Mittwoch, 15. Februar 2017

Kleine Hexe Liliput Reizwortgeschichte

Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Valentinstag und einen Valentinsschatz, der an euch gedacht hat.
Ich weiß ich bin wieder die letzte, die ihre Reizwortgeschichte einstellt, aber seit es soooo kalt ist kann ich mich von meinen kuscheligen warmen Bett nicht trennen.
Ich hoffe ihr verzeiht mir das und habt trotzdem Freude an meiner Geschichte.
Viel Spaß beim Lesen! 

Reizwörter sind diesmal:
  
Andenken, Topflappen, werfen, rosa, berühmt 
 






Kleine Hexe Liliput

In einem schönen fruchtbaren Tal lag ein kleines Dorf. Den Bewohnern ging es gut, sie waren freundlich und lebten mit der Natur im Einklang.
Nur der Hexenberg machte ihnen etwas Sorge und sie mieden ihn, obwohl sie von den Geschöpfen die dort wohnten niemals etwas Böses erfahren hatten.
Doch die Furcht vor allem Fremden, die nun einmal tief in den Menschen verankert war, hielt sie zurück. Niemand wagte sich in die Nähe des tiefen Waldes, der sich den Berg hinauf zog und die hohe stolze Bug, die einstmals das Geschlecht der Grafen von Trutzigen bewohnte,umschloss.
Vor vielen vielen Jahren war im ganzen Land eine große Hexenverfolgung und obwohl die Hexen, die sich hauptsächlich mit Heilkunde befassten niemals etwas böses taten wurden sie erbarmungslos verbrannt.
Graf Herold von Trutzigen aber gewährte den Verfolgten Schutz und so kamen sie von allen Seiten und versteckten sich in der Burg.
Die berühmte Hexe Mirabelle, die unten im Dorf wohnte, hatte einst des Grafen Frau und seinem kleinen Sohn das Leben gerettet.
Auch als die Hexenverfolgung vorbei war, blieben die Geretteten oben in der Burg und als der Letzte des Grafengeschlechts verstarb vermachte er die Burg und die Wälder ringsum den Hexen.
Die Dörfler murrten erst, doch im Laufe der Zeit hatte man sich an die Nachbarschaft gewöhnt, vor allem da jeder für sich blieb.
Die Hexen gingen nie ins Dorf und die Dorfbewohner
mieden den Wald und die Burg.
Eine der geretteten Hexen war auch die Hexe Honorine Herminus, liebevoll von ihren Eltern Liliput genannt weil sie sehr klein war.
Jede Hexe oder Hexer bekamen von ihren Eltern bei der Geburt ein Tier geschenkt, dass sie dann ein Leben lang begleitete.
Liliputs Eltern schenkten ihrer Tochter eine kleine Schildkröte.
Diese steckte Liliputs Mutter in die Windel und brachte das Baby zu ihrer Nachbarin und bat sie die Kleine zu dem geheimen Treffpunkt der Hexen zu bringen.
Dann lief sie zurück zu ihrem Mann und stellte sich tapfer neben ihn, als die Häscher kamen.




Eine kleine Hexe stürmte aus der Burg, ihre wirren roten Locken standen zu allen Seiten ab und ihre grünen Augen blitzten voller Zorn.
Die schwarzen Stiefeletten donnerten auf der hölzernen Zugbrücke.
Mit einem Schwung warf sie die Tür ihres Häuschens zu und setzte sich schwer atmend auf einen Stuhl.
Die Schildkröte, die auf dem Tisch saß und an einem Salatblatt knabberte, hob den Kopf.
Solltest du nicht in der Schule sein?“
Paaaah!!!!“
Ernestine, liebevoll Tinchen genannt,grinste.
Gab's mal wieder Ärger?“
Ja, ich habe meinen rosa Topflappen vergessen! Wo ist er überhaupt?“
Wenn du nicht so schlampig wärst, würdest du ihn sicher finden. Sieh mal du hinten unter dem Zauberbuch nach.“
Liliput sah nicht mal in die Richtung, finster, die Hände zu Fäusten geballt, fixierte sie irgend einen Punkt an der Wand.
Was ist los? Du hast doch bestimmt nicht nur wegen dieser Kleinigkeit die Schule verlassen?“
Liliput entspannte sich.
Nein! Heute sollten wir Gegenstände in Tiere verwandeln. Frau Kassandra hatte einen Kohlkopf auf das Pult vorne gelegt und wir sollten daraus eine Kröte zaubern.
Anastasia, hatte mich vorher mal wieder geärgert und als ich zaubern sollte, habe ich statt des Kohlkopfs sie in eine Kröte verwandelt.
Die Anderen lachten, doch Frau Kassandra wurde furchtbar böse, nahm mir den Zauberstab ab und schickte mich nach Hause.“
Tinchen musste sich ein Grinsen verbeißen.
Du weißt, dass man Lebewesen niemals verzaubern darf, stell dir vor, das würde dir bei einem Menschen passieren. Der alte Hass würde wieder entstehen.“
Wie sie wohl sind, die Menschen? Ich würde gerne einen kennen lernen. Ob sie wohl alle so böse sind?“
Sicher nicht, denk an die Freundin deiner Mutter, die dich damals gerettet hat. Es gibt gute und böse Menschen, so wie es auch gute und böse Hexen gibt.“
Liliput runzelte die Stirn.
Die drei Schwester Archane, Eusebiane und Wilfrieda, die letztes Jahr aus der Hexenzunft ausgestoßen wurden.“
Tinchen nickte und mahnte:
Vielleicht solltest du aufräumen, denn Frau Kassandra wird sicher bald hier auftauchen.“
Liliput verzog unwillig das Gesicht, stand aber doch auf und hob die herum liegenden Kleider auf, während Tinchen genüsslich weiter an ihrem Salat knabberte.
Bald sah es fast ordentlich aus und schon klopfte es an der Tür und Frau Kassandra trat ein.
Wohlwollend sah sie sich um, dann setzte sie sich.
Darf ich ihnen einen Tee anbieten,“fragte Liliput schüchtern.
Die Lehrerin schüttelte den Kopf.
Lange musterte sie die kleine Hexe und dieser wurde
ganz mulmig zumute.
Liliput, du bist ein kluge und gute Hexe, deine Eltern wären stolz auf dich. Doch du bist zu impulsiv und ungestüm und das lässt dich immer wieder in Schwierigkeiten geraten. Du musst unbedingt an dir arbeiten und diese Seite deines Wesens in den Griff bekommen.
Was du heute gemacht hast, war ein schwerer Fehler. Deshalb werde ich deinen Zauberstab behalten, du darfst eine Woche lang weder die Schule besuchen noch zaubern. Außerdem wirst du jetzt mit mir kommen und dich bei Anastasia entschuldigen.“
Liliput senkte den Kopf, damit niemand ihre Tränen sehen konnte.
Nun?“
Die kleine Hexe straffte die Schultern und stand auf.
Wir können gehen.“
Draußen schien die Sonne, die Bienen summten über der blühenden Wiese, der Bach murmelte sein uraltes Lied und die Vögel jubilierten in den Bäumen.
Beklommen schritt Liliput neben Frau Kassandra an einigen Häusern vorbei, bis sie an das Haus kamen, in dem Anastasia mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder lebte.
Anastasias Mutter öffnete, bedachte Liliput mit einem ärgerlichen Blick und begrüßte Frau Kassandra freundlich.
Anastasia schob sich neben ihre Mutter und grinste ihre Mitschülerin spöttisch an.
Liliput sah ihr offen ins Gesicht.
Es tut mir leid, dass ich dich aus Versehen in eine Kröte verwandelt habe.“
Ha, das hast du bestimmt nicht aus Versehen gemacht!“ giftete Anastasia, „ das war bestimmt Absicht!“
Frau Kassandra warf ihr einen strengen Blick zu.
Liliput hat sich entschuldigt, du solltest die Entschuldigung annehmen.“
Ja, „ maulte das Mädchen.
Wollen sie nicht auf eine Tasse Tee hereinkommen,“ bat Girlanda, Anastasias Mutter.
Danke, aber ich muss zurück auf die Burg, komm Liliput.“
Erleichtert folgte diese der Lehrerin.
An dem Weg der zu der Burg hinauf führte trennten sie sich, nachdem Frau Kassandra noch einmal ernst mit Liliput gesprochen hatte.
Liliput aber lief in ihr Häuschen uns erst dort hinter verschlossener Tür ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

Heute habt ihr also die Hexe Liliput kennen gelernt und ihr werdet ihr wohl hier noch öfter begegnen.

© Lore Platz







 

Freitag, 10. Februar 2017

Eine Stadt wird über Nacht berühmt





Bisher kannte ich nur den Limburger Käse, nun ist mir auch die hessische Stadt Limburg ein Begriff.
Da nahm der Bürgermeister doch tatsächlich vorübergehend das Kinderlied:
"Fuchs du hast die Gans gestohlen"
aus dem Glockenspiel des Rathauses, weil einer Veganerin die Tiere sooo leid taten, die durch einen nicht realen Jäger erschossen werden sollen.
 Aber es ist ja Fasenacht, da braucht man was zum Lachen!

 

Mittwoch, 1. Februar 2017

Der Weihnachtsbaum muss raus! Reizwortgeschichte

Heute ist ja wieder Reizwortgeschichtentag und wie versprochen ab Februar bin ich wieder im Boot.
Dann wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

Die Reizwörter sind: 
Vogelvilla - Zombie - lächeln - rufen – frei






 
Der Weihnachtsbaum muss raus!




Elke hielt mit beiden Händen die Kaffeetasse und sah glücklich lächelnd auf den leuchtenden Weihnachtsbaum.
Wie sie ihn liebte, diesen Duft nach Tanne und die bunten Lichter, die sie so sehr an früher erinnerten, als sie noch Kind war und glücklich. Noch nicht gefangen in einer kalten Ehe.
Die ersten Jahre waren noch schön, doch dann hatte sich etwas verändert. Es war genauso, als wäre sie ein Zombie.
Vielleicht war sie ja auch schuld, denn sie hatte viel zu viel aufgeben und sich zu sehr untergeordnet.
Erst war es ihr geliebter Beruf, denn Sebastian wollte, dass sie nur für ihn da war.
Dann hatte er nach und nach ihre Freundinnen vergrault, weil er sie ganz für sich haben wollte.
Und ihren Kinderwunsch hatte er einfach ignoriert, denn er war viel zu egoistisch, alles sollte sich nur um ihn drehen.
Und nun hatte sie erfahren, dass er auch noch eine Geliebte hatte, die neue Nachbarin, die in die Vogelvilla am Ende der Straße eingezogen war.
Aber seltsamerweise berührte sie das kaum, sie hatte sich schon lange innerlich von ihrem Mann entfernt.
Sie hörte ihn die Treppe herunter poltern und dann rief er auch schon.
Warum steht das Frühstück nicht auf dem Tisch!“
Elke nahm einen Schluck aus ihrer Tasse und grinste.
Wieso sitzt du hier und glotzt den dämlichen Weihnachtsbaum an, statt mir ein Frühstück zu machen.“
Elke drehte sich um und warf ihrem Mann einen spöttischen Blick zu.
Der Kaffee ist in der Kanne, im Kühlschrank sind Eier und Speck, wie man einen Toast in den Toaster steckt wirst du ja wissen.“
Was soll das! Ich arbeite Tag und Nacht , damit du ein schönes faules Leben hast und da kann ich doch wenigstens verlangen, dass du mir ein gutes Frühstück bereitest!“
Elke zuckte nur die Schultern.
Sebastian wurde noch wütender.
Außerdem der Weihnachtsbaum muss raus, warum steht er immer noch hier, willst du vielleicht an Ostern die Eier dran hängen. Verrückt genug bist du ja, mit deinem dämlichen Weihnachtsfimmel!“
Langsam stellte Elke ihre Tasse ab und wandte sich ihrem Mann zu.
Ja, ich liebe Weihnachten, weil dieses Fest etwas Wärme in mein Leben bringt, denn sonst erfriere ich neben dir.
Vielleicht hätte ich weiter gemacht und
wäre nicht zur Vernunft gekommen. Aber da du dir nun eine Geliebte zu gelegt hast, finde ich, es ist Zeit für dich zu gehen.“
Sebastian wurde blass: „Du weißt von Angela!“
Denkst du wirklich, das bleibt geheim, wie naiv bist du denn,“ spöttisch zog Elke die Brauen hoch.
Übrigens deine Koffer stehen gepackt in der Diele, ich möchte, dass du noch heute das Haus verlässt. Wie du weißt, gehört dieses Haus meinen Eltern.
Und mein Anwalt wird sich demnächst mit dir in Verbindung setzen und die Scheidung besprechen.“
Elke schloss die Augen und dankte dem guten Geist, der sie davor bewahrt hatte, das Angebot ihres Vaters anzunehmen, der ihnen das Haus überschreiben wollte.
Aber du kannst mich doch nicht einfach raus schmeißen, wo soll ich denn hin.“
Nun deine Geliebte wird dich sicher mit offenen Armen empfangen,“ grinste seine baldige Exfrau.
Wütend drehte er sich um und knallte die Tür zu.
Der Tannenbaum ließ vor Schreck ein Häufchen Nadeln fallen.
Bedauernd sah Elke ihn an.
Armer Kerl ich denke auch wir beide müssen uns schön langsam trennen.“
Die Haustür fiel ins Schloss und gleich darauf heulte der Motor des Autos auf.
Elke sprang auf und tanzte ausgelassen durch das Wohnzimmer.
Frei endlich frei!

© Lore Platz