Montag, 30. Juni 2014

Nur eine kleine Ankündigung





Morgen ist wieder Reizwortgeschichtentag und ich möchte euch dazu recht herzlich einladen.
Es freut mich riesig welche Resonanz unsere Geschichten hier finden und ein größeres Kompliment kann es doch gar nicht geben.
Dafür danke ich euch.
 

Sonntag, 29. Juni 2014

Eine weiß - blaue Geschichte






Seit Wochen schon macht der weiß-blaue Himmel über Bayern seinem Namen alle Ehre.
Dabei haben die Farben weiß-blau eigentlich gar nichts mit dem Himmel zu tun.
Sondern mit dem Herzschild das in Weiß und Blau schräg gerautet ist. Nachdem er früher (seit 1204) den Grafen von Bogen als Wappen gedient hatte, wurde dieser Herzschild 1247 von den Wittelsbachern als Stammwappen übernommen.
Die weiß-blauen Rauten sind das bayrische Wahrzeichen schlechthin.
Besungen wird ja der weiß blaue auch in unserer Nationalhymne.
Ja wir Bayern, haben wir doch nicht nur an der Grenze groß ein Schild prangen:Freistaat Bayern“, nein wir haben auch noch eine eigene Nationalhymne.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wenn meine Verwandten aus dem Saarland kamen, wie sich meine Kusine Cilly, die sowieso eine Kichererbse war, sich immer ausschüttete vor Lachen über das Schild.

Wie aber kam es dazu, dass wir sogar eine eigene Hymne haben.
Der Lehrer Michael Öchsner (1816 – 1893 ) gründete mit dem Druckereibesitzer Franz Dotterer 1856 die „Bayrische Schulzeitung“.
1860 wurde diese verboten, da sie kritische Bemerkungen über das bayrische Schulwesen enthielt.
Unter einem Pseudonym gründete Öchsner eine zweite Zeitung „Den bayrischen Schulfreund“, dem 1867 eine Zeitung für Schüler folgte.
Außerdem verfasste er Schulbücher und gab Liederbücher mit selbst gedichteten und teilweise selbst komponierten Liedern heraus.
Am 15. Dezember 1860 wurde das Bayernlied, das Öchsner gedichtet und Max Kunz komponiert hatte zum ersten Mal öffentlich aufgeführt.













Nach Öchsners Tod 1893 geriet das Lied in Vergessenheit. Erst 1944 entdeckte Johannes Timmermann die Urnoten der Hymne in einem Archiv.
1949 übergab die US-Militärregierung in Bayern ihren Münchner Rundfunksender an die öffentlich rechtliche Anstalt Bayrischer Rundfunk.
Zum Sendeschluss wurde das Öchsner/Kunz Liede gespielt.
1952 beschließt der Bayrische Landtag einstimmig, dass dieses Lied zusammen mit der in Bonn bekannt gemachten Hymne der Bundesrepublik in Bayern gesungen wird.
1966 wurde es dann als Bayernhymne des Freistaates eingeführt.

Bayernhymne  so wie sie heute gesungen wird, die 2. und 4. Strophe wird weggelassen

Gott mit dir, du Land der Bayern,
Deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
Ruhe seine Segenshand
Er behüte deine Fluren
Schirme deiner Städte Bau
Und er erhalte dir die Farben
Seines Himmel weiß und blau




Gott mit dir dem Bayernvolke
Dass wir uns`rer Väter wert
Fest in Eintracht und in Frieden
Bauen unser Glückes Herd
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
Einig uns ein jeder schau
Und den Ruhm bewähre
Unser Banner weiß und blau

Nun heute ist der Himmel mal nicht weiß -blau, sondern bleigrau und regnerisch.
Aber das ist gut so, denn die Natur braucht dringend das kostbare Nass.
Nun wünsche ich euch einen schönen gmütlichen Sonntag.







Dienstag, 24. Juni 2014

Reizwortgeschichte - Können Träume wahr werden

Reizwörter Träume, Zeit, wahr, fröhlich, fliegen







Können Träume wahr werden?


Die Tür flog auf und knallte gegen die Wand.
Frederike stürmte ins Zimmer und Beatrice zuckte erschrocken zusammen.
Mensch Fredy musst du immer so einen Lärm machen!“
Wir warten schon alle, hast du vergessen, dass wir heute zum Blaubeeren pflücken gehen wollen! Nun komm schon Trixi“!
Bedauernd schließt Beatrice die Zeitung „Pflanzenwelt“, eben hatte sie noch einen spannenden Artikel von der
Königin der Nacht“ einer Blume die fünf Jahre brauchte, um zu blühen und das nur für eine Nacht, gelesen.
Das Mädchen liebte Pflanzen und diese dankten es ihr, denn das Stück Garten, das ihr der Vater zur Verfügung gestellt hatte, blühte am schönsten.
Bald saß sie eingequetscht zwischen ihrer Kusine Fredy und deren Freundin Kerstin im Rücksitz des Wagens ihres Onkels.
Während dieser dann einen Parkplatz suchte gingen die Kinder mit der Tante in den Wald.
Jede trug ein Körbchen und bald fanden sie eine Lichtung mit Blaubeersträuchern soweit das Auge reicht.
Trixi hatte ihr Körbchen fast voll und schlenderte suchend immer weiter in den Wald hinein.
Ohne es zu bemerken entfernte sie sich immer mehr von den Anderen.
Ein Käuzchen schrie durchdringend und das Mädchen ließ vor Schreck das Körbchen fallen und rannte durch das Dickicht.
Schwer atmend blieb sie stehen und sah sich um
Sie hatte sich verlaufen!
Tränen liefen ihr über die Wangen und sie rief laut nach ihrer Tante und ihrem Onkel.
Endlich ließ sie sich erschöpft unter einen Baum ins weiche Moos sinken.
Die Vögel, die verstummt waren, als sie durch den Wald stolperte, begannen wieder ihr fröhliches Lied zu singen.
Ein Eichkätzchen betrachtete sie aus neugierigen Augen und huschte den Stamm hinauf und verschwand zwischen den Blättern.
Beatrice hatte auf einmal keine Angst mehr, eine friedliche Stimmung hüllte sie ein.
Müde kuschelte sie sich ins Moos und schlief ein.
Wer sie wohl ist? Sie schläft? Ich finde sie sieht nicht böse aus. Ist sie ein Mensch?“
Trixi hörte feine Stimmen wispern, öffnete die Augen und sah direkt über sich ein Wesen, mit langen spitzen Ohren und einer Zipfelmütze auf dem Kopf und fing an zu schreien.
Das Wesen fuhr zurück und brüllte ebenfalls los.
Jetzt erst sah das Mädchen die Zwerge, die sie aus sicherer Entfernung ängstlich beobachteten.
Bist du ein Mensch oder ein Riesenkind?“ fragte das mollige Zwergenmädchen und trat mutig einen Schritt näher, wurde aber von von einem Zwergenjungen nach hinten gezogen.
Beatrice lächelte. „Ich bin ein Menschenmädchen und ihr müsst keine Angst vor mir haben.“
Pah, haben wir auch gar nicht, „ behauptete der Zwergenjunge, der eben noch so laut gebrüllt hatte.
Das ist mein Bruder Prahlhans,“ das pausbäckige Mädchen trat näher und zögernd folgten ihr die Anderen.
Ich bin Petronella, meinen Bruder Prahlhans kennst du ja.
Der Junge, der meine Schürze nicht loslässt ist Angsthase
und der Kleine ist Schlafmütze.“
Freut mich, ich bin Beatrice auch Trixi genannt.“
Wir waren Kräuter und Pilze sammeln und als wir zurück kamen, lagst du vor unserem Eingang.
Das Mädchen sprang auf und erschrocken wichen die Zwerge wieder zurück.
Schnell setzte sich Trixi auf einen Baumstumpf und zutraulich kamen die kleine Leutchen wieder näher.
Sie setzten sich zu ihren Füßen ins Moos und erzählten aus ihrem Leben unter dem Baum.
Den Kopf in die Hände gestützt lauschte das Mädchen den zwitschernden Stimmen.
Blätter raschelten und Schritte waren zu hören und die Zwerge versteckten sich in den Falten von Trixis Kleid.
Erwartungsvoll beobachtete diese das Gebüsch das sich nun teilte und staunte als ein schneeweißes Pferd mit einem goldenem Horn auf der Stirn die Lichtung betrat.
Eine überirdisch schöne Dame in einem Kleid aus weißer zarter Seide, bestickt mit zahlreichen Blumen, folgte dem Einhorn.
Ihr braunes Haar, dass ihr bis zur Hüfte reichte, zierte ein bunter Blumenkranz.
Die Zwerge krabbelten aus Trixis Rockfalten und jubelten.
Das ist ja die Blumenfee!“ und tanzten ausgelassen um diese herum.
Die Blumenfee betrachtet sie schmunzelnd, dann wandte sie sich an das Mädchen und grüßte freundlich.
Guten Tag Beatrice.“
Diese wurde rot und stammelte: „Ihr kennt mich?“
Aber ja, du hast doch einen kleinen Garten und behandelst meine Blumen und Pflanzen mit besonderer Liebe.“
Trixi lächelte schüchtern: „ Ich liebe Pflanzen.“
Ich weiß und freue mich, dich endlich einmal persönlich zu treffen, um dir zu danken für all die Liebe und Pflege, die du meinen Kindern schenkst.“
Das Mädchen strahlte vor Freude über das Lob und die Zwerge, die sich wieder zur ihren Füßen nieder gelassen hatten, kicherten.
Die Blumenfee kam nun näher und winkte dem Einhorn, ihr zu folgen.
Beatrice, ich möchte dir drei Wünsche erfüllen, als Dank für deine Liebe zur Natur.“
Das Einhorn tänzelte mit graziösen Schritten näher, senkte den Kopf und ein kleiner goldener Ring fiel in Tixis Schoß.
Das ist ein Wunschring, er wird dir drei Wünsche erfüllen. Leider ist die Erfüllung eines jeden Wunsches nur auf eine halbe Stunde begrenzt.“
Bewundernd betrachtete das Mädchen den Ring und steckt ihn an den Finger, dann fiel ihr Blick auf die Zwerge.
Ich möchte gern sehen wie meine kleinen Freunde leben.“
Die Blumenfee lächelte. „Dreh den Ring.“
Kaum hatte Beatrice dies getan, spürte sie ein Kribbeln am ganzen Körper und die Welt ringsum begann zu wachsen.
Jubelnd fiel Petronella ihr um den Hals.
Nun bist du genauso groß wie ich. Ich habe mir schon immer eine Schwester gewünscht!“
Prahlhans hatte das Laub unter der Wurzel des Baumes beiseite gefegt und eine kleine Tür wurde sichtbar.
Trixi kletterte hinter ihren neuen Freunden durch einen schmalen Gang und sie gelangten in ein reizendes kleines Stübchen.
Ein Zwerg mit einem langen weißem Bart saß auf einem Schaukelstuhl und schlief, wobei er leise Schnarchtöne von sich gab und der Bart sich hob und senkte.
Hinter ihm prasselte ein lustiges Feuer im Kamin und eine mollige Zwergin rührte eifrig in einem schwarzen gusseisernem Topf.
Ohne sich umzudrehen rief sie: „Da seid ihr ja endlich, hurtig, hurtig, bringt mir die Pilze und Kräuter!“
Die Kinder stellten ihre Körbe neben den Ofen und die Zwergenmutter schnippelte mit flinken Fingern die Zutaten
in die Suppe.
Ein köstlicher Duft zog durch den Raum.
Der Zwergenvater erwachte blinzelnd, hob schnuppernd die Nase und meinte vergnügt: „Ach Tildchen, das duftet wieder köstlich, wann können wir essen?“
Dann wandte er sich an die Kinder.
Ihr habt euch ja reichlich Zeit gelassen, wo habt ihr nur wieder gesteckt, aber Moment mal...?“
Stirnrunzelnd betrachtete er die kleinen Zwerge.
Tildchen, wie viel Kinder haben wir ?“
Vier, Brummbär, ein Mädchen und drei Jungen.“
Kopfschüttelnd begann der Zwergenvater zu zählen.
Eins, zwei, drei, vier … fünf? Tildchen bist du sicher? Es sind drei Jungen und zwei Mädchen.“
Die Zwergenfrau drehte sich um und die Kinder prusteten los.
Papa, das ist unser Menschenfreundin Trixi, sie wollte euch kennen lernen, deshalb hat die Blumenfee ihr für eine halbe Stunde unser Größe geschenkt.“
Trixi wurde nun herzlich umarmt und musste sich mit an den Tisch setzen und aus Walnussschalen Suppe löffeln und aus Haselnussschalen Honigmet trinken und viele viele Fragen beantworten.
Viel zu schnell verging die Zeit.
Alle waren traurig, doch die Zwergenmutter drängte zur Eile.
Wenn der Zauber vorbei ist während sie noch in unserem Gang steckt, dann...“
Nun begannen alle zu laufen, doch der Eingang war von einer Maus versperrt.
Schlafmütze, hast du wieder vergessen die Tür zu schließen.“ grollte der Zwergenvater.
Der kleine Zwerg wurde rot und begann zu stottern.
Was sollen wir tun! Mein Arme und Beine beginnen bereits zu kribbeln!“ rief Trixi verzweifelt.
Mäuse sind sehr schreckhaft, „überlegte Tildchen, „ wir
müssen nur alle so laut wie möglich schreien.“
Und nun begann ein ohrenbetäubender Lärm!
Die Maus verschwand blitzschnell durch die Tür und Trixi kroch hinterher und blieb stecken, denn sie war bereits ein Stück gewachsen.
Mit vereinten Kräften schoben die Zwerge an und das Mädchen schoss plötzlich durch die Tür und landete mit dem Kopf auf einer Wurzel.
Aua!“
Empört blickte sie zurück.
Die Zwerge winkten fröhlich, dann schloss sich die Tür und wie durch Zauberhand wirbelten Blätter und Sand auf und es war nur noch die Wurzel des Baumes zu sehen.
Das Mädchen aber begann zu wachsen und hatte bald wieder ihre normale Größe.
Hat es dir gefallen?“ fragte die Blumenfee.
Es war schön, alle waren so lieb und herzlich.“
Dein zweiter Wunsch?“
Nachdenklich betrachtete Trixi das Einhorn.
Ich würde gerne mit dem Einhorn reiten.“
Dreh den Ring.“
Und dann saß das Mädchen auf dem Rücken des Pferdes, das seine Flügel ausbreitet und sich in die Luft erhob.
Trixi kreischte und klammerte sich an der Mähne fest.
Das Pferd wandte den Kopf und bleckte grinsend die Zähne.
Vertrau mir, du wirst nicht herunterfallen, außerdem tut es mir weh, wenn du so an meinen Haaren zerrst.“
Entschuldige,“ stammelte das Mädchen und setzte sich aufrecht.
Und langsam begann sie den Flug zu genießen.
Der Himmel kam immer näher, die Erde unter ihnen wurde immer kleiner.
Trixi begann laut zu jubeln und genoss den Wind in ihrem Gesicht.
Das Einhorn tauchte ein in eine weiße Wolke, die weich wie
Watte war und vorbei an funkelnden Sternen flogen sie
dahin, bis der Mond vor ihnen auftauchte.
Das Mädchen umschlang den Hals des Pferdes, als sie landeten.
Mit staunenden Augen sah es sich um, während die goldenen Hufe des Einhorns mit fröhlichem Klick, klack über den steinernen Boden trabten.
Der Anblick des Mondes war enttäuschend. Keine Spur von Romantik und auch der Mann im Mond war nirgends zu sehen.
Soweit das Auge reichte nur steinerne große Ebenen, abgelöst von zackigen Bergmassiven und riesigen Kratern.
Nur Steine und Sand.
Warum ist es so still hier?“ flüsterte Trixi dicht an dem Ohr des Pferdes.
Weil es hier keine Luft gibt, die den Schall überträgt.“
Aber warum können wir dann atmen?“
Weil ich ein Zauberpferd bin und dies hier Zauberei ist.
Wir müssen zurück.“
Das Einhorn breitete die Flügel aus und vorbei an funkelnden Sternen und durch zarte Wolkengebilde ging es zurück auf die Erde.
Die Blumenfee saß im Gras und band einen Blumenkranz.
Wie hat es dir gefallen?“
Ein wunderbares Erlebnis, obwohl auf dem Mond alles kahl und hässlich ist. Wenn man bedenkt, dass die ersten Raketen für den Flug zum Mond drei Tage brauchten und wir dies alles in einer halben Stunde schafften, wow!“
Das glockenhelle Lachen der Fee ließ die Blumen ringsum die Köpfe heben.
Pegasus fliegt mit Lichtgeschwindigkeit und die braucht nur eine Sekunde bis um Mond.“
Die Fee setzte ihr den Blumenkranz auf den Kopf und betrachtete sie kritisch.
Hübsch sieht es aus, hast du dir deinen letzten Wunsch überlegt.“
Trixi nickte heftig.
Ich möchte die Königin der Nacht blühen sehen.“
Dreh deinen Ring!“
Und dann war das Mädchen plötzlich in einem wunderschönen Garten.
Eine Vielzahl von Blumen in allen Farben breitete sich vor ihr aus, umschwirrt von Bienen und Schmetterlingen.
Auf einem kleinen kunstvoll angelegten Teich schwammen Seerosen, zogen Enten ihre Kreisen und silberne Fische schnellten durch das Wasser.
Dahinter breitete sich eine Wiese aus mit roten Klatschmohn, blauen Kornblumen, Ackerlichtnelken und roten Taglichtnelken.
Auf einer Anhöhe stand ein gläserner Pavillon in dem nur eine einzige Pflanze stand.
Die Königin der Nacht!
Langsam stieg das Mädchen den Hang hinauf und wie durch Zauberhand öffneten sich die Glastüren.
Das Mädchen wagte kaum zu atmen und betrachtete ehrfürchtig die Knospe.
Eine kurze ruckartige Bewegung und langsam wie in Zeitlupe öffnete sich die Blüte, Blatt für Blatt.
Die Sonne brach durch die Scheiben und verstärkte das strahlende Leuchten der Blüte.
Trixi hatte die Hände gefaltet und betrachtet staunend das Wunder der Natur.
Vorsichtig streckte sie die Hand aus und berührte die zarte Blüte und diese schmiegt sich leicht an ihre Finger.
Eine Uhr begann zu schlagen.
Trixi, Trixi , wach auf!“
Benommen öffnete diese die Augen und sah direkt in Fredys Gesicht, hinter ihr standen ihr Onkel und ihre Tante und wirkten sehr erleichtert.
Wo ist das Einhorn und die Blumenfee?“ murmelte Trixi und setzte sich langsam auf.
Hahaa sie träumt noch,“ kicherte ihre Kusine.
Ein Traum, alles nur ein Traum, aber es war ein schöner
Traum.
Hier liegt ein Ring!“ rief Kerstin.
Zeig her!“
Nachdenklich betrachtete Trixi den Ring.
Sie lächelte versonnen.
Nur ein Traum?


© Lore Platz





Montag, 23. Juni 2014

Schon wieder Montag






Manchmal frage ich mich wo die Zeit hingeht.
Eine Woche ist so schnell vorüber und mir ist keine Sekunde langweilig.
Diese Woche habe ich zwei Reizwortgeschichten und eine Tiergeschichte, die sich eine Freundin zum Geburtstag gewünscht hat, geschrieben.
Wir sind ja immer drei Geschichten voraus, für den Fall, dass wir mal verhindert sind.
Und tatsächlich als es so über 30° war, da war mein Hirn wie ausgedörrt und ich war im Rückstand.
Doch nun bei entspannten 25° habe ich alles wieder aufgeholt.
Am leichtesten fällt es mir Märchen zu schreiben, doch manchmal eignen sich die vorgegebenen Wörter dazu nicht.
Das wird dann eine sogenannte Kaugummi-Geschichte, sie fließt zäh aus meiner Feder, aber am Ende wird sie doch.
Aber das kommt zum Glück selten vor.
Nun freut euch auf Morgen und unsere neuen Reizwort-Geschichten.
Wünsche euch einen schönen Tag!
 

Dienstag, 17. Juni 2014

Reizwortgeschichte - Der achtzigste Geburtstag

 Reizwörter

Waldmeister, Vorsatz, grün, bunt, rupfen

Diesmal musste ich viel überlegen, denn Waldmeister war mir nicht bekannt, doch welch Glück, dass es das Internet gibt.
Viel Spaß beim Lesen


Auch dieses Bild stammt von Elli M.





Der achtzigste Geburtstag



Birgit legte den Schlüssel auf die Kommode und ging ins Wohnzimmer. Bernd, der gerade fürs Examen büffelte, hob den Kopf von den Büchern und grinste.
Nun hast du die Turteltauben in den Flieger gesetzt?“
Birgit kicherte. „ Man sollte meinen sie fahren in die Flitterwochen und nicht auf eine Kreuzfahrt nach 25 Jahren Ehe.“
Ihr Vater hatte der Mutter zur Silberhochzeit eine Kreuzfahrt geschenkt und Birgit hatte die beiden eben zum Flughafen gefahren.
Bernd sah seine Freundin nachdenklich an. Irgend etwas bedrückte sie doch?
Und dann setzte sich Birgit auch schon neben ihn, legte den Kopf auf seine Schultern und erzählte ihm von Tante Betty und Onkel Franz, die im gleichen Haus wie ihre Eltern gewohnt hatten und immer auf sie aufgepasst haben, wenn die Eltern in der Arbeit waren.
Sie waren wie Großeltern für sie, doch dann waren sie weg gezogen, nachdem sie sich ein kleines Häuschen gekauft hatten.
Nun hatte ihre Mutter ihr erzählt, dass Onkel Franz vor einem Jahr gestorben sei und Tante Betty nächsten Dienstag ihren achtzigsten Geburtstag feiere und ganz allein wäre.
Sie hat Birgit gebeten, nach ihr zu schauen.
Das Mädchen hob den Kopf. „Weiß du ich schäme mich, so oft habe ich mir vorgenommen, sie zu besuchen, doch es blieb immer nur bei dem Vorsatz, dabei sind es nur
hundert Kilometer von hier. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen.“
Warum fährst du denn nicht für ein paar Tage zu ihr? Deine Klausur für dieses Semester ist abgeschlossen und du hast frei.“
Und du?“
Bernd grinste. „ Ich genieße es, dich mal für ein paar Tage los zu sein!“
Birgit knuffte ihn in die Seite.
Doch im Ernst, ich muss sowieso fürs Examen büffeln, du verlierst dein schlechtes Gewissen der alten Dame gegenüber und am Dienstag komme ich mit dem Zug, dann feiern wir gemeinsam zu dritt Geburtstag.“
Birgt küsste ihn stürmisch.
Du bist ein Schatz!“
Einige Stunden später stand sie vor dem Häuschen von Tante Betty.
Etwas bange ist ihr doch zumute, doch da kam die alte Dame schon aus dem Haus und es ist, als hätten sie sich erst gestern getrennt.
Bald saßen sie gemütlich am Kaffeetisch, nachdem Birgit ihren Koffer in das kleine Zimmer gebracht hat, das von Tante Betty gleich nach ihrem Anruf für sie hergerichtet wurde.
Die alte Frau war überglücklich das Mädchen nach all den Jahren wieder zu sehen und als Birgit ihr gestand, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, winkte sie nur ab.
Nun verlebten die beiden so unterschiedlichen Frauen einige wundervolle Tage und wurden des Erzählens nicht müde.
Am Abend vor ihrem Geburtstag fand Birgit die alte Frau weinend draußen auf der Bank.
Still setzte sie sich neben sie und legte den Arm um ihre Schultern.
Weißt du, das ist der erste Geburtstag den ich ohne meinen Franz feiere.“ flüsterte Betty.
Doch dann lächelte sie unter Tränen.
Jeden Morgen vor meinem Geburtstag ist er in den Wald gegangen und hat Waldmeister gerupft und dann hat er davon eine Bowle zu meinem Geburtstag gemacht.“
Gerupft?“
Tante Betty kichert. „Ja sie sahen immer ziemlich zerrupft aus, aber es wurde trotzdem eine köstliche Bowle daraus.“

Es dämmerte erst frühmorgens, als Birgit sich aus dem Haus schlich und in den nahe gelegenen Wald ging.
Sie musste ziemlich suchen, bis sie die weißen Blüten in dem grünen Blättermeer entdeckte.
Vorsichtig legte sie die Blätter in das mit gebrachte Tuch, das sie dann verknotete.
Als sie den Wald verließ pflückte sie noch einen bunten Wiesenblumenstrauß und schaute dann noch beim Bäcker vorbei und kaufte frische Brötchen und Kuchen.
Sie befürchtete schon, dass Tante Betty bereits wach sei, denn die Suche nach dem Waldmeister hatte doch länger gedauert.
Aber im Haus war alles still. Sie wusste nicht, dass die alte Dame bereits hell wach im Bett lag und schmunzelnd darauf wartete, dass sie gerufen wurde.
Summend bereitete Birgit das Frühstück, richtete den Tisch besonders liebevoll her und legte die mitgebrachten Geschenke neben den Teller der Tante, obenauf das Tuch mit dem Waldmeister.
Angelockt von dem Duft des Kaffees, der durchs ganze Haus zog, kam das Geburtstagskind die Treppe herunter und fand sich sogleich in einer stürmischen Umarmung.
Tränen traten der alten Dame in die Augen, als sie das Tuch aufknöpfte und die grünen Blätter sah und Birgit bekam einen extra Kuss.
Später machten sie zusammen die Bowle, wobei der frisch gewaschenen Waldmeister in Bündeln gebunden mit den
Blättern voran in den Wein gelegt wurde. Später wurde dann der Sekt dazu gegossen.
Von Birgits Eltern kam ein Blumenstrauß von Fleurop und ein Glückwunschtelegramm.
Gegen Mittag kam Bernd an und die Beiden verstanden sich auf Anhieb.
Bis spät in die Nacht wurde nun gefeiert und als die jungen Leute abfuhren, versprachen sie jetzt recht oft zu Besuch zu kommen.
Und dieses Versprechen haben sie auch gehalten.

© Lore Platz




Freitag, 13. Juni 2014

Das kleine rosa Tütchen

Als ich ein junges Mädchen war, hatte ich eine ältere Dame als Arbeitskollegin, der versuchte ich so viel wie möglich aus dem Weg zu gehen.
Denn sie jammerte von früh bis spät über ihr angeblich sooo schlechtes Leben.
Diese Jammerei spiegelte sich auch auf ihrem Gesicht wider.
Oft bin ich Menschen begegenet, die nur jammerten und wenn ich dann die Hintergründe sah, dachte ich oft -warum jammerst du -
Dann bin ich wieder Menschen begegnet, die wirklich Grund zum jammern hatten und doch so voller Fröhlichkeit und Tapferkeit waren, die ich einfach nur bewundern musste.
Niemand kann seinem Schicksal entrinnen, doch wie man sein Leben meistert, das hat man ganz allein in der Hand.
Auch mir bescherte das Leben schon viele dunkle und schwere Stunden, doch zum Glück wurde mir ein Naturell mitgegeben, das auch hinter der dunkelsten Wolke noch den Sonnenschein erkennen lässt.

Vor einiger Zeit las ich eine Geschichte, die ich hier originalgetreu wiedergeben möchte.








Das rosarote Tütchen

Als ich eines Tages wie immer traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief lief, setzte sich ein fröhliches Mädchen zu mir.
Es spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist du traurig?"
"Ach," sagte ich, " ich habe keine Freude am Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll."
"Hmmm," meinte das Mädchen," wo hast du denn dein rosa Tütchen? Zeig sie mir mal. Ich möchte da mal reinschauen."
"Was für ein rosa Tütchen?" fragte ich verwundert.
" Ich habe nur ein schwarzes Tütchen." Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnete es mit seinen zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in meine schwarze Tüte hinein.
Ich bemerkte, wie es erschrak.
"Es ist voller Albträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse."
"Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann man nichts ändern."
"Hier nimm!" meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. "Sieh hinein!"
Mit zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Jahren war.
"Wo ist dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig.
 "Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht mehr darum," sagte es.
"Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tüchten voll zu bekommen.
Da stopfe ich soviel wie möglich hinein.
Und immer wenn ich Lust dazu habe oder beginne traurig zu werden, dann öffne ich meine rosa Tüte und schaue hinein.
Dann geht es mir sofort besser.
Wenn ich mal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosaTütchen.
Es wird voll sein bis oben hin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab es mir einen Kuß auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen.
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.
Es war fast leer, bis auf den kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.
Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

Verfasser unbekannt
Sollte jemand Rechte auf diese Geschichte haben, bitte ich ihn, sich mit mir in Verbindung zu setzen.

Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende und vielleicht habt ihr ja auch schon ein rosa Tütchen mit schönen Erinnerungen.
Wenn nicht, dann legt euch unbedingt eins zu und bitte vergesst nicht die schwarzen Tütchen immer rechtzeitig zu entsorgen.

Eure Märchenfee
 
 







 
 

Dienstag, 10. Juni 2014

Reizwortgeschichte - Lilaluna besucht Anneliese

Diesmal sind die Wörter

Wolke – Duft – leben – öffnen – wohltuend

unterzubringen






Lila – Luna besucht Anneliese


Anneliese springt die letzten Stufen des Busses hinunter und die Tür schließt sich zischend hinter ihr.
Vergnügt stapft das Mädchen die Straße der kleinen Siedlung entlang. Morgen ist Sonnabend und schulfrei und Fräulein Seifert hat ihnen keine Hausaufgaben gegeben.
Hallo Anneliese!“ ruft Frau Jakobsen.
Anneliese grüßt freundlich die Nachbarin und diese reicht ihr eine Schale mit Erdbeeren.
Sind schon gewaschen, lasse sie dir gut schmecken, Übrigens deine Mutter lässt dir ausrichten, dass es heute etwas später wird.“
Das Mädchen bedankt sich und betritt den Garten.Als sie die Tür zu dem kleinen Häuschen öffnet, quietscht diese lang und jämmerlich und Anneliese grinst.
Seit Wochen schon jammert ihre Mutter, dass sie die Tür endlich mal ölen müsste, doch immer wieder vergisst sie es.
In dem kleinen Flur stellt sie den Schulranzen ab und geht in die Küche.
Auf dem Tisch liegt ein Brief mit lauter bunten Stickern verziert und das Mädchen strahlt.
Der ist von ihrer Freundin Evelyn aus Wiesbaden und während sie sich eine Erdbeere in den Mund steckt liest sie den fröhlichen Brief.
Ihr Gesicht beginnt zu strahlen, denn Evelyn schreibt, dass sie gerne an Pfingsten zu ihr kommen möchte, ihre Eltern
hätten es erlaubt und wollten nur wissen, ob auch ihre Mutter zustimmen würde.
Gleich wenn die Mutter nachher nach Hause kommt, will sie diese fragen und dann gleich an Evelyn schreiben.
Anneliese lehnt sich zurück und denkt an Wiesbaden, als der Papa noch bei ihnen war, wie schön und lustig es doch war und die Mutter musste nicht immer so viel arbeiten, hatte viel mehr Zeit für sie.
Doch dann hatte Papa auf einmal eine andere Frau lieb und hat jetzt eine neue Familie.
Mama weinte damals sehr viel,aber nur heimlich.
Doch oft bemerkte es Anneliese und es machte sie sehr traurig.
Dann war der Brief vom Notar gekommen. Großtante Kunigunde hatte der Mama dieses Häuschen hier in Bayern vermacht.
Das Haus war nicht groß, aber für sie beide genügte es. Ein kleiner Flur, eine Wohnküche und zwei Zimmer. Hinten raus war noch ein Abstellraum, in dem die Waschmaschine stand.
Als Mama dann noch die Stelle als Krankenschwester im hiesigen Krankenhaus bekam, da hatte sie zum ersten Mal wieder richtig gelacht.
Sie hatte Anneliese an beiden Händen genommen und war mit ihr durch die Wohnung getanzt.
Die Möbel in Wiesbaden verkauften sie, um sich hier neu einzurichten
Die altmodische Küche blieb so wie sie war, nur ein neuer Elektroherd wurde gekauft.
Der alte gemütliche Holzofen blieb auch stehen, denn der wärmte im Winter das ganze Haus.
Aus den beiden Zimmern wurden Wohn-Schlafräume gemacht.
Eines für die Mama und eines für Anneliese.
Es war schön hier und auch der kleine Garten war eine Wucht.
Nur der Abschied von Evelyn war sehr schwer und
tränenreich.
Fest hielten sie sich umschlungen und versprachen sich jede Woche einen Brief zu schreiben und das hielten sie auch ein. Und nun wollte Evelyn sogar zu Besuch kommen.
Anneliese hatte hier noch keine Freunde gefunden. Die sprachen hier aber auch einen Dialekt, den sie kaum verstand.
Außerdem half sie auch ihrer Mutter, die immer so müde von der schweren Arbeit im Krankenhaus war, so viel sie konnte.
Nach und nach hielt sie alles im Haus in Ordnung, nur an den Ofen und die Wachmaschine ließ die Mutter sie nicht.
Mein kleines Hausmütterchen, wenn ich dich nicht hätte!“
sagte die Mutter oft und nahm sie zärtlich in die Arme.
Das Mädchen sieht zur Spüle, in dem das Frühstücksgeschirr steht, das will sie doch gleich mal abwaschen.
Auf dem Herd ist ein Topf mit Bohnensuppe, den die Mutter bevor sie in die Arbeit ging, gekocht hat.
Die Suppe werden sie essen, wenn diese nach Haus kommt.
Anneliese steckt sich noch eine Erdbeere in den Mund, dann öffnet sie das Fenster über der Spüle.
Die Sonne wirft goldene Kringel in den Raum. Eine Amsel sitzt auf einem Baum und singt ihr schönstes Lied.
Bienen um schwirren summend das Blumenbeet und der Duft des weißen Fliederbaumes, der direkt neben dem Fenster steht, strömt in das Zimmer.
Ihre Mutter liebt den Baum. „Flieder ist wohltuend für die Seele“, sagt sie immer.
Anneliese versteht das zwar nicht, aber sie freut sich, dass die Mutter so glücklich ist, seit sie hier leben.
Das Mädchen lässt Wasser einlaufen und beobachtet vergnügt wie sich der Schaum des Spülmittels über dem
Geschirr wölbt.
Ein leises Kichern lässt sie hoch sehen.
Lila – Luna!“
Die kleine Elfe lacht und es klingt, als würde ein kleines silbernes Glöckchen läuten.
Anneliese fährt sich über die Augen, doch die Elfe sitzt immer noch da.
Und ich dachte schon, es wäre alles nur ein Traum gewesen, das Fest auf der Wiese,“ stammelt das Mädchen.
Wieder lacht Lila-Luna. „ Nein, Frau Elektra hat dich nur ins Traumland geschickt und dich zurück in dein Bett gezaubert.“
Sie deutet auf den Schaum.
Hast du eine Wolke eingefangen?“
Anneliese schüttelt grinsend den Kopf.
Das entsteht, wenn man Seife mit Wasser vermischt.“
Die Elfe zuckt die Schultern. „Verstehe ich nicht!“
Pass auf!“ ruft Anneliese und pustet kräftig in den Schaum.
Kleine Schaumwölkchen fliegen in die Höhe und jubelnd folgt ihnen Lila – Luna.
Eine Weile ergötzen sie sich an dem Spiel, doch dann wäscht Anneliese das Geschirr, denn ihr Mutter kommt bald.
Als alles sauber im Schranke verstaut ist, setzen sich die beiden so ungleichen Freundinnen an den Tisch.
Anneliese schneidet eine Erdbeere in klitzekleine Stückchen und Lila – Luna lässt sich auf dem Tellerrand nieder und futtert vergnügt die köstliche Frucht.
Dabei steht ihr Mündchen nicht still, sie erzählt vom Elfenland, richtet ihr Grüße von Dr. Wichtel aus und auch von Brummer.
Dann fragt sie ihre Menschenfreundin, ob sie nicht wieder mal zu ihnen ins Elfenreich kommen wolle.
Da keine Schule und Mama sowieso arbeitete, könnte ich bereits schon morgen kommen."
Prima!“ jubelt die kleine Elfe. „Ich werde dann Brummer mitbringen, dann kannst du auf ihm fliegen, denn leider hast du ja keine Flügel.“
Dann musst du aber auch Dr. Wichtel mitbringen, damit er mich klein zaubern kann,“ lacht Anneliese.
Aber das kann doch ich! Hast du vergessen, dass ich zusammen mit meinen Flügeln auch meinen Zauberstab bekommen habe. Soll ich dir mal zeigen wie es geht?“
Nein, nein!“ Das Mädchen hebt abwehrend beide Hände.
Meine Mutter kommt jeden Moment nach Hause.“
Dann will ich mich verabschieden, also dann bis Morgen!“
Lila – Luna gibt Anneliese ein Küsschen auf die Nase und schwirrt winkend aus dem Fenster.
Das Mädchen aber lehnt sich glücklich lächelnd zurück.
Nein sie war nicht mehr einsam.
Sie hatte eine kleine Elfenfreundin, mit der sie Abenteuer erleben würde und Evelyn, die sie Pfingsten besuchen kommt.
Wie schön war doch die Welt!






Nun wünsche ich euch einen schönen Tag, genießt den Sonnenschein, wer weiß wie lange er bleibt.





Freitag, 6. Juni 2014

Eine Geschichte zum Geburtstag

Durch unser Reizwortgeschichten habe ich zwei Wesen erschaffen, die mir ans Herz gewachsen sind und von deren Abenteuer ich euch ab und zu berichten werde. Das sind die Elfe Lila-Luna und der Wichtel Zwurrli.
Das kleine rote Auto mit Namen "Herr Oskar" hatte ich auch kurzfristig in Erwägung gezogen, doch dann dachte ich: Er sitzt unbeweglich im Wald fest, wie soll er da Abenteuer erleben.
Nun hatte vor kurzem eine liebe Internetfreundin, die meine Geschichten sehr mag, Geburtstag und spontan kam mir die Idee ihr eine Geschichte zu schenken.
Als ich sie bat einen Wunsch zu äußern, erwähnte sie das kleine rote Auto.
Und als die Idee sich in meinem Kopf festgesetzt hatte war die Geschichte auch schon fertig.
Bin gespannt, ob sie auch euch gefällt.
Viel Spaß beim Lesen und natürlich sind die Bilder wieder von Elli.






Herr Oskar und die Elfenprinzessin


Onkel Oskar, Onkel Oskar, sieh nur wie hübsch ich bin!“
Bellinda, das einzige Mädchen der Drillinge klettert über die Rücklehne und stellt sich auf dem Beifahrersitz auf die Hinterbeine.
Die Pfötchen über dem Kopf dreht sie sich wie ein kleine Ballerina, dass der weite Rock des hübschen roten Kleidchen um ihre Beine schwingt.
Eine rote Schleife schmückt das rechte Ohr.
Oskar lächelt liebevoll, das kleine Mäusemädchen war sein ganz besonderer Liebling.
Und so meint er freundlich: „ Du siehst wirklich bezaubernd aus, wie ein kleines Fräulein.“
Bellinda hält in ihrem Tanz inne und strahlt.
Nicht wahr, mein Kleid ist ja soooo schön! Mama hat es extra von Madame Spinne anfertigen lassen. Weißt du meine Kusine Mira heiratet doch heute und ich darf Blumen streuen.“
Halt die Klappe, Bel, das erzählst du Onkel Oskar schon seit einer Woche,“ brummt ihr Bruder Oskar und kommt auch nach vorn.
Schick schaut er aus in dem hübschen kleinen Frack.
Frau Kathrin klettert über die Lehne, eine große Tasche in der einen Hand und einen Koffer in der anderen Hand.
Sie sieht etwas genervt aus und setzt sich prustend nieder.
Herr Max kommt durch das Fenster.
Die Schneckenpost wartet.“
Frau Kathrin drückt ihm das Gepäck in die Hand und Herr Max schlüpft hinaus, um es auf der Kutsche zu verstauen.
Bellinda trippelt aufgeregt von einem Bein auf das andere.
Stell dir vor wir dürfen mit der Kutsche fahren, ist das aufregend.“
Frau Kathrin sieht sich um.
Wo ist Bruno?“
Der Herr Professor wird wieder seine Nase in ein Buch gesteckt haben,“ grinst Oskar.
Frau Kathrin wirft ihm einen strafenden Blick zu. „Du sollst dich nicht immer über deinen Bruder lustig machen, ich wäre froh, wenn deine Zensuren besser wären. Nun geh und hole ihn.“
Bruuunnnooo!“ brüllte Oskar und seine Mutter zuckt zusammen.
Gleich darauf erscheint der Mäusejunge.
Auch er trägt einen kleinen Frack und sieht seinem Bruder sehr ähnlich, nur dass auf seiner Nase eine kleine Brille sitzt.
Nun können wir ja gehen, auf Wiedersehen Herr Oskar, wir werden einige Tage bei unseren Verwandten bleiben.“
Auf Wiedersehen Onkel Oskar!“ rufen die Kinder.“
Still ist es jetzt im Auto und Herr Oskar ist ein wenig traurig, aber dann tröstet er sich, dass seine Untermieter ja bald wieder zurückkommen.
Außerdem ist er ja nicht allein, immer wieder kommt eines der Waldtiere vorbei und bleibt auf einen kleinen Plausch stehen.







Dann geht der Tag zu Ende und die Sonne geht schlafen und der Mond nimmt ihren Platz ein.
Die Vögel kuscheln sich in ihre Nester und die Tiere verschwinden in ihrem Bau.
Stille liegt über dem Wald.
Auch Herr Oskar schließt die Augen und ist bald eingeschlafen.
Etwas weckt ihn auf.
Es ist dunkel draußen und nur das fahle Licht des Mondes beleuchtet ein wenig den Wald.
Alles ist ruhig und Herr Oskar dachte schon, er hätte sich getäuscht und schließt wieder die Augen.
Doch dann hört er ein leises Weinen.
Hallo, wer weint denn da?“
Sofort verstummt das Weinen, man hört nur noch ein leisen Schniefen.
Habt keine Angst, ich tue euch nichts, zeigt euch doch.“
Er spürt eine leichte Bewegung und durch den Mond der durch die Scheibe scheint, sieht er nun ein kleines zartes Wesen, das auf der Ablage sitzt.
So etwas zartes und süßes hatte Herr Oskar noch nie gesehen.
Wer bist denn du?“
Ich bin Sonilinde, die Tochter der Elfenkönigin Sonnenblume und ich wurde von dem bösen Kobold Alberich gejagt. Beinahe hat er mich erwischt, aber ich konnte mich losreißen, dabei sind meine Flügel verletzt worden und ich kann nicht mehr fliegen.
Zum Glück kam mir der Wind zu Hilfe, er schickte mir ein Blatt, an das ich mich hängen konnte und blies mich hier in den Wald. Und ich bin zu ihnen herein gekrochen, weil ich hoffe der Kobold findet mich hier nicht.“
Wieder fängt sie zu weinen an.
Aber, aber,“ tröstet Herr Oskar, „der Wind wird sicher eurer Mutter Bescheid sagen und sie holt euch ab.“
Doch Sonilinde schüttelt den Kopf.
Er musste gleich weiter!“
Nun schlaft kleine Elfe, morgen sieht alles viel besser aus.“
Das zarte Wesen klettert wieder auf den Sitz, doch dann meint sie schüchtern.
Können sie die Fenster nicht schließen? Nicht dass der Kobold mich hier findet.“
Leider geht das nicht, ich sitze hier fest und kann mich nicht rühren.“
Vielleicht könnte ich?“
Herr Oskar lacht: „Sehen sie die Kurbel da an der Tür, das ist viel zu schwer für sie.“
Die Elfe lacht und es klingt wie das Läuten eines silbernen Glöckchen.
Ich hab doch meinen Zauberstab!“
Sie hält den Sternenstab gegen die Kurbel, die sich wie von selber dreht und das Fenster ist geschlossen. Dasselbe macht sie auf der anderen Seite.
Nun bin ich sicher.“
Mit einem zufriedenem Seufzer kuschelt sie sich zusammen und bald zeigen zarte kleine Töne, dass sie eingeschlafen ist.
Herr Oskar aber kann noch nicht schlafen. Schmunzelnd denkt er über dieses neue Abenteuer nach.
Seit er hier im Wald gestrandet ist, war sein Leben nie mehr langweilig.
Bald aber schläft auch er.

Es ist spät, als er am nächsten Morgen erwacht und auch sein kleiner Gast schläft noch.
Im Wald ist es auffallend still und es ist auch niemand zu sehen.
Sonst um diese Zeit herrschte hier um ihn herum schon reger Betrieb.
Da sieht er Fritz, den Igel, der mit schnüffelnder Nase auf den Boden ihm entgegen läuft.
Fritz!“
Der Igel reagiert nicht.
Richtig er konnte ihn ja nicht hören, die Fenster waren zu.
Herr Oskar räuspert sich.
Fräulein Sonilinde!“
Die kleine Elfe regt sich, hebt gähnend beide Arme und streckt sich.
Guten Morgen, Herr Oskar!“
Guten Morgen mein Fräulein, würdet ihr bitte die Fenster wieder öffnen, ich möchte gerne meinen Freund etwas fragen.“
Wie ein Blitz gehen die Fenster hoch und als nun Herr Oskar
ruft, hebt der Igel den Kopf und trippelt näher ans Auto heran.
Guten Morgen Oskar.“
Guten Morgen Fritz. Weißt du, warum der Wald heute wie ausgestorben ist.“
Sie machen sich alle fein, denn heute hat die Elfenkönigin Sonnenblume Geburtstag und alle sind zum Fest eingeladen.“
Sonilinde seufzt leise.
Weißt du ob sich der Kobold Alberich im Wald herum treibt?“
Fritz zieht seine Schnauze ein und ist nur noch eine stachelige Kugel.
So ein Hasenfuß, da werden wir wohl keine Antwort die nächste Zeit erhalten.
Aber bald wird bestimmt jemand vorbei kommen und uns helfen.“
Verzagt klettert die kleine Elfe auf den Beifahrersitz und da Herr Oskar befürchtet, dass sie gleich wieder los weinen wird, erzählt er ihr lustige Streiche von den Drillingen und bringt Sonilinde zum Lachen.
Doch die Zeit vergeht und niemand lässt sich blicken und auch Fritz liegt immer noch zur Kugel gerollt vor dem Auto.
Herr Oskar ist etwas besorgt, doch er will die kleine Elfe nicht beunruhigen.
Dann hat er eine Idee.
Fräulein Sonilinde können sie mit ihrem Zauberstab auch die Hupe zum Tönen bringen?“
Was ist eine Hupe?“
Damit kann ich mich bemerkbar machen, es ist ein lang anhaltender Ton. Sehen sie vorne das runde Rad, das ist das Steuerrad und dieser kleine Hebel daran ist die Hupe.“
Die Elfe zückt den Zauberstab und der Hebel bewegt sich und ein lautes „Tuuuuuuut“ ertönt.
Vor Schreck fällt Sonilind auf den Rücken, doch dann beginnt sie zu kichern und lässt die Hupe nochmal ertönen.
Fritz streckt erschrocken seine Nase heraus, um dann
sofort wieder in der Kugel zu verschwinden.
Doch ringsum wird es lebendig. Die Tiere kommen von allen Seiten angelaufen und scharren sich um das Auto.
Der König des Waldes schreitet aus einem Gebüsch und die Tiere bilden eine Gasse, um ihn zu Herrn Oskar zu lassen.
Haben sie diesen seltsamen Laut ausgestoßen,
Herr Oskar.“
Ja, mein kleiner Gast hier, braucht eure Hilfe!“
Die Elfenprinzessin klettert durch das Fenster auf das Dach und erzählt nun ihr Abenteuer.
Als sie berichtet, dass ihre Flügel beschädigt sind und sie nicht mehr fliegen kann, geht ein mitleidiges Aufseufzen durch die Versammlung.
Der Hirsch aber beugt sein Geweih und bittet.
Prinzessin wir werden sie zu ihrer Mutter bringen, klettert bitte auf mein Geweih.“
Dann setzt sich der lange Zug der Tiere in Bewegung, um zur Sonnenblumenwiese zu marschieren.
Auf Wiedersehen, Herr Oskar und danke!“ ruft die kleine Elfe und winkt ihm zu.
Dieser ist ein wenig traurig, doch dann schmunzelt er.
Eigentlich hatte er doch gar keine Lust an diesem Fest teilzunehmen, dazu war er doch schon zu alt und behäbig.
Er ließ seine Gedanken schweifen, da spürt er auf einmal eine Bewegung und eine Elfe mit schwirrenden Flügeln lässt sich auf dem Beifahrersitz nieder.
Guten Tag Herr Oskar, ich bin Sonnenblume und möchte mich bei ihnen herzlich bedanken, dass sie meiner Tochter geholfen haben.“
Guten Tag, das ist doch nicht der Rede wert, aber haben sie nicht heute Geburtstag, herzlichen Glückwunsch.“
Danke schön, aber ich würde ihnen gern eine Freude machen.“
Herr Oskar lacht: „ Aber ich habe doch nicht Geburtstag!“
Auch die Elfenkönigin lacht.
Meine Tochter hat mir erzählt, dass sie sich nicht
bewegen können. Meine Zauberkraft reicht zwar nicht, dass sie wieder fahren können, aber alles anders könnten sie bewegen, wenn sie den Wunsch dazu haben. Möchten sie?“
Herr Oskar strahlt.
Das wäre prima. Wissen sie, ich habe mir schon etwas Sorgen gemacht, wenn es kalt wird, ob meine Mäusefamilie dann nicht erfriert, aber wenn ich die Fenster schließen kann.“
Und die Heizung betätigen!“
Die Elfe hebt den Zauberstab und murmelt einige Worte.
Dann meint sie lächelnd.
Nun Herr Oskar wollen sie es ausprobieren, sie brauchen nur zu wünschen.“
Und Oskar lässt die Fenster auf und zu gleiten, die Kühlerhaube und Motorhaube hinaufschnellen und wieder runter, die Scheinwerfer auf strahlen und die Hupe lang ertönen.
Frau Sonnenblume lacht und als Oskar sich wieder beruhigt hat, meint sie bedauernd.
Nun muss ich wieder zu meinen Gästen. Ach, meine Tochter lässt fragen, ob sie sie besuchen darf?“
Gerne, ich habe die Kleine ins Herz geschlossen, sie ist ja wirklich entzückend. Aber ist es nicht zu gefährlich, der Kobold Alberich?“
Den habe ich in die Unterwelt verbannt, der kann keinen Schaden mehr anrichten. Nun aber auf Wiedersehen!“
Sie fliegt davon und Oskar lässt nun sein Auto tanzen, hebt
Kühlerhaube auf und zu, lässt die Hupe erschallen und Fenster sich bewegen, bis Frau Eule aus ihrem Bau fährt und laut „Ruhe“ brüllt.
Oskar kichert und überlässt sich seinen vergnügten Gedanken.


Nun wünsche ich euch ein schönes Pfingstfest und trotz Feiertage, denkt daran am Dienstag ist Reizworttag