Sonntag, 29. Juni 2014

Eine weiß - blaue Geschichte






Seit Wochen schon macht der weiß-blaue Himmel über Bayern seinem Namen alle Ehre.
Dabei haben die Farben weiß-blau eigentlich gar nichts mit dem Himmel zu tun.
Sondern mit dem Herzschild das in Weiß und Blau schräg gerautet ist. Nachdem er früher (seit 1204) den Grafen von Bogen als Wappen gedient hatte, wurde dieser Herzschild 1247 von den Wittelsbachern als Stammwappen übernommen.
Die weiß-blauen Rauten sind das bayrische Wahrzeichen schlechthin.
Besungen wird ja der weiß blaue auch in unserer Nationalhymne.
Ja wir Bayern, haben wir doch nicht nur an der Grenze groß ein Schild prangen:Freistaat Bayern“, nein wir haben auch noch eine eigene Nationalhymne.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wenn meine Verwandten aus dem Saarland kamen, wie sich meine Kusine Cilly, die sowieso eine Kichererbse war, sich immer ausschüttete vor Lachen über das Schild.

Wie aber kam es dazu, dass wir sogar eine eigene Hymne haben.
Der Lehrer Michael Öchsner (1816 – 1893 ) gründete mit dem Druckereibesitzer Franz Dotterer 1856 die „Bayrische Schulzeitung“.
1860 wurde diese verboten, da sie kritische Bemerkungen über das bayrische Schulwesen enthielt.
Unter einem Pseudonym gründete Öchsner eine zweite Zeitung „Den bayrischen Schulfreund“, dem 1867 eine Zeitung für Schüler folgte.
Außerdem verfasste er Schulbücher und gab Liederbücher mit selbst gedichteten und teilweise selbst komponierten Liedern heraus.
Am 15. Dezember 1860 wurde das Bayernlied, das Öchsner gedichtet und Max Kunz komponiert hatte zum ersten Mal öffentlich aufgeführt.













Nach Öchsners Tod 1893 geriet das Lied in Vergessenheit. Erst 1944 entdeckte Johannes Timmermann die Urnoten der Hymne in einem Archiv.
1949 übergab die US-Militärregierung in Bayern ihren Münchner Rundfunksender an die öffentlich rechtliche Anstalt Bayrischer Rundfunk.
Zum Sendeschluss wurde das Öchsner/Kunz Liede gespielt.
1952 beschließt der Bayrische Landtag einstimmig, dass dieses Lied zusammen mit der in Bonn bekannt gemachten Hymne der Bundesrepublik in Bayern gesungen wird.
1966 wurde es dann als Bayernhymne des Freistaates eingeführt.

Bayernhymne  so wie sie heute gesungen wird, die 2. und 4. Strophe wird weggelassen

Gott mit dir, du Land der Bayern,
Deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
Ruhe seine Segenshand
Er behüte deine Fluren
Schirme deiner Städte Bau
Und er erhalte dir die Farben
Seines Himmel weiß und blau




Gott mit dir dem Bayernvolke
Dass wir uns`rer Väter wert
Fest in Eintracht und in Frieden
Bauen unser Glückes Herd
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
Einig uns ein jeder schau
Und den Ruhm bewähre
Unser Banner weiß und blau

Nun heute ist der Himmel mal nicht weiß -blau, sondern bleigrau und regnerisch.
Aber das ist gut so, denn die Natur braucht dringend das kostbare Nass.
Nun wünsche ich euch einen schönen gmütlichen Sonntag.







Kommentare:

  1. Danke, liebe Lore, für diesen tollen Post. Blau-weiß ist unser Himmel über OWL heute auch nicht - aber schon seit einigen Tagen - und eine eigene Hymne haben wir hier in NRW auch nicht. Ihr seid schon etwas Besonderes, ihr Bayern, gell?!?!? Ich wünsch dir auch einen gemütlichen Sonntag und tolle Ideen für weitere Geschichten! LG Martina

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  2. Guten Abend liebe Lore
    Sehr gut geschrieben Geschichte eine 1 Da kann man ja noch viel lernen.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße von Joachim

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  3. Liebe Lore,
    ich habe jetzt erst diesen wirklich interessanten Bericht bei Dir entdeckt. Ich liebe das Bayernland sehr und freue mich immer, wenn uns unser Weg wieder einmal dorthin führt. Mit meinen Eltern habe ich als Kind jedes Jahr in Rottach-Egern Urlaub gemacht.
    Liebe Grüße
    Astrid

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.