Sonntag, 30. Juni 2013

Tumult Im Märchenwald




Frau Sonne hat die letzten Schleier der Nacht vertrieben und wandert nun über das Land.
Lächelnd bleibt sie beim Märchenwald stehen und beobachtet das fröhliche Treiben.
Lachen und Glück ist hier eingekehrt, nachdem der mächtige Feenkönig alle bösen Wesen aus dem Märchenwald auf den nahegelegenen Berg verbannt hat und mit einem Zauber gefangen hält.
Frau Sonne sieht den Vater von Hänsel und Gretel, der sich gerade von seiner Frau mit einem Kuss verabschiedet.
Auch die Kinder drücken ihre Mutter, haben sie ihr doch längst ihre Verzweiflungstat verziehen.
Vergnügt pfeifend mit geschulterter Axt marschiert der Vater dem Wald zu und Hänsel und Gretel folgen übermütig kichernd.
In den Händen haben sie Körbchen, denn sie wollen Beeren sammeln.
Bevor sie im Gehölz verschwinden wenden sie sich noch einmal um und winken der Mutter zu.
Frau Sonne schmunzelt, dann gleitet ihr Blick hinüber zu den vielen Burgen und Schlössern in denen die Könige mit ihren Prinzessinnen leben.
Der Froschkönig mit seiner Gemahlin, die ihn einst erlöst hat,
Schneewittchen mit ihrem Prinz,
König Drosselbart und seine inzwischen so liebenswerte und gar nicht mehr verwöhnte Gattin,
Aschenputtel, die gar nicht mehr schmutzig herum laufen muss und mit ihrem Prinzen sehr glücklich geworden ist,
Rapunzel, deren schönes langes Haar im ganzen Reich berühmt ist, mit ihrem Königssohn,
wohnen hier.
Ebenso ist Dornröschen mit ihrem Prinzen, der sie nach hundert Jahren Schlaf geweckt hat, sehr glücklich in ihrem erlösten Schloss.
Die ehemalige Müllerstochter und ihr Prinz freuen sich, wie prächtig sich ihr kleiner Sohn entwickelt.
Und auch die Prinzessin, die Hans mit seiner goldenen Gans und den Leuten, die an ihrem Schwanz fest klebten, zum Lachen gebracht hatte, lebt glücklich und zufrieden auf ihrer Burg.
Alle Könige und Prinzen sind miteinander befreundet und besonders die Damen pflegen einen herzlich Umgang miteinander und jeden Tag treffen sie sich in einem anderen Schloss zum Frühstück.
Der heutige Treffpunkt ist das Schloss von „Gans kleb an“
und Frau Sonne sieht wie Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel und Dornröschen Arm in Arm über die Wiese schlendern.
Die sieben Zwerge verlassen eben ihr Häuschen, warten bis der älteste umständlich die Tür schließt, dann marschieren sie im Gänsemarsch in Richtung Bergwerk.
Als sie fröhlich pfeifend an den Prinzessinnen vorbei kommen und Schneewittchen entdecken winken sie vergnügt.
Der kleinste Zwerg löst sich aus der Reihe, purzelt mit seinen kurzen Beinen zu Schneewittchen, die sich bückt und ihm einen Kuss auf die Stirn gibt.
Errötend wendet er sich ab, reiht sich ein, und noch einmal fröhlich winkend, geht es im Gleichschritt weiter.
Die jungen Frauen kichern und warten dann, denn von der anderen Seite kommen die Müllerstochter, die Frau von König Drosselbart und des Froschkönigs Liebste.
Gemeinsam betreten sie den Burghof ihrer Gastgeberin.
Die goldene Gans kommt ihnen laut schnatternd entgegen gewatschelt.
Vorsichtshalber machen die jungen Damen einen großen Bogen um das Federvieh.
Die junge Königin kommt freudestrahlend die Freitreppe herunter und begrüßt ihre Freundinnen.
Frau Sonne freut sich über den schönen Anblick der hübschen Mädchen.
Eine Bewegung erregt ihre Aufmerksamkeit und schmunzelnd beobachtet sie die Heinzelmännchen, die purzelnd und stolpernd über die Wiese laufen.
Sie sind auf dem Weg zur Frau des Schusters die wie jeden Morgen für sie ein Frühstück bereit hält.
Diese steht bereits vor ihrer Tür und hält Ausschau nach den kleinen Strolchen.
Die Frau des Schneiders tritt eben aus dem Nachbarhaus und stellt sich neben sie.
Beide runzeln die Stirn als sie die kleinen Wichtel erblicken.
Hält man denn das für möglich!“ schimpft die Frau des Schusters und ihre Nachbarin schüttelt fassungslos den Kopf.

Fortsetzung folgt

Samstag, 29. Juni 2013






 Hallo meine Lieben
Mein Laptop ist zurück aus der Klinik und hat sich wunderbar erholt.
Nun muss ich ihn nur noch mit all den Daten füttern, die er verloren hat, dann kann ich Euch wieder in das Märchenland entführen
Morgen wird es wieder los gehen.



Wünsche Euch einen schönen Tag und freut Euch auf Morgen.
Eure Märchenfee 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Kurze Pause

Das ist ja so eine Sache mit der Technik!

Leider hat auch in Lores Fall die Technik mal wieder versagt, d.h., dass ihr Computer sich eine Auszeit nehmen musste und nun im PC-Krankenhaus weilt. Man kann noch nicht sagen, wie lange das dauern wird.

Sobald wie möglich meldet sie sich aber wieder hier!


Mittwoch, 12. Juni 2013

Kleiner Engel (Erinnerungsgeschichte)




Regenfälle können ein kleines Rinnsal in einen reißenden Fluss verwandeln.
Als meine Tochter noch klein war, zogen wir in ein Dorf, durch das ein kleines Bächlein floss, gerade so tief, dass es den Kindern bis an die Knöchel reichte, wenn die darin plantschten.
Zwei Jahre später sollte dieses harmlose Gewässer zu einem der schlimmsten Erlebnisse meiner Tochter führen.
Im Kindergarten hatte sie ein Mädchen kennengelernt und die beiden wurden sofort ein Herz und eine Seele.
Ich nannte sie spaßeshalber die siamesischen Zwillinge, denn wenn die eine einen Satz anfing, sprach ihn die andere schon zu Ende.
Jeden Tag steckten sie zusammen und durch die Kinder freundeten auch wir Eltern uns an.
So ging das zwei Jahre.
Claudia wurde eingeschult und Christina, die erst ein Jahr später in die Schule kommen sollte, war immer ungeduldig, weil Claudia nun erst die Hausaufgabe machen musste, bevor sie zum Spielen kam.
Trotzdem freute sich die Kleine auf die Schule, doch dazu sollte es niemals kommen.
Es war der Unsinnige Donnerstag und wir waren zum Kaffee eingeladen bei Christinas Eltern.
Vorher wollten wir noch schnell in dem nächsten Ort ein Kostüm für unser Mädchen kaufen, da sie am nächsten Morgen kostümiert in die Schule gehen sollte.
Als wir in die Straße, die zu dem Dorf führte
einbogen, sahen wir in dem Bächlein, das durch die vorhergehenden Regenfälle mächtig angeschwollen war, einige Männer mit langen Stangen.
Mein Mann meinte noch: “Da wird doch niemand ertrunken sein?“
Und ich lachte, denn das konnte ich mir bei dem kleinen Bach nicht vorstellen.
Als wir aber vor das Haus unserer Freunde fuhren, standen dort Polizei und Sanka.
Und nun erfuhren wir das Schreckliche!
Während meine Freundin den Kaffeetisch deckte, wollte die Kleine den mächtig angeschwollenen Bach ansehen und ihr Vater ging mit ihr hinüber.
Auf der Böschung, die zu dem Bach hinunterführt
blieben sie stehen.
Doch durch die schweren Regenfälle war die Erde aufgeweicht und hatte die Böschung unterspült.
Plötzlich tat sich die Erde auf und in einem unheimlichen Sog wurden die Beiden mitgerissen.
Der Vater konnte sich wenig später befreien, doch die kleine Christina wurde erst am Sonntag viele Kilometer weit im Wasser treibend von Spaziergängern gefunden.
Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt wie in diesen Tagen.
Nicht nur, dass meine eigene Trauer groß war, nein wie sollte ich meinem Kind beistehen und auch meiner Freundin.
Kinder haben wohl eine besondere Art mit Trauer umzugehen, denn am nächsten Morgen erzählt mir meine Tochter, dass Christina sie heute Nacht besucht hat.
Sie hätte ein weißes Kleid getragen und sie wären zusammen in ihrem Zimmer auf dem Boden gesessen und hätten miteinander gespielt.

Bei der Beerdigung durfte meine Tochter das kleine Kreuz voran tragen und sie hielt sich sehr tapfer.
Doch als der kleine weiße Sarg in die Erde gesenkt wurde, brach sie laut schluchzend zusammen.
Noch heute erzählen die Leute im Dorf, dass sie noch nie ein Kind so weinen gesehen hätten.

Eine Mutter sollte niemals erleben müssen, dass ihr Kind vor ihr geht, aber das liegt wohl nicht in unserer Hand.
Manchmal hadert man mit dem Schicksal und doch liegt vielleicht ein Sinn darin.
Als der kleine Junge meiner Tante starb, war sie untröstlich.
Jahre später, als dann der Krieg ausbrach, da sagte sie:
Ich danke Gott, dass er meinen Jungen so früh zu sich geholt hat.“





Dienstag, 11. Juni 2013

Die Natur und ihre Macht



 

Täglich sehe ich die erschütternden Bilder
von den überfluteten Gebieten, die Menschen die tapfer und unermüdlich kämpfen und auch die Tränen, die oft nicht zurück gehalten werden können.
Noch ist das Wasser nicht zurück gegangen und in denen Gebieten, da es gewichen ist hat es Zerstörung, Schlamm und Chaos hinterlassen.
Das wird ein harter langer Weg für die Betroffenen, die oft vor dem Nichts stehen.
Wenn man bedenkt Deggendorf ist nur
100 Kilometer von uns entfernt und ich habe Bekannte dort.
Deshalb weiß ich, dass viele Schwangere nicht vorbereitet sind und dringende Babysachen benötigen.
Nicht jeder hat Geld zum Spenden, aber oft hat man viel zu viel Haushaltsgegenstände.
Auch damit kann man helfen.
Bayern 1 hat eine kostenlose Telefonnummer 
 0800 80 80 345 ( von 6-21 Uhr ) zur Verfügung gestellt.
Außerdem gibt es die
E-Mail Adresse: studio@Bayern1
Würde mich freuen, wenn ihr helfen würdet.



Die Natur und ihre Macht



Wer liebt nicht die schöne Pracht
Wenn rosa Blüten sprießen
Und die Natur alle bunt gemacht
Auch kleine Brünnlein fließen

Wer schätzt das kühle Nass mitnichten
Wenn hoch die Sonne scheint
Wer wollte auf den Duft verzichten
Wenn Rosen und Flieder sich vereint

Doch nicht nur schön ist die Natur
Sie hat auch andere Seiten
Hebt ihre Kraft mit aller Macht hervor
Und lässt die Menschheit leiden

Wer fürchtet nicht den tobend Wind
Der außer Rand und Band
Den kleinen Bach, der dann geschwind
Zum Ungeheuer werden kann

Wer fürchtet nicht das Feuer
Entfacht voll Übermut
Es brennen Wälder heuer
Vernichtet durch des Feuers Glut

Schickt die Natur einen Hagelschauer
auf die Erden
Unterschätzen sollten wir nicht die Macht
Ernten und Felder können vernichtet werden
Und alles wirkt öde über Nacht

Ach bitte, geht doch sorgsam um
Wird sind doch Mutter Erdes Kinder
Und spielt nicht bösartig mit ihr herum
Sonst fühlen wir nur noch Winter


Die Nachtigall


Anmerkung:
Ich habe einen lieben Freund.
Er ist über achtzig Jahre alt und geistig frisch, warmherzig und klug. 
Er schreibt wunderschöne  Gedichte und hat mir erlaubt ab und zu eines seiner Werke hier einzustellen, doch sollte ich das Pseudonym: "Nachtigall" verwenden.
Ich respektiere seinen Wunsch!









Freitag, 7. Juni 2013

Hieronymus Ende



Und wieder vergehen einige Wochen.
Noch immer wissen sie nicht, wo die Puppeninsel liegt.
Niemand hat je von ihr gehört und das Kasperle wir immer mutloser.
Eines Tages gastiert der Zirkus in einer Hafenstadt.
Es ist Nachmittag.
Die Tiere sind versorgt und die Artisten ruhen sich aus, um abends bei der Vorstellung fit zu sein.
Nur Hieronymus findet keine Ruhe.
Allein mit seinen traurigen Gedanken schlendert er durch die Straßen und erreicht schließlich den Hafen.
Dort lehnt er sich an die Kaimauer und sieht sehnsüchtig hinüber zu den Schiffen.
Ach könnte ihn doch eines zu der Puppeninsel bringen.
Eine Möwe trippelt auf langen Beinen eilig die Mauer entlang und pickt sich ihr Futter aus den Ritzen.
He! Warum guckst du so traurig,“ fragt sie und betrachtet ihn mit schief geneigtem Kopf.
Ich hab soooo großen Kummer,“ jammert das Kasperle und dicke Tränen laufen über seine Wangen.
Na, na wird schon nicht so schlimm sein,“ brummt die Möwe und tritt verlegen von einem Bein auf das andere.
Erzähl mir`s doch, vielleicht kann ich dir helfen.“
Das glaube ich nicht,“ lächelt das Kasperle unter Tränen, „ oder weißt du vielleicht wo die Puppeninsel ist?“
Natürlich weiß ich das!
He was machst du denn!“ stammelt der Vogel, denn Hieronymus hat ihn in seiner Aufregung gepackt und schüttelt ihn heftig.
Mit einem kräftigen Schnabelhieb befreit sich die Möwe.
Du verrückter Kerl knickst mir ja die ganzen Federn.“
Tut mir leid, aber ich war so aufgeregt, aber bitte sag mir doch, wo liegt die Puppeninsel!“
Die Möwe zupft an ihren Federn, dabei wirft sie ab und zu einen ärgerlichen Blick auf das Kasperle, dann muss sie doch lachen.
Du bist schon ein komisches Kerlchen, aber
wo die Puppeninsel liegt, kann ich dir schlecht erklären, das müsste ich dir schon zeigen. Versuche ein Schiff zu finden, das dich mitnimmt und komme morgen wieder hierher, ich werde dich dann begleiten.“
Kasperle aber rennt zurück zum Zirkus und stürmt in die Manege.
Angela wäre vor Schreck beinahe vom Seil gefallen.
Bist du verrückt geworden!“
Unsinn, tut mir leid, aber stell dir vor ich habe jemanden getroffen, der die Puppeninsel kennt.“
Angela schwingt sich vom Seil.
Das ist ja prima, erzähl doch!“
Nein, nein, ich muss erst Fridolin suchen.
Wir treffen uns nachher alle in Kasimirs Wagen.
Wenig später sitzen die Freunde alle zusammen im Wohnwagen und Kasperle erzählt ihnen von der Möwe.
Wie aber willst du denn auf die Insel kommen?“ fragt Don Fernando.
Heute Abend nach der Vorstellung werde ich zum Hafen in die Kneipen gehen, vielleicht finde ich dort einen Kapitän der mich mitnimmt,“ meint Hieronymus
hoffnungsvoll.
Aber sei vorsichtig, es gibt auch Spelunken im Hafen, in denen sich allerlei Gesindel herum treibt,“ warnt Kasimir, der schon einmal hier war.
Ein heftiges Pochen an der Tür stört die Versammlung und Samson steckt den Kopf durch den Türspalt.
Hallo, ihr Trödler, beeilt euch die Vorstellung beginnt gleich.“
Nun beginnt ein hektisches Gerenne.
Wie immer verläuft die Vorstellung reibungslos und die begeisterten Zuschauer
applaudieren heftig.
Nach der Vorstellung begleiten der Direktor und alle Artisten das Kasperle zum Hafen und sie finden tatsächlich einen Kapitän, der sich bereit erklärt Hieronimus auf die Puppeninsel zu bringen.
Das Geld aber bekommt er von Direktor Quirin als Abschiedsgeschenk.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.



Donnerstag, 6. Juni 2013

Hieronymus Fortsetzung 5





Viele Wochen sind vergangen.
Kasimir, der Clown, hat mit Hieronymus, Gina und Eulenspiegel eine neue Nummer einstudiert, die ein großer Erfolg wird.
Besonders die Kinder sind ein dankbares Publikum und ihr herzliches, fröhliches Lachen erinnert das Kasperle an den Rummelplatz und Meister Martin.
Ach ja, Meister Martin!
Überall wohin sie kamen, hat Hieronymus sich nach seinem lieben alten Freund erkundigt, doch keiner kannte ihn oder hatte ihn gesehen.
Inzwischen ist er ziemlich mutlos geworden.
Auch jetzt sitzt er auf der Holzumrandung in der Manege und malt mit den Zehen Kreise in den Sand.
Angela betritt das Zelt.
Hier also steckst und bläst wieder Trübsal, hast du eigentlich bemerkt, dass draußen die Sonne scheint? Komm, wir wollen uns die Stadt ansehen.“
Lächelnd folgt das Kasperle dem Mädchen.
Muck und Puck und auch Kasimir, der Cäptn Cook auf den Schultern trägt, schließen sich ihnen an.
Königstein ist eine hübsche Kleinstadt, mit
netten sauberen Häusern und freundlichen Menschen.
Dazu scheint noch die Sonne herrlich warm vom Himmel und spiegelt sich in den blank geputzten Fenstern und wirft grün goldene Sprenkel in die Bäume.
Die kleine Gesellschaft bummelt vergnügt durch die Gässchen, bleibt geduldig wartend stehen, wenn Angela ein Schaufenster betrachtet und landet schließlich in einem
Straßencafé.
Ein Kellner eilt herbei und fragt nach ihren Wünschen und wird prompt von dem Papagei aufgefordert sich die Füße abzuputzen und kein so dummes Gesicht zu machen.
Mit einem entsetzten Blick auf den Vogel eilt der Kellner zurück ins Café und Cäptn Cook schnarrt:
Warum läuft der dumme Esel nicht!“
Die Zirkusleute lachen immer noch als der Kellner mit ihren Milchshakes zurück kommt.
Hieronymus lehnt sich in seinen Stuhl zurück und betrachtet versonnen die Umgebung, während die anderen sich leise unterhalten und der Papagei neugierig
zwischen den Gläsern herum trippelt.
Auf einmal springt das Kasperle auf, dass die anderen erschrocken verstummen und der Papagei laut schimpfende auf einen Ast flattert.
Hieronimus aber stürzt hinaus auf die Straße und fällt einem jungen Mann um den Hals.
Mensch Fridolin alter Junge!“
Hieronymus!“
Die Beiden klopfen sich auf die Schulter und hüpfen wie verrückt im Kreis herum.
Als sie sich wieder beruhigt haben, führt das Kasperle den Freund zu den anderen und stellt ihn vor.
Nachdem auch vor Fridolin ein Milchshake steht, erzählt er ihnen was inzwischen alles geschehen ist:
Als Sandor mit dir verschwunden ist konnte ich mich aus der Kiste befreien und bin sofort zu Meister Martin gelaufen.
Dieser verständigte die Polizei und als Sandor zurück kam wurde er verhaftet, er wurde auch wegen andere Vergehen bereits gesucht.
Doch er hat nie gesagt wohin er dich gebracht hat.
Meister Martin und die Polizei haben die ganze Gegend abgesucht, aber dich nicht
gefunden.
Schließlich hat Meister Martin seine Sachen zusammen gepackt und meinte, ohne dich
hätte es keinen Sinn weiter zu spielen und er würde sich auf die Puppeninsel zurückziehen.“
Hieronymus laufen die Tränen über das Gesicht.
Der arme Meister Martin! Weißt du denn wo die Puppeninsel ist?“
Fridolin hebt hilflos die Schultern.
Aber nun erzähle doch, wie ist es dir denn inzwischen ergangen.“
Schnell von seinem Kummer abgelenkt berichtet ihm nun das Kasperle wie er zum Zirkus gekommen ist.
Als sie später zurück gehen nehmen sie Fridolin mit.
Während der Vorstellung darf er hinter der Bühne zugucken und als Hieronymus fertig ist nimmt er den Freund mit zu Direktor Quirin.
Das Kasperle stürzt in den Wohnwagen und brüllt:
Herr Direktor wissen sie wo die Puppeninsel ist?“
Sachte, sachte, junger Freund, was ist denn los?“
Hieronymus stellt nun Fridolin vor und
erzählt aufgeregt, dass Meister Martin auf
der Puppeninsel ist.
Beruhigend hebt der kleine dicke Direktor die Hand.
Das ist doch kein Grund so zu schreien, wo liegt denn diese Puppeninsel?“
Das Kasperle zieht ein langes Gesicht und lässt sich auf den Stuhl fallen.
Ich dachte, das wüssten sie?“
Von einer Puppeninsel habe ich noch nie gehört,“ bedauert der Direktor.
Er watschelt zum Schrank und holt einen dicken Atlas hervor.
Die nächste Stunde verbringen sie nun damit, den dicken Wälzer nach der Puppeninsel zu durchforschen, doch leider vergebens.
Nichts zu machen, die Insel muss so klein sein, dass sie nicht eingetragen ist,“ seufzt
Direktor Quirin und klappt das Buch zu.
Aber das gibt`s doch nicht,“ flüstert Hieronymus und dicke Tränen kullern aus seinen Augen.
Nun lass den Kopf nicht hängen. Überall wohin wir kommen werden wir nach der Puppeninsel fragen und du wirst sehen, irgend jemand kennt sie ganz sicher,“
tröstet der Direktor und Fridolin legt
kameradschaftlich den Arm um Hieronymus Schulter.
Und es gelingt den Freunden ihn wieder aufzuheitern.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Hieronymus Fortsetzung 4




Hieronymus wandert durch die menschenleeren Straßen.
Langsam erlöschen die Lampen, denn der
Morgen dämmert herauf.
Fritz, der Zeitungsjunge radelt fröhlich pfeifend vorbei und wirft eine Zeitung schwungvoll in einen Garten.
Dabei blickt er sich grinsend um und hätte beinahe ein parkendes Auto gerammt.
Geschickt ausweichend setzt er pfeifend seinen Weg fort.
Hieronymus aber geht gedankenverloren die Straße entlang, bis ihn das schrille Klingeln des Bäckerjungen aufschreckt.
Der Junge lacht und bremst am Randstein.
Na, Kleiner, hab dich wohl erschreckt?“
Er greift hinter sich in den Korb mit frischen Semmeln und reicht eine davon dem Kasperle.
Hier für den Schrecken.“
Grüßend tippt er an sein Käppi und radelt weiter.
Hungrig in die knusprige Semmel beißend marschiert Hieronymus weiter.
Bald hat er das Ortsende erreicht.
Er setzt sich ins Gras direkt unter das gelbe Schild.
Die Sonne ist inzwischen höher geklettert und beleuchtet die saftigen Wiesen, auf denen die braun gefleckten Kühe träge stehen oder liegen.
Weiter entfernt sieht er einen Schäferkarren, neben dem ein Hund liegt und ringsum sich die Schafe ausgebreitet haben.
Hinter den dunkelgrünen Wäldern erheben sich die Berge, deren Spitzen im Sonnenlicht
leuchten.
Hieronymus lässt seinen Blick auf die andere Seite wandern und stutzt.
Dort hinten das ist doch...“
Er hebt die Hand an die Augen und nun kann er es ganz deutlich sehen.
Dort unten in einer Mulde steht ein Zirkuszelt.
Das Kasperle springt auf und jagt den Hang hinunter, sodass die Schafe erschrocken blöken und auch die Kühe erstaunt muhen.
Dort unten ist ein Zirkus und ich werde vielleicht Arbeit finden!“ ruft Hieronymus ihnen zu, stößt einen Jodler aus, schlägt einen Purzelbaum und läuft weiter.
Atemlos hält er inne, als er den Festplatz erreicht.
Als er die Wohnwägen sieht schlägt sein Herz höher.
Es erinnert ihn an seine Heimat, den Jahrmarkt.
Er tritt zu dem größten Wohnwagen und
klopft an.
Die Tür wird aufgerissen und ein lustiges Gesicht mit verschlafenen Kulleraugen guckt heraus.
He, was soll das mitten in der Nacht an die Tür zu donnern!“
Guten Morgen,“ grinst das Kasperle,
ich möchte gerne den Herrn Direktor sprechen.“
Ich bin Direktor Quirin und mir gehört der Zirkus, na dann komm herein, hast mich ja schon aufgeweckt.“
Hieronymus klettert die drei Holzstufen hoch und betritt den gemütlichen Wohnraum.
Der kleine dicke Direktor räumt die Bettdecke beiseite und bittet seinen Gast sich zu setzen.
Er watschelt zum Schrank und holt eine bauchige Kaffeekanne heraus.
Während er einen Topf Wasser auf den Ofen stellt fragt er:
Du willst doch Kaffee?“
Du willst doch Kaffee, du willst doch Kaffee“, ertönt ein krächzende Stimme über Hieronymus Kopf und ein schauerliches Lachen ertönt.
Was ist denn das?“ ruft das Kasperle entsetzt.
Der Direktor grinst und zieht die Decke von einem großen Käfig, in dem ein blau gefiederter Papagei sitzt.
Halt den Schnabel alter Dummkopf, steh gerade, warum läuft der dumme Eseln nicht!“ schnarrt der Vogel den Direktor an,
dessen Bauch vor lauter Lachen wackelt.
Darf ich vorstellen, das ist Cäpt`n Cook.“
kichert der Direktor.
Langsam erscheint auch auf dem Gesicht des Kasperles ein Lächeln.
Er tritt an den Käfig.
Guten Morgen, Cäptn Cook,“ begrüßt er den Vogel, der ihn mit schief geneigtem Kopf misstrauisch mustert.
Steh nicht so krumm, putz dir die Füße ab,
steh gerade, mach kein so dummes Gesicht, halt den Schnabel dummer Vogel,“ schnarrt er plötzlich los.
Hieronymus lacht herzlich.
Er ist immer bei den Proben dabei,“ erklärt Direktor Quirinn,“ aber nun komm, der Kaffee ist fertig.“
Das lässt das Kasperle sich nicht zweimal sagen.
Vergnügt mit beiden Backen kauend, fragt er dann:
Habt ihr Arbeit für mich? Ich mache alles,
Ställe ausmisten, Manege säubern, jede Arbeit, die so anfällt.“
Und mit einem flehenden Blicke, bittet er:
Wenn ich nur mit euch reisen darf.“
Nachdenklich mustert ihn Direktor Quirin.
Warum möchtest du denn unbedingt mit
uns reisen? Wirst du von der Polizei gesucht?“
Hieronymus schüttelt heftig den Kopf und erzählt nun seine Geschichte, und dass er Meister Martin suchen möchte.
Das ist ja eine tolle Geschichte!“ ruft der Direktor, „ natürlich kannst du mit uns kommen. Wir kommen weit im Land herum und vielleicht finden wir deinen Meister Martin.“
Das Kasperle wirft seine rote Zipfelmütze in die Luft und brüllt: „Hurra!“
Sofort erschallte es über ihm.
Halt den Schnabel, dummer Vogel“
Später lernt dann Hieronymus die anderen der Truppe kennen.
Angela, die Seiltänzerin, Don Fernando, den Dressurreiter, Kasimir den Clown, Samson den Kraftmenschen und die Liliputaner Muck und Puck.
Während er sich mit jedem bekannt macht, kommt plötzlich über den Platz ein
behaartes Ding gelaufen, es hat die klauen artigen Hände über den Kopf gehalten, fletscht ein beängstigend großes Gebiss und kreischt, dass Kasperle eine Gänsehaut bekommt.
Vor Schreck fällt er rückwärts in eine Pfütze.
Hinter ihm tönt ein fröhliches „Iaaaah“ und eine weiche Schnauze stößt ihm in den Rücken.
Nachdem das brüllende Gelächter ringsum endlich verstummt ist, wird ihm dann noch Gina, der Schimpanse und der Esel Eulenspiegel vorgestellt.
Hieronymus weiß nicht soll er zornig sein oder lachen, doch als er in die vergnügten Gesichter ringsum blickt, muss auch er lachen.
Kasimir legt ihm kameradschaftlich den Arm um die Schultern.
Komm in meinen Wohnwagen, da kannst du dich umziehen auch kannst du bei mir wohnen.
Sie haben doch nichts dagegen Herr Direktor?“
Nein, das ist eine gute Idee, du bist der Einzige, der noch Platz hat.“
So wird das Kasperle in die große Zirkusfamilie aufgenommen und hat vorerst
einmal eine Heimat.


Habt ihr Eulenspiegel und Gina erkannt?
Sie haben in der Geschichte von "Pension Eulenspiegel" bereits mitgespielt.

Wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe ihr seid vom Hochwasser verschont geblieben.

Dienstag, 4. Juni 2013

Hieronimus Fortsetzung 3




Auch in der Puppenstube ist Ruhe
eingekehrt.
Hatschi!“
Hieronymus richtet sich auf.
Gesundheit!“ wünscht er höflich.
Das brauchst du mir gar nicht zu wünschen, denn schließlich bist du schuld,
dass ich mich erkältet habe,“ meint die Puppe Marion schnippisch.
Wieso bin ich schuld?“ will das Kasperle wissen, das jetzt hellwach ist.
Deinetwegen hat Vanessa mich auf den kalten Boden gesetzt, wo ich doch sooo empfindlich bin, hatschi!“
Marion zieht eine beleidigte Schnute.
Nun habe dich nicht so,“ brummt Teddy, der nun auch aufgewacht ist.
Du sei ganz ruhig, du ungehobelter Klotz.
Du weißt ja gar nicht, wie man sich einer Dame gegenüber benimmt!“ zischt die Puppe.
Dame, Zimperliese würde besser passen,“ brummt der Teddy ungerührt.
Hach! Egon! Hast du das gehört!“
Marion kneift den feinen Puppenmann in den Arm.
Schlaftrunken richtet sich dieser auf.
Was ist denn los?“ murmelt er und reibt sich verschlafen die Augen.
Man hat mich beleidigt und du schläfst!“ zetert die Puppe.
Wer, was, der soll nur herkommen, ich mache Kleinholz aus ihm!“ protzt Egon.
Ich war es,“ meldet sich Teddy.
Aber an mich wagst du dich ja nicht ran,“
spottet er gutmütig.
Ach du Teddy, ja, ich hm, tu das nie wieder.“
Der Bär lacht dröhnend.
Du Feigling!“ faucht die Puppe verächtlich.
Was ist denn hier los?“
Agatha, die Schildkröte schiebt sich näher.
Sie lässt ihren schmalen langen Kopf von einer Seite zur anderen pendeln und betrachtet die Bewohner der Puppenstube einen nach dem anderen.
Wer ist denn das!“
Sie deutet auf das Kasperle.
Das ist Hieronymus,“ antwortet der Plüschbär.
Vanessa hat ihn für heute Nacht hier einquartiert, was Marion wohl nicht gefällt!“
Agatha schüttelt den Kopf.
Diese Marion ist doch ein selten egoistisches Ding und dabei noch dumm wie Bohnenstroh,“ brummt sie.
Hach Egon, hast du das gehört! Man war
schon wieder unverschämt zu mir!“ kreischt die Puppe.
Die Schildkröte wirft ihr einen verächtlichen Blick zu, zieht Kopf und Beine unter ihren Panzer und ist nicht mehr zu sprechen.
Lasst uns wieder schlafen,“ brummt Teddy,
zieht sich die Decke über den Kopf und bald hört man sein zufriedenes Schnarchen.
Egon redet noch eine Weile beruhigend auf Marion ein, dann schlafen auch diese Beiden.
Hieronymus aber ist nicht mehr müde.
Er zieht die Beine an, schlingt die Arme um die Knie und wartet sehnsüchtig auf die ersten Sonnenstrahlen, um flugs aus dem Fenster zu klettern.
Die Kinder sind etwas enttäuscht, als sie am nächsten Morgen in die Puppenstube stürmen und das Kasperle nicht mehr vorfinden.
Doch sie verstehen, dass er so schnell wie möglich mit seiner Suche nach Meister Martin beginnen möchte.


Montag, 3. Juni 2013

Hieronimus Fortsetzung 2



Er verstaut den Erste Hilfe Kasten im Wagen und
einträchtig verlassen sie den Garten.
Vanessa, Peter wohin wollt ihr denn, um zwei Uhr gibt es Mittagessen!“ ruft die Mutter, die sie aus dem Fenster beobachtet hat.
Bis dahin sind wir zurück,“ verspricht Peter,
Und deine Hausaufgaben?“
Mache ich später!“
Schnell gehen sie weiter, bevor der Mutter noch etwas einfällt.
Der Obsthändler Apfelkern steht vor seinem Geschäft, die Hände über der grünen Schürze gefaltet, ein freundliches Lächeln auf seinem rotbackigen Gesicht.
Schmunzelnd betrachtet er die Katze, die es sich im Puppenwagen bequem gemacht habt.
Das ist ja mal eine besonders schöne Puppe,“ lacht er gemütlich, „ na ihr zwei, wollt ihr einen Apfel?“
Vanessa sagt höflich: „Nein danke!“
Doch Peter stößt sie in die Seite und ruft eifrig:
Gerne und die Vanessa will auch einen.“
Herr Apfelkern lacht, dass es die Straße hinauf und hinunter dröhnt.
Hahahaaaa! Die Vanessa will keinen Apfel,
aber der Peter gleich zwei.“
Noch immer lachend zaubert er aus seiner Schürze eine braune Tüte und füllt sie mit Obst und reicht sie Peter.
Genügt das?“ fragt er schmunzelnd.
Peter nickt und bedankt sich.
Seine Schwester schimpft ärgerlich,
nachdem er die Tüte im Puppenwagen verstaut hat.
Nun müssen wir auch noch das ganze Obst mitschleppen und das Männlein wird keinen Platz mehr haben.“
Aber gerade wegen dem Männlein habe ich das Obst genommen, es wir sicher Hunger haben, wenn es solange schon dort draußen liegt,“ verteidigt sich Peter hitzig.
Hm!“ macht Vanessa nur und schweigend marschieren sie weiter.
Flocki kommt ihnen schon entgegen gelaufen und sie folgen ihm zu dem Verschütteten.
Während Peter das Kasperle ausgräbt, fährt Vanessa den Puppenwagen zu dem Sofa.
Sie nimmt die Tüte heraus, öffnet den Verbandskasten und schüttelt die Kissen auf.
Es dauert nicht lange bis Peter mit Hieronimus, voran Flocki und Maunz über den Platz kommen.
Als sie näher treten hält das Mädchen die Luft.
Du stinkst!“ ruft sie entsetzt.
Das Kasperle lächelt kläglich.
Ich weiß, ich liege ja schon zwei Tage unter dem Abfall. Gibt es hier in der Nähe keinen Bach?“
Doch drüben im Wäldchen.“ meint Peter
und weist mit der Hand hinüber zum Kiefernwald.
Bald planscht das Kasperle im Wasser und freut sich  den ganzen Dreck loszuwerden.
Vanessa wäscht seine Kleider und breitet sie in der Sonne aus.
Hieronimus trocknet sich mit einem Büschel Gras ab und Peter hat inzwischen ein großes Pflaster zurecht geschnitten und klebt es auf den verletzten Arm des Kasperles.
Vanessa kommt mit den noch feuchten Kleider herüber.
Sie sind leider noch nicht trocken, aber wir müssen nach Hause.“
Warum hast du es denn so eilig,“fragt Peter ungeduldig.
Seine Schwester deutet auf den Kirchturm, der etwas entfernt noch zu sehen ist.
Die Uhr war aber deutlich zu erkennen.
Es ist bald zwei Uhr und Papa kommt aus der Klinik und du weißt, er mag es nicht wenn wir unpünktlich zum Essen kommen.“
Peter nickt und hilft dem Kasperle in die feuchten Kleider.
Im Garten angekommen führen sie
Hieronymus zu der Bank unter dem Birnbaum und drücken ihm die Tüte mit Obst in die Hand und laufen ins Haus.
Na, das war aber höchste Zeit, die Suppe steht schon auf dem Tisch,“ werden sie von Verena empfangen.
Vanessa schmiegt sich an die Mutter.
Aber wir sind doch nur ein klitzekleines Stückchen zu spät gekommen.“
Verena gibt ihr einen Klaps.
Alte Schmeichelkatze!“
Aber nun wascht euch die Hände!“
Die Kinder haben es heute eilig mit dem Essen.
Immer wieder schauen sie ungeduldig zu ihrem Vater, der langsam und bedächtig isst und immer als letzter fertig wird.
Endlich dürfen sie aufstehen!
Hieronymus hat das Obst gegessen und sitzt nun träge und zufrieden auf der Bank.
Die Kinder setzen sich neben ihn.
Glücklich bedankt sich das Kasperle, doch Peter winkt ab und späht neugierig in die Tüte.
Hast du alles gegessen?“
Nein, hier ist noch ein Apfel.“
Peter beißt herzhaft in die Frucht.
Vanessa hat nachdenklich die Stirn gekraust und kaut an der Unterlippe.
Du Hieronymus?“ beginnt sie zögernd,
wie bist du eigentlich auf den Müll gekommen?“
Das eben noch lachende Gesicht des Kasperles wird ganz traurig und dicke Tränen kullern über sein Gesicht.
Das Mädchen springt erschrocken auf.
Bitte, bitte, wenn es dir so weh tut, will ich es gar nicht wissen.“
Hieronymus schüttelt den Kopf, wischt sich die Tränen ab, schnieft noch ein wenig, dann erzählt er ihnen von Meister Martin, dem bösen Sandor und Fridolin.
Die Kinder sind sehr nachdenklich und Vanessa seufzt.
Wie es wohl dem armen Fridolin ergangen ist?“
Bestimmt nicht gut,“ meint Hieronymus traurig.
Peter wirft den Apfelbutzen auf den Kompost
neben dem Erdbeerbeet und Flocki, der das für ein Spiel hält, springt auf und hechtet japsend hinterher.
Maunz schüttelt den Kopf und schmiegt sich an Peters Knie.
Gedankenverloren krault der Junge die zufrieden schnurrende Katze.
Was willst du nun unternehmen?“ fragt er aus seinen Gedanken heraus.
Natürlich werde ich Meister Martin suchen.“
Du wirst ihn bestimmt finden,“ tröstet Vanessa, „ aber nun lasst uns spielen.“
Der Nachmittag vergeht schnell und als die Dämmerung ihre grauen Schleier über das Land breitet, ruft Verena die Kinder herein.
Komm mit Hieronymus, du kannst im Puppenbett schlafen.“
Vanessa nimmt das Kasperle an der Hand und gemeinsam laufen sie ins Haus.
Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bäumen und überlässt dem Mond ihren Platz.
Die Vögel hören auf zu zwitschern und kuscheln sich in ihre Nester und schließen die Augen.
Der kleine Igel kommt aus seinem Versteck und huscht schnüffelnd durch das Gras.