Freitag, 15. Januar 2016

Kater Felix träumt - Reizwortgeschichte

Nun ist die Auszeit vorbei, die ich mir genommen habe. Meine Tochter ist längst wieder in Berlin und die Ferien sind auch vorbei und ich habe wieder begonnen zweimal die Woche Nachhilfe zu geben. 
Das Geschichten schreiben geht mir immer noch nicht so leicht von der Hand, liegt vielleicht am Wetter oder meiner traurigen Stimmung.
Am 19. Januar hätten wir unseren 36igsten Hochzeitstag. In diesen Zeiten fehlt mir mein Mann ganz besonders.
Aber trotzdem habe ich versucht aus den 
Reizwörtern: Stulpen, Taschenlampe, bibbern, sternenklar, ausruhen
eine kleine Geschichte zu basteln.
Übrigens haben wir beschlossen nur noch einmal im Monat eine gemeinsame Reizwortgeschichte zu schreiben und die erscheint dann jeweils am 15.
Bleibt mir mehr Zeit meinen Blog anders zu gestalten und nicht nur dienstags hier präsent zu sein.
Denn jede Woche eine Geschichte zu schreiben, hält einem doch ganz schön  in Atem und lässt keinen Freiraum mehr für andere Berichte.
Nun hoffe ich, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und bedanke mich auch recht herzlich, dass ihr auch während meiner Abwesenheit meinen Blog besucht habt und hoffe ihr bleibt mir auch weiterhin treu.
Nun aber viel Spaß beim Lesen!




Kater Felix träumt

Felix, der etwas fette Kater liegt auf der Rückenlehne des Sofas, die Augen geschlossen und hört zu, wie die alte Frau ihrer Enkelin das Märchen vom gestiefelten Kater vorliest.

Auf einmal ist Felix im Märchenland, in eine schicke rote Jacke gekleidet, an den Füßen hellbraune Stulpenstiefel marschiert er aufrecht auf zwei Beinen über die Straße, die zu einem Schloss hoch oben auf dem Berg führt.
Seine geliebte Susi ist dort oben gefangen und Felix will sie befreien.
Der Weg ist sehr steil und Felix muss immer wieder stehen bleiben, um sich auszuruhen. Als er endlich sein Ziel erreicht hat, dämmert es bereits.
Der Kater klettert auf den höchsten Baum und versteckt sich im dichten Gewirr der Zweige. Er will warten bis alle im Schloss schlafen.
Mit leisem Bedauern zieht er seine schönen Stiefel und die Jacke aus, denn die würden ihm beim Klettern nur hinderlich sein.
Felix lehnt sich zurück und sieht träumend in den sternenklaren Himmel.
Er denkt an seine geliebte Susi. Gleich, als er sie zum ersten Mal erblickte war es um ihn geschehen. Auch Susi gefiel der schicke gestiefelte Kater, doch sie hat es ihm nicht leicht gemacht.
Dann aber wurden sie ein Paar und lebten glücklich und zufrieden in der alten Scheune, in der er ihnen ein hübsches Plätzchen eingerichtet hatte.
Doch dann kam die hochnäsige Prinzessin aus dem Schloss und entdeckte Susi und die hübsche Katze gefiel ihr und sie wollte sie unbedingt haben. So wurde Susi eingefangen und aufs Schloss gebracht.
Und nun war Felix hier, um seine geliebte Susi zu befreien.
Ein Lichtstrahl trifft ihn und schnell duckt er sich tiefer zwischen die Blätter.
Am Fenster gegenüber steht der Bruder der Prinzessin, Prinz Adelbert und schwenkt mit der Taschenlampe über den Hof.
Felix wartet bis er im Zimmer verschwindet und stellt erfreut fest, dass der Prinz das Fenster nicht ganz verschlossen hat.
Obwohl Felix vor Kälte bibbert, wartet er bis im Schloss alle Lichter aus sind. Dann erst springt er vom Baum auf das gegenüberliegende Fenster.
Lautlos streift er durch das Schloss, ab und zu lässt er ein leises fragendes Miauen ertönen und dann bekommt er endlich Antwort.
Voller Freude springt er an der Tür empor, aus der das leise Maunzen zu hören ist und bald steht er vor seiner geliebten Susi.
Schnurrend umkreisen sie sich, doch dann laufen sie los. Ohne entdeckt zu werden erreichen sie das Turmzimmer, in dem das Fenster nur leicht angelehnt ist. Susi springt als Erste und landet sicher auf dem Baum. Felix nimmt Anlauf, verfehlt den Ast und fällt und fällt und fällt.

Als er vorsichtig seine Augen öffnet liegt er auf dem Teppich und die alte Frau und ihre Enkelin beugen sich besorgt über ihn.
Etwas beschämt erhebt sich der Kater und verzieht sich in eine Ecke.
Da war er wohl im Traum vom Sofa gefallen.

© Lore Platz






 




Kommentare:

  1. Liebe Lore,
    schön, dass Du wieder da bist. Ich hoffe, das Geschichtenschreiben und Deine Nachhilfeschüler lassen Deine Traurigkeit ein bisschen schwinden.
    Das ist ja ein niedliche Kater Felix- Geschichte. Ich musste ein wenig schmunzeln. Der arme Kater hat so intensiv geträumt, dass er vom Sofa gefallen ist. Aber das ist ja auch kein Wunder, das musste ja passieren. Wenn er so aufregende Sachen träumt und seine geliebte Susi retten will.
    Mein Schwiegervater hat immer erzählt, dass er im Traum oft auch von hoch oben gefallen ist. Er fiel und fiel, kam aber nie unten an. Kater Felix ging es wohl auch so.
    Sei herzlich gegrüßt
    Astrid

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  2. Guten Morgen, Lore,
    sag bloß nicht mehr, Dir geht das Schreiben nicht von der Hand! Mit Deiner tollen Geschichte hast Du nämlich das Gegenteil bewiesen!
    Ich habe während des Lesens komplett vergessen, dass der Kater ja auf der Sofalehne sitzt - und den Atem angehalten, als der Ärmste gefallen ist...
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Dir Dein Mann jetzt ganz besonders fehlt. Gerade solche Tage wie der Geburtstag oder der Hochzeitstag können einen in sehr traurige Stimmung versetzen.
    Ich drück Dich mal und hoffe, dass es Dir danach ein bisschen besser geht...
    Liebe Grüße, und ein gemütliches Wochenende.
    Christine

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  3. Da ist der fette Kater doch tatsächlich von der Lehne geplumpst!!! Lach!!! Liebe Lore, schön, dass du wieder an Bord bist!!! Ich wünsche dir, dass dir das Geschichten-Schreiben und all die lieben Menschen in deinem Umfeld helfen, traurige Momente zu überwinden! Wir lesen und hören uns! LG Martina

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  4. Liebe Lore,
    wasn für eine schöne Geschichte und besonders schön der Schluß, als der Felix von der Lehne plumpst, toll!
    Herzliche Grüße
    Regina (es gibt noch keine Neuigkeiten, du weißt schon ...)

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  5. Liebe Lore,
    ich sehe Kater Felix mit seinem schönen Kostüm vor mir, stolz und entschlossen seine Sushi zu retten. Ach wie schön! Und dann der Plums, ach der Arme. Alles Liebe Eva

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  6. Das ist doch wieder eine schöne Geschichte und mit so einem lustigen Ende, ganz toll.
    LG Elke

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.