Dienstag, 23. Dezember 2014

Zwurrli feiert Weihnachten - Reizwortgeschichte

Reizwörter:
Bilderbuch, Vorbereitung, schneien, freudig, flauschig

Das ist die letzte Reizwortgeschichte in diesem Jahr, denn wir machen bis zum 6.01.2015 eine kleine Pause.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes gemütliches 
Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Viel Spaß beim Lesen!






Zwurrli feiert Weihnachten





Der Wichtel Zwurrli setzte sich laut gähnend im Bett auf und wusste im ersten Moment nicht wo er war.
Dann fiel es ihm wieder ein.
Es hatte seit Tagen so heftig geschneit, dass sie ihre Wohnung unter der Wurzel des Birnbaums nicht mehr verlassen konnten.
Biggi hatte den Schnee vor der Tür weg gefegt und ihnen dann vorgeschlagen, die Wintertage doch im Schuppen zu verbringen.
Der lange Kerl hatte schon vor einigen Wochen die Wände des Schuppens isoliert, wie Biggi das nannte, damit es Susi mit ihren Kindern Annabell und Gustav schön warm hatte.
Kaspar, der ja eigentlich während des Winters im Haus schlafen durfte, war zu seiner Adoptivfamilie in den Schuppen gezogen.
Der lange Kerl hatte auch für Orlando, den Igel eine Kiste gezimmert, in der er seinen Winterschlaf halten konnte.
Als Biggi nun vorschlug, dass sie zu ihren Freunden in den Schuppen ziehen sollten, waren sie sofort einverstanden.
Nur Großvater Knorrwurzel, der seit kurzem bei ihnen wohnte, war dagegen.

Ein echter Wurzelwichtel wohnt unter den Wurzeln eines Baumes und nicht bei den Menschen!“ hatte er gewettert.

Donar hatte wie immer den Kopf eingezogen, wenn sein Vater schimpfte, doch Fuchsia hatte die Hände in die Seiten gestemmt und gefaucht:
Deshalb wohnst du jetzt ja auch bei uns, weil du allein in deiner Wohnung im Wald nicht mehr zurecht kommst.
Wir werden in den Schuppen ziehen, solange das Wetter so schlecht ist, pasta! Du kannst ja hier bleiben und dich einschneien lassen!“
Donar hatte seine Frau bewundernd angesehen, er hätte niemals den Mut gehabt seinem Vater zu widersprechen.
So hatten sie also gestern ihre Sachen zusammengepackt und waren in den Schuppen gezogen und der Opa war, wenn auch murrend mitgekommen.
Biggi hatte in einem Spielwarengeschäft hübsche kleine Möbel besorgt und ihnen eine kleine Wohnung in der Ecke gebaut.
Opa Knorrwurzel hatte wieder gegrummelt, dass ein echter Wurzelwichtel unten zu den Wurzeln gehört, hatte es sich aber sofort in dem bequemen Ohrensessel gemütlich gemacht.
Zwurrli schlüpfte leise aus dem Bett, denn selbst die kleinen Katzen schliefen noch.
Nachdem er sich warm angezogen hatte verließ er den Schuppen durch die kleine Tür, die Biggi „Katzenklappe“ genannt hatte.
Über Nacht war wieder Schnee gefallen, aber Zwurrli liebte es, durch den Schnee zu laufen, wenn er auch manchmal einsank.
Gerade ging der lange Kerl pfeifend zur Straße. Im Winter fuhr er mit dem Zug zur Arbeit.
Zwurrli huschte schnell zum Haus und kratzte an der Tür.
Gleich darauf ließ seine Menschenfreundin ihn herein und wohlige Wärme umfing ihn.
Er folgte ihr in die Küche, in der es herrlich duftete.
Auf dem Tisch lagen viele Blätter und der Wichtel kletterte hurtig am Stuhlbein hinauf und sprang dann auf den Tisch.
Aufmerksam betrachtete er die bunt bemalten Blätter.
Aber das bin ja ich!“
Biggi, die gerade ein Marmeladenbrot in ganz kleine Stück schnitt und in eine Puppentasse Milch goss, kam an den Tisch.
Sie räumte die Blätter beiseite und stellt das Frühstück vor den Wichtel, der es sich schmecken ließ.
Ich arbeite gerade an einem Bilderbuch, morgen habe ich Abgabetermin, damit es bis Weihnachten noch fertig wird.“
Und in dem Buch komme ich vor?“
Ja, du und deine Familie feiert Weihnachten bei mir und Richie in dem Buch, ach und auch der Onkel Theobald feiert mit.“
Die junge Frau zog ein Blatt hervor, auf dem der Professor zu sehen war.
Zwurrli kicherte als er seinen Freund sah.
Was ist eigentlich Weihnachten?“
Nun am 24. Dezember feiern wir die Geburt von Christus, der einst auf die Erde kam, um die Welt zu retten.
Und da wir deshalb so glücklich sind, stellen wir an diesem Tag einen schönen leuchtenden Tannenbaum in unser Zimmer und die Kinder werden von dem Christkind beschenkt, denn das freut sich, dass wir seinen Geburtstag so schön und festlich feiern.
Und die Erwachsenen beschenken sich gegenseitig, da sie besonders an diesem Tag daran erinnern wollen wie lieb sie sich haben.
Zwurrli hat den letzten Krümmel gegessen und trank nun einen großen Schluck seiner Milch.
Biggi fuhr flink mit dem Stift über ein weißes Blatt Papier und der Wichel staunte, als er einen großen geschmückten Baum sah und darunter waren er und seine Familie zu sehen und selbst Opa Knorrwurzel stand mit grimmigen Gesicht etwas abseits.
Seine Menschenfreundin malte nun alles mit Buntstiften aus, dann hob sie es hoch, damit der Wichtel es besser sehen konnte.
Denkst du, dass ihr gemeinsam mit uns Weihnachten feiern könntet?
Außerdem würde ich mich freuen, wenn Richi euch endlich auch kennen lernen würde.“
Zwurrli besah sich das hübsche Bild und nickte.
Ehe er sich versah hatte Biggi ihm einen Kuss gegeben und jubelte:
Dann weiß ich auch schon das Ende meiner Geschichte und kann sie morgen zum Verlag bringen!“
Sie sammelte die Blätter und legte sie besieite.

Hilfst du mir das Frühstück für deine Familie zu bereiten? Denkst du deinem Opa würde ein Grießbrei schmecken?“
Zwurrli kicherte und meinte listig, wenn du einen Klecks deiner leckeren Erdbeermarmelade darauf gibst.“
Leckermaul!“ grinste Biggi.
Später dann brachten sie die Mahlzeit zum Schuppen. Fuchsia hatte bereits den Tisch gedeckt und der Großvater hatte als erstes seinen Teller leer, was ihn aber nicht hinderte immer wieder einen zornigen unfreundlichen Blick zu Biggi hinüber zu werfen, die gerade die Katzen fütterte.
Nachdem die junge Frau noch nach dem schlafenden Igel gesehen hatte verließ sie den Schuppen.
Zwurrli aber berichtete seiner Familie, dass sie zum Weihnachtsfest bei den Menschen drüben im Haus eingeladen waren.
Alle freuten sich, nur der Opa maulte wieder:
Unfug, Wurzelwichtel habe bei den Menschen nichts verloren!“
Doch niemand achtet auf ihn, so zog er sich schmollend auf seinen Sessel zurück und paffte sein Pfeifchen.

Biggi hatte das fertige Bilderbuch zum Verlag gebracht und die versprachen es pünktlich zum Weihnachtsverkauf in die Geschäfte zu liefern.
Nun konnte die junge Frau mit den Vorbereitungen zu dem ungewöhnlichen Weihnachtsfest beginnen.
Richi erzählt sie natürlich nicht, dass außer Onkel Theobald auch die Wichtelfamilie kommen würde.
Wie sie sich auf sein Gesicht freute, denn oft genug hatte er sie wegen den Wichteln verspottet.
Zuerst galt es Geschenke zu besorgen, dass erledigte sie immer schon vor dem ersten Samstag zum Advent, denn da konnte man noch durch die Geschäfte schlendern ohne erdrückt werden.
Für Onkel Theobald fand sie einen großen Bildband über Botanik. Dazu noch einen warmen weichen Kaschmirschal und passend Handschuhe.
Richi bekam eine neue Aktentasche, denn seine sah schon recht schäbig aus, dazu einige Romane seines Lieblingsschriftstellers.
Und dann betrat sie freudig erregt das große Spielwarenhaus.
Die Verkäuferin, die sie das letzte Mal bedient hatte erkannte sie sofort wieder und kam freudestrahlend auf sie zu.
Guten Tag, haben ihrer Tochter die Puppenmöbel gefallen?“
Biggi wurde etwas rot.
Haben sie auch Puppenkleider?“
Welche Größe?“
Biggi zeigte mit beiden Händen die Größe der Wichtel an.
Bald stand sie an einem Stand mit einem riesigen Sortiment von Kleidungsstücken, von Unterwäsche bis Schuhe gab es alles.

Der Einkaufskorb wurde immer voller.
Selbst ein Pelzmantel für Fuchsia war dabei und für jeden ein paar pelzgefüttert Stiefel und für den Opa noch ein paar flauschige Pantoffel.
Zuhause wurden die Geschenke gut versteckt.
In der Adventszeit durften Zwurrli und seine Geschwister beim Plätzchen backen helfen. War das ein Gekicher und Vergnügen und ein Chaos in der Küche.
Aber alle hatten eine Menge Spaß.
Ihre Menschenfreundin hatte jedem einen Fingerhut zum Ausstechen gegeben und so entstanden ganz kleine Plätzchen.
Natürlich durften sie auch beim Verzieren der großen Plätzchen helfen und dabei kamen die lustigsten Kreationen zustande.
Anschließend bekamen sie für jeden Wichtel ein Plätzchen mit , der Rest kam in großen Dosen.
Klein und Groß schön getrennt.
Der Opa freute sich ganz besonders immer, wenn seine Enkel mit einem der leckeren Kekse für ihn zurückkamen, aber das hätte er um nichts in der Welt zugegeben.




Am heiligen Abend saß Biggi im Schneidersitz neben dem Christbaum und ließ ihren Blick liebevoll durch das Zimmer gleiten.
Neben ihr lag Susi und schnurrte behaglich unter ihrer streichelnden Hand.
Kasper lag vor dem Kamin und beobachtete seine beiden Adoptivkinder, die versuchten das Wollknäuel zu erhaschen, das Onkel Theobald vor ihnen baumeln ließ. Fuchsia bewunderte immer wieder ihren Pelzmantel, während Donar mit Trollo und Tauperle das Kricketspiel ausprobierte.
Opa Knorrwurzel betrachtete glückselig seine neuen Pantoffel und wendete die Füße hin und her vor Behagen.
Als er ihren Blick spürte verfinsterte sich sein Gesicht.
Biggi schmunzelte und sah hinüber zu ihrem Mann, der mit Zwurrli auf dem Sofa saß, scheinbar in eine ernsthafte Unterhaltung verstrickt.
Sie musste grinsen, als sie an den entsetzten Blick ihres Mannes dachte, wie sie mit der Wichtelfamilie ins Wohnzimmer marschierte.
Zärtliche umfasste ihr Blick alle ihre Lieben und dann strich sie leicht über ihren Bauch.
Nächstes Weihnachten würde ihr kleine Familie sich um ein
Mitglied vergrößern.
Ja, Richi würde heute noch eine Überraschung bevorstehen.

© Lore Platz 






 

Montag, 22. Dezember 2014

Ich lade gern mir Gäste ein

Meine Freundin Eva, die den größten Teil des Jahres
mit ihrem Mann in ihrem Haus in Norwegen verbringt, hat mir eine hübsche Geschichte von einem kleinen Jungen und einem zahmen Rentier geschickt. 
Inspiriert wurde sie zu der Geschichte durch einen Vorfall  in einem Nachbarort. 
Ein zahmes Rentier lebte dort und wurde von einem doofen Jäger erschossen. 
Die Aufregung war groß und der Sonntagsjäger wurde angezeigt.
Das Rentier hieß Reinert!

Viel Spaß beim Lesen!



Lars und das Rentier Reiniheini - Weihnachtswünsche

Der Kachelofen knisterte. Papa, Mama und Lars sassen am Frühstückstisch in der Wohnküche. Es war Samstag Vormittag. Kater Luxohr lag auf der Ofenbank, streckte sich gähnend und rollte sich wieder zusammen, um schnurrend weiter sein Schläfchen zu halten.
In Wachhaltung lag Terrier Trippel an der Tür und verfolgte aufmerksam, was passierte. 
Papa goss noch Kaffee in die großen bunten Henkeltassen und Mama las die Lokalzeitung. 
Lars wollte zum Spielen nach draußen, er wurde schon wieder zappelig. 
Sie waren auf einem alten Smaabruk mit einer Ansammlung von alten, liebvoll restaurierten Holzhäusern, den Papa von Onkel Erland geerbt hatte, zu Hause, der am Waldrand mitten von zwei großenWiesen umgeben, in einem kleinen Gebirgsort in Südnorwegen lag.
Plötzlich lachte Mama beim Lesen. "Hast Du von dem zahmen Rentier gehört, dass sich am Storskaret aufhält?"
"Ja, ich habe den Burschen schon einige Male gesehen.", antwortete Papa.
"Schau , Lars, hier ist ein Bild in der Zeitung"!
Das Foto zeigte ein schneeweißes Tier mit nur einem Geweih. Das war doch etwas. Lars war ganz aufgeregt, ein zahmes Rentier.
"Bitte, Mama, Papa, können wir hinfahren und es aufsuchen?", bettelte Lars.
Mama schaute Papa an und der nickte.
"Lars, in einer Stunde fahren wir los. Du gehst Dein Zimmer aufräumen und ich die Küche", bestimmte Mama.
Wie ein Wirbelwind sauste Lars in sein Zimmer, die Klamotten auf dem Boden sammelte er zusammen und legte sie in die Fächer, die Schmutzwäsche stopfte er in den Sack, den Mama hingehängt hatte, die Spielsachen kamen in die große Kiste unter das Bett, er machte auf seinen Schreibtisch Ordnung, das Malzeug wanderte wieder in den Malkasten, verstreute Stifte in den Becher. Alles sah ordentlich aus.
Er sauste herunter in die Diele und zog den gepolsterten Anorack, warmen Stiefel, die dicke Wollmütze und gestrickte Fäustlinge von Oma an.
Mama und Papa kamen warm eingepackt aus dem Haus. Lars stand startklar an Papas Auto. Trippel bellte und sprang ihm freudig um die Beine. Alle stiegen in den Wagen und los ging es in Richtung Setervegen. Es waren 10 Grad minus und heute Nacht hatte es ganz leicht geschneit. Sie fuhren ca. 20 Minuten immer in Serpentinen hoch ins Gebirge.
 Zum Glück hatte Papa sehr gute Winterreifen mit Spikes, denn es war recht glatt auf dem Weg, An einem Seter parkten sie. Dann ging es zu Fuss auf einem kleinen Waldweg entlang steil in die Höhe. 
Trippel, der Terrier, lief Schwanz wedelnd voraus. Er war ein gut erzogener, braver kleiner Hund, der aufs Wort hörte. 
Die Tannen und Kiefern waren leicht mit feinem Schnee eingezuckert. Dann erreichten sie einen Felsvorsprung mit einer großen geraden Fläche. Von hier aus hatte man eine wundervolle Aussicht über das ganze Tal, mit dem großen See, der türkisfarben mit den Segmenten der Gletscher noch eisfrei dalag, ringsum die schneebedeckten Gebirgsketten, die teilweise von der rosa Wintersonne angeleuchtet wurden und ihren Ort, wo sie wohnten.
Papa hatte sein Fernglas mit, sie machten sich einen Spaß daraus, alles von oben zu beobachten.
"Ich seh Anna mit ihrem Papa", bemerkte Lars aufgeregt.
Sie wohnte 500 Meter entfernt auf dem Nachbarbauernhof mit ihrem Papa und dessen Freund. Anna‘s Eltern waren geschieden und ihre Mama wohnte in Oslo. Anna‘s Papa bewirtschaftete seinen Bauernhof ökologisch mit Kühen, Schafen und Ziegen, ein wundervoller Spielplatz für Lars und Anna. Sie war seine beste Freundin.
"Hallo, Anna", brüllte Lars und winkte. Aber das Schreien erreichte natürlich nicht das Tal.
Lars musste an das Rentier denken. Ob es wohl kam. Er hielt vor Spannung die Luft an.
Plötzlich krachte es leicht im Unterholz und wie ein Blitz, fast magisch, stand das schneeweisse Rentier vor ihnen. Lars schaute gebannt auf das wunderschöne Tier mit dem einen Geweih. Er hielt Mamas Hand ganz fest, sein Herz klopfte ganz laut,.
"Darf ich es streicheln, Papa?"
"Versuche es Lars!"
Schüchtern ging Lars auf das Tier zu, damit es ihn erst einmal beschnuppern konnte, hielt seine Hand an die Nase des Rentiers, dann streichelte er vorsichtig, zart den Kopf. Das Rentier schnaubte leise und genoss das Streicheln.
"Wenn Du mich hörst", sprach das Rentier, "dann nicke nur!" .
"Komme morgen Nachmittag um 4.00 Uhr an den Waldrand bei der großen Wiese und spreche mit keinem darüber".
Lars nickte wie hypnotisiert. Das Rentier drehte sich um und trabte im wiegenden, fliegenden Schritt davon. Hatte das weiße Rentier wirklich mit ihm gesprochen? Lars war ganz ergriffen und leicht verstört über das gerade Erlebte. Träumte er oder war es wahr?
Gedankenverloren trottete er zum parkenden Auto hinter seinen Eltern her. Was das wohl bedeutete morgen?

Lars war kurz vor 4 Uhr warm eingepackt. Es war schon 15 Grad minus. "Ich gehe mit Trippel noch einmal heraus", sagte er zu seiner Mutter
"Ja mache das", antwortete Mama. "bleibe aber nicht zu lange, es gibt bald Essen".
Lars und Trippel rannten um die Wette über die Wiese hoch zum Waldrand.
"Bei Fuß", rief Lars ausser Atem Trippel zu, "Du musst jetzt ganz brav sein".
Der Hund setzte sich vor die Füße von Lars.
Lars Atem war in der Kälte zu sehen und sein Herz klopfte heftig vor Aufregung, was würde gleich passieren?
Der Vollmond stand schon leuchtend am Himmel. Langsam wurde es dunkel, leicht leuchteten die Lichter der Häuser. In der Ferne unterbrach der Motor eines Traktors die Stille.
Plötzlich knackte es hinter Lars und das weiße Rentier kam aus den Bäumen heraus.
"Hallo, ich bin Reiniheini und wer bist Du?", fragte das Rentier.
"Ich bin Lars".
"Erzähle mehr von Dir, kleiner Lars".
Es war schon komisch einem sprechenden Rentier von sich zu erzählen, Lars räusperte sich und war ganz verlegen, dann begann er zu erzählen.
"Ich bin schon 6 Jahre alt, gehe in die Vorschule, aber im Kindergarten hat es mir besser gefallen, da muss man nicht so viele Stunden stillsitzen und dort unten wohne ich zusammen mit Mama und Papa, Luxohr, dem rotgetigerte Kater und Trippel ,dem Terrier".
Trippel knurrte leicht, ihm schien alles nicht so geheuer und um Lars drehte sich alles.
Lars war ganz entzückt von dem Anblick des wunderschönen Kopfes dieses Tieres. Es hatte so wunderbare Augen mit ganz langen Wimpern, die aber so traurig dreinschauten. Das Rentier scharrte mit seinen Hufen und schaute unter sich.
"Du siehst so traurig aus, Reiniheini?"
"Ich habe im letzten Winter bei dem Abgang der großen Lawine bei Lomseggen meine ganze Herde verloren und seitdem bin ich sehr einsam."
Das weiße Rentier hatte Tränen in den Augen. Lars schniefte leicht, er musste mit den Tränen kämpfen und Trippel jaulte ganz leise.
Lars umarmte den Hals des Rentieres und streichelte Reiniheini ganz zart.
"Kannst Du Dich nicht einer anderen Herde anschließen", fragte Lars. "damit Du nicht so alleine bist?,
"Das ist nicht so einfach in eine Herde zu kommen, als junges, männliches Rentier, es kommt dann zu Kämpfen mit dem Leittier. Und mit meinem einen Geweih bin ich nicht gut dran", antwortete Reiniheini, "das zweite habe ich bei dem Lawinenunglück verloren und bisher ist es nicht mehr nachgewachsen".
"Kann ich Dir etwas Gutes tun, damit Du nicht mehr so traurig bist?"
"Ach Lars", seufzte Reiniheini, " schon dass ich mit Dir reden kann, macht mich freudig und ich fühle mich nicht mehr so einsam."
Mit seiner rauen Zunge leckte Reiniheini die Hand von Lars. Das kitzelte sehr und er musste kichern.
"Ich muss jetzt nach Hause, Reiniheini, es gibt gleich Abendessen und Mama wartet."
"Lars, hast Du morgen Abend wieder Zeit?"
"Ja um 6.00 Uhr, da sind Mama und Papa beim Elternabend."
"Ich freue mich, sind wir jetzt Freunde, Lars?"
Er umarmte ihn ganz fest und drückte einen Kuss auf die weiche, feuchte Nase.
" Ja, Reiniheini, wir sind Freunde."
"Komm Trippel, wir müssen nach Hause".
"Bis morgen Reiniheini!" Lars winkte dem Rentier und rannte mit dem Hund die Wiese herunter.
"Bis morgen Lars" , rief Reiniheini Lars nach,"aber behalte für dich, dass wir miteinander sprechen", drehte sich um und verschwand mit leichten, wiegenden Schritten im Dunkeln des Waldes.

Die Fenster auf den Höfen waren überall mit Weihnachtssternen und -girlanden geschmückt. Die Landschaft wirkte vorweihnachtlich. Es schneite und Lars freute sich schon auf Weihnachten. Er war in Gedanken, plötzlich stand Reiniheini neben ihm.
"An was denkst Du Lars?"
"An Weihnachten!"
"Was wünschst Du Dir zu Weihnachten, kleiner Lars?"
"Eine Schlittenfahrt zusammen mit Dir, meinen Eltern und meiner besten Freundin Anna, das wird bestimmt toll und eine Gokart-Ausrüstung. Vor einer Woche ist endlich die neue Bahn im Ort eröffnet worden und ohne darf man nicht fahren. Mama findet mich noch zu klein", bemerkte Lars, "aber Papa erlaubt es mir".

"Und was wünschst Du Dir lieber Reiniheini?, fragte Lars
Ganz verlegen blickte Reiniheini nach unten und scharrte mit einem Huf im Schnee.
"Eine hübsche Rentierfrau", flüsterte das Rentier, "das ist mein größter Wunsch".
"Früher habe ich mir immer eine leuchtende, rote Nase gewünscht, wie sie Rudolf, das Rentier hat und wollte dann mit im Schlittengespann des Weihnachtsmann fahren."

Lars seufzte, weil ihm das eben Gehörte unerreichbar erschien, machte aber dem Rentier Hoffnung für seine Wünsche.
" Du musst fest daran glauben, Reiniheini, dann wird alles in Erfüllung gehen!"

Lars war gerade aus dem Schulbus gestiegen und trabte den Weg zum Hof hinauf, dort stand das Auto von Tante Randi mit dem Pferdeanhänger. es waren Weihnachtsferien und sein letzter Schultag. Lars war neugierig, was das wohl bedeutete? Am Hof angekommen, sah er in dem eingezäunten Gatter ein Rentier stehen.
"Hallo Tante Randi, was macht das Rentier hier?" fragte Lars ganz aufgeregt.
"Wir haben es in Pflege, bis es wieder ganz in Ordnung ist", antwortete Papa.

Tante Randi, die Tierärztin war, erzählte, dass sie das Tier im Gebirge verletzt gefunden und es bei einer OP wieder zusammengeflickt hatten. Jetzt braucht es nur noch einige Zeit Schonung auf Papas Hof.
"Ist es ein weiblich?", fragte Lars.
"Ja!", antwortete Tante Randi.
Papa, der Nationalparkverwalter war, hatte schon oft verletzte Wildtiere in Pflege.
Wäre das nicht die Erfüllung des Wunsches von Reiniheini? Das Herz von Lars tat einen Hüpfer.
Alles lief doch wie am Schnürchen. Lars war auch gestern bei Onkel Henning gewesen, der ihm beim Basteln einer roten, leuchtenden Nase für Reiniheini behilflich war. Weihnachten konnte kommen.

Es war Mittag am Juleaften, dem Heiligen Abend, musste Lars mit Papa den Weihnachtensbaum aufstellen und schmücken.
"Ich gehe noch einmal mit Trippel raus bevor es ganz dunkel wird", erklärte Lars schon mit Anorack, Mütze und Schal angezogen, seinem Papa. Gleich würde er sich mit Reiniheini am Waldrand treffen.
"Vergesse die Handschuhe nicht!" ermahnte Mama aus der Küche, die das Festmahl für den Abend vorbereitete.
Trippel lief aufgeregt mit wedelndem Schwanz zur Haustür.
"Komm Trippel, los geht es", rief Lars.

Mama und Papa schauten den Beiden nach, die um die Wette die Wiese hoch rannten, wo das weiße Rentier mit dem einen Geweih stand. Ihr Sohn umarmte das Rentier und sie liefen gemeinsam zu dem Gatter wo das in Pflege stehende Rentier untergebracht war.
"Mir schwant da etwas!", sagte Papa.
"Mir auch!", antwortete Mama.
Beide lachten und umarmten sich.

Lars hatte ihn aufgefordert, die Augen zu schließen. Reiniheini war ganz gespannt, was Lars ihm zeigen wollte.
"Jetzt öffne die Augen!" Reiniheini.
Sie standen vor einem Gatter, darin stand ein bezauberndes, weißgraues Rentiermädchen. Das hatte Reniheini nicht erwartet, er war total überrascht.

"Frohe Weihnachten - God Jul, Reiniheini.", rief Lars und er umarmte das Rentier, setzte ihm noch die gebastelte, rote Leuchtnase auf.

"Vielen Dank, Lars God Jul - frohe Weihnachten und bis bald zur Schlittenfahrt, ", rief Reiniheini Lars nach, der mit Trippel glücklich in großen Sprüngen die Wiese hinabhüpfte.

©Eva V.








Sonntag, 21. Dezember 2014

Vierter Advent - Gedicht

Heute dürfen wir schon die vierte Kerze anzünden und dann ist es nicht mehr weit, bis das besonders von den Kindern, erwartete Christkind kommt.
Ich wünsche euch einen schönen vierten Advent und schenke euch ein Gedicht von meinem Freund 
"Die Nachtigall"



Der vierte Advent


 



Advent ist auf der ganzen Welt,
Lichterglanz die Städte erhellt,
schmücken bunt das Tannengrün
rote Weihnachtssterne erblüh`n.



Es wird gebacken froh gestimmt,
es riecht überall nach Nelken und Zimt,
Nach Zuckerbrot und Marzipan,
das kommt alles sehr gut an.

Auch wir Naschkätzchen sind nicht weit,
zum Probieren sind wir immer bereit,
die Kinder fragen unentwegt,
was wir unter den Baum gelegt?




Die Spannung steigt – bald ist es soweit,
es ist nur noch ein Paar Tage Zeit,
und viel schneller als man denkt
die vierte Kerze auch schon brennt.

Wenn dann die vier Lichter brennen,
und es den vierten Segen nennen,
Und ihr heller warmer Schein,
ladet uns zur Besinnung ein,





der Heilig Abend ist nun nicht mehr fern,
und es leuchtet der Weihnachtsstern.
Dann die große Glocke klingt,
Vom Himmel hoch,“ alles singt,





und die Christenheit von Fern und Nah,
der Heilig Abend ist nun da.
dann leuchten die Kerzen im Advent,
und am Sonntag auch die vierte brennt.

Die Nachtigall





Dienstag, 16. Dezember 2014

Das kleine rote Auto und der Tannenbaum - Reizwortgeschichte

Inzwischen sind es schon 42 Geschichten die aus den Reizwörtern entstanden sind.
Viel Spaß beim Lesen!


Reizwörter: Tannenbaum, Weihnachten, schenken, heimlich,
golden







Das kleine rote Auto und der Tannenbaum



Herr Oskar sieht sich vergnügt um.
Seit Tagen schon lässt Frau Holle die Schneeflocken auf die Erde rieseln und hat den Wald in eine weiße flauschige Decke gehüllt.
Klein Oskar, Bruno und Bellinda toben jauchzend durch den Schnee und bewerfen sich mit Schneebällen.
Katrin klettert nach vorn und sieht stillvergnügt ihren Kindern zu.
Danke auch Herr Oskar, dass sie Frau Eule das Versprechen abgenommen haben uns in Ruhe zu lassen.“
Gerne doch Frau Katrin, möchte ja meine Familie nicht verlieren,“ schmunzelt Oskar, „ aber trotzdem wäre es geraten nachts hier drinnen zu bleiben, denn die Augen von Frau Eule sind sehr schlecht.“
Frau Katrin lacht: „Schön, dass sie uns zu ihrer Familie zählen, überhaupt ist mein Leben nur noch wunderbar seit ich sie getroffen habe.“
Herr Oskar schmunzelt, „ aber meines auch und die Kinder machen mir große Freude, aber wo ist denn Max?“
Frau Blaumeise hat ihm eine Nachricht von seinem Vetter, der Kirchenmaus gebracht.“
Ach ja die Vögel sind schon einige Zeit nicht mehr hier, sind doch nicht alle in den Süden geflogen?“
Nein, aber diejenigen, die hier überwintern sind näher zur Stadt gezogen, denn dort stellen die Menschen Vogelhäuschen mit Futter auf.“
Das ist aber nett! Herr Armin ist heute Morgen mit seinen Damen in den Wald gegenüber gegangen, da dort die Menschen Futterkrippen aufgestellt haben.“
Miranda, das Eichkätzchen schlüpft durch das Fenster und seufzt:
Bin vor Hunger aufgewacht und wollte an meine Vorräte, habe aber wieder einmal vergessen wo ich sie vergraben habe.“
Herr Oskar lacht: „ Welch ein Glück, dass ich aufgepasst habe. Sehen sie da vorne die große alte Tanne? Darunter liegen ihre Nüsse.“
Danke, sie sind ein Schatz!“
Schmunzelnd beobachten sie wie Miranda zu graben beginnt, der Schnee fliegt nur so nach allen Seiten.
Neugierig sehen die drei Mäusekinder zu, wie nun eine Nuss nach der anderen zum Vorschein kommt.
Das Wasser läuft ihnen im Mund zusammen.
Miranda beginnt nun eine Nuss nach der anderen in ihren Kobel hoch oben im Baum zu tragen.
Die letzten zwei Nüsse aber knackt sie, sagt etwas zu den Kindern und verschwindet.
Das ist aber nett, sie hat den Kindern die letzten Nüsse geschenkt, ich werde mal nachsehen.“
Bald erscheinen die vier Mäuse gesättigt und zufrieden und klettern ins Auto.
Katrin trägt ein Stück der Nuss und meint:
Ich habe für Max ein Stück aufgehoben, der wird sicher Hunger haben nach der langen Reise.“
Gegen Abend kommt der Mäuserich dann nach Hause und verkündet freudestrahlend , dass Vetter Heinrich sie alle über Weihnachten eingeladen hat, denn nirgends wird dieses Fest so schön gefeiert wie in der Kirche.
Auch er hat etwas für die Speisekammer mitgebracht, einen großen runden Keks, den er vor der Kirche gefunden hat.



Bald liegt die kleine Familie gesättigt und müde in der Höhle von Wolle unter dem Rücksitz und Herr Oskar träumt von früher. Der Duft des Weihnachtskeks erinnert ihn an seine erste Besitzerin, die mit Geschenken auf dem Rücksitz und einer Tüte dieser duftenden Kekse zu ihren Eltern gefahren ist.
Überall waren die Straßen geschmückt und auf dem Marktplatz stand ein leuchtender großer Tannenbaum und seine Besitzerin sang fröhlich die Lieder, die aus dem Radio erklangen mit.
Das war schön!
Mit einem Lächeln schläft Herr Oskar ein.

Ein bitterliches Weinen schreckt ihn aus seinem tiefen Schlummer.
Herr Oskar lässt seine vorderen Scheinwerfer leuchten, doch kann er niemand entdecken. Auch der frisch gefallene Schnee zeigt keine Spuren.
Da sieht er, dass an dem alten Tannenbaum, unter dem Miranda ihre Nüsse vergraben hatte, dicke große harzige Tränen den Stamm herunterrollen.
Herr Tannenbaum, warum weinen sie denn so schrecklich!“
Entschuldigen sie Herr Oskar, habe ich sie geweckt?
Aber dieses ganze Gerede über Weihnachten hat mich so traurig gemacht.
Meine Großmutter hat mir einst erzählt, dass wir Tannenbäume eine große Bedeutung haben.
Wir werden auserwählt in den Stuben der Menschen zu leuchten am Geburtstag des Herrn Jesus.
Kurze Zeit später wurde sie abgeholt und auch Jahre darauf mein Vater.
Doch dann starb der alte Herr, dem Wald gehört und seine Erben sind in alle Winde verstreut.
Seitdem kümmert sich niemand mehr um diesen Wald und die Weihnachtsbäume werden gegenüber geholt.
Und ich bin der Einzige aus meiner Familie, der niemals zu Ehren des Christkindes leuchten wird. Es ist schon traurig!“
Wieder laufen die Tränen den Stamm hinunter.
Herr Oskar ist traurig und weiß nicht was er sagen soll.
Gerade ist er wieder eingeschlafen, da klopft es an die
Scheibe.
Herr Oskar öffnet das Fenster und Frau Eule schlüpft herein.
Schließen sie das Fenster,“ befiehlt sie.
Gehorsam lässt Herr Oskar die Scheiben nach oben gleiten.
Frau Eule hat es sich inzwischen auf dem Sitz bequem gemacht.
Sehr gemütlich hier.
Ich habe das Gespräch zwischen ihnen und dem alten Tannenbaum mit angehört.
Er steht schon seit vielen Jahrzehnten hier.
Meine Großmutter kannte ihn schon und wusste nur Gutes zu berichten.
Und darum dachte ich, wir sollten ihm etwas schenken und seinen Wunsch erfüllen und aus ihm einen Weihnachtsbaum machen.“
Aber wie soll das denn gehen? Ach vielleicht die Elfen?“
Nein die schlafen doch im Winter unter der Erde bei den Wurzeln ihrer Blumen.
Aber in der Nähe ist das Wichteldorf und vor vielen Jahren hat der Tannenbaum den Sohn des Königs gerettet, als er von einem Fuchs gejagt wurde.
Das hättet ihr sehen sollen.
Mit seinem untersten Zweig hat er dem Fuchs so einen Schlag versetzt, dass der rückwärts einen Salto geschlagen hat und mit eingezogenem Schwanz davon schlich.“
Sie meinen also, dass die Wichtel den Baum schmücken können, aber ist er nicht zu hoch für sie?“
Die Wichtel sollen nur die Girlanden basteln und die Vögel werden sie dann um den Baum winden.“
Und ich will das Christkind überreden, dass es hier vorbeikommt!“
Max, der der Unterhaltung gelauscht hat kommt nun nach vorn, bleibt aber in sicherer Entfernung zu der Eule.
Kennst du denn das Christkind?“ fragt diese erstaunt.
Nein, aber mein Vetter, denn es kommt jedes Jahr zur Christmette in die Kirche, wo er wohnt.“
Gut dann werde ich morgen zu den Wichtel fliegen, lass mich bitte hinaus Oskar, bevor dein kleiner Freund noch vor Angst in die Hosen macht!“
Max schnaubt empört, die Eule grinst und verlässt mit rauschenden Flügel das Auto.
Und nun beginnt ein heimliches Wirken.
Alle Tiere sind inzwischen eingeweiht und freuen sich schon auf Hl.Abend und die große Überraschung für die Tanne.
Am Morgen des lang ersehnten Tages kommt Armin von Hohenwalde durch den Wald geschritten und trägt auf seinem Geweih viele bunte glitzernde Girlanden.
Neben ihm trippeln kichernd und schwatzend viele kleine Wichtel.
Vor dem alten Tannenbaum bleiben sie stehen.
Armin neigt sein Haupt und die Girlanden fallen in den Schnee.
Nachdem die Wichtel sie entwirrt haben kommen aus den umliegenden Bäumen die Vögel und winden sie um den alten Tannenbaum, der aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt.
Danke, danke!“ stammelt er nur immer wieder.
Armin von Hohenwalde aber erklärte ihm, dass sie heute Nacht sich alle hier zusammen finden werden, um gemeinsam den Geburtstag des Christkinds zu feiern.
Und so war es dann auch.
Sie versammeln sich unter dem Baum, der voller Stolz seinen schönen Schmuck trägt und der König des Waldes Armin erzählt die Weihnachtsgeschichte, wie er sie schon von seiner Mutter gehört hatte.
Dann singen sie Weihnachtslieder und auch Herr Oskar brummt mit.
Auf einmal erklingt ein liebliches klingeln und ein goldener Schlitten kommt herunter geschwebt.
Grinsend springen Max und seine Familie in den Schnee und das Christkind im goldenem Gewand tritt zu dem Tannenbaum und sagt mit lieblicher Stimme.
Ich habe gehört, dass es dein größter Wunsch war für mich an meinem Geburtstag zu leuchten. Dafür danke ich
dir aus vollem Herzen.Und damit du auch wirklich leuchtest schicke ich dir meine Sterne vom Himmel:“
Es hebt die Hand und die Sterne fallen vom Himmel und setzen sich auf die Zweige und der Baum erstrahlt in einem hellen Licht.
Der alte Tannenbaum ist überwältigt vor Glück und stammelt nur immer wieder: „ Danke, danke!“
Das Christkind lächelt freundlich und meint:
Die Sterne werden bis zum Dreikönigstag bei dir bleiben, dann kehren sie zurück an den Himmel. Nun lebt wohl meine lieben Freunde.“
Der Schlitten erhebt sich und fährt zu den Wolken.
Unter dem Baum aber türmen sich Säcke voll mit den herrlichsten Dingen. Äpfel und Birnen, Heu und Hafer, Nüsse, Kastanien und Karotten, selbst an Speck und Käse für die Mäuse hat das Christkind gedacht.
Der alte Tannenbaum aber träumte noch viel Jahre davon, wie er einmal ein Weihnachtbaum sein durfte.

© Lore Platz






Wünsche euch noch einen schönen Tag und hoffe auch ihr habt so gute Freunde die euch überraschen!