Mittwoch, 17. September 2014

Ich lade gern mir Gäste ein

unter diesem Motto setze ich hier ab und zu Geschichten ein, von Internetfreunden, die keinen eigenen Blog haben, aber deren Geschichten es wert sind , dass viele Leser sich daran erfreuen können.
Von meiner Freundin Elli, die mich immer mit so wundervollen Bildern zu meinen Reizwortgeschichten versorgt, habe ich ja schon berichtet.
Nun erzählte sie mir, dass sie vor einigen Jahren zusammen mit ihrem Mann ein kleines Geschichtenbuch für ihre Enkelkinder verfasst hat und nachdem ich diese wunderbare Geschichte von der Ameise Lotti gelesen habe, stand bei mir fest, die darf ich euch nicht vorenthalten.
Mit Erlaubnis von Elli setze ich sie in meinen Blog und hoffe ihr habt genauso große Freude wie ich beim Lesen.
Da sie sehr lange ist, diese Geschichte, werde ich sie in Fortstzungen hier einsetzen.
Viel Spaß !


 

Ich lebe in Berlin in einem schönen Garten mit vielen Bäumen, Blumen, einer großen Wiese und einem Teich.
 

Mit mir leben hier meine Eltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Oma und Opa – na ja, eben meine ganze Familie. Dazu kommen noch Freunde, Nachbarn und auch Ameisen, die ich nicht so gut leiden kann.
Natürlich wohne ich auch in einem Haus, es befindet sich unter der Erde und hat viele Räume. Ich habe ein eigenes Zimmer in unserer Wohnung. Lästig ist, dass ich es selbst aufräumen muss. Manchmal habe ich dazu wirklich keine Lust, dann schiebe ich mein Spielzeug einfach unter mein Bett. Dann sieht alles ordentlich aus. Leider merkt das meine Mutti meist schnell und dann ist sie sauer mit mir und meckert.
Meine Schwester Susi und mein Bruder Max gehen noch in den Kindergarten. Ich besuche die Ameisenschule und das ist ziemlich anstrengend. Manchmal brummt mir der Kopf vom vielen Lernen aber meistens macht es Spaß.
Neulich haben wir mit der ganzen Klasse einen Ausflug gemacht und uns einen riesigen Baum angesehen.
Unser Lehrer erklärte, dass es ein Pfirsichbaum ist auf dem große süße Früchte, die Pfirsiche, wachsen. Ihre Schale fühlt sich wie Samt an und sie duften.
Wir durften zum ersten Mal den Stamm hinauf klettern und uns umsehen. Das war vielleicht spannend und unendlich hoch und anstrengend. Unser Lehrer meinte noch, wir sollten vorsichtig sein und keinen Unsinn machen.
Meine Freunde und ich haben dann gewettet, wer zuerst einen Pfirsich findet. Alle sind schnell losgelaufen - aber diese grünen Dinger, die wir für Pfirsiche hielten, haben sich dann als Blätter herausgestellt.
Also weiter suchen!
Plötzlich stolperte ich und spürte unter meinen Füßen einen weichen, samtigen Teppich, der sah gemütlich aus, rot und ein bisschen gelb, weich und kuschelig. Ich war ganz benommen und entschloss mich, ein wenig auszuruhen. Es duftete herrlich.
Lautes Krachen und Knacken jagt mir einen schlimmen Schrecken ein. Vor Angst klammere ich mich ganz fest an den Teppich unter mir.
Mir wurde schwindlig und ich konnte nur noch schreien: „Hiiilfee ich faaalllee!!!!“ Da gab es auch schon einen heftigen Aufprall und ich wusste nicht, wo ich war. Vorsichtshalber ließ ich meine Augen fest zu. Endlich hörte ich Stimmen, mein Lehrer und auch meine Freunde riefen immer wieder meinen Namen: „Lotti, Lotti, wo bist du? Lebst du noch?“ Vorsichtig öffnete ich meine Augen und wollte es nicht glauben. Mein weicher Teppich war ein Pfirsich und der lag nun mit mir mitten auf der  Wiese.
Zum Glück hatte ich alles ohne Schaden überstanden, nur der Pfirsich war aufgeplatzt und das süße Fruchtfleisch duftete so verführerisch, das wir uns auf den Schreck alle ein Stück davon genehmigten.
Das war mein erster Flug und unsere Wette hatte ich auch noch gewonnen.
Alle wollten wissen, ob Fliegen schön ist. Aber so richtig weiß ich das nicht, ich hatte ja meine Augen ganz fest zugekniffen.
Meinen Freunden erzählte ich aber, dass ich beim Fliegen die ganze Welt sehen konnte und der Wind mich fast vom Pfirsich geweht hätte...Alle beneideten mich um mein Abenteuer. Nur ich weiß wie es wirklich war.
Und du natürlich – aber du verrätst mich doch nicht, oder?


Ausflug zum Gartenteich

Sobald das Wetter warm genug ist, organisieren unsere Lehrer oft Wandertage. Denn wir wollen ja unsere Umgebung gut kennen. Diesmal ist unser Ziel der Gartenteich. Dort soll es Riesenungeheuer geben. Sie heißen Fische und sind sehr gefährlich für uns Ameisen. Ich bin schon sehr gespannt und auch neugierig.
Gleich nach Verschwinden der Tautropfen auf unserer Wiese geht es endlich los. Wir marschieren in einer langen Reihe, ganz vorn unser Lehrer.
Und da ist er auch schon der Teich.
Er ist riesig. Wir müssen eine endlos lange Brücke überwinden. Die ist schwierig und hat für uns Ameisen auch kein Geländer.
Aber diesmal hören alle auf unseren Lehrer und wir kommen gut auf einer Wiese an, auf der es ein Picknick für uns gibt. Wir sind auch alle ausgehungert von der langen Wanderung.
Aber es dauert nicht lange, da können unsere Beinchen wieder laufen und die ersten von uns trauen sich, schon mal einen Blick auf den Teich zu werfen.
Aber wo sind nun die Ungeheuer?????




Hilfe, was ist das????

Es ist schrecklich groß, rot und hat auch noch schwarze Flecken. Sollte das etwa ein Fisch sein?
Kann er uns sehen?
Kann er aus dem Wasser kommen?
So schnell wir können, laufen wir zurück zu unserem Lehrer.
Der kann uns zum Glück beruhigen. Aus dem Wasser kommen die Fische nicht.
Ein Glück! Aber falls einer von uns ins Wasser fallen sollte, gibt es kaum eine Rettung. Diese Riesen Dinger fressen uns auf.
Die Fische haben auch einen Namen. Sie heißen Koi und sind Farbkarpfen, die sehr alt werden können.
So etwa 60 Jahre... na hoffentlich gibt es den Teich dann noch... Sonst wäre es blöd für die Kois. Sie können ja nicht weglaufen und sich ein neues Zuhause suchen. Pech für sie! Da haben wir es besser.
Die Karpfen werden von den Menschen gefüttert und bleiben auch im Winter im Wasser. Die Ärmsten, frieren die da nicht ganz schrecklich?
Unser Lehrer erklärt uns, dass das den Fischen nichts ausmacht weil sie Winterschlaf halten. Naja, tauschen möchte ich trotzdem nicht. Wäre mir zu nass und zu kalt. Da ist mir mein warmes und trockenes Bett lieber.
Einige von uns sind mutig und möchten am liebsten eine Kahnfahrt auf dem Teich wagen. Ein großes Blatt wäre dafür ideal. Blätter gibt es hier ja genug.


Das ist zum Beispiel von einer Pflanze, die Frauenmantel heißt.
Komischer Name.
Auf dem Blatt bleiben die Wassertropfen hängen.
Da hätten wir gleich was zum trinken dabei.
Aber unser Lehrer lässt sich nicht zu einem Abenteuer auf dem Wasser überreden. Im Gegenteil, er passt genau auf, das wir zusammenbleiben.
Wir müssen die Wiese nach unserem Picknick noch aufräumen und danach ist es schon wieder Zeit für den langen Weg nach Hause.

An diesem Abend gibt es viel zu erzählen. Susi und Max berichte ich natürlich gleich von den Ungeheuern, die im Gartenteich wohnen und gerne Ameisen fressen.
Hihi! - Ob sie wohl heute Nacht davon träumen werden?



Die Sonne geht unter und heute färbt sich der Himmel wunderschön rot.
Am liebsten würde ich mir das endlos ansehen. Dabei kann ich so schön träumen. Außerdem sieht der Himmel jeden Moment anders aus. Wer verteilt die Farben da so herrlich?
Aber leider sind die schönen Farben viel zu schnell verschwunden.
Heute allerdings sehe ich auch noch den riesigen Mond aufgehen.
Uaaaa! Ich bin müde. Ich gehe jetzt ins Bett...




Plötzlich zischt und kracht es ganz laut. Was ist passiert?
Ist etwa der Mond explodiert?
Nein - zum Glück ist nichts passiert. Die Menschen freuen sich über ein Feuerwerk. Wunderschöne Farben und Bilder
sind am Himmel zu sehen.
Nun kann ich mich mitfreuen, auch meine Eltern sehen zu.
Aber bald fallen mir endgültig die Augen zu und ich muss in mein Bett getragen werden.

Schade, dass Susi und Max schon lange schlafen. Es hätte ihnen sicher auch gefallen.

Ein wunderschöner Tag ist zu Ende.


Fortsetzung folgt

Kommentare:

  1. Das ist wirklich sehr schön geschrieben, Toll dass du bzw. ihr uns damit erfreut,
    LG Christa

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  2. Hallo Lore, mein Mann und ich freuen uns sehr, das Du unsere kleine Geschichte hier veröffentlichst. und möchten uns ganz herzlich dafür bedanken.
    Hoffentlich gefällt sie auch den anderen Lesern...
    LG Elli

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.