Donnerstag, 30. April 2020

Das Findelkind Teil 22






Die Kellnerin eilt in die Gaststube.
Peter sieht seine Schwester kopfschüttelnd an.
Du hast doch den noch gar nicht aufgegessen.“
Der ist ja auch nicht für mich.
Siehst du das Mädchen dort drüben, das ist Arianne, von der Mariella gesprochen.
Ich werde sie mal zu uns holen.“
Doch als Vanessa die Straße überquert, dreht sich die Kleine um und läuft weg.
Warte!“ ruft Vanessa, „ ich soll dir liebe Grüße von Mariella ausrichten!“
Das Mädchen bleibt stehen und kommt zögernd zurück.
Du hast Mariella getroffen?“
Ja, komm mit an unseren Tisch, dann erzähle ich dir von ihr.“
Peter von einem Ohr bis zum anderen mit Eis verschmiert grinst sie an und löffelt dann weiter.
Die Kellnerin kommt mit einem riesigen
Eisbecher und stellt ihn freundlich lächeln vor
Arianne ab.
Lass ihn dir gut schmecken.“
Zu den Kinder aber sagt sie leise.
Möge die Madonna euch segnen .“
Mit leuchtenden Augen, jeden Löffel Eis genießend leert Arianne ihren Becher.
Die Geschwister warten bis sie fertig ist, dann erzählen sie ihr wo Mariella jetzt lebt und dass sie ihnen liebe Grüße aufgetragen hat für sie und ihre Mutter.
Nachdem sie die Eisbecher bezahlt haben, wollen sie zu Beatrice.
Als sie an einem Lebensmittelladen vorbeikommen, wendet sich Vanessa an das Mädchen.
Wir sollten deiner Mutter etwas mitbringen, was wünscht sie sich denn am meisten.“
Als Arianne zögert, meint Peter aufmunternd.
Nur zu, geniere dich nicht, wir haben genügend Geld dabei.“
Arianne tritt verlegen von einem Fuß auf den anderen.
Mama hat schon lange keinen Bohnenkaffee mehr kaufen können.“
Und was möchtest du?“
Verschämt deutet das Mädchen auf eine riesige Salami, die im Schaufenster hängt, dann keucht sie erschrocken auf und versteckt sich hinter Peter.
Die neue Frau Eposito und der böse Filippo sind
im Laden,“ flüstert sie.
Die wollen wir uns doch mal genauer ansehen.“
lacht Peter.
Am besten du kommst nicht mit, versteckst dich drüben in der Toreinfahrt, wir holen dich dann ab.“
Ein leises Bimmeln ertönt, als sie die Ladentür öffnen.
Mit einem freundlichen „Guten Tag“ treten sie ein.
Während Vanessa die Lebensmittel in den Regalen betrachtet , stellt sich Peter in die Nähe der Tür, die Arme verschränkt und den Blick auf Filippo gerichtet.
Dieser fühlt sich allmählich unbehaglich und tritt einen Schritt auf Peter zu.
Warum glotzt du so dämlich?“
Ist das in eurem Land verboten?“ fragt Peter spöttisch.
Weißt du wer ich bin, meinem Vater gehört der reichste Bauernhof hier und du hast mich gefälligst nicht so blöd anzugucken.“
Ach und du meinst er ist so mächtig, dass er bestimmen kann, wohin ich schaue.“
Ja, und er wird dich einsperren lassen, wenn du frech zu mir bist.“
Ach du meine Güte, du bist ja noch dümmer, als man mir erzählt hat,“ lacht Peter spöttisch.
Ich werd`s dir zeigen, ich bin nicht dumm!“
brüllt Fillipo und will sich mit geballten Fäusten auf Peter stürzen.
In dem Moment tritt Vanessa von einem Regal
zurück, eine Tüte Mehl in der Hand, rempelt gegen den Jungen, der stürzt zu Boden und das
ganze Mehl ergießt sich über Filippo.
Vanessa hat die Tüte ein wenig angeritzt.
Einen Moment liegt der Rüpel wie erstarrt, dann reißt er plötzlich den Mund auf und kreischt mit durchdringender Stimme.
Maaaammmmaaaaa!“
Dann fängt er zu heulen an und die Tränen hinterlassen hässliche verkleisterte Spuren in seinem Gesicht.
Seine Mutter dreht sich um und läuft zu ihrem Sohn, hilft ihm auf und klopft ihn ab.
Vanessa springt schnell zurück, damit sie der Mehlstaub nicht trifft.
Die Frau aber wirft einen giftigen Blick auf die Geschwister, sagt einige Worte in italienisch packt ihren Bengel und verlässt den Laden.
Kaum ist sie draußen, da prustet sie Kramerin schon los.
Was für ein Bild!“
Sie hält sich den Bauch vor Lachen.
Vanessa sieht etwas verlegen auf die Unordnung, die sie angerichtet hat.
Wenn sie mir bitte einen Besen geben würden, dann mache ich es wieder sauber,“ meint sie, als die Kramerin sich beruhigt hat.
Sich die Tränen aus den Augen wischend deutet die Frau hinter dem Ladentisch in eine Ecke.
Während Vanessa flink den Boden säubert,
fragt Peter :
Was hat die Frau eigentlich zu uns gesagt?“
Ach mein Junge, das wollt ihr bestimmt nicht wissen. Ich kann dir nur sagen, Signoria Eposito ist keine Dame.
Ach die erste Signoria, das war eine liebe freundliche Dame und alle haben gerne für sie gearbeitet.
Aber nun wechselt ständig das Personal.
Aber unser Dorfklatsch interessiert euch sicher nicht, was wollt ihr denn kaufen?“
Bald liegt ein Päckchen feinster Bohnenkaffee, die lange Salami aus dem Schaufenster, frisches Brot, Butter und noch einige feine Sachen auf dem Ladentisch.
Die Kramerin aber will für die Tüte Mehl kein Geld annehmen, denn das war ihr die Sache wert
und wieder fängt sie zu lachen an.
Als die Kinder mit zwei dick bepackten Einkaufstüten die Stufen hinuntergehen sind sie sich einig.
Filippo und seine Mutter sind im Dorf nicht sehr beliebt.
Arianne kommt aus ihrem Versteck und fragt neugierig, was denn im Laden geschehen ist, weil Filippo weiß wie ein Gespenst heraus kam.
Die Geschwister erzählen es ihr und sie lachen noch, als sie das Häuschen erreichen, das
Beatrice mit ihrer Tochter bewohnt.
Die Oma war vor zwei Monaten gestorben wie ihnen Arianne erzählt hat.



Mittwoch, 29. April 2020

Das Findelkind Teil 21







Mariella sitzt in der Höhle und grübelt.
Wenn man sie als Baby entführt hat, dann wurde sie ja gar nicht ausgesetzt, weil ihr Mutter sie nicht mehr haben wollte.
Deine Mutter wollte dich schon nicht haben und hat dich weggeworfen wie einen wertlosen Sack mit Müll!“
gellen ihr noch die bösartigen Worte von Filippo in den Ohren.
Von all seinen Gemeinheiten hatten diese Worte am meisten geschmerzt.
Denn oft schon hat sie darüber nachgedacht, warum ihre Mutter sie einfach ausgesetzt hat.
Und trotz all der Liebe die sie von Signoria Elena bekommen hat, war doch immer eine gewisse Leere in ihr gewesen.
Mariella springt auf.
Es hält sie nicht länger in der Höhle.
Sie weiß von ihren nächtlichen Streifzügen, dass
im hintersten Ende des Gartens im Anwesens der Grazianos eine Lücke im Zaun ist.
Sie schlüpft durch das Loch und wandert durch die schön angelegten Blumenbeete.
Heute hat sie keine Angst, trotzdem erschrickt sie als die Baronin aus dem Gewächshaus tritt.
Hallo, wo kommst du denn her, bist du bei jemanden hier zu Besuch?“ fragt diese freundlich.
Einen Moment starrt Mariella die schöne Dame an, dann dreht sie sich um und rast davon.
Was für ein seltsames Kind denkt die Baronin amüsiert.
Aber irgendwie hat sie ihr Herz berührt.
Nachdenklich geht sie ins Haus zurück.
Das Mädchen aber rennt und hält nicht eher an, bis sie in der Höhle ist.
Völlig außer Atem sinkt sie auf den Boden.
Wie schön die feine Dame doch war, ach wäre sie doch ihre Mutter.
Mariella zieht die Knie an, legt die Arme darum und fängt an zu träumen.

Als Vanessa erwacht, weiß sie im ersten Moment nicht wo sie sich befindet und was sie geweckt hat.
Dann sieht sie Fernando, der sich ausgiebig putzt und spottet.
Na endlich, war ein ganz schönes Stück Arbeit dich wach zu bekommen.
Alfredo belädt schon seinen Anhänger.“
Vanessa stößt Peter in die Seite.
Verschlafen taucht sein verstrubbelter Kopf unter der Decke hervor.
Komm, Alfredo wird bald fahren.“
Sie sammeln ihre Sache zusammen und verlassen die Scheune.
Am Brunnen wird sich schnell ein wenig gewaschen, dann gehen sie in die Küche, wo sie von Maria mit strahlendem Lächeln erwartet werden.
Sie stellt ihnen Milchkaffee und frisches Brot, Butter und Marmelade hin.
Der Kater, der sich wieder neben sie gesetzt hat,
übersetzt, dass Alfredo bereits gefrühstückt hat
und nur noch den Wagen belädt, da er sehr früh auf dem Markt sein will.
Die Kinder beeilen sich, umarmen Maria zum Abschied mit einem „Mille Gracia“ und sitzen wenig später eingekeilt zwischen Körben voll Obst und Gemüse, einem Käfig mit Hühnern und zwei Schafen.
Nach einer gut zehn Kilometer langen Fahrt 
erreichen sie den Markt in M.
Alfredo zeigt ihnen noch, in welche Richtung sie gehen müssen und mit einem herzlichen Dankeschön verabschieden sie sich von dem alten Mann.
Sie folgen der Bergstraße, die eingebettet in Olivenhaine, saftige Wiesen und Weingärten direkt bis R. führt.
Gleich am Ortseingang liegt ein kleines Gasthaus.
Sie setzen sich an einen Tisch unter einem Sonnenschirm und gleich kommt eine junge Kellnerin heraus.
Scheinbar hat sie die Kinder sofort als Touristen
erkannt, denn sie spricht sie in deutscher Sprache an.
Erfreut bestellen die Geschwister einen großen Eisbecher.
Vanessa fällt ein ärmlich gekleidetes Mädchen auf, dass am Straßenrand lungert und sehnsüchtig auf ihre Eisbecher schaut.
Sie fragt die freundliche Kellnerin, die den Tisch neben ihnen abwischt.
Wer ist das Mädchen?“
Das ist Arianne, sie und ihre Mutter sind sehr arm.
Vor einem Jahr noch hat Beatrice bei einer reichen Bäuerin gearbeitet und es ging ihnen gut.
Aber als die gute Frau Eposito starb, da wurde sie von der neuen Frau raus geworfen.
Seitdem bringt sie sich und ihr Kind mehr recht als schlecht durch.“
Bringen sie mir noch einen Eisbecher,“ bittet Vanessa.
Die Kellnerin eilt in die Gaststube.

Dienstag, 28. April 2020

Das Findelkind Teil 20






Sehr früh am nächsten Morgen brechen sie auf.
Mit reichlich mangiare und auch Geld versehen geht es ins Abenteuer.
Kurz halten sie noch bei Mariella und lassen sich noch einmal den Weg erklären, dann wandern sie den steinigen Bergpfad hinauf.
Oben angekommen bleiben sie stehen und genießen den Blick über die schöne Landschaft.
Dann laufen sie lachend den Pfad hinunter und lassen sich atemlos ins Gras fallen.
Da die Sonne inzwischen ziemlich hoch und die Luft vor Hitze flirrt, lagern sie im Schatten einer Trauerweide an der ein Bach vorbei fließt.
Sie hängen ermattet die Füße in das Wasser und auf einmal beginnt Vanessa übermütig zu strampeln und bespritzt ihren Bruder.
Bald stehen beide ihm Bach und bewerfen sich mit Wasser.
Lachend und erschöpft fallen sie auf die Wiese.
Die Sonne hat ihre Kleider bald getrocknet und nach einem gemütlichen Picknick wandern sie weiter.
Es wird schon dunkel, als sie an einen Wegweiser kommen, der ihnen zeigt, dass es bis R. noch
15 Kilometer sind.
Das schaffen wir heute nicht mehr,“ meint Peter,
wir sollten uns einen Platz zum Übernachten suchen.“
Forschend sehen sie sich um und entdecken in der Ferne einen Bauernhof.
Sie nehmen die abwärts führende Abkürzung über eine Weide.
Die Tür steht offen und laute Musik klingt aus einem Raum.
In einer kleinen bäuerlichen Küche steht eine alte Frau am Ofen und rührt in einem großen Topf aus dem köstliche Düfte steigen.
Die Kinder klopfen an die Tür und rufen laut
Bonjorno Signoria!“
Die Frau reagiert nicht, durch die laute Musik hat sie wohl nichts gehört.
Dann dreht sie sich zur Tür und erschrickt ein wenig aber dann lächelt sie breit, sodass man eine Zahnlücke erkennen kann, tippt auf das Radiogerät und die Musik verstummt.
Ein Schwall Italienisch stürmt nun auf die Kinder ein, bis Peter es gelingt „Germania“ dazwischen zu rufen.
Die Alte nickt grinsend.
Ah, Germania!“ Sie deutet auf die Bank und zeigt mit einer Geste , dass sie sich setzen sollen.“
Die Kinder legen ihre Rucksäcke auf die Bank und rutschen hinein.
Ein dicker grauer Kater springt hoch, schnuppert an den Rucksäcken und setzt sich dann zwischen die Kinder.
Wenn ihr mir von der Wurst etwas gebt, die ihr dabei habt, dann übersetze ich für euch.“
Die Kinder lachen.
Woher weißt du überhaupt, dass wir deine Sprachen verstehen können,“ will Vanessa wissen.
Ich komme weit herum!“ schnurrt der Kater.
Die Bäuerin, die meint Vanessa hätte zu ihr gesprochen nickt freundlich und lässt wieder einen Schwall Italienisch los.
Abgemacht, also was sagt sie?“
Sie meint die Tomatensoße und die Spagetti wären bald fertig und werden euch bestimmt gut schmecken.
Alfredo ihr Mann würde auch bald kommen und der könnte ein wenig eure Sprache.
Er hat in M. einen Stand auf dem Wochenmarkt und da kommen auch viele Touristen.“
Sie hören einen Traktor und gleich darauf kommt ein alter Mann in die Küche.
Die alte Frau redet auf ihn ein und gestikuliert mit beiden Armen.
Lächelnd tritt der Mann zu den Kinder.
Ich sein Alfredo, das meine Frau Maria, ihr kommen von Germania?“
Si,si, wir wollen ein klein wenig wandern und wollten sie fragen, da es schon dunkel ist, ob wir vielleicht in der Scheune übernachten dürfen?“ fragt Peter.
Si,si,si aber zuerst mangiare, meine Marie machen die beste Tomatensoße von Italien.
Die Kinder müssen grinsen.
Scheinbar meint jede italienische Frau, ihre Soße wäre die beste.
Als sie mit gutem Appetit die wirklich guten Spagetti essen, strahlt Maria beglückt.
Sie erzählen nun, dass sie morgen ganz früh,
weiter nach R. wollen und Alfredo bietet ihnen an sie mitzunehmen bis M. Von dort wären es nur noch gute 5 Kilometer, das würden sie in einer Stunde schaffen.
Dann zeigt er ihnen wo sie im Schuppen schlafen können, der graue Kater folgt ihnen.
Fernando scheint mögen euch,“ lacht der alte Mann und die Kinder sehen sich an und grinsen.
Beide denken sie dasselbe.
Fernando war wohl mehr an der Wurst in ihrem Rucksack interessiert.
Und die bekommt er auch sobald Alfredo die Scheune verlassen hat.
Ich werde euch morgen wecken, wenn der alte Mann aufsteht.
Er fährt schon immer sehr früh zum Markt.
Jetzt muss ich meine Runde machen, habe da ein paar Miezen die schon sehnsüchtig auf mich warten.“
Die Kinder sehen ihm lachend nach als er gemächlich hinaus stolziert.
Da sie sehr müde sind, schlafen sie bald ein.




Montag, 27. April 2020

Das Findelkind Teil 19




Es ist ein schöner Nachmittag bei den Grazianos.
Das Schloss imposant und auch der parkähnliche Garten ist großartig.
Die Baronin eine hübsche zierliche Frau mit etwas traurigen Augen empfängt sie freundlich.
Und als Vanessa sie sieht weiß sie ganz genau, dass ihre Vermutung stimmt.
Mariella sieht ihrer Mutter sehr ähnlich.
Verena tauscht einen lächelnden Blick mit ihrer Tochter.
Peter ist die Ähnlichkeit nicht aufgefallen.
Ihn interessieren mehr die edlen Pferde des Barons und er folgt den Männern zu den Ställen .
Die Damen aber führt die Gastgeberin zu einem Pavillon im Garten.
Die Baronin ist eine sehr gebildete Frau, die auch ein ausgezeichnetes Deutsch spricht.
Francesca ist heute einmal auffallend ruhig.
Doch die freundliche, gar nicht hochmütige Art der Baronin nimmt ihr die Scheu vor der feinen Dame und bald bringt sie mit ihrem drolligen Deutsch und lebhafter Art alle wieder zu Lachen.
Später kommen die Männer noch dazu und Giovanni erzählt von seinem Traum, einen
Naturschutzpark in der Gegend zu errichten und
fragt den Baron nach dem Grundstück.
Dieser meint nur zögernd, dass er sich noch nie Gedanken gemacht hat, etwas zu verkaufen und geschickt lenkt er das Gespräch in eine andere Richtung.
Giovanni ist etwas enttäuscht, aber er hat ja sowieso noch nicht das Geld zusammen.
Die Erfüllung seines großen Traumes muss wohl noch lange warten.
Auf dem Heimweg schwärmt Francesca von der Baronin, wie nett sie doch sei und so gar nicht hochnäsig.
Später sitzen sie noch alle auf der Veranda und Verena erklärt ihnen, dass Peter und Vanessa morgen eine größere Wanderung unternehmen wollen.
Haben du keine Angst, sie etwas jung, so allein durch fremde Land zu streifen,“ fragt Francesca.
Verena und auch Michael schütteln den Kopf.
Und Giovanni meint.
Wie ich die beiden inzwischen kennengelernt habe, finden die sich überall zurecht.
Nur mit der Sprache könnte es Schwierigkeiten geben, überall spricht man nicht deutsch.“
Peter winkt ab.
Wir kommen schon zurecht und das wichtigste
Wort „mangiare“ kennen wir ja.“
Brüllendes Gelächter schallt über den Hof.





Sonntag, 26. April 2020

Das Findelkind Teil 18




Bevor sie sich an den Tisch setzen nimmt Vanessa ihren Bruder beiseite und weiht ihn in kurzen Worten schnell ein.
Peter ist begeistert und freut sich auf das Abenteuer.
Am Tisch geht es wie immer fröhlich und lebhaft zu.
Besonders wenn Francesca mit Armen und Beinen zappelnd und in ihrem herrlichen Akzent etwas zum Besten gibt, dann ist das Gelächter groß.
Peter erklärt nach dem Frühstück, dass er und Vanessa noch eine kleine Wanderung unternehmen wollen.
Oh, du müssen aber nicht zu lange bleiben, wir heute eingeladen bei Baron Graziano , das sein große Ehre, und kommen müsst mit.
Aber natürlich ihr können ein wenig wandern, nur nicht zu weit, ich packen euch mangiare ein.“
Können wir auch von dem Mandelkuchen haben?“ fragt Vanessa, die sich erinnert wie gut der Mariella geschmeckt hat.
Francesca schlägt ihr molligen Hände zusammen und ruft überglücklich.
Dir haben meine Kuchen geschmeckt, es sein noch ein großes Stück da, ich packen ein.“
Auf dem Weg zu der Höhle erzählt Vanessa ihrem Bruder etwas genauer, um was es geht und auch von ihrer Vermutung, dass es sich bei Mariella vielleicht um die entführte Tochter des Barons handeln könnte.
Peter ist begeistert, das hört sich doch nach einem tollen Abenteuer an.
Deshalb ist er etwas enttäuscht, als er das verwahrloste Mädchen sieht, das freudestrahlend aus der Höhle gelaufen kommt.
Ne, wie eine Prinzessin sieht die nicht aus!
Mariella aber bleibt erschrocken stehen, als sie Peter sieht.
Keine Bange, „ grinst Vanessa, „das ist mein Bruder Peter, er nervt zwar manchmal aber er ist ein toller Bruder, und bestimmt nicht wie Filippo.“
Peter grinst und streckt ihr die Hand hin.
Brauchst dich nicht fürchten, ich haue keine Mädchen, aber wenn ich den Filippo erwische, dann kriegt er eine Abreibung, das verspreche ich dir.“
Ein scheues Lächeln erscheint auf dem Gesicht des Mädchens.
Kommt doch herein.“
Wow! Du hast es aber gemütlich hier,“ staunt der Junge.
Wir haben dir etwas zu Essen mitgebracht,“ verkündet er und legt den Rucksack auf den Boden.„Aber ich habe doch noch etwas von gestern,“ sagt Mariella schüchtern.
Ach davon kann man nie genug haben, der Tag
ist noch lang.“
Peter beginnt die Lebensmittelpakete auszupacken.
Und ich habe einige Sachen zum Anziehen, Seife und Shampoo dabei, komm mit, wir gehen hinaus an den Bach.“
Und ich werde mal die Höhle erforschen, toll ist es hier!“
Die Mädchen laufen hinaus und nachdem sich Mariella mit glücklichem Gesicht mit der Seife von oben bis unten abgewaschen hat, hilft ihr Vanessa beim Haarwaschen.
Mit verklärten Gesicht hüllt sich Mariella in das kuschelige weiche Badetuch und reibt sich trocken.
Sie schlüpft in Unterwäsche und Jeans und Shirt, die Vanessa mitgebracht hat und fühlt sich so sauber wie schon lange nicht mehr.
Damit ihr Vanessa das hüftlange Haar trocken rubbeln kann, setzt sie sich auf einen Stein.
Die müssen unbedingt geschnitten werden, du siehst ja aus wie Rapunzel.“
Wer ist Rapunzel?“
Das ist ein deutsches Märchen.“
Und während Vanessa ihr einen Zopf flechtet, erzählt sie ihr das Märchen von Rapunzel.
Das war schön,“ seufzt Mariella.
Als sie in die Höhle zurück gehen starrt Peter sie mit offenen Mund an.
Du siehst ja doch aus wie ein Prinzessin!“
Die Mädchen lachen und fröhlich setzen sie sich auf den Boden wo Peter all die Leckereien, die Francesca ihnen mitgegeben hat ausgebreitet hat.
Mariella strahlt, als sie den Kuchen entdeckt, der ihr gestern schon so gut geschmeckt hat.
Als sie Peters begehrlichen Blick sieht, hält sie ihm die Dose hin.
Doch der Junge wehrt mit beiden Händen ab.
Nein, nein, der ist doch für dich!“
Doch Mariella bricht ein Stück von dem Kuchen ab und drückt es ihm in die Hand.
Iss!“
Peter grinst, „ wenn du mich zwingst,“ und stopft fast das ganze Stück in den Mund.
Vanessa schüttelt den Kopf.
Während Peter mit beiden Backen kaut, erzählt nun Vanessa von dem Besuch der Elfen bei ihr und was sie ihr berichtet haben.
Auch dass Peter und sie nach der blauen Kiste suchen wollen.
Ebenso spricht sie von ihrer Vermutung, dass es sich bei Mariella um das entführte Kind der Grazianos handeln könnte.
Sie lassen sich nun noch genau erklären, woher Mariella kommt.
Peter hat seine Landkarte dabei und das Mädchen zeigt ihm das Dörfchen R., das ungefähr 35 Kilometer entfernt ist.
Und wo ich gefunden wurde als Baby, das kann euch Beatrice bestimmt erklären, bitte grüßt sie und auch Arianne von mir.“
Sag mal, wieso sprichst du eigentlich so gut deutsch?“ will Peter wissen.
Richtig, wir sind ja in Italien!“ruft Vanessa lachend.
Sie hatten von Anfang deutsch miteinander gesprochen.
Peter schüttelt nur den Kopf.
Mariella aber berichtet ihnen, dass ihre Pflegemutter sie zweisprachig aufwachsen ließ, da sie doch in einem Grenzgebiet wohnen.
Jedenfalls macht es das leichter für uns,“ brummt Peter.
Wenn nicht, dann wären bestimmt die Elfen hier und würden übersetzten, kichert Mariella.
Außerdem können viele Leute in R. deutsch sprechen, es liegt ja direkt an der Grenze.“
Wir müssen nun gehen,“ mahnt Vanessa,
heute Nachmittag sind wir bei Baron und Baronin Graziano eingeladen, die vielleicht deine Eltern sind.“
Mariella steht noch lange am Höhleneingang und sieht ihnen nach.
Beide Hände hat sie auf das wild pochende Herz gedrückt.
Deine Eltern!“ Wie schön das klingt, ach wenn es doch wahr wäre!
Nicht mehr so einsam sein, nicht mehr so allein.
Eine Mutter die sie liebevoll in den Arm nimmt
und mit ihr singt, lacht und ihr Geschichten erzählt.
Einen Vater, sie weiß eigentlich gar nicht wie ein richtiger Vater war, aber jedenfalls wäre er nicht so böse wie der olle Eposito.


Samstag, 25. April 2020

Das Findelkind Teil 17




Leise huscht das Mädchen die Treppe hinunter.
Verena dreht sich um, als Vanessa auf die Veranda kommt.
Lächelnd meint sie, 
Ich liebe diese Stunde wenn der Tag zum Leben erwacht.“
Schweigend setzen sich sich auf die Bank und genießen das Erwachen der Natur.
Die Vögel auf den Bäumen zwitschern munter, immer mal wieder von dem begeisterten Kikeriki des stolzen Hahns unterbrochen.
Eine Eule von ihrem nächtlichen Ausflug zurück, rauscht über den Hof und verschwindet in Richtung Wald.
Der alte Hofhund kommt auf die Veranda und lässt sich seufzend zu ihren Füßen nieder.
Eine Maus läuft blitzschnell über den Hof und verschwindet in einem Loch, bevor die Katze sie erreicht.
Diese wendet sich ab und kommt nun auch auf die Veranda, springt neben Vanessa und schnurrt als diese sie streichelt.
Schön, dass alle Tiere hier so frei herum laufen dürfen, warum eigentlich?“ fragt Vanessa.
Verena lacht.
Das ist ja kein Bauernhof, alle die Tiere hat Giovanni von den Bauern bekommen, die ihn nicht bezahlen konnten.
Zum Glück hat er von seinem Großvater dieses Anwesen geerbt und die Tiere haben genügend Platz, um kunterbunt umher zulaufen.“
Ein kleiner Naturpark für Nutztiere,“ grinst Vanessa.
Nur, dass ab und zu ein Huhn oder eine Gans im Kochtopf landet.“ meint Verena,aber es würde ja überhand nehmen und bis dahin haben sie ein schönes Leben und müssen nicht leiden.
In der Natur wird das Gleichgewicht durch die Tier selbst geregelt.“
Sie beugt sich über Vanessa und streichelt die Katze.
Was denkst du würde geschehen wenn die Katzen keine Mäuse fangen würden.
Der Boden wäre bedeckt von Mäusen und Ratten
oder wenn der Specht keine Insekten unter den Stämmen fressen würde, die gefräßigen Larven hätten in kürzester Zeit den Wald vernichtet.“
Sie stellt ihre leere Tasse ab und fragt dann;
wie war es denn gestern, wir konnten ja noch nicht viel darüber sprechen.“
Vanessa erzählt nun ihrer Mutter von Mariella und auch von dem Besuch der Elfen und was sie ihr berichtet haben und dass es ihre Aufgabe ist, die Beweise, die in einer Buche versteckt sind zu suchen und Marielle zu helfen ihre wirklichen Eltern zu finden.
Weißt du, ich habe schon überlegt, ob es nicht das entführte Mädchen sein könnte,“ meint Vanessa zögernd.
Ihre Mutter lächelt:
Du weißt, ich darf dir nicht helfen, aber gestern hat der Baron den Husky abgeholt und hat uns für heute Nachmittag alle auf das Schloss eingeladen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.“
Ich würde aber gerne noch zu Mariella gehen, darf ich ihr einige Sachen von mir mitbringen?
Ihr Kleid ist schon recht fadenscheinig und zerrissen und wir haben die gleiche Größe.“
Sicher darfst du das, sie ist jetzt dein Schützling,“ schmunzelt Verena,außerdem würde ich Peter einweihen und mitnehmen.“
Im Haus beginnt es zu rumoren.
Die Langschläfer sind wach,“ lacht Verena und fröhlich gehen sie ins Haus.

Freitag, 24. April 2020

Das Findelkind Teil 16




Als sie am Abend ins Bett geht hat sie sehr viel zum Nachdenken, aber trotzdem schläft sie bald tief und fest.
Sie wird wach, weil sie etwas an der Nase kitzelt.
Verschlafen öffnet sie die Augen und sieht direkt vor sich eine kleine Elfe.
Als sie sich aufsetzt, fliegt diese hoch und setzt sich auf die Bettdecke zu den anderen beiden Elfen.
Vanessa hebt die Arme und gähnt geräuschvoll.
Die Elfen kichern.
Noch immer nicht ganz wach, schüttelt das
Mädchen den Kopf.
Was wollt ihr denn hier, mitten in der Nacht?“
Wieder kichern die Elfen.
Es dämmert bereits!
Mariella hat uns von deinem gestrigen Besuch erzählt. Wir sind froh, dass du endlich da bist, denn seit acht Jahren warten wir auf dich.“
Aber vor acht Jahren wurde ich doch erst geboren!“
Ja, am 12. Mai, am selben Tag wie Mariella. Übrigens ich habe vergessen uns vorzustellen.
Ich bin Hortensie, das ist meine Schwester Rosemarin und die Kleine da ist unsere Kusine Vergissmeinnicht.“
Die zwei Elfen winken ihr fröhlich zu.
Alle drei setzen sich auf das Kopfkissen und erzählen ihr von dem Tag, an dem Mariella ausgesetzt wurde.
Sie berichten, dass sie beobachtet haben, wie die Frau die blaue Dose in der Buche versteckt hat.
Auch wie Moira sie gehindert hat das Geheimnis zu lüften, weil die Zeit dazu noch nicht gekommen war.
Doch jetzt ist es endlich soweit und es ist Vanessas Aufgabe die Beweise zu holen und Mariella zu helfen.
Ich habe Mariella sehr gern und werde ihr gerne helfen,“ verspricht das Mädchen feierlich.
Erfreut lachen die Elfen und drücken ihr ein Küsschen auf die Wange.
Mit einem fröhlichem Winken fliegen sie aus dem Fenster.
Begleitet von den Glühwürmchen, die draußen auf sie gewartet haben verlassen sie das Anwesen in Richtung Wald.
Vanessa stellt sich ans Fenster und sieht ihnen nach, bis die gelben Pünktchen in den dichten Bäumen nicht mehr zu sehen sind.
Langsam erwacht der Hof zum Leben.
Der alte Salvatore tritt gähnend aus dem Stall, geht zum Brunnen und lässt sich das eiskalte Wasser über den Kopf laufen.
Es scheint in wach gemacht zu haben, denn pfeifend geht er zurück in den Stall.
Kurze Zeit später trabt der Wallach heraus, neben ihm springt der Esel umher, die Kuh folgt gemächlich, geht aber nicht durch das weit geöffnete Gatter sondern trabt ihn Richtung Wald davon.
Salvatore kratzt sich am Kopf und sieht ihr nach.
Als er sich umwendet stößt ihn die Ziege an und meckert lautstark.
Vanessa hört wie sie ihm erzählt, dass Sofia in den Wald gelaufen war um einem Mädchen,das dort ganz alleine lebt, Milch zu bringen.
Salvatore , der ja die Tiersprache nicht versteht, gibt ihr einen Klaps auf das Hinterteil und treibt sie Richtung Weide.
Vanessa grinst, trotzdem ärgert sie sich über die Ziege.
Was für ein böses hinterhältiges Geschöpf.
Aus dem Hühnerhaus stolziert der Hahn und stellt sich in Pose und beginnt laut die Sonne zu begrüßen, die aber noch gar nicht so recht aus dem Bett kommen mag.
Hinter ihm beginnt es zu gackern und zu rascheln und ein Huhn nach dem anderen schlüpft durch die Klappe.
Auf dem Boden angekommen beginnen sie sofort eifrig zu scharren.
Salvatore schlurft mit einem Eimer in der Hand heran und streut ihnen Körner hin, auf die sie sich sofort stürzen.
Auch die Gänse sind bereits munter und schnatternd, umgeben von ihren gelben Küken watscheln sie zu dem nahegelegenen Teich.
Vanessa hört die Terrassentür leise klappen und beugt sich vor, um besser sehen zu können.
Ihre Mutter steht unten mit einer Tasse Kaffee zwischen den Händen und beobachtet den erwachenden Hof.

Donnerstag, 23. April 2020

Das Findelkind Teil 15






Als sie sich dem Wald nähert, wird sie von einem Huhn überholt, das laut gackernd an ihr vorbeiläuft.
Kopfschüttelnd sieht das Mädchen ihm nach und automatisch folgt sie dem lauten Gegacker.
Sie findet die Henne mitten im Moos und als sie sich nähert, schlägt sie wild mit den Flügeln und reckt kampfeslustig den Kopf.
Mit wild rollenden Augen zischt sie.
Bleib weg, das Ei ist nicht für dich bestimmt!“
Vanessa hört hinter sich ein Rascheln und sieht ein barfüßiges Mädchen weg rennen.
Halt, warte doch!“
Vanessa läuft ihr hinterher.
Die Henne aber verlässt ihr Nest und rennt nach Hause.
Ein Eichkätzchen flitzt den Baum herunter, nimmt das Ei vorsichtig ins Maul und folgt den beiden Mädchen.
Vanessa hat inzwischen eine Höhle erreicht und staunt, als sie eintritt.
Das war ja eine richtige kleine Wohnung.
In der Ecke liegt ein Haufen Heu mit einer alten Decke darauf und dient wohl als Bett.
Alte Kisten sollen wohl Tisch und Stühle darstellen und in der Mitte gibt es sogar eine mit groben Steinen eingefasste Feuerstelle.
Von dem Mädchen keine Spur.
Vanessa glaubt leises Atmen zu hören und geht
weiter in die Höhle hinein.
Das Mädchen kauert in der hintersten Ecke und starrt ihr mit ängstlichen weit aufgerissenen Augen entgegen.
Vanessa lächelt sie beruhigend an.
Du musst keine Angst vor mir haben, ich werde dir nichts tun und dich auch nicht verraten.“
Du bist das Mädchen aus dem Fenster!“ ruft die Kleine plötzlich und steht nun auf und kommt näher.
Ja und ich habe dich gesucht. Ich bin Vanessa.“
Sie streckt ihr die Hand hin und das Mädchen schlägt ein.
Ich bin Mariella, aber bitte du darfst niemanden erzählen, dass du mich gesehen hast, sonst stecken sie mich ins Armenhaus.“
Ich werde dich nicht verraten, aber willst du mir nicht erzählen, was geschehen ist?“
Währenddessen sind sie in den vorderen Teil der Höhle gelangt und sehen nun das Eichkätzchen mit dem Ei im Maul.
Mariella läuft lachend los und nimmt es ihm ab, dann streicht es liebevoll über sein Fell.
Danke!“
Das Eichkätzchen wendet sich um und verschwindet nach draußen.
Ach die Tier sind so lieb, seit ich hier bin versorgen sie mich.
Jeden Morgen kommt ein Huhn und legt mir ein frisches Ei vor die Tür.
Ganz früh am Morgen kommt eine Kuh, und
wenn sie mal nicht kann dann eine Ziege, aber die ist nicht sehr nett und lässt mich kaum an ihr Euter ran.“
Das ist Noemi,“ lacht Vanessa.
Du kennst sie? Ach ja die Tiere sind ja alle vom Anwesen Markese, bei denen du zu Besuch bist.“
Vanessa gibt keine Antwort und sieht sich suchend um.
Hast du ein Gefäß in dem du das Ei kochen kannst?“
Mariella eilt davon und kommt mit einem verbeulten Kochtopf mit Wasser zurück und einer alten verbeulten Milchkanne randvoll mit Milch.
Also war Sofia, so heißt die Kuh heute morgen schon da.“ lächelt Vanessa.
Mariella nickt.
Da hinten ist eine Quelle und ich habe dort meine Vorratskammer weil es schön kühl ist.“
Dann sieht sie betroffen auf die Feuerstelle.
Ojeh, ich kann gar kein Feuer machen, das machen sonst immer die E...“
Erschrocken verstummt sie und wird blutrot.
...Elfen,“ vervollständigt Vanessa ihren Satz und kramt in der Seitentasche ihres Rucksacks.
Dann hat sie gefunden, was sie sucht, Streichhölzer.
Lächelnd reicht sie die Packung Mariella.
Ich kann auch manchmal Elfen sehen, aber ich spreche nicht gern darüber, denn nicht jeder kann es verstehen.“
Marielle nickt eifrig.
Als ich sie das erste Mal sah, dachte ich auch ich würde träumen.“
Wo sind sie denn zur Zeit?“
Das Mädchen zuckt die Schultern.
Sie sind oft unterwegs, aber sie spüren wenn ich sie brauche und kommen dann zu mir.“
Mariella hat nun alles für ein Feuer vorbereitet und zündet es an, dann legt sie ein eisernes Gitter darüber und stellt den Topf mit dem Wasser darauf.
Vanessa sieht ihr interessiert zu.
Toll, wie ein richtiger Ofen.“
Mariella grinst.
Man wird erfinderisch, wenn man allein auf sich gestellt ist.“
Dann tritt sie näher und betrachtet staunend alle die Leckereien, die Vanessa inzwischen ausgepackt hat.
Gemeinsam teilen sie sich nun das gekochte Ei. Trinken aus derselben zerbeulten Tasse die heiße Milch und dann schmausen sie von all den Herrlichkeiten, die Vanessa mitgebracht hat.
Besonders bei dem Kuchen verdreht Mariella entzückt die Augen.
Die Reste werden wieder in den Dosen verstaut und hinten bei der Quelle gelagert.
Die Sonne steht inzwischen schon am Firmament und verteilt ihre verschwenderische Wärme über dem Land.
Die zwei Mädchen setzen sich an den Bach unter einen schattenspendenden Baum und hängen ihre Füße ins Wasser.
Vanessa erzählt von ihrer Familie, den Großeltern, den Zwillingen und ihrem Bruder.
Nur die zauberische Verwandtschaft erwähnt sie nicht.
Und nun erzählt auch Mariella, die inzwischen großes Vertrauen zu Vanessa gefasst hat, ihre Geschichte.
Als es ihnen zu heiß wird ziehen sie sich in die Höhle zurück.
Inzwischen sind sie richtig gute Freundinnen
geworden.
Und als Vanessa gegen Abend dann aufbricht, verspricht sie morgen wieder zu kommen und fragt was sie denn mitbringen soll.
Schüchtern fragt Mariella, ob sie vielleicht ein Stückchen Seife hätte.
Vanessa verspricht es, umarmt sie zum Abschied und macht sich auf den Heimweg.