Donnerstag, 29. August 2013

Griseldis - Ende




Die Freude ist riesengroß als der Prinz mit Griseldis nach Hause kommt.
Überglücklich schließt der König die lang vermisste Tochter in die Arme.
Die Zofe der Prinzessin und Julika nehmen sich der Prinzessin an, bereiten ihr ein duftendes Bad und hüllen sie in seidene Kleider.
Julika hat Tränen in den Augen, als sie bemerkt, dass ihr Freundin sie nicht mehr erkennt.
Auch König Hartmut ist erschüttert, nachdem ihm Ricardo alles erzählt hat und lässt sofort nach seiner
Frau suchen, doch diese ist längst nicht mehr im Schloss.

Traurig sitzt Niko im Park auf einem Baumstumpf.
Seine liebe Prinzessin hatte das Gedächtnis verloren und musste alles wieder von vorne lernen.
Wie schrecklich war das.
Sie hat ihn gar nicht erkannt und machte auch nicht mehr ihr lustigen Späße mit ihm.
Sie lächelte immer nur traurig.
Flocki schießt heran, umspringt den kleinen Pagen bellend und sein kleines Stummelschwänzchen wedelt aufgeregt.
Niko schlingt beide Arme um das weiße Wollknäuel und vergräbt schluchzend sein rundes Gesicht in dem weichen Fell.
Empört strampelt sich der kleine Hund frei und purzelt davon.
Doch nach einer kleinen Weile saust er aufgeregt bellend zu Niko zurück, zerrt an seiner Jacke und gebärdet sich wie verrückt.
Aufmerksam beobachtet der kleine Page das seltsame Gebaren des Hundes.
Willst du etwas zeigen mir?“
Flocki wirft sich herum und bellt auffordernd.
Als Niko sich erhebt, stürmt er davon.
Der Junge folgt ihm und bleibt dann plötzlich wie geblendet stehen.
An der hundertjährigen Eiche steht eine wunderschöne Dame und winkt ihm mit ihrer weißen feinen Hand.
Mit weit aufgerissenen Augen stolpert Niko vorwärts.
Freundlich lächelnd reicht ihm die Frau ein kleines Päckchen.
Hier, Niko, gib dieses Pulver in Griseldis Tee. Es wird sie wieder gesund machen.“
Und plötzlich ist sie wieder verschwunden.
Niko wischt sich benommen über die Stirn, als wäre er aus einem Traum erwacht.
Nachdenklich blickt er auf das Päckchen in seiner Hand, dann saust er in die Küche.
Das Tablett mit dem Tee für die Prinzessin steht schon auf der Anrichte bereit.
Darf ich Griseldis den Tee bringen?“ fragt Niko.
Meinetwegen, aber verschütte nichts,“ brummt der Koch.
Der Junge nimmt vorsichtig das Tablett und steigt die Treppe hinauf.
Nach kurzem Anklopfen betritt er das Zimmer.
Griseldis steht am Fenster.
Freundlich lächelt sie dem kleinen Pagen entgegen, dann wendet sie sich wieder um.
Vorsichtig stellt der Junge das Tablett auf dem kleinen Tischchen ab und wirft einen kurzen Blick auf die Prinzessin, die sinnend aus dem Fenster blickt.
Zögernd öffnet er das Päckchen, in dem sich ein weißes Pulver befindet.
Wenn es nun Gift war?
Aber nein, er hatte die schöne Dame erkannt.
Es war Lilofee, die Patin seiner Prinzessin und die würde ihr nie etwas Böses antun.
Schnell bevor er es sich anders überlegen konnte schüttet er das Pulver in den Tee.
Griseldis kommt lächelnd an den Tisch und setzt sich.
Niko bleibt an der Tür stehen und beobachtet was geschieht und erschrickt zu Tode, als die Prinzessin plötzlich mit geschlossenen Augen zurück in die Kissen sinkt.
So schnell ihn seine Füße tragen können rast er in König Hartmuts Arbeitszimmer.
Der König und Ricardo springen erschrocken auf, als der kleine Page mit weit aufgerissenen Augen ins Zimmer stürmt.
Was ist denn dir begegnet?“ ruft der König erschrocken.
Die Prinzessin sein tot, ich haben sie umgebracht!“
Die beiden Männer laufen hinauf in Griseldis Zimmer
und finden diese schlafend vor.
Erleichtert wendet sich König Hartmund um und winkt den Pagen, der mit verweinten Augen ins Zimmer lugt, zu sich heran.
Langsam stolpert dieser in den Raum.
Sein sie tot?“
Lächelnd schüttelt der König den Kopf.
Doch nun erzähl mir, wie kommst du auf die Idee, du hättest meine Tochter umgebracht?“
Und nun sprudelt Niko sein Erlebnis mit Lilofee heraus.
König Hartmut tauscht einen Blick mit Ricardo und meint hoffnungsvoll:
Die Fee Lilofee ist Griseldis Patin, vielleicht wird mein Mädchen durch das Pulver wieder gesund.“
Und er sollte Recht behalten.
Als die Prinzessin nach einem mehrstündigen Schlaf erwachte, konnte sie sich wieder an alles erinnern.

Nach einigen Monaten gab es eine prächtige Hochzeit auf dem Schloss.
Griseldis und Ricardo heirateten und die Sonne strahlte mit dem Brautpaar um die Wette.
In der schwarzen Schlucht aber stehen zwei steinerne Statuen.
Die eine zeigt eine gebückte alte Frau und daneben stolz aufgerichtet ihre Tochter.
Das war die Strafe des Zauberers Hokuspokus.




Kommentare:

  1. Hach, ein abgrundtiefer Seufzer, liebe Lore,
    alles ist gutgegangen und nun bin ich erleichtert und froh. Danke für dieses schöne Märchen!

    Alles Liebe und herzliche Grüße
    REgina

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  2. Das wird eine märchenhafte Hochzeit gewesen sein.
    Schade, dass ich nicht dabei sein konnte.
    Auch ich sage Dankeschön für das zauberhafte Märchen!
    LG Martina

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  3. Liebe Lore,
    wirklich eine spannende Geschichte, die gottseidank
    ein gutes Ende fand.
    Einen schönen Abend wünscht Dir
    Irmi

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.