Donnerstag, 29. Mai 2014

Ich habe eine Macke



und das sind Bücher.
Vor einiger Zeit habe ich sie mal gezählt und bei 1o87 aufgehört.
Dabei waren das nicht alle, denn bei dem letzten Umzug, von einem Haus in eine Wohnung, musste ich viele schöne Bücher verschenken, mit blutendem Herzen.
Eine entfernte, ja schon weit entfernte Bekannte, hat mich schon als Messi bezeichnet, weil ich so viele Bücher sammle.
Nur wenige Menschen können verstehen, dass ich Bücher nicht nur gerne lese und das oft mehrmals, sondern sie auch gerne in der Hand halte, anschaue und darin blättere.




Auch muss ich gestehen, dass es mich einfach glücklich macht, wenn ich meinen Blick über die voll gefüllten Regale  schweifen lasse.





Lesen ist einfach etwas wunderschönes, man taucht ab in eine andere Welt und lässt für kurze Zeit den grauen Alltag zurück.
Auch kann man viel lernen, selbst von Märchen oder einfach nur Romanen, denn jeder Schriftsteller gibt bei seinen Erzählungen auch ein Stück von sich und seinen Ansichten auf das Leben preis.
Ich komme aus einer Familie bei der das Lesen schon immer wichtig war.
Damals gab es ja noch keinen Fernseher und wenn wir im Bett waren und meine Mutter nähte oder flickte, hat mein Vater ihr vorgelesen.
Besonders heimelig war es in der Adventszeit, wir saßen um den Küchentisch und während meine Mutter Plätzchen backte und der köstliche Duft unseren Nasen schmeichelte, las Vati uns Märchen vor.
Das erst Buch, das mir das Christkind brachte war:
"Das goldene Märchenbuch" 
Es hatte einen golden Umschlag und enthielt Märchen aus der ganzen Welt.
Ich habe es behütet wie einen goldenen Schatz und habe es heute noch.
Als ich zehn Jahre alt war hatte mein Vater einen schweren Herzinfarkt  und war für mehrere Wochen ans Bett gefesselt, bitter für so einen aktiven Menschen.
Ich durfte ihm dann nachmittags nach den Hausaufgaben immer vorlesen.
Wie wichtig das Lesen für die Entwicklung des Kindes ist, hat eine Studie gezeigt, die englische Studenten vor Jahrzehnten durchgeführt haben.
Sie haben Kindern aus den ärmsten Vierteln, vom Babyalter an, vorgelesen.
Die Kinder, denen sie vorgelesen haben, entwickelten sich besser und waren klüger.
Natürlich habe ich auch meiner Tochter von frühester Kindheit an vorgelesen und wir haben auch viel gesungen.
Ein Bilderbuch mit Kinderliedern und herrrlichen Zeichnungen dazu, das liebte sie besonders.
Eines Tages kam ein Kollege meines Mannes zu Besuch und während wir uns unterhielten wurde es Claudia langweilig.
Sie nahm ihr geliebtes Bilderbuch und begann zu singen.
Unser Besucher schaute entgeistert auf das kleine Kind, das noch in den Windeln steckt und meinte fassungslos:
"Kann die schon lesen!"
Claudia hatte die richtige Seite im Buch aufgeschlagen und sang fehlerfrei den Liedertext.
Keine Angst ich habe kein Genie in die Welt gesetzt.
Meine Tochter konnte sehr früh laufen und sprechen, aber den Satz:
"Mama, ich muss aufs Töpfchen," den hat sie sehr spät gelernt.





Bücher

Vor einem großem Schreine
Ziehe ich das grüne Tuch
Dort sieht man im Lampenscheine
In Reihe stehe Buch um Buch

Diese ganze Bücherreihe
Ist von meiner Hand mal aufgebaut
Und im Ernste dieser Weihe
Ist vieler Inhalt mir vertraut

Man versenkt sich in mein Leben
Wer diese Bücher liest
Man kann da oft entschweben
Wer manchen Schleier sieht

Ich habe von Kindheitstage
Blatt für Blatt im guten Sinn
Sorgsam und lesend umgeschlagen
Wer es liest, weiß wer ich bin

Nun mag man auch bedenken
Will man lesen Buch um Buch
Da darf man keine Zeit verschenken
Oder man legt wieder darüber das Tuch


 Die Nachtigall