Freitag, 29. März 2013

Osterglocken





Osterglocken


Blinzelt die Sonne zum Fenster herein
Hüllt mit ihrem flimmernden Schein
In Gold das ganze Zimmer,
schmückt das Fenster ein Blumenflor
Schauen lachende Blüten hervor
In den wärmeren Schimmer

Wie blühen und duften im Sonnenschein
Die gelben Glöckchen so zart und fein
Oh wie können die Läuten,
Hört ihr den silbernen Klang
So leise und fern wie Engelsgesang
Sag was kann es deuten?

Flimmernde Sonne, silberner Klang
früh am Morgen ein Vöglein sang
Sang aus voller Kehle
Ist heute nicht ein Feiertag
Drum freu sich, wer sich freuen mag
Lob und freu dich Seele


E. Ammerich


Mit diesem Gedicht und der Hoffnung auf wärmeres Wetter möchte ich Euch ein schönes Osterfest wünschen
Ich werde über Ostern eine kleine Pause machen, dann gibt es wieder neue Geschichten.

 Frohe Ostern!

Eure Märchenfee
 





Donnerstag, 28. März 2013

Wie ich wegen dem Osterhasen einmal den Hintern versohlt bekam






Wir wohnten in einem Mietshaus, das einem Bauern gehörte und hinter dem sich ein riesiger Obstgarten befand.
Der Garten war so groß, dass sich Jahre später die Erben drei Bungalows auf das Grundstück bauten.
Für uns Kinder war dieser Garten ein richtiges Paradies und wir durften darin nach Herzenslust spielen.
Eines Tages, zwei Wochen vor Ostern, bauten mein kleiner Freund, der auch in dem Haus wohnte und ich im hintersten Winkel des Gartens unter einem Holzstoß ein Osternest.
Wir erzählten niemanden davon, das war unser großes Geheimnis,von dem nur wir und wohl auch der Osterhase wussten.
Jeden Nachmittag liefen wir hinauf zu unserem Geheimversteck und waren schrecklich enttäuscht, als wir das Nest leer fanden.
Doch unser Glaube an den Osterhasen ließ sich durch nichts erschüttern.
Es war ja auch noch ein wenig hin bis Ostern, sicher war der Osterhase zu beschäftigt.
Schließlich musste er doch alle die Eier bemalen.
Doch kurz vor den Osterferien wurden wir doch leicht ungeduldig.
Und statt am Nachmittag liefen wir zwei Erstklässler gleich nach der Schule hinauf in den Garten.
Enttäuscht stellten wir fest, dass unser kunstvoll angefertigtes Osternest noch immer leer war.
Ich weiß nicht wie viel Zeit inzwischen vergangen war, denn Kinder haben noch keinen richtigen Zeitbegriff, aber auf jeden Fall machten sich unsere Eltern inzwischen schon Sorgen.
Wir beide aber trotteten mit hängenden Köpfen den langen Weg durch den Garten und befürchteten, dass der Osterhase uns vergessen würde.
Als ich an unserer Wohnungstür klingelte, öffnete mein Vater mit finsterem Gesicht und kaum hatte ich den Tornister abgeschnallt, da wurde ich auch schon übers Knie gelegt.
Waren halt die Fünfziger!

Aber der Osterhase hat uns nicht vergessen.
Am Ostersonntag lag zwar nichts in unserem geheimen Nest, aber im Vorgarten hatte der Osterhase etwas für uns Kinder versteckt.

Mittwoch, 27. März 2013

Aurelia Ende






Gernot und der Wichtel laufen nun schnell zum Schmetterlingsland.
Das Tor ist verschlossen und dahinter türmen sich Steine zu einer Mauer auf.
Sie rütteln an dem Gitter und rufen, doch nichts rührt sich.
Der Garten ist wie ausgestorben.
Frau Eule fliegt heran.
Die ganze Aufregung heute bringt sie wirklich um ihren Schlaf.
Wurzel hat sich schon gedacht, dass ihr Hilfe braucht.“
Eusebia kichert.
Sie hat die herum schleichenden Kobolde aufgescheucht und treibt sie nun wie eine Herde Schafe zurück ins Koboldreich. In der Haut von
Unwirsch möchte ich jetzt nicht stecken.
Aber nun kommt, ich bringe euch über die Mauer.“
Sie nimmt die zwei Freunde auf ihren Rücken und
setzt sie im Garten ab.
Hier könnt ihr alleine weiter und ich will nun endlich schlafen!“
Mit rauschenden Flügel fliegt sie über die Mauer und verschwindet im Wald.
Der Elfenkönig und der Wichtel aber streifen durch den Garten.
Es ist ruhig, kein Lebewesen ist zu sehen, kein Laut zu hören.
Selbst das Schloss ist leer.
Ratlos setzen sie sich auf die breiten Stufen vor dem Schloss.
Wo können sie nur sein? Sie müssen sich irgendwo versteckt haben?“ grübelt Gernot.
Springinsfeld grinst.
Lass uns den Schutzwall vor dem Tor abbauen und möglichst viel Lärm machen.
Wichtel sind sehr neugierig.“
Sie tragen nun Stein für Stein ab und lassen sie polternd neben dem Tor zu Boden fallen.
Dabei machen sie mehr Lärm, als nötig.
Als sie ein Rascheln hinter sich hören, grinsen sie sich an, drehen sich aber nicht um.
Springsinsfeld!“ jubelt ein Wichtel.
Es ist Spoki, sein Bruder, um seinen Hals hängen noch einige Spinnweben.
Glücklich umarmen sich die Brüder.
Schnell wird erzählt, dann laufen sie zum Maulwurfshügel.
Weißbart späht heraus, doch als er sieht, wer da angelaufen kommt, klettert er flugs heraus.
Sie entfernen die restlichen klebrigen Spinnweben,
dann klettert Spoki zurück, um die Anderen zu holen.
Bald kommen sie heraus.
Die Ersten noch zögernd, doch dann geht es ganz schnell.
Aurelia verlässt als Letzte das unterirdische Gebäude.
Sie hat sich noch von Spitznase verabschiedet und sich bedankt.
Der Maulwurf ist froh wieder seine Ruhe zu haben.
Gernot strahlt , als er seine wunderschöne Braut erblickt und liebevoll nimmt er sie in die Arme.
Aurelia beginnt zu singen, so schön und jubilierend wie schon lange nicht mehr.
Die kleinen Wesen tanzen ausgelassen durch den Garten.
Die Vögel im Wald beginnen erst leise dann immer lauter zu zwitschern.
Dazwischen hört man das zornige „Ruhe!“ von Frau Eule.
Die Sonne lacht voller Glück auf die kleine Schar herunter.
Schließlich hat auch sie geholfen, das Zauberland zu retten.
Unwirsch aber wurde vom großen Elfenkönig ernstlich verwarnt und Wurzel hat ihm auch ganz schön die Leviten gelesen.



Die Hochzeit von Aurelia und Gernot wird bald gefeiert und das ganze Zauberland feiert mit.
Die Kräuterhexe bekommt ein extra großes Glas Honigmet und Springinsfeld behauptet, er hätte sie
sogar Lächeln gesehen.


Ich habe mir gedacht, ich muss mich wohl selber auf den Weg machen, um für Unwirsch die passende Frau zu finden, sonst ist nie Ruhe in Zauberland.
Nach den Osterfeiertagen werde ich euch davon erzählen.
Vorher möchte ich noch eine kleine Erinnerungsgeschichte und
natürlich eines der wunderschönen Gedichte von Frau Ammerich, der Jugendfreundin meiner Schwiegermutter hier einstellen. 

Eure Märchenfee








Dienstag, 26. März 2013

Aurelia Fortsetzung 7







Nach einem langen wohltuenden Schlaf erwacht Gernot.
Er stellt sich an den offenen Eingang.
Es ist seltsam die Welt von dieser Höhe aus zu betrachten.
Die Sonne erhebt sich aus ihrem Bett und vertreibt die letzten Fetzen der Nacht.
Die Vögel ringsum rumoren in ihren Nestern und einige sind schon unterwegs zur Futtersuche.
Doch ihr fröhliches Gezwitscher, mit dem sie jeden Morgen Frau Sonne begrüßen, ist heute nicht zu hören.
Eichkätzchen laufen an den Baumstämmen hinunter und verschwinden, sich immer wieder ängstlich umsehend, im Unterholz.
Es liegt eine gespenstische Stille über dem Wald.
Unwirsch hat mit seiner Bosheit, Angst und Traurigkeit in das fröhliche glückliche Zauberland gebracht.
Gernot presst grimmig die Lippen aufeinander.
Er würde diesem Treiben ein Ende setzen und sollte er dafür mit dem Leben bezahlen.
Er stellt sich auf die Zehenspitzen, um einen Blick auf das Schmetterlingsreich zu werfen.
Auch hier herrscht eine gespenstische Stille, als wäre das Land in einem Dornröschenschlaf gefallen.
Ein Rauschen kündet die Eule an.
Gernot tritt beiseite, damit sie in die Höhle schlüpfen kann.
Sie hat den Schnabel voller Blüten und lässt sie auf den Boden fallen.
Ich habe euch Frühstück mitgebracht. Mäuse wollt ihr ja sicher nicht essen,“ lacht sie.
Igitt! Wir sollen Mäuse essen!“
Springinsfeld sitzt auf dem Bett und reibt sich verschlafen die Augen.
Dummerchen, ich habe euch frische Blüten mitgebracht, hängen sogar noch Tautropfen dran.“
Hmm, prima!“
Der Wichtel springt aus dem Bett und stürzt sich auf die Mahlzeit.
Der Elf steht wieder am Eingang und sieht sinnend hinaus.
Frau Eule stellt sich neben ihn.
Wurzel lässt dir ausrichten, du sollst keine Angst haben. Sie weiß, du wirst es schaffen. Auch soll ich dich an dein Versprechen erinnern, was immer das auch ist.“
Gernot nickt ernst.
Ich soll Kalypso nicht töten.“
Pah!“
Die Eule schüttelt den Kopf.
Wir werden dir die Kobolde vom Leib halten,
Aber nun iss, bevor der Vielfraß dort hinten dir alles weg isst. Du brauchst deine ganze Kraft!“
Springinsfeld läuft rot an und zieht schnell die Hand zurück, mit der er nach der letzten Blüte greifen will.
Die Eule beäugt ihn spöttisch.
Ich werde jetzt schlafen, weckt mich bevor ihr los zieht.“
Sie wackelt zu ihrem Bett, dann hebt sie lauschend den Kopf.
Hätte nicht gedacht, dass ich das Federvieh mit seinem Gezwitscher einmal vermissen werde.“
Kopfschütteln macht sie es sich bequem und bald verkünden kleine Schnarchtöne, dass sie schläft.
Nachdem sich Gernot auch gestärkt hat, setzen sich die beiden Freunde vor der Höhle auf einen Ast.
Sie bleiben nicht lange allein.
Ein Buchfink - Weibchen setzt sich zu ihnen auf einen kleinen Schwatz.
Eine Goldammer gesellt sich dazu.
Ein Kleiber klettert vergnügt den Stamm hinauf und hinunter. Er kann nicht lange still sitzen.
Später kommt noch ein Rotkehlchen, ein
schüchterner kleiner Zaunkönig, eine Blaumeise, ein Sperling und eine Lerche.
Der ganze Baum ist voll mit Vögeln.
Sie schwatzen und lachen, sprechen Gernot Mut zu
und veranstalten einen entsetzlichen Lärm.
Der Elfenkönig befürchtet schon, Frau Eule würde aufwachen.
Doch seltsamerweise rührt sich nichts in der Wohnung.
So vergeht die Zeit wie im Fluge und mit einem Blick zum Himmel stellt Gernot fest, dass die Sonne sich ihrem höchsten Stand nähert.
Wir müssen aufbrechen,“ murmelt er.
Sofort verstummt das fröhliche Geschnatter.
Der Eichelhäher räuspert sich.
Wir wünschen dir viel Glück!“
Viel Glück! Viel Glück! Viel Glück!“ ertönt es ringsum und die Vögel fliegen davon.
Kaum sind sie weg, steckt Frau Eule ihren Kopf heraus.
Na endlich! Es kann doch niemand schlafen bei diesem Lärm,“ brummt sie, aber sie sieht nicht böse aus.
Es wird Zeit mein Junge!“
Gernot und Springinsfeld klettern auf den Rücken des Vogels und dieser setzt sie auf dem Waldboden ab.
Viel Glück ihr beiden, ich werde in der Nähe
bleiben.“
Die Eule fliegt davon.
Der Elfenkönig und sein Freund gehen schweigend nebeneinander durch den Wald.
Plötzlich steht ein Fuchs vor ihnen.
Viel Glück Gernot, du rettest nicht nur Aurelia, sondern uns alle.“
Er dreht sich um und verschwindet im Unterholz.
Es raschelt und die spitze Nase des Fuchses taucht wieder auf.
Übrigens, wir werden dir die lästigen Kobolde vom Leibe halten.“
Er grinst verschmitzt.
Die können vielleicht laufen!“
Dann ist er verschwunden.
Gernot fühlt sich auf einmal sehr stark.
Das Vertrauen seiner Freunde gibt ihm Kraft.
Ein Blick zur Sonne zeigt ihm, dass diese sich immer mehr dem Zenit nähert.
Er nimmt Springinsfeld am Arm.
Komm, wir laufen das letzte Stück.“
Sie spurten los und erst, als sie Kalypso angekettet am Felsen sehen, werden sie langsamer.
Hinter einem großen Stein gehen sie in Deckung.
Gernot legt Springinsfeld die Hand auf die Schulter.
Mein Freund, ich bin sehr froh, dass du mich begleitet hast. Ich brauche deine Hilfe!
Während ich versuche mich so nah wie möglich an den Drachen heranzuschleichen, musst du ihn ablenken. Bringe ihn aber dazu, dass er in meine Richtung blickt, damit ich ihm den Sonnenstrahl direkt ins Auge lenken kann.
Aber hüte dich vor dem Feuer. Viel Glück!“
Sie umarmen sich stumm und der Wichtel verschwindet im hohen Gras.
Der Elfenkönig nimmt die Kristallkugel fest in die Hand und schleicht an den Drachen heran, bis er fast seine Nase berührt.
Springsinsfeld springt aus seinem Versteck, hüpft vor dem Drachen herum, wedelt mit beiden Armen und brüllt.
Fang mich doch, du schwerfälliges, dummes Ungetüm.
Niemals wirst du unser wunderschönes Reich zerstören!“
Grollend wendet der Drache sein riesiges Haupt hin und her und eine große Feuerwolke walzt in ihre Richtung.
Der Wichtel und der Elf können sich gerade noch mit einem kühnen Sprung hinter einem Felsen in Sicherheit bringen.
Dabei verliert Gernot die Kristallkugel, die auf den Drachen zurollt.
Er will ihr nach, da rauscht es über ihm, Frau Eule
stößt im Sturzflug hinunter, packt den Kristall und wirft ihn Gernot zu.
Jetzt!“
Der Elfenkönig rennt los, die Kristallkugel über dem Kopf haltend.
Der Drache wirft wütend und grollend den Kopf hin und her und reißt sein riesiges Maul auf.
Gernot glaubt sein letztes Stündlein hat geschlagen.
Da schießt aus dem Kristall ein gleißender Strahl mitten in die Augen des Ungetüms.
Ein Zittern fährt durch den mächtigen Körper und er beginnt zu schrumpfen, bis er nur noch die Größe einer Heuschrecke hat.
Das Feuer aus seinem Maul kann nicht mal mehr einen Grashalm versengen und die Rauchwolken aus seinen Nüstern sind nicht größer als der Samen einer Pusteblume.
Gernot und Springinsfeld fallen sich jubeln in die Arme.
Kalypso nützt die Gelegenheit und rennt weg.
Mit seinen kurzen Beinen kämpft er sich durch das hohe Gras.
Auf einmal wird er hochgehoben, schwebt einen Moment in der Luft und landet in Wurzels Schürze.
So, mein Kleiner, du könntest leicht zu schaden kommen. Ich bringe dich zu deinem Freund.
Jetzt hast du auch die passende Größe für das Haustier eines Kobolds.
Hätte ich schon viel früher machen sollen, dann wäre uns der ganze Ärger hier erspart geblieben.“
Die Kräuterhexe eilt mit weit ausholenden Schritten zu der Stelle, an der die beiden Freunde immer noch ihren Freudentanz aufführten.
Während ihr hier herum hüpft wie die Verrückten, hat sich dieser Geselle aus dem Staub gemacht!“
poltert Wurzel und öffnet ihre Schürze.
Der Elf und der Wichtel werden ganz verlegen.
Gernot reicht ihr mit einer Verbeugung die Kristallkugel.
Vielen Dank!“
Ist schon gut,“ knurrt diese, „ich habe nur geholfen, aber du hast durch deinen Mut und deine Beherztheit das Zauberland vor einem großen Unheil bewahrt.“
Sie wirft einen grimmigen Blick auf den Wichtel.
Der Kleine hat sich auch wacker geschlagen!“
Springinsfeld hält ihrem finsteren Blick stand und schaut ihr frei und offen ins Gesicht.
Wenigstens ist er nicht so eine Memme, wie deine Blumenelfen,“ brummt sie und senkt den Kopf, um die Kugel in ihrer Kräutertasche zu verstauen.
Oder will sie ein Lächeln verstecken?
So nun werde ich meinem Patenkind sein neues
Haustier bringen und ihm kräftig die Leviten lesen.“
Mit einem kräftigen Stups drückt sie den Drachen, der neugierig aus der Schürze lugt, zurück und stapft davon.


Leider war ich am Wochenende verhindert und konnte euch die Fortsetzung nicht schreiben, dafür habe ich   heute gleich zwei auf einmal in den Blog gesetzt und morgen kommt dann das glücklich Ende der Geschichte.

Eure Märchenfee



 

Sonntag, 24. März 2013

Aurelia Fortsetzung 6




Gernot betrachtet sinnend die Kugel in seiner Hand, dann wickelt er sie vorsichtig in das schützende Tuch und verstaut sie in einer Tasche, die er sich umhängt.
Springsinsfeld steht vor der Tür.
Kann ich herein kommen?“
Gernot nickt abwesend.
Mit den Gedanken ist er bei der schweren Aufgabe,
die vor ihm liegt.
Ich möchte dich begleiten!“ reißt ihn die Stimme des Wichtels aus seinen Grübeleien.
Der Elfenkönig schüttelt den Kopf.
Nein, das ist viel zu gefährlich!“
Aber es ist meine Familie, es sind meine Leute die in Gefahr sind!“ ruft Springinsfeld verzweifelt.
Gernot tritt zu ihm und legt ihm beide Hände auf die Schulter.
Verzeih mein Freund, daran habe ich nicht gedacht.
Lass uns zusammen gehen, aber ist dir bewusst, dass die Sache sehr gefährlich ist und wir vielleicht unser Leben verlieren?“
Springinsfeld nickt stumm.

Es ist schon fast dunkel, als sie den Wald erreichen.
Müde setzen sie sich ins Gras.
Heute hat es wohl keinen Sinn mehr. Am besten wir suchen uns einen sicheren Schlafplatz.“
Springinsfeld nickt nur, er ist viel zu erschöpft, um zu antworten.
Ein Rauschen lässt sie zusammen zucken.
Ein dunkler Schatten taucht über ihnen auf.
Frau Eule lässt sich schwer atmend neben ihnen nieder.
Ich habe auf euch gewartet. Hier seid ihr nicht sicher.
Unwirsch weiß, dass du Aurelia zu Hilfen eilen wirst, Gernot. Seit einiger Zeit treiben sich seine Kobolde im Wald herum, um dich abzufangen.
Im Moment werden sie von den Füchsen und Dachsen durch die Gegend gescheucht.“
Frau Eule kichert.
Aber nun kommt. Morgen müsst ihr ausgeruht sein.
Ihr könnt bei mir schlafen. Morgen früh hole ich euch dann wieder herunter.“
Sie breitet die Flügel aus und die Zwei klettern auf ihren Rücken.
Auf dem Ast vor ihrer Höhle setzt die Eule sie ab und fliegt davon.
Kaum sind die zwei Freunde durch die Öffnung gekrabbelt und haben das Bett erreicht, schlafen sie auch schon ein.

Samstag, 23. März 2013

Aurelia Fortsetzung 5




Im Schmetterlingsland versuchen alle so normal wie möglich zu leben und sich von dem schrecklichen Ungeheuer vor der Tür nicht einschüchtern zu lassen.
Aber das Lachen der Kinder ist leise geworden, das fröhliche Geschnatter der Wichtel verstummt und das Summen und Singen der Elfen nicht mehr zu hören.
Selbst die Vögel im Wald singen nicht mehr.
Über dem ganzen Zauberland liegt eine gespenstische Stille.
Eine mollige, pausbäckige Elfin trippelt durch den Garten.
Ab und zu bleibt sie verschnaufend stehen und
wischt sich über die Stirn.
Sie hätte das dritte Honigbrötchen nicht essen sollen.
Stöhnend klettert sie die Stufen zum Palast hinauf und geht durch den großen Saal direkt in Aurelias Zimmer.
Diese sitzt vor dem Spiegel und flechtet Blumen in ihr Haar, dabei summt sie eine traurige Melodie.
Die stämmige kleine Person räuspert sich.
Avar!“ ruft Aurelia und wirft sich schluchzend ihrer alten Kinderfrau in die Arme.
Beruhigend streichelt diese ihr über das Haar, dann schiebt sie das Mädchen energisch von sich.
Es ist genug, meine Bluse ist ja schon ganz nass!“
poltert sie, bemüht ihre eigenen Tränen zu unterdrücken.
Unter Lachen und Weinen zieht Aurelia ihre Kinderfrau neben sich auf das Sofa.
Hast du dir schon überlegt, was zu tun ist?“ will Avar wissen.
Aurelia sieht versonnen aus dem Fenster.
Gernot wird mich retten.“
Und wenn er es nicht kann? Er ist nur ein kleiner Elf, was soll er gegen einen so großen Drachen ausrichten?“
Gernot ist klug, ihm wird etwas einfallen.
Und ich könnte immer noch Unwirsch heiraten, um mein Volk zu retten,“ murmelt die Schmetterlingskönigin.
Rede keinen Unsinn!
Du würdest keine drei Tage in den unterirdischen Höhlen überleben.
Unwirsch würde so wütend werden, weil er sich betrogen fühlt, und würde unser Reich verwüsten.
Dein Opfer wäre also vollkommen umsonst.
Gernot würde uns zu Hilfe eilen und auch das Blumenreich würde der Drache zerstören.
Die Zwergen werden gegen die Kobolde kämpfen und auch der große Feenkönig wird sich einmischen.
Überall wäre Krieg!“
Aurelia hebt sich die Ohren zu.
Avar, hör auf, du machst mir Angst!“
Beruhigend tätschelt diese ihre Hand.
Ich wollte dir nur klar machen, dass dein Opfer sinnlos wäre.“
Seltsam, dass so ein kleiner Kerl, wie der Koboldkönig, so ein riesengroßes Haustier hat.“
Das alte Mädchen nickt.
Seine Patin, die Kräuterhexe Wurzel, hat ihm den Drachen geschenkt, kaum dass er aus dem Ei geschlüpft ist.
Die beiden sind zusammen aufgewachsen und der Drache hängt mit abgöttischer Liebe an Unwirsch und würde ihm nie ein Haar krümmen, obwohl er so groß ist, dass er den Kobold mit einem Fuß zerquetschen könnte.
Eigentlich ist diese Freundschaft rührend!“
Das hilft uns aber nicht weiter,“ brummt Avar.
Aurelia nickt.
Wir müssen eine Versammlung einberufen.“
Mit schnellen Schritten eilt sie hinaus und schickt ein Elfenmädchen in den Garten um alle Wichtel und Elfen in den großen Saal zu bitten.
Gemurmel, Wispern und gelegentliches Kichern erfüllt den Raum, doch als Aurelia eintritt wird es augenblicklich still.
Die Königin setzt sich in die Mitte auf die Decke aus Blumen und sofort eilen die kleinen Wesen zu ihr.
Das gibt ein Gerenne und Gerangel, denn jeder will möglichst nahe bei Aurelia sitzen.
Endlich hat jeder seinen Platz und es herrscht Stille.
Aurelia wirft einen ernsten Blick in die erwartungsvollen Gesichter ringsum.
Ihr könnt euch denken, warum wir uns hier versammelt haben.
Wenn ich Unwirsch nicht heirate, dann wird Schmetterlingsland in Flammen aufgehen.“
Du darfst Unwirsch nicht heiraten! - Lieber sterben wir! - Gernot wird uns retten! - Die Zwerge werden die Kobolde daran hindern! - Der große Feenkönig wird das nicht zulassen!“
Vor Aufregung sind alle aufgesprungen und reden durcheinander.
Aurelia hebt beschwichtigend die Hand.
Das weiß ich alles. Sowohl Gernot, die Zwerge und auch der große Feenkönig werden uns helfen.
Aber was ist, wenn sie zu spät kommen?
Wir müssen uns vor dem Feuer schützen. Hat jemand eine Idee?“
Ich, ich, ich...!“ tönt es von der Tür und Esmeralda kriecht mit hochrotem Kopf in den Saal.
Die Elfen und Wichtel bilden eine Gasse, damit die Schnecke zu Aurelia kann.
Aufatmend bleibt sie stehen, zieht ihre Fühler ein und verschwindet in ihrem Haus.
Alle warten, dass sie wieder heraus kommt, doch nichts geschieht.
Aurelia seufzt. Manchmal braucht man viel Geduld im Umgang mit Esmeralda.
Vorsichtig klopft sie an das Schneckenhäuschen und die Schnecke streckt ihren Kopf heraus.
Entschuldige, nun wäre ich doch beinah eingeschlafen, aber der Weg hierher war ja auch ...“
Du wolltest uns von deiner Idee erzählen,“ unterbricht Aurelia sie sanft.
Ja,ja,ja“, stammelt die Schnecke, „ habe mich mit
Spitznase, dem Maulwurf unterhalten und er meint, das Feuer könne ihm nichts anhaben so tief unter der Erde.“
Das ist es!“ jubelt Aurelia.
Sie nimmt den Kopf der Schnecke und gibt ihr einen schallenden Kuss.
Esmeralda errötet vor Freude, zieht sich aber erschrocken zurück, als ringsum ohrenbetäubender Lärm aufbrandet.
Wichtelmännchen werfen jauchzend ihre Mützen in die Höhe, schnappen sich ein Wichtelfrauchen und tanzen ausgelassen durch den Saal.
Die Elfen schwirren übermütig durch die Luft.
Die Kinder kreischen fröhlich und schlagen Purzelbäume.
Aurelia bleibt still sitzen und betrachtet lächelnd das ausgelassene Treiben.
Avar sitzt kopfschüttelnd daneben und von Esmeralda hört und sieht man nichts.
Als endlich wieder Stille eintritt verteilt Aurelia die Aufgaben.
Weißbart, der Älteste der Wichtel, wird zu Spitznase geschickt, um den besten Platz für die Schutzhöhle zu finden,
Die Wichtelfrauen müssen Kleider, Decken und Kissen zusammensuchen, um die Höhle gemütlich auszustatten.
Die Elfen sollen genügende Nahrung sammeln und die Kinder werden zu den Spinnen gesandt.
Diese sollen über den Maulwurfhügel ein Netz weben, das dicht genug ist, um den Rauch abzuhalten, aber doch so feinmaschig, dass genügend Luft durchdringt.
Eilig verlässt das kleine Völkchen den Saal.
Froh darüber etwas gegen die drohende Gefahr unternehmen zu können.





Freitag, 22. März 2013

Aurelia Fortsetzung 4



Zwei Heupferdchen ziehen den Wagen, auf dem ein Fässchen mit Honigmet liegt und vier Blumenelfen begleiten ihn, um beim Abladen zu helfen.
Während Gernot gedankenverloren durch den Wald wandert, schwatzen die Elfenjungen fröhlich miteinander.
Als sie die Lichtung erreichen, auf der die Hexe vor
ihrem Haus auf einer Bank sitzt, verstummen sie plötzlich.
Gernot wendet sich um und blickt in vier ängstliche Gesichter.
Er lächelt.
Ich gehe allein weiter, ihr könnt hier auf mich warten.
Während die Blumenelfen sich hinter den Büschen verstecken, nimmt er die Zügel der Pferde.
Die Elfen beobachten wie ihr König über die Lichtung schreitet.
Auch wenn sie Angst haben vor der Hexe, wenn ihr König in Gefahr gerät, dann würden sie ihn nie im Stich lassen und Gernot weiß das.

Die Kräuterhexe sitzt am Tisch und schabt eine Karotte.

Sie blickt nicht auf, als der Blumenelf näher kommt und vor ihrem Tisch stehen bleibt.
Guten Tag, Wurzel,“ grüßt Gernot.
Die Hexe gibt keine Antwort, wirft nur unter halb geschlossenen Lidern einen listigen Blick auf das Fässchen Honigmet.
Gernot grüßt noch einmal, doch die Hexe beachtet ihn nicht.
Nun wird der Elf wütend.
Er stützt beide Hände auf den Tisch und beugt sich vor.
Hat man euch nicht beigebracht einen freundlichen Gruß zu erwidern?“ grollt er.
Die Hexe hebt den Kopf und funkelt ihn böse an.
Weißt du, dass ich dich in eine Kröte verwandeln kann, du vorlauter Bengel.“
Sicher, aber ihr werdet es nicht tun.“
Ach und was hindert mich daran?“
Weil ihr zwar die unhöflichste und unfreundlichste Hexe im Zauberland seid, aber niemals ungerecht.
Ich habe euch nichts Böses getan.“
In den Augen der Hexe blitzt es kurz auf, dann fragt sie etwas freundlicher.
Und was führt dich zu mir, Elfenkönig?
Es muss eine ziemlich große Sache sein, wenn du gleich ein ganzes Fass mit Honigmet mitbringst.“
Sie kichert.
Wer hat dir verraten, dass ich dafür eine Schwäche habe?“
Frau Eule!“
Ach, die gute Eusebia, sie kommt bei ihren Streifzügen immer vorbei und wir halten ein

Schwätzchen und trinken ein Gläschen.
Also, was willst du, fasse dich kurz, ich habe wenig Zeit.“
Es geht um dein Patenkind.“
Die Kräuterhexe runzelt die Stirn und wirft ihm einen finsteren Blick zu.
Ich weiß, dass ihr beide nicht die besten Freunde seid, aber regelt das gefälligst unter euch.“
Der Elfenkönig seufzt.
Das kann ich aber nicht ohne eure Hilfe. Er will Aurelias Schmetterlingsreich vernichten.“
Wurzel legt ihre Kräuter hin und richtet sich auf.
Erzähl!“
Als Gernot seinen Bericht beendet hat, seufzt sie tief.
Dieser dumme Junge.
Vor einiger Zeit war er bei mir und schwärmte, dass Aurelia so wunderschön singen würde.
Sie könnten sie bis tief unter der Erde hören und er möchte sie heiraten.
Ich habe ihm abgeraten, denn Aurelia braucht Licht und Sonne und würde in seinem unterirdischen Schloss verwelken.
Was für ein Narr!“
Wirst du uns helfen?“
Müde nickt die alte Frau und erhebt sich ächzend.
Ich werde dir etwas geben und während ich in der Hütte bin kannst du die Feiglinge rufen, damit sie dir beim Abladen helfen.“
Sie lächelt kurz.
Ich habe sehr wohl bemerkt, wie sie sich ins Gras ducken.“

Mit müden schwerfälligen Schritten schlurft sie in die Hütte.
Gernot winkt den Elfen und während diese das Fässchen abladen, beobachten sie die Tür.
Als diese sich knarrend öffnet, lassen sie das Fässchen fallen und laufen davon.
Schöne Helden hast du mitgebracht,“ spottet Wurzel.
Wenn es darauf ankommt, können sie schon kämpfen,“ verteidigt Gernot seine Männer.
Die Hexe wirft ihm einen zweifelnden Blick zu.
Vorsichtig legt sie das Päckchen, das sie aus der Hütte geholt hat, auf den Tisch und entfernt die Decke, dies es umhüllt.
Es ist ein weißer Kristall, der im Sonnenlicht funkelt.
Sie reicht ihn Gernot.
Damit kannst du den Drachen besiegen.
Bevor die Sonne im Zenit steht, musst du
versuchen so nah wie möglich an den Drachen heranzukommen.
Wenn die Sonne den Zenit erreicht hat, dann halte den Kristall in ihr Licht und der Strahl, der sich dann in der Kugel bricht muss direkt in das Auge des Drachens treffen.
Er wird dann auf die Größe einer Heuschrecke schrumpfen.
Achte darauf, du hast nicht viel Zeit, wenn die Sonne weiter wandert, ist es zu spät.
Nun geh!“
Der Elfenkönig wickelt den Kristall sorgfältig in das Tuch und verstaut ihn vorsichtig in seinem Lederbeutel.

Er bedankt sich bei der Kräuterhexe und geht zu dem Wagen.
Warte!“
Er dreht sich um.
Ich habe diesen Drachen kaum, dass er aus dem Ei geschlüpft ist meinem Patenkind geschenkt.
Die beiden hängen sehr aneinander.
Also töte ihn nicht, Elfenkönig!“
Ich verspreche es.“
Gernot verbeugt sich, nimmt die Pferde am Halfter und marschiert zum Wald, dann dreht er sich noch einmal um.
Ich werde dafür sorgen, dass ihr jeden Monat ein Fässchen Honigmet bekommt.“
Glaub bloß nicht, dass ich dich deshalb freundlicher behandle, Elfenkönig!“ ruft Wurzel ihm nach.



Donnerstag, 21. März 2013

Aurelia Fortsetzung 3




Springinsfeld läuft so schnell er kann und hat das Blumenland bald erreicht,
Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und die Blumen recken ihre Köpfe den wärmenden Strahlen entgegen.
Glücklich sieht der Wichtel sich um.
Hier war es genauso schön wie zuhause und bald würden beide Reiche zusammen gehören, wenn nicht … .
Springinsfeld zuckt zusammen, als ihm einfällt warum er gekommen ist.
Er betritt das Schloss und wird von einem freundlichen Blumenelf zu Gernot geführt.
Dieser sieht ihm lächelnd entgegen.
Schön dich zu sehen, Springinsfeld , bringst du mir Nachricht von Aurelia?“
Dieser nickt, nimmt einen Schluck von dem angebotenen Lindenblütentee und erstattet Bericht.
Gernot runzelt die Stirn und seine Miene wird immer besorgter.
Erregt läuft er auf und ab, die Hände zu Fäusten
geballt.
Wäre Unwirsch jetzt hier gewesen, dann hätte er nichts zu Lachen gehabt.
Ein Rotkehlchen fliegt durch das geöffnete Fenster und landet mitten auf dem Tisch.
Es lässt den Brief fallen, den es im Schnabel trägt und richtet seine zerzausten Federn.
Dann erzählt sie den aufmerksam Lauschenden, was inzwischen im Schmetterlingsland geschehen ist.
Springinsfeld wird blass und Gernot vergräbt aufstöhnend das Gesicht in beiden Händen.
Das Rotkehlchen pickt ihn auf den Kopf.
He, zum Jammern hast du keine Zeit.
Frau Eule hat mich geschickt und lässt dir ausrichten, dass du die alte Kräuterhexe Wurzel aufsuchen sollst. Sie hat den Drachen damals Unwirsch geschenkt.“
Gernot sieht den Vogel zweifelnd an.
Ist die Kräuterhexe nicht die Patin von Unwirsch?
Sie wird uns wohl kaum helfen.“
Doch, doch! Frau Eule meint, die alte Wurzel ist zwar eine unfreundliche Person, aber sie hat ein ehrliches Herz und ist bestimmt nicht erfreut über das Treiben ihres Patenkindes .“
Gernot winkt einen Blumenelf herbei und bittet ihn, seinen Umhang zu holen.
Das Rotkehlchen streckt ein Beinchen und meint:
Ich muss jetzt weiter zu den Zwergen. Frau Eule hat mir einen Brief für den Zwergenkönig mitgegeben, denn sie meint, die Zwerge wären die einzigen, die die Kobolde aufhalten können.“
Es nimmt den Brief, lässt ihn dann aber wieder auf
den Tisch flattern.
Übrigens, Frau Eule meint, die Kräuterhexe hat eine Schwäche für Honigmet und den Besten gibt es doch in eurem Reich.“
Mit dem Brief im Schnabel fliegt es davon.

Wenig später ist Gernot auf dem Weg zur Kräuterhexe.

Mittwoch, 20. März 2013

Aurelia Fortsetzung 2





Mit langsamen, schleppenden Schritten tappt der Drache Kalypso durch den Wald.
Immer, wenn er einen Fuß aufsetzt, bebt die Erde.
Stille herrscht im Wald.
Das fröhliche Gezwitscher der Vögel ist verstummt.
Verängstigt kuscheln sie in ihren Nestern.
Eichkätzchen flitzen die Bäume hoch, um sich im dichten Geäst zu verstecken.
Füchse und Dachse huschen in ihren Bau.
Käfer und Ameisen krabbeln eilig davon, um nicht zertreten zu werden.
Tiefe Stille legt sich über den Wald.
Nur das Stampfen der Drachenbeine und das Klirren der Waffen von Unwirsch und seinen Soldaten ist zu hören.
In der Nähe des Schmetterlingsreiches kettet Unwirsch den Drachen an einen Felsen.
Liebevoll tätschelt er dessen Hals und Kalypso schließt mit wohligem Seufzer die Augen.
Der Koboldkönig tritt an das Tor und fordert die Wachen auf, die Königin zu holen.
Anmutig schwebt Aurelia durch den Garten, begleitet von den Wichteln und Elfen.
Die Wachen haben ihr bereits von dem Drachen erzählt, doch sie lässt sich ihre Sorgen nicht anmerken.
Kühl betrachtet sie Unwirsch.
Was willst du?“
Hämisch grinsend deutet der Kobold auf den Drachen.
Darf ich dir Kalypso mein liebes Haustier vorstellen?
Er wohnt sonst unter der Erde und wärmt unsere Höhlen.
Doch jetzt wird er deinen Garten bewachen und dafür sorgen, dass niemand hinein oder heraus kann.
Ich gebe dir drei Tage Zeit.
Wenn du bis dann nicht einwilligst meine Frau zu werden, wird  dein Reich vernichtet.
Du siehst, ich habe Kalypso so angekettet, dass sein Feueratem nur bis zum Tor reicht.
Aber wehe, du wirst nicht meine Königin, dann führe ich den Drachen an das Tor und dein Reich wird nur noch Asche sein!“
Unwirsch hebt drohend die Faust, dreht sich um und marschiert mit seinen Soldaten davon.
Ein vorwitziges Wichtelkind steckt neugierig seinen Kopf durch das Gitter.
Der Drache reißt das Maul auf und ein Feuerstrahl schießt auf das Tor zu.
Das Kind fällt vor Schreck rückwärts, bleibt aber unverletzt.
Aurelia hebt die Kleine auf, die sich zitternd an sie schmiegt.
Ernst sieht die Königin ihre Freunde, die sich um sie
scharren, an.
Keiner darf zu nahe an das Tor heran, gebt auf die Kinder acht.
Die Wichtel werden aus Steinen einen Schutzwall errichten, ansonsten geht alles weiter wie bisher.
Wir lassen uns von diesem Kobold nicht unterkriegen!“
Die Wichtel und Elfen jubeln ihrer König zu, was Kalypso veranlasst wieder einen Feuerstrahl loszulassen.