kannst du ihm helfen.“
Der Wichtel hat sich schon über die Hummel gebeugt und murmelt. „Er hat hohes Fieber, aber das wird schon wieder, am besten wir bringen ihn ins Haus.“
Auf seinen Ruf kommen zwei weitere Wichtel heraus mit einer Tragbahre, auf die sie die Hummel legen und ins Haus bringen.
Doktor Wichtel wendet sich nun an die Elfe.
Du brauchst dir keine Sorgen um deinen Freund zu machen, ich kümmere mich um ihn, aber nun spute dich, die Glockenblume hat schon zum zweiten geläutet und du weißt beim dritten Mal beginnt die Zeremonie.“
Lila-Luna nickt ernst und bittet.
Das Menschenmädchen hat mir sehr geholfen und ich möchte sie gerne mitnehmen, aber mit ihren Riesenfüßen kann sie viel Unheil anrichten auf der Festwiese. Kannst du sie bitte klein machen, du weißt, solange ich keine Flügel habe darf ich nicht zaubern.“
Doktor Wurzel nickt und murmelt ein paar Wörter und Anneliese spürt plötzlich ein Kribbeln am ganzen Körper
und ist auf einmal so klein wie ihr neu gewonnene
Freundin.
Kichernd fassen sie sich an den Händen und laufen los.
Doktor Wichtel aber verschwindet kopfschüttelnd in seinem Häuschen.
Die beiden Mädchen haben die Festwiese fast erreicht, da zieht Lila-Luna Anneliese ganz schnell unter einen Himbeerstrauch.
Siehst du dort drüber im Gras,“ wispert sie, „ da schleichen sich einige Kobolde an, die wollen sicher das Fest stören.“
Schweigend beobachten die Freundinnen, wie die frechen Gesellen sich lautlos durch das hohe Gras schieben.
Komm, wir gehen zur Bienenkönigin.“
Kurze Zeit später klopft Lila-Luna an den Stamm, in dem das Bienenvolk lebt.
Eine Biene steckt der Kopf heraus.
Was willst du?“
Ich bin Lila-Luna und muss ganz schnell die Frau Königin sprechen.“
Wenig später kommt die Königin zu ihnen herunter geflogen und als die kleine Elfe ihr aufgeregt von den Kobolden erzählt, handelt diese schnell.
Bald darauf schwirrt ein Schwarm Soldatinnen aus.
Die beiden Mädchen halten sich angstvoll umschlungen und lauschen.
Stachel ausfahren!“ ruft die Anführerin der Bienen und auf einmal wird es lebendig im Gras.
Die Kobolde fliehen nach allen Seiten, verfolgt von den Bienen.
Lila-Luna und Anneliese jubeln und hüpfen im Kreis herum , doch die Bienenkönigin mahnt: „Beeilt euch, die Glockenblume läutet gerade zum dritten Mal .“
Atemlos kommen die Mädchen auf der Festwiese an.
Eben verlässt die letzte Elfe mit ihren neuen Flügeln das Podium.
Frau Professor Elektra wirft einen grimmigen Blick auf
Lila-Luna und kommt ihnen entgegen.
Du bist zu spät, deine Flügel bekommst du dieses Jahr nicht.“
Aber ich habe die Prüfung doch bestanden,“ ruft die kleine Elfe verzweifelt, „ und dass ich zu spät komme hatte seinen Grund“
Keine Ausreden, Pünktlichkeit ist eine Tugend und dir fehlt es entschieden an Disziplin!“
Frau Elektra wendet sich ab und die kleine Elfe lässt traurig den Kopf hängen.
Tröstend legt Anneliese ihren Arm um die Freundin.
Unruhe entsteht auf der Festwiese und Doktor Wichtel und die Bienenkönigin bahnen sich einen Weg durch die Menge.
Auf ein Wort Frau Elektra,“ ruft der Wichtel und diese bleibt stehen.
Und nun erzählen die Beiden, wie Lila-Luna ihren kranken Freund zu Doktor Wichtel gebracht und die Elfen vor einem Überfall der Kobolde bewahrt hat.
Mit jedem Wort wird das strenge Gesicht der Professorin milder.
Sie nimmt die kleine Elfe bei der Hand und führt sie auf das Podium.
Ich muss mich bei dir entschuldigen, denn ich habe dir Unrecht getan. Du hast uns allen einen großen Dienst erwiesen und statt dich zu tadeln, hätte ich dich anhören müssen. Natürlich bekommst du deine Flügel.“
Sie holt ein wunderschönes Flügelpaar und befestigt es auf dem Rücken der kleinen glücklichen Elfe.
Ganz vorsichtig bewegt Lila-Luna die Flügel, dann immer schneller und schließlich fliegt sie laut singend in die Luft, überquert die Festwiese unter dem begeisterten Jubel der kleinen Gesellschaft und landet direkt neben Anneliese.
Liebevoll umarmt sie das Mädchen und raunt. „Ohne dich hätte ich es nie geschafft!“
Anneliese aber feiert nun fröhlich mit, tanzt ausgelassen
nach den Klängen der Grillen, probiert von der
Blütengrütze und dem Honigmet und wird auf einmal furchtbar müde.
Als sie erwacht, liegt sie in ihrem Bett und ihre Mutter beugt sich über sie.
Du musst aber müde gewesen sein, wenn du am helllichten Tag schläfst, „ lacht diese.
Aber nun komm nach unten und mach deine Hausaufgaben fertig. Es liegt alles noch auf dem Tisch.“
Als die Mutter das Zimmer verlassen hat, grübelt Anneliese darüber nach, ob sie tatsächlich mitten unter dem Hausaufgaben machen eingeschlafen ist und alles nur geträumt hat.
Aber es war ein sehr realer Traum.
Als sie hinüber zum Fenster sieht, stutzt sie.
Auf der Fensterbank liegt eine lila Blüte.
War alles wirklich nur ein Traum?

© Lore Platz 

Genau wie Zwurrli ist mir auch Lila-Luna ans Herz gewachsen und ihr werdet bestimmt noch mehr von den Abenteuern der beiden Freundinnen hören.
Nun wünsche ich euch einen schönen sonnigen Tag, den ich heute auf der Terrasse verbringen werde.
Eure Märchenfee



Montag, 19. Mai 2014

Ganz kurz heute

Eine böse Erkältung hat mich erwischt, die sogar vor meinen armen Knochen nicht halt macht.
Jetzt verstehe ich auch erst so richtig, wenn alte Leute früher immer sagten: "Ich spüre das Wetter in den Knochen!"
Zum Glück kommt heute mein Hausarzt zu seinem vier wöchentlichen Hausbesuch und ich hoffe er kann mir helfen.
Außerdem sollen wir ja diese Woche bis 30° Grad bekommen und die Sonne, die hilft mir bestimmt.
Krächzende Grüße schicke ich euch, aber das hält mich nicht davon ab, euch für Morgen unsere Reizwortgeschichten anzukündigen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.



Donnerstag, 15. Mai 2014

Madame Tussaud








Vor einigen Tagen sah ich mir einen Videoclip mit Otto an.
Er spielte in einem Wachsfigurenkabinett eine regungslose Figur und wenn die Besucher ihn näher betrachteten, dann wurde er lebendig.
Da fiel mir ein, dass ich vor über vierzig Jahren das Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud in London besichtigte und wie begeistert ich damals war.
Leider habe ich davon keine Fotos, aber meine Tochter machte ihre Abschlussfahrt mit der Schule nach London und davon kann ich euch diese zwei Bilder zeigen.





Außerdem war ein ehemaliges Tageskind von mir vor kurzem in Hamburg und brachte mir viele Fotos mit.






Wer aber war nun eigentlich Madame Tussaud?
Sie wurde 1761 als Marie Grosholz in Straßburg geboren.
Ihr Vater war Henker und Scharfrichter.
Mit 17 Jahren lernte sie das Handwerk des Modellierens von ihrem Onkel Philippe Curtius in Bern.
Ab 1787 lebte sie in Paris und modellierte viele prominente Opfer während der Revolution.
Nach dem Tod ihres Onkels erbte sie dessen Figuren und das war der Grundstock ihrer Sammlung.
1895 heiratete sie den Ingenieur Francios Tussaud, den sie aber 1802 verließ, um mit ihrer Sammlung durch Großbritannien zu ziehen.
33 Jahre fuhr sie unter dem Künstlernamen Madame Tussaud in ihrem Wohnwagen durch England und organisiert Ausstellungen.
1835 eröffnet sie dann in London in der Baker Street ihr erstes Wachsfigurenkabinett.
Sie starb 1850 im hohen Alter von 88 Jahren.

Dienstag, 13. Mai 2014

Die Perlen des Herzogs - Reizwortgeschichte

Diesmal wurden die Wörter: 
Perlen, Zeit, träumen, glücklich, schweigen
vorgegeben





 Die Perlen des Herzogs


Der Zirkus Bellandini gastierte in H.
In einem der bunt bemalten Wohnwägen saß eine alte Dame vor dem Schminktisch und sah traurig in den Spiegel.
Das Leben hatte viele Falten in das einst schöne Gesicht gegraben.
Carmelita di Pavlio, unter diesem Künstlernamen sang sie auf den größten Bühnen der Welt. Von den Kritikern hochgejubelt, vom Publikum geliebt und von den Männern begehrt.
Doch ihr Herz gehörte nur einem, Archibald! Mit seinem jungenhaften Charme hatte sich der englische Adelige in ihr Herz gestohlen und es im Sturm erobert.
Es machte ihm nicht aus, dass sie fünf Jahre älter war. Auf all ihren Reisen begleitet er sie, war immer für sie da und der ruhende Pol in ihrem hektischen Leben.
Einen Moment schloss die alte Dame träumend die Augen und ließ noch einmal die unbeschwerte glückliche Zeit Revue passieren.
Doch Fortuna ist neidisch und kein Glück dauert ewig.
Der Vater von Archibald starb und er musste zurück nach England und die Frau heiraten, die ihm seine Familie ausgesucht hatte. Es war undenkbar, dass er als Herzog eine Künstlerin heiratete.
Es war hier in H., als sie für immer Abschied genommen hatten. Archie hatte ihr ein rotes Etui mit einer wunderschönen Perlenkette überreicht, damit sie ihn niemals vergaß.
Als ob das nötig gewesen wäre.
Vor einigen Jahren war er gestorben.
Die alte Dame öffnete eine Schublade an ihrem Tischen und zog ein rotes Etui heraus.
Zärtlich fuhr sie mit den Fingern die Perlen entlang.
Perlen bedeuten Tränen. Für jede einzelne dieser Perlen hatte sie hundert Tränen vergossen.
Sie stürzte sich in die Arbeit und die Kritiker überschlugen sich vor Begeisterung, denn ihr Gesang war noch besser, noch gefühlvoller
geworden und niemand ahnte den großen Schmerz, der hinter all diesen Tönen lag.
Doch eines Tages brach ihre Stimme und sie musste die Bühne verlassen.
Zuerst musste sie ihre wunderschöne Villa verkaufen, dann ihren
Schmuck.
Doch von der Perlenkette konnte sie sich nicht trennen.
Schließlich landete sie in einer kleinen schäbigen Pension und fürchtete sich jeden Tag davor, dass ihre Ersparnisse zur Neige gingen.
Und dann war sie dem Zirkusdirektor Martinsen begegnet. Er hatte sie sofort erkannt und ihr eine Stelle an der Kasse angeboten.
Viele Jahre reiste sie nun schon mit dem Zirkus durchs Land und sie waren wie eine kleine Familie.
Doch Direktor Martinsen starb vor einigen Monaten und sein arroganter Sohn übernahm die Leitung und heute hatte er sie in den Bürowagen bestellt und erklärt, dass ab sofort seine Freundin an der Kasse sitzen würde.
Außerdem wäre er nicht so dumm wie sein Vater und würde nutzlose alte Leute mit durchfüttern.
Sie solle sich eine andere Bleibe suchen, denn wenn der Zirkus weiterzöge, würde sie nicht mitkommen.
Die alte Dame seufzte, dann steckte die das Etui in ihre Handtasche und stand auf.
Gerade als sie ihren Mantel anzog, öffnete sich die Tür und die alte Lissy ,die beiden Clowns Pippo und Peppo und der alte Sam, der seit einem Unfall auf dem Trapez hinkte, drängten sich herein.
Als die alte Dame Lissys verweintes Gesicht sah, fragte sie nur:
Ihr auch?“
Schweigend nickten die Vier.
Dann polterte Pippo wütend: „Unsere Späße seien veraltet, niemand könne darüber noch lachen. Und er will den Zirkus verjüngen und wir Alten sollen verschwinden.
Lissy schluchzte laut auf. „Ich habe doch niemanden, wohin soll ich?“
Die alte Dame nahm sie liebevoll in die Arme. „Wir sind deine Familie.“
Fragend sah sie die drei Männer an und diese nickten und bestätigten.
Wir bleiben zusammen!“
Siehst du, du kleiner Angsthase, nun hast du eine Schwester und drei Brüder. Wir werden uns eine Wohnung suchen und unsere kleinen Renten zusammen schmeißen. Dann können wir wunderbar
leben. Aber nun muss ich noch etwas erledigen. Wartet doch hier auf mich ich bin bald zurück.“
Kurze Zeit später stand sie vor dem Juweliergeschäft, in dem Archie damals die Perlen für sie gekauft hatte.
Wenig später kam sie mit einem Scheck in der Tasche aus dem Geschäft, dessen Höhe sie noch immer erbleichen ließ.
Diesmal leistete sie sich ein Taxi zurück in den Zirkus.
Wie staunten und strahlten ihre Freunde, als sie ihnen den Scheck zeigte und ihnen erklärte, dass sie für sich und ihre kleine Familie ein Haus kaufen wollte und gleich darauf machten sie sich auf den Weg zu einem Makler.
Es dauerte auch nicht lange bis sie ein passendes kleines Häuschen mit fünf Zimmern und einer großen Wohnküche und einem schönen Garten gefunden hatten.
Sie bekamen es sogar ziemlich günstig, da es schon lange leer stand und die Renovierungsarbeiten wollten sie selber machen.
So blieb noch eine schöne Summe über als Notgroschen.

Ein Jahr war vergangen.
Es war eine laue Sommernacht.
Auf der Terrasse saß Lissy deren Stricknadeln lustig klapperten. Zu ihren Füßen lag der Kater Merlin.
Pippo, Peppo und Sam spielten Karten und die alte Dame trat eben aus der Tür und ging die kleinen Stufen hinunter in den Garten.
Auf der Bank unter der Ulme setzte sie sich und sah hinauf in den Sternenhimmel.
Nun hast du wieder einmal für mich gesorgt Archibald. Dein großzügiges Geschenk hat uns allen einen ruhigen Lebensabend beschert.
Einige Jahre muss ich noch hier bleiben, denn meine Freunde brauchen mich, doch dann komme ich zu dir und keine Macht der Welt wird uns wieder trennen können!“
Sie schüttelte den Kopf und blinzelte verwirrt.
Es war ihr, als hätte einer der Sterne geblinkt, doch als sie wieder nach oben sah, zogen die Sterne gleichmäßig ihre Bahn.
Lächelnd stand sie auf. Das war wohl eine Sinnestäuschung.
Wer weiß!


© Lore Platz 2014




Montag, 12. Mai 2014

Reizwortgeschichten - Wie es begann....

Sicher kennt ihr das Lied von den zehn kleinen Negerlein. Bei jeder Strophe verschwand ein kleines Büblein.


So ähnlich erging es mit den Reizwortgeschichten, nur dass bei diesen immer ein Schreiber mehr dazu kam.
Nach dem Tode meines Mannes hatte ich eine Schreibblockade und meine Freundin Regina schlug mir vor, mir fünf Wörter als Vorgabe zu geben in der wir beide innerhalb einer Woche eine Kurzgeschichte davon schreiben sollten.



Mein Ehrgeiz war geweckt und es entstand die Geschichte "Das Wunder von Wolfkirchen"
Unsere gemeinsame Freundin Martina wollte sich uns anschließen und das Dreimädelhaus war perfekt und erfreut euch seitdem wochenlang mit Geschichten.
Vor einiger Zeit fragte Eva eine Freundin von Regina an, ob sie auch mitmachen dürfe.




Da waren es plötzlich Vier.
Ob wir die zehn kleinen Schreiberlinge wohl zusammen bekommen?
Morgen ist also wieder Reizwortgeschichtentag.
Viel Spaß wünsche ich euch beim Lesen.



Sonntag, 11. Mai 2014

Muttertag

Heute ist für uns Mütter ein Ehrentag und ich hoffe, dass eure Kinder diesen auch würdigen.
Zu verdanken haben wir diesen Tag der Amerikanerin Anna Maria Jarvis.
Am 12 Mai 1907 dem Sonntag nach dem 2. Todestag ihrer Mutter feierte diese ein Memorial Mother Day Meeting.
Im Jahr danach, wieder am zweiten Sonntag im Mai hat sie in ihrer Kirche allen Müttern eine Andacht gewidmet und ließ 500 weiße Nelken vor der Kirche verteilen.
Wie tief muss die Liebe zu ihrer Mutter gewesen sein.
Nun möchte ich euch zwei unterschiedliche Gedichte zu diesem Thema von meinem Freund "Die Nachtigall" vorstellen.
Sie zeigt wie verschieden die Kinderliebe sein kann.





Mutterliebe eines Kindes

Liebe Mama komm doch mal zu mir
Ich möchte dir was sagen
Mach des doch bequem dir
Und stelle keine Fragen

Einst hast du mich im Bauch getragen
Das war bestimmt sehr schwer
Doch niemals hörte man dich klagen
Ich wuchs in dir so sehr

Dann erblickte ich die Welt
Geschenkt hast du mir das Leben
Hast an deiner Brust mich getränkt
Und viel von dir gegeben

Mit Liebe hast du mich umsorgt
Beantwortest viele Fragen
Hast alle Wäsche mir besorgt
Dich hörte ich niemals klagen

Du besserst Kleidung aus, gabst mir zu Essen
Und kauftest für mich ein
Auch lehrtest du mir das Rechnen
Auch schimpfen musste manchmal sein

Bei Krankheit hast du mich umsorgt
Mit deiner ganzen Kraft
Hast dich viel wegen mir gesorgt
Und hast doch alles geschafft

Ich will dir nur was sagen
Was ich viel zu wenig tu
Der beste Mensch in meine  Lebenstagen
Bist ganz allein nur DU


Die Nachtigall




Mütterlein


Viele Kinder sind ja so galant
Gehen ihrer Mutter stets zur Hand
Wenn die dann alt und jamern tut
Finden viele es gar nicht gut

Dann schreien sie auf, liebe Mütterlein
Lass doch das Jammern sein
Wir Kinder müssen uns ja schämen
Hast du denn kein Benehmen

Lässt uns einfach den Abwasch stehen
Dann willst du zu deiner Freundin gehen
Was denkst du dir dabei
Sind wir dir ganz einerlei

Weißt du denn nicht liebe Mama
Wir haben doch auch ein Baby
Du musst dich schon nach uns richten
Das sind doch deine Omapflichten

Du willst nur deine Ruh`
Was sagt man denn dazu
Immer willst du auf Reisen gehen
Das können wir nicht verstehen

Und noch eins liebes Mütterlein
Du willst nicht mehr so fleißig sein
Willst nicht aufstehen am frühen Morgen
Und unsere Kinder dann versorgen

Wie du weißt haben wir viele Schulden
Darum musst du uns einfach dulden
Für die Miete ist das Geld zu knapp
Nun finde dich einfach damit ab

Du meinst die Wohnung ist zu klein
Und möchtest gern alleine sein
Ach Mutti, das ist wirklich nicht fein
Wir besuchen dich auch im Altersheim

Liebe Kinder ihr solltet eins bedenken
Das Leben tat ich euch schenken
Habe euch groß gezogen und lernen lassen
Und nun fängt ihr an mich zu hassen 


Die Nachtigall