Dienstag, 15. Dezember 2015

Die Schlittenfahrt - Gedicht - Reizwortgeschichte

Heute gibt es wieder nur ein Gedicht, obwohl die Reizwörter:
Schlitten, Glocke, bimmeln, gesichert, überrascht
sich ganz wunderbar für eine Weihnachtsgeschichte eignen würden.
Doch ich bin ein wenig ausgebrannt, schließlich ist dies bereits die 89. Reizwortgeschichte.
Deshalb mache ich jetzt auch bist 15. Januar eine Pause.
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest, kommt gut in das neue Jahr und bleibt auch nächstes Jahr so treue Leser in meinem Blog.
Danke, dass es euch gibt.



 

Schlittenfahrt


Hurtig trabt der weiße Schimmel
Fröhlich seine Glöckchen bimmeln
Eingehüllt in warme Decken
Kann die Kälte uns nicht schrecken.
Große Flocken, weiße Pracht
Winter, wie hast die Welt du schön gemacht
Rote Bäckchen, blanke Augen, stimmen froh ein Lied wir an
Selbst der Kutscher brummt ganz leise, obwohl er doch nicht singen kann
Ein Hirsch edel und stolz
Kommt aus dem Unterholz
Regungslos bleibt er jetzt stehen
Überrascht uns hier zu sehen
Weiter geht’s , das Ziel erreicht
Das kleine Kirchlein, gleich hinter dem Teich
Gesichert ist der Schlitten, das Pferd versorgt
Schnell nun aber hinein, in den wärmenden Hort
Weihrauchduft und brennende Kerzen
Empfängt uns, erreicht unsere Herzen
Jubelnd vom Chor nun die Orgel erklingt
Alle erheben sich, vom Blatt man singt
Die schönen Weihnachtslieder, die lobpreisen die Mutter und ihr neugeborenes Kind
Nur für Josef kein einziges Wort man find'
Der Priester spricht den Segen, wir dürfen hinaus
Wünschen allen frohe Weihnacht und fahren nach Haus
Hurtig trabt der weiße Schimmel
Fröhlich seine Glöckchen klingen





Dienstag, 8. Dezember 2015

Hermann verliert sein Zuhause - Reizwortgeschichte

Vielelicht erinnert ihr euch noch an die Geschichte, die Regina und ich letztes Jahr Weihnachten gemeinsam geschrieben haben. 
Wer es noch nachlesen will, hier ist der Link.


Den griesgrämigen kleinen Troll habe ich so ins Herz geschlossen, dass ich unbedingt von ihm mehr erzählen möchte.
Heute habe ich mal den Anfang gemacht und ich denke, er wird noch viele Abenteuer erleben.

Und da die heutigen Reizwörter:  
Tanne, Nase, süß, sammeln, kriechen
von Regina stammen, hat auch sie ein wenig Anteil an der Geschichte.
Elli hat mir Fotos von ihrer Troll-Puppe gemacht und Heide Marie hat mir Bilder dazu gezeichnet.


  

Herman verliert sein Zuhause


Hermann stapft auf seinen kleinen stämmigen Beinen durch den Wald und hinterlässt im frisch gefallenen Schnee Fußspuren so klein wie Babyschuhe.
Als er Stimmen hört versteckt er sich schnell hinter einem Busch.
Zornig runzelt der kleine Troll die Stirn. Da war er schon wieder der Grünberockte und diesmal hatte er noch einen Mann dabei. Was wollten die nur hier, sie sollten gefälligst verschwinden.
Hermann presst unwillig die Lippen zusammen.
Die Tanne gehört schließlich ihm, denn darunter liegt seine kleine gemütliche Wohnung.
Es raschelt und der braun gefleckte Jagdhund steht vor Hermann.
Verschwinde!“ zischt dieser und wedelt heftig mit beiden Händen.
Der Hund sieht ihn nur mit seinen braunen Augen aufmerksam an.
Da haut ihm Hermann eins auf die Nase und macht sein schrecklichstes wütendes Trollgesicht. Der Hund jault leise und schiebt sich rückwärts aus dem Gebüsch.
Der Troll aber stapft mit den Füßen auf und schlingt die Arme um sich, denn langsam beginnt er zu frieren.
Endlich, sich leise unterhaltend gehen die beiden Männer weiter, gefolgt von dem Jagdhund, der noch einmal zurück blickt.
Hermann wartet noch ein wenig, dann läuft er so schnell ihn seine stämmigen Beine tragen können zu der Tanne und schlüpft in seine Wohnung.
Gemütlich hat er es sich eingerichtet. Die Hälfte des Raumes nimmt ein weiches Bett aus Moos ein. Ein Schaukelstuhl, von ihm selbst gezimmert, steht davor und gegenüber auf einem Tisch stehen einige Gläser mit Marmelade, Kirschen, und Mirabellen, daneben liegt ein großer Löffel. Unter dem Tisch sind Nüsse, die er im Herbst gesammelt hat, aufgehäuft
Die Gläser mit der Marmelade und eingemachtem Obst hat ihm der Mann ohne Haare gebracht.
Einmal, es war im Sommer gewesen, hatte Hermann sich in einem Dornbusch verfangen und der alte Mann hatte ihn gerettet. Seitdem sind sie Freunde und ab und zu kommt der Mann ohne Haare vorbei und bringt ihm etwas zu essen, besonders jetzt im Winter, wo im Wald nichts mehr zu finden ist.
Hermann nimmt den Löffel und taucht ihn tief in das Marmeladenglas. Genussvoll lässt er dann die süße Köstlichkeit im Mund vergehen. Hmmm! Hermann hat eine große Schwäche für Süßigkeiten.
Zufrieden setzt er sich auf seinen Schaukelstuhl und seine Gedanken schweifen in die Vergangenheit.
Er war der letzte Troll, der nach der großen Katastrophe übrig geblieben war. Der mächtige Feenkönig hatte das Trollreich vernichtet und nur er blieb verschont, wegen seines guten Herzens.
Hermann war der jüngste und schwächste seiner Familie und schon immer etwas anders. Seine Geschwister hänselten und knufften ihn, sein Vater verachtete ihn und seine Mutter schämte sich seiner.
Und auch den anderen Trollen war er ein Dorn im Auge, besonders nachdem er einen Wichteljungen aus dem See gerettet hatte.
Trolle taten so etwas nicht, sie waren böse, raubten, zerstörten und freuten sich an dem Elend, das sie hinterließen.
Gutsein bedeutete Schwäche und Schwäche war verachtenswert. So hatte Hermann früh gelernt sein gutes Herz hinter einer finsteren Miene zu verbergen.
Das Trollreich lag in einer Schlucht umgeben von riesigen Bergen. Auf einer großen Wiese weideten die Tiere, die sie von ihren Raubzügen bei den Bauern im Tal, mitgebracht hatten.
Schiefe hässliche Häuser reihten sich aneinander, in denen die Trolle aber nur schliefen wenn es regnete, ansonsten lagerten sie im Freien.
Wenn sie wieder einmal von einem Raubzug zurück kamen, dann feierten sie ein Fest das tagelang dauerte.
Hermann aber hielt sich abseits. Er fühlte sich nicht wohl unter den grölenden, schmatzenden, rülpsenden Artgenossen.
Eines Tages aber trieben sie es zu weit. Sie brachten von ihren Raubzügen die schöne Tochter des Feenkönig mit. Der Sohn des Anführers wollte sie heiraten, da diese sich aber weigerte, sperrten sie das Mädchen in eine Hütte. Dort wollten sie sie hungern lassen bis sie ja sagte.
Hermann aber hatte Mitleid mit der Feenprinzessin. Als nach einem ausgiebigen Gelage alle wieder schliefen, nahm er den Schlüssel aus der Tasche des schnarchenden Anführers und befreite das Mädchen.
Dies sollte ihm das Leben retten.
Denn bereits am nächsten Morgen kam der Feenkönig und rächte sich fürchterlich. Er ließ die großen Felsen ringsum einstürzen und vernichtet das Trollreich und alle seine Bewohner. Nur Hermann blieb verschont, weil er die Prinzessin befreit hatte.
Ein lautes Klopfen holt Hermann aus seinen Gedanken zurück. Er öffnet die knarrende Tür und steckt seinen dicken zotteligen Kopf heraus.
Draußen steht der Mann ohne Haare und bei ihm die beiden Langhaare, mit denen er in letzter Zeit immer durch den Wald streift.
Was willst du?“ fragt er grimmig.
Du hast ja heute wieder eine Laune!“
Wer sind die Langhaare?“ der Kleine deutet mit dem Finger auf die Mädchen.
Das sind meine Enkelinnen Renate und Susi, sie wollen dich kennen lernen.“
Also nun kennen sie mich ja!“
Der Troll will zurück in seine Wohnung, doch blitzschnell packt ihn der alte Mann am Rockzipfel und hebt ihn hoch.
Hermann zappelt mit den Beinen und schlägt mit den Armen um sich.
Lass mich sofort los, du dummer alter Mann!“ kreischt er wütend.
Du kannst nicht hierbleiben, bald kommen die Waldarbeiter und werden den Baum fällen.“
Niemand wird meine Wohnung fällen, ich werde sie verzaubern.“
Du vergisst, dass dir deine Zauberkräfte genommen wurden,“ meint Opa Schindel leise und setzt Hermann vorsichtig auf den Boden.


Der Troll sieht traurig auf seinen Baum, der solange sein Zuhause war.
Du kannst bei mir im Schuppen wohnen, dort hast du Platz und es ist schön warm.“
Ja und wir werden es dir ganz gemütlich machen,“ versprechen die Mädchen.
Ich will aber nicht bei dir wohnen, ich will hier bleiben, hier unter meinem Baum!“
Wütend stapft der kleine Gnom mit dem Fuß auf, dann setzt er sich in den Schnee und beginnt lauthals zu weinen.
Mitleidig beugen sich die Mädchen zu ihm hinab und Renate nimmt die Plätzchendose aus dem Rucksack und als sie den Deckel öffnet versiegen die Tränen so schnell wie sie gekommen sind.
Die Hand des Trolls fährt blitzschnell in die Dose, packt ein paar Plätzchen und stopft sie in den Mund.
Opa und die Mädchen lachen.
Hermann aber verschwindet in seinem Haus und kommt gleich darauf mit den Einmachgläsern wieder, die er im Schnee abstellt.
Renate und Susi verstauen die Gläser in ihren Rucksäcken.
Der Troll läuft zurück und als er wieder kommt zieht er seinen Schaukelstuhl hinter sich her.
Opa Schindel nimmt den Stuhl unter den Arm und dann gehen sie gemeinsam nach Hause.
Sehr viel später, als Hermann in seiner neuen gemütlichen Stube in der Ecke des Schuppens in seinem Schaukelstuhl sitzt, einen Teller voller Plätzchen auf dem Schoß, eine lecker duftende Tasse Kakao auf dem Tisch neben sich, da ist er doch recht zufrieden mit seiner neuen Behausung.



Am nächsten Morgen kommt eine der Langhaare, Susi heißt sie wohl, zu ihm in den Schuppen und fragt, ob er mit ihnen kommen möchte, sie wollen seine Tanne im Dorf bewundern.
Erst will er nicht, doch dann siegt die Neugier, vielleicht waren es ja auch die Plätzchen, die das andere Langhaar bringt und sich der Bitte anschließt.
Hermann wird in Susis Rucksack gesteckt und nun gehen die vier mit dem Troll auf dem Rücken ins Dorf.
Hermann staunt, wie wunderschön seine Tanne aussieht. Sie ist geschmückt mit Kugeln, Strohsternen, Engeln und Lametta und hunderte von Lichtern leuchten.
Als dann die Menschen noch anfangen zu singen, da wird es dem Troll ganz eigenartig ums Herz.

Und er ist stolz auf seinen Baum, er nun in einem wunderbaren Licht erstrahlt.







Dienstag, 1. Dezember 2015

Ende einer Wollmaus - Reizwortgeschichte

Heute erzähle ich euch keine Geschichte, oder vielleicht doch aber in Form eines Gedichtes.

Die Reizwörter sind:
Wollmaus, Reihenhaus, schauen, holen, verschlossen

Meine Internetfreundin aus Griechenland Heide Marie hat mir entzückende Bilder zu dem Gedicht gemalt, aber Schwierigkeiten mit dem Internet. Wenn sie später noch kommen sollten, dann werde ich die Bilder hier einsetzen.






Das Ende einer Wollmaus



In einem alten Reihenhaus
Lebte eine kleine kuschelige Wollmaus
In der Ecke unterm Schranke versteckt
Blieb sie viele Jahre unentdeckt
Im Hause wohnte Herr Friederich, nebst Gattin Anemone
Und Günther, ihrem Sohne
Der Junge, nun, er wuchs heran
Zu einem stattlichen jungen Mann
Die Zeit war da, sich um zu schauen
Unter all den Mädchen und den Frauen
Verschlossen blieb so manche Tür
Dann endlich begegnete er Ihr
Sieglinde hieß das holde Mädchen
Und wohnte hier im kleinen Städtchen
Herr Friederich, nebst Gattin Anemone
Waren zufrieden mit der Wahl ihres Sohnes
Sieglinde war freundlich und sehr reinlich
Jedoch in manchen Dingen kleinlich
Unordnung und Schmutz konnte sie nicht leiden
Und versuchte deshalb ihn zu meiden
Als sie nun einzog in das Haus
Rief sie sofort: „ Wie sieht' s hier aus!
Hier kann ich nicht leben!
Sauberkeit ist mein Bestreben!“
Schnell holte sie sich Eimer, Lappen, Besen



Und das ist das Ende der armen Wollmaus gewesen
Sie, die ihr ganzes Leben glücklich und zufrieden
in ihrer Ecke war geblieben
Wurde nun aus ihrer beschaulichen Ruhe geweckt
Und in einen Sack gesteckt
Und die Moral von der Geschicht'
Als Wollmaus entkommst du einem Putzteufel nicht