Dienstag, 6. Januar 2015

Etwas plaudern und eine alte Geschichte - Reizwortgeschichte

44 Reizwortgeschichte
Christine : Geburtstagstorte, Eisregen, tanzen, klingeln, putzen



6.01.2015


Etwas plaudern und eine alte Geschichte


Zuerst einmal möchte ich euch ein gutes neues Jahr wünschen. 
Natürlich, bin ich spät dran, aber da ich am 23.12. meinen Laptop in die Ecke verbannt und ihn erst heute wieder hervorgeholt habe, konnte ich euch nicht schreiben.
Doch wie heißt es so schön? Besser spät als nie!



Leider habe ich auch keine neue Reizwortgeschichte, da mir die Zeit mit meiner Tochter einfach zu kostbar war, wir können uns ja nicht so oft sehen, da uns viele hundert Kilometer trennen.
Bitte nicht böse sein.
Das Jahr, das nun vor uns liegt, hat ja noch viele Wochen und Dienstage für neue Geschichten.
Damit ihr nicht ganz leer ausgeht, werde ich eine Geschichte einstellen, die ich bereits 2013 hier erzählt habe und einige vielleicht schon kennen.
Aber letztes Jahr sind viele neue Leser dazugekommen.
In dieser Geschichte kommen nur zwei der Reizwörter vor und zwar tanzen und klingeln.


Damit Christine aber nicht traurig ist, dass ich gerade die ersten Reizwörter, die sie als neues Mitglied beiträgt, nicht benutze, will sie mal hier mit einbauen.
Habt ihr euch schon mal überlegt, dass je älter wir werden, umso größer unsere Geburtstagstorte sein sollte, denn wie will man sonst die immer mehr werdenden Kerzen unterbringen.
Ich wurde ja vor einigen Wochen 65 Jahre alt, was gäbe das für ein Getümmel auf der Torte.




Was gab es denn Heiligabend bei Euch zu essen? 
Die einzige in unserer Familie, die die Tradition > Würstchen und Kartoffelsalat < aufrecht erhält, ist meine jüngste Schwester.
Ich habe mir diesmal etwas ganz Besonderes ausgedacht. Mein Nachbar ist ja Koch und ich bestellte bei ihm ein kleines Catering und überraschte damit meine Tochter.
Die Hälfte habe wir gleich verputzt und den Rest gab es am nächsten Tag, ersparte uns einmal kochen.
Hmmmm war das Lecker!!!



Am Heiligabend hatten wir ja frühlingshaftes Wetter, doch dann am zweiten Weihnachtsfeiertag begann es zu schneien.
Ich jubelte so laut, dass meiner Tochter, die am Herd stand, beinahe der Topfdeckel aus der Hand gefallen wäre.
Drei Tage hat es dann ununterbrochen geschneit.
Zwar blieben wir von einem Eisregen verschont, aber einen kleinen Schneesturm gab es doch und der rüttelte nachts ganz ganz schön an unseren Jalousien.
Und am Hallertauer Dreieck, der Autobahn ganz in unserer Nähe herrschte das Chaos, kam sogar im ZDF.
Nun habe ich die fehlenden Wörter alle untergebracht und wünsche euch viel Spaß beim Lesen der Geschichte.








Der Tanz der Schneeflocken

Hurtig Nordwind spiele auf,
stimme deine Geigen
Schneeflocken wollen dir
den neusten Tanz nun zeigen
In zartem Schmelz die weißen Flöckchen
so wirbeln sie hernieder
Und dreh`n vergnügt nach der Musik
die zarten feinen Glieder










Die kleine Schneeflocke



Glitzerchen sieht bewundernd an sich herunter. Wie wunderschön ihr Kleidchen doch ist.
Zum ersten Mal ist sie nun eine Schneeflocke.
Vor kurzem noch lag sie mit ihren Geschwistern in einer schmutzigen Pfütze.
Doch dann kam Mutter Sonne und saugte sie alle auf.
Ach wie herrlich warm war es da, doch je höher sie stiegen umso kälter wurde es, bis es richtig schrecklich war und sie für einen Moment das Bewusstsein verlor.
Als sie wieder erwachte befand sie sich in dieser Wolke und trug ein herrlich glitzerndes weißes Kleid.
Mit spitzen Fingern hebt sie das Röckchen und dreht sich wie ein kleine Ballerina.
Fröhliches Lachen reißt sie aus ihrer Verzückung.
Kristalla, die schon oft den Kreislauf der Natur durchlebt hat und zur Schneeflocke wurde, fragt lächelnd.
Es gefällt dir wohl dein neues Kleid, das ging mir genauso beim ersten Mal, aber nun komm, das große Wolkentor wird geöffnet.“
Sie nimmt die Jüngere an der Hand und sie laufen zum Tor, an dem sich tausende von zarten weißen Flöckchen kichernd und schwatzend versammelt haben.
Frau Holle kommt aus ihrem Zimmer und klatscht in die Hände.
Ruhe meine Damen, etwas mehr ernst bitte!“
Sie drängt sich durch die kleine Schar nach vorne und winkt ungeduldig die naseweisen Flöckchen etwas zurück.
Tretet zur Seite, sonst kann ich ja das Tor nicht öffnen,“ ruft sie ärgerlich.
Langsam schwingen die beiden Flügel des schneeweißen Wolkentores auf und vor ihnen erscheint der graue Himmel.
Das lustige Gesicht des Windes taucht auf und fröhlich ruft er.
Nun denn auf, wir wollen tanzen!“
Mit einem Jubelschrei stürzen sich tausend und abertausend weiße zarte Schneeflocken in die Tiefe.
Frau Holle tritt schnell zurück, damit sie nicht mitgerissen wird.
Kristalla aber fasst Glitzerchen fest an der Hand, damit sie nicht getrennt werden.
Diese jubelt begeistert, wie schön war dieser freie Fall in die Tiefe.



Unter ihnen wird ein Wald sichtbar und Kristalla zieht ihre Freundin zu einem Baum, auf dessen Ast sie sich nieder lassen.
Viele ihrer Schwestern haben dieselbe Idee und bald sind die Bäume schneebedeckt.
Ein Eichkätzchen lugt neugierig aus seinem Kober und springt dann von Ast zu Ast und kichernd fallen die Schneeflocken, die dort geruht haben zu Boden.
Auch Kristalla und Glitzerchen sind unter ihnen.
Glitzerchen gefällt das gar nicht, von hier unten konnte man doch gar nichts sehen.
Kristalla aber winkt dem Wind.
Wir wollen in die Stadt lieber Freund.“
Zu Diensten meine Damen.“
Und er pustet in den Schneehaufen, wirbelt die vergnügten Flöckchen empor und treibt sie vor sich her in die Stadt.
Auf einem Dach lassen sie sich nieder.
Glitzerchen sitzt neben ihrer Freundin und sieht hinunter auf die beleuchteten Straßen, dann deutet sie auf den Weihnachtsbaum, der mitten auf dem Marktplatz steht.
Oh wie bunt und schön, ganz anders als die Bäume im Wald.“
Das ist ein Weihnachtbaum!“
Und Kristalla erzählt nun der aufmerksam lauschenden Glitzerchen, dass die Menschen jedes Jahr am
24. Dezember die Geburt des Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes feiern.
Dass sie geschmückte Tannenbäume in ihren Zimmern aufstellen und Geschenke darunter legen.

Das Schreien von Kinderstimmen lässt sie zusammen zucken und vorsichtig lugen sie hinunter.
Eine Menge Kinder stürmt jubelnd aus dem Haus und bewirft sich mit Schneebällen.
Hier wohnen aber viele Kinder,“ staunt Glitzerchen.
Kristalla lacht. „Wir sitzen auf dem Schulhaus“ und geduldig erklärt sie , was eine Schule ist.
Ein Mädchen fängt laut zu weinen an und Glitzerchen ruft staunend:
Sieh, es kommt Wasser aus ihren Augen.“
Das sind Tränen, du weißt aber auch gar nichts,“ lacht ihre Freundin.
Na entschuldige, wenn man die erste Zeit seines Lebens in einer Wasserpfütze verbracht hat bekommt man nicht so viel von der Welt zu sehen.“ ruft Glitzerchen empört.
Das Klingeln einerGlocke ertönt und leise murrend verschwinden die Kinder im Schulhaus.
Komm wir wollen mal in das Klassenzimmer sehen!“
Kristalla nimmt ihre Freundin an der Hand und sie rutschen zum Fenster.
Die Kinder stürmen lärmend in den Raum und nach einigem Gerangel sitzen sie bald alle auf ihrem Platz.
Die Tür öffnet sich und ein Mann mit einer Gitarre in der Hand kommt ins Zimmer.
Die Kinder stehen auf und brüllen im Chor.
Guten Morgen Herr Berger!“
Dieser winkt ab und meint nur: „Setzt euch!
Heute studieren wir ein Lied für die Weihnachtsfeier ein.“
Und er erzählt den aufmerksam lauschenden Kindern von der schlesischen Lehrerin Hedwig Haberkern (1837 – 1902) die als „Tante Hedwig“ Erzählungen für Kinder schrieb.
Und in der „Geschichte von der Schneewolke „ kam dieses Lied vor, das sie heute einstudieren wollten.
Ein Junge teilt nun die Zettel mit dem Text aus, der Lehrer lässt einige Akkorde auf seiner Gitarre erklingen und dann singen die Kinder:

Schneeflöckchen, Weißröckchen, jetzt kommst du geschneit.
Du kommst aus den Wolken dein Weg ist so weit“

Die singen ja ein Lied über uns,“ staunt Glitzerchen.
Der Wind taucht neben ihnen auf.
Wollen die Damen weiter fliegen?“

Und bald wirbeln sie wieder durch die Luft!

© Lore Platz







Kommentare:

  1. Das hast du super gelöst und die Geschichte ist sowieso toll. Aber sag mal: Das Heiligabendessen sieht ja sensationell gut aus. Da wird deine Tochter gestaunt haben! Freue mich schon, wenn du Näheres dazu erzählst! LG Martina

    AntwortenLöschen
  2. Geschickt, liebe Lore,
    und sehr interessant! Die Geschichte kannte ich natürlich, aber das macht gar nichts. Diese Art von Geschichten kann man immer wieder lesen!
    Herzliche Grüße
    Regina

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Lore, vielen Dank für deine Erzählung mit einer netten Geschichte. :-) Es hat mir gut gefallen auch dein leckeres Essen. Wünsche dir noch ein wunderbares, neues Jahr.
    Liebe Grüße, Margot.

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Lore,
    also, ICH kannte Deine Geschichte von den Schneeflocken noch nicht, und ich finde sie wunderschön! Ich habe mir gewünscht, auch so eine Schneeflocke zu sein, die vom Wind dorthin getragen wird, wo sie gerne möchte ...Und wie Du die anderen Reizwörter untergebracht hast, ist einfach genial...
    Übrigens - soooo üppig wie Euer Heilig-Abend-Büffet war unseres nicht - wir hatten Weißbrot, verschiedene geräucherte Fischsorten und Käse zur Auswahl. Aber wir haben auch keinen Catering-Service... **lach**
    Liebe Grüße
    Christine

    AntwortenLöschen
  5. Danke, Lore, ich kannte Deine wunderschöne Geschichte auch noch nicht! Die kleine Schneeflocke wird noch viel erleben in ihrem Wasserleben :)

    Alles Liebe
    Eva :)

    AntwortenLöschen
  6. Ich kannte die Geschichte auch noch nicht, aber sie ist wie alle deine Erzählungen wundervoll.
    Eine Pause vom Laptop über die Feiertage und bei liebem Besuch müssen unbedingt sein. Dir auch noch ein gutes Neues Jahr. LG Christa

    AntwortenLöschen
  7. Danke ich wünsche dir nachträglich ein gutes neues Jahr und das Wetter ist im Norden warm gegen über bei euch und ohne Schnee deswegen freute ich mich auf deine Geschichte die wunderschön wieder war.
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.