Dienstag, 15. August 2017

Keine Reizwortgeschichte






Da die letzen zwei Wochen meine Tochter bei mir war, kam ich nicht zum schreiben.
Seit gestern ist sie nun wieder in Berlin, denn ihr Urlaub ist vorbei und der Alltag hat sie wieder.
Gerade weil wir uns so selten sehen können, genießen wir unser Beisammensein ganz besonders.

Aber bestimmt haben meine lieben Mitschreiberinnen zu den Wörtern

Kartoffelsalat – Treppenstufe – verschwinden – öde – glühend

schöne Geschichten, wie ihr sie gewohnt seid, geschrieben.

Viel Spaß beim Lesen bei



Da heute bei uns Feiertag ist, bekomme ich gleich lieben Besuch.
Wünsche euch einen schönen Tag

Dienstag, 1. August 2017

Hermann und Herminchen

Nun ist bereits der 1. August und der Sommer hat bald seinen Höhepunkt erreicht und dann dauerte es nicht lange bis die ersten Lebkuchen in den Geschäften auftauchen.
"Kinder wie die Zeit vergeht" hieß es in einem Lied aus den dreißigern, dem kann mich nur anschließen.
Aber heute geht es ja um unsere Reinzwortgeschichten und zwar um die Wörter:
Amtsschimmel, Schreck, salzig, vergessen, überlegen



Hermann und Herminchen


Keuchend läuft die kleine dralle Gestalt den Feldweg entlang, verfolgt von einer Schar johlender Kinder. Wieder trifft sie ein Stein an der Schulter und sie zuckt zusammen.
Wenn sie nur endlich den schützenden Wald erreichen würde.
Plötzlich ein Rauschen in der Luft, die kleine Gestalt wird von zwei Krallen gepackt.
Ein mehrstimmiger Wutschrei ertönt und enttäuscht sehen die aufgebrachten Kinder der entschwindenden Gestalt nach.
Dem kleinen Geschöpf aber wird vor Schreck schwindelig, als sie jetzt durch den Wald rauscht und schließlich auf einen Ast plumpst.
Mit geschlossen Augen liegt es mitten in den Blättern und seine Brust hebt und senkt sich.
He, du bist in Sicherheit,“ knarrt eine
Stimme , „ du kannst also die Augen ruhig wieder aufmachen, Herminchen.“
Diese richtet sich auf. „Du kennst mich!“
Ja, sicher, du bist Herminchen, die einzige Trollfrau, die der Vernichtung der Trolle durch den Feenkönig entgangen ist.“
Das Trollmädchen nickt traurig,
Besser wäre es gewesen, ich wäre damals auch umgekommen.“
Dicke Tränen laufen über ihr Gesicht.
Was für ein Unsinn, sei froh, dass du lebst!“
Herminchen wischt mit beiden Händen die salzigen Tränen ab und hinterlässt eine Schmutzspur auf den Wangen.
Warum, wohin ich komme erschrecken die Menschen oder jagen mich. Sicher meine Eltern und Brüder waren auch nicht nett zu mir aber wenigstens hatte ich eine Familie und war nicht so allein.“
Traurig sieht sie vor sich hin und lächelt auf einmal.
Der Einzige der nett zu mir war, ist Hermann gewesen, aber der lebt ja auch nicht mehr.“
Wer sagt denn das, Hermann lebt.“ schmunzelt die Eule.
Mit großen Augen sieht das Mädchen den Vogel an. „Weißt du wo er ist?“
Ja, aber nicht jetzt. Ich muss schlafen, denn das Geschrei hat mich aufgeweckt, zu deinem Glück. Und wenn ich dir raten darf, sollst du dich auch ausruhen. Du kannst zu mir in meine Höhle kommen. Wir werden uns heute Nacht auf den Weg machen.“
Die Eule schlüpft in ihre Baumhöhle. Herminchen aber bleibt noch eine Weile sinnend auf dem Ast sitzen, dann klettert auch sie durch das runde Loch, sucht sich ein gemütliches Plätzchen und ist bald eingeschlafen.

Himmeldonnerwetter, da hat der Amtsschimmel ja mal wieder laut gewiehert!“
poltert Opa Schinkel und fährt sich über seine Glatze. Renate und Susanne, die gerade bei ihren Großeltern zu Besuch sind, kichern.
Die Oma aber, die den Braten aus dem Ofen holt, verdreht nur genervt die Augen.
Hört euch das bloß an, eine EU-Verordnung bestimmt wie stark eine verkaufsfähige Gurke gekrümmt sein darf. Jetzt wollen die dem Gemüse schon vorschreiben wie es wachsen soll.“
Ja,ja nur reg dich ab, ich habe schon längst aufgehört mich zu wundern was in den Köpfen da Oben vorgeht. Leg die Zeitung weg, die Kinder wollen den Tisch decken.“
Opa grummelt noch ein wenig, doch dann
lenkt ihn das lecker Essen ab.
Während sie ihren Schokoladenpudding löffelt will Susanne wissen, was ein Amtsschimmel
ist.
Der Opa erklärt nun den aufmerksam lauschenden Kindern, dass früher die Bekanntmachungen durch berittene Amtsboten
überbracht wurden. Natürlich waren das nicht nur Schimmel. Dieses Wort stammt vielmehr von der „Simile“ einem Standard-Vordruck aus der österreichischen Monarchie, mit der sich ähnlich lautende Anliegen schneller erledigen ließen. So hat sich wohl das spöttische Wort Amtsschimmel entwickelt.
Die Oma steht auf und der Opa verzieht sich in sein Arbeitszimmer um gemütlich seine Pfeife zu rauchen.
Die Kinder aber laufen hinaus in den Garten, um zu spielen. Schnell sehen sie noch bei Hermann vorbei, doch der ist nicht da.

Dieser spaziert vergnügt in den nahegelegenen Wald um ein Schwätzchen mit seiner Freundin der Blaumeise zu halten.
Leider ist sie nicht zu Hause und so lehnt sich der Troll an den Stamm eines Baumes und genießt die Stille des Waldes. Er liebte den Wald, den Duft nach Tannen, das Rascheln der kleinen Tiere und das Zwitschern der Vögel.
So schön es bei dem Mann ohne Haare ist, so einsam fühlte er sich auch und während er so
überlegt fällt ihm seine Jugendgespielin Herminchen, die Einzige die im Trollland nett zu ihm war, ein.
Aber sie war ja tot wie alle Trolle, die es ja verdient hatten, nur Herminchen, die war gut und hatte ihm auch geholfen, die Feenprinzessin zu retten.
Er seufzt und wünscht sich, sie würde noch leben.
Als hätte sein Wunsch sie herbeigezaubert, teilt sich das Gebüsch zu seiner Linken und ein Trollmädchen tritt heraus.
Hermann fährt sich über die Augen, es kann sich doch nur um ein Trugbild handeln.
Doch die kleine dralle Person kommt immer näher und flüstert schüchtern. „Hermann?“
Herminchen, jubelt dieser und sie fassen sich an den Händen und betrachten sich fassungslos. Beide hatten sich nicht vergessen.
Wenig später sitzen sie unter dem Baum und erzählen sich was sie erlebt haben.
Als Herminchen von den bösen Menschen berichtet, tröstet Hermann das Mädchen und erzählt, dass er bei ganz lieben Menschen wohnt und nicht alle dieser Gattung böse seien.
Er nimmt sie mit in den Schuppen und zeigt ihr stolz seine gemütliche Wohnung.
Du kannst bei mir bleiben und in meinem Bett schlafen, ich schlafe dann auf dem Boden, aber nun komm mit, ich stelle ich dem Mann ohne Haare, der Frau mit dem Namen Oma und den beiden Langhaaren vor.“
Wie staunen diese, als die beiden Trolle in die Küche kamen, in der die Familie gerade beim Nachmittagstee saß.
Oma holt gleich zwei Tassen und besonders Herminchen lässt sich den Kuchen schmecken, hat sie doch außer Beeren unterwegs nichts gegessen.
Staunend hören sie Herminchens Geschichte und als Hermann sagte, dass sie jetzt bei ihm bleiben wird und in seinem Bett schlafen kann, während er auf dem Boden nächtigt, da meint Opa.
Kommt gar nicht infrage, ich gehe gleich in die Werkstatt und zimmere ein neues Bett, Bretter genug habe ich ja.“ Und schon eilt er hinaus.
Die Oma aber verspricht, sich sofort an die Nähmaschine zu setzten und Bettwäschen zu nähen.
Die Mädchen aber bleiben in der Küche und immer wieder wollen sie von Herminchen wissen, wie es ihr ergangen ist.
Und Herminchen hat sich seit ihrer Flucht noch nie so wohl gefühlt.
Sie spürt, dass ihre Irrfahrt zu Ende ist.

Sie ist angekommen.

© Lore Platz





Samstag, 15. Juli 2017

Wie kann man Opa helfen

Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell zwei Wochen doch vergehen.
Wieder ist Reizwortgeschichtentag und man höre und staune ich kann sogar mit einer kleinen Geschichte dazu beitragen.
Viel Spaß beim Lesen!

 Kneipe, Fest, glücklich, raten, folgen




Wie kann man Opa helfen?




Die kleine Kneipe in unserer Straße ...“
tönt es aus dem Radio und Renate laufen die Tränen über das Gesicht.
Mama!“ die zehnjährige Gerlinde eilt zu ihr und schlingt die Arme um ihre Mutter.
Oma hat Peter Alexander so gerne singen gehört.“
Zärtlich schmiegt das Mädchen ihre Wange an das Gesicht er Mutter.
Oma Erika war vor eineinhalb Jahren gestorben.
Opa Karl hat bald Geburtstag. Will er ihn feiern? Er ist doch jetzt immer so traurig.“
Renate wischt sich die Tränen ab, schnäuzt kräftig und seufzt.
Er will nicht feiern und schon gar kein großes Fest, dabei wollte ich alle seine Freunde einladen, um ihn aus seiner Trauer zu reißen. Ich mach mir solche Sorgen um ihn.“
Ein Klingel ertönt und Renate lacht.
Der Kuchen ist fertig.“
Sie holt den duftenden Apfelkuchen aus dem Backofen und Gerlinde holt sich eine Nase voll von dem köstlichen Duft.
Das ist der berühmte Apfelkuchen von Oma, bekomme ich später ein Stück davon.“
Ich mach dir einen Vorschlag, wenn er abgekühlt ist kannst du ja Opa einige Stücke vorbeibringen und mit ihm Kaffee trinken, das würde ihn bestimmt freuen.“
Prima!“
Kurze Zeit später radelt Gerlinde über den Waldweg an dessen Ende Opas Haus steht.
Ein klagender Laut ertönt und die Vögel ringsum zwitschern aufgeregt. Das Mädchen bremst so scharf, dass das Rad schleudert.
Neugierig und ein wenig ängstlich sieht sie sich um, was war das. Richtig unheimlich!
Und wieder erklingt ein lautes grausliches Heulen. Gerlinde lehnt das Rad an einen Baum und folgt den klagenden Tönen und was sie dann sieht lässt ihr fast das Herz stehen.
Ein mittelgroßer sandfarbener Hund liegt auf dem Boden und eine seiner Pfoten steckt in einem verrosteten Fangeisen.
Vorsichtig tritt das Mädchen auf das Tier zu, doch ein Knurren lässt sie zurück weichen.
Sie dreht sich um läuft zu ihrem Rad, verfolgt von einem verzweifelten schmerzvollen Jaulen.
Opa Karl steht in seinem Garten als das Mädchen mit Karacho in den Hof prescht.
Nanu ist der Teufel hinter dir her!“ lacht er und wird dann ernst, als ihm seine Enkelin von dem armen Tier erzählt.
Er holt das Auto, legt eine alte Decke auf den Rücksitz und als Gerlinde sich vorne neben ihn setzt, drückt er ihr einen Maulkorb in die Hand.
Der ist noch von unserm Harras, der verletzte Hund
wird vor Schmerz vielleicht um sich beißen, wenn wir ihn befreien.“
Erschüttert steht er wenig später vor dem Tier, das knurrend die Zähne zeigt.
Schnell und geschickt streift der Mann den Maulkorb über den Kopf des Hundes.
Traust du dir zu Linde, die Pfote heraus zu ziehen, wenn ich die Falle öffne?“
Das Mädchen nickt mit bleichem Gesicht und kniet sich neben den verletzten Hund.
Bereit!“
Ja!“
Der alte Mann drückt die zwei Eisen auseinander und schnell zieht das Mädchen die verletzte Pfote heraus.
Die Falle schnappt wieder zu und nachdem er sie unschädlich gemacht hat schleudert sie Opa Karl ins Gebüsch.
Das müssen wir dem Förster melden,“ brummt er.
Der Hund liegt mit geschlossen Augen da und nur das Heben der Brust zeigt, dass er noch lebt.
Bald haben sie die Tierarztpraxis erreicht.
Mit seiner Last auf den Armen durchquert er das Wartezimmer und ruft der herbei eilenden Sprechstundenhilfe zu. „Ein Notfall!“
Der Herr Doktor ist gerade bei einer Operation!“
Dann holen sie seinen Vater, schnell. In welches Zimmer kann ich.“
Zimmer 2,“ stammelt die junge Frau und eilt davon.
Opa Karl zwinkert seiner Enkelin zu.
Dann suchen wir mal Zimmer 2.“
Vorsichtig legt er das verletzte Tier, das sich ganz ruhig verhält, als spürte es, dass man ihm helfen
will, auf den blanken Tisch.
Die Tür öffnet sich.
Na, du hast ja der armen Christine einen schönen Schrecken eingejagt, alter Schwede!“
Ha Viehdokter, hoffe du kannst es noch, auch wenn
du schon lange in Rente bist.“
Grinsend tritt der alte Arzt näher, doch dann wird sein Blick ernst. „Armer Kerl!“
Er wendet sich an die blasse Gerlinde.
Mädchen es ist besser, du gehst hinaus zu Christine, das wird keine schöne Sache.
Nachdem das Mädchen das Zimmer verlassen hat beugen sich die beiden Männer über den Hund.
Eine halbe Stunde später ruft Opa Karl Gerlinde herein.
Der Hund liegt mit geschlossen Augen, ohne Maulkorb und einen weißen Gips am Bein, auf dem Tisch.
Wir konnten das Bein retten,“ erklärt Doktor Brandstetter., dann zwinkert er dem Mädchen zu, „sag mal stimmt das, dass dein Opa bald einen runden Geburtstag hat.“
Gerlinde nickt ernsthaft, „ ja, aber er will ihn nicht feiern.“
So so, du bist wohl zu geizig, um deinen Freunden einen auszugeben. In unserem Alter muss man die Feste feiern wie sie fallen.“
Naja, wer sagt denn, dass ich das nicht will,“ brummt Karl,“ aber seht doch der Hund kommt zu sich.“
Dieser hebt beim Klang der Stimme den Kopf. Vorsichtig tritt der alte Mann an den Tisch, noch wagt er nicht das Tier zu streicheln. Doch kein Knurren ertönt und auch die Augen blicken nicht mehr aggressiv vor Schmerzen.
Vorsichtig streichelt Opa Karl den Hund und freut sich als eine raue Zunge über sein Hand fährt, als hätte der Hund seinen Retter erkannt.
Was wird nun aus ihm?“ fragt Gerlinde.
Pankratz zuckt mit den Schultern.
Einen Chip habe ich nicht gefunden, wird schwer sein den Besitzer ausfindig zu machen. Ich befürchte ja, dass er oben an der Autobahn ausgesetzt wurde, wie es leider jetzt in der Urlaubszeit öfter vorkommt. Er muss wohl ins Tierheim.“
Nein !“ ruft Gerlinde entsetzt.
Opa Karl zwinkert ihr beruhigend zu.
Kommt gar nicht infrage ich habe genug Platz, ich nehme ihn zu mir.“
Jubelnd fällt das Mädchen ihrem Großvater um den Hals.
Der alte Arzt aber grinst.
Sag mal Karl, hast du eigentlich noch ein paar Flaschen von dem guten Roten in deinem Keller?“
Ein paar dürften noch da sein.“
Dann werde ich öfter mal bei dir einen Hausbesuch machen und nach dem Hund sehen und bei der Gelegenheit könnten wir ja mal wieder eine Partie Schach spielen.“
Abgemacht!“

Renate aber ist glücklich , dass ihr Vater nun doch seinen 70igsten feiern wollte.
Ratet mal, wer an diesem Tag dem Geburtstagskind fast die Schau gestohlen hat?
Ein sandfarbener Hund mit einem Gipsbein.

© Lore Platz


Eva

Samstag, 1. Juli 2017

Reizwortgeschichte





Tut mir leid, ich habe keine Geschichte, die Hitze hatte mich im Griff, und wenn es auch im Moment angenehm kühl ist, so  macht meine Muse doch Ferien am Meer.
Geduldig warte ich bis sie wieder kommt, bleibt mir ja wohl auch nichts anderes übrig, denn ich bin auf sie angewiesen.
Aber schaut doch mal was meine Mitschreiberinnen so bringen.

Regina
Martina
Christine
Eva

Donnerstag, 15. Juni 2017

Wieder etwas plaudern - Reizwortgeschichten


Reizwörter:

Krämerladen - Bierflaschen - suchen - lesen – staubig.


Sicher habt ihr schon gemerkt, dass es mir schwer fällt in letzter Zeit Geschichten zu schreiben. 
Ich muss gestehen, mir fällt  nix ein, denn irgendwie habe ich manchmal das Gefühl schon alles geschrieben zu haben.
Ich werde weiter suchen bis mir was einfällt und ihr wieder hier eine Geschichte lesen könnt.
Doch heute  will ich  einfach nur plaudern.

Meine große Schwester Karin

Heute ist ja Fronleichnam und als Kind fand ich das immer wunderschön, besonders als ich ein Kommunionkind war und an Fronleichnam dieses 
schöne weiße Kleid noch einmal tragen durfte.
Der Pfarrer schritt unter dem Himmel, das war ein golddurchwirkter schwerer Stoff, der durch  vier  Stangen zu einem Rechteck gespannt wurde.
Die vier Stangen wurden von kräftigen Männern getragen und unser Pfarrer schritt in seinem schönen prächtigen Gewand mit beiden Händen die sternenförmige Monstranz haltend.
Voran gingen zwei Weihrauch schwenkende Minstrianten.
Hinter dem 'Himmel' kamen die Kommunionkinder, die Mädchen in ihren weißen Kleider und dann die Buben in schwarzen Anzügen, frisch gerubelten Gesichtern und straff gekämmt.
So sauber habe ich die Dorfbuben selten gesehen.
Dann folgten die restlichen Dorfbewohner in ihren
Festtagskleidern, singend und betend.
Auch das Dorf war festlich aufgeputzt. 
Die staubige Straße gekehrt, die Häuser festlich geschmückt, vor dem Krämerladen waren die Bierflaschen entfernt und alles erstrahlte im festlichen Kranz.
In Abständen waren Altäre aufgestellt und an jedem wurde gebetet, bis man dann am Schluss singend in die Kirche zurück kehrte.
Ach ja und wir Mädchen durften auch noch Blumen streuen.
War das schön!

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!











Donnerstag, 1. Juni 2017

Das Mädchen Narges Reizwortgeschichte

Hilfe mein Computer spinnt. Er hüpft, bleibt stehen, verträgt wohl die Hitze nicht.
Hoffe er nimmt meine Geschichte an.

Reizwörter
Elan – Triumph – kümmern – provozieren – neidisch





Das Mädchen Narges

Voller Elan verlässt Ellen die Schwimmhalle.
Als sie ihren Freundinnen begegnet, hebt sie voller Triumph die Faust.
Ich habe es geschafft! Ich bin die Beste !“
Lilly und Mia kichern,“ Ja hast du die Neue gesehen, ängstlich wie ein Kaninchen starrte sie ins Wasser und wollte nicht hinein springen.“
Ellen grinste, „sie ist wohl wasserscheu“.
Rita schlendert aus der Umkleidekabine.
Da wo die herkommt gibt es bestimmt kein Wasser, das sieht man doch an ihrer dreckigen Haut und den hässlichen schmuddeligen Kleidern.“
Ellen sieht sie ernst an.
Das ist gemein. Narges ist nicht schmutzig, sie hat nur eine dunklere Haut und ihre Kleider sind sauber und ordentlich.“
Rita mustert sie spöttisch. „ Sie ist ein Flüchtling und hat hier bei uns nichts verloren. Soll sie doch dahin gehen wo sie herkommt. Wir wollen sie hier nicht haben.“
Ellen stemmt die Arme in die Hüfte.
In ihrem Land ist Krieg. Wie würdest du dich fühlen, wenn hier die Bomben fielen und du ständig um dein Leben bangen müsstest.“
Rita tritt einen Schritt auf sie zu, sodass ihre Nasen sich fast berührten.
Wir sind nicht die Wohlfahrt und müssen all den Pöbel aufnehmen, der sich hier bloß von uns durchfüttern lassen will.“
Ach ich habe nicht gemerkt, dass dir etwas abgeht. Dein Pausenbrot war vom feinsten und du trägst nur Markenkleidung.“
Wir können uns das ja auch leisten!“
Ellen ballt die Fäuste, doch Mia und Lilly ziehen sie zurück.
Lass dich nicht provozieren, kümmere dich nicht um ihr dummes Geschwätz, die ist doch bloß neidisch, weil Narges in manchen Fächern besser ist wie sie, außerdem müssen wir zurück ins Klassenzimmer.“
Frau Sandmann betrachtet sie Stirn runzelnd.
Schön, dass ihr auch noch kommt. Setzt euch, ich habe gerade erklärt, dass ihr bis nächsten Dienstag ein Referat vorbereiten sollt. Ihr arbeitet immer zu zweit und das Thema dürft ihr jeweils selbst bestimmen“.
Natürlich wollen die drei Freundinnen am liebsten zu dritt das Referat halten, doch die Lehrerin bestimmt, dass Mia und Lilly sich zusammen taten und da Ellen die beste Note in Deutsch hatte sollte sie Narges helfen.
Nach der Stunde gibt Ellen dem Mädchen einen Zettel mit ihrer Adresse und bittet sie heute Nachmittag am 15Uhr zu ihr zu kommen.
Etwas scheu und ängstlich betritt Narges das schöne Einfamilienhaus und folgt Ellen in ihr Zimmer.
Staunend sieht sie sich in dem großen hellen freundlichen Raum um.
Gehört dies ganz allein dir?“
Ellen nickt. „Hast du kein Zimmer?“
Wir haben im Wohnheim einen viel kleineren Raum und dort leben wir zu sechst. Meine Eltern, ich und meine drei Schwestern.“
Allmählich verliert das Mädchen ihre Scheu und als Ellen sie fragt, warum sie so wasserscheu sei, erzählt sie, dass sie bei der Flucht auf dem Meer beinahe ertrunken wäre.
Und Ellen denkt beschämt und wir haben sie ausgelacht.
Nach und nach erfährt sie Narges Geschichte.
Narges war gerade elf Jahre als ein Mann der Taliban
zu ihrem Vater kam und sie mit einem seiner Krieger verheiraten wollte.
Da haben ihre Eltern noch in derselben Nacht das nötigste eingepackt und sind mit ihren vier Mädchen geflohen.
Gespannt und entsetzt lauscht Ellen den Schilderungen der Flucht und dann kommt ihr eine Idee.
Sie sollten das Referat über die Geschichte von Narges halten, damit sich ihre Schulkameraden ein Bild von ihrem Schicksal machen konnten.
Narges ist sofort einverstanden.
Als die beiden Mädchen in der folgenden Woche ihr Referat halten schwimmen Tränen in den Augen der
Kinder und selbst Rita macht ein betroffenes Gesicht.

© Lore Platz

Eva


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Dienstag, 30. Mai 2017

Was mich wütend macht






Ich bin wütend!
Nun bin ich fast siebzig Jahre alt und immer noch bringt mich das Verhalten mancher Menschen zum Kopf schütteln.
Ein älteres Ehepaar (64 und 65) hat mit einer Greifzange aus einem Container Pfandflaschen geangelt und wurde von den Anwohner angezeigt wegen Diebstahls.
Als ich das im Radio gestern hörte verschlug es mir erst mal die Sprache und das geschieht bei mir höchst selten.
Der Staatsanwalt beantragte Strafbefehle wegen Diebstahls.
Doch das Amtsgericht München lehnte diesen ab, da keine Straftat vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wandte sich daraufhin an das Landgericht München und hatte auch da keinen Erfolg!
Zum Glück!
Was für ein Aufwand:
Die menschenfreundlichen Anwohner erstatten Anzeige bei der Polizei
Diese gibt es weiter an die Staatsanwaltschaft
Der Staatsanwalt stellt Strafbefehl wegen Diebstahl
Das Amtsgericht weist die Klage zurück
Die Staatsanwaltschaft wendet sich darauf hin an das Landgericht und hatte auch hier keinen Erfolg.
Und dies alles für ein Pfand von 1,44 €
Spielt das Märchen von den Schildbürgern sich nicht in Deutschland ab?



Freitag, 26. Mai 2017

Narzissmus








Narzissmus bedeutet umgangssprachlich selbstverliebt und voller Bewunderung für sich selbst und wer darunter leidet bemerkt nie, wie lächerlich er doch von anderen empfunden wird.



Was gibt es Törichteres als von seinen eigenen guten Eigenschaften bezaubert, von seinen eigenen Verdiensten entzückt zu sein?

(1469 - 1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist, nannte sich Desiderius Erasmus, eigentlich Gerhard Gerhards
Quelle: Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit (Encomium moriae), 1509 oder 1510

Gestern konnte man im TV diese spezielle Gattung beobachten.
Er hat das höchste Amt in der USA und macht dieses Land auf der ganzen Welt lächerlich.


https://web.de/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/donald-trump-schubst-montenegros-premier-dusko-markovic-32345462

Bilder sagen mehr als Worte.

Montag, 22. Mai 2017




Ist es nicht wunderschön, endlich ist der Himmel so weißblau wie er in Bayern sein soll. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht aber wenn die Sonne scheint, dann fühle ich mich beschwingt und erwische mich dabei, wie ich  fröhlich  mit den Vögeln um die Wette trällere.
Doch woher kommt es, dass die Sonne uns so beflügelt? 
Schuld daran ist ein kleines Organ im Gehirn, die Zirbeldrüse.
Sie steuert die Hormonproduktion, die über unsere Stimmung entscheidet.



Ist es grau in grau, dann überwiegt das Hormon Melatonin, das zu dem berühmten Winterblues führen kann.




Doch Sonnenschein entzündet einen wahren Freudentaumel und  das Gute Laune Hormon Serotonin gewinnt die Oberhand.
Kein Wunder, dass die Südländer immer so gut gelaunt sind. (zwinkern) 
Nun genießt die Sonne solange sie scheint.







Johann Wolfgang von Goethe
 

(1749 - 1832),


Montag, 15. Mai 2017

Reizwörter:
Flieder Muttertag spitzbübisch mitteilsam knurren





Leider gibt es diesmal keine Geschichte nur eine kleine Plauderei.

Von meinem Badezimmerfenster kann ich den Fliederbaum in Nachbarsgarten bewundern und dann muss ich daran denken wie sehr meine Mutter den Flieder liebte.
Und wie ich immer bemüht war diese wunderbar duftenden Blüten zu besorgen, um ihr am Muttertag eine Freude zu machen.
Das war gar nicht so leicht, wenn man in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten lebt.
Zum Glück war jeden Tag ja die Maiandacht und ich hatte deshalb eine Ausrede noch abends die Wohnung zu verlassen.
Zusammen mit meiner besten Freundin spazierten wir am Abend vor Muttertag durch den Ort, die Kirche bekam uns heute nicht zu sehen.
Wir nahmen auch den Nachbarsjungen mit, der gut zwei Köpfe größer war als wir, und besser mit seinem Arm an die Bäume gelangen konnte.
Er war nicht sehr mitteilsam und stapfte schweigend neben uns her, doch wenn wir in einem Garten einen Fliederbaum entdeckten, dann streckte er seine langen Arme und schnitt einige der duftenden Äste ab.
Manchmal warnte uns auch ein Knurren und wir eilten schnell weiter bevor der Hund an den Zaun kam.
Zuhause gelang es mir dann mit dem Strauß ungesehen in mein Zimmer zu kommen.
Meine Mutter freute sich riesig als der Strauß in einer schönen Vase auf dem Tisch prangte und seinen Duft verbreitete.
Sie fragte nie woher er wohl kam, aber sie bedachte mich mit einem spitzbübischen Lächeln.

(c) Lore Platz





Montag, 1. Mai 2017

Hexe Liliput und das Dorfmädchen - Reizwortgeschichte

"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus ... " dieses Lied musste ich heute Morgen singen, als die Sonne in mein Zimmer schien und die Vögel ihr Konzert direkt vor meinem Fenster erklingen ließen.
Aber nicht nur der Mai ist heute gekommen, auch eine Reizwortgeschichte.
Beinahe wäre es nichts geworden, da ich die letzten Tage krank war, aber tapfer habe ich gestern in einem Rutsch die Geschichte doch noch geschrieben. 
Viel Spaß beim Lesen!

Aussicht, Land, witzig, flüstern, grün



Hexe Liliput und das Dorfmädchen


Die Nacht hat sich verabschiedet und an ihre Stelle ist die Dämmerung ins Land getreten.
Das Dorf unterhalb des Hexenbergs liegt ruhig verschlafen.
Doch in einem Gehöft öffnet sich die Tür und ein junges Mädchen tritt heraus, bindet sich die Schürze, schlüpft in ihre Holzpantoffel und verschwindet im Stall.
Fröhlich begrüßt sie die vier Kühe, die ihr verschlafen entgegenblicken.
Mit flinken Finger melkt sie diese, schüttet die Milch durch den Seiher in die großen Kannen, und füllt den kleinen Rest, den sie zurück behalten hat, in eine alte Emailschüssel.
Nun wird es lebendig im Stall. Die alte Katze Mille kommt aus einer Ecke und ihr drei Jungen purzeln durcheinander im Eifer ja die schnellsten zu sein.
Lächelnd sieht Marianne ihnen zu, wie sie gemeinsam die leckere Milch schlabbern.
Milli kommt zu dem Mädchen und streicht ihr dankbar schnurrend um die Beine.
Zusammen mit Marianne verlassen die Katzen den Stall und die Kleinen tollen über den Hof.
Das Mädchen wäscht sich am Brunnen. In der Küche ist es mollig warm, denn sie hatte den Ofen bereits sauber gemacht und angeheizt bevor sie zum melken ging. Auch das Wasser im Kessel ist inzwischen warm und schnell gießt sie den Tee auf, deckt flink den Tisch, denn sie hört die Tante kommen.
In eine große Pfanne gibt sie Butter, Speckstreifen und Eier und bald zieht ein köstlicher Duft durch die Küche.
Dann stellt sie die Pfanne auf den Tisch. In dem Moment betritt ihre Tante den Raum.
Marianne wünscht „Guten Morgen,“ bekommt aber keine Antwort, nur einen finsteren Blick.
Anna fühlt sich heute nicht wohl, bring ihr das Frühstück ans Bett.“
Schweigend füllt ihre Nichte den Teller und trägt ihn in das Schlafzimmer ihrer Kusine.
Diese rekelt sich im Bett und reißt ihr den Teller aus der Hand und stürzt sich darüber.
' Na die Krankheit hat deinem Appetit ja nicht geschadet' denkt Marianne spöttisch.
Als sie in die Küche kommt ist die Pfanne leer nur ein wenig gelbes Ei schwimmt noch darin.
Das Mädchen setzt sich und tunkt mit dem Brot den spärlichen Rest aus der Pfanne.
Mama ich will Erdbeeren!“ ertönt die quengelige Stimme der Tochter des Hauses.
Die Bäuerin reißt die Pfanne aus den Händen ihrer Nichte und stellt sie in die Spüle, dann eilt sie zu
ihrem Liebling.
Schnell lässt das Mädchen ihr Brot in der Schürzentasche verschwinden, damit ihr dieses nicht auch noch abgenommen wird.
Die Mutter kommt aus dem Zimmer ihrer Tochter.
Mein Täubchen möchte Erdbeeren mit Sahne.“
Aber die Erdbeeren sind doch noch nicht reif und von den grünen bekommt sie nur Bauchweh.“
Aber im Hexenwald sind sie schon reif, das hat die alte Kuni gesehen, als sie neulich an der Grenze vorbei ging. Wenn du deine Arbeit gemacht hast, dann wirst du welche pflücken.“
Marianne wird blass.
Aber wir dürfen doch nicht in den Hexenwald, das ist gefährlich.“ flüstert sie entsetzt.
Geh an deine Arbeit und ein wenig schneller als sonst und anschließend holst du die Erdbeeren.“
Es ist fast Mittag als das Mädchen fertig ist. Voller Angst nimmt sie das Körbchen und macht sich auf den Weg zum Hexenwald.
An der Grenze bleibt sie zögernd stehen und auch die herrliche Aussicht auf den schönen Wald und die trutzige Burg dahinter kann ihr die Beklemmung nicht nehmen.
Tief atmet sie durch und überschreitet die Grenze.
Vor ihr breiten sich rote Erdbeeren aus und schnell beginnt sie mit dem Pflücken.
Bei jedem Rascheln zuckt sie zusammen und schaut sich ängstlich um.
Liliput die wieder einmal an die Grenze gekommen ist, weil sie unbedingt einen Menschen sehen will, kauert hinter einem Busch und beobachtet sie.
Ihr Herz klopft vor Aufregung.
Das ist also ein Mensch, nett sieht sie aus, nur sehr verängstigt und irgendwie auch traurig. Nun hat sie ihr Körbchen voll, lässt sich ins Gras fallen, schlägt die Hände vors Gesicht und fängt bitterlich zu weinen an.
Mitleidig verlässt Liliput ihr Versteck, setzt sich neben das Mädchen und streicht ihr tröstend über das Haar.Erschrocken nimmt diese die Hände vom Gesicht und weicht entsetzt zurück.
Die Hexe lacht sie fröhlich an. „ Du musst keine Angst haben, ich will dir nichts tun.“
Marianne betrachtet die kleine Gestalt mit den wirren roten Haaren und den vergnügt blitzenden Augen.
Nein, zum Fürchten sah sie nicht aus.
Sie streckt die Hand aus und als Liliput zögernd auch ihre Hand ausstreckt, drückt sie diese und meint:
Ich bin Marianne .“
Liliput kichert. „Begrüßen sich die Menschen so, ich heiße Liliput, eigentlich ja Honorine Herminus, aber weil ich so klein bin, haben mich meine Eltern Liliput gerufen. Leider sind sie schon lange Tod.“
Meine Eltern auch und seitdem wohne ich bei meiner Tante.“ Wieder wird ihr Gesicht traurig.
Willst du mir nicht von deinem Kummer erzählen?“
Und nun erzählt ihr Marianne wie sie nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrer Tante kam, die sie schlechter behandelt als eine Magd . Und während sie ihrer neuen Freundin alles berichtet, spürt sie wie es ihr ganz leicht ums Herz wird.
Denn wer niemals von seinem Kummer spricht, dem eines Tages das Herze bricht.
Ein grummeliges Geräusch lässt Liliput zusammen zucken.
Was war das?“
Ihre Freundin wird rot. „Das war mein Magen.“
Was hast du heute gegessen?“
Ein Stück trockenes Brot heute Morgen.“
Liliput schüttelt ärgerlich den Kopf, murmelt einige Worte und vor Marianne liegt ein weißes Tischtuch voller Leckereien.
Mit strahlenden Augen lässt sich das Mädchen die Köstlichkeiten schmecken.
Liliput betrachtet nachdenklich die Erdbeeren.
Dann lacht sie.
Weißt du was, ich werde die Erdbeeren verzaubern und wenn deine böse Kusine sie isst, werden ihr eine lange Nase und Ohren wachsen.“
Und du wirst deine Zauberkraft verlieren.“
Marianne sieht erstaunt auf die Schildkröte, die ihren Kopf aus der Tasche von Liliputs Tasche steckt.
Eine sprechende Schildkröte?“
Die Hexe lacht.
Das ist Tinchen. Wenn eine Hexe geboren wird, dann schenken ihr ihre Eltern ein Tier, das sie ein Leben lang begleitet.“
Guten Tag, Tinchen.“
Guten Tag Marianne, aber glaube ja nicht, dass es immer Spaß macht diesen Ungestüm zu begleiten.“
Ach Tinchen,“ lacht das Mädchen, „Liliput ist doch so lieb.“
Danke,“ grinst die Freundin.
Aber Tinchen hat Recht, wir dürfen keine Lebewesen verzaubern, sonst nimmt man uns die Zauberkraft. Aber witzig wäre es doch.“
Die beiden Mädchen kichern und Tinchen zieht sich kopfschüttelnd in ihren Panzer zurück.
Mit einem Blick auf das Körbchen meint Liliput.
Aber ich werde die Beeren besonders süß und lecker zaubern.“
Marianne verzieht unwillig das Gesicht.
Das muss aber auch nicht sein.“
Doch, denn wenn deiner grässlichen Kusine diese schmecken, dann wird dich deine Tante morgen wieder herauf schicken und wir können uns treffen.“
Eine gute Idee!“
Die Kirchturmglocke schlägt laut und dröhnend.
So spät schon, ich muss gehen.“
Die beiden Mädchen umarmen sich und Liliput murmelt.
Da ich jetzt deine Freundin bin, sollst du nie wieder hungern. Jeden Tag wenn du nach der Arbeit in dein Zimmer gehst, wirst du dort etwas zu Essen finden.“
Danke!“
Ein Winken und Marianne läuft den Abhang hinunter und kommt atemlos in die Küche, wo sie schimpfend empfangen wird.
Schnell wäscht sie die Erdbeeren und reicht sie mit geschlagener Sahne ihrer Kusine, die sich sofort gierig darüber hermacht.
Hmmm, Mama ich habe noch nie so gute Erdbeeren gegessen, Marianne muss morgen wieder in den Hexenwald.“
Du hast es gehört und nun mach dich an deine
Arbeit!“
Heimlich grinsend verlässt das Mädchen die Küche und da sie heute satt und glücklich ist, geht ihr die Arbeit doppelt so schnell von der Hand.
Und als sie spät abends in ihr Zimmer geht, erwartet sie ein reichlich gedeckter Tisch, der verschwindet sobald sie satt ist.
Selig schlüpft sie ins Bett, denn sie weiß, nun ist sie nicht mehr allein.


© Lore Platz