Samstag, 30. Januar 2016

Amsel und andere Vögel

Ich habe heute Morgen im TV eine reizende kleine wahre Geschichte gesehen. 
Vor einem Autohaus in Köln steht ein großer Weihnachtsbaum. Als man den Weihnachtsbaum umsetzen wollte, entdeckte man in dem dichten Gewirr der Zweige ein Nest mit drei kleinen Amseln, die hungrig ihre Schnäbelchen aufrissen.
Da haben wohl die ungwöhnlich warmen Temperaturen Frühlingsgefühle bei den Amseleltern geweckt.
Da  kein Schnee liegt, können sie ihren Nachwuchs auch füttern und der Weihnachtsbaum darf noch so lange ausharren, bis die Kleinen das Nest verlassen haben.
Nach all den schlimmen Nachrichten, die zur Zeit auf uns nieder prasseln, einmal eine wunderschöne kleine Geschichte am Rande.
Ein Internetfreund, der mit seiner Frau mitten in der Natur lebt, hat mir erlaubt seine ebenfalls wahre Geschichte hier einzustellen.
Viel Spaß beim Lesen!




Nachbarschaftshilfe im Tierreich


Unser Haus steht am Waldrand, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen. Diesem Umstand verdanken wir viele Erlebnisse mit Tieren.
Westlich unseres Hauses ist eine Hangwiese, auf die am Morgen und Abend Rehe zum Äsen kommen. Eines war einmal so frech in unseren Garten zu kommen und genüsslich einige Rosenköpfe zu vernaschen - das muss unheimlich lecker gewesen sein, aber meine Frau fand das nicht so lustig.
Eines Morgens saßen wir beim Frühstück und ich sah aus dem Fenster Richtung Norden. An dieser Seite fällt der Hang nach unten, sodass man nur Bäume im Blickfeld hat, aber keinen Boden sehen sah.
Meine Frau sah mich verdutzt an, als ich ihr mitteilte "die Rehe sind da." "Seit wann sind denn die Rehe auf den Bäumen?" fragte sie.
Nachdem ich ausgelacht hatte, erklärte ich ihr den Trick:
Unterhalb des Fensters steht ihr Computer im 45° Winkel nach Westen und wenn ich da rein schaue, kann ich den Hang sehen. 
       Im Lauf der Jahre sind wir zu Hobby-Ornithologen geworden. 
Eine Vielfalt von Arten besucht übers Jahr unsere Gegend - manche bleiben immer hier. Für den Winter sind Futterhäuschen, für den Sommer Nistkästen am Haus und auf der Terrasse vorhanden.
Die ganzen Jahren seit wir unser Häuschen besitzen ist ein Kleiberpärchen da - wer weiß wie viele Generationen es nun schon sind. Einmal konnten wir das Ausfliegen der Jungen beobachten. 
Die Eltern saßen etwa vier Meter von der Hauswand und etwa drei Meter tiefer, als der Nestkasten, in einem Strauch und lockten lautstark ihren Nachwuchs.
Die erste Schnabelspitze guckte aus dem loch, dann war es der Kopf, anschließend der halbe Körper.
Ein kurzer Anstoß und der kleine Kerl flatterte im leichten Sinkflug zu Mama und Papa.
Dies wiederholte sich nun mehrmals und wir zählten mit den Fingern mit - 2,3,4,5 - ja sag mal, wie wieviele sin denn das? - 6,7.
Na, jetzt reicht es aber! Unglaublich, jetzt schaut noch eine Schnabelspitze aus dem Loch.
Die Eltern locken lauter denn je und nur zögerlich wird aus der Schnabelspitze ein Kopf, dann ein halber Körper.
Es dauerte ziemlich lange, bis sich der kleine Feigling traute, seinen Geschwistern zu folgen.
Acht junge Kleiber - eine Sensation!
Wir diskutieren, wie die Eltern es geschafft haben, dünn sind sie auf jeden Fall geworden. Aber wie haben die Jungen da in dem engen Häuschen Platz gehabt?
Meine Vermutung, dass sie Stockbetten aufgestellt hatten, wurde vom Familienrat als unrealistisch verworfen.
Vor einigen Jahren konnten wir eine außergewöhnliche Beobachtung machen.
Es war Frühling, es gab genug Insekten und Ungeziefer und die Vögel entschieden sich dazu, einen neue Generation in die Welt zu setzen.
Als erstes musste eine geeignete Niststätte gefunden werden.
Der Kleiber war der erste, der nacheinander alle Nisthäuschen inspirierte und sich dann schlussendlich doch wieder für sein alljährlich benutztes an der Nordwand entschied.
Zuerst wurde der Eingang mit Erde fast zugekleistert, um ihn dann millimetergenau so zu vergrößern, dass er gerade durchschlüpfen konnte.
Dann wurde mit den Innenarbeiten begonnen. Da wurden Rindenstücke nach Innen gezerrt, es wurde geklopft und gehämmert.
Dass er Bilder aufhängt, glaubte mir wieder mal niemand.
Einige Zeit später entschloss sich ein Kohlmeisen-Pärchen die Wohnung an der Westwand unseres Hauses zu übernehmen.
Auch hier begann sofort der Innenausbau, wobei der Fußabstreifer vor unserer Eingangstür einige Borsten lassen musste.
Später hörten wir dann abends, wenn es ganz still war im Wohnzimmer, leises Geraschel und noch etwas später Gefiepe an den Außenwänden.
Der Kleibernachwuchs  flog schon aus, da war das Meisenpärchen noch fleißig am Füttern.
Eines Morgens mussten wir feststellen, dass nur noch eine Meise das Häuschen mit Futter für die Jungen anflog.
Die Meise flog und flog und wurde sichtbar immer erschöpfter.
Plötzlich konnten wir sehen, wie einer der Kleiber ebenfalls das Meisenhäuschen anflog, kurz nach innen schaute und sich wieder entfernte.
Kurze Zeit später kam er zurück, hatte den Schnabel voller Insekten, schlüpfte ins Häuschen und kam mit leerem Schnabel wieder heraus.
Nun  konnten wir es erleben, wie Meise und Kleiber abwechselnd die Jungen mit Futter versorgten.
Wir haben es irgendwie versäumt die Kleinen beim Ausfliegen zu sehen, sind aber sicher, dass sie es dank der Nachbarschaftshilfe geschafft haben.

(c) Werner Borgfeldt


 

Donnerstag, 28. Januar 2016

Bleib wie du bist

Habt ihr schon mal überlegt, wie oft im Leben man sich verbiegen und Kompromisse eingehen muss.
Aber ich denke mal, nur so ist ein friedliches Miteinander möglich, obwohl man sollte sich dabei doch immer treu bleiben.
Als junges Mädchen las ich im 'Readers Digest' einmal einen einfachen Satz, der mich aber doch zum Überlegen brachte.
"Man würde alles für den Menschen tun, den man liebt, aber ihn nicht so lassen wie er ist."
Irgendwie habe ich diesen Satz dann auch zu meinem Lebensmotto gemacht.
Vielleicht war das der Grund einer 33jährigen glücklichen Ehe.
Wenn man den Partner mit den Augen der Liebe betrachtet findet man auch seine kleinen und großen Maken liebenswert.
Nun mit dem Alter wird es immer leichter sich selbst treu zu bleiben, denn Lebenserfahrung und gewonnenes Selbstbewusstsein helfen uns dabei.
Und das ist eben das Schöne am Älterwerden, man steht zu sich selbst. 
Nun ein Gedicht von meinem Freund "Die Nachtigall", 







Bleib wie du bist


Wie man aussieht ist doch ganz egal,
wir haben doch keine andere Wahl,
bist du groß nun oder klein,
wichtig ist das gute Herz allein.

Wenn man so manchen Menschen hört,
der sagt: Du bist unerhört,
Du hast keine Klasse, musst nicht fragen,
da platzt einem dann doch der Kragen.

Man kann sich doch nicht verbiegen,
denn Unrecht wird niemals siegen,
man steht treu zu seinem Ego,
man ist nun einmal so.

Ist denn der Mensch nur wer,
wenn er einen Porsche fährt?.
Ob der aber auch die nötige Kohle hat?
Oder sich trinkt mit Schampus satt?

Man muss ja nicht gut aussehen,
oder nur zum teuren Essen gehen,
muss auch nicht teuren Schmuck besitzen,
braucht nicht immer in der Sauna schwitzen.

Fahrrad fahren ist doch auch gesund,
ein Freund zu sein in aller Mund,
nicht arrogant und hochnäsig sein,
dann ist man wie ein Edelstein.

Gerade die, die andere spöttisch machen,
auch noch darüber lachen,
diese Menschen haben keinen Stil,
und kranken an ihrem Ziel.

Darum bleibe immer so wie du bist,
das ist für dich das größte Glück,
du kannst nicht hüpfen aus deiner Haut,
die Natur hat dich nun mal so gebaut.

(c) Die Nachtigall




Dienstag, 26. Januar 2016

Plaudern

Sicher könnt ihr  euch noch an die wunderschönen Bilder von Heide Marie erinnern, die sie zu meinen Märchen malte.
Heide Marie kann nicht nur malen, sie schreibt auch wunderbare Erzählungen.
Eva und ich haben sie deshalb ermutigt, doch einen eigenen Blog einzurichten, damit sie ihre Werke mit vielen Menschen teilen kann.
Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hat es nun geklappt.
Ich kenne das, denn ohne Reginas Hilfe hätte ich heute noch keinen Blog. Und das wäre doch schade!
(zwinkern)
Nun folgt dem Link, ihr werdet es nicht bereuen.
//heidimachtgeschichten.blogspot.de/2016/01/diese-war-meine-erste-geschichte.html

Nun noch einige Fotos, die euch unter anderem zeigen wie schön und mitten in der Natur man doch in Berlin leben kann.
Blick aus dem Fenster im Sommer 

Willkommen im Winter
Eine Blaumeise folgt der Einladung
Selbst der Specht schaut vorbei
Was er wohl denkt? Danke?
Zum Sitzen wohl im Moment ein wenig zu kalt
 Lecker!


Nun wünsche ich euch noch einen schönen Tag, denkt an die kleinen hungrigen Piepmätze




 

Montag, 25. Januar 2016

Das ungeduldige Veilchen

Nun haben wir nach den milden Temperaturen im Dezember einen extrem kalten Winter bekommen. Kein Wunder, dass die Natur ein wenig durcheinander gerät.
Igel wachen immer wieder aus ihrem Winterschlaf auf und manche Blume blühte bereits im Garten.
Von so einer kleiner ungeduldigen Blume will ich euch erzählen.





Das ungeduldige Veilchen


Viola wird wach.
Sie hatte so einen wunderschönen Traum vom Frühling. Zufrieden räkelt sie sich in ihrem dunklen Bett tief unter der Erde. Eigentlich war sie gar nicht mehr müde. Ob sie mal nachsehen sollte?
Kurzentschlossen richtet sie sich auf und strebt nach oben.
Vorsichtig spitzt sie aus der Erde und strahlt, als wunderbare Wärme sie umfängt. Vergnügt streckt sie ihr kleines violettes Köpfchen den warmen Strahlen der Sonne entgegen.
Endlich Frühling! Etwas enttäuscht sieht sich um, denn keine ihre Schwestern war zu sehen. Sie kichert.
Was für Schlafmützen ihre Schwestern doch sind.
Ihr Blick wird von einigen Vögeln angezogen, die lärmend an einem Futterhäuschen hängen.
Ein Fink hat sie nun gesehen und lässt sich neben Viola nieder.
Was machst du denn schon hier?“
Ich begrüße den Frühling?“ lächelt Viola.
Aber du bist viel zu früh, wir haben doch erst Dezember und der Winter war noch gar nicht hier.“
De... De... Dezember stammelt Viola erschrocken.
Ja und der Winter ist schon im Anmarsch. Mein Vetter, ein Bergfink aus Norwegen, hat es mir erzählt. Der Winter ist auf dem Weg zu uns, geh mal schnell wieder zurück, kleine Blume.“
Aber das kann ich nicht, wenn ich einmal die Erde durchstoßen habe, kann ich nicht mehr zurück.“
Oh, das ist schlimm, dann wirst du wohl erfrieren,“ bedauert der Buchfink und fliegt davon.
Viola lässt traurig das Köpfchen hängen. Warum nur war sie so ungeduldig gewesen, nun würde sie sterben ohne den Frühling erlebt zu haben.
Ein kalter Wind fegt plötzlich durch den Garten und lässt sie erschauern. Schnee fällt vom Himmel und hüllt sie ein.
Viola aber wartet auf ihr Ende.
Mama sieh doch, hier blüht schon ein Veilchen,“ hört sie eine Stimme rufen.
Als das Veilchen vorsichtig die Augen öffnet, sieht sie ein kleines Mädchen, das sich mit besorgtem Blick über es beugt.
Neben ihr erscheint das Gesicht einer jungen Frau.
Das arme Ding, hat sich wohl von den warmen Temperaturen verführen lassen. Wir wollen es ins Gewächshaus bringen, Traudel bring mir schnell den kleinen Spaten.“
Die junge Frau aber geht in die Hocke und befreit das Veilchen rundum vom Schnee. Dann nimmt sie die kleine Schaufel, die Traudel ihr reicht und sticht nun vorsichtig rund um die kleine verirrte Blume die Erde auf.
Viola zuckt etwas zusammen, als weiter unten ihre Wurzeln gekappt werden, doch sie hat keine Angst. Voller Vertrauen überlässt sie sich den zarten Händen.
Wenig später stecken ihre Füße in der warmen dunklen Erde in einem Haus, das nur aus Glas besteht und in dem es so herrlich warm ist. Und aus einem grünen Gefäß, dass das kleine Mädchen in den Händen hält, fällt warmer Regen auf das glückliche kleine Veilchen.
Als die Frau und das Kind, das Gewächshaus verlassen haben, sieht Viola vergnügt aus dem Fenster und betrachtet staunend die dicken Schneeflocken, die immer dichter werdend, vom Himmel fallen.
Dann grinst sie spitzbübisch. Vielleicht war es ja etwas unbesonnen von ihr gewesen, so früh schon auf die Erde zu kommen. Aber sie war wohl die einzige ihrer Art. die einen Winter erleben durfte.
Was konnte sie im Frühjahr ihren Schwestern alles erzählen!

© Lore Platz


Vielleicht hattet ihr ja auch in eurem Poesiealbum den Spruch stehen:
Sei wie das Veilchen im Moose,
so sittsam, bescheiden und rein
nicht wie die stolze Rose
die immer bewundert will sein.“


Das Veilchen gilt schon seit alters her als bescheiden. Und in der Antike wurden die Gräber der Frauen mit Veilchen geschmückt, als Zeichen der Ausdauer, Bescheidenheit und Weiblichkeit.
Ebenso galt das Veilchen in der Antike als heilige Blume und war dem Gott Pan geweiht und zu Ehren des Saturn trug man Veilchenkränze.
Auch als Heilpflanze machte sich das Veilchen einen Namen
und wurde bereits von Hippokrates gegen Sehstörungen, Kopfschmerzen und Melancholie eingesetzt.
In der heutigen Naturheilkunde wird es hauptsächlich bei Beschwerden der Atemwege verwendet.






Das Veilchen und der Schmetterling

Ein Veilchen auf der Wiese stand
an Baches Rand und sandte ungesehen,
bei sanftem Frühlingswehen
süßen Duft durch die Luft.

Da kommt auf schwankendem Flügel
ein Schmetterling über den Hügel
und senket zur kurzen Rast
zum Veilchen sich nieder als Gast.

Schmetterling:
Ei! Veilchen! Wie du töricht bist,
zu blühen, wo niemand dein genießt!
Veilchen
Nicht ungenossen blüh ich hier,
ein Schäfer kommt gar oft zu mir
und atmet meinen Duft und spricht:
"Ein solches Blümchen fand ich nicht,
wei Veilchen du! Auf Wiesen, Auen
ist keines mehr wie du zu schauen!
Schmetterling
`s ist schöner doch, glaub meinem Wort,
zu blühn auf freier Wiese dort,
in jener bunten Blumenwelt,
als hier im dunklen Schattenzelt!


Veilchen
Hier bin ich meines Schäfers Wonne,
dort aber bleichet mich die Sonne,
und ohne Farbe, ohne Duft,
find ich zu früh dort meine Gruft,
drum blüh ich in der Einsamkeit,
wenn auch nur Einer mein sich freut.

Nikolaus Lenau (1802-1850

Donnerstag, 21. Januar 2016

Das Fahrrad

Das schöne am Internet ist, dass man die Möglichkeit hat hier so vielen kreativen Menschen zu begegnen.
Sicher erinnert ihr euch noch an die schönen Bilder, die Heide Marie zu meinen Geschichten gezeichnet hat.
Nun hat sie auf Evas Blog auch eine herrliche Erinnerungsgeschichte erzählt, bei der ihr euch kringeln könnt vor Lachen.
Ich stell euch mal den Link ein

Eine andere langjährige Internetfreundin hat mir ein Bild von einer Bastelarbeit ihrer Schwester gesandt.
Ein Fahrrad gefaltet in 3 D Origami.
Ich bewundere ja Menschen, die so geschickte Hände haben und aus einem quadratischem Stück Papier solche Kunstwerke zaubern.
Origami ist eine uralte Kunst.
Im Jahre 610 brachten buddhistische chinesische Mönche das Papier nach Japan. In den Jahren 1322 – 1868 erlebte es dort seine Blüte.
Im 16. Jahrhundert breitete es sich über Ägypten, Mesopotamien und Spanien in Westeuropa aus.
Das beliebteste Modell war der Kranich.
Eine japanische Legende erzählt, dass derjenige, der 1000 Kraniche faltet von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommt.
Das Atombombenopfer Sadako Sasaki versuchte vergeblich durch das Falten von Origami - Kranichen gegen ihre Leukämie anzukämpfen.
Nach ihrem Tod wurde der Origami – Kranich zum Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstandes gegen den Atomkrieg.
Nun will ich euch noch das schöne Foto von dem
3D Origami – Fahrrad zeigen und ein Gedicht von meinem Internetfreund „Die Nachtigall“, der von seinem alten Fahrrad erzählt.






Ein altes Fahrrad nenn' ich mein
Damit konnte ich immer glücklich sein
Obwohl es keine Gänge hat
Fuhr ich damit oft in die Stadt

Der Sattel ist ganz aus Leder
So etwas Schönes hat nicht jeder
Der Korb dahinter ist gebogen
Und sehr groß, ist nicht gelogen

Es ist schmucklos, aber stabil
Und in den Korb passt auch sehr viel
Und mit seinen Gummireifen
Kann man durch die Gegend streifen

Das Fahrrad auch zwei Bremsen hat
Die braucht man in der Stadt
Wenn man kräftig in die Pedale tritt
Und plötzlich etwas in der Quere ist.

Am Lenker eine Klingel sitzt
Die manchmal geht und manchmal nicht
Eine Lampe ist vorn angebracht
Die braucht man meistens in der Nacht

Dieses Fahrrad hat mich sehr froh gemacht
Und mich täglich zur Arbeit gebracht
Fuhr nicht bergauf, aber schnell bergab
Bergauf, da stieg ich einfach ab

Das Fahrrad ist mir immer treu geblieben
Fahrraddiebe ließen es links liegen
Stand stundenlang vor dem Haus
Sah aber doch sehr schmucklos aus

Mein Fahrrad war schon genial
Verlassen hat es mich nicht einmal
Hat mir immer Freude gemacht
Ist gefahren bei Tag und bei Nacht

Es fuhr zu jeder Jahreszeit
Auch im Winter wenn es schneit
Und wenn es mal sehr glatt war, meine Lieben
Nahm ich es am Heck und tat es schieben

Nun steht es ungenutzt noch hier
Keiner interessiert sich mehr dafür
Es steht ganz verlassen und einsam da
Ach, wie glücklich es doch einmal war.

© Die Nachtigall


Mittwoch, 20. Januar 2016

Magda Maus und der rote Handschuh






Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann erinnert mich die
Landschaft an mein Kindheit, als es wirklich noch Schnee in Mengen gab.
Sonntags bei unserem obligatorischen Familienausflug stapften wir vergnügt und warm verpackt durch den hohen Schnee. Rote Bäckchen aber mit strahlenden Augen liefen wir voraus. Unsere Jüngste saß in warme Decken gehüllt auf dem Schlitten dessen Rückenlehne verhinderte, dass die Kleine heraus fiel.
Der Blick aus meinem Fenster hat mich zu einer klitzekleinen Geschichte inspiriert.





Magda Maus und der Handschuh

Katrin, Alex und die kleine Jule dürfen das Wochenende bei ihren Großeltern verbringen.
Bei Oma und Opa ist es wunderschön, denn Opa ist Förster und wohnte mitten im Wald.
Seit Tagen hatte es schon geschneit und der Wald sah aus, als hätte jemand eine riesige Zuckerdose ausgeleert.
Katrin und Alex haben vor der Tür im kleinen Vorgarten einen großen Schneemann gebaut, während die kleine Jule auf ihrem Stühlchen in der Küche saß und der Oma beim Backen helfen durfte.
Später gab es dann Kakao für alle und Apfelkuchen.
Anschließend wollte der Opa noch die Futterstellen im Wald kontrollieren, natürlich durften die Kinder mit, selbst Jule wurde auf den Schlitten mit der Rückenlehne gepackt, damit Oma sich etwas ausruhen konnte.
Als sie sich der Futterstelle näherten, legte Opa den Finger auf den Mund und so konnten sie beobachten wie ein Hirsch mit stattlichem Geweih langsam und vorsichtig nach allen Seiten witternd auf die Krippe zu schritt. Ein Rudel Rehe folgte ihm.
Jule, die eingeschlafen war wurde wach und fing fröhlich zu krähen an und wie der Blitz verschwanden die Rehe zwischen den Bäumen.
Opa säuberte nun mit Hilfe von Alex und Katrin, den Weg, der zum Futterplatz führte, während Jule fröhlich vor sich hin plappert.
Dann ging es zurück ins warme Forsthaus.
Niemand bemerkte, dass Jule ihren roten Fausthandschuh verloren hatte.
Gegen Abend fing es heftig zu schneien an und ein kräftiger Wind ließ die Schneeflocken tanzen.
Magda Maus war auf dem Weg nach Hause. Sie kämpfte verzweifelt gegen den kräftigen Wind. Wenn sie nur einen Unterschlupf fände bis die Natur sich wieder beruhigt hatte.
Natürlich hatte sie sich wieder verplaudert bei ihrer Kusine Greta und diese hatte ihr ja angeboten zu bleiben bis der Sturm vorbei war.
Aber Magda wollte unbedingt nach Hause, denn sie wusste, dass ihre Mama sich Sorgen machen würde. Und nun sah es so aus, als würde sie es gar nicht mehr nach Hause schaffen. Vor ihr wirbelte der Schnee auf und nahm ihr für einen Moment die Sicht.
Magda duckte sich und schloss die Augen und als sie diese wieder öffnete sah sie etwas Rotes vor sich schimmern.
Vorsichtig trippelte sie näher und beschnüffelte das seltsame Ding und schlüpfte hinein. Herrlich warm war es da drinnen und es war als würde der Wind draußen bleiben.
Zufrieden rollte sich Magda zusammen und schloss die Augen.
Hier wollte sie bleiben, bis das Unwetter vorüber war.

© Lore Platz

Dienstag, 19. Januar 2016

Nur ein wenig plaudern

Nun ist er also da, der bereits an Weihnachten so ersehnte Winter. Bei uns schneit es seit Tagen und die Welt liegt unter  einer weißen Decke. Minusgrade lassen uns erschauern, welch ein Glück, wenn man ein Dach über dem Kopf und eine Heizung hat.
Ich liebe den Winter, vielleicht weil ich im Winter geboren  und also ein Winterkind bin.




Eigentlich war einer meiner ganz großen Vorsätze für das neue Jahr, wieder jeden Tag in meinen Blog zu schreiben, doch mir fallen zur Zeit keine Geschichten ein.
Aber es müssen ja nicht immer Geschichten sein,, ich kann ja einfach nur ein wenig mit euch plaudern.



Heute hätten wir unseren 36. Hochtzeitstag und ich bin seltsamer Weise gar nicht so trauig. Eher blicke ich zurück und lasse diesen schönen Tag noch einmal an mir vorbeiziehen.
Wir  beide waren ja so aufgeregt! Verwandte und Freunde wuselten um uns herum. Eine Freundin meiner Schwester machte uns noch die Haare, ein Blick in den Spiegel, ob das Kleid auch sitzt und dann ging es zum Standesamt.
Einige Tage vorher hatten wir uns mit Freunden getroffen und dabei kam auch das Thema 'Heirat' zur Sprache und die standesamtliche Trauung. Einer unserer Freunde erzählt uns dann, dass der Standesbeamte ein steifer, verknöcherte Beamte wäre und begann dann diesen zu imitieren.
Ich fiel fast vom Stuhl vor lachen.
Und unglücklicherweise kam mir gerade diese Imitation in den Sinn, als der Standesbeamte sich mit Leichenbittermiene vor uns aufbaute.
Ich war dann so beschäftigt, mein Kichern zu unterdrücken, dass ich kaum auf die Worte des Beamten achtete und viel zu früh ' Ja' rief.
Natürlich wurde ich später von Kurtl deswegen aufgezogen.
Die anschließende Feier war wunderschön und wir beiden strahlten nur so vor Glück.
Unser Schlafzimmer hatten wir der Schweigermutter und Kurtls Schwester, die extra aus der damaligen DDR anreisen durfte, überlassen.
Welch ein Glück, denn als diese die Bettdecke lüfteten, kamen ihnen viele Luftballons in allen Farben entgegen.. Eine Überraschung unserer Freunde, die nicht wussten, dass wir unser Hochzeitsnacht im Wohnzimmer auf der Schlafcouch verbrachten.
Es ist gut eine Vielzahl schöner Erinnerungen im Buch des Lebens vorzufinden, denn das hilft einem das Alter leichter zu ertragen.
Nun wünsche ich euch noch einen schönen Tag, macht das beste daraus.






Samstag, 16. Januar 2016

Das Neue Jahr

Was wird es uns wohl bringen? 
Das letzte Drittel des alten Jahres war mit vielen Problemen belastet. Die vielen Fremden, die ins Land kamen und nicht nur Mitgefühl und Hilfsbereitschaft bei den Menschen auslösten, auch Angst und Hass bei vielen.
Und dann durch die Ereignisse in Köln in der Silvesternacht wurde diese Angst und der Hass noch verstärkt.
Dazu kommt noch die Unfähigkeit unsere Politiker, die die Situation nicht im Griff haben.
Können wir uns also aus vollem Herzen ein gutes neues Jahr wünschen?
Ja, das können wir!
Jeder Anfang ist auch eine neue Chance.
Wir können nicht die Menschheit oder das Weltgeschehen ändern, und die Probleme des alten Jahres sind nicht gelöst.
Trotzdem wir müssen unser Leben auf diesem Planeten leben, deshalb lasst uns mit Zuversicht in die Zukunft sehen und hoffen, dass unsere Politiker den richtigen Weg finden.
Lasst euch nicht anstecken von Hass und Hysterie, denn die sind ein schlechter Ratgeber.
Ein Beispiel:
Eine Frau aus unserem Ort erzählte mir ganz aufgeregt vor einigen Tagen; dass im Aldi ein 'Neger' sie am Arm gestreichelt hätte und sie hätte ihn so angebrüllt, dass sie zwei Tage nicht mehr sprechen konnte. Und niemand hätte ihr geholfen.
Die Frau war über fünfzig und was sie sagte hat mich entsetzt.
Was hatte sie erwartet? Dass der Asylant über sie herfällt mitten im Aldi vergewaltigt?
Solche deutschen Menschen machen mir Angst und es gibt soviele von ihnen.
Man soll sich hüten alle Menschen über einen Kamm zu scheren, sicher darf man auch nicht blauäugig sein, aber man sollt die Kirche im Dorf lassen.
Nun wünsche ich euch ein wirklich gutes neues Jahr und denkt daran Probleme sind da, um gelöst zu werden. Jeder von uns kann auf seine Weise beitragen, die Welt ein wenig besser zu machen.
Wer die Welt verändern will, beginne mit einem Lächeln.

Nun   noch ein Gedicht von meinem Freund 'Die Nachtigall'



Das neue Jahr


Das alte Jahr ruht nun in Frieden,
es ist so still von uns geschieden,
seine Augen hat es geschlossen,
und gegangen zu seinen himmlischen Genossen.

Ein neues Jahr hat ja begonnen,
es sind schon viele neue gekommen,
auch die werden wieder gehen,
und die Vorgänger wieder sehen.
 
Immer wenn ein neues Jahr angefangen,
zeigt sich das Verlangen,
es freundlich zu begrüßen,
in den Arm zu nehmen und zu küssen.

Wird das Neue uns was Gutes schenken?
Hoffen wir, ohne es zu bedenken,
wir sagen danke und nehmen es hin,
es bringt das Glück nach seinem Sinn

Es glühen nicht nur die Sterne,
oder bunte Lichter in der Ferne,
hoch oben am Himmelszelt,
auch wir bewegen uns auf dieser Welt.

Die erste Nacht ist voller Hoffen,
jeder Chance stehen die Türen offen,
schauen  mit Blick nicht zurück,
erhoffen uns ein neues Glück.

Keine Last beschwert unseren Geist,
heute wird mit der Freude gereist,
denn nun beginnt wieder ein neues Jahr,
und bestimmt wird alles Gute wahr.

Wir wünschen es uns alle von Herzen,
hoffen auf Gesundheit und keine Schmerzen,
allen sei doch dies gewahr,
in diesem neuen Jahr.

(c) Die Nachtigall


Freitag, 15. Januar 2016

Kater Felix träumt - Reizwortgeschichte

Nun ist die Auszeit vorbei, die ich mir genommen habe. Meine Tochter ist längst wieder in Berlin und die Ferien sind auch vorbei und ich habe wieder begonnen zweimal die Woche Nachhilfe zu geben. 
Das Geschichten schreiben geht mir immer noch nicht so leicht von der Hand, liegt vielleicht am Wetter oder meiner traurigen Stimmung.
Am 19. Januar hätten wir unseren 36igsten Hochzeitstag. In diesen Zeiten fehlt mir mein Mann ganz besonders.
Aber trotzdem habe ich versucht aus den 
Reizwörtern: Stulpen, Taschenlampe, bibbern, sternenklar, ausruhen
eine kleine Geschichte zu basteln.
Übrigens haben wir beschlossen nur noch einmal im Monat eine gemeinsame Reizwortgeschichte zu schreiben und die erscheint dann jeweils am 15.
Bleibt mir mehr Zeit meinen Blog anders zu gestalten und nicht nur dienstags hier präsent zu sein.
Denn jede Woche eine Geschichte zu schreiben, hält einem doch ganz schön  in Atem und lässt keinen Freiraum mehr für andere Berichte.
Nun hoffe ich, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und bedanke mich auch recht herzlich, dass ihr auch während meiner Abwesenheit meinen Blog besucht habt und hoffe ihr bleibt mir auch weiterhin treu.
Nun aber viel Spaß beim Lesen!




Kater Felix träumt

Felix, der etwas fette Kater liegt auf der Rückenlehne des Sofas, die Augen geschlossen und hört zu, wie die alte Frau ihrer Enkelin das Märchen vom gestiefelten Kater vorliest.

Auf einmal ist Felix im Märchenland, in eine schicke rote Jacke gekleidet, an den Füßen hellbraune Stulpenstiefel marschiert er aufrecht auf zwei Beinen über die Straße, die zu einem Schloss hoch oben auf dem Berg führt.
Seine geliebte Susi ist dort oben gefangen und Felix will sie befreien.
Der Weg ist sehr steil und Felix muss immer wieder stehen bleiben, um sich auszuruhen. Als er endlich sein Ziel erreicht hat, dämmert es bereits.
Der Kater klettert auf den höchsten Baum und versteckt sich im dichten Gewirr der Zweige. Er will warten bis alle im Schloss schlafen.
Mit leisem Bedauern zieht er seine schönen Stiefel und die Jacke aus, denn die würden ihm beim Klettern nur hinderlich sein.
Felix lehnt sich zurück und sieht träumend in den sternenklaren Himmel.
Er denkt an seine geliebte Susi. Gleich, als er sie zum ersten Mal erblickte war es um ihn geschehen. Auch Susi gefiel der schicke gestiefelte Kater, doch sie hat es ihm nicht leicht gemacht.
Dann aber wurden sie ein Paar und lebten glücklich und zufrieden in der alten Scheune, in der er ihnen ein hübsches Plätzchen eingerichtet hatte.
Doch dann kam die hochnäsige Prinzessin aus dem Schloss und entdeckte Susi und die hübsche Katze gefiel ihr und sie wollte sie unbedingt haben. So wurde Susi eingefangen und aufs Schloss gebracht.
Und nun war Felix hier, um seine geliebte Susi zu befreien.
Ein Lichtstrahl trifft ihn und schnell duckt er sich tiefer zwischen die Blätter.
Am Fenster gegenüber steht der Bruder der Prinzessin, Prinz Adelbert und schwenkt mit der Taschenlampe über den Hof.
Felix wartet bis er im Zimmer verschwindet und stellt erfreut fest, dass der Prinz das Fenster nicht ganz verschlossen hat.
Obwohl Felix vor Kälte bibbert, wartet er bis im Schloss alle Lichter aus sind. Dann erst springt er vom Baum auf das gegenüberliegende Fenster.
Lautlos streift er durch das Schloss, ab und zu lässt er ein leises fragendes Miauen ertönen und dann bekommt er endlich Antwort.
Voller Freude springt er an der Tür empor, aus der das leise Maunzen zu hören ist und bald steht er vor seiner geliebten Susi.
Schnurrend umkreisen sie sich, doch dann laufen sie los. Ohne entdeckt zu werden erreichen sie das Turmzimmer, in dem das Fenster nur leicht angelehnt ist. Susi springt als Erste und landet sicher auf dem Baum. Felix nimmt Anlauf, verfehlt den Ast und fällt und fällt und fällt.

Als er vorsichtig seine Augen öffnet liegt er auf dem Teppich und die alte Frau und ihre Enkelin beugen sich besorgt über ihn.
Etwas beschämt erhebt sich der Kater und verzieht sich in eine Ecke.
Da war er wohl im Traum vom Sofa gefallen.

© Lore Platz