Mittwoch, 30. April 2014

Der Wonnemonat Mai





Kein Monat wird so besungen wie der Mai.
Das bekannteste Lied, dessen Text von Emanuel Geibel (1815 – 1884) stammt ist wohl:

Der Mai ist gekommen
Die Bäume schlagen aus
Da bleibe wer Lust hat
Mit Sorgen zu Haus
Wie die Wolken wandern
Am himmlischen Zelt
So steht auch mir der Sinn
In die weite, weite Welt

Es ist auch ein schöner Monat, der Mai, denn er läutet endgültig den Frühling ein.
Nach den Kapriolen des Aprils sollte das Wetter sonnig und beständig sein.
Und in den Herzen erwacht die Liebe.
Früher sind die jungen Männer in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai in den Wald gegangen, um eine Birke zu schlagen.
Diese stellten sie dann vor das Haus ihrer Liebsten, als Symbol der Fruchtbarkeit.
So entstand wohl der Maibaum.
In Bayern wird ja der erste Mai mit dem Aufstellen des Maibaums gefeiert.
Am 30. April wird noch eine Maiwache aufgestellt, damit die Burschen des Nachbardorfes den schön geschmückten Baum nicht stehlen.
Sollte es diesen mit List und Tücke dann doch gelingen, dann müssen die Verlierer ihn mit sehr viel Bier wieder auslösen.
Ist alles dann glücklich überstanden und der wundervoll
geschmückte Maibaum ist aufgestellt und seht in seiner ganzen Pracht unter dem weiß blauen Himmel, dann wird gefeiert mit Bratwurst und dem würzigen „Maibock“, dass die Stimmung allmählich anheizt.

Die Nordlichter stellen keinen Maibaum auf, sie machen einen Maigang.
Früh am Morgen geht es mit einem Bollerwagen voller hochprozentiger Getränke hinaus ins Grüne.
Während dem Marsch wird der Bollerwagen immer leerer und die lustige Gesellschaft immer voller.

Aber der erste Mai ist auch der „Tag der Arbeit“ .
Ein Feiertag, der seinen Ursprung in der USA hat.
Am 1. Mai 1886 haben die Gewerkschaften einen Generalstreik ausgerufen, denen 400 000 Beschäftigte aus 11 000 Betrieben folgten.
Warum gerade der 1. Mai gewählt wurde ist wohl darauf zurückzuführen, dass an diesem Tag traditionell die neuen Verträge ausgehandelt wurden.
Ziel des Streiks war den zehn Stunden Tag auf acht Stunden zu senken.
1860 war es bereits gelungen den 13 Stunden Tag auf zehn Stunden zu verringern.
Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.
Leider kam es in Chicago zu blutigen Ausschreitungen. Sieben Polizeibeamte starben durch ein Bombe und 4 der Arbeitsführer wurden zum Tod durch den Strang verurteilt.
Auch erschwerte das in Zukunft den Arbeitskampf sehr,
doch wenigstens 20 000 Arbeiter erhielten einen 8 Stunden Tag.
Nun in Amerika ist dieser Tag kein Feiertag, dagegen aber in Europa und auch er wird genutzt zum Arbeitskampf.
Leider geht auch dieser Tag nicht ohne Krawalle vorüber und Morgen werden 700 Polizisten in Berlin in Bereitschaft stehen.






Meine Erinnerungen an den Mai sind sehr schön. Denn das Aufstellen des Maibaums mit den schönen geschnitzten Figuren war für uns Kinder immer aufregend und dann gab es noch die Maiandacht.
Jeden Tag um 19Uhr 30 begann sie und das war herrlich für mich.
Denn sonst musste ich immer um 19Uhr bereits ins Bett.
Fünf Minuten vor 19Uhr kam das Sandmännchen mit einer kleinen Geschichte im Radio und dann ging es ins Bett.
Doch nicht im Mai.
Jeden Tag durfte ich mit meiner großen Schwester zur Kirche gehen.
Dort traf ich meine Schulkameraden und wir tobten um das Kriegerdenkmal, um dann später erschöpft auf der Kirchenbank ausruhend den herrlichen Marienlieder zu lauschen.