Freitag, 29. März 2013

Osterglocken





Osterglocken


Blinzelt die Sonne zum Fenster herein
Hüllt mit ihrem flimmernden Schein
In Gold das ganze Zimmer,
schmückt das Fenster ein Blumenflor
Schauen lachende Blüten hervor
In den wärmeren Schimmer

Wie blühen und duften im Sonnenschein
Die gelben Glöckchen so zart und fein
Oh wie können die Läuten,
Hört ihr den silbernen Klang
So leise und fern wie Engelsgesang
Sag was kann es deuten?

Flimmernde Sonne, silberner Klang
früh am Morgen ein Vöglein sang
Sang aus voller Kehle
Ist heute nicht ein Feiertag
Drum freu sich, wer sich freuen mag
Lob und freu dich Seele


E. Ammerich


Mit diesem Gedicht und der Hoffnung auf wärmeres Wetter möchte ich Euch ein schönes Osterfest wünschen
Ich werde über Ostern eine kleine Pause machen, dann gibt es wieder neue Geschichten.

 Frohe Ostern!

Eure Märchenfee
 





Donnerstag, 28. März 2013

Wie ich wegen dem Osterhasen einmal den Hintern versohlt bekam






Wir wohnten in einem Mietshaus, das einem Bauern gehörte und hinter dem sich ein riesiger Obstgarten befand.
Der Garten war so groß, dass sich Jahre später die Erben drei Bungalows auf das Grundstück bauten.
Für uns Kinder war dieser Garten ein richtiges Paradies und wir durften darin nach Herzenslust spielen.
Eines Tages, zwei Wochen vor Ostern, bauten mein kleiner Freund, der auch in dem Haus wohnte und ich im hintersten Winkel des Gartens unter einem Holzstoß ein Osternest.
Wir erzählten niemanden davon, das war unser großes Geheimnis,von dem nur wir und wohl auch der Osterhase wussten.
Jeden Nachmittag liefen wir hinauf zu unserem Geheimversteck und waren schrecklich enttäuscht, als wir das Nest leer fanden.
Doch unser Glaube an den Osterhasen ließ sich durch nichts erschüttern.
Es war ja auch noch ein wenig hin bis Ostern, sicher war der Osterhase zu beschäftigt.
Schließlich musste er doch alle die Eier bemalen.
Doch kurz vor den Osterferien wurden wir doch leicht ungeduldig.
Und statt am Nachmittag liefen wir zwei Erstklässler gleich nach der Schule hinauf in den Garten.
Enttäuscht stellten wir fest, dass unser kunstvoll angefertigtes Osternest noch immer leer war.
Ich weiß nicht wie viel Zeit inzwischen vergangen war, denn Kinder haben noch keinen richtigen Zeitbegriff, aber auf jeden Fall machten sich unsere Eltern inzwischen schon Sorgen.
Wir beide aber trotteten mit hängenden Köpfen den langen Weg durch den Garten und befürchteten, dass der Osterhase uns vergessen würde.
Als ich an unserer Wohnungstür klingelte, öffnete mein Vater mit finsterem Gesicht und kaum hatte ich den Tornister abgeschnallt, da wurde ich auch schon übers Knie gelegt.
Waren halt die Fünfziger!

Aber der Osterhase hat uns nicht vergessen.
Am Ostersonntag lag zwar nichts in unserem geheimen Nest, aber im Vorgarten hatte der Osterhase etwas für uns Kinder versteckt.

Samstag, 16. März 2013

Frühlingsahnen







Es ist ein leises Ahnen
Auf einmal in der Luft
Auf wolkengrauen Bahnen
Ein Hauch von Frühlingsduft

Das webt und schwebt im Zimmer
Es ist, man weiß nicht wie? 
Ist es ein heller Schimmer?
Ist`s eine Melodie?

Es stehn noch kahl die Bäume
Noch klingt kein Amsellied
Doch ziehen holde Träume
Voll Sehnsucht ins Gemüt

Es ist als ob am Morgen
Das Leben schöner wär
Und all die vielen Sorgen
Sie scheinen nicht so schwer

Das ist das leise Ahnen
Das zieht und lockt und lacht
Und bringt auf rosigen Bahnen
Den Frühling über Nacht


E. Ammerich


Ich denke, wir alle freuen uns nach dem langen dunklen Winter auf den Frühling.
Kurz war sein Gastspiel bisher gewesen, doch nun hat der Winter wieder das Zepter in die Hand genommen.
Morgen mache ich eine kleine Pause, dann beginne ich mit einem poetischen Frühlingsmärchen.


Eure Märchenfee 
      
   

  

Freitag, 15. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Ende



Sie wendet sich an ihre kleinen Untertanen.
Ihr wisst was zu tun ist.“
Eifrig läuft die kleine Gesellschaft auseinander.
Lucinda zieht ihre mit Schlamm verspritzten Schuhe
vor der Tür aus und folgt ihrer Gastgeberin ins Haus.
Unschlüssig steht sie da, denn mit ihren verschmutzen Kleidern will sie sich nicht setzen.
Lächelnd reicht ihr die Kräuterfee einen Umhang aus lauter Blüten.
Zieh deine schmutzigen Kleider aus, bis dein Bad bereitet ist, kannst du dich in diesen Umhang hüllen.“
Während die beiden Frauen sich unterhalten, schieben eifrige Kräuterlinge einen großen Holzzuber
durch die Tür.
Die Fee erhebt sich, schnippt mit den Fingern und der Zuber füllt sich mit warmen dampfendem Wasser.
Die putzigen kleinen Wesen kichern und wuseln hinaus.
Wieder öffnet sich die Tür und kleine Blumendamen schreiten im Gänsemarsch herein.
Jede von ihnen trägt einen Korb voller Rosenblüten.
Sie steigen abwechselnd auf einen kleinen Schemel und schütten den Inhalt ihrer Körbchen in das Wasser.
Der Raum füllt sich mit Rosenduft.
Die Blumendamen und auch die Kräuterfee lassen nun Lucinda allein und sie steigt in das wundervoll warme duftende Wasser.
Später bringt ihr die freundliche Fee ein wunderschönes Kleid aus Blüten gewebt und hilft beim Flechten der Haare.
Meeresprinz weiß inzwischen wo du bist und wird bald kommen und dich holen. Sei solange mein Gast.“
Spontan umarmt Lucinda die Fee.

Einige Tage später sitzt Lucinda im Gras umgeben von den kleinen Kräuterlingen und selbst Buchecker hat sich zu ihnen gesellt.
Doch lässt er lieber das Dichten, aber er ist auch nicht mehr beleidigt.
Ein fürchterliches Kreischen ist plötzlich zu hören und erschrocken flüchten sich die kleinen Wesen hinter Lucindas Rücken.
Eine Möwe landet dicht vor der jungen Frau.
Haben wir dich endlich gefunden.“
Lucinda aber beachtet sie gar nicht, denn sie sieht nun ihren Mann hoch zu Ross über die Wiese reiten.
Jubelnd springt sie auf.
Die Möwe die viel zu nahe steht, wird dabei umgeworfen und zeterte wieder mal lautstark los.
Sagte ich doch, kein Benehmen diese Meeresbewohner.“
Meeresheld aber springt vom Pferd und fängt seine Frau auf und hebt sie glücklich in die Höhe.
Langsam setzt er sie wieder auf den Boden und voller Liebe sehen sie sich in die Augen.
Lächelnd tritt die Kräuterfee zu ihnen.
Eine lange Suche hat nun ihr Ende gefunden.
Nun geht nach Hause und du Lucinda vertraue nicht jedem der freundlich zu dir ist. Erst prüfen, dann vertrauen.
Ach ja lieber Prinz, vergesst bitte dieses kreischende kleine Ungeheuer nicht.“
Das junge Paar bedankt sich bei der Fee und Meeresheld hebt seine Frau auf das Pferd, dann schwingt er sich selbst in den Sattel.
Die Möwe fliegt beleidigt neben ihnen her, sie hat sehr wohl gehört, was die Kräuterfee über sie gesagt hat und beschließt sobald sie in die Nähe einer Küste kommen, diese ungezogene unfreundliche Gesellschaft zu verlassen .

 
Große Freude herrscht im See, als das junge Prinzenpaar nach Hause kommt.

Wieder ist eine Geschichte zu Ende und ich hoffe, ich konnte Euch gut unterhalten.

Bis demnächst wieder 

 

Donnerstag, 14. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 28



Lucinda bleibt vor dem Moorland stehen und blickt den schmalen Weg entlang.
In der Ferne am Ende des Weges sieht sie das blühende Land der Kräuterfee schimmern.
Doch um dahin zu gelangen musste sie wohl erst einmal den schmalen Steg bezwingen.
Sie atmet noch einmal tief durch und betritt den engen Pfad.
Vorsichtig, Schritt für Schritt, balanciert sie durch das Moor.
Rechts und links blubbert und schmatzt es und immer wieder fliegt eine schlammig braune Gischt auf den Weg und mehr als einmal kommt Lucinda ins Taumeln.
Als sie die Mitte des Weges erreicht hat, taucht die Moorhexe neben ihr aus dem Schlamm auf.
Mit kreischendem Gekicher fasst sie nach ihrer Tasche und versucht sie ins Moor zu ziehen.
Lucinda kämpft verzweifelt, dann streift sie die Ledertasche von ihrer Schulter und beginnt zu laufen.
Von der Wucht der Tasche fällt die Hexe mit einem Schrei zurück ins Moor, dann setzt sie Lucinda nach.
Diese hat fast das Kräuterland erreicht, da verschwindet auf einmal der Weg vor ihr und das brodelnd Moor erscheint.
Mit einem mutigen Sprung auf die Wiese rettet sich die junge Frau und sinkt mit einem Weh laut zusammen.
Für kurze Zeit verliert sie das Bewusstsein.
Sie hört wispernde Stimmen, als sie wieder zu sich kommt.
Wer sie wohl ist? Oh wie ist sie schmutzig, voller Schlamm. Vielleicht ist sie die Moorhexe?“
Lucinda setzt sich auf und sieht lauter putzige kleine Männlein und Frauchen , die erschrocken zurück weichen.
Die Meeresprinzessin streicht sich das verschmutzte Haar aus dem Gesicht und lächelt die kleinen Kräuterlinge an.
Bist du ein Bär?“ fragt ein kleines Dingelchen, dass ein Wams aus blauen Brombeeren trägt.
Nein, ich bin die Meeresprinzessin Lucinda, aber die Moorhexe hat mich voller Schlamm bespritzt.“
Sie sieht an ihrem Kleid herab.
Du hast recht, ich sehe aus wie ein Braunbär.“
Zutraulich kommen die kleinen putzigen Wesen näher.
Plötzlich ertönt eine Stimme von oben.

Ich bin eine Prinzessin, ist das nicht fein
Wenn ich so hässlich wäre wie du, möchte ich
keine sein
Hast wohl gebadet im Moor
so kommt es mir vor
Im ganzen Land
ist so eine hässliche Prinzessin nicht bekannt.

Lucinda sieht nach oben und erblickt ein winziges Kerlchen, das mit dem Kopf nach unten auf einem Ast schaukelt.
Auf dem Kopf trägt es eine halbe Buchecker.
Und während es heftig hin und her schaukelt, kommt auch schon das nächste Gedicht:


Nun hat sie mich entdeckt
was habe ich mich erschreckt
wie ein Zotteltier siehst du aus
was willst du von uns, welch ein Graus“

Eine stämmig kleine Frau mit einem Kleid aus Kastanien kommt jetzt über die Wiese.
Ach halt den Schnabel, Buchecker, deine Gedichte werden auch nicht besser, wenn du noch so viele von dir gibst.“
Mit einem Schwung bringt sich der kleine Dichter nach oben und sitzt nun auf dem Ast.
Und dann tönt das nächste Gedicht:
Liebe Tanie, du bist ja nur ärgerlich
weil dir nie gelingt so ein Gedicht
Denn nur wo Geist und Weisheit besteht
Entsteht ein begnadeter Poet.“

Lucinda zwinkert Tanie zu, dann beginnt sie:

An meines Vaters königlicher Tafel
würde man dich verspotten, wenn du so schwafelst
berühmte Minnesänger und Dichter trugen ihre Werke vor
voller Geist, Witz und Humor
über deine dummen Sprüche
würde nicht mal lachen die Mäuse in der Küche“

Die kleinen Kräuterlinge jubeln und klatschen in die Hände.
Buchecker aber verzieht sich beleidigt in den Gipfel des Baumes.
Lucinda sieht ihm bedauernd nach.
Nun habe ich ihn beleidigt.“
Tanie winkt ab.
Der ist nie lange böse und außerdem er war ja nicht sehr höflich zu dir. Aber nun komm, wir bringen dich zur Kräuterfee und du wirst sehen nach einem schönen Bad fühlst du dich wieder wohler.“
Lucinda erhebt sich und begleitet von den kleinen Wesen wandern sie über die Wiese.
Vor einem schmucken kleinem Häuschen werden sie von der Kräuterfee erwartet.
Lächelnd streckt sie ihr die Hand entgegen.
Frau Holle hat mir vor einiger Zeit schon deine Ankunft angezeigt.“
Schmunzelnd betrachtet sie Lucinda.
Du hast wohl eine Begegnung mit der Moorhexe gehabt?"


Mittwoch, 13. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 27


Meeresheld durchstreift das ganze Haus auf der Suche nach Lucinda, dann kehrt er in den Wohnraum zurück, in dem Frau Holle in ihrem gemütlichen Sessel schläft.
Mit schief geneigtem Kopf betrachtet die Möwe die Schlafende.
Plötzlich erhält sie einen leichten Schlag und schlittert quer durch den Raum.
Empört und leise vor sich hin maulend zupft sie wieder einmal an ihren Federn herum.
Über das Gesicht der Schlafenden gleitet ein Lächeln.
Meeresheld aber grinst.
Das kommt davon, wenn man immer so neugierig ist.“
Der Vogel ignoriert ihn beleidigt.
Ein zartes Klingeln ertönt und der Tisch deckt sich mit den herrlichsten Speisen.
Erst jetzt merkt der Prinz wie hungrig er ist und greift wacker zu.
Ein Blick aus dem Fenster zeigt ihm, dass die Nacht ihren schwarzen Mantel über das Land gebreitet hat und er gähnt herzhaft.
Wie durch Zauberhand liegt plötzlich ein weiches Fell auf dem Boden.
Meeresheld macht es sich bequem und schläft bald tief und fest.
Die Möwe, neben der ein Eimer mit Fischen aufgetaucht ist und die sich nun herrlich satt fühlt, kuschelt sich auf den Boden, steckt den Kopf unter die Federn und schläft ebenfalls.
Am nächsten Tag erscheint wieder für beide ein Frühstück und neben der Tasse des Prinzen liegt eine Nachricht, die ihm genau erklärt, wo seine Liebste sich jetzt befindet.
Bevor Meeresheld geht, beugt er sich über die schlafende alte Dame und gibt ihr einen Kuss auf die Wange.
Diese errötet und lächelt im Schlaf.

Dienstag, 12. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 26



Die Frau des Nordwinds hat ihr warme Kleidung gegeben und sie zu Frau Holle geschickt.
Leider wurde sie vom weißen Wolf verfolgt.“
Oh nein!“ ruft Meeresheld verzweifelt.
Beruhige dich, Frau Nordwind hat ihre Kinder Schneeflocke, Graupel und Hagel hinterher geschickt und da die drei friedlich schlummernd in der Höhle liegen, konnten sie Lucinda bestimmt helfen.“
Meeresheld steigt auf sein Pferd.
Er reißt so fest an den Zügeln, dass Wotan empört wiehernd in die Höhe steigt und auf den Hinterbeinen tänzelt.
Beruhigend klopft Meeresheld seinen Hals und zögernd kommt das Pferde wieder auf die Erde.
Es wirft seinen Kopf nach hinten und wirft seinem Herrn ein vorwurfsvollen Blick zu.
Entschuldige mein Alter,“ lacht der Wasserprinz.
Wotan schüttelt die Mähne und schnaubt ärgerlich, dann trabt er los.
Halt, halt nehmt mich mit!“ ruft die Möwe.
Heftig mit den Flügel schlagend folgt sie dem Rappen und krallt sich mühsam am Sattelknopf fest.
Beinahe wäre sie abgestürzt, wenn Meeresheld nicht schnell zugegriffen hätte.
Er setzt ihn vor sich auf den Hals des Pferdes, ohne die Geschwindigkeit zu verringern.
Die Möwe wird heftig hin und her geschaukelt bei dem wilden Ritt und verkündet lautstark sein Missfallen.
Sie erreichen Frau Holles Gebiet kurz bevor es dunkel wird.
Meeresheld springt vom Pferd und setzt den Vogel auf dem Boden ab.
Dieser torkelt wie betrunken hin und her, zupft an seinen zerzausten Federn und schimpft leise vor sich hin.

Montag, 11. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 25



Mit seinem treuen Ross am Zügel schwimmt Meeresheld durch die Gewässer und geht kurz vor dem schwarzen Meer an Land.
Im Gebiet der Eishexe scheint alles zu schlafen.
Die Hufe Wotans klicken fröhlich über die Eisfläche, als sie vorbei an den schlafenden Wächtern durch das Schloss der Eishexe reiten.
Doch nirgends eine Spur von Lucinda, außer den schlafenden Eisgeschöpfen war niemand im Schloss.
Ebenso fand er in der Höhle des Nordwinds nur ihn und seine Familie schlafend vor.
Auch hier würde er nichts über seine Frau erfahren können.
Er verlässt die Höhle und lenkt sein Pferd über die rutschende Eisfläche, als er plötzlich hinter sich eine Stimme kreischen hört.
Halt, halt, halt doch mal!“
Eine Möwe flattert heran und lässt sich auf der Mähne von Wotan nieder.
Dieser schüttelt unwillig den Kopf und die Möwe prallt auf den harten eisigen Boden.
Au!“ schreit sie empört, „ ihr Meeresbewohner seid schon ein selten ungehobeltes Völkchen. Schon deine Frau war ein entsetzliches vorlautes Ding!“
Meine Frau? Du bist Lucinda begegnet!“
Meeresheld springt vom Pferd und streckt der Möwe die Hand hin und hilft ihr auf die Beine.
Diese schüttelt sich und zupft ihre zerzausten Federn zurecht.
Eigentlich sollte es mich ja nicht kümmern, die Begegnung mit euch Meeresbewohnern bringt mir nichts wie Ärger.“
Meeresheld lächelt.
Ich entschuldige mich für mein Pferd, es hat sich nur erschrocken. Aber bitte, wenn du etwas von Lucinda weißt, dann sage es mir!“
Nun, ich will mal nicht so sein,“ meint die Möwe gönnerhaft.
Als deine Frau hier an Land kam, wurde sie von dem weißen Wolf gejagt, der sie zur Eishexe bringen sollte. Ich habe ihr geholfen und sie zum Nordwind gebracht und mir dadurch den Zorn der Eishexe zugezogen und musste mich verstecken, bis sie endlich in den Winterschlaf fiel.“
Aber wo befindet sich denn Lucinda jetzt? In der Höhle des Nordwinds habe ich sie nicht gefunden.“
Die Möwe wirft ihm einen spöttischen Blick zu.
Natürlich nicht! Was soll sie denn dort, den anderen beim Schlafen zu schauen?“
Ja, aber wo ist sie!“




Sonntag, 10. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 24



Sofort richtet sich der Groll des Wassermannes auf die hübsche Nixe.
Du Satansbrut!“ schnaubt er und richtete drohend seinen Dreizack auf Liana.
Nein!“ schreit Perlweiß und fällt ihm in den Arm.
Der Blitz, der Liana vernichten sollte, fährt neben sie in die gläserne Wand, die klirrend zerspringt.
Liana rettet sich mit einem Sprung und blickt ängstlich auf den wütenden Wassermann.
Hilfesuchend blickt sie zu Meeresheld, der sich aber verächtlich abwendet.
Algengrün wirft seiner Frau einen zornigen Blick zu, doch als er in ihre traurigen Augen sieht, wird sein Blick milder.
Nun gut, du verräterische Schlange!“ fährt er Liana an, „ dass du noch lebst, hast du nur Perlweiß zu verdanken. Wir wissen, dass Eloise deine Mutter war und nur, weil ihr Blut durch deine Adern fließt, konntest du ungehindert die Grenze zu unserem Land überschreiten. Das hat sich Silvana fein ausgedacht. Ich werde dir diese Kraft rauben!“
Ein kurzer Schlenker mit dem Dreizack und ein Blitz fährt durch Lianas Körper.
Wieder ein Schlenker und eine Schlingpflanze wendet sich wie eine Schlange um den Körper der Nixe.
Hilflos liegt sie am Boden, die Augen angstvoll aufgerissen und als sie den Mund öffnet kommt eine klägliches Gekrächze heraus.
Algengrün lacht.
Ja, ich habe dir auch deine betörende Stimme genommen. Deine Patin soll doch ihre Freude an dir haben.“
Er befiehlt zwei Soldaten:
Nehmt diesen Abschaum und werft sie über die Grenze der Meerhexe!“
Vater?“
Seerose legt bittend ihre Hand auf seinen Arm.
Sollten wir den Delfin nicht hier gesund pflegen?“
Der Wassermann nickt und befiehlt:
Nehmt einen Wagen mit und bringt den verletzten Delfin hierher, am besten nehmt einen der großen Wagen, denn sicher will auch seine Freundin, die Schildkröte mitkommen.“
Danke, Papa!“ jubelt Seerose und gibt ihm einen Kuss.
Darf ich sie begleiten?“
Der Wassermann nickt.
Als die Soldaten und Seerose zusammen mit der Gefangen das Zimmer verlassen, herrscht gedrückte Stimmung.
Perlweiß rollen die Tränen über die Wangen und Algengrün läuft aufgeregt auf und ab.
Es macht ihn immer unsicher, wenn seine Frau weint.
Um sich abzulenken, richtet er mit grimmigem Gesicht den Dreizack auf die Glassplitter und wie durch unsichtbare Hände fügen sich die Teilchen wieder zusammen und nehmen ihren alten Platz in der Wand ein.
Meeresheld springt auf.
Ich werde an Land gehen und Lucinda suchen.
Wenn ich mir vorstelle, dass die Arme jetzt schon wochenlang auf dem Land herum irrt.“
Sachte mein Junge,“ brummt Algengrün, froh von seiner weinenden Gattin abgelenkt zu werden.
Deine Frau ist nicht dumm und es sind eine Menge guter Geister im Land unterwegs, die ihr helfen werden.“
Meeresheld nickt etwas beruhigt.
Ich werde im Reich der Eishexe mit meiner Suche beginnen.“
Er verabschiedet sich von seinen Eltern.
Seine Augen blitzen voller Hoffnung.
Ich werde nicht ohne Lucinda zurück kommen!“ verspricht er.




Samstag, 9. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 23



Atemlos erreicht sie den Kristallpalast.
Perlweiß erblickt sie zuerst.
Liebes, du bist ja ganz außer Atem, was ist denn geschehen?“
Mama, komm ganz schnell zu Papa und Meeresheld!“
Algengrün und sein Sohn sehen erstaunt auf, als die Meeresprinzessin hastig den Raum betritt.
Sie sind es von der sanften Seerose nicht gewohnt, dass sie sich ungestüm benimmt.
Plötzlich stößt Meeresheld einen Schrei aus.
Das ist ja Lucindas Amulett! Woher hast du es?“
Ruhig, lieber Bruder.“
Seerose reicht ihm das Schmuckstück und berichtet nun was sie von der Schildkröte und dem Delfin erfahren hat.
Perlweiß ist sehr traurig.
Ich hätte nie gedacht, dass Liana so falsch ist.
Sie ist also die Tochter meiner geliebten Eloise?“
Ja, aber ihr Vater ist der Schwarze Tiger, einer der schlimmsten Piraten und erzogen wurde die von der Meerhexe.,“ grollt Algengrün.
Seine Augen schießen Blitze.
Ich werde sie zermalmen, wenn sie zurück kommt!“
Nein, Liebster!“ ruft Perlweiß verzweifelt.
Meeresheld, der still und gedankenverloren auf seinem Stuhl gesessen hat, hebt den Kopf.
Wenn Lucinda der Meerhexe entkommen ist, dann irrt sie vielleicht hilflos durch das Land, oder die Eishexe hält sie gefangen.
Vergiss nicht, der Nordwind ist mein Bruder, er hat ihr sicher geholfen.“
Perlweiß legt ihm tröstend die Hand auf die Schulter.
Pah! Wir wollen es hoffen!“ grummelt Algengrün, der den wilden Verwandten seiner Frau nicht besonders mochte.
Perlweiß wirft ihrem Mann einen finsteren Blick zu und es wäre wohl zu einem erbitterten Streit gekommen, wenn nicht in diesem Moment Liana lieblich und strahlend den Raum betreten hätte.



Freitag, 8. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 22



Halt, warte doch!“ ruft eine heisere Stimme und das Mädchen kommt zurück.
Eine riesige Schildkröte paddelt aus dem Wrack.
Du bist doch die Tochter des Wassermannes,“ brummelt sie.
Wird auch Zeit, dass ihr bei uns vorbei schaut.
Ich bin viel zu alt für den weiten Weg zu euch.
Außerdem musste ich mich um meinen Freund, den Delfin kümmern, der sehr schwer verletzt war und viele Wochen mit dem Tode rang.
Komm mit!“
Sie wendet sich um und überlässt es Seerose ihr zu folgen.
Sie schwimmen durch das Wrack und gelangen in einen Raum in dem der Delfin liegt.
Sein ganzer Körper ist bedeckt mit frisch verheilten Narben.
Doch seine Augen sind klar und blicken ihnen voller Neugier entgegen.
Die Schildkröte macht sie miteinander bekannt und nun erfährt Seerose die abenteuerliche Flucht von Lucinda und auch welch böse Rolle Liana bei der Entührung gespielt hat.
Ich habe etwas für dich,“ ächzend dreht der kranke Fisch sich auf seinem Lager um und als er sich wieder umwendet, baumelt von seiner spitzen Nase das Amulett von Lucinda.
Das hat die Prinzessin auf ihrer Flucht verloren und wir haben es in Sicherheit gebracht.“
Seerose nimmt das Amulett, gibt dem Delfin einen dicken Kuss, was diesen ganz verlegen macht, tätschelt der alten Schildkröte den Kopf und schwimmt so schnell es geht nach Hause.



Donnerstag, 7. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 21


Trübsinnig sitzt Meeresheld mit seiner Famile im Speisesaal und stochert lustlos in seinem Essen herum.
Dann wirft er die Gabel weg und vergräbt den Kopf in beiden Händen.
Viele Wochen sind seit Lucindas Verschwinden vergangen.
Alle Gewässer und Meere haben sie durchforscht, doch niemand hat die Meeresprinzessin gesehen.
Lucinda, mein Liebling, wo bist du!“ stöhnt der junge Prinz.
Das einzige Gebiet, das wir bisher noch nicht untersucht haben, ist das Gebiet der Meerhexe,
aber wie soll sie denn dorthin gelangt sein,“
murmelt Algengrün.
Nun, vielleicht war sie neugierig, da es doch verbotenes Gebiet ist. Obwohl ich eher glaube, dass sie zurück auf die Erde ist. Schließlich ist sie ein Menschenkind,“ meint Liana spöttisch.
Meeresheld hebt den Kopf.
Hat sie dir gesagt, dass sie hier unten unglücklich ist?“ flüstert er tonlos.
Liana nickt und ein kurzes triumphierendes Lächeln gleitet über ihr Gesicht, das aber niemand außer Seerose bemerkt, die der Nixe immer noch nicht vertraut.
Unsinn!“ ruft Perlweiß energisch,
Lucinda war niemals unglücklich bei uns, dafür liebt sie Meeresheld viel zu sehr.
Außerdem konnte sie doch jederzeit ihre Eltern besuchen.“
Liana verlässt unbemerkt den Raum.
Sie will ihre Patin besuchen, vielleicht weiß diese ja inzwischen etwas von Lucinda. Zu ärgerlich, dass diese verhasste Prinzessin entkommen ist.
Seerose hat als einzige ihr Verschwinden bemerkt und beschließt ihr zu folgen.
Durch den Tunnel erreichen sie den Fluss und nun geht es durch See, Flüsse und Meere in das schwarze Meer.
Wie erstaunt ist Seerose, als sie sieht, wie Liana ohne Schwierigkeiten in das Reich der Meerhexe gelangt.
Nun dorthin kann sie ihr nicht folgen.
Sie versteckt sich hinter einem alten Schiffswrack und will dort auf die Rückkehr der Nixe warten.
Große Augen schauen plötzlich durch ein zersplittertes Loch in der Schiffswand und Seerose schreit erschrocken auf und will flüchten.
Halt, warte doch!“ ruft eine heisere Stimme und das Mädchen kommt zurück.
Eine riesige Schildkröte paddelt aus dem Wrack.

Mittwoch, 6. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 20

Einige Wochen später.
Immer spärlicher fallen die Schneeflocken, immer häufiger muss Frau Holle gähnen und manchmal sitzt sie in ihrem Sessel und schnarcht leise.
Kind, es ist soweit,“ meint sie eines Tages.
Ich werde dir den Weg zur Kräuterfee erklären. Sie kann dir bestimmt weiter helfen.“
Auf der großen Glaskugel erscheint nun eine wunderschöne blühende Landschaft.
Das Reich der Kräuterfee.
Frau Holle erklärt Lucinda ganz genau, wie sie zu gehen hat.
Ein Schnippen mit den Fingern und die Bilder verschwinden.
Hast du dir alles gut gemerkt?“
Die Meeresprinzessin nickt.
Pass gut auf, wenn du durch das Gebiet der Moorhexe kommst, auch sie ist eine Schwester der Eishexe und genauso verschlagen wie diese.
Ein Schritt daneben und sie zieht dich in die Tiefe.“
Liebevoll streicht die alte Frau Lucinda über die Wange.
Ich habe dich sehr lieb gewonnen, mein Kind, passe gut auf dich auf.
Ich spüre der Frühling ist erwacht und bald wird der Winter ihm das Zepter überreichen.
Wenn ich eingeschlafen bin, dann mach dich auf den Weg.“
Sie reicht ihr ein weißes Tischtuch.
Wenn du mit den Fingern schnippst, wird es sich mit den herrlichsten Speisen decken.
Aber nun geh und packe dein Bündel.“
Sie umarmt die junge Frau und wendet sich ab.
Als Lucinda aus ihrer Kammer kommt, liegt die alte liebe Frau Holle auf dem Sofa und schläft tief und fest.
Seufzend wendet sie sich ab.
Nun ist sie wieder ganz auf sich allein gestellt.
Leise huscht sie durch den Garten.
Als sie an dem weißen Wolf vorbei kommt, hebt dieser den Kopf.
Seine roten Augen sind nur noch schmale Schlitze.
Erschrocken bleibt Lucinda stehen, doch als der Kopf des Untieres wieder zurück sinkt und es leise zu Schnarchen anfängt, atmet sie erleichtert auf.
Mit schnellen Schritten entfernt sie sich aus Frau Holles Land.
Nach vielen Tagen der Wanderung kommt sie in das
Land der Moorhexe.
So weit das Auge reicht breitet sich das braune schlammige Moor vor ihr aus.
Leise blubbernd steigen Blasen auf und zerplatzen mit lautem Knall.
Schaudernd blickt Lucinda auf das unwirtliche Land, durch das nur ein schmaler Weg führt.
Es hilft nichts, sie muss da durch.



Dienstag, 5. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 19



Als Lucinda am nächsten Morgen erwacht findet sie frische Kleider und eine Schüssel mit warmen Wasser vor.
Wenig später betritt sie vergnügt und voller Zuversicht die Küche, in der Frau Holle sitzt und gedankenverloren in ihre Tasse schaut.
Guten Morgen!“ ruft Lucinda fröhlich.
Frau Holle hebt den Kopf und lächelt kläglich.
Ach Kindchen, so gut ist der Morgen gar nicht.
Sieh doch einmal aus dem Fenster.“
Die junge Frau schiebt die zarten weißen Gardinen zur Seite und späht in den Garten.
Draußen vor dem Zaun liegt der weiße Wolf und seine roten Augen sind direkt auf sie gerichtet.
Erschrocken tritt sie zurück.
Ja,ja,“ seufzt die gute Frau Holle, „ er hat sich dort draußen niedergelassen und wird wohl nicht weichen.
Aber keine Angst hier kann er dir nichts tun.“
Niedergeschlagen setzt sich Lucinda.
Alle Fröhlichkeit hat sie verlassen.
Die alte Dame tätschelt ihre Hand.
Dann bleibst du eben bei mir.“
Begeistert schlägt sie die molligen Hände zusammen.
Ja, das ist schön! Und ich habe liebe Gesellschaft.
Auch kannst du mir beim Ausschütteln der Betten helfen, denn wir müssen doch Schneeflocke unterstützen. Oh, du wirst sehen, wir werden eine herrliche Zeit zusammen haben!“
Lucinda lächelt kläglich und versucht die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.
Gerne helfe ich euch, aber ich werde meinen geliebten Mann dann nie wiedersehen.“
Ach papperlapap, natürlich wirst du ihn wiedersehen! Du musst doch nicht für immer hier bleiben. Bald kommt der Frühling und wir Winterwesen werden dann schlafen, auch der weiße Wolf wird einschlafen, dann kannst du dich auf den Weg machen zu deinem Mann.“
Lucinda atmet tief durch und wischt sich heimlich die Tränen ab,
Du hast recht liebe Frau Holle, komm lass uns die Betten ausschütteln!“
So gefällst du mir,“ schmunzelt die alte Dame,
aber nicht so schnell, erst wollen wir gemütlich frühstücken.“
Sie schnippt mit dem Finger und der Tisch ist gedeckt.