Donnerstag, 15. Juni 2017

Wieder etwas plaudern - Reizwortgeschichten


Reizwörter:

Krämerladen - Bierflaschen - suchen - lesen – staubig.


Sicher habt ihr schon gemerkt, dass es mir schwer fällt in letzter Zeit Geschichten zu schreiben. 
Ich muss gestehen, mir fällt  nix ein, denn irgendwie habe ich manchmal das Gefühl schon alles geschrieben zu haben.
Ich werde weiter suchen bis mir was einfällt und ihr wieder hier eine Geschichte lesen könnt.
Doch heute  will ich  einfach nur plaudern.

Meine große Schwester Karin

Heute ist ja Fronleichnam und als Kind fand ich das immer wunderschön, besonders als ich ein Kommunionkind war und an Fronleichnam dieses 
schöne weiße Kleid noch einmal tragen durfte.
Der Pfarrer schritt unter dem Himmel, das war ein golddurchwirkter schwerer Stoff, der durch  vier  Stangen zu einem Rechteck gespannt wurde.
Die vier Stangen wurden von kräftigen Männern getragen und unser Pfarrer schritt in seinem schönen prächtigen Gewand mit beiden Händen die sternenförmige Monstranz haltend.
Voran gingen zwei Weihrauch schwenkende Minstrianten.
Hinter dem 'Himmel' kamen die Kommunionkinder, die Mädchen in ihren weißen Kleider und dann die Buben in schwarzen Anzügen, frisch gerubelten Gesichtern und straff gekämmt.
So sauber habe ich die Dorfbuben selten gesehen.
Dann folgten die restlichen Dorfbewohner in ihren
Festtagskleidern, singend und betend.
Auch das Dorf war festlich aufgeputzt. 
Die staubige Straße gekehrt, die Häuser festlich geschmückt, vor dem Krämerladen waren die Bierflaschen entfernt und alles erstrahlte im festlichen Kranz.
In Abständen waren Altäre aufgestellt und an jedem wurde gebetet, bis man dann am Schluss singend in die Kirche zurück kehrte.
Ach ja und wir Mädchen durften auch noch Blumen streuen.
War das schön!

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!











Donnerstag, 1. Juni 2017

Das Mädchen Narges Reizwortgeschichte

Hilfe mein Computer spinnt. Er hüpft, bleibt stehen, verträgt wohl die Hitze nicht.
Hoffe er nimmt meine Geschichte an.

Reizwörter
Elan – Triumph – kümmern – provozieren – neidisch





Das Mädchen Narges

Voller Elan verlässt Ellen die Schwimmhalle.
Als sie ihren Freundinnen begegnet, hebt sie voller Triumph die Faust.
Ich habe es geschafft! Ich bin die Beste !“
Lilly und Mia kichern,“ Ja hast du die Neue gesehen, ängstlich wie ein Kaninchen starrte sie ins Wasser und wollte nicht hinein springen.“
Ellen grinste, „sie ist wohl wasserscheu“.
Rita schlendert aus der Umkleidekabine.
Da wo die herkommt gibt es bestimmt kein Wasser, das sieht man doch an ihrer dreckigen Haut und den hässlichen schmuddeligen Kleidern.“
Ellen sieht sie ernst an.
Das ist gemein. Narges ist nicht schmutzig, sie hat nur eine dunklere Haut und ihre Kleider sind sauber und ordentlich.“
Rita mustert sie spöttisch. „ Sie ist ein Flüchtling und hat hier bei uns nichts verloren. Soll sie doch dahin gehen wo sie herkommt. Wir wollen sie hier nicht haben.“
Ellen stemmt die Arme in die Hüfte.
In ihrem Land ist Krieg. Wie würdest du dich fühlen, wenn hier die Bomben fielen und du ständig um dein Leben bangen müsstest.“
Rita tritt einen Schritt auf sie zu, sodass ihre Nasen sich fast berührten.
Wir sind nicht die Wohlfahrt und müssen all den Pöbel aufnehmen, der sich hier bloß von uns durchfüttern lassen will.“
Ach ich habe nicht gemerkt, dass dir etwas abgeht. Dein Pausenbrot war vom feinsten und du trägst nur Markenkleidung.“
Wir können uns das ja auch leisten!“
Ellen ballt die Fäuste, doch Mia und Lilly ziehen sie zurück.
Lass dich nicht provozieren, kümmere dich nicht um ihr dummes Geschwätz, die ist doch bloß neidisch, weil Narges in manchen Fächern besser ist wie sie, außerdem müssen wir zurück ins Klassenzimmer.“
Frau Sandmann betrachtet sie Stirn runzelnd.
Schön, dass ihr auch noch kommt. Setzt euch, ich habe gerade erklärt, dass ihr bis nächsten Dienstag ein Referat vorbereiten sollt. Ihr arbeitet immer zu zweit und das Thema dürft ihr jeweils selbst bestimmen“.
Natürlich wollen die drei Freundinnen am liebsten zu dritt das Referat halten, doch die Lehrerin bestimmt, dass Mia und Lilly sich zusammen taten und da Ellen die beste Note in Deutsch hatte sollte sie Narges helfen.
Nach der Stunde gibt Ellen dem Mädchen einen Zettel mit ihrer Adresse und bittet sie heute Nachmittag am 15Uhr zu ihr zu kommen.
Etwas scheu und ängstlich betritt Narges das schöne Einfamilienhaus und folgt Ellen in ihr Zimmer.
Staunend sieht sie sich in dem großen hellen freundlichen Raum um.
Gehört dies ganz allein dir?“
Ellen nickt. „Hast du kein Zimmer?“
Wir haben im Wohnheim einen viel kleineren Raum und dort leben wir zu sechst. Meine Eltern, ich und meine drei Schwestern.“
Allmählich verliert das Mädchen ihre Scheu und als Ellen sie fragt, warum sie so wasserscheu sei, erzählt sie, dass sie bei der Flucht auf dem Meer beinahe ertrunken wäre.
Und Ellen denkt beschämt und wir haben sie ausgelacht.
Nach und nach erfährt sie Narges Geschichte.
Narges war gerade elf Jahre als ein Mann der Taliban
zu ihrem Vater kam und sie mit einem seiner Krieger verheiraten wollte.
Da haben ihre Eltern noch in derselben Nacht das nötigste eingepackt und sind mit ihren vier Mädchen geflohen.
Gespannt und entsetzt lauscht Ellen den Schilderungen der Flucht und dann kommt ihr eine Idee.
Sie sollten das Referat über die Geschichte von Narges halten, damit sich ihre Schulkameraden ein Bild von ihrem Schicksal machen konnten.
Narges ist sofort einverstanden.
Als die beiden Mädchen in der folgenden Woche ihr Referat halten schwimmen Tränen in den Augen der
Kinder und selbst Rita macht ein betroffenes Gesicht.

© Lore Platz

Eva


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Dienstag, 30. Mai 2017

Was mich wütend macht






Ich bin wütend!
Nun bin ich fast siebzig Jahre alt und immer noch bringt mich das Verhalten mancher Menschen zum Kopf schütteln.
Ein älteres Ehepaar (64 und 65) hat mit einer Greifzange aus einem Container Pfandflaschen geangelt und wurde von den Anwohner angezeigt wegen Diebstahls.
Als ich das im Radio gestern hörte verschlug es mir erst mal die Sprache und das geschieht bei mir höchst selten.
Der Staatsanwalt beantragte Strafbefehle wegen Diebstahls.
Doch das Amtsgericht München lehnte diesen ab, da keine Straftat vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wandte sich daraufhin an das Landgericht München und hatte auch da keinen Erfolg!
Zum Glück!
Was für ein Aufwand:
Die menschenfreundlichen Anwohner erstatten Anzeige bei der Polizei
Diese gibt es weiter an die Staatsanwaltschaft
Der Staatsanwalt stellt Strafbefehl wegen Diebstahl
Das Amtsgericht weist die Klage zurück
Die Staatsanwaltschaft wendet sich darauf hin an das Landgericht und hatte auch hier keinen Erfolg.
Und dies alles für ein Pfand von 1,44 €
Spielt das Märchen von den Schildbürgern sich nicht in Deutschland ab?



Freitag, 26. Mai 2017

Narzissmus








Narzissmus bedeutet umgangssprachlich selbstverliebt und voller Bewunderung für sich selbst und wer darunter leidet bemerkt nie, wie lächerlich er doch von anderen empfunden wird.



Was gibt es Törichteres als von seinen eigenen guten Eigenschaften bezaubert, von seinen eigenen Verdiensten entzückt zu sein?

(1469 - 1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist, nannte sich Desiderius Erasmus, eigentlich Gerhard Gerhards
Quelle: Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit (Encomium moriae), 1509 oder 1510

Gestern konnte man im TV diese spezielle Gattung beobachten.
Er hat das höchste Amt in der USA und macht dieses Land auf der ganzen Welt lächerlich.


https://web.de/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/donald-trump-schubst-montenegros-premier-dusko-markovic-32345462

Bilder sagen mehr als Worte.

Montag, 22. Mai 2017




Ist es nicht wunderschön, endlich ist der Himmel so weißblau wie er in Bayern sein soll. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht aber wenn die Sonne scheint, dann fühle ich mich beschwingt und erwische mich dabei, wie ich  fröhlich  mit den Vögeln um die Wette trällere.
Doch woher kommt es, dass die Sonne uns so beflügelt? 
Schuld daran ist ein kleines Organ im Gehirn, die Zirbeldrüse.
Sie steuert die Hormonproduktion, die über unsere Stimmung entscheidet.



Ist es grau in grau, dann überwiegt das Hormon Melatonin, das zu dem berühmten Winterblues führen kann.




Doch Sonnenschein entzündet einen wahren Freudentaumel und  das Gute Laune Hormon Serotonin gewinnt die Oberhand.
Kein Wunder, dass die Südländer immer so gut gelaunt sind. (zwinkern) 
Nun genießt die Sonne solange sie scheint.







Johann Wolfgang von Goethe
 

(1749 - 1832),


Montag, 15. Mai 2017

Reizwörter:
Flieder Muttertag spitzbübisch mitteilsam knurren





Leider gibt es diesmal keine Geschichte nur eine kleine Plauderei.

Von meinem Badezimmerfenster kann ich den Fliederbaum in Nachbarsgarten bewundern und dann muss ich daran denken wie sehr meine Mutter den Flieder liebte.
Und wie ich immer bemüht war diese wunderbar duftenden Blüten zu besorgen, um ihr am Muttertag eine Freude zu machen.
Das war gar nicht so leicht, wenn man in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten lebt.
Zum Glück war jeden Tag ja die Maiandacht und ich hatte deshalb eine Ausrede noch abends die Wohnung zu verlassen.
Zusammen mit meiner besten Freundin spazierten wir am Abend vor Muttertag durch den Ort, die Kirche bekam uns heute nicht zu sehen.
Wir nahmen auch den Nachbarsjungen mit, der gut zwei Köpfe größer war als wir, und besser mit seinem Arm an die Bäume gelangen konnte.
Er war nicht sehr mitteilsam und stapfte schweigend neben uns her, doch wenn wir in einem Garten einen Fliederbaum entdeckten, dann streckte er seine langen Arme und schnitt einige der duftenden Äste ab.
Manchmal warnte uns auch ein Knurren und wir eilten schnell weiter bevor der Hund an den Zaun kam.
Zuhause gelang es mir dann mit dem Strauß ungesehen in mein Zimmer zu kommen.
Meine Mutter freute sich riesig als der Strauß in einer schönen Vase auf dem Tisch prangte und seinen Duft verbreitete.
Sie fragte nie woher er wohl kam, aber sie bedachte mich mit einem spitzbübischen Lächeln.

(c) Lore Platz





Montag, 1. Mai 2017

Hexe Liliput und das Dorfmädchen - Reizwortgeschichte

"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus ... " dieses Lied musste ich heute Morgen singen, als die Sonne in mein Zimmer schien und die Vögel ihr Konzert direkt vor meinem Fenster erklingen ließen.
Aber nicht nur der Mai ist heute gekommen, auch eine Reizwortgeschichte.
Beinahe wäre es nichts geworden, da ich die letzten Tage krank war, aber tapfer habe ich gestern in einem Rutsch die Geschichte doch noch geschrieben. 
Viel Spaß beim Lesen!

Aussicht, Land, witzig, flüstern, grün



Hexe Liliput und das Dorfmädchen


Die Nacht hat sich verabschiedet und an ihre Stelle ist die Dämmerung ins Land getreten.
Das Dorf unterhalb des Hexenbergs liegt ruhig verschlafen.
Doch in einem Gehöft öffnet sich die Tür und ein junges Mädchen tritt heraus, bindet sich die Schürze, schlüpft in ihre Holzpantoffel und verschwindet im Stall.
Fröhlich begrüßt sie die vier Kühe, die ihr verschlafen entgegenblicken.
Mit flinken Finger melkt sie diese, schüttet die Milch durch den Seiher in die großen Kannen, und füllt den kleinen Rest, den sie zurück behalten hat, in eine alte Emailschüssel.
Nun wird es lebendig im Stall. Die alte Katze Mille kommt aus einer Ecke und ihr drei Jungen purzeln durcheinander im Eifer ja die schnellsten zu sein.
Lächelnd sieht Marianne ihnen zu, wie sie gemeinsam die leckere Milch schlabbern.
Milli kommt zu dem Mädchen und streicht ihr dankbar schnurrend um die Beine.
Zusammen mit Marianne verlassen die Katzen den Stall und die Kleinen tollen über den Hof.
Das Mädchen wäscht sich am Brunnen. In der Küche ist es mollig warm, denn sie hatte den Ofen bereits sauber gemacht und angeheizt bevor sie zum melken ging. Auch das Wasser im Kessel ist inzwischen warm und schnell gießt sie den Tee auf, deckt flink den Tisch, denn sie hört die Tante kommen.
In eine große Pfanne gibt sie Butter, Speckstreifen und Eier und bald zieht ein köstlicher Duft durch die Küche.
Dann stellt sie die Pfanne auf den Tisch. In dem Moment betritt ihre Tante den Raum.
Marianne wünscht „Guten Morgen,“ bekommt aber keine Antwort, nur einen finsteren Blick.
Anna fühlt sich heute nicht wohl, bring ihr das Frühstück ans Bett.“
Schweigend füllt ihre Nichte den Teller und trägt ihn in das Schlafzimmer ihrer Kusine.
Diese rekelt sich im Bett und reißt ihr den Teller aus der Hand und stürzt sich darüber.
' Na die Krankheit hat deinem Appetit ja nicht geschadet' denkt Marianne spöttisch.
Als sie in die Küche kommt ist die Pfanne leer nur ein wenig gelbes Ei schwimmt noch darin.
Das Mädchen setzt sich und tunkt mit dem Brot den spärlichen Rest aus der Pfanne.
Mama ich will Erdbeeren!“ ertönt die quengelige Stimme der Tochter des Hauses.
Die Bäuerin reißt die Pfanne aus den Händen ihrer Nichte und stellt sie in die Spüle, dann eilt sie zu
ihrem Liebling.
Schnell lässt das Mädchen ihr Brot in der Schürzentasche verschwinden, damit ihr dieses nicht auch noch abgenommen wird.
Die Mutter kommt aus dem Zimmer ihrer Tochter.
Mein Täubchen möchte Erdbeeren mit Sahne.“
Aber die Erdbeeren sind doch noch nicht reif und von den grünen bekommt sie nur Bauchweh.“
Aber im Hexenwald sind sie schon reif, das hat die alte Kuni gesehen, als sie neulich an der Grenze vorbei ging. Wenn du deine Arbeit gemacht hast, dann wirst du welche pflücken.“
Marianne wird blass.
Aber wir dürfen doch nicht in den Hexenwald, das ist gefährlich.“ flüstert sie entsetzt.
Geh an deine Arbeit und ein wenig schneller als sonst und anschließend holst du die Erdbeeren.“
Es ist fast Mittag als das Mädchen fertig ist. Voller Angst nimmt sie das Körbchen und macht sich auf den Weg zum Hexenwald.
An der Grenze bleibt sie zögernd stehen und auch die herrliche Aussicht auf den schönen Wald und die trutzige Burg dahinter kann ihr die Beklemmung nicht nehmen.
Tief atmet sie durch und überschreitet die Grenze.
Vor ihr breiten sich rote Erdbeeren aus und schnell beginnt sie mit dem Pflücken.
Bei jedem Rascheln zuckt sie zusammen und schaut sich ängstlich um.
Liliput die wieder einmal an die Grenze gekommen ist, weil sie unbedingt einen Menschen sehen will, kauert hinter einem Busch und beobachtet sie.
Ihr Herz klopft vor Aufregung.
Das ist also ein Mensch, nett sieht sie aus, nur sehr verängstigt und irgendwie auch traurig. Nun hat sie ihr Körbchen voll, lässt sich ins Gras fallen, schlägt die Hände vors Gesicht und fängt bitterlich zu weinen an.
Mitleidig verlässt Liliput ihr Versteck, setzt sich neben das Mädchen und streicht ihr tröstend über das Haar.Erschrocken nimmt diese die Hände vom Gesicht und weicht entsetzt zurück.
Die Hexe lacht sie fröhlich an. „ Du musst keine Angst haben, ich will dir nichts tun.“
Marianne betrachtet die kleine Gestalt mit den wirren roten Haaren und den vergnügt blitzenden Augen.
Nein, zum Fürchten sah sie nicht aus.
Sie streckt die Hand aus und als Liliput zögernd auch ihre Hand ausstreckt, drückt sie diese und meint:
Ich bin Marianne .“
Liliput kichert. „Begrüßen sich die Menschen so, ich heiße Liliput, eigentlich ja Honorine Herminus, aber weil ich so klein bin, haben mich meine Eltern Liliput gerufen. Leider sind sie schon lange Tod.“
Meine Eltern auch und seitdem wohne ich bei meiner Tante.“ Wieder wird ihr Gesicht traurig.
Willst du mir nicht von deinem Kummer erzählen?“
Und nun erzählt ihr Marianne wie sie nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrer Tante kam, die sie schlechter behandelt als eine Magd . Und während sie ihrer neuen Freundin alles berichtet, spürt sie wie es ihr ganz leicht ums Herz wird.
Denn wer niemals von seinem Kummer spricht, dem eines Tages das Herze bricht.
Ein grummeliges Geräusch lässt Liliput zusammen zucken.
Was war das?“
Ihre Freundin wird rot. „Das war mein Magen.“
Was hast du heute gegessen?“
Ein Stück trockenes Brot heute Morgen.“
Liliput schüttelt ärgerlich den Kopf, murmelt einige Worte und vor Marianne liegt ein weißes Tischtuch voller Leckereien.
Mit strahlenden Augen lässt sich das Mädchen die Köstlichkeiten schmecken.
Liliput betrachtet nachdenklich die Erdbeeren.
Dann lacht sie.
Weißt du was, ich werde die Erdbeeren verzaubern und wenn deine böse Kusine sie isst, werden ihr eine lange Nase und Ohren wachsen.“
Und du wirst deine Zauberkraft verlieren.“
Marianne sieht erstaunt auf die Schildkröte, die ihren Kopf aus der Tasche von Liliputs Tasche steckt.
Eine sprechende Schildkröte?“
Die Hexe lacht.
Das ist Tinchen. Wenn eine Hexe geboren wird, dann schenken ihr ihre Eltern ein Tier, das sie ein Leben lang begleitet.“
Guten Tag, Tinchen.“
Guten Tag Marianne, aber glaube ja nicht, dass es immer Spaß macht diesen Ungestüm zu begleiten.“
Ach Tinchen,“ lacht das Mädchen, „Liliput ist doch so lieb.“
Danke,“ grinst die Freundin.
Aber Tinchen hat Recht, wir dürfen keine Lebewesen verzaubern, sonst nimmt man uns die Zauberkraft. Aber witzig wäre es doch.“
Die beiden Mädchen kichern und Tinchen zieht sich kopfschüttelnd in ihren Panzer zurück.
Mit einem Blick auf das Körbchen meint Liliput.
Aber ich werde die Beeren besonders süß und lecker zaubern.“
Marianne verzieht unwillig das Gesicht.
Das muss aber auch nicht sein.“
Doch, denn wenn deiner grässlichen Kusine diese schmecken, dann wird dich deine Tante morgen wieder herauf schicken und wir können uns treffen.“
Eine gute Idee!“
Die Kirchturmglocke schlägt laut und dröhnend.
So spät schon, ich muss gehen.“
Die beiden Mädchen umarmen sich und Liliput murmelt.
Da ich jetzt deine Freundin bin, sollst du nie wieder hungern. Jeden Tag wenn du nach der Arbeit in dein Zimmer gehst, wirst du dort etwas zu Essen finden.“
Danke!“
Ein Winken und Marianne läuft den Abhang hinunter und kommt atemlos in die Küche, wo sie schimpfend empfangen wird.
Schnell wäscht sie die Erdbeeren und reicht sie mit geschlagener Sahne ihrer Kusine, die sich sofort gierig darüber hermacht.
Hmmm, Mama ich habe noch nie so gute Erdbeeren gegessen, Marianne muss morgen wieder in den Hexenwald.“
Du hast es gehört und nun mach dich an deine
Arbeit!“
Heimlich grinsend verlässt das Mädchen die Küche und da sie heute satt und glücklich ist, geht ihr die Arbeit doppelt so schnell von der Hand.
Und als sie spät abends in ihr Zimmer geht, erwartet sie ein reichlich gedeckter Tisch, der verschwindet sobald sie satt ist.
Selig schlüpft sie ins Bett, denn sie weiß, nun ist sie nicht mehr allein.


© Lore Platz

Samstag, 15. April 2017

Ostergeschichte - Reizwortgeschichte

Heute ist es ja wieder soweit und ich staune manchmal wie schnell doch zwei Wochen vergehen.

Diesmal sind es die Reizwörter: 
Wasserhäuschen - Zipfelmütze - servieren - grillen - hilflos 

Ich muss zugeben, dass ich von einem Wasserhäuschen noch nie in meinem Leben gehört habe und dachte erstmals an das Häuschen mit dem Herzchen in der Tür, das noch bei meiner Tante im Hof stand.
Vorsichtshalber habe ich aber doch im Internet nachgeschaut. 
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!






Ostergeschichte


Kind mir tun die Füße weh, sieh mal da vorn bei dem Wasserhäuschen, haben sie sogar Tische und Stühle.“
Else kicherte.
Oma, warum nennst du einen Kiosk immer Wasserhäuschen?“
Mein Großvater nannte sie immer so. Als er noch lebte konnte man Leitungswasser nur in abgekochtem Zustand trinken und so trank man lieber Bier. Als man Mineralwasser in Flaschen abfüllen konnte, entstanden dann die Trinkhallen bei denen man nur Wasser kaufen konnte.“
Aufatmend ließ sich die alte Frau auf den weißen Plastikstuhl fallen und stellte die Einkaufstasche neben sich.
Eine Kellnerin eilte herbei und nahm ihre Bestellung auf.
Else deutete auf das Verkaufshäuschen.
Sieh mal den Osterhasen mit der Zipfelmütze.“
Die Welt wird immer verrückter, das Einfache genügt nicht mehr.“
Else grinste. Sie kennt das Jammern der Oma, gleich wird sie beginnen – früher war … .
Früher war alles anders.“
Else prustete los.
Frau Angerer lächelte verlegen.
Ich fange wohl schon wieder von früher an.“
Else nickte.
Aber warum feiern wir eigentlich Ostern?“
Ihre Oma fuhr sich über die schmerzenden Beine.
Früher war es ein Frühlingsfest und der Name kam von Osteria, so nannten die alten Germanen ihre Frühlingsgöttin.
Seit 2000 Jahren feiern wir es als Auferstehung Jesus, aber das hast du in Schule ja gelernt.“
Ja aber warum gibt es zu Ostern denn bunt gefärbte Eier?“
Das hat mit dem Frühling zu tun. Denn im Frühling legen die Vögel wieder Eier.
Vor hunderten von Jahren waren die langen Winter grausam und viele verhungerten oder erfroren. So war jeder froh wenn er vorüber war und der Frühling kam.
Deshalb waren die Eier ein Symbol für einen neuen Anfang und so feierten sie ein Frühlingsfest und beschenkten sich mit diesem
Glückssymbol, das sie oft bemalten. Noch schöner war es wenn man die Eier durch Zufall fand. Ich denke die Menschen dachten sich immer wieder etwas aus, um dieses Fest noch schön zu gestalten.“
Die Kellnerin trat an den Tisch, servierte ihnen ihre Grillwürstchen mit Kartoffelsalat und wünschte einen guten Appetit.
Lächelnd dankten die Beiden und ließen es sich gut schmecken.
Nach dem Essen bestellte sich die Oma einen Kaffee und Else bekam ein Eis.
Das Mädchen steckte gedankenverloren einen Löffel der Köstlichkeit in den Mund.
Wer kam eigentlich auf die Idee, dass der Hase die Eier bringt?“
Nun irgendwann fingen die Kinder an zu fragen, woher die bunten Eier unter dem Busch wohl kamen.
Nicht überall war es anfangs der Hase. Die Erwachsenen erzählten den Kindern von einem Ostertier.
In der Schweiz war es der Kuckuck, im Elsass der Storch, in Sachsen der Hahn und in Hessen der Fuchs.
Da sich der Feldhase oft in der Nähe der Hausgärten herum trieb, wurde er auch oft als Ostertier genannt.
Da sich Hasen ja ziemlich oft vermehren waren sie auch wie das Ei ein Symbol für Fruchtbarkeit und so setzte sich der Hase als Überbringer der Eier durch und wurde zum Osterhasen. Bist du fertig?“
Frau Angerer stand auf und verzog schmerzhaft das Gesicht. Hilflos hielt sie sich am Tisch fest.
Else sah sie erschrocken an.
Ich glaube wir lassen uns ein Taxi kommen, meine Füße wollen nicht mehr laufen.“
Else zog ihr Handy aus der Tasche.
Es dauert einige Minuten.“
Wir haben Zeit, die Sonne scheint, willst du noch etwas?“
Vielleicht ein Limo.“
Frau Angerer winkte der Kellnerin und bestellte das Getränk und bezahlte gleich.
Plötzlich lachte sie.
Es gibt noch eine andere Geschichte, wie der Osterhase erfunden wurde.
Zur Zeit der Ritter und Burgfräulein war es Brauch aus süßem Teig ein Osterlamm zu backen. Das Lamm ist ja das christliche Symbol für Ostern.
Ein Bäcker aber war nicht sehr geschickt im Formen des Teiges und so sah sein Lamm eher einem Hasen ähnlich.“
Else kichert.
Unser Taxi ist da!“
Schnell sprang das Mädchen auf, trank ihr Glas leer und nahm die Tasche und reichte ihrer Oma den Arm.

© Lore Platz
 

Samstag, 1. April 2017

Lilaluna, Anneliese und die Regenbogenprinzessin - Reizwortgeschichte

Hat man euch heute auch schon in den April geschickt? 
Mich schon und zwar der Lebengefährte meiner Tochter, sein lausbubenhaftes Lachen habe ich jetzt noch in den Ohren.

Heute gibt es wieder eine Reizwortgeschichte und obwohl die Wörter überhaupt nicht für ein Märchen geeignet sind, ich habe trotzdem eins geschrieben. Kein Aprilscherz!
Viel Spaß beim Lesen! 

Reizwörter
Waschbecken - Finanzamt - rutschen - pflegen- verschmiert








Lilaluna, Anneliese und die
Regenbogenprinzessin


Der Wind heult pfeifend um das Haus, rüttelt die Äste und rast durch das Gras und manche Blume duckt sich ängstlich und klammert sich tief in der Erde fest.
Anneliese, die gerade das verschmierte Waschbecken putzt, hält inne und beobachtet das wilde Toben vor dem Fenster.
Ein buntes Licht blinkt in dem Chaos auf und das Mädchen blickt genauer hin, da schellt das Telefon.
Es ist ihre Mutter, die wissen will, ob bei ihr alles in Ordnung ist. Anneliese beruhigt sie und erzählt auch nichts von dem Brief des Finanzamts.
Schnell läuft sie dann wieder zum Fenster, doch von dem bunten Lichtschein ist nichts mehr zu sehen.
Später kuschelt sie sich dann noch in einen Sessel mit einem Buch und vergisst alles ringsum.
Als die Mutter spät abends nach Hause kommt findet sie ihre Tochter schlafend im Wohnzimmer.
Das Wind hat sich inzwischen gelegt.
Liebevoll weckt sie das Mädchen, das sie etwas verschlafen ansieht, dann aber aufspringt.
Ich habe noch gar nichts zu essen gerichtet,“ meint Anneliese schuldbewusst.
Wir werden schon was finden,“ lacht die Mutter.
Anneliese reckt sich genüsslich im Bett.
In der Küche hört sie die Mutter und Kaffeeduft zieht durch das Haus. Das Mädchen kuschelt sich nochmal in die Kissen. Es sind ja Ferien. Doch dann hält sie es doch nicht mehr im Bett aus, denn die Mutter muss bald wieder in die Arbeit und jede freie Minute war für sie beide ein Fest.
Gemütlich frühstücken sie, dann sieht Frau Berger ihr Tochter schuldbewusst an.
Leider muss ich heute früher anfangen und werde auch später kommen, es sind so viele meiner Kollegen krank. Es tut mir so leid, meine Kleine. Aber am Wochenende habe ich frei und dann unternehmen wir etwas schönes zusammen.“
Anneliese lächelt tapfer, um der Mutter zu zeigen, dass sie schon zurecht kommen wird.
Nachdem das Mädchen das Geschirr gewaschen, das Haus gefegt, Betten gemacht, alles was so ein Hausmüttcherchen eben machen muss, geht sie in den Garten.
Die Sonne scheint, alles duftet so frisch, als hätte der gestrige Regen alles rein gewaschen.
Aus den Augenwinkeln bemerkt Anneliese ein buntes Licht, doch als sie sich umdreht ist nichts zu sehen.
Neugierig geht sie durch den Garten und erblickt hinter der Regentonne ein kleines Mädchen, das sie mit großen ängstlichen Augen ansieht.
Anneliese geht in die Hocke.
Hallo, ich bin Anneliese. Hast du dich verlaufen?“
Das Kind rutscht noch mehr in den Schatten der Tonne.
Habe keine Angst, ich tu dir nichts. Komm!“
Bist du ein Mensch?“
Ich denke doch!“ lacht Anneliese.
Dieses Lachen scheint der Kleinen zu gefallen und sie entspannt sich und als Anneliese aufsteht und ihr die Hand entgegen streckt, folgt sie ihr in das Haus.
Erstaunt blickt sich der kleine Gast um und seine Augen werden immer größer.
So leben also die Menschen?“
Anneliese kann nun auch das kleine Mädchen richtig betrachten.
Sie trägt ein kunterbuntes Kleid, grün rot gelb gesprenkelte Strümpfe stecken in himmelblauen Schuhen und selbst in ihren goldenen langen Locken sind farbige Strähnchen zu sehen.
Wer bist du?“
Ich bin die Regenbogenprinzessin!“
Sie lächelt und das Zimmer erstrahlt im Sonnenschein, dann aber schluchzt sie und selbst die Tränen, die aus ihren Augen purzeln sind bunt.
Anneliese lacht.
Du bist wirklich die Regenbogenprinzessin, Lachen und Weinen in einem Atemzug. Komm setze dich und erzähle mir wie du auf die Erde gekommen bist.“
Sie hilft dem Persönchen auf den Stuhl und stellt ihr ein Glas Milch hin.
Kennst du Milch?“
Ja von unseren Wolkenschäfchen!“
Das ist Kuhmilch, die schmeckt aber auch gut.“
Was ist Kuh?“
Das ist ein großes Tier, warte mal!“
Anneliese eilt ins Wohnzimmer und holt ein Buch
und darin zeigt sie der Kleinen das abgebildete Tier.
Die Regenbogenprinzessin betrachtet ernst das Tier und nimmt einen großen Schluck.
Schmeckt gut.“
Aber nun erzähle wie kommst du auf die Erde und fang bloß nicht an zu weinen.“
Tapfer unterdrückt diese die Tränen und erzählt nun dem Mädchen, dass sie Prinzessin Farbenfroh sei und sich trotz Verbot mal wieder zu weit über die Regenbogenbrücke gelehnt hätte und dabei von den Winden, die aus dem Wolkenschloss stürzten mitgerissen wurde. Und jetzt weiß sie nicht wie sie jemals zurück auf den Regenbogen kommen soll.
Und wieder fließen die Tränen.
Liebevoll streicht Anneliese über das seidenweiche Haar und gibt dem Mädchen ein Taschentuch.
Sie schmunzelt, als sie bemerkt, dass das weiße Tuch sich von den Tränen verfärbt.
Ich kenne jemand, der dir helfen kann.“
So schnell wie die Tränen gekommen sind verschwinden sie auch wieder und ein strahlendes Lächeln erhellt das Gesicht.
Hand in Hand verlassen sie das Haus, durch die Straßen geht es hinaus in den Wald und zu der große Wiese, auf der die Elfen wohnen.
Lilaluna hat sie schon von weitem entdeckt und schwirrt ihnen entgegen.
Hallo Anneliese, schön, dass du mich besuchst.Und wer bist du?“
Farbenfroh blinzelt und ruft.
Du bist aber ein kleiner Mensch. Ich wusste gar nicht, dass Menschen Flügel haben!“
Lilaluna lacht: „ Ich bin ja auch kein Mensch, ich bin eine Elfe.“
Anneliese grinst. „ Darf ich vorstellen, das ist Prinzessin Farbenfroh und sie wohnt im Regenbogenschloss. Nein, nein, nicht weinen.“
Seufzend geht das Mädchen in die Hocke und wischt die bunten Tränen ab.
Ich hätte mehr Taschentücher mitnehmen sollen,“
murmelt sie und zu Lilaluna gewandt:
Sie weiß nicht, wie sie wieder zurück auf das Schloss kommt und ich habe gedacht, vielleicht kennst du jemand, der uns weiterhelfen kann, oder vielleicht ein Zauber?“
Nein, einen Zauber dafür gibt es wohl nicht, aber hier in Nähe wohnt ein alter weiser Kauz, denn wollen wir fragen.“
Mit strengem Blick wendet sich die kleine Elfe an die Prinzessin, in deren Augen sich schon wieder Tränen sammeln.
Aber nur, wenn du aufhörst ständig zu weinen, kommt mit.“
Farbenfroh nickt eifrig und schnieft, dann erscheint wieder das strahlenden Lächeln und an Anneliese Hand folgt sie der Elfe.
Der Wald wird immer dichter und der Weg schmaler bis er ganz von überwuchernden Gestrüpp bedeckt ist und Anneliese und Farbenfroh stehen bleiben.
Lilaluna fliegt zurück und meint bedauernd zu ihrer Freundin.
Tut mir leid, du weißt ja, mir ist nur erlaubt dich in eine Elfe zu verwandeln, aber dann müsste die Prinzessin alleine laufen.“
Etwas ratlos sieht sie sich um, dann lacht sie fröhlich.
Aber ich darf Dinge bewegen!“
Und schon wirbelt der Zauberstab funkensprühend durch die Luft.
Das Gestrüpp weicht zurück und lässt einen Pfad erkennen.
Kommt es ist nicht mehr weit!“
Bald stehen sie vor einem uralten Baum.
So sehr sich Anneliese auch bemüht, sie kann nichts erkennen in dem dichten Laub.
Die kleine Elfe fliegt unbeirrt nach oben und verschwindet zwischen den Blättern.
Was ist ein Kauz?“ flüstert Farbenfoh.
Das ist ein Vogel, der zu der Familie der Eulen gehört und den Eulen wird nachgesagt, dass sie sehr weise sind. Lilaluna denkt, dass dieser Kauz, der wohl schon lange hier im Wald wohnt, dir vielleicht helfen kann.“
Das wäre schön!“
Warum erzählst du ihr nicht, dass wir bei euch Menschen als Totenvogel verschrien sind!“
Anneliese erblickt einen Kauz, der auf dem untersten Ast sitzt und sie aus seinen runden großen Augen ernst betrachtet.
Weil das ein Irrtum ist. Früher hat man bei den Sterbenden ein Licht brennen lassen und der Kauz durch dieses Licht und von den Insekten angelockt
flog oft gegen die Fensterscheibe. Und sein Ruf 'kuwitt' wurde als 'komm mit' ausgelegt.“
Du bist ein kluges Mädchen. Nein wir können nicht den Tod eines Menschen voraussehen und wir holen sie auch nicht ab, wenn sie ins andere Reich wandern.“
Er wendet seinen runden Kopf und betrachtet die Regenbogenprinzessin.
Du bist also von der Regenbogenbrücke gestürzt?
Komm morgen Abend wieder hierher. Ich werde heute Nacht mit dem Mond sprechen. Aber nun lasst mich schlafen.“
Und mit rauschenden Flügeln erhebt er sich und verschwindet zwischen den dichten Blättern, hinter
denen seine Höhle liegt.
Anneliese sieht schnell zu Farbenfroh, befürchte sie doch wieder eine Tränenflut.
Doch diese lacht strahlend.
Wie schön ich darf noch länger bleiben.“
Lilaluna und Anneliese lachen fröhlich und die Elfe will wissen, ob die Prinzessin auf der Elfenwiese bleiben möchte.
Doch energisch schüttelt diese den Kopf und nimmt Annelieses Hand.
Ich gehe mit ihr, ich möchte doch so gerne sehen, wie die Menschen leben.“
Meine Mutter wird spät heimkommen, aber wenn sie zuhause ist, musst du dich verstecken und ruhig verhalten.“
Mach ich,“ meinte die Kleine gönnerhaft.
Lilialuna begleitet die beiden noch bis zum Dorf, dann verabschiedet sie sich.
Staunend sieht Farbenfroh sich um, beobachtet die Kühe auf der Weide, die Fohlen, die steifbeinig über die Koppel galoppieren und lacht als eine Ziege nach ihren Haaren greifen will.
Im Dorf angekommen betrachtet sie staunend die hübschen Häuser mit den blühenden Vorgärten.
Drückt staunend ihre Nase an den Schaufenstern platt und dabei steht ihr Plappermäulchen keinen Moment still.
Anneliese raucht schon der Kopf von all den Fragen und sie ist froh, als sie endlich zuhause sind.
Aus dem Kühlschrank holt sie eine Flasche Limonade und als Farbenfroh einen kleinen Schluck aus ihrem Glas nimmt, strahlt sie genießerisch.
Das schmeckt aber lecker,“ und gleich darauf kommt die Frage, „ was ist das und wie macht man das.“
Anneliese verdreht die Augen, doch lacht sie und nimmt die Regenbogenprinzessin mit in ihr Zimmer und dann sitzen beide vor dem Laptop.
Später holt das Mädchen ihre Spielesammlung und beide legen sich bäuchlings auf den Teppich und spielen.
Farbenfroh kapiert sehr schnell und hat einen wachen Verstand.
Draußen wird es dunkel und die Prinzessin gähnt laut und ihr Augen blinzeln müde.
Anneliese macht ihr ein molliges Lager im Schrank, denn manchmal wenn die Mutter nach Hause kommt, sieht sie noch nach ihr.
Bald ertönen laute regelmäßige Atemzüge aus dem Schrank.
Anneliese aber liegt noch lange wach. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt beobachtet sie, wie der Mond einen Strahl in ihr Zimmer schickt und sie denkt, ob der Kauz wohl schon mit ihm gesprochen hat.
Und dann ist auch sie eingeschlafen.
Am nächsten Morgen frühstückt sie mit ihrer Mutter und als diese dann das Haus verlässt läuft Anneliese hinauf in ihr Zimmer.
Farbenfroh erwartet sie schon.
Ich möchte auch so angezogen sein wie du?“
Anneliese überlegt, irgendwo muss doch noch eine Jeans sein, die ihr zu klein ist.
Bald steht die Regenbogenprinzessin in Jeans und Shirt vor dem Spiegel und wendet sich begeistert hin und her.
Nun sehe ich aus wie ein Mensch.“
Ein Kichern ertönt.
Lilaluna ist durch das offene Fenster hereingeflogen.
Nachdem Anneliese einige Flaschen Limonade und belegte Brote eingepackt hat, nimmt sie noch eine Decke. Sie wollen auf der Elfenwiese ein Picknick machen.
Natürlich muss sie unterwegs Farbenfroh noch genau erklären, was ein Picknick eigentlich ist.
Lilaluna lacht vergnügt und Anneliese wirf ihr einen genervten Blick zu.
Später breiten sie auf der Elfenwiese die Decke aus und nun fragte die Regenbogenprinzessin der kleinen Elfe ein Loch in den Bauch, denn sie will auch alles über die Elfen wissen
Anneliese aber legt sich schadenfroh grinsend zurück.
Viel zu schnell vergeht die Zeit und es wird dunkel.
Ein Flügelrauschen und der Kauz lässt sich neben ihnen nieder. Zwei Mäuse huschen verschreckt kreuz und quer über die Wiese und verschwinden im Wald.
Aufgeregt springt Farbenfroh auf.
Hast du mit dem Mond gesprochen?“
Der Kauz sieht sie streng an.
Ich pflege meine Versprechen zu halten.“
Kommt mit, er wird drüben am Ende der Wiese einen Mondstrahl herunter lassen und du kannst darauf nach oben klettern. Deine Eltern sind schon in großer Sorge, doch zum Glück konnte der Mond sie gestern noch beruhigen. Also passe besser auf in Zukunft, Fräulein Naseweis.“
Farbenfroh senkt beschämt den Kopf.
Anneliese befürchtet schon sie würde wieder weinen, aber der Kauz hatte sie wohl zu sehr eingeschüchtert.
Farbenfroh ergreift ihre Hand und sie folgen dem Kauz und Lilaluna, die vor ihnen herfliegen.
Sie müssen nicht lange warten, dann gleitet ein silberner leuchtender Strahl auf die Erde.
Über diesen Strahl schwebt eine wunderschöne Frau in buntem Gewand und als sie die Wiese betritt läuft Farbenfroh ihr jubelnd entgegen und wirft sich in ihr Arme.
Die Regenbogenkönigin herzt und küsst ihre Tochter, dann kommt sie näher und bedankt sich bei den Rettern ihrer Tochter.
Der Kauz verbeugt sich ehrfürchtig, er weiß
schließlich was sich gehört. Anneliese knickst und auch Lilaluna verbeugt sich zierlich.
Als die beiden Regenbogenhoheiten den Mondstrahl betreten, dreht sich Farbenfroh noch einmal um und winkt. „Danke Anneliese für die Jeans!“
Warte !“ ruft das Mädchen, nimmt eine Flasche Limonade aus dem Rucksack und drückt sie der Kleinen in die Hand.
Die hat dir doch so gut geschmeckt.“
Danke!“ Farbenfroh schenkt ihr ein strahlendes Lächeln, dann klettert sie mit ihrer Mutter den Mondstrahl entlang nach oben.
Der Kauz erhebt sich und verschwindet mit rauschendem Flügelschlag im Wald.
Lilaluna aber ruft einige Glühwürmchen und begleitet ihre Freundin nach Hause.

© Lore Platz

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