Freitag, 31. Januar 2014

Geplauder und ein Gedicht


Vor einigen Jahren sagte eine Bekannte zu mir, nachden sie eine Geschichte von mir gelesen hatte:
"Deine Kinder in den Geschichten sind viel zu höflich."
Kann man denn wirklich zu höflich sein?
Und warum sollen Kinder das nicht sein?
Wir wurden sehr höflich erzogen und durften niemals frech zu älteren Personen sein.
Kürzlich habe ich einen alten Schwarz-weiß-Film aus den sechzigern gesehen und musste schmunzeln, als der sechsjährige Junge einer alten Frau die Hand gab und einen Diener machte.
Tatsächlich haben wir bei der Begrüßung schön unsere Patschhand gegeben und einen Knicks gemacht.
Mein Vater hatte einen Lieblinsspruch:
"Mit dem Hut in der Hand kommt man durch das ganze Land!"
Das habe ich mir gemerkt und lebe bis heute danach.
Ich muss gestehen, immer ist es nicht leicht, besonders wenn man bonierten Menschen begegnet, aber es gelang mir bisher immer die Höflichkeit zu wahren.
Vielleicht manchmal mit einem bissigen Unterton, aber der wurde sowieso von denjenigen nicht verstanden.
Gut, letztes Jahr habe ich einer automatische Ansage, nachdem sie mich zum xtenmal aufgefordert hatte, die Nummer 2,3 oder 1 zu drücken, das bekannte Zitat von Götz von Berlichingen an den Kopf geworfen.
Aber ich denke mal bei einem Roboter muss ich mich nicht entschuldigen. 
Und im Knigge gibt es auch keine Anweisungen wie man Roboter behandelt.
Auf jeden Fall macht die Höflichkeit den Umgang miteinander viel einfacher und da sollte man doch schon in der Kindheit damit anfangen.
Deshalb werden meine Kinder in meinen Geschichten weiterhin höflich sein.
Schließlich sind sie auch irgendwie meine Geschöpfe.

Am Sonntag soll es ja schneien, der Winter hat doch noch beschlossen uns zu beglücken.
Und mit einem schönen Gedicht über den Winter von meinem Freund "Die Nachtigall" möchte meine heutige Plauderei beschließen.



 





Es ist Winter
  
Nun hat er Winter mit kalter Hand
Weiß alles zugedeckt im ganzen Land
Die Flur erscheint im Nebel grau
Den Bäumen hat man alles Laub geraubt

Alle Blumen rot, blau und weiß
Liegen zugedeckt unter kaltem Eis
Doch liebe Blümchen hofft nun nicht
Wir verlieren ein holdes Angesicht

Auch von mir gibt es kein Sterbelied
Wir warten bis es wieder blüht
Ruhe gibt es in der Natur und Schweigen
Als wollt sie den Menschen die Vergänglichkeit zeigen

Die See hat eine Haut bekommen
Ein Fisch kommt angeschwommen
Unterm Eis ist er dann
Stößt vorsichtig mit der Nase dran

Der Winter aber ist nicht von Dauer
Trotz Schnee, Eis und Kälteschauer
Bald kommt die Sonne wieder mit warmen Schein
Und dann wird auch wieder Frühling sein 


Die Nachtigall




 

Mittwoch, 29. Januar 2014

Der gute Kobold Ende

 



Rosamund betritt den Raum und setzt sich neben ihren Mann.
Zenko schmunzelt über die erwartungsvollen Gesichter ringsum.
Bedächtig an seiner Pfeife ziehend, beginnt er:
Wie wir alle wissen, wurde vor vielen Jahre Prinz Mirzel entführt und bis heute wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.“
Das Schluchzen der Königin unterbricht ihn und der König ruft unwillig:
Willst du alte Wunden wieder aufreißen!“
Geduld, Majestät.
Vor einiger Zeit berichteten mir die Tiere, dass es bei den Zwergen einen Jungen gibt, der ihnen hilft, ihre Wunden versorgt und sich benimmt, als wäre er einer von uns.
Und deshalb beobachtete ich Mateo schon lange bevor er zu uns kam.“
Und worauf willst du hinaus?“
Mit gerunzelter Stirn betrachtet der König seinen Minister.
Die Königin aber ist leichenblass geworden und drückt beide Hände aufs Herz.
Er will damit sagen, dass Mateo unser Sohn ist,“ flüstert sie.
Sie springt auf und umarmt Mateo, der nicht weiß, wie ihm geschieht.
Ich habe es gefühlt, sofort und konnte es mir nicht erklären!“
Beide haben Tränen in den Augen.
Der König ist noch unentschlossen.
Lilofee betritt die Halle und betrachet schmunzeln Mutter und Sohn.
Da komme ich ja gerade recht. Es stimmt nämlich, Mateo ist Prinz Mirzel.“
Nun umarmt auch der König seinen Sohn.
Sei herzlich willkommen mein Junge, auch wenn du mit dieser schrecklichen Koboldgestalt bestraft bist, mein Volk wird dich trotzdem als Prinz Mirzel anerkennen.
Lilofee schmunzelt.
Keine Bange, er muss nicht mit dieser Gestalt herum laufen, der große Druide gab mir einen Gegenzauber.“
Sie reicht Mateo die goldenen Nüsse und als dieser sie gegessen hat, fangen seine Glieder an, sich zu verändern und es steht ein hübscher junger Zwergenprinz vor ihnen.
War das eine Aufregung.
Alles plappert durcheinander.
Nur Melisande steht still abseits.
Leise wendet sie sich um und geht.
Traurig läuft sie den Weg zum Dorf hinunter, ohne ihre Umgebung wahrzunehmen.
Mit Tränen in den Augen achtet sie nicht auf Frau Schnecke, die sich eilends in Sicherheit bringt, hört nicht das herrliche Trillern der Lerche.
Blind vor Tränen hastet sie dahin.
Melisande, Melisande, so warte doch!“
Prinz Mirzel ist ganz atemlos, als er sie endlich einholt.
Warum läufst du denn davon?“
Du bist doch jetzt ein Prinz und ich bin nur die Tochter des Gärtners,“ schluchzt das Mädchen.
Prinz Mirzel wischt ihr liebevoll die Tränen ab.
Kleines Dummchen, denkst du, weil ich anders aussehe bin ich nicht mehr dein Mateo!“
Melisande blickt in seine warmen braunen Augen und jubelt:
Ja, du bist mein Mateo!“
Na, also,“ brummt Mirzel, der nun ein großes Selbstvertrauen besitzt, denn endlich weiß er, wohin er gehört.
Er ist nicht mehr heimatlos.
Er nimmt Melisandes beide Hände und sieht ihr ernst in die Augen.
Liebe Melisande, willst du meine Frau werden?“
Ja!“ jubelt das Mädchen und fällt ihm um den Hals.

Sicher könnt ihr euch vorstellen, wie im Schloss nun gefeiert wurde.

Die Hochzeit von Prinz Mirzel und seiner Melisande habe ich 2012 hier eingestellt.
Ich habe den Link in "Geschichten auf einen Blick" über dem Link vom "der gute Kobold Ende" eingesetzt, wenn jemand diese Geschichte noch einmal lesen will.
 


Dienstag, 28. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 13





Mateo und Melisande sind auf dem Weg zum Bach, um Wäsche zu waschen.
Gemeinsam tragen sie den Korb.
Plötzlich stürzt aus den Büschen eine Horde Kobolde..
Allen voran Flip, der älteste Sohn von Kuddelmuddel.
Erschrocken bleiben die beiden Verliebten stehen und der Wäschekorb landet im Gras.
Breitspurig baut sich Flip vor Mateo auf, seine Augen funkeln boshaft.
Wen haben wir denn da, den tugendsamen Mateo, hahahaaa!“
Mateo funkelt den Kobold böse an, er hat keine Angst.
Mach den Weg frei, Flip, und lass uns vorbei!“
Und wenn nicht?“
Tückisch blitzen die Augen des Koboldprinzen.
Mit geballten Fäusten stürzt sich Mateo auf Flip.
Melisande, die keiner beachtet, läuft schnell fort, um Hilfe zu holen.
Glücklicherweise trifft sie auf Zenko, der sofort einige Soldaten holt und mit ihnen zum Bach hinunter eilt.
Mateol und Flip balgen sich auf dem Boden, umgeben von den begeistert laut anfeuernden Kobolden.
Als sie aber die Soldaten den Hang herunter kommen sehen rennen sie schnell davon, verfolgt von den Zwergen.
Die beiden Kämpfenden bekommen von alledem nichts mit.
In blinder Wut prügeln sie aufeinander ein.
Zenko nimmt sie kurzerhand am Kragen und schüttelt sie wie
zwei junge Hunde.
Während die Soldaten Flip in den Turm abführen eilt Melisande zum Bach.
Mit dem nassen Taschentuch wäscht sie Mateos blutverschmiertes Gesicht.
Liebevoll lächelnd dankt dieser und nimmt ihre Hand und lässt sie nicht mehr los.
Schmunzelnd beobachtet Zenko die beiden, dann meint er:
Nimm Mateo mit zu euch und verarzte ihn, dann kommt bitte beide auf das Schloss.“
Die jungen Leute sammeln noch die verstreute Wäsche ein, dann gehen sie zurück in die Gärtnerei.
Mateo wäscht sich an der Pumpe und Agnes bringt ihm Hose und Hemd von Viktor.
Angeekelt betrachtet sie die blutverschmierte Kleidung auf dem Boden.
Mit spitzen Fingern hebt sie diese auf und wirft sie in den Müll.
Auch Melisande hat sich inzwischen umgezogen und gemeinsam gehen sie zum Schloss.
Mateo zögert etwas vor dem Portal, doch Melisande zieht ihn einfach in die Halle.
König Murzel sitzt an einem aus groben Stein gehauenen Tisch und sieht ihnen Stirn runzelnd entgegen.
Mateo verneigt sich, ohne Melisandes Hand loszulassen.
Der König nickt grüßend und deutet auf die Stühle neben Zenko.
Setzt euch bitte, Zenko will uns etwas Wichtiges berichten.
Wie ich hörte, ist der älteste Sohn von Kuddelmuddel mit seinen Männern in unser Reich eingedrungen und dass er jetzt im Turm sitzt haben wir euch zu verdanken. Sehr lobenswert.“
Er räuspert sich.
Nun Zenko, was gibt es so Wichtiges?“
Dieser stopft gemütlich sein Pfeifchen.
Es wäre schön, wenn auch die Königin bei diesem Gespräch anwesend wäre,“ brummt er und lässt ein Streichholz aufflammen.
Bald steigen kleine Wolken aus der Pfeife.


Montag, 27. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 12






Walburga probiert gerade einen neuen Zauberspruch aus:
Hexe, Mexe, Krötenstein, sollst sofort mein Diener sein!“
Ein dicker plumper Frosch sitzt im Gras und glotzt die Hexe an, die mit ihrem Zauberstab vor ihm herum fummelt, dann quakt er laut und hüpft davon.
Zornig schleudert Wally den Zauberstab fort und auf einmal regnet es Federn.
Eine schimpfende Esmeralda landet im Gras.
Bist du verrückt, warum wirfst du mit dem Zauberstab nach mir!“
Weil ich wütend bin!“ faucht Walburga.
Dann wirst du vielleicht noch wütender, wenn ich dir berichte, was ich erfahren habe.“
Wenig später ist die Hexe unterwegs ins Koboldreich.

König Kuddelmuddel hat inzwischen von seinen Spionen erfahren, dass Mateo mitten unter den Zwergen lebt.
Als ihm erstmals berichtet wurde, dass Mateo im Zwergenturm schmachtet, war seine Freude groß.
Der Zwergenkönig hält seinen eigenen Sohn gefangen.
Welche Ironie!
Aber, dass Mateo nun geduldet wurde und bei den Zwergen lebt, nein das gefällt ihm ganz und gar nicht.
Huiiiiiiiiiiiiii! Wally saust auf ihrem Besen durch das Fenster, streift den Kronleuchter, dass er klirrt, wirbelt den Staub auf dass Kuddelmuddel einen Hustenanfall bekommt und landet schließlich, wobei sie etliche Stühle umwirft.
Was fällt dir eigentlich ein!“ brüllt der Koboldkönig und beginnt wieder heftig zu husten.
Nun reg dich ab,“ Wally gibt dem Besen einen Fußtritt und stapft durch den Raum.
Hör lieber zu, was ich zu berichten habe.“
Kuddelmuddel läuft wütend um seinen Thron herum, als die Hexe ihm alles erzählt hat.
Nein! Das war nicht seine Absicht gewesen!
Am liebsten wäre ihm gewesen, wenn Mateo im Zwergenturm verschmachtet wäre, ohne dass Murzel jemals erfahren hätte, dass er eigentliche sein Sohn war.
Kuddelmuddel platzt fast vor Wut und brüllt nach der Wache.



Sonntag, 26. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 11


Mit dem Ring im Schnabel fliegt die Feldlerche zum Schloss zurück, direkt in das Arbeitszimmer von Hokuspokus und verwandelt sich wieder in Lilofee.
Der Zauberer sitzt immer noch gedankenverloren auf seinem Stuhl.
Lilofee beugt sich über seine Schulter und lacht spitzbübisch.
Onkel Pokus, nun rate mal, was ich hier habe?“
Dieser seufzt gequält.
Kind, mir ist wirklich nicht nach Späßen zumute.“
Das Mädchen legt den funkelnden Ring auf den Schreibtisch und freut sich diebisch über das fassungslose Gesicht ihres Patenonkel.
Schnell klärte sie ihn über die üblen Pläne von Wally auf, worauf Hokuspokus empört erklärt: „Die Suppe wollen wir ihr versalzen!“
Lilofee setzt sich auf die Schreibtischkante und lässt vergnügt die Beine baumeln.
Fröhlich meint sie: „Ich glaube, du wirst schon fertig mit ihr, aber nun brauche ich deine Hilfe.
Erinnerst du dich noch an die Entführung des kleinen Zwergenprinzen?
Weißt du, mir gehen da einige Gedanken durch den Kopf... .

Mühsam marschiert Hokuspokus den steilen Hang hinauf und dabei schnauft er, stöhnt und brummelt vor sich hin.
Lilofee wirft ihm einen verschmitzten Blick zu.
Alter Grantler, gleich haben wir es geschafft.“
Ächzend setzt sich der alte Mann auf einen Stein und wischt sich mit einem großen karierten Tuch den Schweiß von der Stirn.
Ich kann nicht mehr!“
Aber sieh doch, wir haben es geschafft!“
Lilofee deutet auf eine große Höhle nicht weit entfernt.
Mühsam erhebt sich der alte Zauberer und sie treten ein.
Das Innere der Höhle ist in gespenstisches Licht getaucht.
Kristalle hängen an den Wänden und klirren aneinander.
Ein kleiner Bach sucht sich einen Weg durch das Geröll.
Langsam tasten sich die Beiden durch das Felsengewirr.
Dann geht es nicht mehr weiter.
Ein großer Felsen versperrt den Weg und davor steht ein kleines verwachsenes Wesen.
Was wollt ihr?“ piepst es.
Lilofee lächelt freundlich.
Wir würden gerne den großen Meister um Rat fragen, kannst du uns bitte zu ihm führen?“
In welcher Angelegenheit?“ schnarrt das Männchen.
Ich würde ihm das gerne selber sagen, könntest du uns zu ihm führen?“
Ich werde den hohen Meister fragen. Wen darf ich ihm melden?“
Seinen alten Freund Hokuspokus und Lilofee, die Waldkönigin.“
Wartet hier“
Er klopft an den Felsen und verschwindet durch den schmalen Spalt der sich öffnet und sofort wieder hinter ihm verschließt.
Kurze Zeit später gleitet der Felsen zur Seite und umgeben von unzähligen Leuchtkäfern tritt der Druide heraus.
Sein langer weißer Bart flattert im Wind und seine klugen Augen mustern die Beiden.
Ein freundliches Lächeln gleitet wie ein Sonnenschein über sein Gesicht und er umarmt Hokuspokus.
Lange nicht gesehen alter Freund,“ murmelt er und auch der alte Zauberer ist gerührt.
Er deutet auf Lilofee.
Das ist Lilofee, die Tochter von Theoderich, auch einem Freund aus unseren Jugendtagen.“
Der Druide begrüßt Lilofee freundlich.
Ich habe bereits viel von dir gehört, dein Vater kann stolz auf dich sein.“
Lilofee knickst ehrerbietig.
Großer Druide, danke, dass du uns empfangen hast.
Ich brauche deinen Rat und deine Hilfe.“
Dann kommt mit!“
Er führt sie durch das Felsentor in einen erstaunlich gemütlich eingerichteten Raum und während die kleinen Erdmännchen eifrig hin und her huschen, um die köstlichsten Speisen aufzutischen, erzählt Lilofee von ihrer Vermutung, dass es sich
bei Mateo um den geraubten Zwergenprinzen Mirzel handelt.
Der Druide zieht sich zurück, um seine Zauberkugel zu befragen.
Wenig später verlässt Lilofee das Druidenschloß, sorgsam in der Tasche verwahrt die Zaubernüsse für Mateo.
Hokuspokus ist bei seinem Freund geblieben.
Leider bemerkt Lilofee diesmal nicht, dass die heimtückische Esmeralda alles beobachtet hat und eilends zu Wally fliegt.


Ich wünsche euch einen schönen Sonntag

Eure Märchenfee

Samstag, 25. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 10




Lilofee hüpft von der Fensterbank, umarmt ihren Onkel und läuft die Treppen hinunter.
Schnell dreht sie ihren Zauberring und verwandelt sich in eine braune, unauffällige Lerche.
In sicherem Abstand verfolgt sie Esmeralda, die sich ohne umzuschauen direkt dem Haus der Hexe Wally nähert.
Wally sitzt mit Knolly ihrer Freundin in ihrem Garten.
Lilofee lässt sich leise auf einem Baum nieder und verdeckt von dichten Blättern beobachtet sie die beiden Hexen.
Esmeralda trippelt aufgeregt vor den Freundinnen herum und ruft atemlos.
Lilofee ist bei Hokuspokus und hätte mich beinahe entdeckt!“
Nanu, du wirst dich doch vor dem jungen Ding nicht fürchten?“ lacht Wally.
Esmeralda kann sich nicht still halten. Mit aufgeplusterten Federn und flatternden Flügeln läuft sie aufgeregt durch den Garten und jammert:
Oje, oje, hätte ich mich doch niemals von dir überreden lassen, ojeojeojemine!“
Wally zuckt mit den Schultern und wendet sich an ihre
Freundin.
Hör zu Knolly, ich will dir meinen neuesten Streich erzählen.
Du kennst doch den Zauberer Hokuspokus.
Schon lange bin ich auf den Tannenwald scharf, der an mein Gebiet grenzt.
Was könnten wir dort für tolle Hexenpartys feiern!
Leider gehört er Hokuspokus und der wird ihn mir nie geben.
Deshalb habe ich mir etwas ausgedacht.“
Sie kichert boshaft.
Ich habe aus meinem Ring, du weißt, den ich von meiner Urgroßmutter habe, den Rubin heraus gebrochen und ihn mit gut gespielter Leidensmiene zu dem alten Zauberer gebracht.
Es gelang mir sogar ein paar Tränen herauszuquetschen.“
Wally schlürft genussvoll von dem heißen Kräutertee, dann erzählt sie weiter.
Du weißt ja Hokuspokus ist ja so weichherzig und hilfsbereit. Hihiiiiii! Ich ließ ihn durch Esmeralda beobachten und als der alte Zausel den Ring repariert hatte, hat ihn Esmeralda gestohlen.“
Sie prustet los und auch Knolly kann sich nicht länger still halten.
Das Gelächter der beiden Hexen ist weithin zu hören.
Die Rehe halten inne beim Äsen, die Hasen stellen ihre Löffel und der Fuchs hätte beinahe seine Beute fallen lassen.
Selbst Meister Specht unterbricht für kurze Zeit sein eifriges Klopfen.
Noch immer triumphierend hält Wally den Ring in die Höhe.
In diesem Moment fliegt eine Lerche aus dem Gebüsch, schnappt sich den Ring und steigt in die Höhe.
Die beiden Hexen sehen ihr fassungslos nach.
Esmeralda, so tu doch was!“ kreischt Wally,
Die Elster, die immer noch jammernd herum trippelt, hebt fragend den Kopf.
Was ist denn los?“
Oh du dummes Ding! Hast du gehört, Knolly, die hat überhaupt nichts mitbekommen!“
Wally rauft sich die Haare!
Knolly findet das so komisch, dass sie fast vom Stuhl fällt vor Lachen.



Freitag, 24. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 9




Gemächlich schreitet Schneeflocke durch den Wald.
Lilofee ist auf dem Weg zu ihrem Patenonkel, dem Zauberer Hokuspokus.
Der Wald lichtet sich und vor ihnen breitet sich eine weite blühende Wiese aus.
Freudig wiehert die Stute und trabt übermütig durch das Gras.
Lilofee lenkt das Pferd den gewundenen Pfad hinauf und mit fliegender Mähne galoppiert Schneeflocke in den Schlosshof.
Dem herbeieilenden Stallburschen reicht Lilofee die Zügel der übermütigen Schneeflocke und eilt die breiten Marmorstufen hinauf.
Mit strahlendem Lächeln wird sie von der Hausdame Friska, einer pummeligen Zwergin, begrüßt.
Vergnügt beugt sich Lilofee zu dem alten Fräulein hinunter und drückt ihr einen Schmatz auf die Backe.
Hallo, Friska, lange war ich nicht mehr da.“
Und ihr kommt gerade zur rechten Zeit. Seit Tagen schon verkriecht sich der Herr in seinem Arbeitszimmer, murmelt ständig vor sich hin und will nichts essen und trinken.“
Die Zwergin sieht ganz bekümmert aus.
Beruhigend klopft ihr Lilofee auf die Schulter.
Dann will ich mal sehen, was ich machen kann!“
Sie klopft an die hohe Tür und tritt leise ein.
Hokuspokus sitzt an seinem Schreibtisch, sein Gesicht in
beiden Händen vergraben und hat das Klopfen überhaupt nicht gehört.
Er zuckt zusammen, als Lilofee ihm die Hand auf die Schulter legt, doch dann strahlt er.
Hallo Onkel Pokus!“
Das Mädchen benutzt den Kosenamen aus Kindertagen.
Meine kleine Lilly, wie schön, dass du mich wieder einmal besuchst.“
Besorgt betrachtet Lilofee das graue kummervolle Gesicht.
Was ist los?“
Ich habe ein schlimmes Problem.“
Erzähl mir, wo drückt der Schuh?“
Die Fee setzt sich auf den Schreibtisch und sieht ihren Paten erwartungsvoll an.
Dieser kraust kummervoll die Stirn.
Du kennst doch die Hexe Wally. Sie hat mir ihren Ring, den mit dem großen Rubin, vorbei gebracht, da der Stein aus der Fassung gebrochen war.
Der Ring ist ein wertvolles Familienerbstück.
Und du weißt, dass ich mich ein wenig mit der Goldschmiedekunst befasse.
Morgen ist Walpurgisnacht und Wally will vorher den Ring abholen.“
Der alte Zauberer seufzt tief auf und starrt bekümmert vor sich hin.
Lilofee betrachtet ihn liebevoll.
Onkel Pokus, wo liegt das Problem, kannst du den Ring nicht reparieren?“
Doch, doch, der Ring ist wieder wie neu, eine gut Arbeit von mir.“
Er schmunzelt zufrieden, doch dann wird sein Gesicht wieder düster.
Ich kann den Ring nicht mehr finden und dabei war ich mir sicher, dass ich ihn hier auf den Tisch gelegt habe. Aber du weißt ja, wie zerstreut ich manchmal bin.“
Du denkst, du hast ihn verschusselt, komm wir suchen nach dem Ring.“
Hokuspokus winkt müde ab.
Kind, seit Tagen mache ich nichts anderes!“
Lilofee setzt sich auf die Fensterbank, schlingt die Arme um die Knie und blickt nachdenklich ins Grüne.
Wally kann sehr ungemütlich werden, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht.“
Ich weiß, deshalb versuche ich auch immer, mit ihr gute Nachbarschaft zu halten.“
Hokuspokus senkt traurig den Kopf.
Eine Weile ist es still im Zimmer.
Lächelnd beobachtet Lilofee einen Zitronenfalter, der fröhlich über die Wiese gaukelt und sich dann auf einer Blume niederlässt.
Eifrige Bienen schwirren laut summend um die Blüten des Kirschbaumes.
Eine Elster flattert auf das Turmfenster zu, als sie Lilofee sieht, erschrickt sie, schlägt einen Bogen und verschwindet im Wald.
Nanu?“ wundert sich Lilofee, “ das war doch Esmeralda, sieht aus, als hätte sie ein schlechtes Gewissen.“


Donnerstag, 23. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 8




Mateo kniet vor den Bohnenstangen, lockert vorsichtig die Erde und zupft hier und da ein gelbes Blatt ab.
Er ist so vertieft in seine Arbeit und bemerkt gar nicht, dass er beobachtet wird.
Königin Rosamund hatte den Garten betreten, um ihre Freundin Agnes zu besuchen und steht nun hinter ihm.
Und obwohl sie Kobolde hasst, fühlt sie sich seltsamerweise
zu Mateo hingezogen.
Verwundert über ihre eigenen Gefühle, geht sie leise weiter.
Agnes hat schon Kaffee gekocht und ein leckerer Napfkuchen steht auf dem schön gedeckten Tisch.
Wie so oft, reden sie von dem kleinen Prinzen Mirzel, was für süße Pausbäckchen er hatte, wie herzhaft er kichern konnte und... .
Melisande kommt ins Zimmer und begrüßt den Gast freundlich.
Mit einem liebevollen Blick betrachtet die Königin das Mädchen.
Melisande, du wirst immer hübscher.“
Sie zwinkert vergnügt.
Hast du denn schon einen Liebsten?“
Das Mädchen errötet und Agnes lächelt.
Ich weiß zwar nicht, ob Meli schon einen Freund hat, aber ich bin sehr stolz auf sie.“
Melisande winkt verlegen ab: „Nun hör schon auf, Mama, gib mir lieber ein Stück Kuchen, oder besser noch zwei.“
Agnes lacht und schneidet zwei dicke Scheiben ab.
Hier für dich und Mateo, und nun lauf schon.“
Die Königin sieht nachdenklich dem davon eilendem Mädchen nach.
Weißt du Agnes, obwohl Mateo einer dieser schrecklichen Kobolde ist, gelingt es mir nicht ihn zu hassen. Es ist ganz eigenartig.“
Ihre Freundin nickt heftig.
Uns geht es genauso. Wir haben Mateo ins Herz geschlossen, fast wie einen Sohn!“
Rosamund sieht sie ernst an.
Ich glaube, Melisande liebt ihn?“
Agnes nickt bekümmert.
Sie werden es nicht einfach haben,“ meint die Königin, „ aber
wenn ich helfen kann, wendet euch an mich.“
Die Tür geht auf und Viktor guckt vergnügt herein.
Hmmm, hier duftet es nach Kaffee, habt ihr noch ein Tässchen über, für einen schwer arbeitenden Mann?“
Bald sitzt auch Viktor bei ihnen und die Gespräche drehen sich um andere Themen.
Doch auch der schönste Nachmittag geht zu Ende und die Königin muss ich verabschieden.
Als sie an Mateo vorbei geht, der gerade die Gurkenpflanzen gießt, grüßt sie freundlich.
Mateo sieht ihr versonnen hinterher und es ist ihm ganz seltsam ums Herz.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 7



Bald haben sie die kleine Gärtnerei von Melisandes Eltern erreicht und das Mädchen öffnet das Tor.
Kommst du mit?“
Mateo zögert.
Sie haben dich verspottet, meinetwegen.“
Melisande zuckt mit den Schultern.
Ach, das sind doch nur dumme Gänse. Ich mag dich und bin stolz auf unsere Freundschaft.“
Mit glücklich leuchtenden Augen folgt der Kobold dem Mädchen ins Haus.
Melisandes Mutter ist am Anfang etwas zurückhaltend dem Gast gegenüber, doch Mateos freundliche, bescheidene Art gewinnt auch ihr Herz.
Als Viktor das Zimmer betritt sitzen die drei gemütlich plaudern
bei Kaffee und Kuchen.
Hallo Viktor, möchtest du auch eine Tasse Kaffee?“ begrüßt ihn Agnes.
Ja, ja, ich will nur schnell meine Hände waschen,“ brummt dieser und mustert Mateo mit einem nachdenklichem Blick.
Doch wenig später sitzt er dann in seinem gemütlichen Sessel und fachsimpelt mit dem Kobold über Kräuter.
Draußen wird es dunkel und Agnes zündet die Lampen an.
Mateo wirft einen Blick aus dem Fenster und meint bedauernd:
Leider muss ich jetzt gehen, denn Zenko und Pummelchen machen sich bestimmt schon Sorgen.“
Sicher doch mein lieber Mateo und komm bald wieder vorbei du bist immer willkommen bei uns,“ erklärt Agnes.
Viktor räuspert sich.
Hättest du nicht Lust, mein Junge, mir in der Gärtnerei zu helfen. Ich könnte einen tüchtigen Gesellen gebrauchen.“
Der Kobold strahlt. „Gerne!“
Na, dann bis morgen früh, abgemacht?“
Abgemacht!“
Melisande nimmt seine Hand.
Ich begleite dich noch hinaus.“
Ohne seine Hand loszulassen schlendert sie mit ihm durch den Garten.
Bis morgen Mateo,“ sagt sie leise, stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst ihn auf die Wange.
Schnell schließt sie das Tor und läuft ins Haus.
Mateo aber schwebt wie auf Wolken.
Zenko und Pummelchen habe sich schon Sorgen gemacht und sind froh, als sie ihn sehen.
Mit leuchtenden Augen erzählt er ihnen von seinen neuen Freunden.
Zenke sieht versonnen dem Rauch seiner Pfeife nach und schmunzelt.
So,so, ausgerechnet die Kinderfrau des Prinzen hat dich in ihr Herz geschlossen.

Dienstag, 21. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 6


Nun folgt mir wieder ins Zwergenreich.

Mateo schlendert in Gedanken versunken am Bach entlang und setzt sich in der Nähe des Ufers ins Gras.
Silberne Forellen schlängeln blitzschnell durch das klare Wasser.
Libellen sausen dicht über der Wasseroberfläche auf Jagd nach Beute.
Ein dicker Frosch quakt und plumpst in den Bach.
Der Himmel spiegelt sich in dem ruhig dahin fließendem Wasser und die Sonne wirft goldene Pünktchen in die klare Oberfläche des Baches.
Mateo spürt, wie seine traurigen Gedanken verschwinden und sein Herz auf einmal ganz leicht wird.
Es raschelt in den Büschen und ein Zwergenmädchen bahnt sich einen Weg durch das Gebüsch, einen Korb mit schmutziger Wäsche unterm Arm.
Erschrocken bleibt es stehen, als es den Kobold erblickt.
Mateo springt auf, stolpert und landet bäuchlings vor dem Mädchen.
Kläglich lächelt er.
Du musst keine Angst haben.“
Das Mädchen lacht fröhlich und reicht ihm die Hand.
Das denke ich auch,“ meint es vergnügt und betrachtet den verlegenen Mateo.
Ich habe von dir gehört, du wohnst bei Zenko.
Zenko ist mein Patenonkel und wenn er dir vertraut, dann vertraue ich dir auch.“
Dieser Meinung sind nicht viele hier,“ murmelt Mateo bitter.
"Die Kobolde haben mich verstoßen und die Zwerge können mich nicht leiden.
Ich bin ein Heimatloser, eine Niemand!“
Lass ihnen Zeit, die Wut auf die Kobolde ist sehr groß, seit der Prinz verschwunden ist,“ tröstet ihn das Mädchen.
Sie geht zum Ufer und stellt den Korb ab.
Mateo wendet sich um und will gehen.
Bleib doch, ich will dich nicht vertreiben, ich heiße übrigens Melisande.“
Du hast nichts dagegen?“
Nein, Mateo!“ Das Mädchen schenkt ihm ein strahlendes Lächeln.
Gemeinsam knien sie nun am Bach und schwenken die Wäsche.
Während die sauberen Teile dann ausgebreitet im Gras in der Sonne trocknen, lassen die zwei ihre nackten Füße im Wasser baumeln.
Mateo erzählt von seinem Leben bei den Kobolden und dass er sich immer als Außenseiter gefühlt hat.
Und Melisande erzählt von ihrem Zuhause.
Von ihrem Vater, der Gärtner ist und ihrer Mutter, die das Kindermädchen von dem kleinen verschwundenem Prinzen war.
Die Königin besucht sie heute noch oft, um mit ihr über den verschwundenen Sohn zu plaudern.
Als die Wäsche trocken ist, sind sie bereits die besten Freunde.
Gemeinsam legen sie die sauberen Stücke zusammen und tragen dann den Korb durch das Dorf.
Manch verwundeter Blick folgt ihnen und am Brunnen stehen
einige junge Mädchen und stecken kichernd die Köpfe zusammen.
Hallo, Melisande, ist das dein Freund!“ ruft ein besonders keckes junges Fräulein.
Melisande hebt stolz und Kopf und sieht sie ruhig an.
Ja, das ist mein Freund!“
Dann geht sie weiter, begleitet von einem schweigenden Mateo.

Montag, 20. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 5



Doch nun wollen wir das Zwergenreich verlassen und bei Lilofee vorbei schauen.
Den ganzen Vormittag hat die Königin des Zauberwaldes sich um die großen und kleinen Sorgen ihrer Freunde gekümmert, musste viel trösten, manchen Streit schlichten.
Nun sitzt sie in ihrem Garten und genießt die friedliche Stille.
Summend fliegt eine Biene auf die große Sonnenblume und Lilofee beobachtet sie lächelnd und erschrickt, als plötzlich anstelle der Biene ein großer, plumper Frosch die Blume ziert.
Natürlich ist er zu schwer für die arme Sonnenblume und sie neigt ihren Kopf und das grüne Ungetüm purzelt hinunter.
Verflixt und zugenäht,“ schimpft es los, „ nun habe ich schon wieder die Zaubersprüche verwechselt!“
Lilofee lacht herzlich: „ Nanu, die Stimme kenne ich doch?“
Der Frosch verschwindet und an seiner Stelle steht nun ein großer grauer Elefant.
Die Feenprinzessin tritt zu dem riesigen Tier.
Muhme Immerzerstreut, du lernst es wohl nie!“
Traraaaaa!“, trompetet der Elefant und verschwindet in Donner und Rauch und eine kleine zierliche Waldfee mit einem riesigen Blumenhut auf dem Kopf, erscheint an seiner Stelle.
Liebevoll umarmt Lilofee ihre Tante.
Schön dich zu sehen, Muhme.“
Ja,ja freu mich auch, wollte eigentlich deinen Vater besuchen,
aber wenn ich schon mal hier bin … .“
Geistesabwesend tätschelt sie die Schulter ihrer Nicht und sieht sich unruhig im Garten um.
Kind hast du irgendwo mein Gepäck gesehen?“
Lilofee schüttelt schmunzelnd den Kopf.
Wenn ich nur wüsste … ?“ murmelt Immerzerstreut und schnipst mit den Fingern.
Zwischen den Bäumen fliegt eine kunterbunte Reisetasche, an deren Griff ein rosaroter Schirm befestigt ist, heran.
Lilofee springt schnell zur Seite, die Tasche saust an ihr vorbei und klirrend durch Scheibe und landet mitten in der Küche.
Mathilda, das Känguruh kommt schreiend aus dem Haus gehüpft.
Ein Ungeheuer, ein Ungeheuer!“
Muhme Immerzerstreut betrachtet sie kopfschüttelnd.
Albernes Ding, das ist doch nur eine Tasche. Ich habe den Geschwindigkeitszauber verwechselt.“
Lilofee schnippt mit den Fingern, die Glassplitter schweben in die Höhe, setzen sich zusammen und gleiten in den Fensterrahmen.
Mathilda, bring das Gepäck in das Gästezimmer und mache uns dann einen Tee,“ bittet Lilofee ihr Hausmädchen.
Diese wirft Immerzerstreut noch einen bösen Blick zu und verschwindet leise schimpfend im Haus.
Lilofee führt ihre Tante zu der gemütlichen Bank unter der Kastanie.
Es ist schön, dass du gerade jetzt zu mir gekommen bist, denn ich muss für einige Tage verreisen und es würde mich freuen, wenn du während der Zeit hier bleiben würdest.“
Mathilde die gerade mit dem Tee in den Garten kommt, verzieht angewidert das Gesicht.
Das würde ein schöner Wirrwarr werden, wenn Immerzerstreut hier bleibt. Nicht auszudenken, was sie in ihrer Zerstreutheit alles anstellen wird.
Mit einem lauten Knall, der ihren Unmut zum Ausdruck bringt, stellt sie das Tablett auf dem Tisch ab.
Lilofee runzelt leicht die Stirn, doch Mathilda wirft ihr nur einen finsteren Blick zu und hüpft zurück ins Haus.
Muhme Immerzerstreut hat sich inzwischen Tee eingeschenkt und führt die Tasse zum Mund.
Pfui! Schmeckt der bitter!“ ruft sie und schüttelt sich.
Lilofee lacht vergnügt.
Du hast den Zucker vergessen!“
Schrecklich, schrecklich, was bin ich manchmal auch schusselig.“
Lilofee umarmt sie liebevoll.
Lass nur Tante, du bist einfach wunderbar und ich liebe dich.“


Wünsche euch einen schönen Wochenanfang