Dienstag, 20. August 2013

Griseldis




Im Dezember 1812 erhielten Achim von Arnim und seine Frau Bettina (geb. Brentano) das erste Exemplar des 1. Bandes der Kinder - und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.
In dem grün eingebundenem Buch mit dem goldenen Schnitt stand die Widmung:
An die Frau Elisabeth Arnim für den kleinen Johannes Freimund!“
Inzwischen sind die Märchen der Gebrüder Grimm in 160 Sprachen übersetzt und gehören neben der Lutherbibel zu den bekanntesten Büchern der Kulturgeschichte.
Wir alle sind doch mit Dornröschen, Sieben Geißlein, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Aschenputtel und Schneewittchen groß geworden.
Und jeder von euch hat bestimmt sein Lieblingsmärchen.
Einer meiner Neffen war begeistert von den sieben Geißlein und ich weiß nicht, wie oft ich diese Geschichte erzählen musste.
Eines meiner Tageskinder konnte nicht genug vom „dicken fetten Pfannkuchen“ bekommen.
Mein persönliches Lieblingsmärchen ist das Aschenputtel und heute noch sehe ich mir jedes Jahr zu Weihnachten „Drei Haselnüsse für Aschenputtel“ an.
Ich habe euch ja schon erzählt, dass ich sehr früh mit dem Geschichten schreiben angefangen habe und damals inspiriert von der Serie „Fury“ war meine erste Geschichte eine Pferdegeschichte, die im Wilden Westen spielte.
Zu meinem ersten Märchen hat mich „Schneewittchen“ inspiriert.
Erst Jahre später entstand dann mein persönlicher Zauberwald mit den von mir geschaffenen Wesen.
Heute nun möchte ich euch mein Frühwerk vorstellen.
Ein bisschen habe ich es überarbeitet, da mein Stil sich die letzten fünfzig Jahre geändert hat.


Griseldis



Aufgeregt läuft das junge Mädchen auf die Treppe zu.
Die beiden kleinen schwarzen Pagen, die ihre Schleppe tragen, können kaum folgen.
Plötzlich wendet sich das Mädchen um und einer der Pagen wird zur Seite geschleudert.
Empört strampelt er sich unter der Schleppe hervor, setzt seinen Turban wieder auf und sieht seine junge Herrin vorwurfsvoll an.
Prinzessin nicht immer sein so stürmisch, armes Niko gefallen hin!“
Griseldis lacht und ihre Augen funkeln übermütig.
Ach stürmisches Prinzessin haben armes Niko gewerft zu Boden nun haben gebrochen alle Knochen!“
Der Junge wirft ihr einen empörten Blick zu.
Nun Griseldis sich auch noch machen lustig über armes Niko!“
Liebevoll umarmt die Prinzessin den kleine Pagen.
Sei mir bitte nicht böse, Niko!
Ich bin doch so glücklich, Paps hat doch heute geheiratet und jeden Moment kommt die Hochzeitskutsche. Ich bin ja so gespannt auf meine neue Mutter. Sie soll wunderschön sein!
Nicht wahr du bist mir nicht mehr böse!“
Niko schüttelt den Kopf.
Wer kann diesem liebenswerten Geschöpf schon böse sein.
Ziko, der die Szene schmunzelnd beobachtet hat, meint jetzt ernst.
Die neue Königin sein bestimmt nicht so schön wie du, denn niemand kann dir an Schönheit gleich sein!“
Griseldis lacht herzlich.
Was versteht so ein kleiner Knirps schon von Schönheit. Es gibt viele, die schöner sind als ich!“
Lautes Trompetensignal verkündet die Ankunft des Königs.
Sie kommen und ich stehe noch hier oben!“ ruft die Prinzessin erschrocken.
Sie rafft ihre Schleppe, setzte sich auf das Treppengeländer und saust hinunter.
Die beiden Jungen klatschen begeistert in die Hände.
Doch Griseldis achtet nicht darauf, schüttelt ihre Kleidung zurecht und hastet weiter.
Als sie das Portal verlässt, fährt eben die königliche Kutsche vor.
Galant hilft der König seiner schönen Frau aus der Kutsche.
Griseldis eilt die Freitreppe hinunter und ihrem Vater geradewegs in seine ausgebreiteten Arme.
Nach einem zärtlichen Begrüßungskuss stellt König Hartmann seine Tochter der neuen Königin vor.
Das Mädchen ist begeistert.
Wie liebenswürdig und freundlich ihre neue Mutter doch war.
Ein Glück, dass sie deren finstere Gedanken nicht lesen konnte.
König Hartmann kneift seinem Töchterchen in die runde Wange.
Na, Spatz, der schlimmste Moment ist wohl vorbei?“
Griseldis lacht befreit auf.
Oh ja, ich muss gestehen ich hatte rasendes Herzklopfen, aber nun bin ich beruhigt.
Du hast gut gewählt, alter Herr!“
Alter Herr! Da hört sich ja alles auf! Wo bleibt der Respekt vor dem König, du Fratz!“ brummt er empört, dabei zwinkert er aber vergnügt mit den Augen.
Griseldis versinkt in einen tiefen Hofknicks.
Majestät könnt ihr mir noch einmal verzeihen?“
Oh, du kleines Biest!“ lacht der König.
Fröhlich lachend gehen sie ins Schloss, denn die Gäste warten bereits.


Kommentare:

  1. Oh, wie schön,liebe Lore,
    die Geschichte von Griseldis kenne ich ja noch gar nicht!
    Sie fängt gut an, ich bin gespannt!

    Liebe Grüße
    Regina

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  2. Da hat mir die Regina doch meinen Anfang verpatzt.
    Gerade wollte ich schreiben: Oh, liebe Lore, wie schön!
    Na gut, dann will ich ihr noch einmal verzeihen.
    Ich freu mich auch auf die Fortsetzung und verneige mich,
    weil du als junger Mensch schon so toll hast schreiben können.
    Respekt, liebe Lore!
    Martina

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  3. Ihr beide seid einfach süß, bin froh euch als Freundinnen zu haben.

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.