Samstag, 28. Februar 2015

Meine Geheimwaffe

Um mich herum nur triefende Nasen, bellende Husten und traurige gequälte Gesichter.
Und obwohl ich von Viren und Bakterien regelrecht beschossen werde, trifft mich keiner.
Ich fühle mich pudelwohl und kann meine Umgebung nur bedauern.
Als mich vor einigen Monaten meine Arthrose plagte gab mir meine Freundin Uschi einen Tip.
Ich sollte eine Scheibe Ingwer so klein wie Knoblauch schneiden, auf einen Löffel geben und ohne darauf zu beißen schlucken, natürlich mit Tee oder Wasser.
Und das mache ich nun seitdem. Meine Schmerzen sind geringer, ich fühle mich wohl und manchmal stark wie ein Bär.
Und seit dieser Zeit fehlt auf meinem Einkaufszettel niemals diese wunderbare Wurzel.
Natürlich habe ich mich mal im Internet schlau gemacht über diese 'Zauberwurzel'.
Ingwer kommt aus Süd-Ostasien und gilt sowohl als Gewürz und Heilmittel.
Er fördert die Durchblutung und steigert den Gallensaft.
Außerdem hilft er bei Muskelschmerzen, Arthrose , Übelkeit, Migräne, selbst durch Diabeties verursachten grauen Star soll er verhindern, wie neue Erkenntnisse ergaben.
Ingwer ist ein Mittel ohne Nebenwirkung.
Er besitzt entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften, die denen der Medikament (Ass und Diclofencac) ähneln, nur mit dem Unterschied, dass sie weder Magen-Darm-Blutungen noch Geschwüre verursachen.
Einem Bericht aus Neu Delhi nach hat der Ingwer auch die Übelkeit und das Erbrechen bei chemotherapierten Kindern erheblich reduziert.
Seltsam ich hatte bereits als Kind eine Abneigung gegen Medikamente. Meine Mutter musste mir die Tabletten gegen Keuchhusten in einer Banane verstecken.
Und auch heute noch nehme ich nur Tabletten wenn es unbedingt sein muss und ich davon überzeugt bin.
Lieber greife ich zu Alternativen aus der Natur.
Wenn das mit der Wiedergeburt stimmt, dann muss ich früher eine Heilerin gewesen sein. (schmunzeln)
Auf jeden Fall bin ich begeistert von Ingwer und kann sie euch nur wärmstens ans Herz legen.
Versucht es mal!
 
 


 Gesundheit


Gesundheit ist uns Menschen wichtig,
das Motto heißt: “Ernähr dich richtig“,
gerne möchte man das praktizieren,
es fällt aber schwer es auszuführen.

Wenn man sich damit mal befasst,
ist essen und trinken eine Last,
denn alles was so kreucht und fleucht,
ist mittlerweile stark verseucht.




Eine große Warnung – ganz Fanal,
ist ja der BSE Skandal,
was soll man dahinter wittern,
wenn Rinder sich zu Tode zittern.

Die Knochen voll von Todes – Viren,
wohin soll denn das noch führen?
Der Wahnsinn sitzt in Frikadellen,
in Eiern ruhen die Salmonellen.



Was man noch dazu beifüge,
das Müsli ist voll Pestizide,
was sich auch nicht vermeiden lässt
beim Geflügel erscheint die Hühnerpest.



Der Blütenstaub den die Bienen saugen,
wird der Honig auch nichts mehr taugen,
Und das Wasser aus der Leitung,
hat manche Gifte in Begleitung.

Fisch scheint auch nicht mehr zu lohnen,
da in diesen Nematoden wohnen,
wozu soll man dem Mensch noch raten,
vielleicht zu Gen – veränderten Tomaten?




Dem Mensch bleibt nur noch zu überlassen,
sich dieser Lage anzupassen,
will man nicht einfach an Hunger sterben,
zu Gunsten unserer lieben Erben.

Neulich hat man mir berichtet,
von einem der auf das alles hat verzichtet,
um seine Gesundheit zu bewahren,
er wurde aber von einem Auto überfahren!!

Die Nachtigall


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende



Dienstag, 24. Februar 2015

Mit Freunden ist man niemals einsam

Heute geht es um die Reizwörter:

Altkleider, Hund, bunt, grollen, elend

Viel Spaß beim Lesen






Mit Freunden ist man niemals einsam





Die Nachtfee hatte ihre schwarzen Schleier über das Land gebreitet und der Mond, der wieder einmal eine seiner zahllosen Diäten hinter sich hatte, war nur als schmale Sichel zu sehen.
Trotzdem konnte man den großen Container mit der Aufschrift „Altkleider“ erkennen, da eine Straßenlampe den Mond unterstützte.
Es raschelte und eine Ratte lief schnüffelnd über den Platz, blieb an dem Container stehen, stellte sich auf die Hinterbeine und sah hinauf zu dem großen kreisrunden Loch.
Enttäuscht wandte sich ab und lief davon.
Eine Weile war es ruhig, doch dann hörte man ein Rascheln und Rumoren, das aber aus dem Inneren des Behälters kam.
All die bunten Kleidungsstücke schienen sich plötzlich zu bewegen, wie die See bei stürmischem Wind.
Auf einmal lugte der Kopf eines Teddybären hervor und wenig später der ganze kleine Kerl.
Er setze sich auf den Kleiderberg und verschnaufte erst einmal.
Schön war er ja nicht.
Sein linkes Ohr hing herab, ein Auge fehlte und sein Fell war ziemlich ruppig.
Trotzdem blitzte aus dem einen verbliebenen Auge der Schalk und es sah vergnügt in die Welt.
Neugierig sah er sich um.
Es gefiel ihm gar nicht und hier bleiben wollte er auch nicht, also krabbelte er zur Luke, die er gerade mit den Pfoten erreichen konnte.
 
Er hob sich auf die Zehenspitzen und sah hinaus.

 Ziemlich hoch!
Aber hierbleiben wollte er nicht. Es würde schon nicht so schlimm werden.
Also drehte er sich um und klettert mit dem Hintern voraus durch das Loch. Dann ließ er sich fallen und wartete auf den harten Aufprall.




Doch überraschenderweise landet er auf etwas Weichem und eine Stimme brüllte, „Au! Was soll das!“
Er war auf einem Hund gelandet, der gerade sein Bein hob und nun in dieser Beschäftigung unsanft gestört wurde.
Entschuldige,“ brummte der Teddy, „aber ich habe dich nicht gesehen, doch vielen Dank auch, ohne dich wäre ich ziemlich hart gelandet.“
Der Hund hob nun doch sein Bein, dann wandte er sich um. „Willst du mitkommen?“
Teddy strahlte.
Gern!“
Und zusammen liefen sie nun durch die menschenleeren Straßen.
Der Hund blieb immer mal wieder schnüffelnd stehen, dann lief er in einen Hof und wühlte mit seiner Nase im Abfall, bis er schließlich einen Knochen hervor zog.




Dann ging es weiter.
Plötzlich fing es zu regnen an, Donner grollte und ein Blitz erhellte die Straße.
Teddys neuer Freund lief in eine Gasse zu einem halb verfallenen Haus und schlüpfte unter der beschädigten Tür ins Innere und er folgte ihm.
Während der Hund sich schüttelte, dass das Wasser nur so nach allen Seiten flog, sah Teddy sich neugierig um
Besonders schön sah es hier nicht aus.
Ein wackliger alter Tisch, ein paar Stühle, ein
zerschlissenes altes Sofa, mehr gab es nicht.
Und alles war von einer dicken Staubschicht übergezogen. Dichte Spinnennetze bedeckten die Wände und große schwarze Spinnen krabbelten eilig in den Schatten.
Teddy wollte gerade seinen neuen Freund fragen wo sie hier sind, da sah er zwei große runde Lichter aufragen.



Ein Gespenst!
Ängstlich drückte der kleine Bär sich in die dunkel Ecke und linste zu dem Hund hinüber, der ungerührt an seinem Knochen knabberte.
Sah er denn das Gespenst nicht?
Berno, alter Junge, wen hast du uns denn da mitgebracht?“ ertönte eine Stimme.
Das ist ein Teddybär, traf ihn, als er gerade aus der Klamottenkiste floh.“
Ein großer schwarzer Kater schlenderte auf Teddy zu, dessen Herz ängstlich klopfte.
Hallo, ich bin Rambo, Bernos Freund. Hast du auch einen Namen, Kleiner.“
Teddy!“ stammelte dieser.
Der Kater wandte sich wieder ab und ging zu dem Hund hinüber.
Kurz schnüffelte er an dem Knochen.
Ziemlich spärlich, deine Mahlzeit, da habe ich doch etwas Besseres.“
Der Kater verschwand in der Dunkelheit und kam gleich darauf mit einer großen Wurst im Maul wieder und legte sie vor den Hund.
Dieser schnüffelte genießerisch und meinte zu Teddy gewandt.
Seit ich mit Rambo zusammen bin, muss ich nie mehr hungern!“
Der Kater kam nun mit einer anderen Wurst im Maul zurück und legte sie vor Teddy ab.
Dieser lächelte freundlich.
Vielen Dank, aber Teddybären müssen nicht essen und trinken.“
Rambo lachte.
Was für ein höflicher Junge du doch bist, du bist bestimmt kein Straßenkind?“
Nein, ich hatte sehr liebe Eltern und wurde gut erzogen. Meine Eltern waren adelig und hießen „von Steif“ und trugen ihr Wappen im linken Ohr.“
Dir haben sie kein Wappen gegeben?“
Doch, ich hatte auch eins, aber der Enkel des Mädchens,dem ich einst gehörte, hat es abgerissen und dabei mein Ohr beschädigt.“
Teddy dachte traurig an die dunkelste Stunde seines Lebens.
Danach wollte niemand mehr mit mir spielen, weil ich so hässlich war und sie verbannten mich auf den Speicher.
Vor kurzem ist die alte Frau gestorben und ich landete in dem Container.“
Ja wir haben alle mal schlechte Erfahrung mit den Zweibeinern gemacht,“ meinte Rambo und schlug mit der Pfote nach dem Hund.
Dieser hatte die ganze Zeit die Wurst nicht aus den Augen gelassen und wollte sie gerade schnappen.
Lass das, du gefräßiges Monster, die heben wir für später auf, denn so schnell darf ich mich bei der Metzgerei nicht mehr sehen lassen.“
Er kicherte, nahm die Wurst und verschwand.
Bedauernd sah ihm Rambo nach.


Ja Kleiner, auch ich habe mit den Menschen schlechte Erfahrungen gemacht. Und es wurde mir nicht an der
Wiege gesungen, dass ich einmal als Straßenköter ende.
Ich kam in einem schönen Hof auf die Welt und tollte dort glücklich mit meinen Geschwistern herum.
Eines Tages kam ein Mann und nahm mich mit.
Was habe ich bitterlich geweint, ich war doch noch so klein und musste meine Eltern und Geschwister verlassen.
Der Mann brachte mich in eine Wohnung in einem Hochhaus. Sie banden mir eine rote Schleife um und setzten mich in ein Körben unter dem Christbaum. Ich freute mich als der kleine Junge mich in die Arme nahm und nun hopste und spielte ich mit ihm herum und hatte meinen Kummer bald vergessen.
Doch als ich größer wurde, hatte der Junge keine Zeit mehr für mich. Auch stritten sie immer lautstark, wer mich nach unten bringen sollte, damit ich mein Geschäft verrichten konnte.
Das brachte mich oft in Bedrängnis und wenn mir dann ein Malheur passiert, dann brüllten sie mich an und schlugen mich.
Dabei konnte ich doch gar nichts dafür.
Eines Tages nahm mich der Mann und band mich in der Nähe eines Müllplatzes an einen Baum.“
Und da wäre er elendig verhungert und verdurstet, wenn ich ihn nicht befreit hätte. Außerdem musste ich ihm beibringen wie man auf der Straße überlebt.“
Rambo war zurück gekommen und setzte sich nun neben seine Freunde und begann sein Fell zu putzen.
Hast du auch mit den Menschen schlechte Erfahrungen gemacht?“ wollte Teddy wissen.
Eher sie mit ihm,“ kicherte Berno, „Rambo ist der König der Straßen und ein Meisterdieb!“



Der Kater grinste.
Nein, Kleiner, zum Glück war ich nie von diesen Kreaturen abhängig. Ich bin auf dem Müllplatz geboren, meinen Vater kannte ich nicht. Als dann meine Mutter auch nicht mehr
zurück kam, musste ich schon sehr früh lernen allein zurecht zu kommen. Aber nun lasst uns schlafen.“
Für Teddy begann nun eine aufregende und schöne Zeit.
Er streifte mit seinen beiden Freunden durch die Straßen und machte viele interessante Bekanntschaften.
Er lernte den Waschbären Emil kennen, den Dachs Merlin,
der oft vom nahe gelegenen Wald in die Stadt kam und den 
halb blinden Mops Hannchen, der in einem schönen großen Garten wohnte und gerne seine reich gefüllte Futterschüssel mit ihnen teilte.
In dem Garten wohnte auch der Igel Leopold, der sich oft zu einem Schwätzchen dazu gesellte.
Abends zog es die drei Kameraden dann in ihr Haus zurück und bevor sie einschliefen erzählten sie dem atemlos lauschenden Teddy dann noch spannende Geschichten aus ihrem bewegten Leben.
Eines Morgens hörten sie vor dem alten Haus Stimmen und das Brummen eines schweren Motors.
Rambo sprang auf die Fensterbank und drückte seine Nase an die Scheibe.
Entsetzt rief er seinen Freunden zu.
Wir müssen verschwinden, sie reißen das Haus ab!“
Aus sicher Entfernung sahen sie nun wie die riesige Abrissbirne mehrmals voller Wucht gegen das Haus prallte und es zusammenbrach.
Traurig verließen sie den Ort, wo sie so viele Jahre Zuflucht gefunden hatten.
Obwohl Teddy erst kurz darin gewohnt hatte überfiel auch ihn eine große Traurigkeit.
Merlin kam vergnügt die Straße entlang und grüßte sie fröhlich.
Warum seht ihr so betrübt aus.“
Nachdem er erfahren hatte, dass ihr Haus eben abgerissen wurde, schlug er ihnen vor mit ihm in den Wald zu gehen. Dort gab es eine alte leere Bärenhöhle.
Nun lebten sie schon einige Zeit in der Höhle.
Rambo ging auf Diebestour in den umliegenden Bauernhöfen und Berno jagte Kaninchen.
Manchmal aber mussten sie auch mit knurrendem Magen schlafen gehen und sie beneideten den Teddybären, der weder essen noch trinken musste.
Eines Tages waren sie wieder unterwegs auf Hasenjagd.
Rambo saß oben auf dem Baum um Ausschau zu halten, Teddy verkroch sich im Gebüsch und Berno kauerte sprungbereit im Gras.
Es raschelte und ein kleiner Hase kam auf die Lichtung, Berno sprang auf, da knallte ein Schuss.
Ein langer brennender Schmerz fuhr dem Hund über den Rücken.
Der Hase aber lief im Zickzack davon und verschwand in seinem Bau.
Ein Mann in grüner Uniform trat zu dem Hund und hob die Büchse.
Da sprang Rambo mit ausgefahrenen Krallen dem Mann auf den Kopf.
Während dieser mit dem Kater kämpfte und der Jagdhund bellend um die Beiden herum sprang, rappelte Berno sich auf und lief davon.
Als Rambo sah, dass sein Freund in Sicherheit war, ließ er von seinem Opfer ab und raste durch den Wald.
Der Jäger aber betastete fluchend sein zerkratztes Gesicht, hob die Waffe auf und verschwand.
Teddy hatte sich voller Angst tief ins Gebüsch verkrochen, nun aber kam er heraus und eilte zur Höhle.
Besorgt beobachten sie den aus einer tiefen Wunde blutenden Freund, der immer wieder kläglich jaulte und sich ziemlich elend fühlte.
Bleib du bei ihm, ich hole Hilfe!“ rief Rambo und sauste davon.
Bei seinen Streifzügen war er auch an einer alten Hütte am
Waldrand vorbei gekommen.
Dort lebte eine alte Frau, Kräuterweiblein, genannt.
Als sie ihn einmal entdeckte, hatte sie ihm eine Schale Milch und Essensreste hingestellt.
Rambo sprang über den Zaun.



Die Hühner, die im Boden scharrten, liefen flügelschlagend auseinander und die Ziege, die an einen Pflock gebunden
war, meckerte empört.
Die alte Frau trat aus dem Haus und Rambo lief auf sie zu und streifte schnurrend um ihre Beine.
Als sie sich bückte, um ihn zu streicheln, brachte er sich in Sicherheit und fixierte sie beschwörend.
Du willst mir wohl etwas sagen?“ murmelte die Alte und als Antwort drehte sich Rambo um, lief ein paar Schritte, drehte den Kopf und maunzte auffordernd.
Wenig später kniete die alte Frau vor dem verwundeten Hund.
Ein Streifschuss, der muss behandelt werden.“
Sie erhob sich und verließ die Höhle.
Enttäuscht sahen Rambo und Teddy ihr nach.
Doch wenig später kam sie wieder, hinter sich einen mit Decken ausgepolsterten Leiterwagen, herziehend.
Sie hob den Hund hinein, setzte Teddy dazu und begleitet von Rambo, der mit hoch erhobenen Schwanz neben ihr ging, fuhren sie zum Häuschen.
Unter ihrer guten Pflege ging es dem Hund bald besser. Teddy bekam einen Knopf als zweites Auge, sein Ohr wurde geflickt und wenn es auch ein wenig kleiner war, so war er doch glücklich.
Auch strickte ihm die alte Frau eine Latzhose und einen Pullover.
Die Tiere und auch der Teddybär beschlossen bei der alten Frau zu bleiben, denn hier ging es ihnen gut.
Teddy gefiel es auf dem Sofa und wenn nachts Rambo die Gegend durchstreifte durfte er ihn begleiten.
Berno aber wollte lieber zuhause bleiben, denn einer musste ja auf die alte Frau aufpassen.
Diese bekam natürlich nicht mit, dass der Teddy abends lebendig wurde.
Sie wunderte sich nur, warum seine Kleidung immer so schmutzig war.


© Lore Platz






Montag, 23. Februar 2015

Altkleider - Vorwort zur Reizwortgeschichte

Morgen ist es wieder soweit und unsere Reizwörter wurden zu einer Geschichte verarbeitet.
Eines davon ist ' Altkleider' 

Und mit einer kleine Betrachtung über unser heutiges Konsumverhalten möchte ich euch einen guten Start in die neue Woche wünschen.



 
Zur Zeit unserer Großmütter wurden Anzüge und Hemden mehrmals gewendet. Risse wurden mit Flicken über näht und niemand wurde deshalb ausgelacht.
An jeder Ecke stand eine Schusterwerkstatt wo man die Schuhe zum Flicken hin bringen konnte. Manche Familienväter machten dies sogar selbst.
Ich bin ein Nachkriegskind und kann mich noch erinnern, dass meine Mutter aus ihren Kleidern und Mäntel wunderschöne Sachen für uns nähte.
Als ich zehn Jahre alt war, bekam ich zum Geburtstag einen Kleiderstoff geschenkt.
Und obwohl er in meiner Lieblingsfarbe blau war, war ich doch enttäuscht.
Erst Jahre später erkannte ich, welch Opfer meine Eltern für diesen neuen Stoff bringen mussten.
Diese Zeit hat mich geprägt.
Denn noch heute gehe ich mit meinen Sachen sorgsam um.
Meine in fast fünfzig Jahren gesammelten über tausend Bücher sehen heute noch aus, als hätte ich sie gestern im Laden gekauft.
Auch die mehrmals gelesenen.
Als es in Deutschland wieder aufwärts ging wurden wir zu einer Wegwerfgesellschaft, unterstützt auch von der Wirtschaft.
Das Verhalten der Menschen änderte sich. Kleider und Wäsche wurde weg geworfen, bevor sie verschlissen oder kaputt war
Die Müllberge wuchsen!
Jährlich sortieren Haushalte in Deutschland mehr als 1,5 Milliarden Textilien aus - dies sind pro Person mehr als 12 Kleidungsstücke.

Und nun bitte ich mich nicht falsch zu verstehen.
Als es vor Jahren hieß uns Deutschen ginge es wieder schlechter und die Armut nehme zu, da dachte ich:
Vielleicht ist es auch gut so, damit die Menschen wieder lernen achtsam zu werden und die Dinge zu schätzen, die sie haben.“
Die Natur gibt uns doch im Überfluss und wie schnell werfen wir Lebensmittel weg, nur weil wir sie nicht mögen.
Wie viele Pausenbrote landen im Müll und die Kinder kaufen sich lieber am Kiosk etwas.
Meine Nachhilfekinder hatten immer diese großen Collegeblocks dabei und ich merkte, dass viele Seiten einfach mit Strichen beschmiert waren, wohl aus Langweile in der Schule.
Da habe ich den Kindern mal erzählt wie viele Bäume sterben müssen, damit diese Blocke entstehen.
Wir sollten unseren Kindern wieder die Werte des Lebens beibringen. Denn sie sind in einer Zeit aufgewachsen, wo sie alles bekommen, was sie sich wünschen und oft bringen Eltern Opfer dafür, die ihnen von ihren Kindern aber nicht gedankt werden.
Ein junges Mädchen in meiner Nachbarschaft, darf ihr Lehrlingsgehalt behalten, obwohl beide Eltern nicht viel verdienen und täglich ums Überleben kämpfen müssen.
Wer von euch hatte schon mal 8oo Euro Taschengeld.
Nun wenn die Eltern ihr wenigstens beigebracht hätten, dass sie die Hälfte zurücklegt und dann mit der anderen Hälfte ihr Vergnügen finanziert.
So aber kauft sich dieses Mädchen jeden Monat neue Schuhe, die sie dann nicht anzieht und teure Kosmetik.
Und als ihre Eltern einmal ihre Großeltern besuchten und sie allein bleiben musste, hat sie die Lebensmittel die sie selbst während dieser Zeit kaufen musste aufgeschrieben und die Rechnung ihren Eltern präsentiert
Meine Tochter hat in den zwei Jahren Praktikum während ihrer Ausbildung gut verdient und sie meinte, ich sollte das Geld behalten, sie hätte doch alles was sie braucht.
Und wenn sie mal ins Kino will kann ich ihr das Geld ja geben.
Ich habe das Geld für sie zurück gelegt und damit konnte sie später ihren Führerschein und ein gebrauchtes kleines Auto kaufen.

Auf jeden Fall hat das Umdenken in unserer Gesellschaft bereits begonnen und immer mehr Menschen setzen sich dafür ein.














Samstag, 21. Februar 2015

Stilblüten

Mein Freund "die Nachtigall" hat mir eine Mail mit Stilblüten aus der Grundschule gesandt.
Mit diesen lustigen Ergüssen wünsche ich euch ein schönes Wochenende.



Aus einer Grundschulklasse

--Die Bibel der Moslems heißt Kodak,
und Fuji auf Japanisch wenn man stirbt.
 --Der Papst lebt im Vakuum.
--In Frankreich hat man die Verbrecher mit der Gelantine hingerichtet.
(das tat nicht so weh)
--Mein Vater war ein Spekulatius und verdiente viel Geld an
der Börse.
(Vor allem Weihnachten)
--Bei uns dürfen Männer nur eine Frau heiraten, das nennt man Monotonie.
--Bei uns hat jedes ein eigenes Zimmer, nur Papi muss immer bei Mami schlafen.


--Die Fische legen Leichen ab um sich zu vermehren.
 
--Gartenzwerge haben rote Mützen, damit sie beim Rasenmähen nicht überfahren werden.

--Männer können keine Männer heiraten, da keiner das Brautkleid anziehen kann.
(wird ohne Brautkleid doch gemacht)


--Eine Lebensversicherung ist das Geld, was man bekommt wenn man einen tödlichen Unfall überlebt.
--Meine Eltern kaufen nur das gute Klopapier, weil das schon mal benutzt wurde und gut für die Umwelt ist.
--Adam und Eva lebten im Paris, (heute auch noch)
--Die Nordhalbkugel drehte sich entgegengesetzt zur Südhalbkugel. (Das muss am Äquator witzig aussehen)

 
--Kühe dürfen nicht so schnell laufen, damit sie ihre Milch nicht verschütten.


--Regenwürmer können nicht beißen, weil sie vorne und hinten nur Schwanz haben.
--Die Fischstäbchen sind schon lange tot. Die können nicht mehr schwimmen.
--Ich bin nicht getauft, aber dafür geimpft.


--Seitdem die Menschen aufgehört haben Affen zu sein, wurden sie Ägypter. (das ist mir nicht bekannt)

--In Leipzig haben viele Komponisten und Künstler gewürgt.
(Hässlich)

--Der Zug hielt mit kreischenden Bremsen an und die Fahrgäste entleerten sich auf den Bahnsteig.
--Alle Welt stand auf, als Luther 1517 seine Prothesen an die Schlosskirche in Wittenberg schlug.


--In Lappland wohnen 2 Sorten von Menschen, die Reichen fahren mit einem Renntiergespann. Die Armen gehen zu Fuß, daher der Name Fußlappen. Auch wohnen die Menschen dort dicht zusammen, daher Es läppert sich zusammen.
--Vor 8 Tagen setzte sich mein Vater einen Distelfink auf den Kopf, der war gerade auf den Weg zur Arbeitsstelle.
--Als unser Hund nachts bellte, ging meine Mutter hinaus und stillte ihn, die Nachbarn hätten sich sonst aufgeregt.
(Nun haben sie sich erst recht aufgeregt)
--Eine Eiskunstläuferin drehte ihre Pirouetten dabei hob sich ihr Röckchen im eigenen Wind. (aufgefallen)
--Viele Hunde gehen gerne ins Wasser. Manche leben sogar immer dort und das sind die Seehunde.
Alle Fische legen Eier, die russischen sogar Kaviar.

--Wenn zwei verliebte sich küssen, kippen sie gleich um und stehen mindestens eine Stunde nicht mehr auf.
(Was für eine Vorstellung)
--Meine Tante hat solche Gelenkschmerzen, dass sie die Arme nicht mehr über den Kopf kriegt. Mit den Beinen ist es genau so. (alle Achtung)
--Ausschnitte aus Aufsätzen einer unteren Klasse




Dienstag, 17. Februar 2015

Lila-Luna, Anneliese und das Frühlingsfest - Reizwortgeschichte

 Diesemal geht es um die Reizwörter: Birke, Feder, bunt, suchen, verstehen

Viel Spaß beim Lesen


Lila-Luna, Anneliese und das Frühlingsfest



Ich brauch Tapetenwechsel sprach die Birke und macht sich in der Dämmrung auf den Weg“ ertönte es aus dem Radio und Frau Tessner sang laut mit.
Anneliese rollte mit den Augen.
Was ist denn das für ein Text?“
Ihre Mutter wurde ein wenig rot.
Den sang Hildegard Knef, eine bekannte Sängerin in meiner Jugend, ich mag das Lied.“
Anneliese grinste.
Stell dir mal vor unsere gute alte Birke dort draußen würde auf Wanderschaft gehen.“
Nun mussten beide lachen.
Heute war Samstag und da keine Schule war und auch die Mutter keinen Dienst im Krankenhaus hatte, beschlossen die beiden einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen.
Sie fuhren mit der Regionalbahn in die nächstgelegene Stadt und nachdem sie die Geschäfte unsicher gemacht hatten, ließen sie sich in einem Cafe herrliche Windbeutel schmecken und besuchten auch noch ein Kino.
Da diese gemeinsamen Tage viel zu selten waren, genossen sie jede Minute zusammen.
Und Anneliese fiel abends müde ins Bett.
Irgendwann wurde sie wach.
Wieder hörte sie ein Rascheln, Ächzen und Stöhnen.
Barfuß tapste sie ans Fenster und riss die Augen auf.
Nun war sie hellwach und konnte kaum glauben was sich unten im Garten abspielte.
Die helle schlanke Birke wand sich stöhnend und ächzend hin und her und auf einmal sprangen die Wurzel aus der Erde.
Erst links, dann rechts.
Der Baum hüpfte in die Höhe, drehte sich um und watschelte aus dem Garten.
Anneliese öffnete das Fenster, um ihm nachzusehen, da erklang ein Kichern dicht neben ihr.


Lila-Luna, begleitet von zwei Glühwürmchen setzte sich auf die Fensterbank.
Täusche ich mich, oder ist unsere Birke gerade aus dem Garten gelaufen?“ fragte Anneliese fassungslos.
Du täuscht dich nicht, aber keine Sorge, Morgen früh ist sie wieder da.“
Aber wo will sie denn hin?“
Zu unserem Frühlingsfest. Jedes Jahr am letzten Tag im März feiern wir ein großes Fest und auch der Frühling kommt. Und alle Birken in der Umgebung verlassen ihre Plätze um bei diesem Fest zu tanzen.“
Die anderen Bäume auch?“ quietschte Anneliese und dachte entsetzt an das Durcheinander und Gewurrle auf den Straßen.
Lila-Luna lachte und es klang wie das Läuten eines Glöckchens.
Nein, nur die Birken sie sind das Symbol des Frühlings und tanzen ihm zu Ehren. Deshalb dürfen sie einmal im Jahr ihre Plätze verlassen und zu uns auf die Festwiese kommen.
Deshalb bin ich auch gekommen, um dich zu unserem Fest mitzunehmen.“
Anneliese freute sich und bald flogen sie in Begleitung der Glühwürmchen zur Zauberwiese.



Als sie den Wald erreichten war es dort taghell.
Tausende von Glühwürmchen hingen an den Bäumen und Sträuchern um den Festbesuchern den Weg zu weisen.
Der ganze Wald war in Bewegung. Tiere, Zwerge und Wichtel strebten dem Festplatz zu.
Auch Lila-Luna und Anneliese gingen nun zu Fuß weiter.
Eine Weile gingen sie neben Dr. Wichtel und Herrn Igel, der es sich nicht nehmen ließ trotz seines Gipsbeines zum Fest zu gehen.
Prinz Reginald von Elfentann kutschierte seinen flotten Zweisitzer, von zwei Schnecken gezogen, an ihnen vorbei.
 
Eine Ente hübsch heraus geputzt mit einem kessen bunten Federhut, schnatterte aufgeregt mit Frau Hase, die kaum zuhörte, da sie ihre Kinder im Auge behalten musste.

Als Herr Igel, dann doch verschnaufen musste, gingen die Mädchen alleine weiter.
Sie hörten ein „Hauruck, Hauruck !“ und sahen auf dem Weg vor sich, der ein wenig nach oben führte einen Wagen beladen mit kleinen Ästen.
Ein Zwerg versuchte ihn den Hang hinauf zu ziehen und ein Maikäfer und ein Hirschkäfer schoben von hinten.
Doch der Wagen bewegte sich nicht.
Was musstest du ihn auch so hoch beladen, brummte Herr Maikäfer ärgerlich, „ wozu brauchst du denn all dieses Holz?“
Das haben die Bäume gespendet für das große Feuer zum Ende des Festes,“ seufzte der Zwerg und wischte sich mit einem großen karierten Tuch den Schweiß von der Stirn.
Die beiden Mädchen stemmten sich nun auch gegen den Wagen und dann ging es den Berg hinauf.
Der Zwerg bedankte sich bei den Helfern und setzte seinen Weg fort.
Endlich erreichten Lila-luna und Anneliese die Festwiese , nachdem sie unterwegs noch einem weinenden Marienkäferkind geholfen hatten ihre Familie zu suchen.
Wie staunte Anneliese.
Auf der Wiese tummelten sich Tiere der verschiedensten Art, friedlich vereint.
Dazwischen liefen Zwerge, Wichtel und Elfen herum und deckten die großen langen Tische mit köstlichen Speisen und Getränke.
Vögel übten ihre Lieder und die Grillen stimmten ihre Geigen.
Am Rande der Wiese aber standen die Birken und plauschten miteinander. Gab es doch soviel zu erzählen, denn schließlich hatten sie sich ein ganzes Jahr nicht mehr gesehen.
Anneliese starrte angestrengt zu den Bäumen hinüber, aber sie konnte nicht erkennen welche nun ihre Birke war.
Da begannen auf einmal die Glockenblumen zu läuten und langsam verebbte der Lärm.
Die Feenkönigin betrat die Wiese zusammen mit einem schönen in Grün gekleideten Jüngling.
Sein licht braunes langes Haar trug er offen und Blüten in allen Farben waren darin eingeflochten.
Es war der Frühling.
 Die Elfenkönigin führte ihn zu seinem Ehrenplatz, einen hohen Stuhl der mit Blumen umkränzt war.
Begeistert klatschend jubelten ihm die Festgäste zu, doch als er seine Schalmei an die Lippen setzte, wurde es still.
Liebliche Töne glitten über die Wiese und schmeichelten sich in die Ohren der Zuhörer.
Manch Träne glitzerte in den Augen vor Ergriffenheit.
Dann ging die sanfte Melodie plötzlich in einen Marsch über und die Birken setzten sich in Bewegung und marschierten in die Mitte des Festplatzes.



Sie stellten sich auf und begannen zu tanzen.
Anneliese staunte.
Soviel Anmut hätte sie den Bäumen nicht zugetraut und so klatschte auch sie begeistert am Ende der Darbietung mit.
Nun traten die Vögel auf und sangen, begleitet von den Grillen, ihre schönsten Lieder.
Manchmal hörte man ein dunkles Brummen dazwischen, denn Frau Eule mitgerissen von der Musik sang lauthals mit, aber das störte niemanden.
Nachdem noch die Schmetterlinge mit den Elfen einen Tanz
aufgeführt hatten, bat die Elfenkönigin zu Tisch.
Anneliese saß bei der Familie von Lila -Luna und langte wacker zu.
Besonders von den Erdbeertörtchen konnte sie nicht genug bekommen.
Doch auf einmal wurde sie müde.
Als das Mädchen erwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel. Aber es war ja Sonntag.
Glücklich dachte das Mädchen an das schöne Fest gestern Nacht, dann sprang es plötzlich aus dem Bett und rannte zum Fenster.
Die Birke stand wieder im Garten, als wäre sie niemals weg gewesen.
Als Anneliese später die Treppe hinunter ging, dachte sie was ihre Mutter wohl sagen würde, wenn sie wüsste, dass ihre Birke gestern den Garten verlassen hat.
Sie würde es wohl nicht verstehen!
 
© Lore Platz





Montag, 16. Februar 2015

Vorwort - Reizwortgeschichte - Birke





Morgen ist eines der Reizwörter „Birke“
Dieser Baum zählt zu meinen Lieblingsbäumen und ist für mich auch der schönste.
Wegen seinem hellen Stamm und den lichtgrünen Blättern wird die Birke auch Baum des Lichts genannt.
Das Wort Birke kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet „glänzend, schimmernd“, was wohl auf die weiße Rinde anspielt.
Außerdem leitet sich von dem indoeuropäischen Wort „Bhirg“ der Name Brigitte ab.
Im germanischen und slawischen Volksglauben ist die Birke der Göttin Freya geweiht und aus dieser Zeit stammt auch der Brauch einen Maibaum aufzustellen, um damit den erwachenden Frühling ins Dorf zu holen.
Die Birke gilt auch als Baum des Schutzes und an verkehrsreichen oder schlecht einsehbaren Straßen wird eine Allee von Birken gebaut, denn der helle Stamm ist in der Dunkelheit gut erkennbar.
Das Brigittenfest in Schottland und das ewige Feuer, der irischen Brigitte, das nie verlöschen durfte, zeigen den Bezug zu Feuer.
Mit Birkenspänen lässt sich im Nu ein Feuer entfachen, selbst in feuchtem Zustand.
In Russland werden Birkenzweige benutzt um im Dampfbad den Körper zu reinigen.
Sibirische Schamanen benutzen die Birke bei ihrem Initiationsritus. Aus einem Wald in dem die Toten begraben sind wird eine stark gewachsene Birke gefällt, denn diese hat die Kraft der Ahnen in sich aufgenommen.
Und beim Ritual wird diese Kraft an die neue Generation weiter gegeben.
Die Birke ist auch das Wahrzeichen von Estland
  Und in Russland, Finnland und Polen gilt der Baum als nationales Symbol, vergleichbar mit der „deutschen Eiche.“
Also mein Lieblingsbaum ist nicht nur einer der schönsten Bäume,sondern hat auch noch eine große Bedeutung.
Kein Wunder, dass meine morgige Geschichte wie von selbst aus meiner Feder floss.

Dann freut euch mal auf Morgen!